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Kunst und Finanzierung

Das hat jetzt nicht direkt mit Synthesizern zu tun, aber irgendwie dann doch.


 
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M.i.a.u.: ☻♥♫., Audiohead, Moogulator und eine weitere Person
  • #121
@Scenturio : damals hieß die Schule "mathematisch-naturwissenschaftlich-neusprachliches Gymnasium".

Was nicht heißt, dass alles andere da zu kurz kam: wirklich Spaß hatte ich in der Oberstufe an den Kursen zu Kubismus und Surrealismus. Grade letzteres war genau meines.

Und der Mathe-Leistungskurs war so gediegen, dass ich an der Uni die 2 Semester "Mathematik für Naturwissenschaftler" nahezu mit Schulwissen abfrühstücken konnte, da gab es nur wenig wirklich neues für mich. Wir hatten an der Schule sogar Analysis mit komplexen Zahlen gemacht. Da konnte ich auf sehr vieles aufbauen.

Abi war 1980, da war die Schule auch komplett fertig (Beginn des Neubaus Mitte der 70er, es wurden Schulen für die vielen Boomer benötigt). Anlässlich des 20jährigen Jubiläums gab es 2000 ein großes Fest mit den ehemaligen, ein alter Lehrer hat uns im Schulgelände herumgeführt und demonstriert, wie man mit dem Finger einen morschen Fensterrahmen zerbohren kann. Der zu meiner Zeit völlig neue Hörsaal war da schon wegen Baufälligkeit gesperrt.

Und das war in Hamburg, nicht irgendwo in der strukturschwachen Provinz.

Mittlerweile hat sich der Laden neu orientiert und einen starken musischen Schwerpunkt: https://gymei.hamburg.de/musik

Offenbar hat sich in den letzten 25 Jahren aber doch was getan. Wenn ich die Entwicklung von 1980 bis 2000 extrapoliere, müsste die Schule heute unter "lost places" laufen, das tut sie augenscheinlich nicht ;-)

 
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M.i.a.u.: Scenturio
  • #122
Ich habe im Gym auch den naturwissenschaftlichen Zweig mit + Mathe + Chemie + Physik besucht.
Wird heute nicht mehr angeboten.
Musik, Sport und irgendwas mit Mode....
 
  • #123
damals hieß die Schule "mathematisch-naturwissenschaftlich-neusprachliches Gymnasium".
ok, das scheint dann schon eine etwas andere Ausrichtung gewesen zu sein als bei uns ...

Und der Mathe-Leistungskurs war so gediegen, dass ich an der Uni die 2 Semester "Mathematik für Naturwissenschaftler" nahezu mit Schulwissen abfrühstücken konnte
... ich habe es woanders schon geschrieben: Ich konnte Mathe sogar nach Stufe 12 abwählen - yolo (hatte später trotzdem keine Probleme mit Analysis I-III).

Und das war in Hamburg
dito. Glücklicherweise stabilerer Altbau. :-)
 
  • #124
... ich habe es woanders schon geschrieben: Ich konnte Mathe sogar nach Stufe 12 abwählen - yolo (hatte später trotzdem keine Probleme mit Analysis I-III).
Zu der Zeit hatte ich mich von Chemie getrennt, die Organik war nicht meines. An der Uni (2 Kurse Anorganik-Praktikum für uns Nebenfächler) musste ich mich halt etwas mehr aufs Lernen konzentrieren, hat dann aber auch funktioniert. Im Vordiplom hatte ich überraschenderweise sogar ein "gut". Obwohl ich nach der Klausur mit "nicht bestanden" gerechnet hatte. Da habe ich quasi von der Schulmathematik profitiert, weil ich so mehr Zeit für Chemie hatte.
 
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M.i.a.u.: Scenturio
  • #126
Ich war auch auf dem musischen Zweig.

