Test: Bitshift Audio pHATfactory – phatmatic – loop tool

Test: Bitshift Audio pHATfactory – phatmatic – loop tool und verwurstlererer!

NACHTRAG: inzwischen gehört Bitshift, später Glaresoft nun zu iZotope


Autor: Moogulator
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NACHTRAG: nun gibts ja phatmatic pro, hier sind alle unterschiede zum pc ausgemerzt und eigene loops sind machbar!! damit ist eigentlich kein negativpunkt mehr,der mir bei dem preis einfällt ;) alte textversion noch unten zu lesen ;)..
daher bitte die textstellen entsprechend wohlwollend prüfen!! ;) : oder so: habe die alte version nurnoch unten als link.. diese hier ist bereinigt…

Krawattenzwang! Klang-Schleifen und Fett.
Wo will der uns denn hinführen? In eine Fettfabrik? Phettnapf oder besser Phatnaph? Nein-nein. Ich bin’s doch nur. Heute habe ich ein besonderes Paket für den Softwarepark.
AUDIODEMO: phatmatic.mp3
Wenn es um Loops geht, ist man sich einiger Dinge bewusst. Man schraubt in seinem Sequenzer herum, nutzt kleine Hilfsprogramme zum Umrechnen des Beats und weicht dann schon mal auch aus auf andere Programme, die Loop basiert arbeiten. Das Problem ist dabei einfach: Die Looper, wie Ableton Live und ähnliche Konzepte, können ausschließlich mit Loops umgehen. Möchte man nun einzelne Klänge einer Loop spielen, sieht das schon wieder nach mindestens zwei Hostprogrammen aus. Phatfactory setzt genau hier an und ist dabei ein einziges VST-Instrument. Es geht also darum: Loops und deren Einzelsounds zu handeln, und dazu noch das Problem der Tempoänderung einzukreisen. Ob die Fettfabrik das kann? Einfach weiterlesen.

Die vorige Version von Phatmatic (ohne „pro“) wurde nun gar abgelöst durch die pro-Version, die an allem noch einmal etwas zulegt.

Im Stall
Installieren ist sehr einfach. Egal ob Mac oder PC. Im Test wird auf die beiden Varianten unter Logic eingegangen. Mac und PC Variante sind identisch. CD rein. Installer laufen lassen und nach starten des Hosts (wie gesagt: hier in Logic) den Code von der CD eintippen. Fertig. Beim PC hat man sich ebenfalls an die üblichen Installationsrituale gehalten. Die DLL Datei wird ins PlugIn Verzeichnis gesteckt. Fertig. Mit Windows 98,Me,2000 und XP kommt man aus. Der Rechner sollte mind. ein 400Mhz Pentium II sein und 128MB RAM eingebaut haben. Besonders hungrig ist das PlugIn übrigens nicht. Beim Mac wird OS8.6 oder höher. Auch eine OS X Version gibt es nun (Audio Units). benötigt, 128MB, über die Taktfrequenz schweigt sich das Paket aus. Es dürfte aber schon mit gut 300Mhz ohne Probleme laufen. Es ist nämlich nicht hungrig.

Da phatt..
Öffnet man das VSTi Fenster, findet sich ein Waveformdisplay, umgeben mit einigen Köpfen und zur rechten ein Filebrowser.

Im Filebrowser sucht sich der Fettmanufakturnutzer dann einfach mal etwas aus: Zu diesem Zwecke bietet sich das mitgelieferte Material an. Öffnet man ein WAV-File, kann man direkt dessen Wellenform sehen (wie hier im Bild). Mittels einer (im bild aktivierten) Funktion, kann man die einzelnen Klänge innerhalb des Loops einfach auswählen oder mit der Maus in den Bereich/das Einzelsample klicken. Phatfactory unterteilt hierbei, genau wir Recycle, den Loop in Einzelsamples. Spielt man nun auf einer MIDI-Tastatur, kann man jedes einzelne Sample „spielen“. So einfach es klingt, so einfach ist es auch. Natürlich kann alternativ auch das AIF-Format genutzt werden.

