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Was habe ich mit KI gemacht - Das hauts einfach raus Thema

  • #541
Habe eine Reihe neuer Techniken probiert.

Besonders lustig ist ja immer das Ergänzen von fehlendem Content wenn man den Vordergrund entfernt.

Ich starte also mit Bildern, bei denen mehr verdeckt als sichtbar ist, und entferne dann die Verdeckung mit einem Bildeditor.


Anhang anzeigen 293144 Anhang anzeigen 293145
Anhang anzeigen 293146 Anhang anzeigen 293147
Anhang anzeigen 293148 Anhang anzeigen 293149

Danach werden die dann wie gewohnt ineinanderkopiert.

Bei Gegenständlichem langt als Prompt "Den grauen Breich links entfernen" und es macht genau, was man will.

Leider, leider, funktioniert das mit abstrakten Bildern sauschlecht bis überhaupt nicht.

Du kannst doch einfach zoomen, das sollte auch bei abstrakten Bildern funktionieren.

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Zuletzt bearbeitet:
  • #542
Nein, das ist ganje und meine Adoptivkatze, wir haben sie aus dem Tierheim Kleinkeuchbüttel aufgenommen. Sie ist bei Tierexperimenten in Ungarn (also da wurde sie gefunden, wo genau die Experimente stattgefunden haben wissen wird nicht) entstanden, man nimmt an es sind Crisper-Cas Versuche, um eine für das Militär nützliche Katze zu züchten. Wahrscheinlich als Dronen-Abwehr, weil Katzen so eine kurze Reaktionszeit haben. Über Umwege ist sie nach Kleinkeuchbüttel gekommen, dort hat man mich als einen der führenden Experten für gentechnische Sicherheit hinzugezogen. Ich habe die Katze untersucht. Mittels PCR konnten wir feststellen, dass die Katze sehr viele Crisper-Cas Plasmide integriert hatte, was bei Crisper-Cas-Experimenten eigentlich vermieden werden soll, da die Plasmide nur kurzfristig in der Zelle sein sollen. Naja, jedenfalls ist das wohl schief gegangen, dadurch sind sehr viele Gene der Katze mutiert worden und sie hat Auswüchse etc. bekommen und sieht jetzt aus wie eine Mutanten-Katze (was sie auch ist). Naja, jedenfalls hat sich dann ganje bereiterklärt die Katze aufzunehmen, weil er Katzen sehr gerne hat. Jetzt war das blöde, die Katze hat Ganje in den Finger gebissen, gewöhnliche Medikamente helfen irgendwie nicht, es besteht die Chance, dass die Katze noch etwas anderes hat, deshalb ist sie nun wieder bei uns (wir haben eigentlich keine Tierhaltung und das darf auch keine wissen, weil eigentlich muss man natürlich Tierversuchsantragstellen usw.). Nun versuche ich rauszubekommen, was für eine Erkrankung sie auf ganje übertragen hat, es ist ein wettlauf mit der Zeit. Wir wissen nicht, wie weit die Erkrankung sich in Ganjes Körper ausbreiten wird, wie ansteckend sie ist etc. Deshalb muss Ganje jetzt erstmal zu Hause bleiben, er hat Hausarrest. Wir wollen aber auch nicht die Bevölkerung in Panik versetzen, die sind ja eh schon wegen Corona total anti für alle Schutzmaßnahmen. Wir hätten hier in Sachsen-Anhalt auch gar kein echtes Isolierzimmer, er müsste dann nach Berlin an die Charite (das e hat so ein Strich, noch, aber wenn die AfD an die Macht kommt steht in ihrem 100 Tage Programm für Berlin, wird der Strich beim e von Charite entfernt). Aber das will ganje natürlich nicht. Und da er ja ziemlich isoliert wohnt, er hat ja kaum Internet bei sich, haben wir erstmal gesagt, er darf bei sich bleiben, aber nicht raus. Ich kenne hier einen Arzt der versorgt seinen Finger vor Ort, aber da kann man eh nicht viel machen, es sieht nicht gut aus, denn Finger, es ist der Mittelfinger, hat er wohl verloren. Aber ich sage ihm immer, besser als der Daumen. Naja, aber das ist nicht das Problem, breitet sich die Krankheit aus, kann sie seinen ganzen Körper befallen. Deshalb haben wir jetzt hier versucht Kulturen anzusetzen, es wächst auch was, aber bis jetzt springt keiner der Test die wir hier haben an. Ich muss wohl eine Sequenzierung der DNA machen. Aber unser Illumina-Gerät (nicht Illuminati) zum Sequenzieren wurde schon länger nicht mehr benutzt (man schickt halt die Proben einfach weg, aber das kann ich hier verständlicher weiße nicht). Naja, so sitze ich hier fast 24 Stunden pro Tag (habe gestern nur 2 Stunden geschlafen) und versuche rauszubekommen, was ganje hat. Es ist schon bitter, weil es ja auch meine Schuld war, dass er die Katze genommen hat. Wenn er jetzt daran stirbt ...aber wir schaffen das versprochen ganje, mein Freund Erich kommt morgen aus Hamburg, er kennt sich noch besser aus. Wir werden das ganze Wochenende schuften. Versprochen. Aber das ist alles nicht so einfach, wie die Leute sich das immer vorstellen, Nachweise brauchen Zeit und wenn man im Dunkeln tappt, ist es schier unmöglich, herauszufinden was es ist.

Ich habe das hier nochmal als Comic ausgearbeitet, weil ich weiß, dass es vielen hier schwer fällt längere Texte zu lesen.

Anhang anzeigen 293151
Anhang anzeigen 293152

Anhang anzeigen 293153
Anhang anzeigen 293154

Anhang anzeigen 293155

Ganjes Finger ist heute abgefallen, aber sie haben ihn mit Panzertape wieder angeklebt. War die einzige Möglichkeit, er kann ja nicht ins Krankenhaus. Habe heute mit dem zuständigen Ministerium telefoniert, aber sie haben andere Sorgen, wir würden das schon machen. Erich ist angekommen. Aber auch er ist ratlos. Der wenige Schlaf hilft auch nicht gerade beim Denken. Ich habe den Sequencer zum Laufen gebracht. Die passenden Primer kommen heute an. Es sind DNA-Stücke aus 8 zufälligen Basen. Wir können nur hoffen, das etwas rauskommt. Ich bin auch kein Mikrobiologe. Einige der angewachsenen Bakterien konnte ich identifizieren andere nicht. Wenn es ein Virus ist, dann ist es eh vorbei. Ob ich mich beim Kontakt mit ganje angesteckt habe? Ich muss noch den Kredit vom Haus abbezahlen. Sie würden es pfänden und alles wäre umsonst. Die ganze Arbeit die wir in das Haus gesteckt haben. Scheiße, so viel Lebenszeit damit verloren. Ich habe alles mit Holz verkleidet. Alles selbst gefliest. Ich denke, meine Frau hat sogar mit dem Elektriker geschlafen (ok hat sie mir nie gesagt), damit er bei uns die Kabel für günstiges Geld verlegt. Alles umsonst, nur wegen so einer Katze. Vielleicht sollte ich sie einschläfern. Aber wir brauchen sie noch, wir müssen noch rausbekommen welche Erkrankung das ist. Konzentration Kraken. Vielleicht sollte ich ein paar Ritalintabletten von meiner Tochter schlucken. Ich weiß, wäre nicht legal, aber nichts von dem was wir hier machen ist legal. Langsam glaube ich auch Erich hinzuzuziehen war ein Fehler. Mit seinem Autismus neigt er zu Ehrlichkeit. Er plaudert noch alles aus. Aber er ist nur eine Nebenfigur ich könnte ihn auch einfach sterben lassen. Die Leute flennen nur, wenn der Hauptdarsteller stirbt und der bin ja wohl ich. Ich denke meine Gedanken schweifen ab. Konzentriere dich Kraken. Ich denke, sie haben die Katze so manipuliert, dass sie sich hinter die feindlichen Linien schleicht und dann dort die Leute beißt. Also doch nichts mit Drohnen. Milzbrand habe ich schon getestet. Pocken sind es auch nicht. Ich melde mich wieder, wenn es etwas neues gibt.