Die Möglichkeiten in der Schule... Oberbayern. Anfang der 80er.
Es gab ein Klavier, Trompeten und anderes Blech, der Musiklehrer ist grundsätzlich in der Kniebundhose aufgelaufen und hat Jahrelang über Zwiefache und Volksmusik allgemein referiert.
( und ja, ich habe zwei Jahre lang Trompete gespielt... gab ja nix anderes, das Piano hatte meine Grossmutter, weit weg... von der ich dann dort ein wenig gelernt habe )
Das hat sich dann gottseidank irgendwann geändert und ich habe mit Gitarre angefangen was noch am besten funktioniert hat.

Aber ich bin langsam und habe zwei linke Hände, kann auch keine zwei Dinge gleichzeitig ( mein Hirn ist da limitiert, das ist auch das Problem bei Klavier, und bei Orgel mit den Basspedalen erst recht... mit ein Grund warum ich irgendwann bei Synthesizern gelandet bin ) also wurde das mit der manuellen Musik einfach nichts, auch wenn mir immer prinzipiell grosses musikalisches Talent und nahezu absolutes Gehör bescheinigt wurde.... es hätte also nur zum Gesang gereicht, wäre meine Stimme denn über Mittelmaß hinausgewachsen.

Was für mich tatsächlich gut funktioniert hat war Fotografie in der Schule ( mal davon abgesehen dass das damals noch tatsächlich ein unglaublicher Türöffner bei den Mädels war ) , aber rückblickend bin ich heilfroh diesen Weg nicht beruflich eingeschlagen zu haben.
Da ist schon lange passiert was in der Musik noch bevorsteht.

Nein, ich bin nicht 100% glücklich mit IT, aber mit dem Leben das mir mein Job ermöglicht... durchaus.
Ich kann mir alle Instrumente kaufen die ich will, in der Band Spass haben ohne zu irgendwas verpflichtet zu sein...
Auch eine Digitale Spiegelreflex, das Top Modell der Marke, war schon sehr früh drin, und viel Spass damit.
 
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M.i.a.u.: AndreasKrebs und betadecay
  • #127
Bei Gemeinnützigkeit bin ich immer skeptisch, besonders wenn sich das Thema jenseits des "sozialen Bereichs" bewegt.

  1. So etwas zieht, vorsichtig formuliert, nicht unbedingt Leute an, die das Zeug dazu haben, gegen einen globalen Quasi-Monopolisten anzutreten.
  2. Die Ursachen für das Monopol werden nicht beseitigt.
  3. Bei staatsfinanzierten Gebilden besteht immer das Risiko, dass die Finanzierung aus politischen Gründen auf Eis gelegt wird. Dazu kommt noch eine mögliche Einflussnahme durch die Geldgeber.
Es ist ja rein gar nichts Verwerfliches, wenn eine Plattform (gut) mitverdient. Es sollte halt für den Musiker noch genug übrig bleiben.
Andreas
Ja, das ist imgrunde ähnlich wie meine Befürchtung über Jurys mit Vorlieben, siehe Rock Hall of Fame, ginge es nach denen, gäbe es gar keine Elektronik-Musik. Naja, als Fläche ja, aber nicht substanziell. Es gibt auch in der klassischen Ecke (ich kürze das mal ab, natürlich gibt es da jede Menge mehr als die Wiener Klassiker) ähnliche Diskussionen ob man nun Schumann Lieder, Bach, Mozart, Beethoven spielt oder eben auch ganz andere Sachen. Moden kommen dazu, früher war's immer Telemann, als ich jung war. Aber super Name. Klingt so elektronisch ;)
Aber - die Opern zu spielen ist eben Massengeschmack und so wie wenn man bei Synths nur Jupiter 8 und 303 kennen würde, musikalisch finde ich Depeche Mode und Kraftwerk auch viel zu wenig, das sind die Eckpfeiler.

Anders gesagt - natürlich müssten wir sehen, dass man damit innovation, interessante Sachen, alles von allem bedienen kann, es darf auch mal "simpel" sein, ich würde das nicht kategorisch machen aber ausgewogener als aktuell. Dazu gibt es natürlich mal hier und da mehr Mode und dort muss man wirklich werben (und das kostet auch). Und wenn das da ist - bin ich im Zweifel eher für das Kurzfilmfestival als für den Blockbuster-Beweihräucherungsplan, so wie die Rock Hall of Fame, die wirklich genau das zu sein scheint. Das braucht keine Förderung. Die feiern sich schon selbst.