Dazu kommt, dass der betreffende Klangausschnitt („angelsächsisch“: Loop), da er nun in seine Einzelknochen zerlegt wurde, auch als Loop in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt werden kann. Wie das funktioniert: Zwar wird immer noch klassisch gesampelt, also nicht wie in Ableton Live in Echtzeit in das neue Tempo gerechnet. Aber wir haben jedes Schlaginstrument einzeln. Also eine Art „Recycle“ – Output. Wenn man nun also nicht die Tonhöhe ändert, sondern einfach nur die Abstände zwischen den Segmenten, haben wir einen durchgängigen Beat, welche dem neuen Tempo anpassbar ist. Die Tonhöhen der Einzelsamples können transponiert werden. Müssen sie aber nicht (Frei nach Rüdiger Hoffmann).

Auf einer kleinen Klaviatur in der Mastersektion kann man die Abspieltonhöhe bestimmen. Wenn das allein nicht schon prima wäre? Es gibt noch mehr…

Bau mir ein Haus aus den Knochen von…

Es finden sich also

„Loop-ans-Tempo-Anpasser“

und ein

„Extrahiere mir jeden einzelnen Sound
aus dem Loop und lege sie auf die
Tastatur-Generator“

in dieser Software.

Der Loop muss doch aber nicht so klingen, wie er daherkommt? Muss er nicht.

Jedem Segment (oder jeder beliebigen Gruppe von auszuwählenden Einzelsamples) kann man mit Pitch Hüllkurven, Filter- und Lautstärkeverläufen bearbeiten. Dazu gibt es Hoch- und Tiefpassfilter und oben genannte 3 Hüllkurven sowie verschiedene Loop Modi (Vorwärts oder Rückwärts? Oder darf es auch beides sein?).

Slice me nice!
Hierbei klickt man einfach im linken blauen „Hüllkurvenfenster“ (Slice) oben rechts (Amp) und wechselt von Lautstärke-Hüllkurve zu Filter- und Tonhöhenkurve. Weiterhin kann man den Loop auch justieren (noch einmal klicken, und Start und Endposition werden angezeigt und lassen sich ebenfalls grafisch ändern). Die Anzahl und Funktion der Hüllkurvensegmente dürfte ein gieriger Blick auf die Grafik beantworten. Hinweis: Die Anfasser sind natürlich die „Eckpunkte“ der Hüllkurve.

Wenn man sich den Loop nun anhört, hat sich schon einiges getan. Die „generierten Einzelsamples“ sind natürlich ebenso bearbeitet. Denn man arbeitet immer an der Loop und an den Samples gleichzeitig, es ist keine Trennung vorgesehen. Die Auswahl geschieht sehr intuitiv: einfach nur das Sample spielen oder „anmausen“. Da bricht man sich in so mancher Samplesoftware den Finger. So macht das Arbeiten mit Loops auch Spaß.

Die vier Outputs von Phatmatic Pro sind nichts anderes als „Einzelausgänge“. Gerade bei Drums und Loops ein Feature, welches man nicht missen will.
Des weiteren kann man in der Mastersektion dem Gesamtwerk noch etwas Gewürz einbauen:

Meister-Spice!
Ein Delay mit Rückkopplung, welches natürlich auch in seinem Mischverhältnis zum Originalsignal einstellbar ist bildet die Vorhut der Gewürzecke der Phatfactory. Weiter haben wir hier noch einmal ein Filter. Neben Tief- und Hochpass gibt es auch einen Bandpass zur Auswahl. Wie in der Slice-Sektion gibt es auch hier Resonanz. Dazu kommt ein weiteres Delay mit Rückkopplung, welches auch unter dem Namen „Kammfilter“ bekannt sein dürfte. Hier lassen sich dank kurzen Delayzeiten die bekannten „Robotron“-Effekte bauen. Metallischer Klang oder etwas mehr, wie eine angeschlagene „Saite“. Evtl. wissen einige: Delays mit Feedback lassen viele interessante Effekte zu. Statisches Phasing, Saitensimulation aber auch einfach nur ein bisschen Roboterkrach. Neben dem schon erwähnten „Transponier-Keyboard“, mit dem der gesamte Loop stimmen lässt, gibt es noch einen Verzerrer. Auch er ist einstellbar in Level und Verzerrungsart. Die blaue Hüllkurvensektion lässt natürlich auch ahnen: Richtig! Hier gibt es noch einmal Pitch-, Filter- und Lautstärkenhüllkurven!

