Plugin Emulationen "erstaunlich" gut

Tom Flair

Kritische Geräteerörterungen
Ich glaub eher nicht, dass es zB vor den aufwendig emulierten Plugins „komplett egal“ gewesen wäre, wenn Red Hot Chilli Peppers ohne Preamps und Gitarren Verstärker ITB produziert worden wäre. Auch nicht für den technisch nicht interessierten Zuhörer.
Keine Ahnung - aber ebenso ist doch Fakt, dass man heute regelmässig erschrickt wenn man sich Hits aus den letzten Jahrzehnten anhört - rein technisch - und dennoch waren das Top Tracks, millionenfach verkauft die einem die Jugend versüsst haben.

Am ärgesten ist es bei diversen Rock/Metal Nummern aus den 90ern oder auch in einem extrem breiten Spektrum der europäischen Dancemusik.

Heute würde jeder Stümper besser klingen und dennoch waren das kulturelle Phänomäne.

Wen hat es denn interessiert wie scheisse Westbam geklungen hat - nur um einen von sehr vielen zu nennen.

Damals hat man das einfach genossen und es ging um die Vibes und den Spirit - nicht darum ob das etwas zu Dumpf, leise oder gar laienhaft geklungen hat.

Der Freiheitsgrad war damals deutlich höher und das war absolut gut so - es gab ja dazu parallel schon seit spätestens den 60ern top produzierte Musik höchstern Anspruches im Bereich Rock & Pop und dennoch konnte das koexistieren.

Heute ist das alles superkritisch und der Weg anscheinedne voller hunderter Steine die man erstmal aus dem Weg räumen muss - primär - oh welch Zufall - durch den Kauf von Technik :)
 
Hi,

Gestern habe ich mir auf youtube ein paar Vergleiche zwischen den Vintage Originalen und den zugehörigen Emulationen angesehen.

Synapse Audio Legend, Model D
Uhe Repro-5, Prophet 5
Tal Uno LX, Juno 60
etc.

Grund war das ein Kollege total vom Model D begeistert ist und sich nicht vorstellen kann das ein Plugin das wirklich authentisch emulieren kann.
Um also eine fundierte Antwort geben zu können hab ich mir die vergleiche angeschaut.

Ich muss sagen ich war wirklich sehr überrascht.
Ich konnte eigentlich sogut wie keine Unterschiede raushören und wenn dann war ich mir nicht sicher ob es sich wirklich unterscheidet außerdem waren die unterschiede so marginal das wenn sie da waren es auch einfach Abweichende Fader/Poti Stellungen gewesen sein könnten.

Da ich im Studio kein Internet habe habe ich sie auf meinen Beyerdynamic DT770 Pro und Yamaha HS8 angehört.
Ergo leider keine High End Speaker.

Aber wenn wir jetzt das nicht von Youtube Streamen + High End Speaker und Raum, gibt es dann wirklich noch unterschiede?
Oder sind die Emulationen wirklich schon bei 99% oder mehr Genauigkeit?

Legend z.b. kostet nicht mal 100€ vs mehrere Tausend Euro für ein Vintage Model D.
Dieser Vintage Hype wird langsam lächerlich. :D
Ja nach dem was du machst und mit welchem Sound und natürlich auch nach der Qualität des Softsynths kannst du viel tun, es ist sicher, dass das alles auch nutzbar ist was aus Soft kommt - es geht da um die restnlichen 5% und in Verhalten und Co. kann man ggf. dies oder das lieber mögen.

Und - ansich ist es gut, wenn du gar nicht von der "klingt es wie der Klassiker XY" aus sehen kannst sondern ob du das überhaupt brauchst, denn dann kannst du entspannter Musik machen.

Daher - sehr abhängig von deinem Sound und Beweglichkeit, Obertonmuster und so jeweils individuell und GGF. kann es sein, dass dir eine Fahrt zB mit FM oder mit Filter besser gefällt im Original weil du das so lieb gewonnen hast. Sowas kann ein Grund sein, Originale zu verwenden.

Hier mal Fun Vergleich - dummerweise haben die einen V'ger genommen statt Minimoog - und als Plug hätte ich auch 2 genommen und ggf. nicht primär Arturia, aber..
dies ist so, was normale Leute so sagen:
View: https://www.youtube.com/watch?v=YUUX1cdrBXU


Ich denke, dass viele die Unterschiede nicht genau zuordnen können und für die wäre es dann bereits egal.

