@notreallydubstep Suchst du eigentlich Workstations oder einfach gute synthesestarke oder gut klingende Synthesizer "allgemein"? Ich habe eher einen Hang zu letzterem, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht universell sind. Ggf. geht es dann noch weiter. Es gibt natürlich eine Top 10 Softsynths hier im Forum und Bekundungen, die bei Soft wie Pigments gar nicht selten ist, früher noch mehr Diva und RePro 5 und 1, die auch noch immer ziemliche Referenzen sind. Aber sie sind eben keine Workstations. Arturias Collection oder die eher unterschätzte Korg Collection ist aber auch einen Blick wert - da sind einfach Synthesizer dabei, die man gut brauchen kann.
Das nur so pro Forma und als Frage.
Ich suche Dinge, die an den inflationären Aspekt von "Supersynth" heranreichen. Also dieses in den letzten beiden Jahren ziemlich erstarkte Genre an "das ist jetzt so mehr oder weniger unser Flaggschiff", das alles irgendwie recht brauchbar kann, aber gleichzeitig
keine Workstation ist.
Will heissen; einige Synthese-Engines, eine zünftige Filter-Auswahl, grösseres FX-Rack, eine grosse Komplexität
möglich – aber im Kern immer noch
ein Synthesizer. Unter Workstation verstehe ich stattdessen Dinge, die mit dem Laden einer "Engine" auch ihre Bedienphilosophie wechseln oder aber den Multimode als tragendes Konzept verstehen.
Ultra ist bspw. ein gutes Beispiel. Da hast du im Oszi unterschiedliche Engines, mal mehr, mal weniger typisch, im Filter eine breite Auswahl, die Modulationen sind üppig, LFOs sind einige vorhanden (8 glaub ich), Envelopes ebenfalls, die FX-Sektion ist breit und mehrkanalig, aber es ist alles in sich schlüssig und wenngleich sich die unterschiedlichen Oszis optisch deutlich abheben, ist es noch nicht "ich lade in Halion eine andere Engine und verknüpf die mit der ersten". Das bleibt immer irgendwie stringent, gleichzeitig sind Supersynths weitgehend Allrounder.
Serum ist mit Multisamples und Spektralsynthese (u.a.) von der reinen Wavetable-Lehre abgewichen und nicht zuletzt auch dank Chaostheorie-LFOs und das zweite Filter gen "Supersynth" aufgestiegen.
Current macht ähnliches, auch wenn es sich eher die Herangehensweise von
Pigments schnorrt, dass sich über die letzten Versionen sukzessive dorthin entwickelt hat. Und auch Omnisphere folgt, wenngleich etwas anders gestrickt, diesem groben Konzept "Multisynthese-Optionen durch typischen Synth". Phaseplant und Zebra sind da schon eher die Outsider, wenngleich man sie simplifiziert in eine ähnliche Richtung schieben kann.
Die Grenze kann man auch nach unten ziehen, was ich ja schon ansatzweise ausgeführt habe, warum ich Dinge bspw.
nicht als Supersynth einordne, aber ich konkretisiere das auch gerne noch.
Diva ist eine Bank für sich, aber aus der Kiste kommen niemals authentisch digital gemachte Sounds raus, die Hüllkurven beschränken sich auf zwei, das Routing ist sehr basic und die FX-Slots hart limitiert. Mach das Diva schlecht? Nein, aber es ist kein Supersynth.
Massive X ist ein Optionschwein, bleibt aber im OSC immer Wavetabler. Kein Supersynth.
Hive kann VA und (abartig flexible) Tables, eine mächtige Modulationsebene, zwei Filter und viel Abwechslung, aber ist im Portfolio trotzdem ein aufs wesentliche runtergebrochene Zebra, vgl. das klare Routing und bspw. 7 fixe FX- sowie 12-Modulations-Matrix-Slots. Kein Supersynth.
Dune und
Rapid kann man layern, aber so richtig "multi" werden sie in ihrer an sich flexiblen Engine trotzdem nicht. Der Minifreak hat Multisynthese, aber zwei LFOs und ein kleines 3-Option-Filter. Dawesome Myth hat ne Tonne Optionen, startet aber bei Basic-OSCs oder der Resynthese-Iris. Und so weiter...
Mit dem Top-10 - Softsynth Thread hat das alles eher wenig zu tun. Leute (u.a. auch ich) nennen da ja auch ganz häufig irgendwelche Spezialisten. Mir gehts eher um einen kleinen Abgleich in diesem recht spezifischen Thema – darin hab ich versucht, meinen Horizont zu erweitern und mal ein paar der üblichen Verdächtigen™ gegeneinander antreten zu lassen, auch um ihre Stärken und Schwächen benennen zu können.