Zuletzt finden sich noch zwei, zum Loop synchronisierbare LFOs mit 4 Wellenformen: Dreieck (steigend und fallend), Sinus, Rechteck.

Alles gut. Aber da haben wir noch was hinter der blauen Haube:
Eine kleine Modulationsmatrix! Hier kann den LFOs (1 und 2), Velocity und dem Modulationsrad eine der Hüllkurven oder Bauelemente zugewiesen werden: Namentlich sind das: Filter („VCF“), Filterhüllkurve, Tonhöhe (Pitch), Lautstärke („VCA“). Also schon ein vollwertiger „Synthesizerteil“ mit Loops und Drumsounds als „Oszillator“.

Möchte man übrigens eines der Knöpfchen im Sequenzer aufzeichnen, drückt der Benutzer brav den „Midi Learn“ und schon kann man sich aussuchen, welcher Midi-Controller denn nun welchen Parameter steuert. Das ist Software Software! (kommt hier einer auf die Analogie „Der Film Film“ als Steigerung von „Der Film“?) und mindestens so obligat sollte dies bei JEDER Software sein.

Organisationen – Auf den Schirm!
Der Filebrowser lässt sich „im harten Studioalltag“ auch wegklappen. Dieser dient Nicht nur der Information, sondern nimmt manchmal auch keinen Platz auf dem Schirm weg. Er ist beim Suchen recht brauchbar und auch leicht zu durchschauen.
Oberhalb der Wellenform kann man den Kanal einstellen und die Loops ein wenig frisieren. Soll ein Durchlauf einem Takt entsprechen? Oder zwei, oder drei? Guten Takten gibt man doch eine Orientierung. Voreinstellung ist vier. Von ACID wird übrigens die Taktnummer übernommen.

And… Action..!!
Nun ja, da habe ich also die Loops und Slices (Loopeinzelsamples). Aber eine Loop aus Einzelsamples erstellen, geht das ? Geht sicher, kostet aber Zeit. Dafür hat unser schlauer Fettfabrikant, Herr Gillespie, einen kleinen „Notenknopf“ oben in die Leiste gebaut. Man kann nicht nur einzelne Slices exportieren und in fremde Länder und Computer verfrachten, sondern auch die Midisequenz des aktuellen Loops. Drücke ich also diesen Knopf, so generiert der Rechensklave ein .MID-File, welches den Noten auf dem Keyboard entspricht, so kann durch einladen des Files in der Hostapplication der Loop relativ schnell und ohne murren und knurren als Midinoten reingeholt werden. Man muss also nicht „klavierspielenkönnen“.

Die glückliche Zerteilung
Das klingt ja Klasse, also gleich mal eigene WAVs und AIFFs ausgepackt. Vorhören ist mittel anklicken erledigt, das laden mit dem Doppelklick.

Die Empfindlichkeitsskala für das automatische „slicen“ (einteilen in die einzelnen Samples), also einer Art Zerteilungsemfindlichkeit ermöglicht das einfache automatische einteilen des Loops in 16er oder 32er – Takte auch mit unregelmässigen Abständen. Fehlte dies noch in der Mac-Vorgängerversion, hat man nun hier eine Möglichkeit auch die Rhythmik der einzelnen Teile zu ändern.
Die eigentliche Funktionsweise ist aber eher ähnlich des Zauberstabes in Photoshop. Die Samples werden also bei schwierigem Material je nach Einstellung toleranter (die berühmte akustische Schmetterlingsflügelberührung) oder erst mit der Sensibilität eines besoffenen Klingonen. Alles stets nach Wunsch. Die beiden Tasten 16 und 32 arbeiten allerdings oftmals richtig, so kann man mit der Emfindlichkeitsreglung aber immer noch von der automatischen „16er Zerteilung“- abweichen, denn offenbar achtet der Algorithmus darauf, möglichst gleichlange Teile zu erhalten (die zusammenpassen). Auch bei reinen Krachloops gab es aber immer gute Ergebnisse.

Wem die nicht reichen kann allerdings immer noch manuell die als „Zeiger“ darüberliegende Anfasser nutzen und ein Loopsegment (und damit auch eines der auf der Tastatur verteilten Einzelklänge) noch genau anpassen. Breakbeatler und Feinmotoriker haben also hier ihre Spielwiese.

