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Sequential Prophet 5 Rev 3 verliert Preset Patches

Hallo zusammen,

mein Prophet 5 rev 3 aus den frühen 1980er Jahren war länger nicht in Betrieb und hat einen Umzug hinter sich.
Er hat sämtliche gespeicherten Patches verloren. Fehlerbild: Ich kann die Patches am Panel auswählen, das Display zeigt auch die gewählte Patch-Nummer, das User Interface funktioniert also.
Bloss: Bei keinem der Patches ertönt ein Sound. Also auch keine chaotischen Sounds wie sonst so gern bei anderen Geräten, wenn die Speicherbatterie leer ist.

Frisch neu erstellte Sounds kann ich abspeichern und auch wieder abrufen, wobei das Gerät noch keinen längeren Power-Down hatte, das teste ich dann über Nacht.
Ich habe schon die (originale!) interne Batterie gemessen, sie hat 3,1V.

Jemand eine Idee für die Ursache, und mögliche Maßnahmen? Oder einfach Pech gehabt weil zu lange aus, oder Wackelkontakt wegen Umzug?

Grüße,
Rallef
 
Ändern sich die LED-Anzeigen in den Schaltern, wenn Du die Patches umschaltest, oder bleiben die alle gleich? Bleiben sie trotz anderer Patchnummer gleich, ist der Speicher leer.

Für mich würde das in diesem Fall auf unzureichende Batteriespannung hindeuten oder -- der schlimmere Fall -- auf ein Problem mit dem Z80 (wobei dann u. U. der Prophet gar nicht mehr über die Bootphase hinauskommt, sondern einfach mittendrin hängenbleibt).

Stephen
 
Du meinst die LEDs in den Tastern der Klangerzeugung, also in den OSC/Filter/ENV-Sektionen?
Tatsächlich bleiben die alle immer dunkel, was Deine These bestärken sollte: Speicher leer.

Nur die LEDs in den Program Select-Tastern wechseln mit dem gewählten Preset, genau wie die Anzeige im Display. Aber dazu braucht es ja keinen Speicher.

Der Z80 bzw. der Synth insgesamt tut's, ich kann Klänge manuell erstellen, spielen und auch abspeichern/abrufen.

Über Nacht hat der Speicher übrigens gehalten, die paar Patches die ich gestern gespeichert hatte sind heute noch da.
Trotzdem, ich werde wohl mal prophylaktisch die Batterie tauschen - jetzt wo der Speicher eh leer ist...

Ein paar Taster im Bedienpanel reagieren übrigens trotz "besonderer Zuneigung" nur sporadisch, außerdem ist das Poti des Modwheels "sprunghaft". Gibt es dafür irgendwo Ersatz?

Grüße
Rallef
 
Wahrscheinlich hat die Inbetriebnahme die Batterie wieder ein bißchen auf Vordermann gebracht, aber abhängig davon, wie alt sie ist (Original?), würde ich sie prophylaktisch tauschen.

Das Poti im Modwheel dürfte wahrscheinlich wegen der längeren Nichtbenutzung verstaubt sein -- einfach mal ein paar hundert Mal hin und her drehen, dann sollte es wieder laufen.

Mein P5 machte nie seltsame Chaosgeräusche, wenn der Speicher leer ist (nur einmal, als ich ihn das erste Mal nach Erwerb einschaltete, aber da sah er auch aus, als habe man ihn eine Kellertreppe hinunter geworfen und war an mehreren Stellen defekt). Ist der Speicher leer, macht meiner immer pft-ssss (mangels besserer Beschreibung).

Die Taster sind anfällig für Korrosion und Verstauben (manche geben auch mechanisch nach), aber das machen die im neuen P5/10 ebenfalls gerne. Ist also sehr authentisch nachgebaut. Wenn sie also nach mehrmalige Benutzung immer noch bocken, sollte vielleicht über einen Kompletttausch (mit drei 't') nachgedacht werden (hat bei meinem VS Wunder gewirkt).

Stephen
 
Die Batterie ist original, ja. Daher Zustimmung -> tauschen.

Das Modwheel-Poti ist im ersten knappen Viertel des Drehwegs wirklich "durch", ich hatte das auch schon geöffnet, gereinigt und mit Fader-Lube bzw. den einschlägigen MItteln behandelt. Hat nie geholfen, die Modulation setzt immer etwas abrupt ein.
Es gibt so 2-3 Taster, die sind trotz extra häufiger Betätigung nicht oder nur sporadisch schaltwillig. Daher die Frage nach einer Ersatzteilquelle, und dann Taster und das Modwheel-Poti in einem Rutsch tauschen.

