Korg Polysix KLM-367A Reparatur

Hallo,
hab hier ein "kleines" Problem mit meinen KLM-367A Board.
Leider ist mittlerweile die Batterie ausgelaufen. Diese hab ich jetzt erst mal entfernt. Das ganze müßte aber auch noch gereinigt werden.
Weiß hier jemand wo oder wer das erledigen kann? Vor allem aber auch zu welchen Preis das ganze zu haben wäre.
Oder wäre ein neues Board sinnvoller? Gibt ja die Kiwisix und Clone 367 Boards.
Hier noch ein paar Fotos:
.thx
 

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Hat keiner eine Idee?

Wie lange würde den so ein Board wieder halten wenn es gesäubert wurde?
Hab nämlich jetzt schon öfter gelesen, daß sich diese Säure vom Akku unter Umständen unaufhörlich weiter voran frießt, auch wenn es auf den ersten Blick alles blitzeblank erscheint.

Und wieso wurde mein Thread eigentlich nach Lötkunst verschoben? Dort steht ja deutlich "Wer einen Reparatur sucht? sollte aber in digital/analog fragen."
Naja, jedenfalls hoffe ich, daß vielleicht jemand einen guten Rat hat oder aus eigener Erfahrung sprechen kann.
.thx
 
das sieht bei dir schon ziemlich schlimm aus. wenn so ein akku ausdampft befindet sich im ganzen synth der dreck. es muss wirklich extrem sorgfältig alles abgewaschen werden. bei mir war damals nur einen kleine stelle betroffen. nach dem abwaschen mit destiliertem wasser habe ich alle oxydierten leitungsbahnen freigelegt und mit lack wieder neu versiegelt. dann kam ein knopfzellenhalter rein. je nach aufwand würde ich mir wohl eher das kiwi board holen.
 
Das ist ja schon mal repariert worden.
Der 74LS08 muss auf jeden Fall raus, der Elkos, der Steckverbinder, der Widerstand und die Diode.
Problem sind CPU (der große Chip(8048) im Sockel) und RAM (TC5514), bis dahin ist das ja auch schon gekommen, wenn auch wenig.

Die Ladeschaltung muss weg (die ist falsch dimensioniert, daher gehen die Akkus so dramatisch kaputt), dafür kommt eine Batterie rein.
Die CPU ist gar nicht, das RAM nervig, der Rest problemlos durch neuteile zu ersetzen.

Ob das die 2 Jahre hält, die ein gewerblicher Gewährleisten *muss* ist nicht sicher.

Nachdem man die Bauteile um die Schadstelle relativ großzügig entfernt hat, wird der Platinenbereich mit der Drahtbürste gereinigt. Danach die Leiterbahnen verzinnen/ reparieren - das sind sicher einige im direkten Akkubereich, die jetzt noch gehen, aber schon ziemlich weggefressen sind. Das Zeug arbeitet sich auch unter dem Stopplack durch - da wo die Leiterbahnen eine andere Farbe bekommen haben, sitzen jetzt Kupfersalze statt Kupfer, so eine Bahn ist dann nach der Reinigung weg.

(Der ausgelaufene Elektrolyt ist eine Kaliumhydroxid-Lösung. Was sich da bildet ist wohl Kupferhydroxid, analog der Reaktion hier: de.wikipedia.org/wiki/Kupfer(II)-hydroxid (statt Na halt K, das dürfte m.E. an der Stelle "im Prinzip ähnliche" Reaktionen zeigen können ... bin nicht so der Chemiker... ). Das Zeug ist jedenfalls wasserunlöslich, und ich hab es nur mechanisch entfernen können. Ist bei Bohrungen (Durchkontaktierungen) problematisch.... )
 
Muss Ich den Bedenken haben, dass bei meinem Polysix auch der Akku ausläuft? Wie häufig/sicher ist das der Fall?
 
ViolinVoice schrieb:
Muss Ich den Bedenken haben, dass bei meinem Polysix auch der Akku ausläuft? Wie häufig/sicher ist das der Fall?
Es wäre sehr großer Zufall, wenn er nicht ausläuft.
 