Die Klänge auf der CD sind zwar ganz nett, aber in der eigenen Musik würde ich doch einige Weile brauchen, hier etwas Passendes zu finden. „Unerhört“ sind sie zumindest nicht, aber Hausmannskost von „Sequencergeschwabbel“ zu einigen Drumloops. Der weniger Konservative ist dann auf das Bearbeiten zwecks Individualisierung angewiesen. Allerdings kann man mittels besagter Funktionen doch sehr ordentlich und eigenständige Klangschleifen basteln. Richtig Spaß ist allerdings bei eigenen Loops angesagt.

Ein kleines anderes Problem bietet sich noch: Ein Loop kann entweder über den „Midifile-exportiertrick“ erzeugt werden oder aber durch einfaches „Laufen lassen“ des (Host-)Sequenzers. Das Tempo wird auch beim Hoch- und Runterschrauben des Tempos mitgeführt. Ersteres könnte sicher eleganter gelöst sein, was ich aber auf die VSTi-Lebensform zurückführen möchte. Das Einstarten und Stoppen eines Loops innerhalb eines Songs ist dann nicht so ganz trivial. Denn so startet der Loop und läuft, solang Logics Playtaste läuft. Hier wäre also ein Trigger eine schöne Sache gewesen. Also: die Miditastatur mit Einzelsamplesatz des Loops wären hier z.B. Midinoten 36-50, Schalter „Loop ein“, Midinote 51, „Loop aus“ auf Midinote 52. So ginge es. So muss man dann wohl mit dem Volumecontroller oder Midiexport arbeiten.
Kann man mit Leben, sollte aber fairerweise gesagt sein.

Das Ende aller Dinge
Der nicht allzu hohe Preis von 149 Euro ist nun tatsächlich für die Pro Version auch der Endpreis. Dafür erhält man ein wirklich gutes und nun von kleinen Problemen bereinigte Version im Zeichen der heutigen Zeit. Was man hier aus einem Loop herausholen kann, ist schon enorm, daher kann ich hier ein interessantes „new school“ Looptool empfehlen. Dann ist das hier ein HAMMERWERKZEUG? Jau. Ist es.

Bitshift ist nach der Revision ein prima VSTi gelungen. Davor kommt nur noch wirklich „flüssiges“ Audio, allerdings kann man (das bitte bedenken) die Wiederholeffekte dann wiederum nicht erzeugen! Somit sei Phatmatic Pro besonders Experimentierern empfohlen, die auch einmal neben der Trance-Standard-Schiene fahren wollen. DIES ist eine Geheimwaffe, gerade WEIL sie so funktioniert und die Loops pro Einzelschlag einfach Loopen kann!

Klangbeispiele
Ein paar abgedrehte Audiofiles, die ich mit nur zwei völlig normalen Loops gebastelt habe. Hier kommen alle Möglichkeiten zum Zuge: Comb, PitchEnvs, Loopsegmente von Einzelsamples, Mastersektion…

phat_moogulator.mp3
AUDIODEMO: phatmatic.mp3

PLUS
++++ Praktisches Tool! Endlich Loops einfach nutzen in Logic, Cubase und Co..
++ Einzelouts und Filter „pro Sound“ und Einzelsamplespielbarkeit
+++ spannende Ergebnisse „new school“

NEUTRAL

= seit dem Update kann man sich allenfalls wünschen, den kleinen Umweg über das Midifile nicht gehen zu müssen. Andererseits ist die Funktion selbst wieder ein Plus, weil einzigartig.

Preis
UVP 150 Euro

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ALTE VERSION B

Test: Bitshift Audio pHATfactory – phatmatic – loop tool und verwurstlererer!
Autor: Moogulator

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NACHTRAG: nun gibts ja phatmatic pro, hier sind alle unterschiede zum pc ausgemerzt und eigene loops sind machbar!! damit ist eigentlich kein negativpunkt mehr,der mir bei dem preis einfällt ;)

daher bitte nurnoch aus historischen gründen hier reinlesen!!

da der preis identisch ist und die minuspunkte alle behoben:
Kravattenzwang! Klang-Schleifen und Fett.
Wo will der uns denn hinführen? In eine Fettfabrik? Phettnapf oder besser Phatnaph? Nein-nein. Ich bin’s doch nur. Heute hab ich ein besonderes Paket für den Softwarepark.

