Wieso ist dieses Lautsprecherkabel nicht für aktive Monitore?

Steril

|||||
Moin, der Titel sagt es schon: Ich habe dieses Kabel bei mir in der Kiste und lese gerade bei Thomann, dass es nicht für aktive Monitore geeignet wäre (und auch nicht für Mikrofone). Meine Frage als technischer Laie: Inwieweit unterscheidet sich dieses Lautsprecherkabel von anderen Lautsprecherkabeln, weshalb ist es ungeeignet für aktive Lautsprecher? https://www.thomann.de/de/cordial_ctl_3_fm.htm
 
Interessant, ich benutze (vermeintlich) genau diese Kabel für meine aktiven Lautsprecher und für meine Mikros. Damals stand die Anmerkung nicht darunter.
 
Das fertig konfektionierte Kabel verwendet folgendes Cordial Kabel:
Das ist eine hochflexible zweiadrige Leitung ohne Schirm. Für symmetrische Signale eigentlich ungeeignet. Das kann bei richtiger Steckerbelegung funktionieren, aber die Übertragung sollte dann unsymmetrisch sein.
 
Größerer Leitungsquerschnitt alleine ist an sich ja nichts schlechtes. Nur eben völlig unnötig und teurer, wenn keine Leistung transportiert werden muß.
 
Kabelquerschnitt
2x 2,5 mm²

Laut Thomann ist es zweiadrig also asymmetrisch. Klar nimmt man für aktive Lautsprecher symmetrische Kabel mit Schirm aber warum ist dieses Kabel dann mit XLR Verbindern? XLR hat 3 Pole. Ich dachte für passive Lautsprecher nimmt man die SpeakOn Verbinder
 
Speakon nimmt an u.a. üblicherweise für Querschnitte > 2,5mm2, weil es dann bei symmetrischen Klinken und XLR "etwas unhandlich" wird, die dicken Drähte anzulöten. Dann halt Stecker mit Schraubanschlüssen und noch besser, welche wo Aderendhülsen passen. Oder auch mit Federzugklemmen.
 
Nur eben völlig unnötig und teurer, wenn keine Leistung transportiert werden muß
Jedes Kabel ist auch ein Filter. Je länger und je geringer der Durchschnitt desto höher ist der Verlust gerade in den Höhen.

Hier hat das mal jemand gemessen:


Es besteht also tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Durchmesser und Filterverhalten.

Ob man in der Lage ist das wahrzunehmen steht auf einem anderen Blatt. Ich höre noch bis ca. 11kHz. Alles darüber macht der Highcut in meinem Ohr sowieso platt.
 
Jedes Kabel ist auch ein Filter. Je länger und je geringer der Durchschnitt desto höher ist der Verlust gerade in den Höhen.
Ist so. Auch elektrisch messbar. Solange du keine 50 Meter mit 0,08mm2 sondern eher 0,5mm2 Querschnitt verlegst dürfte das bei den üblichen Längen im Wohnzimmer und Heimstudio absolut keine Rolle spielen. Da spielen Raumakustik und die Eigenschaften der Lautsprecher eine weitaus größere Rolle.

(Hoffentlich habe ich jetzt keine Klangesotheriker getriggert ;-) )
 
aber warum ist dieses Kabel dann mit XLR Verbindern? XLR hat 3 Pole. Ich dachte für passive Lautsprecher nimmt man die SpeakOn Verbinder
Weil es halt Hersteller gibt/gab, die 3-polige XLR für Lautsprecheranschlüsse verwendet haben. zB die Klassiker S15/3 von Electrovoice gabs mit Klinke und mit XLR. Dass Thomann dafür Kabel anbietet, kann man ihnen schlecht vorwerfen.
 
Ich habe damals, als ich noch lebte, die Lautsprecherbox für meinen Fender Röhrenamp auch von Klinke auf XLR umgebaut. 1. wegen der Verriegelung, und 2. konnte ohne das passende Kabel (Klinke (Amp) auf XLR (Box) ) niemand anderes die Box 'mal ausprobieren' - weil: wenn kaputt, dann gehört sie wieder mir... ;-)
 
Danke für eure Rückmeldungen! Also könnte ich damit theoretisch meine Focal Solo6 direkt an die Soundkarte anschließen, ohne was kaputt zu machen, richtig? Wäre dann aber halt leiser und anfälliger für Störgeräusche, da nicht symmetrisch?
 