Für den Lacher des Tages ist auch gleich gesorgt...

...ich schraubte gleich mal meinen ....Poly auf und suchte nach dem Akku und dachte mir, wo soll er sein? Dicht unter der Frontplatte bei den Potis usw., ich find da nix.
Dann musste ich selbst lachen...denn ich habe ja einen MONO/Poly und keinen Polysix... :lollo:
 
ViolinVoice schrieb:
habe ja einen MONO/Poly und keinen Polysix... :lollo:
Wäre froh wenn ich das momentan auch sagen könnte :wandklopf:

Also, ich hab mal ein paar angeschrieben was das alles so kosten würde.

analogia.pl würden mir das ganze nur noch mit dem Kiwisix Board ersetzen.
Bei labofsound.com könnten die Reparaturkosten im ungünstigsten Fall in eine Preisregion vorrücken, wo ich denke, es ist besser sich gleich ein neues Board zu besorgen.
tubbutec.de würde mir wahrscheinlich das Board wieder reparieren. Was das ganze hier in etwa kosten würde, wüßte ich bis jetzt noch nicht.

Aber wie lange das dann auch wirklich wieder hält und nicht doch weiter frisst ist wohl auch alles Glückssache. Hat hier jemand Erfahrung?

Bei synthprof.com, die ein neues Board mit den Bauteilen eines alten bestücken, warte ich momentan noch auf eine Antwort.

fanwander weißt du wer so eine Reparatur oder Installation eines neuen Boards im Raum München machen würde?
.thx
 
cardnotready schrieb:
ViolinVoice schrieb:
habe ja einen MONO/Poly und keinen Polysix... :lollo:
Wäre froh wenn ich das momentan auch sagen könnte :wandklopf:

Also, ich hab mal ein paar angeschrieben was das alles so kosten würde.

analogia.pl würden mir das ganze nur noch mit dem Kiwisix Board ersetzen.
Bei labofsound.com könnten die Reparaturkosten im ungünstigsten Fall in eine Preisregion vorrücken, wo ich denke, es ist besser sich gleich ein neues Board zu besorgen.
tubbutec.de würde mir wahrscheinlich das Board wieder reparieren. Was das ganze hier in etwa kosten würde, wüßte ich bis jetzt noch nicht.

Aber wie lange das dann auch wirklich wieder hält und nicht doch weiter frisst ist wohl auch alles Glückssache. Hat hier jemand Erfahrung?

Bei synthprof.com, die ein neues Board mit den Bauteilen eines alten bestücken, warte ich momentan noch auf eine Antwort.

fanwander weißt du wer so eine Reparatur oder Installation eines neuen Boards im Raum München machen würde?
.thx
Kopf hoch, sieht gar nicht so schlimm aus. Das übliche halt. Du kannst es also nicht selbst reparieren? Gehe es Schritt für Schritt an. Hin ist es eh schon. Säuren kannst du mit einer Lauge neutralisieren, Seife z.B.

Ich hab einen Poly, auch mit so einem Schaden. Hab noch nicht alle Reparaturen durch, wegen Zeitmangels. Aber die reparierten Teile halten jetzt schon 3 Jahre und die Platine hat sich nicht mehr verschlechtert. Zustand, Gegenüber wie ich Ihn bekommen habe, kann man jetzt Töne spielen, auch wenn diese noch verstimmt sind. Liegt auch an den Tasten (die Gummis unterhalb). Grundfunktionen funktionieren jetzt.

Defekte Leiterbahnen kannst du einfach mit dünnen Kabeln (Drahtlitzen isoliert) nachbauen. Hab jetzt leider keine Bilder bei mir, da ich unterwegs bin. Kann dir aber welche am Ende der Woche zeigen. Den Widerstand der Bahnen messen und den Zustand bestimmen. Lieber eine Leiterbahn (-draht) mehr ersetzten als dann Fehler suchen.