Beim Pro One krieg ich kaum noch totale Unterschiede mit zum RePro One
Ich könnte den eigentlich mal abgeben..
Mir reicht die Soft, aber .. ich habe ihn nie so nah gehabt, bei Synths die ich oft und gern genutzt habe und jeden Winkel lange genossen habe, da fällt's schwerer den zu ersetzen.
Ich habe es mal versucht, allerdings habe ich Synths, die als Emulation nicht so gut gelungen sind oder die es nicht gibt.
 

Tom Flair

Kritische Geräteerörterungen
Beim Pro One krieg ich kaum noch totale Unterschiede mit zum RePro One
Ich könnte den eigentlich mal abgeben..
Seit ich das genau aus besagtem Grund getan habe ich keinen Sekunde mehr an das Original gedacht - oder doch: und zwar dass nun keine Kosten mehr für die Kiste anfallen - immerhin hatte mich der zuzüglich zum Kaufpreis nochmal fast das 10 fache des PlugIns für 3 Services gekostet :harhar:
 
Ich denke über den Verkauf nach, aber ich mag den, weil er so schöne Eigenschaften hat - Aber da ich nie vorher einen hatte, ginge es halt.
Toller Synth nach wie vor - aber das kann ich mir vorstellen.

Einer der besten Emulationen bisher, und bin bekanntlich auch Freund der Roland-System Synths, hätte ich nicht schon nen Jupiter würde ich das System 8 halt unbedingt nehmen und wäre damit auch recht glücklich. Das Feeling ist wegen leicht anderer Bedienung anders und er simuliert ja nicht nur, mir reicht bereits der System 8-Sound mit Junofiltern - das ist toll.
Sehr einsetzbar. Und so weiter..

Das ist aber eben auch eine Frage von Eigenpräferenz.

Dein Pro One Test hat ja auch einige hier fast so beschämt, dass manche es nicht wahr haben wollten ;-)
Fand ich super.

Für den Erlös des Pro One könnte ich einen Mac dazu nehmen der nur das macht. So gesehen..
Nur leider ohne Knöpfe. Aber Sättigung und Pegel - das übergehen viele Plugins - was bei Synths wie EMS oder Andromeda dazu führen würde, dass es nicht authentisch ist und man nur laut und leise machen kann, da passiert aber klanglich einiges.

Die macht ja der Soundforce Mensch..
 
Zuletzt bearbeitet:

einseinsnull

ich weiß eh alles besser.
Gestern habe ich mir auf youtube ein paar Vergleiche zwischen den Vintage Originalen und den zugehörigen Emulationen angesehen.
du darfst eines nicht vergessen: auf youtube kannst du dir das "original" nicht anhören, sondern nur eine AD gewandelte und komprimierte version des originals, und das auf deiner nicht perfekten abhöre.

alleine schon nur durch das digital aufnehmen kann ein "original" digitaler klingen als eine digitale emulation, die dieses problem nicht hat. :)
 

siebenachtel

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Keine Ahnung - aber ebenso ist doch Fakt, dass man heute regelmässig erschrickt wenn man sich Hits aus den letzten Jahrzehnten anhört - rein technisch - und dennoch waren das Top Tracks, millionenfach verkauft die einem die Jugend versüsst haben.
JA !

aber dann lass uns mal von Funk aus den späten 70ern reden und dann sieht alles wieder anders aus ;-)
( ohne dass ich jetzt ne OT diskussion entfachen möchte ) )




fällt mir btw. teils grauselig auf wenn ich mal Songs aus den 80s anhöre ( ab Vinyl).
early digital ära.
......alles falsch gemacht. Und jeder hats dem anderen nachgemacht.
aber was sag ich, läuft heute wohl auch nicht anders ;-)
 

