Neu

Kunst und Finanzierung

Das hat jetzt nicht direkt mit Synthesizern zu tun, aber irgendwie dann doch.


 
  • :(
  • Daumen hoch
  • Hmm
M.i.a.u.: ☻♥♫., Audiohead, Moogulator und eine weitere Person
  • #91
Kunst ist genauso eine ehrenwerte Arbeit wie andere Tätigkeiten auch. Es gibt aber auch keinen Anspruch darauf, dass jeder Kunst machen kann und ihn die Gesellschaft dafür finanziell unterstützt.

Ich bin für Kunstförderung. Da es sich um Steuergelder handelt, muss man akzeptieren, dass es dafür einen Auswahlprozess und kein Grundrecht auf Förderung gibt.

Das ist doch erst der Anfang. Momentan erleben wir eine Entwertung hauptsächlich in der Kreativ-Branche. Und die Menschen wehren sich zu Recht dagegen. Aber in dem Maße, in dem die Fähigkeiten von KI verbessert und der Grad an Automatisierung gesteigert werden, wird es immer mehr Menschen treffen. Das geht bereits überall los, nicht nur in der Kreativ-Branche. Es ist bereits ein generelles Problem.

Man kann auch sagen, dass das Konzept Erwerbsarbeit früher oder später kollabieren wird. Das werden wir in den nächsten 10-15 Jahren erleben, fürchte ich.

Da helfen dann auch keine Förderungen mehr. Förderungen behandeln ja nur sie Symptome und nicht die Ursachen. Früher war das vielleicht noch eine Lösung, aber da betraf es auch immer nur einzelne Branchen. In einer auf Konsum basierenden Gesellschaftsform ist es aber schwierig, wenn keine Konsumenten mehr da sind. Was kommt dann?
 
  • #92
Auch ich bin dafür, dass wir uns als Menschheit, als Wesen, als Bürger oder gern auch als Deutsche, Kölner, Düsseldorfer, etc. künstlerisch ausdrücken, diese Kunst auch statt findet. Dazu braucht man Räume, Reserven, Offenheiten.

Das, was hier ein bisschen mitschwingt, scheint so etwas wie Almosen-Wunsch mit ungleichen Mitteln zu sein.
Empfehle aber dennoch, dass alles was uns über das reine Ansagen von Meinungen und das Weltliche hinaus noch bewegt unbedingt an uns heran zu lassen. Wenn wir nur ersteres währen, werden wir zu Reagierern, zu reinen Funktionspersonen. Das sind wir aber nicht.

Und es gibt viele gute Wege, diese Idee direkt oder indirekt zu unterstützen. Damit sind keine Millarden gemeint, so man das denn unbedingt in Geld messen möchte.

Ich sehe, dass immer mehr Leute so zuhause rumeiern, Irgendwelche Sachen gucken, sich ggf. noch in irgendwelchen Kommentaren von Zeitungen echauffieren - aber leben sie? Ist das das, was wir wollen? Wie wir wirklich weiter kommen?
Es braucht etwas, was uns innehalten lässt, uns etwas gibt oder uns inspiriert. Es gibt viele Wege, wovon ich sicher auch noch lange nicht alle kenne oder genannt habe.

Deshalb muss es und sollte es das geben und nicht im Kampf mit "was ist denn mit Kindergärten" oder "die Bahn kommt nicht pünktlich oder überhaupt" bis hin zu "der Merz hat…"
Mir würde auch gefallen, nicht alles so aufzurechnen, was nicht bedeutet, dass man naiv ist.

Die Kultur sollte allerdings nicht nach einer Art Aufhänger "was mit Frauen, was mit …" haben, die Dokumenta ist total verkommen zu so "Betroffenheitskunst" und unfassbar langweilig-politisch. Wir laden nur noch Frauen aus dem Südbulgarischen Kreis ein, die die Erfahrung der XXung und der YYisierung gemacht haben. Irgendwas mit Syrien und so weiter - Modekunst.

Dazu natürlich irgendein Geschrei um irgendwas mit Gaza, Israel (you name it) - Kunst sollte frei sein, auch frei von "Moden" - sie darf AUCH solche Themen haben.


Und wem das zu einseitig sein soll, dass irgendwie in jedem neuen Film 2 Leute sich zu irgendeiner Sexualität/Identitätspolitik bekennen und alle Farben haben, auch wenn es überhaupt nicht wichtig ist - dann kann man das sicher verstehen, wenn es einfach nur mal vorkommt, weil es nicht so organisiert ist und nicht vorkommt, weil die Story es nicht benötigt.
StarTrek wäre ein Beispiel - oder irgendeine Serie.

Ob das jetzt eher Handwerk oder Kunst ist lasse ich gern offen, mir ist da einiges zu wenig "Kunst", es geht um die Gunst der Seher, und das ist auch nicht nur gut, mehr Mut andere Macharten und Themen zu nehmen und offen zu sein. Nicht nur an Einspielgelder denken und so weiter.

Das wünsche ich mir von der Welt.
Ich würde auch politisch hoffen, dass die Protagonisten da offen für sind und damit fördern sie am Ende die Offenheit und Freiheit, Vielfalt und so weiter viel besser als so überzwungen, wie manches aktuell.


Vielleicht ist es durchaus schön, dass ein Land wie Irland sich das so leistet.
Ich freue mich für die.
Neid ist langweilig, wenn hier einer schreibt - nehmt doch bitte noch mehr Steuern und so, dann würde ich sagen - nee, kämpft lieber, dass alle es besser haben, ggf. bestimmte Steuern nicht nötig sind und nicht zu viel Bürokratie entwickelt wird, die auch versumpft, nicht zu viel und trotzdem mit Mitgefühl und Empathie. Das schafft der Mensch. Auch heute.

Nicht schwach sein, lieber selbstbewusst und nicht ohnemächtig
Das ist fast ein Appell und Hoffnung an die die da was bewegen können, da ich auch nicht alles darüber weiss.
Aber - ich kann sagen - ich habe schon indirekt Kunstgelder verwenden können zB der Stadt Köln, damit haben wir das LSB TV umsetzen können. Kleine Summen, wir konnten es sonst eh selbst machen und tragen, man braucht da keine Vollfinanzierung, oft reichte ein Raum und für 1-2 Tage Kameras, die wir auch nicht hatten.
Wir sind alle cool genug, was wir haben dafür zu nutzen, um die Kosten klein zu halten und machen unser Ding, so als Macher - und ich gehe davon aus, dass das immer auch eine Lust ist, etwas zu machen, zu "leisten", nicht nur zu nehmen. Aufzutreten etc.