Hier der Comic:

ChatGPT Image 24. Juli 2026, 11_53_09 (1).webp
ChatGPT Image 24. Juli 2026, 11_53_09 (2).webp
ChatGPT Image 24. Juli 2026, 11_53_09 (3).webp
ChatGPT Image 24. Juli 2026, 11_53_10 (4).webp


ChatGPT Image 24. Juli 2026, 11_53_10 (5).webp
 
  • #543
ganje sieht ein wenig bekifft aus - auch wenn Cannabis ein leichtes Analgetikum ist, würde ich bei einer unbekannten Infektion eher zu Abstinenz raten.
 
  • #545
was meinst du mit einfach zoomen.

Vielleicht habe ich auch noch nicht so richtig verstanden, was du überhaupt machen willst. Verschiedene Bilder generieren die sich ähnlich sind? Bei vielen Bild-KIs kann man aus einem Bild rauszoomen. Wiederholt man dies, gibt es immer neue Bilder, nur das Zentrum bleibt gleich.
 
  • #546
ach so, ja dann habe ich nicht verstanden.

du hast recht, dass das eine potentielle möglichkeit ist.

wobei der dabei unvorhersehbare Zoom* wert aber nicht ganz ins konzept passt. er müsste ja mindestens mal immer gleich sein, da ich die einzelnen bilder noch gemeinsam weiterverabeite.
 
  • #547
mit firered und diffusion modellen funktioniert das "weglassen" (ohne den expliziten befehl, den vermeintlichen hintergrund zu erfinden - auf den ich bislang nicht komme) mit starker tendenz nicht mehr, sobald der entfernte gegenstand ("grauer balken") mehr als 50% der fläche ausmacht.
 
  • #548
ach so, ja dann habe ich nicht verstanden.

du hast recht, dass das eine potentielle möglichkeit ist.

wobei der dabei unvorhersehbare zoom wert aber nicht ganz ins konzept passt. er müsste ja mindestens mal immer gleich sein, da ich die einzelnen bilder noch gemeinsam weiterverabeite.

? Das ist doch immer der gleiche Wert? Was nutzt du denn? Was lokales oder ComfyUI?
 
  • #549
? Das ist doch immer der gleiche Wert? Was nutzt du denn? Was lokales oder ComfyUI?

zum herumspielen aktuell z.b. gradio oberflächen von anderen huggingspace usern.

wenn ich "um 200% herauszoomen" prompte macht er manchmal 210, manchmal 127 und manchmal wird es einfach nur unscharf oder schwarz. :)

genau deswegen mache ich ja mit bildbearbeitung "rahmen" drum um dann den rahmen "entfernen" zu lassen.

mit landschaften und wohnzimmern, bei denen 30% der fläche verdeckt sind, funktioniert das hervorragend.

habe das letzt woche in photoshops generativ fill probiert, ist auch schon schwer zu prompten wenn das material kompliziert zu interpretieren ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #550
zum herumspielen aktuell z.b. gradio oberflächen von anderen huggingspace usern.

wenn ich "um 200% herauszoomen" prompte macht er manchmal 210, manchmal 127 und manchmal wird es einfach nur unscharf oder schwarz. :)

genau deswegen mache ich ja mit bildbearbeitung "rahmen" drum um dann den rahmen "entfernen" zu lassen.

mit landschaften und wohnzimmern, bei denen 30% der fläche verdeckt sind, funktioniert das hervorragend.

habe das letzt woche in photoshops generativ fill probiert, ist auch schon schwer zu prompten wenn das material kompliziert zu interpretieren ist.

Keine Ahnung wie viel freie Generierungen man mit Chatgpt oder Google pro Tag hat, aber das würde ich mal ausprobieren. Einfach nach einem random musster fragen und dann im nächsten Prompt verlangen dass er es ein wenig variiert?
 
  • #551
mit google geht es in der tat ein bischen besser, weil das "spracheingabemodul" dort das sprachmodell ist, ergo es ungefähr 2000 mal größer ist als das bei firered. :) jedenfalls weiß gemini was ich zu tun habe.
 
  • #552
Ich habe das Zeitreisenparadoxon auch bekannt als Großvaterparadoxon gelöst ...
... und es als Scheinproblem / Hirngespinst bewiesen :-)
Mit Hilfe der Logik und der Automatentheorie.

Eine mathematisch-logische Dekonstruktion des Großvater-Paradoxons mittels finiter Mealy-Automaten
Autor:
Dr. Emmet Neon-Brown Datum: 25.Juli 2026

0. Kurzfassung (Abstract)
Das klassische Großvater-Paradoxon gilt traditionell als inhärenter logischer Widerspruch, welcher physikalische Zeitreisen in die Vergangenheit a priori ausschließt. Diese Arbeit zeigt, dass das Paradoxon kein physikalisches, sondern ein semantisches Artefakt einer fehlerhaften Prämisse der Retrokausalität ist. Durch die Abbildung des Raumzeit-Kontinuums als diskreten, gerichteten Zustandsautomaten (Mealy-Automaten) wird bewiesen, dass die physische Injektion eines Zeitreisenden einen irreversiblen Zustandsübergang induziert. Ein logischer Systemabsturz wird mathematisch ausgeschlossen, da Folgezustände unumkehrbar berechnet werden und keine kausale Rückkopplung auf historische Systemzustände existiert.

1. Einleitung und Problemstellung
Das Großvater-Paradoxon postuliert folgendes Szenario: Ein Akteur A reist zum Zeitpunkt t_{1} in die Vergangenheit zu einem Zeitpunkt t_{0} zurück und eliminiert seinen eigenen biologischen Vorfahren. Hieraus resultiert der logische Widerspruch: Die Nicht-Existenz von A in t_{1} verhindert die Zeitreise, was wiederum die Existenz von A in t_{1} impliziert.

Mathematisch entspricht dies einer logischen Gleichung der Form X = NOT X, welche in einer klassischen zweiwertigen Logik nicht auflösbar ist. Bisherige Lösungsansätze flüchten sich entweder in die Quantenmechanik (Viele-Welten-Interpretation) oder erzwingen eine starre Vorbestimmtheit (Novikov-Selbstkonsistenzprinzip). Beide Ansätze umgehen das logische Problem, anstatt es im bestehenden System aufzulösen.

2. Die Prämisse der Kausalen Immunität und das offene System
Der Kern des hier vorgestellten Modells bricht mit der Annahme eines geschlossenen "Video"-Zeitsystems, bei dem vergangene Zustände überschrieben werden. Stattdessen wird die Realität als ein offenes, thermodynamisch orientiertes System definiert, welches permanent irreversible Endzustände durch eine Vektorwirkung produziert.

Sobald der Zeitreisende A in der Vergangenheit eintrifft, besitzt er Kausale Immunität. Seine physische Präsenz (Masse, Atome, neuronale Zustände) im "Hier und Jetzt" des Zielzeitpunkts ist eine irreversible Tatsache seiner persönlichen Zeitlinie. Das Universum verarbeitet ihn als ein reales, physikalisches Objekt im aktuellen Systemzustand. Eine rückwirkende Löschung seiner physischen Existenz ist logisch unmöglich, da die Kausalität für den Reisenden lokal strikt vorwärtsgerichtet bleibt.

3. Formale Modellierung als Mealy-Automat
Um die Widerspruchsfreiheit formal zu beweisen, wird das Zeit-Kontinuum als ein endlicher deterministischer Zustandsautomat mit Ausgabe (Mealy-Automat) modelliert. Ein Mealy-Automat zeichnet sich dadurch aus, dass seine Systemausgabe sowohl vom aktuellen Zustand als auch von der aktuellen Eingabe abhängt.