devilfish

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Also ich kann nur von mir sprechen. Ich kann mit dem Großteil von Software nicht.
Mir gefallen da die Filter nicht, mir gefallen die Verzerrer nicht, mir gefällt die Sättigung nicht, mit softwarebasierten Kompressoren werd ich nicht warm und die Rückkopplungen eines Signals, welches ich wieder vor dem Filter einspeise klingt für mich auch nicht so dolle in einer Software. Es liegt höchstwahrscheinlich einfach nur an meinem Kopf. Nicht an meinen Ohren. Keine Ahnung. Hallplugins find ich z.B. mittlerweile ziemlich geil. Es gibt auch einige EQ‘s mit denen man arbeiten kann. Also ich muss ja notgedrungen. Kann mir leider nicht alles in HW hier hinstellen. Ich hab das auch lang genug nur mit Software probiert. Die Tracks fand ich alle eher weniger geil vom Sound her. Seit hier wieder Hardware steht komm ich viel schneller voran und mir gefällt auch der Sound viel mehr. Eigentlich unverständlich, weil ich viel mehr Aktion hab, wie wenn ich nur Plugins nutzen würde. Trotzdem ist für mich Hardware klanglich viel interessanter und außerdem fördert sie meinen Workflow viel besser. Für mich persönlich gibts also keinen fetten geilen Bass aus einem Plugin. (Nur um mal die Diskussion weiter an zu heizen)
 
Aus meiner Sicht: mein Setup hätte ich mir als Hardware nie im Leben leisten können; als Software schon. Und ich bin glücklich, besonders mit dem Modular.
Klar würde ich auch gern mal wieder Potis kurbeln, habe aber auch keine Lust auf Verstimmungen, Defekte, Equipment schleppen.

Die HW-Synths, die ich bisher gespielt/angetestet habe, entwickeln ihren "Bums" imho erst durch Effekte. Ein trockener HW-Mini hört sich nicht sonderlich atemberaubend an. Mit einem Phaser und einem Delay/Reverb dahinter bläst es dich durch die Wand. Und dann ist es nochmals etwas ganz anderes, über welches Verstärkersystem man geht.

Ich bin mir einigermaßen sicher, dass man in einem gut gemachten Track den Unterschied nicht hören wird - oder nur ganz wenige von uns ihn hören werden.

Ja, ich bin Software-Fan, kann aber Argumente wie die von devilfish auch gut nachvollziehen. Letztlich muss jeder für sich selbst herausfinden, was am besten ins akustische Konzept, in den Workflow oder ins Wohnzimmer passt. Es gibt für beide Standpunkte jede Menge gute Argumente.
Für meinen Teil freue ich mich einfach über meine Software, und beneide die Hardware-Leute ein ganz kleines Bischen :)
 

devilfish

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Ich möchte ohne meine Hardware (auch wenn sie teilweise digital ist) gar keine Musik mehr machen. Ich liebe Stepsequencer. Die Elektrons sind fantastisch. Auch wenn der Digitakt digital ist. Mit dem bekomm ich Sachen hin, die würde ich am Rechner nie hin bekommen. Da verliere ich mich absolut in Möglichkeiten. Lade ein Plugin nach dem anderen, in Reason ist es mit CV Kabeln nur so ausgeartet. Wirklich „Musik“ hab ich da aber nie gemacht. War immer nur auf Erkundungsgang. Am Ende hat’s mir jedoch nie wirklich zugesagt. Mittlerweile schalt ich meine Geräte an und binnen kürzester Zeit kann ich meine Kreativität umsetzen, aufnehmen und den Regler den ich anfassen kann auch einfach aufzeichnen. Mit Software und der Maus ist mir das nie wirklich gelingen. Auch nicht wenn ich Controller hatte um Plugins zu steuern. Da war das festlegen auf „was mach ich wie“ für mich einfach nicht möglich. Jetzt stehen hier Kisten die ich nutze und jede kann und macht das, weswegen ich sie gekauft habe. Das nimmt mir die Entscheidungsfindung und schränkt mich ein, sodass ich einfach nur Musik mache.
Bei mir mit Plugins undenkbar..
 

Sulitjelma

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Ich habe den lieben langen Tag mit Rechnern zu tun.
Ich habe zuhause null Bock auf Computerkram. 🤓

Im Prinzip geht mir das auch so und wenn ich zu Hause Sounds bastele mache ich das mit Hardware. Und irgendwann wollen diese Sounds auch benutzt werden und dann natürlich auch wieder Hardware, wobei FX (neuerdings auch granular) vom Rechner kommen.

