Fakten West3 Musik aus dem Computer mit Martin Hömberg(RIP)

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Karmaloge

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interessante Lehrsendung über Synthesizer und Computer aus den 80er mit Martin Hömberg der vor ein paar Jahren (2017)verstorben war .


Hömberg studierte Musikwissenschaften an der Universität zu Köln und arbeitete anschließend für den WDR, wo er 1987 als Autor und Moderator der sechsteiligen Bildungsfernseh-Serie Musik aus dem Computer wirkte.

Im Jahr 1973 nahm die Band Faithful Breath mit Martin Hömberg im Tonstudio am Dom ihre erste LP Fading Beauty auf. 1976 produzierte er die LP Volkslieder I vom Folk-Duo Zupfgeigenhansel. Martin Hömberg produzierte zudem im Oktober 1979 für BAP als De-facto-Aufnahmeleiter und „Geburtshelfer“ deren Debüt-LP Wolfgang Niedecken's BAP rockt andere kölsche Leeder. Zusammen mit der Erstbesetzung der BAP-Band bekam er im Mai 2013 für 260.000 verkaufte Einheiten dieser Produktion eine Goldene Schallplatte. 1980 war er Co-Produzent des Gina X. Projects, Stilrichtung „Ultra Disco“, mit Chart-Platzierungen in Österreich und Kanada. Er ist Alleinkomponist von Feuerwerk (1986), einem Solo-Hit von Stephan Remmler („Trio“).

Mit dem Ambient-Ensemble „Opera To Relax“[1] hatte er internationale Erfolge, u. a. Platzierung auf Platz 1 von Apple I-Tunes USA.

Acht Jahre lang unterrichtete Hömberg als Dozent für Musikrealisation und Musiktechnologie am Jazzseminar der Hochschule für Musik Köln.

Seit 1992 bis zu seinem Tod war er Komponist und Realisator einer Serie von Auftragskompositionen des Westdeutschen Rundfunks, darunter auch Colours of Water und Ambient Africa (Live im Sendesaal des WDR). Im Zusammenhang mit der Arbeit für den WDR kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Studio für Klangdesign.

Hömberg war Autor in Fachzeitschriften über Musikproduktion, Musiktechnologie, Beschallung, Medien- und Systemtechnik, außerdem Autor von Fachbüchern aus dem Bereich Recording, Musical Sound Design und Live Sound. Er war Mitglied im Verband Deutscher Tonmeister (VDT).

Eines seiner letzten Projekte war die szenische Multimedia-Revue Nirvana Boulevard, eine Mischung aus Tanztheater (Butoh-Tanz) und Multimedia-Performance. Thema ist der prekäre Zustand des Planeten Erde und der Menschen im Jahr 2213.[2]

Hömberg trainierte Shotokan-Karate und legte 1990 bei Hideo Ochi die Prüfung zum 1. Dan ab.

  • 1996 Förderpreis für innovative Kompositionsmethoden von de GEMA-Stiftung
  • Grand Prix du Disque (Frankreich) als Produzent einer Doppel-LP mit bolivianischer Folklore
Hier ein Nachruf:



Martin Hömberg ist nach schwerer Krankheit verstorben. Der interdisziplinäre Musiker, Sound Designer, Produzent und innovative Autor hat ein weites Spektrum klanglicher Aktivität durchlebt und auch weiter vermittelt. Das beginnt mit technischen Beiträgen für das bekannte Riebes Fachblatt, zur elektronischen Musik in Keyboard wie die mehrteilige Sendereihe im WDR zur Musikelektronik.

Forschende Qualitäten zeigen sich in Handbüchern, wie in dem Text über das komplexe Effekt- und Hallsystem PCM 80 von Lexicon. Geräte wurden durch seine Erfahrung zu Instrumenten und entfalten ihre Fähigkeiten als und in der Komposition, nicht nur als Medientechnik für Algorithmen oder Sound Effects. Besonders im langjährigen Lehrauftrag der Jazz-Abteilung der Musikhochschule Köln ergänzte sich solches Knowhow zum Dialog von beiden Seiten. In der Kooperation mit dem WDR, etwa mit dem Studio für KlangDesign und in anderen experimentellen Redaktionen entstanden Musikhörspiele und das Groove-Projekt mit Peter Giger, im Studio wie live in der Kölner Feuerwache.

