Neu

Lohnt heute noch ein Nord Modular?

  • #91
Interesante These, dass die beiden modularen Konzepte in DSP Hardware nun nicht mehr modular sind.
Diese These ist vereinfacht - es bedeutet sehr einfach nachvollziehbar diese Idee:
Du hast innerhalb des G2 oder Origin eine hohe Modularität und Verschaltbarkeit - aber rein und raus sind eben nur die Audioausgänge bzw. die beiden CVs und Audio beim EMS - beim Origin gab es faktisch keine CV/Gate Verbinder und beim G2 auch nicht. Daher muss alles innerhalb passieren.

Um die gegenüber Eurorack oder offenen Systemen zu unterschieden, nenne ich das "gekapselt", also nach außen geschlossen, was viele Modulsystem mit Software auch oft waren - sobald man ihnen aber einige Anschlüsse gibt oder eine Option, dass die mit anderen Synths sprechen können, ist dieser Aspekt der Kapselung kleiner oder wird quasi-aufgehoben.

So ist das gemeint. Das hat nicht mit dem DSP zu tun sondern mit der Anschlussfreudigkeit - da die Kabel hier alle virtuell sind, kannst du nichts anbauen, aber ich habe zB den G2 auch sehr gern für MIDI Steuerung genutzt, ich konnte ja innerhalb des G2 etwas generieren und das dann so nach außen schicken. Das ist auch eine Verbindung nach "außen". Aber sie ist eben unterschiedlich durchlässig im Sinne vollmodularer Systeme mit tauschbaren Modulen und unbegrenzter Verbindungsmöglichkeit ist das eine Einschränkung.

Ein 4MS Meta hat eine Reihe CV/Gates, da ist es also etwas mehr als beim G2 oder EMS Synthi.
Glaube so ist es schnell klar. Ich unterschiede das übrigens nur, damit man diese Teile einordnen kann, die Begriffe dazu sind willkürlich - offiziell sind nur Semimodular und Modular - und es gibt sogar Leute, die einen vorgepatchten freien Modular semimodular nennen, was ich für inhaltlich falsch halten würde - also ein System 700 zB ist voll modular, du kannst die Module tauschen, die frei anordnen und verbinden mit allem was du willst.
Und die Lab Unit ist zwar pre-Patched, "Normalled to" - aber das ist nicht deshalb halbmodular aka semi.

Ich habe deshalb mal die 4 wichtigen Eigenschaften gelistet - eher als Info und Einordnung, was es gibt, da es genauer und ehrlicher ist. Semimodular war mal ein Werbebegriff von Korg. Ich mag den MS20, aber der ist eben nur begrenzt Modular ebenso System 100, wogegen das 100m offen ist mit Pre-Patching. Das nur zwischendurch. Der G2 und Nord Modular sind eben gekapselt und kann sehr viel innerhalb, das ist ohne Frage - und keine Abwertung.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Horn
  • #92
Um nochmal zur Ausgangsfrage zurück zu kommen, lohnt ein Nord Modular heute noch...

An erster Stelle sollte gesagt sein, dass die Lernkurve äußerst flach ist und trotzdem weit über das hinaus geht, was Clavia ursprünglich für möglich gehalten hat. Das Prinzip ist sehr einfach zu erlernen und anschaulich. Es macht Spaß mit dem Gerät zu experimentieren., auch heute noch!

Auf lange Sicht geht das natürlich nur, wenn man den Editor auf einem dedizierten System dabei hat. Was aber heute keinen Kostenfaktor mehr darstellen sollte. Die Systemanforderungen sind lächerlich gering. Eher der zusätzliche Platzbedarf für Bildschirm usw. ist evtl. störend...

Ich würde immer den G2 vorziehen, weil die Möglichkeiten einfach viel weitreichender sind. Die Rackversion des G2 mal außen vor, da kommt absolut kein Spaß auf... Die Oberfläche der Keyboard Version ist immer noch super intuitiv, Displays + LED Encoder + Taster, 120 Parameter mit max. zwei Tasten zu erreichen. Jede Patch für sich und insgesamt als Performance, alles vom Nutzer sehr schnell zu konfigurieren...

Die alte Version, mit Midi Schnittstelle für den Editor, fühlte sich wackelig an. Die Verbindung ist öfters abgebrochen, das Routing ist lange nicht so komplex und es fehlen viele Module, die für abgefahrene Logik Patches wichtig sind. Hier hat man eher ein old school Modular System zum Vorbild genommen, während der G2 in Richtung Reaktor geht.

