Alte Bücher will derzeit fast niemand mehr - das ist traurig, aber wahr.
Glückwunsch zu der alten Bibel!
Nach dem Tod meines sehr belesenen Onkels 2019 hat sich ein Antiquar mit einem Mitarbeiter durch seine und meines Großvaters Bibliothek gearbeitet und ist mit ca. 80 Bananenkisten voller Bücher abgezogen. Der Erlös waren 1500 Euro. Zwei Kisten Bücher, Liebig-Sammelbild-Alben und Ähnliches hab ich selbst noch mitgenommen.
Die 17-bändige 14. Auflage des Brockhaus (von 1898), die ihm lieb und teuer war und die jetzt sehr eindrucksvoll in meinem Arbeitszimmer steht, ist derzeit in ähnlich gutem Zustand bei Ebay für 450 Euro zu haben. Was da alleine an wunderschönen Abbildungen drin ist, ist eine wahre Freude, und bestimmte Begriffe (z. B. Telefon, Auto, Elektrizität, Luftfahrt) nachzuschauen ("Isses schon drin?") macht einfach großen Spaß. Kaiserin Elisabeth von Österreich ("Sisi" bzw. "Sissi"), deren Namen ich nach dem Tod meiner Tante (Riesen-Sisi-Fan) dort nachschlug, lebte bei Drucklegung noch...
Mein ältestes Buch (von meiner Tante geerbt) ist ein "Hamburger Taschen-Kalender auf das Jahr Christi 1805" mit Tidenkalender, Predigttexten und "Räthseln".
Darin findet sich auch die folgende handschriftliche Eintragung:

Das war der Komet Flaugergues (C/1811 F1), der erst im März desselben Jahres entdeckt worden war.
Auch, dass anno 1811 "Hamburger Waffen vom Rathhause abgenommen" wurden, also das seit Beginn des Dreißigjährigen Krieges bestehende "hamburgische Militair" aufgelöst wurde, wurde eingetragen.
Fenster in die Vergangenheit!
Schöe Grüße
Bert