Günstiger Hardware Sampler für Livemusik?

Dieses Thema im Forum "mit Sequencer" wurde erstellt von Tom81, 25. Februar 2014.

  1. Tom81

    Tom81 -

    Hallo,

    ich bin neu hier und suche nach Hilfe bei einer Kaufentscheidung. Gesucht wird ein Gerät, mit dem ich live Samples abspielen kann. Kein reiner Controller, sondern ein Standalone-Gerät. Gerne gebraucht zwischen 150 und 250 €, darf aber auch zehn, zwölf Jahre alt sein.

    Was genau soll gemacht werden? Ich möchte ...

    1. Verschiedene Sounds auf die Tastatur legen, also auf dem Keyboard Bass, Glockenspiel oder E-Gitarre spielen. Dazu könnte ich z. B. mit meinen "akustischen" Instrumenten einzelne Töne über drei Oktaven aufnehmen, also 37 Töne aufnehmen und als einzelne Samples auf den 37 Tasten ablegen??!!

    2. Ein- bis achttaktige, vielleicht 16taktige Drumbeats abspeichern und auf Tastendruck abrufen. Erstellen könnte ich die Drumbeats in Reaper mit EZDrummer. Die Samples sollten geloopt werden können und ich möchte „fliegend“ zwischen den Drumbeats wechseln können, wenn ein neuer Songabschnitt kommt. Mit der Tap-Funktion wäre es ja eventuell sogar möglich, einen Drumbeat mitten im Song zu starten und in dem Tempo abzuspielen, mit dem wir den Song live begonnen haben?

    3. Was mit Drumbeats geht, sollte auch mit anderen Sounds möglich sein. Z. B. einige Takte flächige Sounds abrufen, die ich vorher aufgenommen habe.

    Auf jeden Fall sollte der Sampler halt zum Abspielen vorher aufgenommener Samples dienen, ich möchte damit nichts Erstellen oder Bearbeiten. Für Punkt 1 wäre ja 'ne Tastatur unumgänglich, neben dem Korg microsampler, der mir empfohlen wurde, habe ich da kein weiteres Gerät gefunden. Für Punkt 2 und 3 denke ich an Gerät wie den Boss SP-303, eventuell Yamaha SU-200 oder auch Korg Electribe ES-1. Oder eine Liga drüber und aktueller: Akai MPC500.

    Wenn man akustische Musik mal durch Samples bereichern möchte, liege ich dann mit einem Gerät wie dem microsampler oder eventuell einer Kombination aus microsampler und SP-303 (SU-200, ES-1, MPC500 ...) richtig? Es geht nicht um die Produktion elektronischer Musik und es geht nicht darum, auf der Bühne während des ganzens Sets ein fehlendes Instrument elektronisch zu ersetzen!

    Thorsten
     
  2. Das gibts eigentlich nicht. Das würde Echtzeit-Timestretching erfordern und das hat kaum ein Sampler.
     
  3. Tom81

    Tom81 -

    OK. So eine Funktion wäre auch eher "nice to have" und nichts, was ich unbedingt haben muss.

    Aber bin ich sonst auf dem richtigen Weg mit den genannten Geräten und wie ich mir deren Einsatz vorstelle?
     
  4. Wenn Du nur akustische Instrumente imitieren willst, dann kannst Du auch gleich eine Rompler nehmen.

    Ansonsten überleg Dir die Ladezeiten für ein bisschen komplexeres Setup (mehr als ein Sound). Da kommst Du mit einem alten Geräten (Disketten!) nicht weit bzw es dauert ewig lang.

    Sinnvoll wirds vermutlich erst so ab 350/400 Euro mit einer gebrauchten Korg ESX oder einer MPC1000. Die können zwar noch immer nicht Loops timestretchen, aber der Rest geht ganz gut, und sie benutzen Smartcards oder gar ne interne Platte als Speicher.
     
  5. Tom81

    Tom81 -

    Kannst Du mir da ein Gerät nennen, das ich mir dann z. B. bei youtube mal ansehen könnte?

    Die genannten Geräte arbeiten alle mit Smart Media Karten bzw. internem Flash-Speicher. Mono wären ausreichend, auch 44.1 kHz müssen nicht sein --> Trifft es wirklich zu, dass da Speicherplatz bzw. Zugriffszeit schnell zum Problem werden?
     
  6. microbug

    microbug |||

    Rompler in billig und gut klingend bei akustischen Instrumenten wäre zB was von EMU, Proteus Serie. Da würde ich die neueren Modelle mit Metallgehäuse nehmen, also zB Proteus 2000 (letzte Generation) oder Ultra Proteus (2. Gen). Den Proteus 2000 gibt's auch, mit halber Stimmenzahl, als PK-6 Proteus Keys. Alternative wäre noch der Yamaha TG500.