Der Editor ist nur für die grundsätzliche Erstellung und Verkabelung der Patches nötig. Alle Parameter sind in der Hardware erreichbar - bei beiden Versionen.

Insgesamt vielleicht eher eine Frage des Preises und Verfügbarkeit. Einen Nord Modular zwischen 500 -700 € bzw. einen G2 - G2X 1500 - 2500 € finde ich durchaus akzeptabel für das gebotene. Die 19" Version des G2 würde ich heute nicht mehr kaufen.

Mir schwebt die Idee von einem USB Dongle auf ESP32 Basis im Kopf, der einen Editor im Browser auf einem beliebigen Endgerät ermöglicht... Es gibt ja Open Source Versionen des Protokolls, in Zeiten von Vibe Coding, kein Ding der Unmöglichkeit...
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: oli und C0r€
  • #93
Ein Strudel im Eurorack wäre auch ganz nett.
Mit externem Rechner und Audio-Interface Modul geht das jetzt auch schon, allerdings nicht in einer Einheit.
Web-Interface im Browser wäre viel besser als ein "Programm" zum Editieren.
 
  • #95
Leider nichts zum Essen.
 
  • hilfreich
M.i.a.u.: verstaerker
  • #96
@Solar Chrome - möchtest du denn den alten Modular nehmen? Für den gab es mind 2 Editoren die alternativ auf neueren Rechnern laufen, meist Windows. Bin nicht sicher, ob das nicht sogar Java war, damit dann auf allen.
Möchtest du den alten aus Gründen?
Oder kommt der G2 in Frage?

Glaube du bist nicht modular sonst - dh - das wäre auch ein Zugang - das ist definitiv cool, da du eh mit Vintage Computing bereit bist für sowas. Passt in jeder Hinsicht zu dir als Profil oder das was du tust.

Der G2 ist mir eindeutig zu overpriced!

Den G1 oder Micro Modular bekommt man hier und da mal günstig. Modular an sich ist spannend, aber eher nicht, wenn ich das alles physisch verkabeln muss und kein Recall habe. Mir reicht da schon der 2600 oder Neutron. Sobald man dann parallel an mehrere Tracks arbeitet - und das tue ich in aller Regel - wird das schnell zum Nervfaktor.

Bitwig ist mit dem Grid da schon sehr geil und ich habe da auch einige Synths zusammengestrickt. Hin und wieder nutze ich auch Cherry Modular, was sehr spannende Module mitbringt. Aber gerade bei modular stellt sich immer die Frage, ob man noch bastelt oder schon Musik macht. Die meisten hier sind eher die "Techniker". Mir geht es am Ende dann schon darum Sounds für meine Musik zu finden.

Ich bastel definitiv auch gern mal mit alter Technik rum. Im Vordergrund steht dann aber doch das Produzieren. Wahrscheinlich würde ich mir dann eine Hand voll "Maschinen" für den Nord Modular fertig machen und für meine Tracks jeweils einladen. "From the scratch" würde ich beim Produzieren nicht beginnen.

Irgendwie ist es für mich immer noch die uralte Frage, wie man flexibel eigene Instrumente in eine dedizierte Hardware bekommt. Da gabs mal diesen Plugiator, der VSTs laden konnte, aktuell auch sowas wie Synthian - aber so wirklich überzeugend ist das alles nicht. Und dann gibts halt diese modularen Geräte auf Digitalbasis. Allesamt irgendwie dann doch eher Randerscheinungen.
 
  • #98
Wahrscheinlich würde ich mir dann eine Hand voll "Maschinen" für den Nord Modular fertig machen und für meine Tracks jeweils einladen.
So habe ich meinen Nord Modular damals auch genutzt. Immer mal eigene kleine Synths gebaut, mal mit Sequencer, mal ganz simpel oder auch was komplexer. Das waren immer die gleiche Handvoll Patches die ich damit genutzt habe. Sogar als Verzerrer für die 303 hat er manchmal gute Dienste geleistet :) Auch wenn er viele Knöpfe hat, war mir das ohne Beschriftung zu unübersichtlich und man musste immer den Editor parallel laufen haben um zu sehen, welcher Knopf was macht.
Trotzdem fand ich den G2X später wesentlich besser, weil er um einiges flexibler und "kompletter" daherkam und das Interface war gerade für Sequenzen ideal. Aber ich hatte den auch sehr günstig im Abverkauf geschnappt. Ich hab den dummerweise verkauft, weil der Editor auf meinem Mac irgendwann nicht mehr lief und als das wieder möglich war, war es zu spät. Zu den heutigen Preisen ist das keine weitere Überlegung wert.
Lohnt sich das heute noch? Ich weiß nicht, ich. denke das lohnt sich nur wenn man genau das haben will. Ich finde so etwas wie Reaktor Blocks oder VCV Rack dann heutzutage doch deutlich besser, wenn auch in der Regel eher monophon.
Polyphone Sounds müssen bei mir eher nicht modular und komplex sein.
 