Aber nicht nur die Kommerziellen Hits, nicht nur das große Ding, auch viel und gern ein paar andere Projekte, nicht nur Eliten, nicht nur Bauernkino, alles eben.

Und da finden wir sicher hin,
es geht da nicht um Almosen und Rauswerfen..
Und einen guten Weg finden.

So wie Banken auch mal Risiko machen sollen und ein interessantes Projekt unterstützen sollten, auch wenn es mal schief gehen könnte, aber viel brächte, der Menschheit. Uns, denen, allen.

Danke, wenn das passiert.
 
  • #93
in zwei, drei jahren werden wir genaueres wissen.
Du wirst dann genaueres wissen...wir anderen wissen schon, dass es nicht so sein wird.

Ob Du jetzt 95 % behauptest, oder 50 %, beides ist völlig realitätsfern. Entweder kennst Du gar keine Berufe oder hast einfach eine naive Vorstellung davon.
 
  • Daumen hoch
  • wunderbar
M.i.a.u.: robworld, AndreasKrebs und olutian
  • #94
Wenn KI versteht, was sie tut, dann kann es so kommen. Aber bis jetzt ist KI nur eine bessere Mustererkennung. Oft hilfreich (Hautkrebsdiagnose), oft auch nicht... Im Augenblick ist das ein mehr oder minder hilfreiches Werkzeug, und es mag in Zukunft auch hilfreicher werden (und dabei auch zu Jobverlusten führen), das will ich alles nicht in Abrede stellen, aber dass da in 3 Jahren nichts mehr ist, wie vorher... Nee...

Und warum sollte die KI einen Monatsabschluss und eine Werbekampagne komplett ohne menschliches Zutun machen? Für wen? Wenn keiner mehr arbeitet, gibt es bald auch keine Kunden mehr. Keine Kunden -> keine Verkäufe -> Firma pleite -> KI langweilt sich und popelt in der virtuellen Nase.

Hat der Computer uns nicht auch schon alle Arbeitsplätze weggenommen? Und die Dampfmaschine?
 
  • #96
Wenn KI versteht, was sie tut, dann kann es so kommen
Was kann so kommen? Das seine Behauptung zutrifft?
kommt in ca. 5 jahren so oder so, wenn humanoide roboter 95 % der jobs übernehmen
in 5 Jahren übernehmen humanoide Roboter 95 % der Jobs...LOL

Hier ist auf einmal nur noch von Bürojobs die Rede (was sehr viel realistischer ist, trotzdem werden in 5 Jahren nicht 95 % der Bürojobs wegfallen, das dauert noch ein ganzes Weilchen!)
Deine Nahrungsmittel kommen nicht aus dem Büro. Genauso wie alle Handwerkerdienstleistungen nicht von einem Schreibtisch aus erledigt werden.

nagel mich jetzt nicht an das genaue jahr, oder den genauen prozentsatz fest.
Relativier Deine Aussage doch schnell auf 20 Jahre und deutlich weniger Prozent, dann musst Du keine Angst vor'm Nageln haben.
 
  • Daumen hoch
  • wunderbar
M.i.a.u.: robworld, AndreasKrebs, olutian und eine weitere Person
  • #98
Ich bin da auch eher skeptisch (also bezüglich dieser Aussage von dem Manager in 18 Monate keine Bürojobs usw.). Ich arbeitete in einem Büro in einem kleinen 30 Mann Unternehmen im Rechtsbereich und wir arbeiten an vielen Stellen mit verschiedenen Bundes-, Landes- und kommunaler Behörden zusammen. Ich stelle hier täglich fest, das selbst einfache Dinge hier technisch auf unserer Seite oder der Seite der Verwaltung NICHT funktionieren, weil Menschen vorsichtig gesagt nicht schlau genug sind, sie anzuwenden bzw. schlechte Entscheidungen getroffen werden, was technische Umsetzung angeht, dass ich kaum glauben kann, dass die Wirtschaft oder die Verwaltung das in so einem kurzen Zeitfenster hinbekommt. Das wird bei Großkonzernen oder Unternehmen im Grenzbereich zwischen groß und mittel vielleicht schneller kommen, aber nicht in der Verwaltung oder kleineren und mittleren Unternehmen. Hier sitzen noch manche Behörden an Bambus Internet Leitungen und in den Büros stapeln sich Aktenberge. Digitalisierung klappt, wenn man genau hinsieht, kaum irgendwo. Zumal es da noch zahlreiche gesetzliche Probleme gibt, ich sage nur Datenschutz. Dass die "Umwandlung" nicht so schnell erfolgen wird, liegt also nicht an der KI (über deren Fähigkeiten bin ich mir im Klaren), sondern am Menschen. In den amerikanischen Werbespots der 50er Jahre ist auch prophezeit worden, dass jede Durchschnittsfamilie in naher Zukunft eines atombetriebenes Automobil in der Garage stehen haben wird. Es kam dann anders.
 
  • Zustimmung
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: ikonoklast, Kick und Cee
  • #99
Nur mal so: wenn 83 Millionen Einwohner jeden Monat 1200€ BGE bekämen, wären das 99,6 Milliarden Euro. Das wären rund 1,2 Billiarden Euro im Jahr - bei Steuereinnahmen von rund 990 Milliarden. Das war es dann wohl mit Bildung und Kultur.

Ich und 1000 andere Leute rechnen das Zeug seit 20 Jahren durch und kommen zu anderen Ergebnissen wie Du.

Zum Beispiel weil wir bei der Berechnung berücksichtigen, dass das BGE ja auch selbst versteuert werden muss, dass die Lebenshaltungkosten sinken könnten, dass mehr Gründungen stattfinden werden und dass die Bildung und die psychische Gesundheit ansteigen werden.

Du hast vergessen, dass die Autoindustrie mit allem, was daran hängt, der größte Arbeitgeber in Deutschland ist.

Man kann nur vergessen, was auch zutrifft.

