Moog Prodigy vs. Little Phatty

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von Hico, 19. Oktober 2012.

  1. Hico

    Hico -

    Hallo zusammen,

    ich hatte es in einem anderen thread schon geschrieben. Ich möchte mir gern wieder einen Moog zulegen. Habe vor Jahren schon zwei Minimoogs (nacheinander, nicht gleichzeitig :D) und einen Prodigy mein Eigen nennen dürfen. Nach jahrelanger Musikabstinenz und Verkauf fast allen Musikequipments, spiele ich seit Juli wieder in einer Band. Gekauft habe ich mir dafür eine Korg Triton Pro76, mit der ich auch sehr happy bin.

    Nun kribbelt es mich auch wieder, einen Moog Synthi mit auf die Bühne zu nehmen und wenn ich die Kohle hätte, dann würde es ganz klar wieder ein alter Minimoog, Lintronics modifiziert, wie mein Letzter. Ich werde mich aber mit was günstigerem begnügen müssen und möchte hier mal in die Runde fragen, ob es wieder ein alter Prodigy werden sollte, mit dem ich schon einige Modifikationserfahrung von meinem Letzten habe, oder ob ich mich mal an einem Little Phatty versuchen soll.

    Wie würdet ihr den Sound beider Geräte im Vergleich beurteilen? Denn das allein wird für mich wohl das Ausschlaggebende sein. Speicherbarkeit der Sounds und MIDI sind für mich keine primären Vorteile eines Little Phatty. Da sehe ich für mich eher Vorteile darin, dass ich dem Prodigy einfacher Funktionen hinzufügen kann. Ich hatte meinem Prodigy damals noch folgende Zusatzfunktionen verpasst: Rauschgenerator (Nachbau vom Minimoog), Ringmodulator (Nachbau vom ARP Oddyssey), Oszillatorsync steuerbar über die beiden Hüllkurven mit regelbarem Amount, Osc 2 schaltbar eine Oktave tiefer, und optisch "aufgewertet" hatte ich den Prodigy durch den Austausch der beiden Wheels gegen zwei farbig beleuchtete aus Plexiglas. ... Ein Rauschgenerator fehlt dem Phatty ja wohl auch ... mmmhhhh ... Aufgrund des Aufbaus des Little Phatty wird mir das wohl nicht gelingen, ihn zu "pimpen", oder hat das schonmal wer gemacht?

    Tja, wie klingen denn die beiden Moogs nun im Vergleich?

    Gruss
    Heiko
     
  2. citric acid

    citric acid eingearbeitet

    also vom sound sind die nicht gleich. der Prodigy ist viel rauher vom sound. das filter glingt mehr moogish als das vom phaaty. wobei der phaaty nicht schlecht ist. ich habe meinen prodigy zwar nicht mehr, was ich bedauere aber der phaaty macht halt andere sounds. ich würde aber aufgrund des alters der prodigys für live zwecke immer einen little phaaty vorziehen.

    die prodigys sind auch immer seltener in einem guten zustand zu finden.
     
  3. CO2

    CO2 eingearbeitet

    sehe ich ähnlich (vom Klang), der Phatty kling sauber, aber (leider) auch etwas "zahm", das heißt nicht, das er nich auch dreckig usw klingen könnte, aber den "Grundsound" empfinde ich so... aber er klingt auf jeden Fall gut.
    Er hat halt erweiterte Features, dafür weniger Regler, wobei ich sagen muss, dass das Konzept ganz gut funktioniert.
    Noise geht nur über "extern in", keine Ahnung, ob man am Phatty was modden kann, als Modulationsquelle gibt es ja Noise.......
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Dem kann ich nur zustimmen.
    Wenn du nicht unbedingt den alten Vintage Sound willst, wird dir der Phatty gefallen. Thomann hat grad ne Sonderedition mit blauen LEDs.
    Beide klingen nach Moog, aber mit dem Phatty kannst du halt auch moderner anders klingen. Mal Moogulators Phatty Klangbeispiele anhoeren: http://www.amazona.de/index.php?page=26 ... le_id=3635

    p.s. Noise geht umwegmaessig als Mod Quelle zu erzeugen.
     