ALso in der ersten Rezension auf der Thomann-Seite kann man folgendes lesen:

"Großer Leitungsquerschnitt und hochohmiges Verhalten der Kabel hilft immer, wenn es darum geht, viel Ton vom Verstärker an den Boxen auch richtig ankommen zu lassen.
Viele Musiker "sparen" sich das Geld hierfür - und das leider nur oft an der falschen Stelle.
Boxenkabel sind von der Konzeption ganz anders als XLR-Mikrofonkabel und sollten nicht mißbraucht werden.
Umgekehrt gilt dies übrigens noch mehr - keine Boxenkabel für Mikros verwenden, das könnte die feine Elektronik der Mikros schädigen. Boxenkabel haben im übrigen auch nur 2 Adern im Kabel - der eine XLR-Kontakt ist also überflüssig.
Fazit: Cordial Boxenkabel sind robust und haben einen guten Klang. Nur weil ein Kabel XLR-Stecker hat, heißt es nicht, dass man es autom. als Boxenkabel verwenen sollte. Man verschenkt ungewollt viel Sound vom Instrument und Amp. Dies ist v.a. bei Hochleistungsamps im Bereich Bassverstärker und E-Bass deutlich hörbar. Investiert die 20€!"

Keine Ahnung, was davon fundiert oder eher gefühlt ist; wenn ich es richtig verstehe geht es nicht um Belegung, Schirmung vs. Symmetrie, sondern schlicht um Kabelquerschnitt. Wobei sich das meinem Verständnis nach (zumindest wenn es auch Kupferlitzen handelt) wider spricht, denn großer Kabelquerschnitt = weniger Widerstand (wenig Ohm), kleiner Kabelquerschnitt = mehr Widerstand (mehr Ohm).


Ode rübersehe ich was....?
 
Also könnte ich damit theoretisch meine Focal Solo6 direkt an die Soundkarte anschließen, ohne was kaputt zu machen, richtig? Wäre dann aber halt leiser und anfälliger für Störgeräusche, da nicht symmetrisch?
Kann man machen, ist aber Mist.
Investiere das Geld in 2 XLR-Mikrokabel. Die haben 2 abgeschirmte Innenleiter (+ und -) und eine Abschirmung (außenrum = koaxial) auf dem 3. Kontakt.
Das Lautsprecherkabel hat 2 nebeneinanderliegende Innenleiter mit größerem Querschnitt für größere Leistung.

Früher(tm) wurde XLR halt zur Leistungsübertragung genommen, weil Speakon noch nicht erfunden war. Das kam erst 1988.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte zwei XLR-Speakerkabel (normal) für meine Aktivboxen gekauft, da kam aber kein Signal an. Muss also irgendwie anders belegt sein, denn mit einem Satz Kabel für Aktivboxen hat es dann perfekt funktioniert.
 
Kann man machen, ist aber Mist.
Investiere das Geld in 2 XLR-Mikrokabel. Die haben 2 abgeschirmte Innenleiter (+ und -) und eine Abschirmung (außenrum = koaxial) auf dem 3. Kontakt.
Das Lautsprecherkabel hat 2 nebeneinanderliegende Innenleiter mit größerem Querschnitt für größere Leistung.

Früher(tm) wurde XLR halt zur Leistungsübertragung genommen, weil Speakon noch nicht erfunden war. Das kam erst 1988.
„Abgeschirmt“ ist nicht zwingend „besser“, siehe beispielsweise die hochwertigen Mikrofonkabel von Vovox. Hier nutze ich bewusst welche ohne Schirm, weil die offener klingen. Wenn das Studio sauber verkabelt ist, gibt es eh keine Probleme mit Brummen und Rauschen.
 
Eine Aktivbox bekommt Line Signal. Symmetrisch oder unsymmetrisch ist erstmal egal. Da fließt keine Leistung darüber. Die Kabel sind immer Geschirmt. Signal wird über einen Leiter übertragen , im Prinzip Wechselspannung , Musik aber. Masse und Signal, Masse Schirm.

