Flächen!

Dieses Thema im Forum "Modular" wurde erstellt von Tyskiesstiefvater, 11. Dezember 2012.

  1. Tyskiesstiefvater

    Tyskiesstiefvater aktiviert

    Moin,

    wie schaun so eure Patches aus, für schwebende Sounds / Flächen!?
     
  2. normalerweise blau, gelegentlich orange. Wenn es nicht so dominant sein soll mit einem Hang zu Pastelltönen.
     
  3. Tyskiesstiefvater

    Tyskiesstiefvater aktiviert

    ....dann nehm ich rot!
     
  4. sägezahn-smoo

    sägezahn-smoo aktiviert

    Modularsynths können etwas, das können die meisten "normalen" Synths nicht - und das ist aber wesentlich für die "perfekte Schwebung":

    Perfekte Schwebung:

    Man nehme zwei VCO's, bzw. zwei Sägezahn-VCOs oder Pulse. Gleiche Frequenz, noch nicht gegeneinander verstimmen, auch noch kein PWM. Dann einen Triangle-LFO nehmen, er moduliert einen VCO davon ganz leicht, bis die Sache leicht schwebt, dann etwas zurücknehmen. Denselben Triangle-LFO in einen Inverter senden und mit dem invertierten Signal den anderen VCO genau gleich stark modulieren, dann Finetunen der Modulationshube und Verstimmung der VCO's bis es schön schwebt. Hat man genug Module und Geduld dasselbe mit zwei anderen VCO's wiederholen mit einem eigenen LFO, der etwas anders schwingt. Genau deswegen habe ich u.a. 4 VCO's. nebeneinander.

    Bei der Schwebung kommt es auch auf die Qualität der VCOs drauf an, es gibt auch zu stabile analoge VCO's (z.B. von MOTM). Zu stabile VCOs (vor allem digitale) moduliere ich noch zusätzlich (ebenfalls invertiert) ganz wenig mit einem minimal geglätteten (Lag/Slew Limiter) Rauschen.

    "Normale" Synths versagen beim Part mit dem invertierten LFO (siehe oben), bis auf ein paar Ausnahmen mit guter Modulations-Matrix.

    Bei polyphen Sounds programmiere ich bei Flächen (geht monophon auch) als Modulationsquelle den "Key", d.h. Modular das Gate beim Tastenanschlag zuflällig oder in der Reihenfolge der Stimme, dieses Moduliert wiederum ganz leicht Pan einer einzelnen Stimme. Polyphon gibt das einen extremen Breiteneffekt, ohne Chorus. Beim Prophet08 ist diese Funktion schon auf der Oberfläche, beim Code08 kann man das programmieren, beim Oberheim Marion via Modulationsmatrix. Bei vielen Geräten trotz Mod-Matrix nicht möglich. z.b. Ultranova, oft fehlt die Quelle "Tastenaschlag".

    Dann nach belieben filtern. Ich persönlich mag bei Pads 12db LP Filter. Im Mix fällt oft auf, dass programmierte Pads meistens noch zuviele Obertöne haben, d.h. im Zweifel weniger.

    Leider ist das Resultat dann meistens monopon :). Also einen Multisample machen mit Samplerobot und dann hier ins Netz stellen als 24 Bit-Programm

    sägezahn
     
    Rastkovic gefällt das.
  5. Tyskiesstiefvater

    Tyskiesstiefvater aktiviert

    Glaub, ich besorg mir mal das Buch von Doepfer!

    Ist das was?
     
  6. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Invertiert geht eigentlich mit allen Synth die in der Matrix oder LFO Mod Amnt. negative Werte zulassen, das sind (selbst bei HW-Syth) schon 'ne Ganze Menge. Wenn man ein und den selben LFO nutzt kommt es an der Stelle wo sich die Oszillator Frequenzen ueberschneiden zu leichtem Phasing, zudem wird der Sound zu gleichmaessig und berechenbar.
     
  7. wow :eek:
    man kann die liebe praktisch zwischen den zeilen lesen :peace:
     
  8. Cooler Tip, smoo. Werd ich gleich mal ausprobieren. Ich hab das bis anhin ähnlich gemacht, aber muss das mal so wie du es machst bewusst testen. :D

    Doepfer Buch: Das Buch ist nicht schlecht, aber Patch Tips hat es da nur sehr wenige drin. Du kannst auch die *.pdfs zu den Modulen runterladen, dort hats ab und an ganz nützliche Sachen drin.
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    Florian Anwanders Buch würde ich eher empfehlen. Allerdings nicht ganz einfache Lektüre.
     
  10. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    Korg Microkorg:
    OSC1:square
    OSC2:square detune:-12
    Filter:24L CF:50 Res:14
    Effekt:Ensemble lfo:42 depth:82
    Hüllkurve je nach Einschwing-Gusto.

