Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90er?

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von otto auch, 1. September 2014.

  1. Hallo,

    würde gern etwas Einblick gewinnen, wie die Jungs damals so gearbeitet haben. Breakbeat 91-94 fand ich (auch) sehr nice - aber würde evtl. den Rahmen sprengen.
    Pianosounds entstanden wohl in dem "Umfeld" oft mit dem M1 (Ein :idea: ging mir vor ein paar Jahren auf, als ich mit der Softwareversion den entsprechenden Sound geladen habe).
    Und die Chords wurden wohl gesampled und abgefeuert, so habe ich das zumindest vor kurzem mitbekommen.!?

    Sampler wurden erschwinglicher? Algos waren aber noch nicht so gut von daher gern Schlümpfeeffekt bei Vocals?
    Beats geliehen und recycled weniger programmiert!?
    Pads und FX Sounds mit den ersten Romplern?
    Wie und wo wurde produziert und aufgenommen?

    Also von mir aus darf es gern etwas in Richtung Gear gehen aber bin aber genauso an den anderen Dingen (s.o. + Workflow allgemein) interessiert?

    Danke im Voraus.

    Gruss,
    Otto
     
  2. stuartm

    stuartm musicus otiosus

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Klasse Artikel zu Orbital, speziell zu "Chime", aus Sound on Sound von 1994:

    http://www.soundonsound.com/sos/1994_ar ... bital.html

    Auszug:

     
  3. stuartm

    stuartm musicus otiosus

  4. Anonymous

    Anonymous Guest

  5. Check Mate

    Check Mate Aquatic Beta Particle

  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Die breakbeat Jungs hatten alle akais am Start meist mit Atari St und dann auf dat aufgenommen
    Workflow? Horror :lol:
    Bei fsol gabs auch als mal Zeug aus der Emu Lib zu hören, ansonsten haben die so ziemlich alles gesamplet was ihnen vor die Ohren kam.

    Heute nimmt man dafür einfach den Computer ;-)
    Das ist viel weniger Action da n paar samples an den Start zu bringen und die zu verwursten.
     
  7. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Die Musik war nie mein Ding, aber alleine die Tatsache, daß viele Alben zum größten Teil mit AKAI S-900/950/1000/1100 produziert wurden, nötigt mir heute noch Respekt ab.

    In "Electro Shock" von Greg Rule findest Du eine Zusammenstellung von Interviews aus der amerikanischen KEYBOARD, u. a. mit Chemical Brothers, Orbital und William Orbit -- das Buch taucht gelegentlich mal bei eBay oder Amazon auf. Ist ganz interessant zu lesen.

    Stephen
     
  8. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Ich denke auch die haben wirklich noch steine den Berg hochgeschoben,
    Mit dem Mini RAM, und den doofen zahlendisplays, und dann erst alles im sampler zerpflücken dann aufnehmen und wieder in den anderen sampler stecken, damit der RAM wieder frei wird und man noch ein paar Sekunden audio zusammenstückeln konnte dazu sounds auf Disketten verwalten und schön mitschreiben was wo und wie am Pult anliegt :lol:
    Die beatzerflückungen an denen die damals noch ne Woche gesessen hatten macht man heute in 2 Minuten ohne mit der Wimper zu zucken
    Dafür brauch ich nicht mal mehr einen dicken Rechner das kann man schon auf nem ipad händeln :kaffee:

    src: https://youtu.be/CyNOFs4joik
     
  9. Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Tja, so war das in der Zeit. Hab 92 auch die Spuren des Samplers auf Adat ausgelagert um den Speicher wieder frei zu bekommen.
    Und auch um ein Effektgerät mehrfach mit verschiedenen Einstellungen nutzen zu können.
    Und auch wegen des Mischpults und der ganzen Umstände aber auch den Song fertig gemacht. Den von einem Song zum nächsten dauerte es schon gut eine halbe Stunde bis das wieder steht. Na ja, früher war ich Single ohne Familie. Also viel Zeit, aber wenig Geld.
    Heute wenig Zeit aber leider immer noch wenig Geld. :D
     
  10. Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Danke Euch :nihao:

    Beiträge, bin ich wohl alle durch, sind interessant und - gerade bei dem neueren über/mit FSOL - auch amüsant. Habe unabhängig davon einen SOS Thread über Breakbeats gefunden, bei dem man schnell lesen kann: wenn de Breaks willst, dann sample.. alte RnB Sachen und so.
    Recycle gabs schon 94 - wow. Über wenig erfolgreiches durchskippen von dem Manual Video eines AKAI Samplers aus der Zeit, bin nicht fündig geworden, aber dann im PDF, also Waves werden dargestellt. Und kein Plan aber ich glaub das Setzen der Punkte mit dem Rad ist bestimmt gar nicht mal so schlecht. Und die Samples kann man dann problemlos mit MIDI abfeuern?