Aber : Auf langen Zugfahrten oder Urlaub habe ich eigentlich viel Zeit für Sounds und da ist es Klasse, daß das mit meinem Laptop auch geht. Und die wollen dann natürlich auch verwendet werden und so gibt es auch immer wieder Software-Stücke. Bei manchem denke ich dann schon, daß z.B. mein Peak da noch besser klingen würde. Wenn das allerdings ein aufwendiger Wave-Table-Sound ist oder etwas aufwendigeres mit den Samples bei Omnisphere etc.......muß ich ehrlicherweise sagen, daß ich da eigentlich in relativ kurzer Zeit zu Sounds gekommen bin, die vielleicht mit meiner Hardware garnicht oder nur mit viel Mühe möglich wären.

Eigentlich will ich aber noch mehr mit Hardware machen, ehrlich - dafür hat sie einfach zuviel gekostet.
 
G

Gelöschtwtxxlgmn

Guest
Gibt einige Software die klingt geil Analog.
Hab genug davon auf dem Rechner.
Trotzden habe ich noch viele Analoge Synths, weil genau der Sound den die bieten es entweder nicht für Software gibt oder zu schlecht emuliert ist und die Hardware die Software wegbombt. Ich arbeite mit beidem.
Aber Hardware muss auch um mich herum sein. Ich brauch das. Der Mix macht bei mir die Magie.

Ich hatte von Gforce den Oddity 2 und hab hier den Odyssey stehen.
Der Odyssey bombt das Plugin weg.
Das Plugin klingt dünn und armselig gegen den Odyssey. Da fehlt auch die Lebendigkeit.
Hatte das Plugin verkauft.
The Legend und RePro-1 sind da ganze andere Kaliber. Sound ist wie Hardware.
Aber ein gutes Plugin für Odyssey und MS-20 gibt es noch nicht.
 

einseinsnull

ich weiß eh alles besser.
der oddity hat halt mehr stimmen und rauscht nicht und du kannst am rechner 100 parameter gleichzeitig modulieren.

wenn mir noch ein "argument" einfällt sag ich bescheid. :P
 
Ich habe den lieben langen Tag mit Rechnern zu tun.
Ich habe zuhause null Bock auf Computerkram. 🤓
Du bist absolut nicht allein - es gibt sehr viele davon und zB aufm HK Modular Meet gabs auch wenig Rechner und so weiter.
Die kaufen sich lieber einen coolen Sequencer und so weiter.

Ansonsten erwarte ich das übliche bei Soft vs HW Original - und dennoch gibt es sehr sehr gute Soft.
Ich nehme das meiste auch anders auf, aber beim Pro One, da spiele ich damit, dass mir die Soft reicht. Das sag ich nicht schnell..

Hexenmeister Urs.
Ich finde nicht jede Emulation gut genug, aber der polyphone MS20 ist für mich auch was wert, ich wünschte der iMS20 wäre pole, das würde den extremst aufwerten und ich würde ihn deutlich mehr benutzen, ansonsten schlepp ich den MS20M mit, und der klingt auch schon etwas weniger nasal als meine alten - da gäbe es den Echten, den alten, den zweiten alten, die neuen Neuen und den MS20M - sie alle wären HW und klingen bereits untereinander superverschieden. Die Soft klingt mehr so als Erinnerung daran, aber das kann Korg auch besser - es war der erste, ggf. geht es ja auch heute besser mit nem iPad Pro als Basis und nicht mit iPad 1-4 oder so, da ist dann ja auch mehr Power. Darf man auch nicht vergessen, wie viel Kraft heute Rechner und iPads so haben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Phil999

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es gibt eine AU-App, die jede gedrückte Taste eines MIDI-Eingangs auf mehrere Spuren (z.B. in AUM) leitet, sodass man dann monophone Synth-Apps polyphon spielen kann. Keine schlechte Idee, eben wegen den leistungsfähigen iPads. Habe das selber aber nicht probiert/gekauft.
 
es gibt eine AU-App, die jede gedrückte Taste eines MIDI-Eingangs auf mehrere Spuren (z.B. in AUM) leitet, sodass man dann monophone Synth-Apps polyphon spielen kann. Keine schlechte Idee, eben wegen den leistungsfähigen iPads. Habe das selber aber nicht probiert/gekauft.
das wäre eine gute Idee für den iMs20
 


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