    = supereinfach und eine wunderschöne Fläche wie ich finde, selten, die Alpha-Junos/MKS-50 können das so ähnlich schön!!!
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    onkel roland sagt für flächen stapele man 7 sägezähne aufeinander und Filter nach Gusto :agent:
     
  12. sägezahn-smoo

    sägezahn-smoo aktiviert

    ähmm Danke :)). Das mit der Liebe hat mir gefallen:)

    Die Microkorg-Fläche muss ich mal an einem Microkorg ausprobieren (ich habe keinen).

    Roland Super-Saw-Flächen benutze ich ganz oft im V-Synth. Finde ich total legitim. Der Ultranova hat die Supergeschichte schon auf Oszillator-Ebene auch für Wavetables - benutze ich so im Moment fast täglich. Klingt sehr digital UND sehr schön. Da der Ultranova zusätzlich noch Unison hat (2x reicht) kann der teilweis extrem wabern, hat dann aber schnell keine Stimmen mehr, da ja auch der VCA-Release meisten ziemlich lang eingestellt ist. Ich hätte dem ultranova diese wirklich sehr guten "Wabereigenschaften" zuerst nicht zugetraut. Hier schlägt er den NL3 um Längen, Unison klingt bei den NL's IMHO komisch.

    A propos digitaler Chorus: Meistens bringt das nichts, ausser einer Verschlechterung der Klangidentität. Ein paar wenige gute gibt es aber. Meistens von Roland. ich glaube Roland hat viel Entwicklungszeit in ihre chorusse reingesteckt um die dünnen Klänge ihrer Rompler zu kaschieren. Eigentlich mit Erfolg (ich suche wieder einen Roland-Rompler, der letzte war der 1080er).
    Den für mich schönsten (analog-) Chorus gibt es leider nicht zu kaufen. Der Triple-Chorus von Jürgen Haible (RIP). Der bringt noch etwas Solina-Magie in jedes Patch. Zurück zum Thema: Modular: Man nehme ein Analog-Delay (bei mir Time-Machine von Blacet), moduliere die Delayzeit ein paar Millivolt per CV und mixe das zum Sound wieder dazu und hat dann bei Bedarf einen äusserst heftigen Chorus.

    Gruss, Sägezahn

    P.S. eine der schönsten Flächen die ich kenne kommt vom Marion Prosynth(MSR). Dort ist es anstatt
     
  13. Gute "schwebende" Flächensounds bestehen nur zur Hälfte aus dem synthesisierten Sound.

    Zum Sound:
    damit so ein Klang "schwebt", und nicht bleiern "rumliegt", muss er 1.) leicht moduliert sein, das aber vielfältig, und 2.) darf er nicht zu viele Bassanteile haben.

    Mein klassischer Flächensound ist eigentlich beim Polymoog geklaut:
    LFO1 -> macht Vibrato bei VCO1 mit Sägezahn
    LFO2 -> macht Vibrato bei VCO2 mit PWM
    LFO3 -> macht Pulsweitenmodulation bei VCO2
    Alle drei LFOs sind unterschiedlich schnell. LFO1 und LFO2 etwa 5 bis 7 HZ, LFO3 ca 2Hz
    Die LFOs dürfen nicht vom Notenanfang resettet werden.

    Dann mit Tiefpassfilter obenrum abdämpfen, und am Mischpult die Bässe rausnehmen (oder ggf mit Hochpassfilter im Synth).




    Wenn man nur ein LFO und gar nur einen VCO hat:
    LFO mit 6 Hz auf Sägezahn-VCO, mit Tiefpassfilter wieder abdunkeln. Und das ganze jetzt in ein Delay, ca 150 millisekunden - Original und Effekt werden 50:50 gemischt. Wenn das Delay moduliert werden kann, dann auch diese Modulation ganz sanft einsetzen.

    Den Trick mit dem Delay darf man natürlich auch gerne mit dem oben beschriebenen Polymoogsound machen.
     
  14. siebenachtel

    siebenachtel engagiert

    +1


    was mir grad in den sinn kommt als ich das las: ( ich patche NIE pads auf dem modular btw.)

    ich würde mal probieren CV LFOs zu nehmen und deren speed durch das 1V/oct signal zu modulieren
    damit man in tiefen lagen ne langsame schwebung hat, in hohen ne schnelle....schön anpassen

    Das war ja die Idee von Jürgen Haibles "linear detune" mit welchem er ein gewisses verhalten vom (ich glaub) EMS synth ( VCS3 oder so) nachahmen wollte.
    ---> langsame schwebungen in tiefen lagen, schnelle in hohen ( halt ohne patchaufwand )
    Bin grad etwas am überlegen wie ich linear detune den digitalen wavetable VCOs beibringe.
    Hmmm, ...evtl. auch noch den modulationsamount mit nem invertierten 1V/oct signal mikroskop mässig regulieren.
    weniger modulationshub in hohen lagen. hmmm ja, ...denke das ist essentiell.

    muss mal ein pad patchen ......
     
  15. Gut Idee. :supi:

    Ähnlich gut die Idee von Dirk Matten und Achim Lenzgen, beim Bananas die Modulationsgeschwindigkeit bei der PWM von der Tonhöhe abhängig zu machen.
     