    Achja habe mir auch ein Bericht über besagte Atari Software reingezogen, die Software hatte ja Features die manch heutige DAW immernoch vermisst, z.B. Notation... Ok GUI ist ein bischen flach.
    Von Astralweks habe ich noch paar Sachen auf Vinyl. Frage mich ob Virgin das mit den Rechten nicht so genau genommen hat. Oder war der rechtliche Sachverhalt damals soviel anders. Habe da noch so nen Bericht über Fatboy Slim im Kopf .. da Vocals geliehen, da die Beats und da Bassline.. Ich mein das man sich hat inspirieren lassen ok, aber u.a. das da auch so grosse Labels mitgemacht haben..

    Ja der Bericht ist auch interessant und auch die 3 enthaltenen Tipps.

    Ausser dem Roland Echo und den AKAI Sampler erkenn ich erst garnicht viel, aber beim Echo hab auch ich haben-wollen Emotionen.


    Und was war mit Amiga?

    Bischen mehr würde ich den Workflow gern verstehen. Beats und Basslines hat man also sehr gern gesamplet!? Aber wie gestalte sich da das rearrangen? Und wie hat man die Sounds vom Rest isoliert? Ich kann es schwer beschreiben, aber irgendwie war ich einigen Musikrichtungen offen, aber einmal die Breakbeat Geschichte und halt Orbital und FSOL im besonderen haben da Soundwelten aufgetan, die ich so nicht kannte bzw. bewusst wahrnahm. Paar Sachen konnte ich zuweisen, aber gerade wenn ich den Bericht von FSOL lese, denke ich, ist da halt viel mit den Samples passiert, welche nicht unbedingt synthetischen Ursprunges waren und ein paar Sachen werden von Synths kommen, die noch nicht kenne bzw. nicht weiss das sie für diesen Sound zuständig sind.

    Also Recycle Software kenne ich noch mit 30 Sekunden Limit. Also in den AKAI Samplern kann man 1-4 Takter laden, cutn aber mehr Speicher is nicht also Loop exportieren auf DAT. Nur wie gehts dann weiter? Ok denkbar Loop bearbeiten und wieder speichern, jetzt sollen noch paar Takte mehr sein, dann ist kopieren von DAT nach DAT angesagt?

    Da bist Du da weiter wie die meisten - oft ist eher angesagt: "mag ich nicht" ist gleich zu setzen mit "ist eh Müll" (auch wenn es keiner ist).

    Breakbeat Anfang 90er ist mMn Elektrofunk 2.0 - wobei soll ja hier nicht um Geschmacksfragen gehen.

    Und Orbital und FSOL würde ich evtl. nicht mal dem Breakbeatlager zuordnen - grad Orbital hat auch viel mit "geraden" Beats gearbeitet und einige Tracks (auch mit BB), die auch garnicht mein Ding waren, das Elektrohippy Album von FSOL finde ich lustig. Für mich sind beide gute Handwerker (von vielen), die es in meine Hitliste (was nicht viele) geschafft haben.

    @robotwalla & blumenhofen

    Habe hier mal mit dem zitieren aufgehört. Würde gern (s.o.) den Workflow besser verstehen.


    Gruss,
    Otto
     
  11. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Ich glaube, die Jungs, die damals diese Musik gemacht haben, haben strenggenommen nie einen "workflow" gehabt. Für mich liest sich das aus vielen Interviews so, daß das ein paar verstrahlte, leicht verpeilte Potheads waren, die soviel Zeit hatten, daß sie den ganzen Tag an ihrer Hardware rumprobieren und rumspielen konnten und dabei, wie die Kinder im Sandkasten, ohne große Baupläne die allerschönsten Sandburgen gezaubert haben.

    Das funktionierte zu dem Zeitpunkt ja auch prima, weil gerade in England eine sehr große Subkultur an ähnlich gelagerten Leuten in irgendwelchen halb (il)legalen Clubs abhingen und durch die Einwirkung des sozialen Umfeldes und diverser psychotroper Substanzen für diese Art von Musik empfänglich waren.