Der größte Arbeitgeber ist der Carebereich mit 25 Millionen Mitarbeiter, davon die meisten unbezahlt.

Unter den bezahlten ist alleine die Pflege doppelt so personalaintensiv wie die Automobilindustrie.

Die deutsche Automobilindustrie ist einfach nur der Motor des Exportüberschusses, ergo davon "leben wir", weil wir dabei auf Kosten anderer leben. Dass das kein sinnvolles System ist wird man aber vermutlich erst merken, wenn die Chinesen das demnächst besser machen als wir und dann diese Rolle innehaben.

Etwas nur zu produzieren, damit man Profite damit machen kann ist genau das, was weg muss.

Wir brauchen Wohnungen, und keine Autos.
 
  • Daumen hoch
  • Zustimmung
M.i.a.u.: Synthesilent, sllk und JanTenner
  • #100
es ging ja um finanzierungen. ich sponsere mit meinem geschäft nicht nur vereine und sportler sondern auch künstler.
(nur ein kleines unternehmen)
aber ich denke, dass das einige machen (würden) wenn sie nur gefragt werden.
kurioser weise bin ich bisher immer auf die künstler zugegangen, vereine sind da aktiver…
..vielleicht fragt ihr einfach mal in eurer umgebung nach?
…oder man macht eine platform dafür - wie kickstarter, nur direkter?
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: _thomas_
  • #101
Wir brauchen Wohnungen, und keine Autos.
+1!
Deutschlandticket war schon mal ein guter Anfang, auch wenn jede zweite Bahn verspätet ist.

Dass KI einen großen Teil der Bürojobs übernehmen wird, das wird Afrika noch vor Deutschland schaffen, siehe Bambusleitungen u.a. Probleme.

Schweden ist wohl immer noch der Pionier im E-Government. Dort wird KI viele Bürojobs-/aufgaben übernehmen können.
In Deutschland habe ich letztes Jahr mein Fahrzeug online abmelden können...WOW!1
 
  • #102
Laut demographischen Wandel brauchen wir keine Wohnungen, wir werden ohnehin weniger.
Fachkräfte Mangel gibt's auch nicht, das erledigt die KI mit Robotern.
Musik macht neuerdings Gemini...
 
  • Gute Idee
M.i.a.u.: Herbie
  • #103
Ich dachte, es geht in dem Thread eigentlich darum, wie man Kunst finanzieren kann und ob staatliche Zuschüsse (also Steuern) dafür immer der richtige Weg ist oder ob auch andere, nichtmonetäre öffentliche Förderung Sinn macht.
Aber:
Etwas nur zu produzieren, damit man Profite damit machen kann ist genau das, was weg muss.
Etwas genau deshalb zu produzieren, damit man (nämlich derjenige, der produziert) Profite damit machen kann, nennt man Marktwirtschaft. Bringt so Dinge wie Wohlstand für alle, höhere Lebenserwartung, Bildung für alle, geringere Kindersterblichkeit, Steuereinnahmen & Co. Mit Letzteren kann der Staat seine Grundaufgaben erledigen, wie z.B. innere & äußere Sicherheit, medizinische Versorgung auch in strukturschwachen Regionen, für alle zugängliche Schulen & Hochschulen, sichere Energie- und Wasserversorgung, Infrastruktur, Verkehrswege, Abfallentsorgung und Klärwerke, Verwaltung dieser Dinge, Subventionen im Kulturbereich...)
Andreas
 
  • Daumen hoch
  • Zustimmung
M.i.a.u.: robworld, Die Iden des Maerz, Jörg und eine weitere Person
  • #104
Übrigens, Theater und Musik bekommen in D weniger Subventionen als die Bauern.

Und Wertschöpfung ist Wertschöpfung, egal ob sie im Kulturbereich stattfindet oder sich aus China-Containern in die Supermarkt-Aktionskisten ergießt. Helene Fischer hätte als Friseurin oder Dachdecker kaum den Umsatz, den sie jetzt hat. Der Kulturbereich in D muss sich bei der Wertschöpfung nicht hinter Masch.bau oder Chemischer Industrie verstecken, wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

Also nicht immer so tun, als wäre Kunst immer brotlos, würde keinen Umsatz machen, sei nutzlos.

--

Wir brauchen einen massiv verschlankten Staat. Der Staat benötigt selbstverständlich Einnahmen für seine primären Aufgaben: Innere (Polizei) und äußere (Militär) Sicherheit, kritische Infrastruktur (Energie, Verkehrswege, Wasser), Gesundheitsversorgung (z.B. Kliniken auch in strukturschwachen Gebieten), Bildung sowie Verwaltung dieser Aufgaben. Der Rest kann eingespart werden.

Das ist doch Stammtisch (und Deine Fettauszeichnung hebt die Seriosität bestimmt nicht...)
Die Staatsfunktionen legen nicht Du oder Leute bei Tichy/Apollo/Nius fest, nein, die ergeben sich aus dem Grundgesetz, in der 70jährigen Ausgestaltung durch Verfassungsgericht, Politik, Staatstheorie.

Der Staat ist fett geworden, weil es ihm an Effizienz mangelt (dumme Leute/schlechte Ausstattung, wie @Braunsen84 oben richtig feststellt), da muss man ansetzen. Macht die Wirtschaft auch, das ist kein 'Staatsproblem'.

Mit "weniger Staat" bekommt man "mehr Netto vom Brutto" (wie es einst Guido Westerwelle gefordert hatte)

Der Staat ist nicht dafür da, Dein Netto vom Brutto zu erhöhen. Sozialversicherungssysteme gibt es seit Bismarck und sie haben nie der wirtschaftlichen Entwicklung geschadet, im Gegenteil. Müssen natürlich ebenso effizient gehalten werden.

Es werden ja z.B. auch unzählige NGOs (die in Wirklichkeit gar nicht so "N" sind) finanziert, die dafür da sind, eine bestimmte Message in die Breite zu tragen.

Verstehe. Da ruft also jemand die Omas an: 'los, geht demonstrieren'. Und hat vorher in der Schweiz angerufen: 'los, gründet euch'. Lächerlich, diese Verschwörbelung...