Ich überlege noch, die Spannungsregler (sind die Originalen) im Netzteil prophylaktisch mit zu tauschen, wenn ich schon dabei bin. Für den 5V Regler stieß ich auf Recom R-78B5.0 als Tipp, der soll wohl ziemlich kühl bleiben...
Die Elkos und Tantals hatte ich schon vor ca. 10 Jahren ersetzt.

Grüße,
Rallef
 
Ich würde das komplette Netzteil rauswerfen und gegen das Modell tauschen, das Stefan Hübner für den P5 entwckelt hat -- entwickelt deutlich weniger Hitze und läuft sehr stabil in meinem.

Die Taster sollten eigentlich Standardware sein; evtl. mal bei Synth-Parts o. ä. nachfragen?

Stephen
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: VEB Synthesewerk, Lauflicht, MartYATARI und eine weitere Person
Ich habe nur gute Erfahrungen mit Gregor Walbeck:

Und wenn man selbst nicht auf der beidseitigen Platine oben und unten löten kann,
würde ich den P5 dort abgeben.

Dann kann er gleich dieses Netzteil mit einbauen:

Wine Country heißt nun SequentialCircuits, verkauft aber immer noch Ersatzteile:
https://sequentialcircuits.com/prophet5parts.html

Ja, das ist alles nicht so super preiswert. Aber es ist wie mit teueren Autos:
Man kann zwar mittlerweile Oberklasse-KFZ günstig kaufen, der Unterhalt und die Inspektionen sind aber immer noch Oberklasse-Niveau.
Einen ordentlichen Bentley T bekommt man für 8000,- Euro, die erste Inspektion kostet dann i.d.R. 6000,- Euro.

Und der P5 war damals ein teurer Synthesizer!
 
OK danke!

Synth-parts hatte ich angeschrieben, die Taster für den Prophet 5 haben die leider nicht, nur für den VS, das sind andere. Und die Taster sind durch die LED hinten in der Tastenkappe wohl leider nicht Standard, zumindest habe ich die aktuell so nicht im Web gefunden.
Aber egal, richtig zicken tut nur noch die "5" aus der Program Select Section, da löte ich mal die ganze Taste aus und versuche sie intensiver zu reinigen.

Blöderweise habe ich noch ein anderes Phänomen, dessen Beginn ich oben gar nicht geschildert hatte, weil ich die wahrscheinliche Fehlerquelle schon lokalisiert hatte:
Bei einer Voice war OSC B ausgefallen. Solange nur OSC A aufgedreht, OSC B aber abgedreht war, tat's die Voice (eben mit OSC A). Sobald man OSC B mit aufgedreht hatte, fiel die Voice komplett aus.
Für die Schaltplan-Kenner: Ursache war der CA3280 Dual-OpAmp-IC vor dem CEM Filter, wo OSC A und OSB zusammengemischt werden. Wenn da in der "Hälfte für OSC B" ein Kurzschluss ist, zieht der OSC A mit runter, wenn OSC B aufgedreht wird.
Chip vorhin getauscht - siehe da, alle Voices mit allen OSCs voll da.
Für ein paar Minuten. Jetzt ist OSC A ausgefallen, bei der gleichen Stimme. Und offensichtlich wieder am gleichen Chip. Bis zu dessen Eingängen liegen alle Signale sauber an.
Das kann natürlich ein komischer Zufall sein, der Ersatz-Chip war von ebay, neu gibt's die nicht mehr.
Vielleicht weiß jemand da was, daß es mit den Bauteilen bzw. im Prophet-5 an der Stelle immer wieder Schwierigkeiten gibt? Die Drumrum-Beschaltung sieht harmlos aus, nix von dem ich erwarten würde, daß es einen Chip zerschiesst.

Die Versorgungsspannungen werde ich noch prüfen, wenn da die +/- 15V fragwürdig sind, werde ich das Netzteil tauschen wie vorgeschlagen.

Viele Grüße,
Rallef
 
Vielleicht hat der 4016 vor der CA3280 einen Hau und schickt einen DC-Offset raus, was die OTAs dann nicht mögen. Diese ganzen alten CMOS-Schalter ICs aus den späten 70ern sind ziemlich "prone to die". Ich kenne Leute, die pauschal alles aus der Familie 405x und 4016 tauschen, wenn sie einen Synth als Renovierungsauftrag bekommen.
 