Wenn es um Loops geht, ist man sich einiger Dinge bewusst. Man schraubt in seinem Sequenzer herum, nutzt kleine Hilfsprogramme zum Umrechnen der Beats und weicht dann schon mal auch aus auf andere Programme, die Loop basiert arbeiten. Das Problem ist dabei einfach: Die Looper, wie Ableton Live und ähnliche Konzepte, können ausschließlich mit Loops umgehen. Möchte man nun einzelne Klänge einer Loop spielen, sieht das schon wieder nach mindestens zwei Hostprogrammen aus. Phatfactory setzt genau hier an und ist dabei ein einziges VST-Instrument. Es geht also darum: Loops und deren Einzelsounds zu handeln, und dazu noch das Problem der Tempoänderung einzukreisen. Ob die Fettfabrik das kann? Einfach weiterlesen.

Im Stall
Installieren ist sehr einfach. Egal ob Mac oder PC. Im Test wird auf die beiden Varianten unter Logic eingegangen, denn sie sind identisch. CD rein. Installer laufen lassen und nach starten des Hosts (wie gesagt: hier in Logic) den Code von der CD eintippen. Fertig. Beim PC hat man sich ebenfalls an die üblichen Installationsrituale gehalten. Die DLL Datei wird ins PlugIn Verzeichnis gesteckt. Fertig. Mit Windows 98,Me,2000 und XP kommt man aus. Der Rechner sollte mind. ein 400Mhz Pentium II sein und 128MB RAM eingebaut haben. Besonders hungrig ist das PlugIn übrigens nicht. Beim Mac wird OS8.6 oder höher (kein OS X!) benötigt, 128MB, über die Taktfrequenz schweigt sich das Paket aus. Es dürfte aber schon mit gut 300Mhz ohne Probleme laufen.

Da phatt..
Öffnet man das VSTi Fenster, findet sich ein Waveformdisplay, umgeben mit einigen Köpfen und zur rechten ein Filebrowser.

Im Filebrowser sucht sich der Fettmanufakturnutzer dann einfach mal etwas aus: Zu diesem Zwecke bietet sich das mitgelieferte Material an. Öffnet man ein WAV-File, kann man direkt dessen Wellenform sehen (wie hier im Bild). Mittels einer (im bild aktivierten) Funktion, kann man die einzelnen Klänge innerhalb des Loops einfach auswählen oder mit der Maus in den Bereich/das Einzelsample klicken. Phatfactory unterteilt hierbei, genau wir Recycle, den Loop in Einzelsamples. Spielt man nun auf einer MIDI-Tastatur, kann man jedes einzelne Sample „spielen“. So einfach es klingt, so einfach ist es auch.

Dazu kommt, dass der betreffende Klangausschnitt („anglizistisch“: Loop), da er nun in seine Einzelknochen zerlegt wurde, auch als Loop in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt werden kann. Wie das funktioniert: Zwar wird immer noch klassisch gesampled, also nicht wie in Ableton Live in Echtzeit in das neue Tempo gerechnet. Aber wir haben jedes Schlaginstrument einzeln. Also eine Art „Recycle“ – Output. Wenn man nun also nicht die Tonhöhe ändert, sondern einfach nur die Abstände zwischen den Segmenten, haben wir einen durchgängigen Beat, welche dem neuen Tempo anpassbar ist. Die Tonhöhen der Einzelsamples können transponiert werden. Müssen sie aber nicht (Frei nach Rüdiger Hoffmann).

Auf einer kleinen Klaviatur in der Mastersektion kann man die Abspieltonhöhe bestimmen. Wenn das allein nicht schon prima wäre? Es gibt noch mehr…

Bau mir ein Haus aus den Knochen von…

Es finden sich also

„Loop-ans-Tempo-Anpasser“

und ein

„Extrahiere mir jeden einzelnen Sound
aus dem Loop und lege sie auf die
Tastatur-Generator“

in dieser Software.

Der Loop muss doch aber nicht so klingen, wie er daherkommt? Muss er nicht.

Jedem Segment (oder jeder beliebigen Gruppe von auszuwählenden Einzelsamples) kann man mit Pitch Hüllkurven, Filter- und Lautstärkeverläufen bearbeiten. Dazu gibt es Hoch- und Tiefpassfilter und oben genannte 3 Hüllkurven sowie verschiedene Loop Modi (Vorwärts oder Rückwärts? Oder darf es auch beides sein?).

