Habe den Godfather jetzt seit 3 Wochen und bin etwas hin- und hergerissen.
Das Teil ist eigentlich super, wenn man bis zu 4 Kanäle separat mit Gain, Reverb (nur Send-Amount), Delay (und/oder Dual-Pulse-Delay), Saturator, Filter, Pan oder Compressor behandeln will.
Allerdings sind sowohl in der Bedienung (Controller X drücken + Controller Y drücken+drehen) als auch in der Funktion einige Sachen etwas merkwürdig. Das man z.B. 2x interne LFOs sowie 2x externe CVs zum Modulieren hat, aber noch nichtmal die Delay-Zeit modulieren kann, ist echt schade. Dafür gehen sonst fast alle anderen (Lvl, Sat, Delay, DPD, Reverb, Pan und LP + HP-Filter).
Die Bedienung will auch ein wenig verinnerlicht werden - ist aber manageable, wenn man das Teil auch ab und zu benutzt. Bis auf 2 Ausnahmen habe ich eigentlich alles ohne Manual verstehen und bedienen können. Das Display ist tatsächlich sehr hilfreich und schafft es, auf kleinem Raum recht viel Infos zu geben.
Bei Bedarf ist auch das Manual meist eine Hilfe und mit praktischen Beispielen versehen. Leider keine Selbstverständlichkeit heutzutage (gell, Uli?).
Die verschiedenen Trigger-Modi - also wie mit dem Delay-Buffer performt werden kann, hab ich noch nicht richtig erforscht.. Aber da lauert noch ein richtiges Schätzchen.
1) Man kann das ganz normal verwenden. Delay Buffer wird benutz, um das Delay wie eingestellt zu liefern. Bei Druck auf die Trigger-Taste bleibt das Delay auf dem entsprechenden Kanal weg, solange man drückt.
2) Alternativ wird jedes Delay zusätzlich zu dem im Buffer befindlichen dazuaddiert und der Buffer läuft regelrecht voll mit Delays. Nur solange der Trigger gedrückt wird.
3) Oder der Buffer wird, auch nur in Teilen, mit dem gerade aufgenommenen Teil überschrieben und kann so verschiedenste Töne oder auch Stille enthalten, die dann entsprechend endlos geloopt wird, wenn das Feedback hoch eingestellt wird.
Also nochmal ein richtiger, wenn auch kurzer, Performance-Looper pro Kanal!
Heute soll auch eine neue Firmware erscheinen, die es u.a. endlich ermöglicht, die externen CV-Eingänge nicht nur für die Filter-Modulation nutzen zu können, sondern für alle Ziele, die auch die internen LFOs haben. Yay!
Über die Weihnachtsfeiertage war in Sachen Kommunikation nicht viel aus Süd-Italien zu holen und zuletzt auch nicht wg. des Neuvostellung des DON auf der Buchla+Friends.
Am WE wollte ich den GF zurückschicken, aber nun werd ich ihn behalten, da es in Sachen Entwicklung scheinbar weitergeht.
Mal schauen, wie schnell und erfolgreich...
Es fehlen für mich noch die Delay-Ziel als Mod-Ziel (ganz wichtig!), sowie S+H als LFO Schwingungsform + langsamere LFO-Raten für droniges + Ambient und ebenfalls wichtig: flexiblere Routing-Möglichkeiten für die 4 Outputs, damit man Subgruppen einrichten kann.
Klanglich finde ich keinen der Effekte jetzt ausufernd toll. Da kann z.B. mein Sealegs schon mehr liefern. Aber im Zusammenspiel, v.a. auch rhythmisch kann man tolle Sachen machen und es klingt zumindest interessant und klar. Das Delay klingt generell "unauffällig", macht aber durch den Offset (Pre-Delay) und die synchron wählbaren Delayzeiten rhythmisch eine sehr gute Figur. Das Reverb kann sehr lang sein, ist mir aber v.a. durch den resonanten LP-Filter schnell zu dicht. Hier könnte ich eine luftigere Version gebrauchen. Andererseits kann man mit dem Filter natürlich auch mal eben die Tiefen freiziehen, um es etwas leichter zu gestalten.
Also etliche Möglichkeiten.
TBC