Der Punkt mit 32/64 Bit Float stimmt nicht ganz. Vermischtst du gerade Audiosignalpfad vs. Auflösung der Fader?
Beim Sinus vermischst du Darstellung und Signal. Die Samplewerte sind natürlich diskret, aber der DAC rekonstruiert daraus mit seinem Filter wieder ein kontinuierliches Signal ...
ein Sinus wird also nicht deshalb eckiger, weil er mehr Auflösung braucht als ein Rechteck.
Um die Nyquist Frequenz passiert das selbe, als würdest du ein Rad das 24 U/min macht mit 24fps aufnehmen, es dreht sich irgendwann rückwärts.
Die Frequenzen können um die Nyquist-Frequenz nicht eindeutig identifiztiert werden und werden Oktavenweisen nach unten interpretiert.
Das hört man als Art Mulm, aber auch stumpfe Transienten, Phasenschweine
Beim Bit-/Samplerate-Reducer hörst du die Verschlechterung wegen Quantisierungsfehlern bzw. Aliasing. Dass die Kurve im Editor dabei eckiger aussieht, ist erstmal nur die Darstellung der Samples und kein Beleg dafür, dass ein Sinus grundsätzlich mehr Auflösung braucht.
Nein, ich vermische das nicht. Wie geschrieben: Live arbeitet im Signalpfad mit 32Bit und an den Mischpunkten mit 64Bit.
Die Nyquist-Frequenz hat mit der Sinuswelle im Beispiel erstmal nix zu tun. Die Nyquist-Frequenz besagt doch nur, dass man min. 2 Werte braucht um eine FREQUENZ zu erkennen. Da tauchen Feinheiten wie Sinus und Rechteck noch gar nicht auf.
Um eine Sinuswelle sauber darzustellen braucht es theoretisch und praktisch bedeutend mehr Punkte als bei einer Rechteckwelle, welche quasi nur eine wechselnde Gleichspannung mit 2 max. steilen Flanken pro Periode ist. Beim Rechteck braucht es theoretisch nur 2 Punkte pro Periode um sie absolut sauber darzustellen.
Das Beispiel ist nur theoretisch, so wie der der ganze Thread hier. Es geht dabei nicht darum, ob man eine Sinuswelle bei 44,1 darstellen kann, sondern, dass bei einer minimalen Samplingrate das Rechteck immer noch perfekt abgebildet werden kann, während das bei einer Sinuswelle nicht einmal ansatzweise gelingen kann - egal welche Filter da eingebaut sind.
Das ist ein Sonderfall und sehr fraglich, ob du Signalanteile da oben generell benötigst.
Da oben ist eigtl nur Schmutz oder nichts, je nachdem ob du mit Mics aufnimmst oder ein analoges Instrument.
Digitale Instrumente haben da oben eh nix und Mikrofone haben soweit oben "ihre eigenen Probleme"
Da sollte man dem Nyquist Filter schonmal nen fettes Danke dalassen :D
Wenn ich schreibe VOR dem Wandler, meine ich wohl kaum den digitalen SIgnalpfad :D
Aufnehmen mit hoher Auflösung ist doch kein Sonderfall, sondern die Regel. Ich habe schlicht und ergreifend mehr Interpolationsmöglichkeiten. Der Punkt ist ja auch nicht das hoch- sondern das herunterpitchen, wo mir im Extremfall einfach Samplepunkte fehlen können. Ich selbst pitche viel und oft - habe gehört, dass das andere auch so handhaben.
Ich meine nicht das Aufnehmen besonders hoher oder tiefer Frequenzen, sondern einfach maximale viele Samplepunkte im Material.
Das Thema ist Samplerates, nicht Bittiefe, trotzdem will ich das Missverständnis kurz aufklären:
Die allermeisten modernen 32 Bit Wandler sind nicht float, sondern immer noch fixed point. Haben also kaum praktischen Nutzen ggüber Standard 24Bit. Das ist auch oft Marketing. Der Zoom Recorder kann das aber wohl tatsächlich.
Die allermeiste Pro Wandler (die ich kenne) arbeiten nach wie vor mit 24 Bit fixed point, weil das was sie "Pro" macht, nicht die Ursache im Wandlerchip hat, sondern im davor und dahinter.
Ok, es gibt nur wenige Interfaces mit 32Bit-Wandlern. Die von SSL sind fixed. Der überwiegende Rest (
Zoom*, Sound Devices) ist float

Gibts momentan scheinbar nur in mobilen Geräten.
Klar, die allermeisten, quasi alle, Pro-Interfaces, arbeiten mit 24Bit integer. Das wird sich mit Sicherheit in diesem Bereich langfristig noch ändern, wenn man am Markt weiterhin bestehen will.
Nur die Auflösung mit 32Bit float (und darüber) kann mehr als 0dBFS darstellen und ja, da bräuchte es dann auch mehrstufige Vorverstärker u.ä. bzw.
Zoom* arbeitet da meines Wissen sogar mit mehreren Wandlern.
Die Filter vor und hinter dem Wandler sind jedoch nicht das Thema hier, auch wenn sie mit Sicherheit eine große Wirkung haben - genauso wie der restliche Signalpfad.
Letzten Endes sollte man das Thema Samplingrate nicht anfassen, ohne die Bittiefe/Wortbreite nicht auch noch mit zu betrachten. Letzten Endes kann man ja auch mit 16Bit/96kHz arbeiten - nur macht das i.d.R. wenig Sinn.