Generative Musikalben

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von Möbius, 23. Januar 2016.

  1. Möbius

    Möbius .....

    Ich finde es sehr spannend, das es einige Künstler gibt, die ihre neue Musik nicht mehr auf klassischen Tonträgern veröffentlichen, sondern eine kleine Schaltung bauen, die dann den Sound beim abspielen generiert - also faktisch ein kleiner Synth.
    Beispiele dazu sind:


    src: https://youtu.be/X7EQsIEZ0I4


    oder



    src: https://vimeo.com/152712862

    Beim letzten Beispiel sind sogar noch verschiedene Sensoren mit an Bord, die den Klang beieinflussen können.
    Da Bauteile ja immer billiger werden bin ich gespannt, ob das jenseits von Chiptune und Klangkunst ein Trend werden könnte.
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Anhänge:

  3. Möbius

    Möbius .....

    Danke Dir.
    Die kannte ich noch gar nicht. :D

    Und hat es für dich einen Mehrwert?
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    na wenn man nur Drohning machen will, ist das optische "quasi LFO" sehr witzig.

    Rein musikalisch, kann ich sowas nur relativ schwer was abgewinnen. Rhytmisches Rauschen aus dem Versuchslabor = Droning :floet:

    Mit Musik, hat das in meinen Ohren, meist wenig zu tun.

    Witzige Spielzeug und ich als Technik Nerd :supi:

    Moldover macht ja auch sehr inovative Controller ... musikalisch naja ;-)

    Wo geht man in Chemz eigentlich derzeit hin. 8. ist ja nicht mehr :denk:
     
  5. Moogulator

    Moogulator Admin

    Generativ kann man auch Sachen nennen, die Leute wie Autechre benutzen. Oder Tim Exile, nicht wahr?
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

  7. Möbius

    Möbius .....

    Gemeint ist hier nicht der Stil, sondern das Werkzeug.
    Generativ ist denke ich gerade grundsätzlich ein Trend.
    Das sieht man ja auch den vielen Modulen, Quantisierern und soweiter.

    Spannend fand ich in diesem Zusammenhang die obigen Beispiele, wo dann ein kleiner Soundgenerator zusammen mit den Algorithmen als Gesamtkunstwerk vertrieben wird. Bis jetzt Beschränkt sich das Ganze auf Chiptune-Künstler oder Klangartisten, aber wer weiß.
    Vielleicht gibt es ja eine Alternative zum linearen Datenträger, die zudem noch einen haptischen Mehrwert bietet.
     
  8. Moogulator

    Moogulator Admin

    Nun, das ist ja kein Stil sondern eine Methode, also Sachen wie "M" oder Vince Clarkes Melodien-Generator oder sowas wie Karma und Co. Mehr oder weniger ausgefuchst oder umgebaut für alle Stile. So verstehe ich das zumindest. Pop, Jazz, Techno.. egal.

    Module sind da freier als feste "Geräte" dennoch würde ich begrenzte Soft und Hardware da rein zählen, aber wir waren ja bei der Musik.
    Ich würde da alles zählen, was nicht RANDOM ist und dann ist es doch ok was ich nannte. Würde mich auch für nicht-Random Musik interessieren die sehr klar generiert wird. Peter Kirn macht soetwas, aber experimentell. Vielleicht gibt es auch Musik, die gar nicht so experimentell "klingt"?

    Dh - du suchst eher das wo man eher Hardware benutzt und man das irgendwie wirklich erwerben kann anstatt einer CD oder sowas?
    In dem Falle würde ich meine Frage auch in einem extra Thread stellen, weil - sehr interessant. Danke aber an dich dafür, vielleicht ist es zu speziell.

    Sag mir ruhig, wenn ich das getrennt machen soll - will dich hier nicht betrittbrettleln, aber wir sind hier eh etwas einsam, vermutlich will keiner der Musiker sich von einem kleinen Gerät vertreiben lassen. Ich muss noch mal in mich gehen, es gibt schon einige Musik, die generative Anteile hat, aber vorwiegend im Club und Experimental-Bereich, eher selten ist es etwas, was man bekommt - gelegentlich und seltenst ist schonmal ein Max-Patch da, was dann "alle" mal nutzen könnten wie "The Finger" und das neue Teil von Tim "NI" Exile und so, ich spreche also nicht von sowas was Richard Divine macht, obwohl er auch solche Sachen tut, weil es geht und wegen des Stils, sondern sogar eher die, die das überhaupt einsetzen und ggf. auch mal ohne "Frickel"-Eindruck.

    Aber ok. Mir klar, dass das nicht ganz dasselbe ist.
    Wollt mich nur mal mit dir hier solidarisieren - schönes Thema.

    Wie gesagt - gib mir bescheid, dann mach ich das extra. Weil zugegeben nicht "dasselbe".
    Aber wenn ein "Album" quasi von allein die Musik ist - das ist noch radikaler. Großartig!
     