    Den Vorgang, den Du da mit den Samples beschreibst, kennen alle Sampler, heißt bei einem Mapping und beim Anderen Zones. Am schnellsten geht sowas mit den EMUs, da Du dort viele Automatiken hast, die Dich unterstützen. Den kleinsten EMU Sampler bekommst Du auch in Deinem Preisrahmen, E5000 Ultra. Hat allerdings als modernen Massenspeicher höchstens eine IDE-Festplatte, wobei man da auch eine SSD nehmen kann, muß aber mit der Belegung des Stromkabels aufpassen, da sind 5 und 12V gegenüber normal verdreht, und wenn man sich da kein angepaßtes Kabel baut, brät man sich die Platte in Nullkommanix. Das mit den Kabel habe ich hier im Forum allerdings schonmal mit Bildern beschrieben.
    Auch davon gibt's eine Tastaturversion, den E4K, dürfte aber teurer sein als das was Du ausgeben willst.
     
  7. Eigentlich beschreibst du den Microsampler - der kann was du wünscht, obwohl nicht alles gleichzeitig. Der hat aber viele Beschränkungen, so stell vorher sicher das es was du brauchst kann.

    Der Microsampler hat Tap-Tempo und macht Echtzeit-Timestretching, so ein loop mitte in song zu starten sollte gehen. 36 Samples können gleichzeitig geladen sein - Speicher ist aber zehr klein, 160 Sekunden Mono (mehr mit niedriger Samplingfrequenz). Ein (und nur ein!) sample kann alls "keyboard sample" verwendet werden, der Sample wird dann in "Keyboard Modus" ueber alle 37 Keys transponiert. Im "Sample Modus" ist jede Key zu ein Sample gemapped - so kann auch Multsamples erstellt werden; leere Sampleslots wird transponiert vom nächst höhere belegte Slot uebergenommen.

    Ausser den niedrigen Sampletime hat der Microsampler weitere Beschränkungen, unter anderem:
    • Envelope hat nur Decay und Release
    • Sample Loop geht nur komplett von Start bis Ende des Samples, keine Looppoints mitten drin.
    • Samples in Loop Modus wird ohne Release gespielt, i.e. immer direkt abgebrochen.
    • Eingebaute Sequencer ist sehr beschränkt.
     
  8. Oh! Wusste ich nicht. Danke für die Infos.
     
  9. sägezahn-smoo

    sägezahn-smoo aktiviert

    Kann nicht der SU700 eine Form von Echtzeit-Time Streching? Könnte mich auch täuschen.
     
  10. Tom81

    Tom81 -

    Der microsampler klingt sehr, sehr interessant für mich! 160 Sekunden reichen für zehn, fünfzehn längere Samples - das ist OK! Ich denke sogar, dass 24 kHz wirklich ausreichen würden. Dazu ein keyboard sample ... zwei bis drei wären toll, aber dann muss man sich eben beschränken.

    Geringe Bearbeitungsmöglichkeiten sind gar kein Problem. Aber zu den Sample Loops:
    - Kann ich bei der Wiedergabe ein Sample loopen lassen und während der Wiedergabe ein weiteres Sample auswählen? So dass das erste Sample bis zum Schluss gespielt wird und ab der "1" des folgenden Taktes das zweite Sample?
    - Ohne Release bedeutet, dass ich ein Sample nicht bis zum Ende durchlaufen lassen kann und dann ist Ruhe, sondern es wird beendet, sobald ich die entsprechende Taste drücke? Gegebenenfalls also mitten im Sample?
     


  11. -----> http://www.korg.de/produkte/fruehere-mo ... nuals.html
     
  12. Tom81

    Tom81 -

    Irgendwo zwischen Seite 15 und Seite 27 werden die Antworten auf meine Fragen wohl stehen. Ich hab' die Seiten auch gelesen, aber da ich mich ja in der Thematik noch nicht auskenne und auch kein Gerät da habe, um die beschriebenen Schritte mal praktisch nachzuvollziehen, bin ich jetzt leider nicht schlauer. Wäre daher nett, wenn jemand was dazu schreiben könnte.
     
  13. Tom81

    Tom81 -

    Bitte korrigiert mich mal ...

    Alles, was ich vorhabe, ist mit dem microsampler möglich. Im Grunde auch mit MPC500, SP303, SU200 oder Electribe ES1. Mit der Einschränkung halt, dass die keine Tastatur haben.