Ich bin schon Freund des Gemeinwohls im Sinne von verantwortlich - dh - wenn du weisst, dass dein Strom nicht nur aus der Steckdose kommt oder der Müll irgendwo hin geht, dann lernst du ggf. PV oder Kompost zu nutzen, was alles dann kein Müll würde. Sehr einfach ausgedrückt - wenn sich Leute zusammentun für Kunst, dann ist das super - auch ein Volksfest muss drin sein, nicht jeder ist akademisch, hochbegabt, leider mag ich sehr viel solche Musik - aber das ist mein Problem - dennoch - ist eben auch Platz für das andere. Aber nur Ralf Siegel oder Raab geht halt nicht, wirklich gar nicht.

Einen ESC würde ich zB eher nicht fördern, so wie ich das sehe, ist das eine vollkommen abgerückte Supermonstershow, nahezu selbstverliebt und ziemlich strange aufgebaut mit sehr vielen Machthabern, die das bestücken, weshalb mich eher sehr freut, dass Sam sich dort zeigen wird. Aber das Ding hat offenbar Geld und Power, die brauchen also keinen Support. Den brauchen andere Sachen, und es sollte unbedingt Stätten geben, wo das geht, und da habe ich auch keine Sorge, wenn da nebenbei noch Leuten erklärt wird, wie man Geräte repariert oder sich in Medien anmeldet und nutzt, die offen, frei und eher gemeinnützlich sind, zB Linux und Fediverse Nutzen und kennenlernen etc. Das ist natürlich noch keine Kunst, das ist bestenfalls eine Hilfe zu Kultur.

Also muss man das trennen. Und das so hin bekommen, dass eben die die sich tragen auch wieder zurück geben können. Und das da nicht nur Schrott ist oder in manchen Sendern gibt es diese offenen Kanäle, da muss jetzt auch nicht irgendwas laufen, was nur noch irgendeine Folklore laufen lässt, damit sich sehr kleine Gruppen wohlfühlen (dennoch darf das passieren). Es gibt so viele Gruppen, dass man hier einfach sehen muss, dass es offen und gemeinfrei ist. Kunst und Kultur kann also auch Fertigkeiten transportieren oder mal ein Konzert zu lernzwecken supporten.
Aber nicht nur akustisch, auch unbedingt elektronisch und eben nicht so voreingenommen. Hier im Ort gibt's nur Rock, sonst nichts. Ich hab das auch schon kritisiert - ist auch eine eV. also Gewinne werden da auch nicht gemacht.

Das mit den Ursachen für Monopole - bin ich total bei dir!

Politisch - ja, das ist so, deshalb meine Erwähnung der überpolitisierten Documenta. Das wird zunehmend irgendwie sowas wie ein Versuch moralisch korrekt zu sein und Kunst muss das nicht, es kann - aber es sollte nicht müssen. Mach bitte was über…

Es sollten Künste sein, die der Kunst willen da sind, nicht um politisch zu sein, dennoch darf sie das auch. Das würde ich keinesfalls verbannen.

Aber das Problem sind die Entscheider, aber man kann natürlich nicht alles durchwählen lassen, denn dann würden so manche abgefahrenen Sachen auch nicht statt finden, siehe oben. Ich beschreibe es bewusst aufwendig, da ich hier nicht missverstanden werden möchte. Das bestimme auch nicht ich - das sollte eben klar dem Gemeinwohl dienen, was aber nicht heißt, dass es nur Bettlern und Leuten ohne Bildung gefallen darf - hart ausgedrückt. Aber auch nicht nur der akademischen Ecke. Ausgewogen ist nicht leicht, es würde immer kritisiert, es aber zu versuchen wäre bereits eine gute Sache und dafür soll auch Geld und Power, Möglichkeit und Empowerment, wie das so schön heißt, gegeben sein.