Slice me nice!
Hierbei klickt man einfach im linken blauen „Hüllkurvenfenster“ (Slice) oben rechts (Amp) und wechselt von Lautstärke-Hüllkurve zu Filter- und Tonhöhenkurve. Weiterhin kann man den Loop auch justieren (noch einmal klicken, und Start und Endposition werden angezeigt und lassen sich ebenfalls grafisch ändern). Die Anzahl und Funktion der Hüllkurvensegmente dürfte ein gieriger Blick auf die Grafik beantworten. Hinweis: Die Anfasser sind natürlich die „Eckpunkte“ der Hüllkurve.

Wenn man sich den Loop nun anhört, hat sich schon einiges getan. Die „generierten Einzelsamples“ sind natürlich ebenso bearbeitet. Denn man arbeitet immer an der Loop und an den Samples gleichzeitig, es ist keine Trennung vorgesehen. Die Auswahl geschieht sehr intuitiv: einfach nur das Sample spielen oder „anmausen“. Da bricht man sich in so mancher Samplesoftware den Finger. So macht das Arbeiten mit Loops auch Spaß.

Die vier Outputs sind nichts anderes als Einzelausgänge, von denen Phatfactory 16 besitzt. Gerade bei Drums und Loops ein Feature, welches man nicht missen will.
Des weiteren kann man in der Mastersektion dem Gesamtwerk noch etwas Gewürz einbauen:

Meister-Spice!
Ein Delay mit Rückkopplung, welches natürlich auch in seinem Mischverhältnis zum Originalsignal einstellbar ist bildet die Vorhut der Gewürzecke der Phatfactory. Weiter haben wir hier noch einmal ein Filter. Neben Tief- und Hochpass gibt es auch einen Bandpass zur Auswahl. Wie in der Slice-Sektion gibt es auch hier Resonanz. Dazu kommt ein weiteres Delay mit Rückkopplung, welches auch unter dem Namen „Kammfilter“ bekannt sein dürfte. Hier lassen sich dank kurzen Delayzeiten die bekannten „Robotron“-Effekte bauen. Metallischer Klang oder etwas mehr, wie eine angeschlagene „Saite“. Evtl. wissen einige: Delays mit Feedback lassen viele interessante Effekte zu. Statisches Phasing, Saitensimulation aber auch einfach nur ein bisschen Roboterkrach. Neben dem schon erwähnten „Transponier-Keyboard“, mit dem der gesamte Loop stimmen lässt, gibt es noch einen Verzerrer. Auch er ist einstellbar in Level und Verzerrungsart. Die blaue Hüllkurvensektion lässt natürlich auch ahnen: Richtig! Hier gibt es noch einmal Pitch-, Filter- und Lautstärkenhüllkurven!

Zuletzt finden sich noch zwei, zum Loop synchronisierbare LFOs mit 4 Wellenformen: Dreieck (steigend und fallend), Sinus, Rechteck.

Alles gut. Aber da haben wir noch was hinter der blauen Haube:
Eine kleine Modulationsmatrix! Hier kann den LFOs (1 und 2), Velocity und dem Modulationsrad eine der Hüllkurven oder Bauelemente zugewiesen werden: Namentlich sind das: Filter („VCF“), Filterhüllkurve, Tonhöhe (Pitch), Lautstärke („VCA“). Also schon ein vollwertiger „Synthesizerteil“ mit Loops und Drumsounds als „Oszillator“.

Möchte man übrigens eines der Knöpfchen im Sequenzer aufzeichnen, drückt der Benutzer brav den „Midi Learn“ und schon kann man sich aussuchen, welcher Midi-Controller denn nun welchen Parameter steuert. Das ist Software Software! (kommt hier einer auf die Analogie „Der Film Film“ als Steigerung von „Der Film“?) und mindestens so obligat sollte dies bei JEDER Software sein.

