Boahh, 1000€ für das Kit??
Das finde ich absurd.
Da MUSIKANDMORE hier auf sequencer.de noch nicht aktiv ist, haben wir gemeinsam ein hoffentlich hilfreiches und aufschlussreiches Statement zusammengestellt - Ich weiß, es ist etwas lang geworden - sorry dafür:
Wir wissen, dass der Preis im ersten Moment hoch wirkt, wenn man es direkt mit einem in Masse gefertigten, kommerziellen Produkt vergleicht, das auf dem Papier vergleichbar, besser oder sogar deutlich leistungsfähiger ist. Deshalb mal offen, warum das so ist.
Was man im ersten Augenblick nicht sieht: Das Gehäuse allein kostet schon rund 100 €, dazu 50 € für 4 PCBs und Alu-Panel, 50 € für LED-Ringe und die zusätzlichen Encoder, die Cherry-Tasten mit Kappen: 20 €, 50 € für das Waveshare, 200 € für den Kleinkram – und allein die SD-Karten haben sich im Preis verdoppelt. Mit wenigen Ausnahmen kommen 90 % der Bauteile von Händlern aus Deutschland, und es ist Qualitätsware.
Das sind rund 470 € nur Material – ohne Engineering, Bestückung, Testläufe der Platinen und Gehäuseteile, Verpackung, Support, Dokumentation, Risiko und Marge.
Dazu kommen Entwicklungsläufe, die man im fertigen Bausatz nicht sieht: Wir haben bereits 3 Versionen der PCBs getestet und jede davon neu bestellen müssen, weil neue Features hinzugefügt wurden und wir sie zukunftssicher für ein alternatives Display gemacht haben. Bei den Gehäuseteilen war es ähnlich – auch hier mussten wir mehrfach anpassen, neu fertigen bzw. neu kaufen. Das sind Kosten, die sich über die Entwicklung verteilen und in der Kalkulation stecken.
Entwicklung, Support und Risiko sollten sich rechnen. Mit einer Marge von 20 % auf alles sind 1.000 € inkl. MwSt. ein realistischer Preis. Wir haben den Preis befristet bis Oktober auf 888 € inkl. MwSt. gesenkt. Danach wird es in absehbarer Zeit keine weiteren Rabatte geben.
Bei der Preassembled-Version kommt zusätzlich das Verlöten und Montieren hinzu – auch das kostet Zeit und ist natürlich in der Kalkulation berücksichtigt.
Was man dabei nicht vergessen sollte: Die komplette Software/Firmware, die auf dem Teensy-Microcontroller läuft, ist Open Source. Allein hier stecken über 5 Jahre Entwicklungszeit drin, davon – wenn auch ein vergleichbar kleiner Teil – speziell für die MAM-Hardware. Das kommt kostenlos mit.
Das Projekt ist nicht closed wie fast alle kommerziellen Produkte. Auch Nicht- oder Minimal-Entwickler können mit KI-Unterstützung das Gerät minimal oder sogar massiv an eigene Ansprüche anpassen. Diese Möglichkeiten hat man bei einem kommerziellen Massenprodukt so gut wie nie, weil dort weder der Code offenliegt noch irgendetwas anpassbar ist.
Wie wichtig das für den User ist, ist natürlich hochgradig individuell. Mit den fast täglichen erkennbaren Verbesserungen im KI-Bereich sind wir aber überzeugt, hier ein Quasi-Alleinstellungsmerkmal am Markt zu haben.
Wer einfach nur einen fertigen Synth oder eine Groovebox von der Stange will, ist mit Massenware in den meisten Fällen besser aufgehoben. Wer einen individuellen, reparierbaren, erweiterbaren und anpassbaren Bausatz will, für den ist das gedacht.