Sei es auch nur, dass man mit auf dem Plakat steht, dass man die Location Am Donnerstag mal benutzen kann, wo eh sonst nichts los ist.
Da gibt's viele Wege, die helfen. Auch sehen, dass man das mit wenig Geld und mit ggf. ein paar Leuten die da arbeiten und Lust haben - als Hilfe hat. Das kann echt viel wert sein.

Beispiel - hab mal in einem ehemaligen chin. Restaurant gespeilt, was für gut 1/2 Jahr auf der Kö in Düsseldorf als Kulturraum angeboten wurde. Dadurch konnten Freunde von mir 3 Veranstaltungen machen, die wir selbst gebaut haben, alles - inkl Flyer, verteilen, aufbauen, etc.. Der eV Vermittler hat nur Getränke verkauft, was eh keiner von uns wollte.
Das ist was!! Bin da sehr dankbar für. Das kostete niemanden etwas, der Laden ist jetzt weg, da kommt irgendwas hin, was eben so auf der Kö sonst so ist.
 
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M.i.a.u.: AndreasKrebs
  • #128
Aber - die Opern zu spielen ist eben Massengeschmack und so wie wenn man bei Synths nur Jupiter 8 und 303 kennen würde, musikalisch finde ich Depeche Mode und Kraftwerk auch viel zu wenig, das sind die Eckpfeiler.
Da gibt es den Begriff der ABC-Opern - Aida, La Bohème, Carmen. Geht immer, füllt die Kassen.

Da waren früher die Grenzwellen mit Ecki Stieg eine echte Perle - der hat jede Woche drei Stunden bekommen, und konnte da ohne Werbung machen, was er wollte. Zur Not auch mal 20 Minuten TD oder Brian Eno am Stück - und das im Privatrundfunk (leider holen mich die neuen Grenzwelle bei Radio Hannover gar nicht mehr ab, aber auch da hat er freie Hand).

Aber nicht nur akustisch, auch unbedingt elektronisch und eben nicht so voreingenommen. Hier im Ort gibt's nur Rock, sonst nichts. Ich hab das auch schon kritisiert - ist auch eine eV. also Gewinne werden da auch nicht gemacht.
Da lobe ich mir hier unsere Uni - da gibt es aus dem Institut für Neue Musik den neuesten heißen Scheiß, elektronisch oder akustisch, ebenso wie barocke Streichermusik von Komponisten, deren Name nur Fachleuten geläufig ist. Und (fast) alles für Umme.

Bei der Neuen Musik habe ich schon abgefahrene Werke für Soloakkordeon gehört, ebenso wie Xenakis (Rebonds A/B), Stücke für Perkussion (mit klappernden Metallketten) oder ein Stück für E-Gitarre, an dem Hendrix seine wahre Freude gehabt hätte.

OK, das ist jetzt Uni, nichts für Leute, die selber Musik machen wollen. Aber trotzdem interessant, da sehr vielseitig.

Politisch - ja, das ist so, deshalb meine Erwähnung der überpolitisierten Documenta. Das wird zunehmend irgendwie sowas wie ein Versuch moralisch korrekt zu sein und Kunst muss das nicht, es kann - aber es sollte nicht müssen. Mach bitte was über…

Es sollten Künste sein, die der Kunst willen da sind, nicht um politisch zu sein, dennoch darf sie das auch. Das würde ich keinesfalls verbannen.
:supi:
 
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M.i.a.u.: AndreasKrebs und Moogulator
  • #129
Ja, das stimmt - in allem.
Diese komische Anti-Elektro Haltung ist ja eigentlich nur langsam geschmolzen und bei Kunst allgemein ist das auch nicht so anders. In den 80ern gab es einiges an Videokunst, aber nicht so sehr bekannt und von jedem "gesehen", da habe auch ich meist eher was in Modern-Art Museen gesehen (reimt sich).
Es muss das Verstaubte auch weg, wir sind auch heute nicht mehr bei Beuys, wir müssen aus Beuys und Messe und so lernen. Und das weiter entwickeln.