Es gibt übrigens eine Organisation, die ein Vielfaches mehr an Staatsgeld als alle NGOs aus ihrer 551-Fragen-Liste zusammen bezieht: die CDU/CSU, aus der Parteienfinanzierung... was die Blauen jetzt ja noch mit einem optimierten Amigosystem toppen, har har...
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Modulerche und Braunsen84
  • #105
MOD: kleiner Reminder: bitte bleibt respektvoll und unterlasst gegenseitige Unterstellungen.
Das hier schrammt gerade gefährlich nahe an politischen und daher potentiellen Aufregerthemen (siehe Punkt 17 der Regeln). Daher gilt hier besonders die Maxime der Zurückhaltung und des Wohlwollens. Danke. :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Zustimmung
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: AndreasKrebs und FixedFilter
  • #106
So lange man "Armut" immer nur als relativen Abstand zu einem Durchschnitt betrachtet, wird man nie erkennen, dass moderne, marktwirtschaftlich orientierte Industrienationen sehr viel mehr Wohlstand für alle Bürger liefern, als jemals zuvor. "Wohlstand für alle" heißt doch nicht "alle haben das gleiche Einkommen/Vermögen", das wäre doch völlig absurd. Wer würde sich da noch in irgend einer Weise anstrengen, um "mehr" zu bekommen. Der Punkt ist, dass das pro Kopf-Einkommen in Ländern mit Marktwirtschaft / Kapitalismus deutlich höher ist, als z.B. in sozialistisch regierten Ländern.
Wir drehen uns hier mal wieder im Kreis. Ist ja nicht das erste Mal, dass hier im Forum bei einer Diskussion über Kunstförderung Umverteilungsphantasien geschürt werden. Natürlich geht es nicht in Deutschland allen Menschen gleich gut. Die Tafel und ähnliche Einrichtungen existieren schließlich nicht ohne Grund. Auf der anderen Seite gibt es auch Leute, die von Armut und Ungerechtigkeit faseln, nur weil sie sich nicht das neuste iPhone Max leisten können.
Ich kann dazu nur sagen: der Großteil der Menschen in Deutschland hat ein Dach über dem Kopf, eine saubere Toilette, hat jeden Tag etwas Warmes zu essen und freien Zugang zu Bildung. Das ist schon sehr viel. Damit leben sie sogar besser als so mancher König oder Kaiser der Vergangenheit (von der Zeit Ludwig des 14. ist überliefert, dass teilweise die Likörflaschen in Versailles im Winter zersprangen, weil es so extrem kalt in der Bude war). Aber Demut war noch nie des Menschen Stärke. ;-)
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: robworld und AndreasKrebs
  • #107
Laut demographischen Wandel brauchen wir keine Wohnungen, wir werden ohnehin weniger.
Statistisch hast Du recht. Das Problem liegt wohl eher darin, dass viele Menschen vom Land und den kleinen Städten in die großen Städte ziehen und dort fehlt es dann. Und in den Dörfern stehen große Häuser leer. Dazu kommt, dass es immer mehr Singlehaushalte gibt und damit auch mehr Singlewohnungen benötigt werden.

Fachkräfte Mangel gibt's auch nicht, das erledigt die KI mit Robotern.
Das werden wir sehen.
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: Braunsen84
  • #108
Ob jetzt unbedingt ein Till Schweiger Film von unseren Steuern komplett finanziert werden soll?
Also darüber kann man reden ;)
Ich weiß glaub ich genau, was du meinst, aber völlig unabhängig zu meiner sonstigen Meinung über Til Schweiger möchte ich die kleine Zwischenbemerkung anbringen, dass gerade Til Schweiger meines Wissens zumindest bei erfolgreichen Produktionen die Fördergelder zurückzahlt. Ob das die Regel oder die Ausnahme ist, weiß ich allerdings nicht.
Ansonsten bin ich auch sehr für die Förderung von Kunst durch öffentliche Gelder, würde mir da allerdings eine Pflicht zur Rückzahlung bei Erfolg wünschen. Ob das praktikabel ist oder nicht, und ob dies möglicherweise andere Ungerechtigkeiten nach sich ziehen würde, kann ich mangels tieferer Einsicht allerdings nicht beurteilen.

Vielleicht wäre es eine schöne Sache, wenn grundsätzlich Künstler:innen, die es, ob mit oder ohne öffentliche Fördergelder, nach oben an die ganz dicken Fleischtöpfe geschafft haben, ihrerseits den Nachwuchs fördern würden - selbst auf die Gefahr hin, sich die eigene Konkurrenz aufzubauen (was sich Künstler:innen auf dem pekuniären Level von Taylor Swift und ähnlichen Gutverdienenden wohl ohne Weiteres erlauben können).
Tun vielleicht auch einige, aber da geht mit Sicherheit noch mehr.

Zum Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" kann ich nur wärmstens den Roman "Freiheitsgeld" von Andreas Eschbach empfehlen.
Auch wenn die letzten Seiten geeignet sind, einem für längere Zeit quer im Hals (bzw. im Kopf) zu sitzen...

Schöne Grüße
Bert
 
  • #110
MOD: Einige Beitäge gehen weit weg von Kunst und Kultur Förderung und Hautthema, daher sind die nun ausgelagert. Wir wollen euch nicht abwürgen, inhaltlich - aber - die Idee hier ist schon Kunst und Kultur.
Bitte bleibt hart am Thema und versucht "euch zu verstehen", wenn man gesagt hat - nein, möchte keine Förderung - dann ist das auch ok - aber ggf. kann man Ideen entwickeln bzw. das was oben verlinkt wurde besprechen?

Das könnte interessant sein/bleiben.
 
  • #111
Ich weiß glaub ich genau, was du meinst, aber völlig unabhängig zu meiner sonstigen Meinung über Til Schweiger möchte ich die kleine Zwischenbemerkung anbringen, dass gerade Til Schweiger meines Wissens zumindest bei erfolgreichen Produktionen die Fördergelder zurückzahlt. Ob das die Regel oder die Ausnahme ist, weiß ich allerdings nicht.
Ansonsten bin ich auch sehr für die Förderung von Kunst durch öffentliche Gelder, würde mir da allerdings eine Pflicht zur Rückzahlung bei Erfolg wünschen. Ob das praktikabel ist oder nicht, und ob dies möglicherweise andere Ungerechtigkeiten nach sich ziehen würde, kann ich mangels tieferer Einsicht allerdings nicht beurteilen.