  16. Anonymous

    Anonymous Guest

    ich mag die auch sehr gerne ;-)
     
  17. Anonymous

    Anonymous Guest

    Aus meiner Monomachine Tips Sammlung...für weiche Padsounds mit der Monomachine:

     
  18. Grundsätzlich kann man ja alles als Pad verstehen, das eine langsame Attack und eine langsame Release Zeiten der Hüllkurven hat. Vielleicht sollte es auch noch polyphon spielbar sein, aber ansonsten gibt es ja da keine wirklichen Konventionen, oder?

    Typisch ist halt Oszillatoren gegeneinader verstimmen und etwas im Pitch modulieren, da gibt es alleine schon unendlich Möglichkeiten. Unisono mit Detune kann auch interessant sein, Chorus, Pan Modulation, Hall natürlich, Delay, etc. Auch diverse Filterkombinationen seriell oder parallel können gut sein. Man kann auch mit zwei oder drei parallelen Banpässen mit Resonanz Vocal-artige Klänge generieren. Manchmal ist auch ein bisschen Noise schön etc.
     
  19. sägezahn-smoo

    sägezahn-smoo aktiviert

    Ich habe "damals" das oben beschriebene Modularpatch in mehreren Varianten per Samplerobot abgesamplet und pro Tastenanschlag "ewig" aufgenommen weil ich nicht gerne Loops setze. Diese Patches klangen polyfon super, habe ich sogar recht oft eingesetzt. Allerdings habe ich das nicht mehr, die liefen auf Halion 1.0., das ist bei mir etwa 4-5 PC-Generationen und 2 Mac-Generationen her. Aber so macht es macht Sinn auch auf dem modular Pads zu machen und könnte man wiederholen. Bei der Klangerstelllung muss man sich dann halt die Polyfonie "vorstellen" :). Zur Zeit stehe ich aber auf digitale Flächen, V-Synth Flächen, Ultranova-Wavetable-Pads und bald auf Kronosflächen (aber ich glaube in diesem Forum darf man nicht erwähnen, dass man den Kronos mag - also Bemerkung sofort löschen)....

    Übrigens @siebenachtel: Das mit dem Linear Detune habe ich nie so richtig begriffen bei J. Haible. Ist das so, dass die CV-Eingänge bei Tune wiederum ein perfektes Keytracking haben? Das liesse sich ja easy patchen, also habe ich das nie gecheckt, aber auch nie tiefschürfend nachgelesen. Ich meine - Grundsätzlich war was alles von JH etwas genial angehaucht.
     
  20. citric acid

    citric acid eingearbeitet

    sind ja ein paar schöne beiträge dabei. macht lust zu stöpseln. gleich nach der arbeit mal ans modular :kaffee:
     
  21. siebenachtel

    siebenachtel engagiert

    lies mal das hier durch:
    http://www.jhaible.de/living_vcos/jh_living_vcos.html
    speziell:
    ich verstehe es so dass man mit dem lineardetune regler nen (pitch)offset einstellt, der in den unteren registern stärker wirkt wie in den oberen.
    d.h. er füttert den lineardetune offset einfach an ner besonderen stelle in die schaltung rein.
    verstehe ich zumindest so
     
  22. Stöpsel sind cool ! :mrgreen:
     
  23. flächensounds? kinderspiel ;-)
     
  24. tronique

    tronique Synthesist

    Gibt noch 'n Trick um Schwebung hinzubekommen wenn man - aus welchen Gründen auch immer - nur einen VCO in seinem Modularsynth zur Verfügung, dafür aber noch ein Delay frei hat:

    - den VCO mit einem LFO leicht vibratomäßig modulieren
    - den Sägezahn des VCOs in den Filter
    - das Rechtecksignal (vorrausgesetzt man kann mehrere Wellenformen gleichzeitig abgreifen)direkt in ein Delaygerät geben, und zwar eins, dass sich auch modulieren lässt
    - relativ kurze Delayzeit eistellen - aber mehr as flanging
    - die Delayzeit leicht modulieren - mit deutlich längerer Zeit als das Vibrato vom LFO
    - kein feedback
    - und das reine Effektsignal ebenfalls in den Filter
    - den Rest am Filter regeln

    Je nach Geschmacks- und Würzvolieben:
    - das Rechteck leicht pulsweitenmodulieren

    Guten Appetit!
     
  25. Maltodextrino

    Maltodextrino aktiviert

    Sorry, bin hier durch Zufall rauf gestoßen. Was mich mal interessieren würde: Hat irgendjemand Klangbeispiele wo man mal hören kann wie so eine "Schwebung" denn überhaupt klingt..? :-/
     
  26. vankerk

    vankerk ||

    Zuletzt bearbeitet: 16. Oktober 2017
  27. Das würde ich eher bei einem digitalen Synth oder bei DCOs empfehlen, zwei vollanaloge Oszillatoren schweben auch ohne Modulation durch einen LFO!
     

Diese Seite empfehlen