Lautsprecherkabel ist ist für Leistung ausgelegt, klassisch Speakon Stecker , seltener XLR weil verwechselbar. Heimbereich einfach „Kabel“ an Klemmen. Nie geschirmt. Wird genutzt um einen Leistungsverstärker mit passiven Lautsprechern zu verbinden.
Ein Leitung Plus, die andere Minus, der Verstärker wechselt die Richtung, keine Masse vorhanden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde dazu raten, das passende Kabel zu kaufen oder selbst zu löten.

Kaufen:
15,90 EUR
---

Löten:
Cordial CMK 222 BK Mikrofonkabel
1,10 EUR/m

Neutrik NC3 MXX
4,30 EUR

Neutrik NC3FXX
4,29 EUR

Endpreis: 11,89 EUR

Da man immer irgendein Kabel braucht, habe ich vor einiger Zeit einfach mal etwas Geld investiert und passende Stecker, Buchsen und Kabel gekauft. Seit dem habe ich kein einziges Kabel mehr bestellt. Selbst etliche Multicores habe ich gelötet.
Klar, wenn man vom Löten keine Ahnung hat bzw. das passende Equipment fehlt, dann ist die Einstiegshürde etwas höher.
 

Anhänge

  • DSUB_Kabel_etc.jpg
    DSUB_Kabel_etc.jpg
    312,4 KB · Aufrufe: 8
  • Kabel_Material.jpg
    Kabel_Material.jpg
    323 KB · Aufrufe: 8
Ich hatte für meine Neumänner diese zuerst bei Thomann gekauft, das hat aber nicht funktionieret.
Steht auch extra drin, das die für Aktivboxen nicht geeignet sind, hatte ich damals überlesen.

Hinweis: nicht für Aktivlautsprecher geeignet. Kein Mikrofonkabel!

 
Ja, das sind ja genau meine. Funktionieren tun sie an Aktivboxen, aber hakt deutlich leiser und mit Einstreuungen. Also keine wirkliche Alternative. Das war dann wohl ein Fehlkauf damals, vor Jahren… 😂
 
Kann man machen, ist aber Mist.
Investiere das Geld in 2 XLR-Mikrokabel. Die haben 2 abgeschirmte Innenleiter (+ und -) und eine Abschirmung (außenrum = koaxial) auf dem 3. Kontakt.
Das Lautsprecherkabel hat 2 nebeneinanderliegende Innenleiter mit größerem Querschnitt für größere Leistung.

Früher(tm) wurde XLR halt zur Leistungsübertragung genommen, weil Speakon noch nicht erfunden war. Das kam erst 1988.
Ich habe ja auch klassische Mikro-Kabel. Aber ich musste für einen Test die ARC4 Hardware dazwischen schalten und da bin ich in der Kabelkiste auf diese Kabel gestoßen. Und da sie ja damals beim Kauf explizit als hochwertige Lautsprecherkabel beworben wurde (ohne den negativen Hinweis auf aktive Lautsprecher), dachte ich, ich könnte damit noch was an Sound rausholen. Ist aber wohl eher das Gegenteil der Fall. Damit sind sie heutzutage wohl ziemlich nutzlos, befürchte ich 😅
 
Zuletzt bearbeitet:
Damit sind sie heutzutage wohl ziemlich nutzlos, befürchte ich 😅
Nein, es sind auch heute noch die Kabel, die man zur Übertragung von Leistung (!)
zwischen einer Endstufe und einer passiven Lautsprecherbox benötigt.

Eine aktive Box ist ja nicht zwangsläufig - oder systembedingt - besser als eine Passivbox.
Nur haben moderne Passivboxen halt meist speakOn-Anschlüsse.

Wenn Endstufen eine Leistung von mehreren 100 Watt haben, wird auch diese Leistung durchs Kabel übertragen.
Und da brauchts dann ein Kabel mit dicken Innenleitern und nicht so etwas dünnes wie ein Mikrofonkabel.
Und genau dafür ist dieses Lautsprecherkabel...
 
Vielen Dank für Deine Erklärung, jetzt habe ich es verstanden. 🙏 Für mich sind sie allerdings nutzlos, momentan zumindest. 😅
 


News

Zurück
Oben