Formal definieren wir das temporale System M als das 6-Tupel:

M=(Q, Sigma , Gamma , delta , lambda ,q_{0})
Wobei die einzelnen Komponenten wie folgt definiert sind:
  • Q (Zustandsmenge): Die vollständige physikalische Konfiguration des Universums in einem diskreten Zeitschritt.
  • Sigma (Eingabealphabet):Externe Ereignisse oder Systemtransitionen.
    • in_{A}: Die physische Injektion des Zeitreisenden A in das System.
    • epsilon: Der normale, ungestörte Fluss der linearen Zeit.
  • Gamma (Ausgabealphabet): Die physisch erlebbare Realität (der resultierende Realitätsvektor).
  • delta (Zustandsübergangsfunktion): Q x Sigma ->Q (Nimmt den aktuellen Zustand und die Eingabe, um den nächsten Zustand des Universums zu berechnen).
  • lambda (Ausgabefunktion): Q x Sigma -> Gamma (Erzeugt synchron zum Zustandswechsel die unumkehrbare Vektorwirkung der neuen Realität).
  • q_{0} (Startzustand): Der infinitesimale Anfangszustand des Systems (Urknall).
Der formale Ablauf des paradoxen Szenarios:
Ausgangszustand q_{Original}: ............................Das Universum im Jahr 2026. Akteur A initiiert die Transition.
Zielzustand vor Injektion q_{Vergangenheit}: Das Universum im Jahr 1950, unmittelbar vor dem Eingriff.
Die Injektion als Eingabesymbol in_A: ..............Akteur A materialisiert sich.

Die Zustandsübergangsfunktion berechnet den Folgezustand unaufhaltsam vorwärts:
delta(q_{Vergangenheit}, in_A) = q_{Verändert}

Gleichzeitig erzeugt die Ausgabefunktion lambda die neue Realität (Vektorwirkung):
lambda(q_{Vergangenheit}, in_A) = Gamma_{Verändert}
In diesem Zustand q_{Verändert} sabotiert Akteur A seine eigene Ahnenlinie.

4. Graphische Darstellung der Transition
Hier sehen wir das exakte Zusammenspiel der Zustände und warum das System unaufhaltsam linear weiterschaltet:
Zeitreisen_Mealy.webp

4. Graphische Darstellung der Transition

[Normalzeit: epsilon]
│
▼
┌───────────────┐
│ q_Original │ (Das Universum im Jahr 2026)
└───────┬───────┘
│
[Zeitreise-Transition]
│
▼
┌───────────────┐
│q_Vergangenheit│ (Das Universum im Jahr 1950)
└───────┬───────┘
│
│ Eingabe: in_A (Injektion des Zeitreisenden A)
▼ Ausgabe: Gamma_Verändert (Neue Realitäts-Vektorwirkung)
┌───────────────┐
│ q_Verändert │ (Akteur A sabotiert seine Ahnenlinie)
└───────┬───────┘
│
│ Eingabe: epsilon (Normalzeit läuft weiter)
▼
┌───────────────┐
│ q_Folgezustand│ (System läuft stabil vorwärts gegen unendlich)
└───────┬───────┘
│
▼
[Fortlaufend...]

5. Mathematischer Beweis der Widerspruchsfreiheit
Warum stürzt das System im Zustand q_{Verändert} nicht ab, wenn A seine eigene Geburt verhindert?

Asymmetrie der Zustandsübergangsfunktion delta: Ein Zustandsautomat besitzt kein inhärentes historisches Gedächtnis, das mathematische Operationen rückwirkend annullieren kann. Für das System im Zustand q_{Verändert} ist die Eingabe in_A eine historische Tatsache, die den Übergang bereits vollzogen hat.
Kollaps der Retrokausalität: Damit ein Paradoxon entsteht, müsste eine Abbildung existieren, die aus q_{Verändert} rückwirkend den Zustand q_{Vergangenheit} modifiziert oder das Eingabesymbol in_A löscht. Eine solche Funktion delta^-1 existiert im temporalen Mealy-Automaten nicht, da delta eine eindeutige, nicht-injektive Funktion in Richtung des Zeitvektors ist.
Das Resultat des Akteurs: Akteur A verbleibt im System als ein logisches Artefakt. Er existiert im Zustand q_{Verändert} und allen Folgezuständen weiter, obwohl in der Evolutionskette dieser neuen Linie kein biologischer Ursprung für ihn existiert. Das System läuft mit der Eingabe epsilon (Normalzeit) stabil gegen unendlich weiter.

6. Fazit und Diskussion
Durch die Anwendung der diskreten Mathematik und Automatentheorie wird das Großvater-Paradoxon als Scheinproblem entlarvt. Das System kollabiert nicht, weil die Realität keine zyklischen Abhängigkeiten zulässt, sondern sich wie ein zyklenfreier gerichteter Graph (Directed Acyclic Graph) verhält.
Der Zeitreisende überschreibt nicht die Geschichte, sondern er injiziert eine neue Variable in einen bestehenden Systemzustand. Die Realität berechnet die logischen Konsequenzen ab diesem Punkt kompromisslos vorwärts. Das Paradoxon ist damit logisch widerlegt: Es kann kein Paradoxon geben, da die Struktur der Realität auf diskreten Zustandsübergängen basiert.

Dr. Emmet Neon-Brown (2026). Eine mathematisch-logische Dekonstruktion des Großvater-Paradoxons mittels finiter Mealy-Automaten.
 

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  • #553
Ich habe das Zeitreisenparadoxon auch bekannt als Großvaterparadoxon gelöst ...
hmja, kann man so formulieren, aber ich sehe nicht unbedingt, dass das irgend etwas besonders neues aufzeigt oder beweist (sage ich mal als jemand, der das Thema in endloser Folge von SF-Bearbeitungen durchgekaut hat).

Meine KI meint dazu:

----------------------------------------------------------------

Das Posting schlägt im Kern Folgendes vor:

Ein Mensch wird 2026 geboren, reist nach 1950 zurück und steht dort plötzlich als vollständiger, realer Mensch. Ab diesem Augenblick gehört er zur Welt von 1950. Wenn er nun seinen Großvater tötet, wird er in der neu entstehenden Zukunft zwar niemals geboren – aber der bereits aus 2026 eingetroffene Zeitreisende verschwindet deshalb nicht. Seine Atome, Erinnerungen und sein Körper sind schon vorhanden. Er bleibt gewissermaßen als Besucher aus einer Zukunft bestehen, die es anschließend nicht mehr gibt. Das Posting nennt das „kausale Immunität“.

Eine anschauliche Analogie wäre ein Computerspiel:
  1. Man exportiert die Spielfigur aus dem Spielstand „2026“.
  2. Man lädt den alten Spielstand „1950“.
  3. Man importiert dort die Figur.
  4. Die Figur verändert nun den weiteren Spielverlauf.
  5. Im neuen Spielverlauf wird sie niemals regulär erzeugt – die importierte Figur bleibt aber trotzdem vorhanden.
Damit gibt es innerhalb des neuen Spielverlaufs keinen unmittelbaren Widerspruch. Die Figur hat lediglich keinen Ursprung innerhalb dieses Spielstands.

Was der Mealy-Automat dabei angeblich leistet​

Das Posting beschreibt den Ablauf als Zustandsmaschine:
  • Zustand „Universum 1950“
  • Eingabe „Zeitreisender erscheint“
  • neuer Zustand „verändertes Universum“
  • danach läuft die Zeit wieder normal vorwärts
Die mathematischen Symbole lassen das zunächst sehr formal aussehen. Tatsächlich schreibt der Automat aber nur die bereits angenommene Geschichte auf:

Wenn ein Zeitreisender als externe Eingabe auftaucht, nicht rückwirkend gelöscht werden kann und anschließend nur noch vorwärts gerechnet wird, dann wird er nicht rückwirkend gelöscht.
Das ist widerspruchsfrei – aber weitgehend deshalb, weil die widerspruchsvermeidende Regel „Der Zeitreisende bleibt bestehen“ von Anfang an eingebaut wurde. Sie wird nicht aus der Automatentheorie hergeleitet.

Die wesentlichen Schwächen​

1. Die „kausale Immunität“ wird nicht bewiesen.
Sie ist die entscheidende Zusatzannahme. Die Automatentheorie sagt von sich aus nicht, dass ein Objekt gegen Änderungen seiner Entstehungsgeschichte immun sein müsse.