  • #10
Das sähe ich nur im Oszilloskop, oder?
ICs mit 40xx hab ich auch immer zuerst im Verdacht, hier ist aber sonst nix auffällig.
 
  • #11
So, jetzt habe ich neues Problem:

Ich habe u.a. den kaputten Program Select Taster "5" ersetzt. Bei den Tastern handelt es sich um "ITT Schadow" Taster mit LED, findet man sogar noch zB. bei Reichelt. Hat exakt die gleichen Abmessungen wie das Original.
Der Punkt dabei ist: Die LED gehört nicht zum Taster, sondern wird separat nach Abnahme der Tasterkappe von oben durch den Taster-Körper durchgesteckt und mit dem Taster auf die Platine eingelötet.

Das zur Vorgeschichte, was ich u.a. gemacht habe.

Das Problem: Der Prophet geht nicht mehr an. Wenn ich am Netzteil unter Last die Spannungen messe, fehlen die +5,6V. Alle anderen Spannungen sind da.
Ziehe ich die Stecker zu den Boards ab und messe das Netzteil ohne Last, sind die +5,6V da. Also irgendwo ist auf den Boards ein Kurzschluss.

Meine Vermutung: LED im Taster verpolt eingebaut (ich hab nicht gemessen, ich dachte, ich war vorsichtig und habe die LED aus dem alten Taster "gleichrum" in den neuen eingesteckt).

Bevor ich wieder alles zerlege, kann mir vielleicht jemand helfen:

Ich hab im eingefügten Schaltplan mal die LED eingezeichnet, wie sie regulär gepolt sein sollte (sie hängt eigentlich auf einem anderen Board an den Leitungen zwischen LD4 und LR3, auf dem anderen Board ist aber sonst aus meiner Sicht nix Relevantes drauf, daher hier eingemalt).

So wie eingezeichnet wäre es "richtig rum". Wenn ich die verpolt hätte - hätte ich dann einen ernstzunehmenden Kurzschluss? Mir kommt das erst mal eigentlich nicht so vor, daß dann gleich die 5V wegbrechen sollten...

Dank & Gruß,
Rallef
 

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  • #12
Die Taster nennen sich „Digitast“ und werden auch heute noch hergestellt, in verschiedenen Größen und inzwischen auch mit 2 LEDs, waren besonders in den 70ern und 80ern auch im DIY Bereich weit verbreitet.

Die LEDs hängen ja nicht direkt in irgendeinem Spannungszweig, sondern werden durch Latches mit nachgeschalteten Transistoren und Vorwiderständen angesteuert, eine verpolte LED leuchtet dann einfach nicht, daß dadurch der komplette Synth lahmgelegt wird halte ich für sehr unwahrscheinlich, der Fehler muß an anderer Stelle liegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Miks
  • #13
Ziehe ich die Stecker zu den Boards ab und messe das Netzteil ohne Last, sind die +5,6V da. Also irgendwo ist auf den Boards ein Kurzschluss.
Die 5,6 V sind für die 4051er, damit die mehr Versorgungsspannung haben, als die 5V Nutzsignale (auf dem Mainboard ist noch mal ein +5V Regler, der echte 5,0V für die CPU etc. erzeugt!). Da ist ziemlich sicher einer von den 4051ern tot. Es rentiert sich die wirklich alle(!) zu tauschen.

PS: Theoretisch könnte aber auch der 5V Regler auf dem Mainboard hin sein...
 
  • #14
Hallo zusammen,

mein Prophet 5 rev 3 aus den frühen 1980er Jahren war länger nicht in Betrieb und hat einen Umzug hinter sich.
Er hat sämtliche gespeicherten Patches verloren. Fehlerbild: Ich kann die Patches am Panel auswählen, das Display zeigt auch die gewählte Patch-Nummer, das User Interface funktioniert also.
Bloss: Bei keinem der Patches ertönt ein Sound. Also auch keine chaotischen Sounds wie sonst so gern bei anderen Geräten, wenn die Speicherbatterie leer ist.

Frisch neu erstellte Sounds kann ich abspeichern und auch wieder abrufen, wobei das Gerät noch keinen längeren Power-Down hatte, das teste ich dann über Nacht.
Ich habe schon die (originale!) interne Batterie gemessen, sie hat 3,1V.

Jemand eine Idee für die Ursache, und mögliche Maßnahmen? Oder einfach Pech gehabt weil zu lange aus, oder Wackelkontakt wegen Umzug?