Organisationen – Auf den Schirm!
Der Filebrowser lässt sich „im harten Studioalltag“ auch wegklappen. Dieser dient Nicht nur der Information, sondern nimmt manchmal auch keinen Platz auf dem Schirm weg. Er ist beim Suchen recht brauchbar und auch leicht zu durchschauen.
Oberhalb der Wellenform kann man den Kanal einstellen und die Loops ein wenig frisieren. Soll ein Durchlauf einem Takt entsprechen? Oder zwei, oder drei? Guten Takten gibt man doch eine Orientierung. Voreinstellung ist vier. Von ACID wird übrigens die Taktnummer übernommen.

And… Action..!!
Nun ja, da habe ich also die Loops und Slices (Loopeinzelsamples). Aber eine Loop aus Einzelsamples erstellen, geht das ? Geht sicher, kostet aber Zeit. Dafür hat unser schlauer Fettfabrikant, Herr Gillespie, einen kleinen „Notenknopf“ oben in die Leiste gebaut. Man kann nicht nur einzelne Slices exportieren und in fremde Länder und Computer verfrachten, sondern auch die Midisequenz des aktuellen Loops. Drücke ich also diesen Knopf, so generiert der Rechensklave ein .MID-File, welches den Noten auf dem Keyboard entspricht, so kann durch einladen des Files in der Hostapplication der Loop relativ schnell und ohne murren und knurren als Midinoten reingeholt werden. Man muss also nicht „klavierspielenkönnen“.

Gilligans Insel
Das klingt ja Klasse, also gleich mal eigene WAVs und AIFFs ausgepackt. Ein Schock. Wo sind die AIFFs? Listet der Browser sie nicht? Na gut, dann eben WAV: Also flugs ein paar WAVs erstellt. Wasdenn, Wasdenn? Zeigt er nicht an? Mich beschleicht ein böser Verdacht. Sollte da etwa…?

Dunkelste Phantasien sind geweckt. Aber ich gebe es ja nicht auf. Ich wechsele einfach mal den FileType (PC-User: die ist eine Art Gegenstück zur nur 3-Buchstabigen Endung in Windows und wird im Mac dazu genutzt die Art der Datei anzugeben in „Creator“ und „FileType“, also welches Programm und welche Datenart). Immer noch nichts im Filebrowser.

Detektei Moogulator ist grad Zuhause und schaut mal nach: Vielleicht hakt es ja an der falschen Auflösung oder Ähnlichem? Da in der PDF-Anleitung und nach Emailanfrage niemand darauf antworten wollte musste ich mir wohl eingestehen: Das Teil frisst nur die eigenen vorbereiteten Samples auf der CD?!
Das macht den Gesamtsinn doch einwenig streng monoton fallend. Leider ist es aber so, womit sich die Qualität und Auswahl der gebotenen Loops deutlich nach vorne schiebt und der Klangbastler „Kastrat“ schreit. Dies sollte in einem kostenlosen Update SCHNELLSTENS behoben werden. So beeindruckend die ganze Maschinerie ist, so enttäuschend jetzt dies. Ein Update im Netz? Fehlanzeige.

Einige Funktionen aus der angeblichen PC Version fehlen auch in der PC Version. So kann man zumindest bei mir nicht die Anfasser nutzen, welche oberhalb des Wellenformdisplays zu sehen sind. Also die automatischen Grenzen zwischen den einzelnen Samples. Die Anfasser sind da, aber sie sind nicht beweglich. Gehen wir hier also mal von einem weiteren Updatewunsch aus. Auch das Löschen einzelner Slices funktioniert hier leider, trotz gegenteiliger Meinung der Anleitung, nicht.
Fakt ist: Die PC Version ist auf demselben Stand wie die Macversion. Nach Test BEIDER Versionen ergab sich: eigene WAVs sind auch im PC nicht lesbar und die Oberfläche ist mit der des Mac identisch. Damit liegen die angemahnten Dinge nicht nur in der Macversion, in der PC Variante fehlen also auch diese Dinge.

Die Empfindlichkeitsskala für das automatische „slicen“ (einteilen in die einzelnen Samples), also einer Art Zerteilungsemfindlichkeit fehlt in der Macversion wie der Knopf zur automatischen Zerteilung selbst! Wäre nicht weiter schlimm, wenn dies nicht in der Anleitung so stünde.
Sicher ist durch diese noch fehlende Möglichkeit das Programm immer noch interessant, wirklich schwer wiegen tut da nur übelst das Nichteinbinden eigener Klänge. Solange sich DAS nicht ändert ist der Nutzwert nur 20% des eigentlichen Potentials. Das ist schade. Darf man also mit einem Update rechnen…? Das wissen nur die Orakel.