2. Der Zeitreisende wird als externe Eingabe behandelt.
Wenn der Zustand QQQ wirklich die vollständige physikalische Konfiguration des gesamten Universums sein soll, dürfte es eigentlich kein „von außen“ kommendes Eingabesymbol geben. Der Reisende stammt schließlich aus demselben Universum. Das Modell bildet seine Ankunft ab, verbindet diese aber nicht mehr zwingend mit seiner später verhinderten Abreise.

Genau an dieser Verbindung sitzt jedoch das Großvaterproblem:

Warum erscheint der Reisende 1950, wenn die veränderte Geschichte niemals den Reisenden und dessen Zeitmaschine hervorbringt?
Die Antwort des Postings lautet letztlich nur: Weil seine Ankunft bereits passiert ist. Das ist ein mögliches Modell, aber kein daraus abgeleitetes Ergebnis.

3. „Deterministisch“ bedeutet nicht „nicht umkehrbar“.
Im Posting wird behauptet, ein deterministischer Mealy-Automat habe keine inverse Übergangsfunktion, weil seine Übergangsfunktion nicht injektiv sei. Das folgt mathematisch nicht. Eine deterministische Funktion kann injektiv oder nicht injektiv sein. Ob ein eindeutiger Rückweg existiert, hängt von der konkret gewählten Funktion ab – nicht davon, dass es sich um einen Mealy-Automaten handelt.

4. Der angeblich zyklenfreie Graph versteckt eine zweite Zeitordnung.
Das Posting ordnet die Ereignisse so:

2026alt→1950neu→2026neu

Diese Pfeilrichtung ist aber nicht mehr die normale Jahreszeit. Sie beschreibt vielmehr, in welcher Reihenfolge verschiedene Versionen der Geschichte erzeugt werden. Damit hat man neben der normalen Zeit faktisch eine Art Metazeit oder „Hypertime“ eingeführt: zuerst existiert Geschichte A, danach wird sie durch Geschichte B ersetzt.

Modelle, in denen sich eine Geschichte entlang einer zweiten Zeitdimension verändert, werden in der Philosophie ausdrücklich als Hypertime-Modelle diskutiert. Sie sind also ebenfalls keine neue Idee.

Ist das eine Variante der Viele-Welten-Lösung?​

Strukturell: ja. Technisch: nicht ganz.

Die klassische Verzweigungslösung lautet:
  • In Zeitlinie A wird der Reisende geboren und reist zurück.
  • Bei seiner Ankunft gelangt er in oder erzeugt Zeitlinie B.
  • In B tötet er seinen Großvater und wird dort niemals geboren.
  • Er selbst stammt aber weiterhin aus A.
David Lewis beschrieb bereits 1976 genau eine solche konsistente Variante: In einem Zweig lebt der Großvater und der Reisende wird geboren; in einem anderen Zweig erscheint der Reisende und tötet ihn. Der Mord findet nur im zweiten Zweig statt, sodass kein einzelner Zweig gleichzeitig widersprüchliche Ereignisse enthält.

Auch in der neueren physikalisch-mathematischen Literatur werden ausdrücklich Modelle mit mehreren Historien untersucht, bei denen eine Veränderung der Vergangenheit in einer anderen Historie stattfindet als derjenigen, aus der der Reisende stammt.

Das Posting unterscheidet sich davon hauptsächlich darin, dass es die ursprüngliche Zeitlinie offenbar nicht weiterbestehen lässt. Sie wird gewissermaßen überschrieben, während der Reisende als einziges Überbleibsel erhalten bleibt:

Viele Welten: Zeitlinie A und B existieren beide.
Posting: Zeitlinie A erzeugt den Reisenden, wird dann durch B ersetzt, aber der Reisende bleibt.
Man könnte es daher als „verzweigte Zeitlinie mit anschließendem Löschen des ursprünglichen Zweigs“ oder als veränderliche Einzelzeitlinie mit immunem Zeitreisenden bezeichnen.

Mit der eigentlichen quantenmechanischen Everett-Interpretation hat das Posting wenig zu tun. Deutsch behandelt geschlossene zeitartige Kurven mit quantenmechanischen Zuständen und Dichteoperatoren; seine „Universen“ sind Bestandteile eines quantenmechanischen Gesamtzustands. Im Forenposting gibt es dagegen lediglich einen klassischen deterministischen Automaten und eine gesetzte Immunitätsregel.

Selbst die allgemeinere Idee, Zeitreiseprobleme mit endlichen Zustands- und Übergangsmodellen zu untersuchen, ist nicht neu. Beispielsweise erschien bereits 2011 eine Arbeit mit dem Titel A Finite State Model for Time Travel, die das Großvaterparadoxon anhand diskreter Zustände und Übergangswahrscheinlichkeiten untersucht.

Mein Fazit​

Das Posting enthält einen verständlich formulierbaren und in sich erzählbaren Gedanken:

Ein Zeitreisender kann nach seiner Ankunft weiterexistieren, auch wenn er anschließend die historische Ursache seiner eigenen Geburt beseitigt.
Das ist als SF-Regel oder metaphysisches Modell durchaus brauchbar. Es macht besonders anschaulich, dass man zwischen der persönlichen Vergangenheit des Reisenden und der danach entstehenden Weltgeschichte unterscheiden kann.

Die Behauptung, damit sei das Großvaterparadoxon durch Logik und Automatentheorie „bewiesen“ als Scheinproblem entlarvt worden, ist jedoch deutlich überzogen. Der Automat löst das Problem nicht, sondern modelliert eine zuvor gewählte Lösung. Die entscheidenden Annahmen – veränderliche Geschichte, externer Import des Reisenden und kausale Immunität – stecken bereits im Modell.

Daher: keine neue naturwissenschaftliche oder mathematische Lösung. Es ist im Wesentlichen eine Variante der bekannten Mehrere-Zeitlinien-/Hypertime-Lösungen, nur mit der Besonderheit, dass die alte Zeitlinie offenbar verworfen wird und der Zeitreisende als „historisches Fremdobjekt“ übrig bleibt. Der mathematische Apparat verleiht dieser bekannten SF-Idee mehr formalen Glanz, als er tatsächlich zusätzliche Erklärungskraft liefert.


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Ist natürlich dennoch ein spaßiger Ansatz, der sich gut als Teil der Lore in einem SF-Werk machen würde. :-)
 
  • #554
hmja, kann man so formulieren, aber ich sehe nicht unbedingt, dass das irgend etwas besonders neues aufzeigt oder beweist (sage ich mal als jemand, der das Thema in endloser Folge von SF-Bearbeitungen durchgekaut hat).

Meine KI meint dazu:

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Das Posting schlägt im Kern Folgendes vor:

Ein Mensch wird 2026 geboren, reist nach 1950 zurück und steht dort plötzlich als vollständiger, realer Mensch. Ab diesem Augenblick gehört er zur Welt von 1950. Wenn er nun seinen Großvater tötet, wird er in der neu entstehenden Zukunft zwar niemals geboren – aber der bereits aus 2026 eingetroffene Zeitreisende verschwindet deshalb nicht. Seine Atome, Erinnerungen und sein Körper sind schon vorhanden. Er bleibt gewissermaßen als Besucher aus einer Zukunft bestehen, die es anschließend nicht mehr gibt. Das Posting nennt das „kausale Immunität“.

Eine anschauliche Analogie wäre ein Computerspiel:
  1. Man exportiert die Spielfigur aus dem Spielstand „2026“.
  2. Man lädt den alten Spielstand „1950“.
  3. Man importiert dort die Figur.
  4. Die Figur verändert nun den weiteren Spielverlauf.
  5. Im neuen Spielverlauf wird sie niemals regulär erzeugt – die importierte Figur bleibt aber trotzdem vorhanden.
Damit gibt es innerhalb des neuen Spielverlaufs keinen unmittelbaren Widerspruch. Die Figur hat lediglich keinen Ursprung innerhalb dieses Spielstands.