    Stephen
     
  12. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    *hust* daß ist aber viel zu guter Output für n paar verpillte Raver die nicht wissen was sie tun :kaffee:
    Man merkt das daß nicht dein Style ist ...
    We have explosives ...
    Experimentieren und gucken was man unterwegs findet soll ja nicht die schlechteste Arbeitsmethode sein ...

    src: https://youtu.be/21Ci0V4u6RU


    Atari St > bomben midi timing für Beats die brrrrt machen
    Amiga > tracker
     
  13. freidimensional

    freidimensional Tastenirrtuose

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90


    :supi: gerade was FSOL angeht...meine Götter (--> des Sampling)
     
  14. Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Danke euch :nihao:

    Das mit den Drogen mag ja sein, wegen dem Thema rumprobieren, kann man zumindest für FSOL gegenteiliges lesen und bei Orbital denke ich wird es auch nicht viel anders aussehen. So oder so empfinde ich das nicht für wichtig bzw. interessant. Mangels Erfahrungswerte o.ä. kann ich das mit dem Workflow allgemein nur bedingt nachvollziehen. Oder wenn man bei der Metapher bleiben mag, wie wurde die Burg zusammen gebaut bzw. wie waren die Werkzeuge zu dieser Zeit.

    Also habe noch gelesen, es gab wohl Den Sampler von AKAI, der mit nur einem Sample gefüttert über einen weiten Bereich (88 keys!?) sehr gut klingt.

    Oder kurz - jetzt wäre eher noch die technischen Aspekte u.a. des workflows interessant. Wie geschrieben halt auch die Sachen mit dem cutn bzw. die damit verbundene Ansteuerung.

    @robotwalla: Ja ich denke experimentieren darf man auch - FSOL beschreiben in dem Interview ja mit Ihren drei Tipps das und aber auch das meine seine Vision der Burg nicht aus dem Auge verlieren soll. Aber he die beschreiben das ziemlich gut (also am besten selbst lesen) und vieles klingt für mich einleuchtend und geht mit meinen Vorstellungen konform.

    MIDI war nicht mit AMIGA?


    Gruss,
    Otto
     
  15. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    FSOL sind doch aber auch Analog-Leute die bewusst zB in Lifeforms Klänge auf Analogen nachgebaut haben. Das ist eigentlich, was diese Sounds genial macht.

    Orbital klingen da schon anders. Dafür gern mal deren Dr.Who Remix anhören. Ergänzend zu dem was hier schon steht.
     
  16. BBC

    BBC -

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    ich glaube dass war damals bei mehreren Hardware-Samplern so. Die hatten teilweise andere Interpolationsalgos für die Transponierung. Heutige Software interpoliert wohl einfach nur noch linear, weil Speicherbedarf eben kein Thema mehr ist.
     
  17. Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Danke :nihao:

    @Moogulator: Ok, für FSOL war/ist auch die Analog und Soundtüftler Abteilung wichtig. Sorry warum ich mir den Dr. Who Remix anhören soll ist mir unklar. Ich (kenne das Lied nahezu in- und auswendig und) weiss, das ich auch beim Erfrischen der Erinnerung, nicht sagen könnte aus welchen Gerätschaften was kommt und da das Original ja Synth- und Digitalfrei dafür mit Samples ist, macht es mir eine zu Ordnung nicht leichter.

    Dem Original würde/könnte ich eher richtung Analog (Modular) einstufen, wobei die Pads schon halt auch Natur- bzw. Unknowninstrument Charakter haben. Ja beide klingen schon unterschiedlich und evtl. machen FSOL experimentellere Sounds (sehe sie aber nicht so weit auseinander), ok und vielleicht empfand ich FSOL damals auch fresher und sich stärker unterscheidend von dem was man sonst so kannte. Mit dem wie und womit bestehen für mich trotzdem noch Unklarheiten - vielleicht sollte ich mal nach speziellen Sounds fragen.

    Da kein Widerspruch mit Beats sind gesamplet kam, nehm ich das Mal als halb belegte Tatsache hin. Und klingt/ist ja auch irgendwie logisch, nun gab es auch eine lachsfarbene Electribe. :mrgreen: Aber wie die z.B. arbeitete ist mir unklar.

    @BBC: Habe keine Ahnung wie das mit den Samplern sich damals gestaltete, aber anscheinend gab es anscheinend zumindest wohl bei AKAI ein Modell mit sehr guten (die anderen mit brauchbaren) Algos. Wie das bei anderen Hersteller war kann ich genauso wenig einschätzen. Entscheidend finde ich halt das es sehr wohl schon recht gut funktioniert hat.


    Gruss,
    Otto
     
  18. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Das mit Orbital postete ich, weil ich nicht genau weiss, was FSOL mit ihnen verbindet, daher sozusagen nach und nach, und weil sie Doctor? mit BigBeats versorgt haben - fand ich das eine nette erste Stelle wo man anfangen kann.