  5. Jenzz

    Jenzz engagiert

    Aloha .-)

    Du hast ja geschreiben, daß es in die Live-Richtung geht. Von daher solltest Du überlegen, was Dir bedientechnisch wichtig ist und ob Du damit leben kannst, daß man beim Phatty z.B. ja den Regler immer zwischen Cutoff und Reso umschalten muß, oder die Hüllkurven auch nur mit einem Regler bedientwerden, denn man umschalten muß... Sowas wäre für meinen Live-Workflow ein No-go... Da ist aber jeder anders gestrickt, könnte mir auch denken, daß das in der Praxis gar nicht so tragisch ist.

    Ich finde der Prodigy ist einer der besten 'Hands-on' Synths überhaupt, Bedienung schnell und übersichtlich, Klang (besonders der Sync !!) super, einfach zu Modifizieren... Dafür kann er halt nicht viel....aber DAS gut .-)


    Jenzz
     
  6. Booty

    Booty -

    Ich hatte bis vor ein paar Monaten einen Prodigy und dachte immer mal wieder nach drüber ob nicht ein Phatty das Teil ersetzen könnte.
    Speicher und mehr Möglichkeiten kamen mir sehr entgegen.

    Ich habs gemacht und bereue es auf keinen Fall!

    Er klingt zwar etwas sauberer aber das bisschen was er weniger rotzig klingt gibt er dafür mit mehr Mod-möglichkeiten wieder drauf. Mischbare Wellenformen und der wunderschöne Filter Overdrive tun ihr übriges!

    Ich weine dem Prodigy keine Träne nach!
     
  7. Tom

    Tom -

    Kauf Dir nen Prodigy!
    Einen Little Phatty kannst Du Dir iregendwann immer noch kaufen, der wird eher billiger.
    Den Prodigy kannst Du bei nicht gefallen, in der Regel für das gezahlte Geld auch wieder verkaufen!
    Den Prodigy kann man auch noch pimpen. Das einzige Problem das ich sehe wäre das er evtl. nicht stimmtstabil genug ist.
     
  8. Mensch Heiko, wusste doch dass dich das Sternegucken nicht auf lange Zeit allein befriedigt ;-)

    Du hattest ja u.a. auch mit dem EII+ ein paar schöne Schätzchen.

    Freut mich, dass es dich wieder in den den Fingern juckt - viel Spass und Erfolg an der Stelle :mrgreen:
     
  9. Jenzz

    Jenzz engagiert

    Sehe ich nicht so... Das ist alles eine Sache des sauberen Abgleichs der beheizten Chips. Ich hatte selber über die Jahre 4 Prodigys (No. 4 ist geblieben) und auch einige hier in der Werkstatt... Bei allen gab es vorher Stabilitätsprobleme. Es stellte sich auch heraus, daß der Einstellbereich der für die Heizungen zuständigen Trimmer oft nicht ausreicht, um die Streuungen der CA3046 Chips abzufangen. Das wurden teilweise schon ab Werk die Trimmer voll aufgedreht, obwohl da noch gar nichts regelte.... Nach Wechsel auf andere Chips (bevorzugt Harris anstatt Texas oder National) passte das dann, und nach korrektem Abgleich sind alle vier innerhalb 5 Minuten stabil (und bleiben es auch, auch bei Sommertemperaturen...)


    Jenzz
     
  10. poly700

    poly700 aktiviert

    Die Frage ist doch, ob du dir bei den ganzen mod´s die du machen lassen möchtest nicht gleich einen Voyager kaufst!?

    Ich weiss ja nicht, ob du die mods alle selber ausführen kannst.
    Wenn du das machen lässt plus die Anschaffung eines gebrauchten Prodigy´s kannst du wahrscheinlich auch einen LP und einen miniBrute kaufen von dem Geld kaufen ;-)
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Hier im Forum ist grad ein Voyager zum Verkauf fuer einen sehr guenstigen Preis.
     