Was der Mealy-Automat dabei angeblich leistet​

Das Posting beschreibt den Ablauf als Zustandsmaschine:
  • Zustand „Universum 1950“
  • Eingabe „Zeitreisender erscheint“
  • neuer Zustand „verändertes Universum“
  • danach läuft die Zeit wieder normal vorwärts
Die mathematischen Symbole lassen das zunächst sehr formal aussehen. Tatsächlich schreibt der Automat aber nur die bereits angenommene Geschichte auf:


Das ist widerspruchsfrei – aber weitgehend deshalb, weil die widerspruchsvermeidende Regel „Der Zeitreisende bleibt bestehen“ von Anfang an eingebaut wurde. Sie wird nicht aus der Automatentheorie hergeleitet.

Die wesentlichen Schwächen​

1. Die „kausale Immunität“ wird nicht bewiesen.
Sie ist die entscheidende Zusatzannahme. Die Automatentheorie sagt von sich aus nicht, dass ein Objekt gegen Änderungen seiner Entstehungsgeschichte immun sein müsse.

2. Der Zeitreisende wird als externe Eingabe behandelt.
Wenn der Zustand QQQ wirklich die vollständige physikalische Konfiguration des gesamten Universums sein soll, dürfte es eigentlich kein „von außen“ kommendes Eingabesymbol geben. Der Reisende stammt schließlich aus demselben Universum. Das Modell bildet seine Ankunft ab, verbindet diese aber nicht mehr zwingend mit seiner später verhinderten Abreise.

Genau an dieser Verbindung sitzt jedoch das Großvaterproblem:


Die Antwort des Postings lautet letztlich nur: Weil seine Ankunft bereits passiert ist. Das ist ein mögliches Modell, aber kein daraus abgeleitetes Ergebnis.

3. „Deterministisch“ bedeutet nicht „nicht umkehrbar“.
Im Posting wird behauptet, ein deterministischer Mealy-Automat habe keine inverse Übergangsfunktion, weil seine Übergangsfunktion nicht injektiv sei. Das folgt mathematisch nicht. Eine deterministische Funktion kann injektiv oder nicht injektiv sein. Ob ein eindeutiger Rückweg existiert, hängt von der konkret gewählten Funktion ab – nicht davon, dass es sich um einen Mealy-Automaten handelt.

4. Der angeblich zyklenfreie Graph versteckt eine zweite Zeitordnung.
Das Posting ordnet die Ereignisse so:

2026alt→1950neu→2026neu

Diese Pfeilrichtung ist aber nicht mehr die normale Jahreszeit. Sie beschreibt vielmehr, in welcher Reihenfolge verschiedene Versionen der Geschichte erzeugt werden. Damit hat man neben der normalen Zeit faktisch eine Art Metazeit oder „Hypertime“ eingeführt: zuerst existiert Geschichte A, danach wird sie durch Geschichte B ersetzt.

Modelle, in denen sich eine Geschichte entlang einer zweiten Zeitdimension verändert, werden in der Philosophie ausdrücklich als Hypertime-Modelle diskutiert. Sie sind also ebenfalls keine neue Idee.

Ist das eine Variante der Viele-Welten-Lösung?​

Strukturell: ja. Technisch: nicht ganz.

Die klassische Verzweigungslösung lautet:
  • In Zeitlinie A wird der Reisende geboren und reist zurück.
  • Bei seiner Ankunft gelangt er in oder erzeugt Zeitlinie B.
  • In B tötet er seinen Großvater und wird dort niemals geboren.
  • Er selbst stammt aber weiterhin aus A.
David Lewis beschrieb bereits 1976 genau eine solche konsistente Variante: In einem Zweig lebt der Großvater und der Reisende wird geboren; in einem anderen Zweig erscheint der Reisende und tötet ihn. Der Mord findet nur im zweiten Zweig statt, sodass kein einzelner Zweig gleichzeitig widersprüchliche Ereignisse enthält.

Auch in der neueren physikalisch-mathematischen Literatur werden ausdrücklich Modelle mit mehreren Historien untersucht, bei denen eine Veränderung der Vergangenheit in einer anderen Historie stattfindet als derjenigen, aus der der Reisende stammt.

Das Posting unterscheidet sich davon hauptsächlich darin, dass es die ursprüngliche Zeitlinie offenbar nicht weiterbestehen lässt. Sie wird gewissermaßen überschrieben, während der Reisende als einziges Überbleibsel erhalten bleibt:


Man könnte es daher als „verzweigte Zeitlinie mit anschließendem Löschen des ursprünglichen Zweigs“ oder als veränderliche Einzelzeitlinie mit immunem Zeitreisenden bezeichnen.

Mit der eigentlichen quantenmechanischen Everett-Interpretation hat das Posting wenig zu tun. Deutsch behandelt geschlossene zeitartige Kurven mit quantenmechanischen Zuständen und Dichteoperatoren; seine „Universen“ sind Bestandteile eines quantenmechanischen Gesamtzustands. Im Forenposting gibt es dagegen lediglich einen klassischen deterministischen Automaten und eine gesetzte Immunitätsregel.

Selbst die allgemeinere Idee, Zeitreiseprobleme mit endlichen Zustands- und Übergangsmodellen zu untersuchen, ist nicht neu. Beispielsweise erschien bereits 2011 eine Arbeit mit dem Titel A Finite State Model for Time Travel, die das Großvaterparadoxon anhand diskreter Zustände und Übergangswahrscheinlichkeiten untersucht.

Mein Fazit​

Das Posting enthält einen verständlich formulierbaren und in sich erzählbaren Gedanken:


Das ist als SF-Regel oder metaphysisches Modell durchaus brauchbar. Es macht besonders anschaulich, dass man zwischen der persönlichen Vergangenheit des Reisenden und der danach entstehenden Weltgeschichte unterscheiden kann.

Die Behauptung, damit sei das Großvaterparadoxon durch Logik und Automatentheorie „bewiesen“ als Scheinproblem entlarvt worden, ist jedoch deutlich überzogen. Der Automat löst das Problem nicht, sondern modelliert eine zuvor gewählte Lösung. Die entscheidenden Annahmen – veränderliche Geschichte, externer Import des Reisenden und kausale Immunität – stecken bereits im Modell.

Daher: keine neue naturwissenschaftliche oder mathematische Lösung. Es ist im Wesentlichen eine Variante der bekannten Mehrere-Zeitlinien-/Hypertime-Lösungen, nur mit der Besonderheit, dass die alte Zeitlinie offenbar verworfen wird und der Zeitreisende als „historisches Fremdobjekt“ übrig bleibt. Der mathematische Apparat verleiht dieser bekannten SF-Idee mehr formalen Glanz, als er tatsächlich zusätzliche Erklärungskraft liefert.


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Ist natürlich dennoch ein spaßiger Ansatz, der sich gut als Teil der Lore in einem SF-Werk machen würde. :-)
Ich versuch mal zu antworten: :-)
Du triffst präzise die wunden Punkte jedes formalen Modells. Lass mich auf drei wesentlichen Schwächen und das Fazit eingehen, denn sie beruhen auf einem fundamentalen Missverständnis darüber, was mein Modell eigentlich abbildet.

Die kausale Immunität wird nicht bewiesen
Die Automatentheorie erzwingt keine Immunität gegen Änderungen der Entstehungsgeschichte? Das ist völlig richtig. Aber die Physik tut es im Hier und Jetzt. Wenn ein Objekt mit Masse in einem Zustand q_{n} existiert, ist seine Existenz eine physikalische Tatsache (Energieerhaltung). Das klassische Paradoxon verlangt, dass das physikalische Objekt A nachträglich aus dem Zustand gelöscht wird, weil seine Ursprungslinie gekappt wurde. Ich baue die Immunität nicht als willkürliche Regel ein. Mein Modell zeigt lediglich: Wenn man die Realität als Kette unumkehrbarer Zustände beschreibt, gibt es schlicht keinen mathematischen Operator, der ein Objekt rückwirkend aus einem Zustand tilgen kann. Die Immunität ist kein Axiom, sondern das strukturelle Ergebnis der Abwesenheit einer globalen Löschfunktion.