  9. mnb

    mnb -

    es gibt/gab ja auch generative musik als "app", das teil von brian eno (naja) ist da recht prominent, und 'rjdj' hat eigentlich viel spass gemacht, mit etwas glueck kriegt man die patches noch irgendwie und-wo zum laufen... auf einen stil kann man das ganze wohl nicht festlegen, aber ich glaube es eignet sich auch nicht jeder stil dafuer, es muessen schon gewisse freiheitsgrade vorhanden sein, damit es interessant bleibt.
     
  10. Möbius

    Möbius .....

    Stimmt, das trifft es natürlich besser.
    Genau, mir geht es hier nicht um reine Random-Geschichten. Da verschwimmt für mich die Grenze zwischen Kunst und Ingenieurswesen. :)
    Bei den obigen Beispielen wird die Musik durch vorgegebene Algorithmen oder Patterns erzeugt und dann Random-mäßig zusammengestzt.
    Der musikalische Beitrag liegt hier also im Algorithmus/Pattern und Sounddesign.
    Cool finde ich hier den Ansatz des Gesamtkunstwerks.

    Was regenerative Werkzeuge angeht finde ich die Entwicklung sehr interessant. Ich weiss nicht, ob man das abtrennen muss, da der der reine Bezug auf Musikalben vielleicht auch zu eng gefasst ist. Bis jetzt sind war ja noch unter uns. :D
    Für mich ist spannend wie neue Werkzeug die Produktionsweise und die Musik an sich verändern.
    So haben doch gerade neue Werkzeuge auch neue Musikstile hervorgebracht.
    Auch die Arbeitsweise ist anders. So komme ich mit einem Step-Sequencer auf ganz andere Ergebnisse, als mit einem Arpeggiator.
    Generative Werkzeuge werden ja auch gerne als Inspiration benutzt, um auf neue Ideen zu kommen und da wird es schon spannend.
     
  11. Moogulator

    Moogulator Admin

    Genau, und besonders wenn das Ergebnis einfach toll ist. Ich denke, dass ein Stück sehr sehr gut ein Patch sein kann, zumal es eh schon immer egal war, es spielt ja nur eine Rolle, dass es gemacht wird. Vielleicht macht manchen der Gedanke Angst, dass es sich selbst "entpackt und spielt", aber dennoch hat ein Mensch das entworfen, teilweise ggf. lange daran gefeilt. Aaaaber - das wäre auch nur Rechtfertigung.

    Möchte es nur so rein "gedanklich" reingeben, aber nicht zu sehr verkopfen.
    Geht bestimmt nicht um die Technik.
    Darüber könnten wir auch reden, aber ich glaub dir gehts um die Musik und die Ergebnisse, sehr sehr sehr gut.

    Ich glaube ebenfalls, dass das gerade anfängt und weil die Sachen langsam bezahlbar sind und meist einen Computer als Basis haben oder ein paar gut durchdachte Module - ist es eben doch eine Idee die man handwerklich aufbaut, so wie eben ein bildender Künstler seine Materialien mit halbautomatischen und anderen Werkezeugen plant und aufbaut. Ich finde es immer amüsant, wenn entwickeltere Werkzeuge schon ein Problem sind - und - bei Musik reicht auch eine Partitur, ein erfahrener Musiker kann diese lesen - der Rest ist sozusagen Handwerk - streng genommen für eine Komposition egal. Für Leute, die gern schwitzende Performer sieht vielleicht ein Ding, was sie etwas belastet.

    Ich sag mal Numerology. Hier kannst du schon Sachen sehr komplex miteinander agieren lassen, mit einem Matrix-Sequencer mit Kartesichen Adressen ebenso. Das durch LFOs etc. asymmetrisch gesteuert kann bereits einen Eindruck eines recht intelligenten Musters machen. Viel wichtiger finde ich aber wirklich, dass es eben NICHT Random ist sondern die Idee noch über der Technik steht, also man macht das nicht weil es einfach ist und günstig, sondern weil es die musikalische Vorstellung umsetzt. Die Minimal-Musiker konnten das oft noch nicht tun, aber heute definitiv schon.

    Kennst du einige Beispiele oder suchst du auch?
    Aber ich befürchte schon, dass manche eben sehr lange mit ihren Sachen arbeiten, daher teilweise als Meganerds bekannt sind wie Morton S. und Co - das Konzept von Synths wie Aalto und Co. kann durchaus bereits etwas davon haben, aber - hier ist noch recht viel Handwerk drin, wenn man das zusammensetzt. Aber einige "Noodles" - wie ich sie nenne "Selfplayer" sind zwar "cool" aber nicht immer auch hochmusikalisch, gelegentlich erinnert das daran herauszuholen und zu beeindrucken wie einige Amiga und 64 Demos - woaaar, 4 Stimmen und das so wild! Das ist es nicht oder sollte es nicht sein, wenn der Song im Mittelpunkt steht, aber faszinierend ist es schon.

    Tja, ich glaube wir sind eine Minderheit.
    Aber - es ist interessant. Achja, ich mache selbst gar keine Randomsachen in meiner Musik. Ich möchte das sehr genau steuern können aber es darf viel automatisch laufen, weil -das soll so.

    Hier gibt es noch sehr viel, was wir bekommen werden, die Leute werden es noch viel mehr Spielzeug nennen als eine Replik eines Jupiter 8. Kannst du dir sicher sein.