Vielleicht wäre es eine schöne Sache, wenn grundsätzlich Künstler:innen, die es, ob mit oder ohne öffentliche Fördergelder, nach oben an die ganz dicken Fleischtöpfe geschafft haben, ihrerseits den Nachwuchs fördern würden - selbst auf die Gefahr hin, sich die eigene Konkurrenz aufzubauen (was sich Künstler:innen auf dem pekuniären Level von Taylor Swift und ähnlichen Gutverdienenden wohl ohne Weiteres erlauben können).
Tun vielleicht auch einige, aber da geht mit Sicherheit noch mehr.

Zum Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" kann ich nur wärmstens den Roman "Freiheitsgeld" von Andreas Eschbach empfehlen.
Auch wenn die letzten Seiten geeignet sind, einem für längere Zeit quer im Hals (bzw. im Kopf) zu sitzen...

Schöne Grüße
Bert
Ja, ist berechtigt - ich habe kein Problem mit Filmförderung, auch nicht bei so "Komödien" oder einfacher Unterhaltung. Noch lieber wäre mir, wenn das Künstlerische insgesamt weiter kommt - eher zu "ungunsten" von Soaps, ich war hier auch zu pauschal - das darf auch von Herrn S. kommen - wenn es denn später passt - wobei ich hier auch keine wilden Jurys sehen wollen, die entscheiden, was Kunst sei und was nicht.
Aber irgendwie zum Geld rausziehen - muss es Sperren geben, Menschen sind leider so. Daher ist dein Einwand gut, darüber muss man gerade bei Kunst mehr reden als bei zB. Armenunterstütztung, weil da klar it - X hat kein Geld, ist es unter Summe Y? Wird dieser Mensch sonst untergehen? Dann natürlich helfen.

So auch hier - Das Rückzahlen begrüße ich. Es wird wohl gerade bei nicht so kommerziell erfolgreichen aber hochwertigen Inhalten eher schwer sein. Das der Staat oder die KfW etc. als Förderer auch sowas unterstützen, die nicht wie Banken funktionieren - das wäre mir lieb. Finde Andreas' Bitte da vorsichtig umzugehen schon generell richtig, aber nicht pauschal - Kunst ist anders als Autos oder Druckmaschinen. Funktioniert anders und braucht immer ein paar Heimstätten. Politisch wäre: die PV Branche (die haben "sie" ruiniert durch unkluge Änderungen), da hätte man heute noch eine tolle Industrie, aber das ist hier nicht Thema, Kunst und Kultur auf einem guten Level und nicht nur mit Mozart und Bach (ich mag beide, aber es gibt eben auch Neue Musik). DA muss was gehen und nicht nur über Eintritt möglich sein.

Allgemein bei Kunst auch nach einer gute Idee zu unterstützen, wobei "gute Idee" eben in Kunst anders ist als in Produkten- also ist auch das was, worüber wir sehr lang reden könnten und müssen, es wird hier Kriterien und Checks nötig - ohne das das total übertechnokratisch ist. Das wäre der Weg, den wir "im Volk" besprechen. Ich bin sicher, dass in schlechteren Zeiten wenn Leute sogar hungern - das man da weniger Power bei Kunst haben wird. Aber manches ist auch herbeigeredet, da muss man also aufpassen mit "die haben auch Geld für…". Ich bin ja nicht blind, ich brauche keine Blindenhilfen etc.

Also - das passt. Wobei ich auch finde, dass man nicht alles unter Support stellen muss, zB kommerzielle Technoparties des Mainstreams, aber wenn es dann doch klappt, dann wäre das auch denkbar, denn auch "die Normalen" wollen mal tanzen, mir privat wären Konzerte aber wichtiger, Ausstellungen und vieles mehr - die Form sollte aber nicht die Hauptrolle spielen.

Ja, die Maffeis und Swifts - wenn die etwas an ggf. auch kantigeren Angebote abgeben könnten oder die Förderung hier einfach kleiner ausfallen kann zu deren Gunsten - gern. Ich finde, man sollte in der Tat so wenig wie nötig "fördern müssen", dann das zahlen ja "wir" - als Diesel für Trecker, weil denen das zu modern ist - sorry, da geh ich auch nicht mit. Ist aber Politikum und dient nur dem Beispiel. Subventionen abziehen kann aber auch Dinge zusammenfallen lassen, die dann richtig Schaden nehmen - in der Kultur ist das besonders stark - die Clubs und Konzertlocations gegen Corona waren da sehr betroffen und viele der 50-60jährigen Betreiber mussten aufgeben und sind eh schon sehr bereit gewesen sehr weit selbst zu gehen. Das meint auch hier nicht nur die Tanzkultur sondern eben auch das was einfach auch was auslöst, Kunst und Kultur darstellt und fernab von gewünschten Themen einfach da ist, DA hätte ich gern auch mehr Möglichkeiten gewusst. Ich selbst erwarte auch keine großen Unterstützungen außer eben das oben gesagte, was so machbar ist - Ich sag mal - 500€ für einen Raum oder PA oder einfach nur einen Raum empfinde ich bereits als Support. Da schreib ich gern einen dicken Dank auf den Flyer und sag das auch. Weil - oft sind das genau die Zahlen, die dazu führten, dass der ganze Strang auseinander bricht.

Ich weiss nicht recht, ob ich BGE hier mit rein spielt - ich würde das klar separat besprechen, im FR.
Das hat ganz andere Gedanken, die sehr viel Ablenkung vom Kunst-Thema wären.
 