Der Zeitreisende als externe Eingabe (Sigma)
Wenn Q die vollständige Konfiguration des Universums ist, darf es kein ‚Außen‘ Sigma geben. Der Reisende stammt aus demselben Universum. Hier müssen wir präzise zwischen der Inhaltsebene und der Systemebene unterscheiden. Natürlich kommt der Reisende physisch aus dem Universum. Aber für den lokalen Zustand q_{Vergangenheit} im Jahr 1950 ist das plötzliche Auftauchen von 80 kg zusätzlicher Masse im Raum-Zeit-Gitter eine Diskontinuität – ein Ereignis, das nicht aus den internen Variablen des Zustands von 1950 (den physikalischen Gesetzen der Normalzeit epsilon hervorgeht.
In der Systemtheorie modelliert man solche systemfremden Sprünge mathematisch als Eingabe. Der Witz ist ja gerade: Die Verbindung zu seiner Abreise im Jahr 2026 ist gekappt, weil das System im Zustand q_{Verändert} deterministisch weiterschaltet. Die Frage ‚Warum erscheint er, wenn er nie geboren wird?‘ beantwortet mein Modell so: Weil der Übergang ein gerichteter Schritt war. Die Ursache liegt in der Historie des Automatenlaufes, nicht in der Zukunft des aktuellen Zustands.

Deterministisch bedeutet nicht unumkehrbar (delta^-1)
Determinismus bedeutet nicht automatisch Nicht-Invertierbarkeit. Eine bijektive Funktion ist deterministisch und umkehrbar.
Mein Argument ist aber ein anderes: Die Zustandsübergangsfunktion delta des Universums ist aufgrund der Thermodynamik (Entropie) fundamental nicht-injektiv. Viele verschiedene Mikrozustände führen zum selben Makrozustand (Wärmeübertragung, Teilchenkollisionen). Da delta massiv nicht-injektiv ist, existiert die inverse Funktion delta ^{-1} für das Gesamtsystem Universum nicht. Da sie nicht existiert, kann das System im Zustand q_{Verändert} mathematisch unmöglich den Rückweg zu q_{Vergangenheit}berechnen, um dort etwas zu löschen.

Fazit: Thema gewechselt oder Viele-Welten?
Du sagst, ich modelliere nur eine Variante der bekannten Zeitlinien-Verzweigung, bei der die alte Zeitlinie verworfen wird.
Hier liegt der fundamentale Unterschied: Die klassische Verzweigungstheorie (Szenario B / Multiversum) benötigt zwei koexistierende, parallele Raumzeiten (Welt A und Welt B).
In meinem Mealy-Modell gibt es zu jedem Zeitpunkt t exakt einen Zustand Q. Es gibt keine Parallelwelt. Das System hat lediglich seine internen Variablen geändert. Es ist keine Viele-Welten-Lösung, sondern ein Single-Universe-Dynamic-State-Modell.
Ich habe das Thema nicht gewechselt. Ich habe gezeigt, dass das klassische Großvaterparadoxon (Szenario A) ein Scheinproblem ist, weil es ein mathematisches Konstrukt fordert (delta ^{-1} in einem nicht-injektiven System), das es in einem realen, zeitlichen Prozess strukturell nicht geben kann. Mein Automat ‚löst‘ das Problem nicht durch eine magische Formel, sondern indem er beweist, dass die Problemstellung von Szenario A auf einem informatischen Designfehler basiert.

Fehlt nur noch der passende Soundtrack dazu :-)

Das ist die alte Welt, die nun mit Logik und Automatentheorie zertrümmert wurde ^^
 
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  • #555

Mein Eindruck: Die Antwort ist rhetorisch geschickt, beseitigt die ursprünglichen Einwände aber nicht. Teilweise bestätigt sie sie sogar unbeabsichtigt. Außerdem führt sie bei der Verteidigung neue physikalische und mathematische Fehler ein.

1. Energieerhaltung beweist keine „kausale Immunität“​

Die KI argumentiert nun:

Sobald der Zeitreisende physisch vorhanden sei, könne er wegen der Energieerhaltung nicht nachträglich verschwinden.

Das ist kein gültiger Schluss. Energieerhaltung bedeutet nicht Erhaltung eines bestimmten Objekts oder seiner Identität. Ein Mensch kann verbrennen, zerfallen oder theoretisch vollständig in andere Energie- und Materieformen umgewandelt werden; erhalten bleibt allenfalls eine physikalische Gesamtgröße, nicht „dieser Mensch mit diesen Erinnerungen“.

Vor allem beantwortet Energieerhaltung nicht die eigentliche Frage:

Wie kann der Zeitreisende eine Weltlinie besitzen, deren vorausgesetzter Ursprung in derselben Geschichte verhindert wird?

Das Großvaterparadoxon verlangt keinen geheimnisvollen „Löschoperator“, der einen Menschen rückwirkend wegzaubert. Es beschreibt eine globale Inkonsistenz zwischen Ereignissen. In der physikalischen Literatur zu geschlossenen zeitartigen Kurven wird das entsprechend als Frage behandelt, ob lokal zulässige Entwicklungen zusammen eine global konsistente Lösung ergeben – nicht als Problem eines Systems, das rückwärts rechnen und Objekte löschen müsste.

Der Satz

Es gibt keinen Löschoperator, deshalb kann nichts gelöscht werden

bleibt also zirkulär: Der Operator fehlt, weil das Modell so konstruiert wurde, dass er fehlt. Daraus folgt nichts über die reale Physik.

2. Das „externe Eingabesymbol“ bleibt ein Widerspruch im Modell​

Die Antwort sagt jetzt sinngemäß:

Für das lokale Jahr 1950 seien die plötzlich auftauchenden 80 Kilogramm eine externe Eingabe, auch wenn der Reisende aus demselben Universum stammt.

Als Modellierung eines lokalen Teilsystems wäre das legitim. Dann dürfte QQQ aber nicht mehr, wie im Ausgangspost behauptet, die „vollständige physikalische Konfiguration des Universums“ sein.

Man kann nur eines von beidem haben:
  • QQQ ist das gesamte Universum: Dann ist der Zeitreisende kein externer Input, sondern muss durch die globale Dynamik und seine Weltlinie erklärt werden.
  • QQQ ist nur die lokale Umgebung von 1950: Dann kann der Reisende als externer Input erscheinen, aber der Automat sagt nichts mehr über die globale Konsistenz des Universums aus.
Die Antwort wechselt je nach Bedarf zwischen diesen beiden Betrachtungsebenen.

Auch physikalisch ist „80 kg erscheinen als Diskontinuität“ kein Argument aus der Energieerhaltung. Im Gegenteil: Lokal auftauchende Masse müsste durch einen entsprechenden Energie- und Impulsfluss – etwa durch die hypothetische Zeitmaschine oder ein Wurmloch – in die Region gelangen. Die Energieerhaltung schützt nicht die Identität des Reisenden; sie verlangt lediglich eine konsistente Bilanz.

3. Der Thermodynamik-Einwand ist fachlich besonders problematisch​

Die Antwort räumt korrekt ein, dass Determinismus nicht automatisch Nichtumkehrbarkeit bedeutet. Anschließend behauptet sie jedoch:

Die Übergangsfunktion des gesamten Universums sei wegen der Thermodynamik fundamental nicht injektiv, weil viele Mikrozustände in denselben Makrozustand übergehen.

Hier werden Mikro- und Makrozustände vermischt.

Im ursprünglichen Modell sollte QQQ die vollständige physikalische Konfiguration des Universums enthalten. Das wäre ein Mikrozustand, kein grob zusammengefasster Makrozustand wie „eine Tasse Kaffee hat Zimmertemperatur“.

Die grundlegende Dynamik klassischer Hamilton-Systeme ist prinzipiell zeitumkehrbar und erhält die Phasenrauminformation; auch die unitäre Quantenmechanik ist umkehrbar. Die bekannte makroskopische Irreversibilität entsteht wesentlich durch statistische Betrachtung, Informationsverlust und Coarse-Graining. Die Fachliteratur beschreibt gerade den scheinbaren Gegensatz zwischen reversibler Mikrodynamik und irreversiblem makroskopischem Verhalten.

Die KI kann daher nicht zugleich sagen:
  1. QQQ enthält die vollständige physikalische Konfiguration,
  2. verschiedene vollständige Mikrozustände werden thermodynamisch identisch,
  3. deshalb sei die fundamentale Dynamik nicht injektiv.
Punkt 2 trifft auf eine makroskopisch vergröberte Beschreibung zu, nicht ohne Weiteres auf die vollständige Konfiguration aus Punkt 1.