  • #99
Irgendwie ist es für mich immer noch die uralte Frage, wie man flexibel eigene Instrumente in eine dedizierte Hardware bekommt. Da gabs mal diesen Plugiator, der VSTs laden konnte, aktuell auch sowas wie Synthian - aber so wirklich überzeugend ist das alles nicht. Und dann gibts halt diese modularen Geräte auf Digitalbasis. Allesamt irgendwie dann doch eher Randerscheinungen.
Der Plugiator hatte die Creamware Synths in sich, das ist kein VST Host.
Das sind im Wesentlichen die 4 bekannten Synths und noch ein paar andere.
Der ist ein Creamware-Seitenprojekt, was über Hongkong vertrieben wurde durch Frank Hund, später Makeproaudio heute - nicht mehr da.
SonicCore ist auch in dieser Technik - das sind SHARC Prozessoren, nicht mehr ganz auf Stand.
Ob man die noch registrieren kann - keine Ahnung.

Der Nord Modular ist schon cool - er hat feste Knöpfe pro Slot und du kannst 4 Multis bauen. der Micromodular ist da etwas beschränkter in der Leistung (Stimmen), je komplexer desto begrenzter die Stimmenzahl - der Micro ist quasi nur ein Slot.
Die Bedienung muss über CC sein, er hat wenige Bedienelemente. Aber ist gut mitnehmbar - bei dir ja nicht so wichtig.
Die Nords brauchen ein gutes MIDI Interface, 2 Verbindungen - MIDI normal und MIDI Sysex, das muss immer anliegen.
Wenn du nur Patches reinladen willst, geht das schon auch - aber eigene Patches sind immer spannender, finde ich.
Mit dem alten gibt es ein paar Limits - die FX sind da nicht so weltbewegend, aber die kannst du ja extern anbringen.
Es gibt ein paar schöne Module wie Festfilterbank und so weiter - das ist schon alles cool.
Zum lernen und machen ist das cool und zum "basteln" von Ideen auch. Der G2 ist in der Tat teurer.
 
  • #100
Kommt auch drauf an, was man machen will.

Gemessen an dem was heute so "In" ist, lohnen sich 90er Jahre VAs nicht mehr.
Wenn ich den Sound vom Modular so mit richtigen Modular-Sets vergleiche, bspw bei Techno, sehe ich für den Nord Modular keine Relevanz und auch keinen Mehrwert.

Es wäre wohl nur was individuell, gezielt puristisches
und da kann man sich auch die Frage stellen,
obs nicht auch mit modernen Methoden geht, vlt auch in besser/moderner
 
  • #103
Der Nord Modular ist für mich inmmer noch das perfekte autarke für sich selbst funktionierende Modular System.
Das war ja auch der Sinn der ganzen Sache...
Mit dem Arturia Origin konnte wahrlich gar nichts anfangen... "Typisch aufgeblasenes Arturia Dingsbums Zeugs :-)"
Der Clavia war im Aufbau und Umsetzung viel fokusierter, meiner Meinung nach...
Und von der VST Rack Hardware namens Muse Receptor will ich gar nicht erst anfangen...
 
  • #104
Wahrscheinlich würde ich mir dann eine Hand voll "Maschinen" für den Nord Modular fertig machen und für meine Tracks jeweils einladen. "From the scratch" würde ich beim Produzieren nicht beginnen.

Irgendwie ist es für mich immer noch die uralte Frage, wie man flexibel eigene Instrumente in eine dedizierte Hardware bekommt.

Na dann ist der G1 doch ideal für Dich.
Ich mach das so ähnlich: Es gibt ein paar Sound-Design-Sessions, da probier ich neue Modul-Verbindungen aus etc. Einiges davon speichere ich im PC als Grundlagen ab, die wirklich guten Sounds landen direkt im G1. "Gut" heißt hier auch, dass der Sound über reichlich direkten Zugriff per Drehregler am G1 und MIDI-CC verfügt.
Beim Musizieren nutze ich diese Sounds dann direkt und moduliere die nach Herzenslust.
Genau dafür lohnt sich der G1 auch heute noch.
 

News

Zurück
Oben