  12. Ich denke, wenn du die Modifikationen vornimmst, dann kann der Little Phatty nicht mit dem modifizierten Prodigy mithalten. Der Prodigy klingt meiner Hörerinnerung nach deutlich rauer, der Little Phatty aber schöner (!), runder. So alles in allem finde ich sogar, dass ein MFB Minilite II oft sogar etwas stärker an den Klang des Prodigy erinnert als es der Little Phatty tut.

    (Vorsicht: Häresie! :cool: )

    Nungut, in Sachen Klangqualität und Rauscharmut kann ein MFB Minilite II natürlich nicht mithalten. Da für dich Sycnsounds offenbar ziemlich wichtig sind, sehe ich in deinem Fall den Prodigy gegenüber dem Little Phatty deutlich vorne.

    Wobei der ja inzwischen fast zu schade für eine Bühnennutzung ist...

    Eventuell lohnt es sich für dich, wenn du dir mal den Dominion X mit SED-Filter zu Gemüte führst - das wäre noch einmal eine sehr leistungsfähige Alternative mit knapp 50 Knöpfen, Speicherplätzen, und zusammen mit einem passenden Einspielkeyboard sogar die etwas günstigere Lösung. Interessant ist für dich imho auch der Leipzig K von Analogue Systems. Seine Bässe sind schon ziemlich "moogisch" in meinen Ohren.
     
  13. Anonymous

    Anonymous Guest

    Da muss ich dir widersprechen. Ich finde MFB und auch AS klingt mal so gar nicht nach Moog. Was fehlt ist der hoelzerne erdige Klangcharakter, den Moog Instrumente so einzigartig machen. Ansonsten koennte man auch MacBeth M3X vorschlagen, der klingt auch Moogisch, ebenso wie Minibrute, der auch Moogisch klingen kann. Meiner Meinung nach sollte man Moog kaufen, wenn man Moog Sound will. Mit irgendwas-isch wuerde ich nicht zufrieden sein, wenn ich etwas bestimmtes suche.
     
  14. Gute Beschreibung: hölzern-erdig. Und stimmt auch: Das geht dem MFB Minilite 2 eher ab (ein wenig lässt er sich aber doch ranrobben). Ich finde aber, dass auch ein Little Phatty (der imho wirklich sehr gut klingt) dieser hölzerne, rauhe Klangcharakter abgeht.

    (hmm - es wäre wohl Zeit für ein paar Sounddemos)
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    Auch der Phatty hat diesen Moog Charakter, definitiv. Hatte selbst einen neben dem Voyager stehen und konnte daher ausgiebig vergleichen.

    Soundbeispiele:



    Der LFO geht beim Phatty bis 500Hz. Hat soweit ich weiss, kein anderer Moog.
     
  16. Hico

    Hico -

    Hallo Leute,

    schonmal DANKE für die vielen Antworten. :supi:


    Hatte ich damals mit meinem Prodigy keine Probleme. Nach ein paar Minuten war der absolut stimmstabil, egal ob drinnen oder draussen.


    Jau, bin wieder dabei. Wenngleich es auch eher widrige Umstände waren, die dazu geführt haben. Es wird auch mit der Musi, bzw. meinem Equipmentwahn nicht mehr so werden wie früher. Spiele halt jetzt in einer einfachen Cover-Kapelle, was mir zum einen gut tut, zum anderen aber auch wider erwarten Spass macht. Einen Moog brauch ich dafür eigentlich nicht, aber ich merke gerade, dass mir trotzdem einer fehlt.


    Wer lesen kann ist klar im Vorteil. ;-) Ich hatte ja von meinem selbstmodifizierten Prodigy berichtet ...