Hat doch sooo schön angefangen. Ich schreibe nur ungern „Menno mit Fußaufstampf“, aber hier ist ein wirklich gutes Produkt, da hätte nicht viel gefehlt, um es zu einem wirklich guten Tool zu machen. So ist es leider nur ein netter „Abspieler“.

Die Klänge auf der CD sind zwar ganz nett, aber in meiner eigenen Musik würde ich doch einige Weile brauchen, hier etwas Passendes zu finden. „Unerhört“ sind sie zumindest nicht, aber Hausmannskost von „Sequencergeschwabbel“ zu einigen Drumloops. Der weniger Konservative ist dann auf das Bearbeiten zwecks Individualisierung angewiesen.

Ein kleines anderes Problem bietet sich noch: Ein Loop kann entweder über den „Midifile-exportiertrick“ erzeugt werden oder aber durch einfaches „Laufen lassen“ des (Host-)Sequencers. Das Tempo wird auch beim Hoch- und Runterschrauben des Tempos mitgeführt. Ersteres könnte sicher eleganter gelöst sein, was ich aber auf die VSTi-Lebensform zurückführen möchte. Das Einstarten und Stoppen eines Loops innerhalb eines Songs ist dann nicht so ganz trivial. Denn so startet der Loop und läuft, solang Logics Playtaste läuft. Hier wäre also ein Trigger eine schöne Sache gewesen. Also: die Miditastatur mit Einzelsamplesatz des Loops wären hier z.B. Midinoten 36-50, Schalter „Loop ein“, Midinote 51, „Loop aus“ auf Midinote 52. So ginge es. So muss man dann wohl mit dem Volumecontroller oder Midiexport arbeiten.

Das Ende aller Dinge
Der nicht allzu hohe Preis von 149 Euro ist dann schon eine Entschädigung. Dennoch kann man sicher noch auf ein Lebenszeichen warten und hoffen, eigene Loops/Audiofiles zu bearbeiten und einzuladen. Denn dann würde das Fazit weit weit glücklicher aussehen. So ist es nur eine ambitionierte Sammlung von Bodenständigen Fertighausloops. PC- und Macversion sind identisch und damit gelten alle Nachteile oder im Manual genannten Nachteile für beide Versionen.
Dennoch: Was man hier aus einem Loop herausholen kann, ist schon enorm, daher kann ich trotz aller Kritik hier ein interessantes „new school“ Looptool empfehlen. Ich kann mir dessen Einsatz grade zum aufbereiten von neuen Loops ebenfalls gut vorstellen. Daher Fazit: Bitte Eigenloopversorgung nachschieben! Dann ist das hier ein HAMMERWERKZEUG.

Wie man doch an eigene Loops kommt:
Laut Website gibt es ein Tool Namens „Phat Pro“, welches für us$ 99.95 dort erwerbbar ist. Mit diesem sollen EIGENE Klänge integrierbar werden. Leider stand mir dieses Tool aber nicht zum testen zur Verfügung. Daher nur die Infos von der Site: http://www.bitshiftaudio.com/products/phatmatikpro/

Klangbeispiele
Ein paar abgedrehte Audiofiles, die ich mit nur zwei völlig normalen Loops gebastelt habe. Hier kommen alle Möglichkeiten zum Zuge: Comb, PitchEnvs, Loopsegmente von Einzelsamples, Mastersektion…

PLUS
+++ Praktisches Tool! Endlich Loops einfach nutzen in Logic, Cubase und Co..
++ Einzelouts und Filter „pro Sound“ und Einzelsamplespielbarkeit
+++ spannende ergebnisse „new school“

MINUS
—— Keine eigenen Loops nutzbar.
(das gilt ja jetzt nicht mehr!!! super!!!)
– eingeschränkte/fehlende Funktionen und Angaben in Mac und PC Version (die nämlich entgegen den Angaben des Manuals identisch sind)
(auch das ist nun kein problem mehr!!!)
– Die Anfasser haben keine Funktion! (Einzelsamples)
auch das geht inzwischen!!!
– Kein OSX
auch hier gibts nun abhilfe!!!