  • #112
Noch ein anderer Vorschlag: Ich habe den Eindruck (kann täuschen!), dass heute an den Schulen weniger Fachlehrkräfte für Musik- und Kunstunterricht zur Verfügung stehen und damit Umfang und Qualität der musischen Schulbildung leiden, etwa im Vergleich zu den 1970er und 1980er Jahren. Ich halte das für einen sehr wichtigen Hebel im Hinblick auf die Förderung von Kunst und Musik:
  • Eine solide schulische Ausbildung in diesen Fächern ist - neben privatem Unterricht usw. - ein wichtiger Baustein, um kompetente und kreative Künstler hervorzubringen: Es lenkt die Aufmerksamkeit auf die Fächer und wer in dem Alter schon eine Begabung zeigt, wird das vielleicht später vertiefen.
  • Ebenso schafft man kompetentere Konsumenten von Musik und Kunst, die sich - hoffentlich - später nicht mehr so leicht mit trivialem "Einheitsbrei" abspeisen lassen, sondern Qualität und durchaus Herausforderungen erwarten und dafür auch Geld ausgeben werden. Das ist aber genau der Sektor, um den es hier geht: Anspruchsvolles, das derzeit zu sehr Nische ist, um sich kommerziell selbst zu tragen. Wir würden ja jetzt nicht unbedingt eine Petition unterschreiben, damit Helene Fischer staatliche Fördergelder bekommt, sondern eher eine, dass vielleicht der Herr Moogulator etc. etwas bekommen.
  • Heißt jetzt nicht, dass durch ein bisserl mehr Kunstunterricht die Avantgarde-Künstler plötzlich mit güldenen Halsketten herumlaufen werden und im Porsche vorfahren. Aber es ist ein Baustein, der für etwas mehr Kompetenz in der breiten Masse sorgen würde, die anteilsmäßig eher den wagemutigen und einfallsreichen Künstlern zugute käme.
Zugleich muss (weiter) nachgedacht werden, wie man heute aus seiner Kunst wieder Profit erzeugen kann. Bringen Verwertungsgesellschaften noch irgendjemandem (abseits der leichtverdaulichen Massenproduktion) etwas? "Plattenverkäufe" und Ähnliches? Eher nicht? Was ist mit Konzerten? Was braucht es wirklich? Was fehlt? Ich bin ehrlicherweise nicht wirklich überzeugt vom "werfen wir einfach Geld drauf" - Ansatz (auch wenn der in einzelnen Fällen sinnvoll sein mag), sondern eher: Was muss geschehen, damit sich ein Künstler von seinem Produkt ernähren kann und Gewinn erzielt (der hat ja auch oft ganz ordentliche Ausgaben).

Andreas
 
  • #113
Das klingt fast nach einer staatlichen Art von Label/Vertrieb im Sinne von Spotify bis Tidal, oder?! Und das ideal noch über Musik hinaus, denn Kunst ist ja deutlich größer. Aber Künstler die davon leben sollen weg? Oder geht das nur, wenn die sich gut verkaufen - und wie sollte das gehen?

Ich bin da mal etwas forsch: "Ich stell nur Fragen":

Schule ist aber auch ein Raum der Angst. Ich hätte dort sicher ungern das entwickelt, was ich als Musiker tat. Na, ich hatte sogar ein Referat über Synthesizer gehalten ;)
Aber hat ja nichts mit mir zu tun.

Finde, dass das zu nah an dem ist, was eher abturned. Ich muss leider sagen, dass unsere Musik da so gar nicht statt fanden. Und daher ist das für Kunst wirklich offen? Ich denke nicht. Das Fach Kunst ist meist eher eine ganz andere Ecke mit Klassendruck und ähnlichem - da werden viele nicht ehrlich sein oder sich nicht trauen.

Ich glaube nicht, dass mit gut gebildetem Schulmusikwissen Kunst ohne jede Förderung und Unterstützung (so würde ich es eher nennen) leben kann.
Mir geht es nicht um "mich" als Musiker - aber allein das, was ich gerade noch hören und sehen kann verschwindet immer mehr, die meisten kämpfen hart. Ich glaube auch nicht, dass "Neue Musik" mehr gehört würde und weniger Trash - wobei es auch ok ist, dass es sowas gibt.

Vielmehr dürfte die starke direkte und indirekte Förderung auch eine Rolle spielen - in den Medien kommen oft nur diese vor, ständig wird von Swifties gesprochen - es wird also auch stark gepusht von faktisch allen und das wird auch so übernommen. Nichts gegen Frau Swift, wenn sie Fans hat, soll sie die auch gern haben.

Nicht nur, dass mit etwas Unterricht beim Schul-Bob.Ross-Mal Fest jetzt wirklich das was Künstler bisher gemacht haben wirklich vorkommt oder bekannt ist und man zB über das WDR Studio für Elektronische Musik spricht und hört? Ich zweifele das sehr an, dass das passieren wird.
Zudem gibt es auch aktuelle Jugendmusik, die hier und da auch statt fand.

Gegen bessere und vielfältigere Wissenvermittlung habe ich aber nichts, ebenso über Medienumgang und Lernen, damit umzugehen, was ja fast immer besprochen wird.

Ob das mit dem Profit passt, wenn die meisten Gelder von Apple und Co eingesammelt werden oder auch da keine echten Alternativen sind? Staatliches Musikanbieten mit Last-FM artiger neutraler Oberfläche ohne Hype? Sowas?
Aber es wird nicht Geld drauf geworfen - nicht jeder bekommt Förderung. Das ist klar, da gibt es einiges an Formularen und Bewilligungen, ist dir bekannt wie das funktionierte? Heute funktioniert es meist nicht mehr so sehr, das fährt gerade zurück - also müsstest du damit eigentlich ganz froh sein. Aber es ist ersatzlos, also das wäre eine politische Beschwerde, ich sehe nicht, dass das was passiert wirklich in diesem Sinne funktioniert - es wäre eine Frechheit, wenn das wofür man Steuern zahlt nicht für Brücken und Co ausgegeben wird sondern für irgendwas und so sollte das auch nicht anders laufen. Es gibt da viele Konzepte zu allem und ich bin sicher, dass jeder irgendeine Meinung zu zB Sinn von diesem oder jenem hat.

Aber wenn es eng wird, würde ich eher hoffen, dass klar wird, wo was hin läuft und wo es nicht hin laufen sollte.
 
  • #114
Wir drehen uns hier mal wieder im Kreis. Ist ja nicht das erste Mal, dass hier im Forum bei einer Diskussion über Kunstförderung Umverteilungsphantasien geschürt werden.

jeder, der für mehr - oder auch für weniger - kunstförderung ist, phantasiert über umverteilung.

und wie will man auch eine diskussion über die förderung von A führen ohne die förderung von B dabei zu betrachten; das ergibt ja keinen sinn, weil diese beiden dinge untrennbar miteinander zusammenhängen.
gebietskörperschaften und ministerien haben immer ein budget und können das nicht zwei mal ausgeben. das gilt mit einschränkungen für eine private investition und/oder spende letztlich auch.

wenn jetzt die moderation das thema "finanzierung" in einen dritten thread auslagert, dann bleibt vom hiesigen thema "kunst und finanzierung" nur noch "kunst und" übrig.

zu "kunst und" habe ich leider nichts zu sagen.
 