    Da würde ich ebenfalls sehr viel "Synth" vermuten plus Drumloops. Also richtig klassisch British.
    Ja, eben - mit FSOL verbinde ich diesen Sound nicht, das wäre ein eigenes Ding.

    Dr Who ist mit dem EMS gemacht, spätere Versionen mit dann üblichem Zeug, man hat es je nach Folge also immer mal erneuert - aber klanglich gar nicht so extrem variiert. (Also Dr Who Original Thema). Daleks sind übrigens der Ringmodulator des EMS. Daleksmiramoarsch ;-)

    Hmm, ich finde sie haben beide etwas, was sie damals "modern" machte und heute - da ist es einfach ein Stilmittel, und ich finde das ist bei FSOL eben diese niedlichen Analogsounds mit Unschuld mit teilweise "Simulationscharakter" plus Samples und bei Orbital waren es eher Beats und Einsatz der Sounds,..

    FSOL: Klassische Analogsynthliste, viel Roland und so..
    Da weiter oben Listen gepostet wurden ist da wohl nicht mehr so viel zu zu sagen.

    Tribe: die ist ein Sampler der auch Slices erzeugen kann aus einem Loop, also die einzelnen "SChläge" können da jeweils im Lauflichtsequencer gespielt oder nicht gepspielt werden. Denke aber nicht dass das was ist was FSOL unbedingt tun.
    Aber man kann wowas für Breakbeat sehr gut nehmen und diese einzelnen Slices auch auf Pads legen und neu spielen, aber .. auch hier glaube ich - sie ist eine Möglichkeit wie man das "fast heute" machen kann..

    Über die Tribes kann ich die aber wirklich alles sagen.
     
  19. Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Danke :nihao:

    Verbinden tut sie hauptsächlich der "Erscheinungzeitraum" und das sie Elemente nutzen die zu der Zeit modern waren, u.a. Breakbeats, aber sich trotzdem von der breiten Masse unterschieden. Aber abgesehen davon wollte ich die beiden ja weder so sehr vergleichen oder (klanglich) verbinden. Ich finde nur beide interessant. Nebst den Beats, gefallen mir auch die anderen Sounds von denen. Und euer Tenor geht ja Richtung FSOL mehr Sampler im Einsatz wie bei Orbital. Und gut, FSOL nebst Sampler tortzdem viel Synths vor allem analog.


    Heute kann man sowas ja problemlos mit Sampler und oder DAW, ein zwei Synthies und Drumloops remixn + nachbauen -bzw. selbst der Remix von Orbital unterscheidet sich nicht so sehr vom Original bis auf die Sache mit den Beats.


    Das mit EMS mag sein (kein Plan ob die Orgeln, Test OSCs und Noisegeneratoren und Gitarren bauten) denen ihr erster Synth kam trotzdem erst Jahre später raus. :mrgreen:

    Mit solch Beschreibung kann ich mehr anfangen wie mit einer reinen Gearlist. Ja FSOL vielleicht verspielter und experimenteller - aber ich denke beiden legten viel Wert auf den Sound.


    Die Gearlisten von da oben sind weitgehenst für Orbital - nur so nebenbei, aber trotzdem die Frage nach welcher Gear ist ausreichend beantwortet. Eigentlich fehlt nur ein zwei wie - vor allem hinsichtlich der Sampler.. waren ja noch AKAI am Start noch nicht lachsiges. Also direktes ansteueren der Samples/Slices? Und auch timestretching?

    Und wegen Analog müsste ich wohl erst mein Ohr dafür trainieren.

    Was denkst Du wie sie Ihre Beats bauten?

    Nun bitte noch wie es bei AKAI aussah.

    Ich hoffe es wird noch vor Weihnachten ein Vergleichreview geben :)


    Gruss,
    Otto
     
  20. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Die Beats (Orbital) scheinen mir schlicht Drumloops, die man aus Sample Libraries oder selbst aus Platten oder CDs gesampled hat zu sein.
    Es gibt genug Methoden, diese anzupassen, früher eher über Timestretch und neu starten als Loop eben - später mit Acid (der Software) und Ableton oder mit Slicern bzw Recycle - also das ist abhängig von der Zeit wo sie es gemacht haben. Anders gesagt - es ist so wie bei Jungle/Break und BigBeat bis hin und DnB sehr ähnlich in der Machart. Vergleiche zu so Stücken wie Rez von Underworld passen dann da schon. Die Soundästhetik bei Orbital ist allerdings eine andere und das was sie wirklich aus macht - zumindest aus meiner Sicht.