Löte die defekten Teile erst mal aus und entferne auch gesockelte Teile. Kann es auf dem Foto schlecht beurteilen, aber, C39 auslöten und messen, IC 31 ersetzten und neu Sockeln (IC’s können künftig leichter getauscht werden, bei der Reparatur mit dem Drähten werden die IC’s nicht belastet, erwärmt, manchmal halten die Drähte manchmal nicht immer sofort weil das Lötauge fehlt.) Die Pins müssen wiederhergestellt werden. Das Widerstandsnetzwerk R17 ist Grenzwertig, könnte aber noch gehen, auslöten und messen. Der Dicke oberhalb vom R17, den Sockel erneuern. Wenn die Pins des IC’s ok sind (nicht Grau oder Grün aussehen) sollte er überlebt haben. Es ist ja nur das eine Lötauge zwischen dem Sockel und dem R17 etwas grau. Du könntest e au mit dem Original Sockel einmal Probieren. C36 auslöten und messen. R91, C40 entfernen (Ladeschaltung deaktiviert, nützlich wegen neuer Batterie, Knopfzelle). D15 auslöten, messen, ersetzten. IC 32, schwer zu sagen auf dem Bild. Scheint sich nur der eine Pin verändert zu haben. Einfach mal auslöten und neu aufsockeln, kann dazu erst Ende der Woche Bescheid geben muss bei mir nachsehen wie ich dies gelöst habe.

Wie man am IC 30 sieht, hat da schon jemand einen IC getauscht. Schade das er wieder so ein Varta Grab eingebaut hat und die Ladeschaltung nicht deaktiviert hat und eine Knopfbatterie eingebaut hat.

Reinige die Platine und seif betroffene Stellen ein. Den Grün, Türkis- spann entfernen. Die grauen Lötstellen (bereits Chemisch verändert Zinnpest) versuche diese mit neuen Lötzinn zu bearbeiten. Geht dies nicht müssen sie ersetzt werden. Auch die anderen Lötstellen im Umkreis solltest du mit frischem Lötzinn behandeln.

Ich kann dir die Infos übermitteln, wenn etwas nicht mehr lesbar ist, von den Bauteilen. Im Internet findet man Service Manuals. Hilft dann auch beim Justieren am Schluss.
Wichtig wäre auch z. B. das du den Trafo auf 240V umbaust, der steht sicher noch auf 220V. Wir haben das Thema hier schon mal behandelt, beim Schwestern Modell. Im Service Manual steht es aber auch noch mal drinnen.

Ab hier
viewtopic.php?f=13&t=88874&start=25#p998101

Außerdem solltest du dir gleich den Kondensator beim Netzteil ansehen ob der rissig ist, sonst hast du gleich den nächsten Schaden.

viewtopic.php?f=13&t=88874#p994575

Das Polysix Netzteil sieht etwas anders auch. Der Kondensator ist aber der gleiche. Auch findest du dort den Wert und einen Reichelt Link.

Gucks du, :mrgreen:
 
binary tubes schrieb:
Säuren kannst du mit einer Lauge neutralisieren, Seife z.B.

Ähm ... die Reaktion auf der Platine *ist* basisch, nicht sauer. (Da läuft eine Kaliumhydroxid-Lösung aus - eine starke Base. Und das Zeug ist hygroskopisch, zieht sich also immer wieder neues Wasser aus der Luft )
Im Gegensatz zu den Reaktionsprodukten mit Kupfer ist es allerdings gut wasserlöslich und lässt sich daher abwaschen. (Und nein, man braucht kein demineralisiertes Wasser, das ganze wird hinterher ordentlich abgetrocknet und gefönt, das reicht völlig. )

Kupferhydroxid wäre in konzentrierter Natronlauge löslich, aber da auch Kupfercarbonat enstehen dürfte, hilft das nicht wirklich.
Unter Wärme zersetzt sich beides zu Kupferoxyd, und das ist sehr schlecht/nicht lötbar, das ist für das normale Flußmittel einfach zuviel. Und ob man da den Heinzungsmoteur geben will (=Salzsäure. Aber die muss man hinterher wieder komplett runter bekommen... )
(Bin kein Chemiker - insofern etwas mit Vorsicht genießen. Zumindest die thermische Umsetzung zu Kupferoxyd habe ich heute mal versucht nachzuvollziehen, das sieht richtig aus. )
 


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