  • #115
@Moogulator Zuallererst: Schule sollte niemals ein "Raum der Angst" sein (auch wenn sie das leider wohl allzu oft ist). Damit geht es wahrscheinlich los mit dem, was notwendig wäre. Hat so etwas wie Angst / Minderwertigkeitsgefühle / "klein" sein irgendwer z.B. bei Youtube-Videos von Sabine Hossenfelder oder Prof. Ganteför? (Willkürliche Beispiele, gewählt wegen der durchaus komplexen Inhalte!) Eher nein. Die sind unterhaltsam und spannend. Dort hin muss sich Schule entwickeln (rein didaktisch gesehen, bitte Politik mal rauslassen, auch wenn es schwer fällt).
Das Einsammeln der Profite durch die großen Plattformbetreiber ist durchaus ein Punkt, an dem man ansetzen könnte. Nicht, dass der Staat so etwas stattdessen selbst anbieten sollte (wäre eine bürokratische Katastrophe, die erst 2097 online gehen würde). Aber WARUM gibt es hier Quasi-Monopole wie Apple? Nutzen die vielleicht irgend eine der trölf Zillionen Regelungen aus? Dann weg damit! (Bin hier aber fachlich echt nicht bewandert. Aus meiner Erfahrung entstehen Monopole oft dann, wenn es irgend einen Faktor gibt, der das Heranwachsen einer kleinen, aber clever agierenden Konkurrenz verhindert.)

Andreas
 
  • Gute Idee
M.i.a.u.: Moogulator
  • #116
Sollte nicht - stimmt - ist es aber. Ich fühlte mich da nicht so richtig offen und frei - ich war jung, konnte mit vielem eher nicht umgehen und Musik war viel zu intim und persönlich, um das so rauszuhauen, Kunst insgesamt noch mehr - stell dir vor, du entwickelst etwas für dich - mit jungen Jahren ist das anders als wenn man etwas stabiler ist und erwachsen - das ganze gegenseitige Gegeneinander ist doch heute deutlich stärker.

Kann ja auch nur ich sein und viele, die ich so kenne, und damals war es sicher eher besser als heute.

Diese Youtuber sind natürlich experienced, die halten mehr aus als man so mit 14 oder so ist, wenn man einen total anderen Geschmack und Ideen hat. Kann sein, muss nicht. Ich bin natürlich nicht gegen Musik und Bildung - also nicht falsch verstehen - sollte das also nicht zu sehr auf eigene Emotionen austesten - aber ich würde sagen - da ist das alles nicht so optimal - weil Schule ist alle-gegen-alle.

Die Basics über Kunst beibringen hingegen - das geht sicher - was ist Expressionismus? Wie erkenne ich Bach und was ist anders bei zB Mozart? Wie klingt Skinny Puppy gegenüber Enya, FM Synthese, das Nyquist Theorem, Beuys, Caspar David Friedrich - ich sag nur mal ein bisschen was- und dann eben Bob Ross - Maltechniken für erste Baumbilder, die nicht aussehen wie Strichmännchen - es gibt viel zu tun, Perspektiven, Fluchtpunkt, Farbenlehre, Modelle bis Architektur, Mies von der Rohe bis Bauhaus.

Die Politik hab ich nicht eingebracht, bin da gern dabei - wie kann man das schaffen, dass nach den Kindern dann auch echte Kunst gemacht wird, denn nicht jeder kann sofort Zeichnen, Musik machen, versteht Sounds, Harmonielehre und alle Stile. Da geht es oft mal gerade um Instrumente-heraushören - da geht viel viel mehr.
Ja - finde ich auch wertvoll, wenn es mehr wäre - bis hin zu Banksy, wie klingt New Wave und was war da geschichtlich dahinter bis zu mittelalter von Bildern bis Sounds bis Skulpturen und Ideen von verrückten bis sehr grundlegenden Klassikern. Also auch Dürer, aber nicht nur!! Das ist ja auch eine Krititk.

Lass uns Schulen haben, die Leuten mehr Eigenmut, Machen und Selbständigkeit zeigt, nicht nur Bewerbung senden und Kunst ist Käse für's Hobby.

Ich will auch Orchester haben, echte gute Musiker - wie es sie aktuell auch gibt.
Auch Elektronik - zeitgenössisch wie abgefahren bis klassisch. Stockhausen, Depeche Mode und Ikeda, so kurz gesagt.

Und um das alles zu entwickeln und zu wissen, da wäre das nächste Präsentation, bringen und umsetzen, nicht nur hoffen, dass es irgendwie passiert - es passiert nicht ;)

Da wäre das positive, was heute geht, es gibt Youtube und Co - und eben auch offene Netze, sowas wäre schön, wenn davon mehr da wäre. Ich bin froh, dass ich von allein Kommunikation, frei sprechen und sowas gemacht habe - in der Schule hab ich das nicht gelernt. Das ging nur selbst.

Man kann nicht alles da bei bringen, aber es gibt Basics und sicher auch ein bisschen mehr. Aber es gibt eben Grenzen - und Kinder - nunja, die wollen ja auch nicht immer, wenn Opa seinen alten Scheiß zeigt ;)

Daher ist Depeche Mode und so natürlich auch nur Symbol. Heute gibt es natürlich mehr und anderes und neueres.
Nur eben nicht nur Euklidische Techno-Sequenzen als höchte Form ;)

ich spucke das jetzt mal so aus - ich würde aber dafür sorgen, dass Leute sich entwickeln können und lernen wie man da hin kommt - nicht nur alles bereit legen, es kann sein, dass man all das oder Teile davon anders findet.


Es geht schon noch so, dass wir ja nicht nur Musik sind - Die Kunst wird morphen, Musik ist Teil von etwas, und etwas hat Musik in sich. Heute geht alles - und einige gute Acts nutzen das, Künstler bauen etwas und so weiter..

Stimme dir zu - dass das staatlich wohl nicht klappt mit dem "Label" und "Vertrieb", aber eine Art dezentraler Schirm, der weltweit und offen ist und der sich nicht bereichert, das wäre schon ein Anfang, und die dicken Firmen dürfen da was raus holen, aber mit den Rechten und Kosten, die da eingestellt werden.