Hier sehe ich einen Auftrag an die Menschheit, gern an Deutschland oder die EU - das wir das tun, die Kunst ist, woran wir gemessen werden sollten, ggf. noch an Technik, aber sicher nicht an Süßgetränkemengen und Operetten.

Daher - mehr Möglichkeiten für "sowas" und das stellvertretend für das, was nach dem Synthesizer und der Elektronik kommen mag. Das hat auch mit Performance, mit Inhalten und mit Tiefgang zu tun und das hätte ich durchaus gern - aber nicht mit Gewalt, manches versteckt sich auch - dann muss man das auch suchen, denn Kunst ist auch scheu - man muss manchmal auch etwas hervorholen, danach suchen - nicht nur beauftragen und dann wie eine Art Staatskunst präsentieren, sowas finde ich eher als Verkommen von Kunst. Die muss und darf subversiv, anders und nicht gewöhnlich oder erwartet sein. Sie kann es, muss es aber nicht, aktuell ist sie es mir zu oft.

Ja, klar Stocki hat auch nur nicht Elektronik gemacht, die Konzerte für Klavier und Ringmodulator sind auch nicht schlecht, dh - nur ein Ringmod und 2 Klaviere - Das ist ziemlich interessant, was da raus kommt.

Ich nenne auch gern nochmal die Stromspiesser und Shiny Toys, die sich sehr stark an dieser Art Kunst orientieren und sich nicht immer selbst extrem erst nehmen aber durchaus auch mal. Da gibt es alles und so sollte es weiter gehen.

Kunst als Träger von Ideen.
 
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M.i.a.u.: Randulph
  • #130
Ja, das stimmt - in allem.
Diese komische Anti-Elektro Haltung ist ja eigentlich nur langsam geschmolzen und bei Kunst allgemein ist das auch nicht so anders. In den 80ern gab es einiges an Videokunst, aber nicht so sehr bekannt und von jedem "gesehen", da habe auch ich meist eher was in Modern-Art Museen gesehen (reimt sich).
Es muss das Verstaubte auch weg, wir sind auch heute nicht mehr bei Beuys, wir müssen aus Beuys und Messe und so lernen. Und das weiter entwickeln.

Hier sehe ich einen Auftrag an die Menschheit, gern an Deutschland oder die EU - das wir das tun, die Kunst ist, woran wir gemessen werden sollten, ggf. noch an Technik, aber sicher nicht an Süßgetränkemengen und Operetten.

Daher - mehr Möglichkeiten für "sowas" und das stellvertretend für das, was nach dem Synthesizer und der Elektronik kommen mag. Das hat auch mit Performance, mit Inhalten und mit Tiefgang zu tun und das hätte ich durchaus gern - aber nicht mit Gewalt, manches versteckt sich auch - dann muss man das auch suchen, denn Kunst ist auch scheu - man muss manchmal auch etwas hervorholen, danach suchen - nicht nur beauftragen und dann wie eine Art Staatskunst präsentieren, sowas finde ich eher als Verkommen von Kunst. Die muss und darf subversiv, anders und nicht gewöhnlich oder erwartet sein. Sie kann es, muss es aber nicht, aktuell ist sie es mir zu oft.

Ja, klar Stocki hat auch nur nicht Elektronik gemacht, die Konzerte für Klavier und Ringmodulator sind auch nicht schlecht, dh - nur ein Ringmod und 2 Klaviere - Das ist ziemlich interessant, was da raus kommt.

Ich nenne auch gern nochmal die Stromspiesser und Shiny Toys, die sich sehr stark an dieser Art Kunst orientieren und sich nicht immer selbst extrem erst nehmen aber durchaus auch mal. Da gibt es alles und so sollte es weiter gehen.

Kunst als Träger von Ideen.

Ich glaube ( man mag mich korrigieren, deshalb schreibe ich auch nicht "ich weiss" ) dass das elektronische in der Kunst schon wieder auf dem absteigenden Ast ist.
Natürlich nicht tot, beileibe nicht, aber die Begeisterung ist nicht mehr so da.
Und das wird mit KI sicher nicht besser werden.