Mit dem vielseitigen Soundfield Orchestra sind daraus neue konzertante Formen entstanden, oft wieder mit Musikern wie MiKü (Michael Küttner), die Martin Hömberg in Jahrzehnten seines Netzwerks einladen und integrieren konnte. Im Zentrum dieses mittleren und späten Lebens und Schaffens steht aber die „Music for those who know“, die Opera to Relax, im klanglich, stilistisch breitbandigen Duo mit Veronika Langguth. Nicht nur in den weiträumigen Kölner Kirchen, auch auf dem Campus der Medienakademie von ARD/ZDF oder bei Seminaren der Akademie Herrenalb fand die sensible Musik zu einem bewussten Publikum.

Last not least war Martin Hömberg immer bereit für das Überschreiten künstlicher Grenzen zwischen Musikkultur, Medien und Klangerfahrung. Zuletzt traf ich ihn 2016 bei seinem Besuch an der Hochschule Offenburg, wo eine neue Transmediale Ästhetik wachsen sollte. Sie verkörperte die tiefen Ideen und Passion des Klang-Regisseurs. Er zeigte drei Videokunstarbeiten, die als Katalysator für künftige Projekte gedacht waren: „Aber erst nach der stärkenden Kur und alternativen Behandlung“, so sein Hinweis. Jetzt bleiben uns KlangDialoge, unvergessen, unüberhörbar.“


in den Videos kommen der Korg DW8000, DX, Casio CZ , Roland Tr707 und ein Beamer von EMS😀

“scheiss Klavier“🤣:selfhammer:

https://youtu.be/SiDymeSURd0


https://youtu.be/OhrMR_QlaXE


https://youtu.be/KKYGwtncIjs

https://youtu.be/MknjPz6bSmk


https://youtu.be/sNTh7ZpiNEw


https://youtu.be/bzKc7LbdMxc



opera to relax:



Veronika begegnet Martin begegnet Veronika. Beide spüren sofort: Sie teilen ein Geheimnis. Der Sound-Film, der sich in ihrem Inneren abspielt, läuft mit gleichen Bildern.

Es ist das, was durch die Erscheinung durchklingt, es ist die 'Musik hinter der Musik'.

Geheimnisvolle Klänge finden sich überall, oft an völlig unerwarteten Stellen. Sie erscheinen, wollen sofort geerntet werden - oder sie vergehen.

Martin und Veronika sammeln sie oft unter abenteuerlichen Umständen: Tausende von skurrilen Geräuschen, Grooves, Klang-Elementen. Sie finden ihr Material an geheimnisvollen Plätzen, die nur wenigen zugänglich sind.

Sie werden dabei unterstützt von einem Netzwerk kundiger Menschen.

Ihre Fundstücke sind der Rohstoff. Veredelt wird er durch souveräne Elektronik. Das Resultat sind magisch fließende Klang-Skulpturen für die CDs und Konzerte.

Sie bilden die Grundlage für ohrwurmige Vokal-Melodien, Träumereien auf Tasten und Saiteninstrumenten, sparsame Gewürze mit Saxofonen und Synthesizer – geerdet und gleichzeitig in schwebenden Grooves vorwärts bewegt durch Bass, Drums und Perkussion.


Martin Hoemberg gehört zur musikalischen Avantgarde der 70er und 80er Jahre. Er hatte mehrere Charterfolge und erhielt diverse Schallplattenpreise als Produzent und Komponist.

"Die Sounds des Mainstream umspülten mich, täglich. Und irgendwann begann ich aufgrund einer Art ’Hörkrankheit‘ hinter ihnen etwas anderes zu hören.
Es waren ’die Klänge hinter den Klängen‘. Ich konnte nicht anders, ich musste dem Mainstream kündigen und entwickelte meinen eigenen Stil, der zu ‚Opera To Relax (OTR)’ führte...“

Auf dem Weg dorthin gewann Martin Hoemberg noch ein paar Meriten: So darf er zum Beispiel für sich in Anspruch nehmen, Allein-Komponist der teuersten deutschen Single-Produktion aller Zeiten zu sein (220.000 DM), und die Gema verlieh ihm einen Förderpreis für innovative Kompositionstechniken.“


https://youtu.be/y46XYekM1Y0
 
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