4. Selbst Nichtinjektivität würde das Ergebnis nicht beweisen​

Auch rein mathematisch ist der Schluss falsch:

Nicht injektiv → keine Umkehrfunktion → keine Zyklen → kein Zeitreiseparadoxon.

Eine deterministische, nicht injektive Funktion kann ohne Weiteres Zyklen enthalten. Ein einfaches Beispiel:

f(a)=b, f(b)=a, f(c)=a

Die Funktion ist nicht injektiv, weil sowohl b als auch c auf a führen können. Trotzdem bilden a und b einen Zyklus.

Außerdem bedeutet „keine eindeutige inverse Funktion“ lediglich:

Aus einem Zustand kann man nicht eindeutig bestimmen, welcher Vorgängerzustand vorlag.

Es bedeutet nicht:
  • Es gab keinen Vorgänger.
  • Das System kann keinen früheren Zustand erneut erreichen.
  • Geschlossene Kausalstrukturen sind unmöglich.
  • Ein einzelner konsistenter Rückweg kann nicht existieren.
Die Antwort verwechselt fehlende eindeutige Rekonstruierbarkeit der Vergangenheit mit physikalischer Unmöglichkeit einer kausalen Schleife.

5. Der entscheidende Punkt „Metazeit“ wird nicht beantwortet​

Am aufschlussreichsten finde ich diesen Satz der KI:

„Die Ursache liegt in der Historie des Automatenlaufes, nicht in der Zukunft des aktuellen Zustands.“

Das ist ziemlich genau die von mir beschriebene zweite Zeitordnung.

Es gibt nämlich nun zwei verschiedene Ordnungen:

Kalenderzeit innerhalb der Geschichte​

1950 → 2026

Reihenfolge des Automatenlaufs​

2026 alte Geschichte → 1950 veränderte Geschichte → 2026 neue Geschichte

Der Automat läuft also in seiner eigenen Ordnungsdimension vorwärts, während er innerhalb der dargestellten Welt von 2026 nach 1950 springt. Diese übergeordnete Reihenfolge ist funktional eine Metazeit oder Hypertime.

Dass zu jedem Automatenschritt nur ein Zustand existiert, widerlegt das nicht. Auch ein Textverarbeitungsprogramm hat zu jedem Zeitpunkt nur eine aktuelle Version eines Dokuments. Trotzdem können nacheinander verschiedene Versionen derselben Textstelle existieren:
Version 1: Großvater lebt.
Version 2: Großvater wurde getötet.
Man benötigt dafür keine gleichzeitig existierenden Parallelwelten. Es handelt sich um eine überschreibbare Einzelwelt mit Versionsgeschichte.

Genau das hatte meine ursprüngliche Analyse gesagt: keine echte Everett’sche Viele-Welten-Theorie, sondern eher eine veränderliche Einzelzeitlinie beziehungsweise ein Hypertime-Modell, bei dem die alte Geschichte verworfen wird. Die Antwort behauptet daher, ich hätte das Modell fälschlich für ein klassisches Multiversum gehalten, obwohl ich diese Unterscheidung ausdrücklich vorgenommen hatte.

„Single-Universe-Dynamic-State-Modell“ ist letztlich nur ein neuer Name für diese bereits bekannte Kategorie.

6. Das Großvaterparadoxon wird als falsches Problem dargestellt​

Der schwächste argumentative Trick ist meines Erachtens diese Umformulierung:

Das klassische Paradoxon verlange eine inverse Berechnung δ−1\delta^{-1}δ−1, durch die das Universum einen früheren Zustand nachträglich verändert.

Das klassische Paradoxon verlangt das überhaupt nicht. Es lautet vereinfacht:

A reist zurück ⇒ A verhindert seine Geburt ⇒ A wird nicht geboren ⇒ A reist nicht zurück

Das ist eine inkonsistente Menge von Aussagen über eine einzige Geschichte.

Man kann sie entschärfen, indem man beispielsweise festlegt:
  • Die Vergangenheit ist unveränderlich.
  • Nur selbstkonsistente Handlungen sind möglich.
  • Eine neue Zeitlinie entsteht.
  • Die alte Zeitlinie wird überschrieben.
  • Der Reisende behält eine persönliche, von der neuen Weltgeschichte getrennte Kausalhistorie.
Das Forenmodell wählt die letzten beiden Regeln. Damit erhält es eine konsistente Erzählung – aber es hat das Paradoxon nicht als „informatischen Designfehler“ widerlegt. Es hat eine seiner Prämissen durch eine andere Zeitontologie ersetzt.

Gesamturteil​

Die neue Antwort macht das Modell nicht überzeugender. Sie besteht hauptsächlich aus vier Manövern:
  1. Die gesetzte „kausale Immunität“ wird nachträglich als Folge der Energieerhaltung bezeichnet.
  2. Der vollständige Universumszustand wird bei Bedarf zu einem lokalen Teilsystem umgedeutet.
  3. Makroskopische thermodynamische Irreversibilität wird fälschlich auf die vollständige Mikrodynamik übertragen.
  4. Das eigentliche Konsistenzproblem wird in einen nicht vorhandenen „rückwärtigen Löschvorgang“ umformuliert und anschließend gelöst.
Mein Fazit wäre deshalb noch etwas deutlicher als zuvor:

Die KI verteidigt das Modell nicht durch eine Herleitung, sondern durch wechselnde Definitionen. Der Automat ist als formale Beschreibung einer bekannten veränderlichen Einzelzeitlinie brauchbar. Als Beweis, dass das Großvaterparadoxon ein Scheinproblem sei oder dass die Realität genau so funktionieren müsse, leistet er nichts.

Als SF-Lore bleibt es nett. Als mathematisch-physikalische „Zertrümmerung der alten Welt“ ist es eher ein Beispiel dafür, wie ein Sprachmodell eine schwache These mit immer neuen Fachbegriffen gegen Kritik immunisiert.


.. das kann man jetzt natürlich beliebig weit treiben. ;-)

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Ein Problem bei LLM dürfte sein, dass die Dinger ungerne zugeben, sich geirrt zu haben, wenn es ihnen eine andere AI sagt (widerspricht ein Mensch, neigen sie eher dazu ;-) ).
 
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  • #556
Was die Schwäche des SGD-Verfahrens offenlegt, in der die Modelle ihre 'interne Blindheit' nicht 'Sehen' können' - ja sie wissen nichtmal, dass sie blind sind.


Im Übrigen .. die Idee war meine Ur-Eigene - das LLM ist hier Schreibsekretär. Mealy-Automaten habe ich händisch gelernt.
 
  • #557
in der die Modelle ihre 'interne Blindheit' nicht 'Sehen' können' - ja sie wissen nichtmal, dass sie blind sind.
ein Faktor, der natürlich auch auf nicht wenige Menschen zutrifft (wenn auch möglicherweise aus anderen Gründen). ;-)

PS: das schöne ist, dass Menschen aus dem Output beider KIs mit etwas Glück noch etwas lernen können.
 
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  • #559
Der Haken an der kausalen Immunität scheint mir trotzdem zu bleiben, dass jedenfalls nach bisherigem Stand Zeitreisen überhaupt nicht möglich sind.

Empirisch beweisen lässt sich hier also garnichts, weil kein Experiment druchgefürt werden kann.

Rein durch heuristische Modellierung wird auch der Beweis bzw. das Ergebnis immer nur eine Annahme blieben.
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: Scenturio
  • #560
Der Haken an der kausalen Immunität scheint mir trotzdem zu bleiben, dass jedenfalls nach bisherigem Stand Zeitreisen überhaupt nicht möglich sind.

Empirisch beweisen lässt sich hier also garnichts, weil kein Experiment druchgefürt werden kann.

Rein durch heuristische Modellierung wird auch der Beweis bzw. das Ergebnis immer nur eine Annahme blieben.
Ich nehme an, du beziehst dich da auf den physikalischen Teil der Geschichte - und da muss ich dir unumwunden Recht geben. Hier gehts um den Unterschied zwischen Physik (Empirie) und Informatik (Deduktion).