Vielmehr ist es jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen und diese Antielektronikhaltung in der U-Musik ist eigentlich nur noch bei den älteren Semestern vorhanden.
 
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M.i.a.u.: Scenturio und Moogulator
  • #131
Das war nie aufsteigend bei der Förderung. Oder Support. Da ging es immer um irgendwas altes, Rock, Oper, you name it.
Aber ich will nicht unfair sein - das sind nur einige Stellen, natürlich haben Städte auch gefördert, wo elektronisches passierte - sogar bei da wo ich selbst spielte. Aber sehr lange war das schon mit Überhang zu Tradiertem.

Natürlich ist das heute Standard, und Kunst hängt nicht primär von den Mitteln ab, aber die Innovation - das ist nicht immer vorn.
Und das könnte man durchaus zu einem der Ideen machen, sowas zu verteilen. Ars Electronica hat eher so einen Ansatz.
Da hatten wir mit unserem Film und Sound für 458nm was präsentieren können - und was ich da sah war schon cool - Da waren auch Leute wie Aphex Twin oder Eliane Radique geehrt und gefedert worden.
Ich prolle nur etwas rum - um zu sagen - es ist nicht total ohne Elektronik - und es gibt sowas auch - aber es war nie mehr sondern "auch" da.
 
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  • #133
Da funktionierte mein TG77 noch.
Aber zurück zu Kunst - wie würdet ihr denn sowas anlegen? Das würde mich interessieren - gäbe es eine Chance, dass wir sowas wie eine "grundlegende Konsens-Idee" hätten?
 
  • #134
Da funktionierte mein TG77 noch.
Aber zurück zu Kunst - wie würdet ihr denn sowas anlegen? Das würde mich interessieren - gäbe es eine Chance, dass wir sowas wie eine "grundlegende Konsens-Idee" hätten?

Es gibt Stfitungen, die Forschung oder Kunst finanzieren... mit anderen Worten... die wollen Geld loswerden. Dadurch überleben Soziologen, Religionswissenschaftler, Künstler.... alles Berufe die finanziell erstmal nix messbares generieren.

Es gibt 3500 Stiftungen, Fonds, privat und Kommunal/staatlich die Kunst fördern.
Wenn du tatsächlich ein Kunstprojekt im Bereich der elektronischen Musik hast, das auch als Kunstprojekt durchgeht, dann kannst du mit einem guten Konzept und dem Wissen wie man mit solchen Leuten spricht durchaus Geld abstauben.
Wie das geht, lernt man im Kunststudium. Nur deswegen können Leute davon leben, Bananen an die Wand zu kleben.

Vielleicht wäre es schon ein Fortschritt dieses Wissen ( das ich übrigens nicht wirklich habe, ich weiss nur grob wie das funktioniert ) mal zu teilen.
Aber das würde für die Teilenden bedeuten, den eigenen Geldhahn zu gefährden, denn der Geldtopf ist deswegen ja nicht grösser. Unwahrscheinlich. Es gibt nmicht egoistischeres als Künstler die finanziell gerade so über die Runden kommen.
Und ein "hey, wir treffen uns mal um ein bisschen abzugrooven" in ein "wir machen anspruchsvolle Kunst mit Konzept" zu drehen ( du machst genau dasselbe, nur verkaufst es halt besser. Dein monatlicher Synth-Stammtisch wird halt dann ein konzeptionelles Treffen... aber auch das ist etwas, was du im Kunststudium lernst... wie du deine Ergüsse verkaufst ).
 
  • #136
Es gibt auch das hier, da brauchst du gar nicht so weit gehen:


Du könntest durchaus mal für eine besondere Challenge einen Synth als Preis rausleiern.
e) Durchführung von Musikwettbewerben/künstlerischer Veranstaltungen,

wie gesagt... es gibt genug, man muss es nur wissen.
 
  • #137

Vielleicht etwas für forum um es oben azupinnen.
 
  • #138
Das klingt eher nach Musikschulen und so. Ich habe da jetzt auch keinen besseren Draht. Fänd ich aber auch nice, wenn zB die Battles bestückt werden könnten - wäre echt sehr in meinem Sinne.