    FSOL Gear: Das verweisen nach "oben" war so gemeint, dass die Listen im Netz zumeist existieren, bei FSOL gibt es die auch, sind sehr viele Klassiker und Roland SH's und so..
    Und was hier zB bei den "Wesen" die sie gebaut haben passiert sind nette LFO Sounds, die einfach existierende Wesen simulieren - also anhören und nachbauen aber analog - das ist ja schon ansich eine Herausforderung und sogar das, was Synthese eigentlich tun sollte - alles damit bauen.

    Und bei den typischen Sounds von Orbital ist das viel Samples und ggf. auch Rompler plus ein paar markante Synthsounds dazu, die nicht per se analog zu sein haben. Viele Flächen und so, hauchiges, choriges, also durchaus auch Rompler-Content und Samples aus eigenem oder "geklauten" Quellen - aber das besondere hier ist sicher das konventionelle Sounds etwas anders genutzt werden, es GIBT ja so Glöckchen oder sowas schon mal - aber es liegt schon auf dem Sample oft ein LFO auf Filter oder Amp oder beidem und "schwabbelt" ein wenig dazu - Pitchmod ist auch nicht schlecht, um den Sound EIGEN zu machen.
    (Shadows wäre so ein Stück - Chorsounds, LFO Sounds und - typischer Breakbeatloop).
    Und das klingt nicht so abgedroschen wie andere zu der Zeit - das war ja Anfang 2000. In dem Song wirkt das Vibraphondings hier und da fast wie eine Ambient-Jazz-dreingabe, also - nicht alles Techno, sondern auch in Stil und Sound überall geguckt.

    Ja, korrekt - das geht heute alles einfacher - rein technisch. Aber man muss halt auch drauf kommen.
    Einige Sounds sind eben Klassiker, fast sogar Presets aus irgendwelchen JVs und Workstations - aber - sie werden gespielt wie im Techno mit "noch was", also bisschen wild und fröhlich mal was modulieren, anders machen .. denn das macht für mich das aus, was sie tun. Damals wars ja zudem auch noch einfach neu.

    EMS: doch, da gibts Dokus zu - und Ringmodulator ist kein Hexenwerk. Klingt dann so (hier ists ein Vermona ringmod):

    play: https://www.sequencer.de/mp/vermona_rm1/ringvoice.mp3
    Das sind sonst alles analoge Sounds, und so - heute also ganz gut nachzubasteln.

    Akai Slices: MPCs haben das erst seit der MPC1000 drin, Chop heißt es da - ist aber eigentlich dasselbe wie Einzelsamples suchen und trennen - ich hatte die Tribes und Recyle exemplarisch genommen, geht auch mit anderen Dingern - aber hier denke ich nicht an sowas sondern als reines abspielen eines Loops - also halber Takt oder so, bis dahin rennt da nix auseinander. Das ist nicht "programmiert" - meist.

    Tribe Vergleich: müssen halt da sein, dann wird das gemacht:
    Hoffe ich hab alles Wesentliche erwähnt.
     
  21. Ich@Work

    Ich@Work eingearbeitet

    Re: Wie arbeiteten z.B. Orbital, FSOL & Hybrid Anfang der 90

    Hier noch ein älteres holländisches Video zum Thema Sampling, wenn auch neuer als die Zeit von FSOL (Achtung : startet erst ab 7 Minute 30) :


    src: https://youtu.be/DUjCMBs4-SY


    Interessant dürfte in diesem Zusammenhang der Part mit Speedy J sein (ab Minute 20). Leider nur auf holländisch :sad:

    Gab es nicht auch schon damals Software um Samples klanglich zu verändern, wenn auch mit entsprechender Berechnungszeit und natürlich nur Standalone ? Weiss noch jemand wie die hiessen ? Im obrigen Video setzt Speedy J ebenfalls ein solche Software ein. Welche ist das ?

    Ich denke, dass FSOL davon auch gebrauch gemacht hat.

    Heute gibts sowas wie das iZotope Iris (https://www.izotope.com/en/products/eff ... ents/iris/) welche sowas sogar als Plug-In tut.
    Aber irgendwie habe ich den Eindruck je einfacher sowas wird umso unspannender wird sowas.
    Für mich sind solche Tools irgendwie interessant, kann aber nicht vorstellen wie man das Zielorientiert im Griff haben kann. Oder spürt man mit der Zeit wirklich heraus welche Geräusche zu welchen Sphären/Klängen führen können ? Falls nicht ist das dann doch eher das Prinzip Trial&Error ?
     

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