    Dann ist da aber die Sache mit dem Tempo. Wenn das Sample ein festes Tempo hat, muss ich es von Beginn an laufen lassen und mein Spiel auf der Bühne daran anpassen. Ich würde gerne das Tempo des Samples an mein Spiel anpassen ... Viele Geräte haben eine Timestretching-Funktion. Für mich sinnvoll wäre aber nur ein Timestretching in Echtzeit, bei dem ich ein Tempo eintappen kann und die Wiedergabe des Samples dann eben in diesem Tempo erfolgt. Und so eine Funktion hat von den genannten Geräten nur der Microsampler. Richtig?
     
  14. Nein. Es gibt schon andere Geräte, die das können, aber die liegen preislich weit jenseits Deiner Zielvorstellung. Das Stichwort lautet hier "Looper". Die meisten Leute arbeiten aber auch da live mit einem Computer (das Thema Echtzeit-Timestretching ist zB. die Kernfunktion von Ableton Live).

    Meine Erfahrung mit Loops beim Livespielen ist aber letztlich, dass Du dich IMMER am Loop orientieren musst, und dass es keinen Vorteil erbringt, wenn Du den Loop per Taptempo einstellst und dann dazumischst; denn in der Sekunde, wo er hörbar läuft, zwingst Du wieder alle Mitspieler, sich am Loop zu orientieren. Und das kannst Du auch gleich von vornherein machen, und Dir damit teuere und komplizierte Geräte sparen.

    Mit Loops spielen, bedeutet immer: der Loop ist die Tempovorgabe, nicht der Musiker. Punkt.
     
  15. Tom81

    Tom81 -

    Ich hatte mich ja auf die von mir genannten Geräte bezogen: MPC500, SP303, SU200, Electribe ES1. In dieser Preisklasse hat der Microsampler mit dem Echtzeit Timestretching also schon ein Alleinstellungsmerkmal?

    Ja, aber: Wenn ich einen Song mit den Instrumenten auf der Bühne beginnen und dann erst später ein (gelooptes) Sample dazumischen möchte, muss ich doch entweder mit Klick spielen und gleich mit dem Tempo des Samples beginnen oder aber das (geloopte) Sample mit dem Tempo wiedergeben, mit dem wir den Song live spielen.
     
  16. Ja. Aber vergiss die zweite Hälfte des Satzes nach dem "oder". Das funktioniert nicht. Glaub es mir. Ich mach seit bald 25 Jahren live Musik zu und mit Maschinenbeats.

    Man spielt entweder mit Klick, oder ein Loop läuft von vornherein mit. Letzteres ist für das Publikum viel glaubwürdiger, als eine Band, die für das Publikum rätselhafterweise seltsam steif spielt, weil das Publikum ja nicht weiss, dass die auf einen Klick hören müssen. Wenn man dagegen von vornherein einen Loop hat, kann man entspannt zum Loop spielen. Und diese Entspanntheit kommt auch beim Publikum an.
     
  17. Tom81

    Tom81 -

    OK. Ich muss wohl einfach mal ein Gerät anzuschaffen, um dann auszuprobieren, was geht und was nicht. Leider sind gebrauchte Microsampler nicht gerade Massenware.

    Der Nachteil an Deiner Methode wäre halt, dass zu jedem Stück, in dem ich gerne mal ein Sample verwenden möchte, auch Samples rückwärts bis zum Anfang erstellt werden müssten. Andererseits könnte man vielleicht Breaks einbauen, vor einem Part mit Samples nochmal "neu starten". Wird man dann sehen müssen ...
     
  18. Feldrauschen

    Feldrauschen aktiviert

    ich wuerde etwas mehr ausgeben und mal ne mpc 1000 ausprobieren, die kann mit jj os sehr viel,

    ist wesendlich uebersichtlicher wie ne 500 er, live loop dazuspielen, per pedal eintabben.

    habe meine gebraucht fuer 300! bekommen.

    rompler ist schnell langweilig, microsampler ist , sorry, spielzeug.

    lieber 100 mehr drauflegen und was richtiges. da hat man am ende u auf dauer mehr von.

    check auch mal live looper, boss rc3 usw, ist auch ne sampler alternative, gerade live,

    benutze das teil fuer flaechen, vocals, teilweise auch fuer rythmische strukturen.
     
  19. Bernie

    Bernie Anfänger

    schon mal eine SP-404 oder SP 555 in die engere Wahl gezogen? Damit feuere ich meine ganzen Samples live ab, die Bedienung ist easy und der Kram funktioniert super.
     

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