Grüße,
Rallef
Nach 40 Jahren noch immer die erste?
Mein an1x braucht wieder einen neue nach 14 Jahren. Ist dann die dritte.
 
  • #15
Die Taster nennen sich „Digitast“ und werden auch heute noch hergestellt, in verschiedenen Größen und inzwischen auch mit 2 LEDs, waren besonders in den 70ern und 80ern auch im DIY Bereich weit verbreitet.

Die LEDs hängen ja nicht direkt in irgendeinem Spannungszweig, sondern werden durch Latches mit nachgeschalteten Transistoren und Vorwiderständen angesteuert, eine verpolte LED leuchtet dann einfach nicht, daß dadurch der komplette Synth lahmgelegt wird halte ich für sehr unwahrscheinlich, der Fehler muß an anderer Stelle liegen.

Ja, das bestätigt meine Annahme. Danke! Aber hätte ja sein können, daß ich was übersehen habe...
 
  • wunderbar
M.i.a.u.: MartYATARI
  • #16
Die 5,6 V sind für die 4051er, damit die mehr Versorgungsspannung haben, als die 5V Nutzsignale (auf dem Mainboard ist noch mal ein +5V Regler, der echte 5,0V für die CPU etc. erzeugt!). Da ist ziemlich sicher einer von den 4051ern tot. Es rentiert sich die wirklich alle(!) zu tauschen.

PS: Theoretisch könnte aber auch der 5V Regler auf dem Mainboard hin sein...

Ich hab mich jetzt etwas weiter vertieft in die Spannungsversorgung:

- Der 5V Regler auf dem PSU-Board erzeugt +5,6V, daraus werden per Dioden auf dem Main/CPU-Board +5V, im Schaltplan auch als "+5d" bezeichnet. Daran hängt u.a. die Reset-Logik, und, per Diode, parallel auch die Pufferbatterie für den Speicher.
- Der 5V Regler auf dem Mainboard erzeugt die im Schaltplan mit "+5a" bezeichnete, separate 5V, die zB. an die Potis gehen, also quasi 5V für den analogen Teil, also zumindest für den analogen Bedienteil

Wo die als "+5V" bezeichnete Spannung für die CPU etc. auf dem Mainboard herkommen, hab ich noch nicht ganz verstanden, intuitiv würde ich die mit den "+5d" für "digital" gleichsetzen, also aus den +5.6V vom Regler auf dem PSU-Board.

Zu den 4051ern: Die hängen im Schaltplan entweder an +15V oder an "+5a" (wenn ich nichts übersehen habe), und können damit denke ich nicht die +5,6V vom Regler auf dem PSU-Board kurzschliessen.

Ich habe noch 2 andere Änderungen vorgenommen:
- Batterie getauscht, die neue hat +3,2V. Jetzt kann es sein, daß ich beim Einlöten irgendwas kurzgeschlossen habe oder zB. eine der Dioden in der "Nähe" zu heiß wurden. Die Batterie hängt nur über eine Diode direkt an den 5.6V. Bloss sehe ich nicht, warum die 5.6V ausfallen sollten, wenn da eine Diode kaputt wäre?
- den 5V Spannungsregler auf dem PSU ersetzt durch einen Recom 7805-1.5 DC/DC-Wandler. Der könnte natürlich auch die Ursache sein, bloß ohne Last sind die 5,6V ja da.

Es bleibt spannend...

Viele Grüße
Rallef
 
  • #17
Nach 40 Jahren noch immer die erste?
Mein an1x braucht wieder einen neue nach 14 Jahren. Ist dann die dritte.

Der AN1x dürfte eine typische Knopfzelle wie CR2032 oder ähnliches haben, die"üblichen Verdächtigen".

Der Prophet hat keine Knopfzelle, sondern was größeres eingelötet, mit mutmaßlich höherer Kapazität, und die Spannung war an sich noch gut. Trotzdem hab ich sie jetzt ausgetauscht...
 
  • wunderbar
M.i.a.u.: MartYATARI
  • #18
den 5V Spannungsregler auf dem PSU ersetzt durch einen Recom 7805-1.5 DC/DC-Wandler
Das ist ein Schaltregler. Der hat da drin nix zu suchen. Da gehört ein klassischer Linearregler rein.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: microbug und Miks
  • #19
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass man nicht an dem schönen Gerät weiter herumbasteln sollte, um nicht noch mehr zu beschädigen.
 
  • #21
Gut, vielleicht tue ich dem Kollegen unrecht. War nur mein Eindruck, dass immer mehr kaputt geht. Ich wünsche viel Erfolg!
 

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