Was zuerst gesehen werden muss:
Der OpAmp ist nicht allein für den Klang verantwortlich. In jeder Schaltung gibt es Kompensationsglieder, die darauf angepasst sind. Insbesondere kapazitive Rückkopplungen, um die Verstärkung zu linearisieren, sind da eingesetzt. Einfach nur einen OPV auszutauschen, ist daher im Normalfall wenig zielführend. OPV sind normalerweise schnell genug, um Audiosignale auszuregeln, d.h. sie folgen trotz Nichtlinearität eines Verstärkers exakt dem Eingang. Das GBWP reicht auf für Opamps der 100V-Klasse bis weit über 10MHz und die slewrate bis >100kHz. Habe gerade einen AWG in der Entwicklung, der dahin geht.
Es ist daher praktisch IMMER die analoge Umbeschaltung, die die Regelung erschwert, sowie das PCB-Design und die Leitungsführung. Bei den halb aktiv geregelten Stufen hat man damit immer eine lineare Verzerrung, die ausgeglichen wird, um die Regelung zu optimieren. Ein anderer OPV mit einer anderen Verstärkung wird zwar in sich gfs linearer sein, das System kriegt aber Dellen in den Frequenzgang. Es kann daher durchaus sein, dass das Gesamt design angepackt werden müsste, weil das nicht gut ist.
Ich nehme sogar an, dass es bei diesen Billigelektroniken nicht besonders gut ist!
So oder so kann natürlich das Design optimiert werden. Aber:
Um dem Thema näher zu kommen, reicht sicher kein Sinus mit einem 8-Bit-Oszilloskop. Auch mein neuer 12-bitter wird da wenig aufzeigen. Wenn, dann eine Spektrumanalyse mit einem 24Bit-Wandler. Die konventionellen SA, die wir so im LAB haben (hier stehen Agilents / Keysights für > 2Mio rum) sind für HF gebaut und haben nicht die Bitbreite, um Audio aufzulösen.
Wenn du Zugriff auf ein gutes
Audiointerface hast, wie RME oder ähnliches, sollte man damit ein Spektrogramm machen. Allerdings nicht mit dem Tool des Audioherstellers ,sondern offline mit MATLAB und einen Görzel drauf loslassen, der die musikalisch sinnvollen Oberwellen liefert, die man erwarten darf, also zuerst mal die Oktave und die dortige Quinte.
Ich glaube aber, dass das vorgeschlagene Klangmodding Folge von mehr Brillianz sein dürfte, die der originale Autor ausgemacht hat, weil es zu einer Überbetonung der Höhen gekommen sein könnte. Ist eine Vermutung. Meistens ist das aber so. Hau oben richtig Chilli in den Mix und er wird als besser eingestuft.
Am Ende stelle ich auch nochmal die Frage, ob das überhaupt Sinn macht, billige Boxen zu kaufen und dann den Klang zu verbessern.
Dann lieber 500,- mehr in die Monitore - hat man jahrelang was von und der Zeitaufaufwand , um das zu verdienen ist geringer, als das gemodde, führt aber definitiv zum Erfolg.