    Danke für den gut gemeinten Hinweis - ist mir aber momentan leider doch zuviel Kohle. Wenn ich die zwei Riesen hätte, würde ich sie vermutlich auch gleich in einen "richtigen" Minimoog stecken. :phat:


    Nee sorry, aber es MUSS schon ein Moog sein, da bin ich altmodisch. Sicher kann auch ich in einer Aufnahme nicht immer den Unterschied zwischen einem echten Moog und einem "moogisch" klingenden Synth raushören. Aber bei mir spielt auch das physische Empfinden (weiss grad nicht, wie ich es umschreiben soll) eine Rolle. Beispiel: Würden da 'n Fender Rhodes und eine soundtechnische 100%-Kopie nebeneinander stehen, würde ich mich IMMER an das Rhodes setzen.


    Ja, so sehe ich das auch, wenngleich mein momentanes Hauptinstrument, die Korg Triton Pro 76 ja auch nur ein Kompromiss ist, da das Ding in erster Linie Piano, Rhodes, Hammond und ein paar Synthisounds "ersetzen" muss. Das macht das Teil auch recht gut. Den Moog will ich nur gern wieder haben, weil ich nunmal ein Moogfan bin und meine Moogs echt geliebt habe. Natürlich nicht so wie meine Frau und meine Kids, aber schon irgendwie geliebt. :D ... Ich hatte auch mal den MFB Synth II, den ich auch für das kleine Geld nicht schlecht fand. Aber "moogisch" klang der wirklich nicht.


    Doch, mein alter Prodigy hatte das nach meiner LFO-Modifikation - die hatte ich oben ganz vergessen. Wenn ich das recht in Erinnerung habe, konnte der LFO in einem zweiten Bereich von 16-1600Hz schwingen. Eine Demo von meinem alten Prodigy hatte ich damals auch bei youtube hochgeladen. Wer mag kann sich das ja mal hier anschauen -->




    Gruss und nochmals Danke an alle. Ich denke, ich werde wieder nach 'nem Prodigy Ausschau halten ... Wo mein Alter wohl jetzt ist? Hoffentlich geht's ihm gut. :cool:

    Heiko
     
  17. Anonymous

    Anonymous Guest

    1600Hz?! :waaas:

    Die Mod haette ich gern an meinem Voyager...

    Sehr schoener Prodigy! Warum haste den denn weggegeben?
     
  18. Hico

    Hico -

    Moin moin,

    Das Hobby Musik machen, bzw. die für mich dazugehörenden Basteleien - ich hatte mich zuletzt sehr intensiv mit dem Emulator II beschäftigt und war da in einem amerikanischen Forum recht aktiv - brachte mir irgendwann nicht mehr so viel. Freunde mit denen ich vorher zusammen in diversen Bands musiziert hatte, zogen weg und allein habe ich doch mehr gelötet und Sounds gebastelt als wirklich Musik gemacht. Ende 2007 entdeckte ich ein anderes altes Jugendhobby wieder - die Astronomie --> www.heiko-schaut-ins-all.de ... Und da astronomische Optiken und Zubehör auch recht teuer sind und auch bei mir das Geld nicht vom Baum regnet, habe ich all meine alten Synthischätze verkauft. Behalten habe ich nur meine Ensoniq SQ-1, den Akai S2000 und zwei Multieffektgeräte, da diese Dinge eh nicht viel auf dem Gebrauchtmarkt gebracht hätten. Ach ja, und meine Formantbaustelle habe ich auch noch. Da werd ich mich jetzt im Winter wahrscheinlich mal wieder dran begeben.

    Tja, so war das und ja, ein wenig ärgere ich mich heute darüber, dass ich den Prodigy auch abgegeben habe, da ich mir den auch von Bob Moog persönlich bei einem Zusammentreffen habe signieren lassen. Aber nun ja, hinterhertrauern bringt nichts. Ich weiss auch garnicht mehr, wohin das Schätzchen damals gegangen ist ... schade eigentlich, würde mich ja schon mal interessieren, was aus "ihm" geworden ist.

    Gruss
    Heiko
     

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