Illya F. - P-004

intercorni schrieb:
Ist dann ein ausgelutschter Kaugummi, den ich zwischen den Fingern auseinander ziehe, auch Kunst?
Wenn du's an einen Brocken der Berliner Mauer klebst und mit einer analogen Leica aus der Zeit des Mauerbaus ablichtest - ja, dann ist das Kunst. Ich würde 'ne M3 nehmen, die stammt aus dieser Zeit (1954-1967).

Wenn du das Kaugummi um den Kopp eines afrikanischen Babys wickelst, und die Szene mit einer digitalen Leica M9 ablichtest, ist das auch Kunst. Sogar mit einer politischen Message => Hunger vs. Dekadenz.

Wenn du dein Kaugummi ins Schlüsselloch der Fahrertür eines Ferraris klebst und das dann mit einer handelsüblichen Kompaktknipse ablichtest, ist es ein Fall für den Staatsanwalt.

Du siehst, es kommt immer auf Equip und Umfeld an. Das ist bei Musik ähnlich. Wenn jemand mit einem Monster-Analog/Modular/wasauchimmer irgendein Gequietsche erzeugt, hat das eine gewisse (Be)deutungshohheit. Macht man Ähnliches mit Software, wird schneller offensichtlich, was sich aufdrängt: dass es eben Gequietsche ist.
 
Kopfkino ist ein super Stichwort. Mir gefällt der Track enorm gut. Wie die Musik zu einem Film der noch nicht gedreht wurde. Wenn ich es schaffe mir die Ruhe und Zeit zu nehmen sowas wirklich bewusst und in Ruhe anzuhören entstehen ganz spontan Bilder in meinem Kopf. (In diesem Fall sehr weite Landschaften, EIswüsten, Gletscher aber Assoziation ist ja auch immer etwas sehr subjektives/persönliches..)

Ich finde es immer spannend, zu beobachten wie Leute zu ihrer eigenen Sprache finden in der Musik. Das ist dann vielleicht nicht massenkompatibel oder erfolgreich aber ich bewundere ja z.B. Asmuss Tietchens auch nicht für seinen Erfolg sondern für die Konsequenz mit der er einfach sein Ding macht.
(He, das ist Punk oder??)
 
konnte mir das gestern auch mal anhören, seitdem ich einen eipott mit netzwerkanschluss hab, geht nun auch forum und stereoanlage zusammen.

das ist wieder so ein drone, der einem ein ziemlich merkwürdiges gefühl verschafft, wenn man ihn auf kopfhörern hört und dabei durch die stadt läuft. konsum von substanzen ist nicht notwendig, wenn man den kopfhörer absetzt ist die welt auch wieder im normalen zustand.

was ich mir wünschen würde in der von strangelove beschriebenen gletscherlandschaft sind ein paar brüche, zerklüftete stellen, plötzliche bewegungen. es fließt alles sehr ruhig ineinander, es schneit die ganze zeit.
 
fab schrieb:
das ist wieder so ein drone, der einem ein ziemlich merkwürdiges gefühl verschafft, wenn man ihn auf kopfhörern hört und dabei durch die stadt läuft. konsum von substanzen ist nicht notwendig, wenn man den kopfhörer absetzt ist die welt auch wieder im normalen zustand.
Wenn du dir das in der Stadt anhörst, also im Getümmel sozusagen, dann ist das ja auch ein Kontrastprogramm. Das passt beides eben nicht zusammen. Genauso könntest du dir da auch das Teil da oben von den Dead Kennedys auf einer ruhigen Waldlichtung liegend anhören. Da würde ich mich wohl auch merkwürdig fühlen. :D
 
Oder What a Wonderful World im Schützengraben hören, wenn die Granaten um einen herum detonieren. :mrgreen:
 
Illya F schrieb:
strangelove schrieb:
(He, das ist Punk oder??)

Ach Punk ist das? :prost:


Also.. Wenn ich "Punk" mache, dann klingt das wohl eher so http://soundcloud.com/user-4-1/phase-1-1 :mrgreen:

Hehe, gemeint war natürlich die Attitüde, sich im Grunde einen Dreck darum zu scheren, was andere Leute von den eigenen Ergüssen (vgl. GG Allin) halten.
Das ganze gepaart mit einer eher obskuren Öffentlichkeitsarbeit und Veröffentlichungsstrategie geht m. E. deutlich in die besagte Richtung..

:nihao:
 


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