Agent Side Grinder, Tilly Electronics, Plasmaschwarz – Köln 8.2.2020

Im Blue Shell startet eine Minimal Elektro und Synth-Party. Die Macher dahinter haben dieses liebevolle Roboter-Tanz-Event zu vermelden und es ist bereits für Köln auch wieder eins im Juni geplant.

Den Anfang macht Plasmaschwarz und ist das erste Mal auf einer öffentlichen Bühne, sie wird sehr gut aufgenommen und bringt mit ihrem Microkorg und Mininova ein Synth-getragenes Pop-Debüt – sie hat deutschte Texte und traut sich was. Das Publikum honoriert das sehr gern und schon geht es weiter mit den Minischachbrett-Muster-Ganzkörperanzügen als Computerfiguren aus einer Art Plastikwelt, die von Robotern träumt, als wären sie elektrische Schafe – Tilly Electronics. Es gibt ein Cover von I Feel Love und die Texte sonst sind deutsch, witzig und die meisten können sie mitsingen. Fahrstuhlboy und natürlich „Kleidung, find ich guuuuut“ skandieren sie und es wird noch mehr getanzt, ein bisschen Selbstironie, ein bisschen 80er, sogar einen kleinen Hauch NDW und Italo gibt es hier und auf keinen Fall muss sich hier jemand verstellen, wir sind eine feiernde Masse und teilen das unseren Gesichtern mit. Es gibt neue Songs und wohl auch eine kleine Tour. Ach und schon geht es weiter mit Agent Side Grinder aus Schweden, die schon einige Zeit einen neuen Sänger hat. Souverän sind sie und starten mit sehr viel handgespielten Synths – ein DSI Prophet Rev2 für die polyphonen Sachen und ein 1978er CS Synth (ein kleinerer, CS10.. ) sowie ein Streichfett werden durch den Abend live händisch gespielt, melodisch und der Bass ist auch mit drin, nur Drums und wenige Sequencer-Sachen wie zB die 303-artige Bassline in „Doppelgänger“ kommen nicht direkt aus der Hand.

Noch schöner ist dann die Ecke mit der Bandmaschine und den weissen Handschuhen, um die Tapeloops persönlich zu spielen und mit Noises aus dem „Klinik“-Synth Teisco 100F, der sehr unterschätzt ist und grandiose Dinge tut und mit Effekten versehen wird als Gegenpart zu den sehr melodischen Sachen. Die Hits werden alle gespielt, einige sind dunkelschwarz, andere synthpop und auch das wird sehr honoriert, sodass die 3 Herren auch noch einmal wieder kommen und einige Zugaben spielen. Die Performance macht Spaß, danach geht es in die etwas depressive Discophase. Das war mir ein wenig „langsam“ und traurig, aber der Abend war großartig mit erstaunlich wenig bekannten Gesichtern meines Freundeskreises – trotz guten Aufgebots aber einem sehr sehr gut gefüllten Blue Shell. Das machen wir sehr gern wieder, sage ich zu mir selbst, weil ich muss ja so mit mir reden, damit ich jetzt nur noch die Bilder hier drunter pappen kann und alle wissen – da hast du was verpasst. Ich nicht, ich schreibe gerade alle Artikel zum kommenden SynMag und hab die meisten erst heute fertig und muss noch ein bisschen was tun. Also – komm nächstes Mal einfach auch – wenn du Synthesizer, Melodien und ein bisschen Grufti-Luft magst, dann auf jeden Fall.

Blick ins Blue Shell direkt nach den Konzerten, es ging ja noch weiter.. Achte auf die Disorder Party.

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