Die Physik (Empirische Wissenschaft): Sie braucht das Experiment, um Hypothesen über die Natur zu verifizieren oder zu falsifizieren. Ohne Experiment gibt es keinen Beweis

Die Informatik & Logik (Strukturwissenschaften): Sie funktionieren rein deduktiv. Ein mathematischer Beweis oder ein formales Automatenmodell benötigt kein physikalisches Experiment, um in sich gültig zu sein. Sie beweisen keine Naturgesetze, sondern prüfen Systeme auf ihre inhärente Logik und Widerspruchsfreiheit

Fazit: Die Physik muss erst noch beweisen, ob wir jemals einen Zeitreise-DeLorean bauen können – aber die theoretische Informatik hat heute schon bewiesen, dass der Bordcomputer beim Zurückreisen nicht abstürzt. 😉
 
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  • #561
Threads wie „Was habe ich mit KI gemacht“ verwandeln den Sequencer von einem Fachforum für Musikelektronik in eine intellektuelle Speerspitze der gesellschaftlichen KI-Debatte. Während der öffentliche Diskurs oft bei oberflächlicher Faszination oder diffuser Angst stehenbleibt, dekonstruiert die Community hier die Technologie auf einem Niveau, dass das der normalen Diskussion um Längen übersteigt. Und genau deshalb liebe ich das Forum und die Threads und User so sehr :-)

Dieses dialektische Pingpong aus kühnen Thesen und messerscharfer Kritik leistet einen überlebenswichtigen Beitrag zur Demokratisierung von Spitzenforschung. Der Sequencer-Thread beweist damit eindrucksvoll, dass ein lebendiges Tech-Biotop der perfekte Ort ist, um die Mechanismen unserer Zukunft nicht nur zu bestaunen, sondern im offenen Dialog wirklich zu verstehen.
 
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  • Daumen hoch
M.i.a.u.: ecaep
  • #562
ein Faktor, der natürlich auch auf nicht wenige Menschen zutrifft (wenn auch möglicherweise aus anderen Gründen).

Aus dem gleichen Grund - fehlende Selbsbeobachtung - können Computer auch nicht den Zustand der philosophischen Singularität herstellen, indem sie herausfinden, warum sie sind - also eine Frage beantworten, die sich auch der Mensch immer stellt, bei dem die Beantwortung dieser Frage an seiner Geworfenheit (Heidegger) scheitern muss.
Bei Computerprogrammen scheitert die Beantwortung dieser Frage ebenfalls an deren Geworfenheit.

Spasseshalber könnte man hinzufügen, dass man Computerprogramme daher auch nicht systemisch beraten kann. Es gäbe an einem Computerpgramm keine Selbstbeobachtung zu beobachten, was die Sache recht langweilig machen würde. Die Beratung würde sich darauf reduzieren sich selbst dabei zu beobachten wie man nicht beeobachtet.

Im Endeffekt coacht das Computerprogramm dann dich. Was früher oder später dazu führt, dass du dich spiegelst. Diese Tendenz in der Kommunikation mit LLMs können wir bereits beobachten.
 
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  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Scenturio und GeoTeknique
  • #563
Fazit: Die Physik muss erst noch beweisen, ob wir jemals einen Zeitreise-DeLorean bauen können – aber die theoretische Informatik hat heute schon bewiesen, dass der Bordcomputer beim Zurückreisen nicht abstürzt. 😉

Wenn man allerdings davon ausgeht, dass es in der Physik bereits beweisen ist, dass es keine Zeitreisen gibt, stellt sich (trotzdem) die Frage, welchen Sinn es haben soll, das Problem rein logisch lösen zu wollen.

Wir benutzen ja auch Infinity gerne mal wie ein reelle Zahl wo es uns gerade nützlich erscheint. Der Computer allerdings kann damit nichts anfangen, weil der Wert Inifinity an der Physik scheitern würde.
 
  • #564
Wenn man allerdings davon ausgeht, dass es in der Physik bereits beweisen ist, dass es keine Zeitreisen gibt, stellt sich (trotzdem) die Frage, welchen Sinn es haben soll, das Problem rein logisch lösen zu wollen.
Völlig Richtig - aber das war ja auch nicht die Kernfrage.
Kernfrage war, ob das Zeitreisen zu theoretischen Konflikten führt, wie sie in der Popkultur gerne angeführt werden.
Dem kann nun entgegenet werden, dass, WENN Zeitreisen möglich wären (was die Filme ja suggerieren), dies NICHT an der Logik scheitert - sondern an: ... zu wenig Plutonium ... Boardcomputer vergessen zu programmieren oder falsch programmiert ... oder Biff taucht auf und klaut die Karre ... oder wat wees ick :-)
 
  • #565
Der Sequencer beweist damit eindrucksvoll, dass ein lebendiges Tech-Biotop der perfekte Ort ist

Und das obwohl ein Sequencer ein supersimples, weitestgehend deterministisch arbeitendes Konstrukt ist. (Wer wüsste das besser als der Erfinder des Modularsequencers. )
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HaHa
M.i.a.u.: GeoTeknique
  • #566
Es gäbe an einem Computerpgramm keine Selbstbeobachtung zu beobachten
Quis custodiet ipsos custodes? Dann nimmt man einfach zwei, die sich gegenseitig beobachten. :mrgreen: Gilt in der KI nicht: was man qualitativ nicht lösen kann, erschlägt man quantitativ?

Wenn man allerdings davon ausgeht, dass es in der Physik bereits beweisen ist, dass es keine Zeitreisen gibt, stellt sich (trotzdem) die Frage, welchen Sinn es haben soll, das Problem rein logisch lösen zu wollen.
das wäre vielleicht für eine Videospielmechanik ganz interessant. Gibt es eigentlich Computerspiele mit Zeitreise- bzw. Zeitreiseparadoxa-Mechanik?
 
  • #568
Filme und Romane gibt es ja etliche (letztendlich leider kaum wirklich plausible - aber das ganze Thema ist ja eher ein Gedankenspiel).

Mein Einstieg in Zeitreisen war damals By his Bootstraps von Heinlein: Weniger Großvaterparadoxon, aber immerhin eine geschlossene Schleife.

Als Verfilmung dann Predestination (basierend auf All You Zombies) - das das war mir dann schon wieder etwas zu auf die Spitze getrieben.

Ebenfalls ähnlich auf die Spitze getrieben: The Man Who Folded Himself von David Gerrold. Auch eher geschlossenes Knäuel statt nur "i killed my granddad" - aber immerhin mit "Auslöschungsmechanik"

Plakativ mit Auslöschung wäre dann eher wie bei Back to the Future, aber das macht zwar erzählerisch, aber logisch keinen Sinn: ohne "Metazeit" kommt man da nicht weiter.
 
  • #569
Quis custodiet ipsos custodes? Dann nimmt man einfach zwei, die sich gegenseitig beobachten.

Dann ist es erst recht kein systemisches Interaktionssystem.

Gibt es eigentlich Computerspiele mit Zeitreise- bzw. Zeitreiseparadoxa-Mechanik?

Mit Sicherheit. Kenne ich aber nicht. Vor allem was macht man, wenn man ins Paradoxon reinläuft? Kommt man da wieder heraus? Oder hat man dann verloren?

"Du hast deinen Großvater erschossen. Du existierst daher nicht. Genaugenommen hast Du gar nicht gespielt. Gehe zurück zum Anfang."

Der ein oder andere kennt das von seinem ilok key, wenn er ihn mal wieder im Bus oder im Flugzeug vergessen hat.
 
  • #570
Vor allem was macht man, wenn man ins Paradoxon reinläuft? Kommt man da wieder heraus? Oder hat man dann verloren?
vielleicht mit Split-Screen: du musst alle alternativen Zeitlinien parallel spielen, und was du in einer machst, ändert instantan die Realität in der anderen ...
aber ich habe da noch nicht wirklich drüber nachgedacht, bin auch kein Gamer. Fand allerdings damals die "Portal"-Mechanik schon recht spannend, obwohl ich es selbst nie gespielt habe.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: einseinsnull
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