Sowas hier gibt es natürlich noch immer. Zu Köln.
 
  • #139
Wer etwas professioneller unterwegs ist, hat in Hannover die Rampe:

Ich weiß nur nicht, was die unter "professionell" verstehen...
 
  • #140
Vielleicht wäre ein Perspektivwechsel hier gut, so wie bei Sozialem und Recht würde ich auch in der Kunst eine Art John Rawls - bekannte Theorie der Gerechtigkeit bevorzugen. Ein einfaches Ding von 1971, also nicht mehr frisch aber abgehangen. Dh - du bist mal bekannter Star, mal mittelloser Musikant, mal Bildhauer und mal Geber und mal nur Steuerzahler™ (vielleicht nicht im Bund der Steuerzahler, was ein Lobbyverein ist) - was ist, wenn man versucht es so fair wie möglich zu machen und so offen es geht, jedoch mit allem, was wir an Problemen haben?
So wünsche ich mir auch in der Politik und klares Rotationsverfahren - 1 Legisalatur und dann kommen andere dran. Also auch keine Berufsentscheider in Jurys und hoffentlich halbwegs neutral, unbestechlich und nicht nur Hyäne Fischer-Fans, aber manchmal eben auch, denn wie gesagt - alle kommen irgendwie dran inkl Rückfluss wenn Erfolg da ist. Damit die Kunstentscheider nicht zu lange dasselbe machen.

Ähnlich wie beim Staat, wo wirklich jedes Café auf Minikram achten muss, mit oder ohne Milch oder mit langen Löffeln und schon hast du eine andere MwSt Klasse oder andere Steuern - sprich - die Ebene offener und freier lassen, den Mut haben diese unsinnigen Made-in-Schilda Ideen löschen und einfachere Regeln finden, die berechenbar und einfach sind. Ich zB mache nie bei Wettbewerben teil, ich gewinn nichts mit meiner Musik, weil die Entscheider Rock oder "neuerdings" Techno bevorzugen, aber nichts anderes - so eine Entscheidung will ich auch nicht.

Es muss eben auch mal ein Stockhausianer dabei sein, ein Spaßmensch, der keine 4/4 bevorzugt und ähnliches. Beuys don't cry! Also nicht weinerlich - sondern nach vorn. Offen. Aber deutlich weniger Quatsch und Regelbalken, weshalb auch hier im Forum ich eigentlich nur die Regel habe - fair und nett zu sein - kurz "sei kein Arschloch" - dann klappt es meist. Oder handle aus Liebe - um es etwas altmodischer zu sagen, ist grade nicht so "in".
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #142
Grundeinkommen war mal eine Idee, die sgnt. Grundsicherung etwas weiter unten zu platzieren, aber eine Kulturförderung ist doch hier gar nicht angedacht, sondern eher eine Art Mindestbeitrag, der idR unter dem Existenzminimum liegen wird, um zu sagen - ja, die die arbeiten…
Kurz: Da geht es ja eher um den Umbau des Sozialstaats und weniger um Kultur ansich.

Das ist dann aber ein anderes Thema, zu dem man natürlich noch andere Ansichten haben kann.
Wildberger ist aber in seiner Partei etwas allein. Der ist allerdings auch eher progressiv für sein Lager.
 
  • #143
Vielleicht tut sich in Sachen Grundeinkommen perspektivisch auch was bei uns...
Wenn schon der Digitalminister (CDU !) davon spricht...

Das wird angesichts leerer Kassen nicht kommen, ist nur hohles Wahlkampfgedrüss.
 
  • #144
Vielmehr ist es jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen
Ich finde in den 80er Jahren war Synthesizer viel Presenter in der Mitte der Gesellschaft (Filme, Werbung)
Der große Synthesizerhype ist schon lange vorbei finde ich. Mir ist das eigentlich auch egal. Wichtig ist mir daß
ich etwas habe das ich gut finde und nicht ob die Gesellschaft es gut findet bzw. die Massen an Menschen die
da draußen auf Achse sind.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: AndreasKrebs

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