Das gilt natürlich auch für alle anderen Kunstformen, Musik und Skulpturen sind nicht das einzige was geht.

Wir hatten das hier und da mal angesprochen - aber eine Firma vertraue ich auch nicht - wir müssten mal über Gemeinnützigkeit reden - die du weiter oben ja ablehntest.
Das ist schon bei sowas ziemlich sinnvoll - Firmen und Staaten sollten da nur für Zugang sorgen, gleichberechtigt.
Da wäre immer mal ein neues Element.

Bilder und Fotographie, 3D Kunst und Strukturen - da wäre eine Chance für vieles - aber es sollte auch kein räudiger "Alles Laden" sein, der viele ja auch dazu bringen kann, dass das alles selbstverständlich ist. Aber es könnte das unfaire Zeug aktuell entzerren - und man kann selbst justieren, was wie gehandhabt wird.

DRM und Co - sind aber empfindliches Sachen.
 
  • #117
Wie Freundin, eine Frau Dr. einer obskuren Fachrichtung, mal so schön sagte:
Im Studium lernst du hauptsächlich, wie du welche Töpfe anzapfen kannst um weiter in deinem gewählten Fach zu arbeiten und zu überleben, ohne Kellnern gehen zu müssen.

Hier jemand den ich in den 90ern kurz kennengelernt habe, als er gerade in Baldham im Studio gearbeitet hat... so geht das.

Musikwissenschaften, dann Klavier- und Kompositionsstudium, dann Studium für Filmkomposition in München und Job bei Faltermeyer... Abschluss...
Leute kennelernen, Netzwerken, Beziehungen schaffen... das dauert.
Ich erkenne die Tendenz das alles abkürzen zu wollen und sich dann zu wundern wenns nix wird.
Nach dem Motto "Youtube wirds schon richten".
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: AndreasKrebs
  • #118
Wir hatten das hier und da mal angesprochen - aber eine Firma vertraue ich auch nicht - wir müssten mal über Gemeinnützigkeit reden - die du weiter oben ja ablehntest.
Das ist schon bei sowas ziemlich sinnvoll - Firmen und Staaten sollten da nur für Zugang sorgen, gleichberechtigt.
Da wäre immer mal ein neues Elenent.
Bei Gemeinnützigkeit bin ich immer skeptisch, besonders wenn sich das Thema jenseits des "sozialen Bereichs" bewegt.

  1. So etwas zieht, vorsichtig formuliert, nicht unbedingt Leute an, die das Zeug dazu haben, gegen einen globalen Quasi-Monopolisten anzutreten.
  2. Die Ursachen für das Monopol werden nicht beseitigt.
  3. Bei staatsfinanzierten Gebilden besteht immer das Risiko, dass die Finanzierung aus politischen Gründen auf Eis gelegt wird. Dazu kommt noch eine mögliche Einflussnahme durch die Geldgeber.
Es ist ja rein gar nichts Verwerfliches, wenn eine Plattform (gut) mitverdient. Es sollte halt für den Musiker noch genug übrig bleiben.
Andreas
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Moogulator und JanTenner
  • #119
Noch ein anderer Vorschlag: Ich habe den Eindruck (kann täuschen!), dass heute an den Schulen weniger Fachlehrkräfte für Musik- und Kunstunterricht zur Verfügung stehen und damit Umfang und Qualität der musischen Schulbildung leiden, etwa im Vergleich zu den 1970er und 1980er Jahren. Ich halte das für einen sehr wichtigen Hebel im Hinblick auf die Förderung von Kunst und Musik:
Bei uns sah das in in den frühen 70ern in der 6. oder 7. Klasse so aus, dass unsere Lehrerin reinkam, ein Tonband aufbaute und während sie was las oder irgendwas korrigierte, erklärte der auf Tape koservierte Yehudi Menuhin uns kleinen Boomerchen die Musikinstrumente. Wir lauschten dem Meister andächtig und protokollierten fleißig mit, auf dass wir den Unterschied von Cello und Oboe auch bitte verinnerlichen mögen.

Ja, Instrumentenkunde gehört sicher auch dazu, aber es ist doch bezeichnend, dass ich mich eigentlich nur an diese Frechheit (die den Namen "Unterricht" wohl kaum verdient) erinnern kann.

Weiterhin fiel der Unterricht jahrelang aus, in der 8. oder 9. ist meine einzige Erinnerung, dass ich auf einem hohlen Orff'schen Holzblock Plock-Plock-Plock machen musste. Ach ja: der Lehrer hat uns Switched on Bach vorgespielt. Was da aber dahinter steckt, das wurde nicht erklärt und so konnte es auch niemand würdigen.

In der Oberstufe gab es Musik als Wahlfach, ich erinnere mich daran, dass die Leute da über Dominanten und sus-Akkorde sprachen, da wurde also schon mehr gemacht. Ich hatte aber nicht teilgenommen, da ich weder Gitarre noch Klavier zu Hause hatte (nur die obligatorische Blockflöte) - was keine guten Voraussetzungen sind, quasi Schwimmunterricht auf dem trockenen - und mir daher der Draht dazu dann komplett gefehlt hat. Meine Schwerpunkte lagen da eher auf Mathe und Physik. Interesse an Musik machen gab es dazu dann auch nicht mehr, das kam bei mir erst viel später.

Früher war nicht alles besser. Manches war sogar echt Scheisse!!! :opa:
 
  • #120
Bei uns sah das in in den frühen 70ern in der 6. oder 7. Klasse so aus
es gab vermutlich größere Unterschiede - bei mir (frühe 80er - Anfang 90er) gab es
- sog. "Klassenorchester"
- zwei Bigbands
- mehrere Chöre
- Studioraum mit Regie
- Lehrer, die auch mal ihr privates 4-Spur Aufnahmegerät an Schüler verliehen haben

im Bereich Kunst sah es ähnlich aus: wir hatten diverse Workshops, auch für abstrakten/modernen Kram, Film- und Videoprojekte etc.

Kann mich da nachträglich nicht beschweren, aber es ist klar, dass das sicher nicht auf viele Schulen so zutraf/zutrifft.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Zustimmung
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: AndreasKrebs und betadecay

Zurück
Oben