Und was wäre Dein Gegenvorschlag? Jeder, der in irgendeiner Form Bedürftigkeit anmeldet oder eine künstlerische Neigung in sich verspürt, wird vom Staat unterstützt?
Erstens, warum eigentlich nicht. (Die Frage ist ernstgemeint.)
Und zweitens, Menschen, die BWL studieren um ein erfolgreicher Versicherungsmakler zu werden, werden ja auch vom Staat unterstützt.
Erst bezahlt der Steuerzahler ihnen ein Studium für 100k, dann bekommen sie einen KfW Kredit für 500k und setzen ihn in den Sand. Dann bastelt der Staat ihnen VWL, Riester und Rürup-Produkte und bewirbt diese sogar für sie, damit sie selbst ein überdruchschnittliches Einkommen mit ihrer weitesgehend sinnlosen Tätigkeit als Versicherungsmakler "verdienen" - ohne auch nur einen einzigen Euro selbst investiert oder mal eine halbe Stunde geschwitzt zu haben.
Jetzt vergleich das mal gegen die 700 Euro brutto, die der kleine 110 vom Amt bekommt, und für die er bis vor kurzen als Gegenleistung in Vollzeit soziale Arbeit ohne Auftrag gemacht hat.
Oder mit der alleinerziehenden Mutter von 5 Kindern.
Was den Steuerzahler wohl billiger kommt? Wovon er wohl mehr hat, weil er auch etwas zurückbekommt?
Drittens... warum arbeitet ein Komponist in Vollzeit als Versicherungsmakler? Braucht man das, um leben zu können? Um leben zu können muss msn das doch höchstens halbtags machen.
Wer das also tut, der macht das um mit dem Sportwagen in den Urlaub zu fahren, und nicht weil er das braucht um zu komponieren oder zu malen.
Oder muss vor eine Kommission, um seine Kunst zu präsentieren? Dann schreien auch einige, dass das ungerecht wäre.
Nun, um aufs irische Modell zurückzukommen, dabei geht es ja um Menschen, die durchaus ihre Kunst zum Erwerbszwecke ausüben.
Ungeachtet meiner Kritik daran ist das doch ein gesunder Kompromiss zwischen beiden Welten.
Kunst vom Fließband, die sich nur noch aufgrund von geschicktem Marketing durchsetzt, so wie wir das z.B. bei Populärmusik haben, braucht doch niemand.
Aber das können Leute, die diese Trugbilder von "verkauft sich gut = also ist es gut" oder "diese Arbeit wird bezahlt, also ist sie mehr wert als andere Arbeit" pflegen, natürlich nicht verstehen, da müssten wir erst mal 3 Wochen darüber streiten, was Wirtschaft eigentlich ist und wer bestimmen soll, wie gearbeitet wird.
In meinen Augen gibt es keine Lösung, die alle gleichermaßen berücksichtigt und nicht eine Seite zugunsten einer anderen benachteiligt. Das gäbe es tatsächlich nur, wenn kein Mensch mehr für Brot und Unterkunft arbeiten gehen müsste.
Ja, dann lass uns das doch machen.
Ein BGE führt auch ganz automatisch dazu, dass der Reiche und der Arme sich dafür nicht gegenseitig beneiden müssen, denn das bekommen ja alle. :)