ich hab mich heute uffgerescht (Spotify / Streaming)

Spotify schafft es aber scheinbar nicht mal schwarze Zahlen zu schreiben. Da werden seit Jahren Millionen reingepumpt... Und das, so könnte man fast sagen, auf Kosten der Musiker welchen die älteren Geschäftsmodelle kaputt gemacht werden.

Wer könnte davon profitieren ?
 
Soundcloud, Bandcab und wie die alle Heißen. Alles übersättigungs Konsum. Leider.
Das sind für mich bloß noch DJ Mix saugseiten. Mix Tapes waren damals auch kostenlos. Ist bei Electronische Musik Normal.
Wenn man heute noch Glück haben will dann wie Früher Einfach Labels anschreiben. Es hat sich eigentlich daran nix geändert und das ist auch gut so.;-)
 
Ich glaube nicht, das ich das überhaupt möchte, das meine Musik "so" gehört wird und belanglos wird.
Irgendwo beim S-Bahn fahren, beim Kacken oder während man sich einen Burger reinzieht.
Dafür hocke ich mich jedenfalls nicht monatelang hin, um an den feinsten Details zu herumzufeilen.
Ja, geht mir auch so.
Was heißt „möchte“....Ich finds Schade.
 
Spotify lass ich als Konsument noch durchgehen, dafür würde ich auch 25€ pro Monat zahlen,
aber Download ?

Nein. Nie wieder.

Gefällt mir Musik, die ich auf Spotify finde, kaufe ich meist ne größere Auswahl einer Band
und so klicke ich 3-4 mal im Jahr auf Amazon gleich 10-20 Alben auf einen Schlag.

Unser CD Regal ist voll. Sehr viel Metal, etwas Rock, Blues, Jazz oder klassik und dazwischen
etwas elektronisches, wobei da meist eher älteres Zeug weil aktuelles gar nicht mehr auf CD
veröffentlicht wird oder, was mir im besonderen auffällt, extrem schlecht klingt oder musikalisch
einfach schlecht, einfältig und künstlerisch ohne Anspruch produziert wurde, aber dafür übertrieben
viel Bass ... Das ist die elektronische Musik von heute !

Vlt solllte man, und die Idee schwirrte mir schon länger vor, ein neues Thema erstellen,
wo jeder den nächsten Song seines Spotify "Mix der Woche" oder den nächsten Titel
eines seiner Mixtapes rezensiert, mit Angabe des Spotify-Links und Youtube... Das wär doch was !?!
 
Mix Tapes waren damals auch kostenlos.

Tapes waren damals exklusiv.

Jemand schrieb "Da fragt man sich wo der Hass herkommt"...

Die Antwort in direktem Zusammenhang: Uns fehlt es an gesellschaftlicher Abhängigkeit.

Wir haben nichts mehr davon gegenüber anderen Menschen, die wir nicht kennen, nett oder zuvorkommend zu sein.

So meine These, nicht das ich sie persönlich bestätigen würde.

Willl nicht sagen, es stünde in direkter Wechselwirkung mit Internet und Spotify, aber in indirektem Zusammenhang
kann man das schon festmachen, als allgemeine gesellschaftliche Entwicklung...
 
Ich glaube nicht, das ich das überhaupt möchte, das meine Musik "so" gehört wird und belanglos wird.
Irgendwo beim S-Bahn fahren, beim Kacken oder während man sich einen Burger reinzieht.
Dafür hocke ich mich jedenfalls nicht monatelang hin, um an den feinsten Details zu herumzufeilen.

Die muss dadurch doch nicht automatisch belanglos werden. Ich bin pendler und bin täglich zwei stunden mit den öffentlichen unterwegs. Das, was mir die zeit versüßt und mir nicht das gefühl gibt, dass sie verloren ist, it die tatsache, dass ich mich mit passablen kopfhörern mit neuer oder alter musik beschäftigen kann. Alles auf dem handy. Muss keine plattenkiste mitschleppen oder nen spärlichen diskman einpacken.
Außerdem geh ich abends ne stunde spazieren. Ich liebe musik hören beim spazieren. Dadurch kriegen die alben eher zusätzlich an bedeutung für mich.
Spotify und co. beuten aus, das ist schade. Aber für mich ist es praktisch wie sau
 
Ich brauch nicht mal Spotify fürs Handy.. Dank minisd card hab ich an die 100gb für Musik auf dem Handy.. warum sollte ich da streamen wollen? Ich kann mir das verlustfreiste Format auswählen und hab dennoch nicht an der Speichergrenze gekratzt.
 
Tapes waren damals exklusiv.

Jemand schrieb "Da fragt man sich wo der Hass herkommt"...

Die Antwort in direktem Zusammenhang: Uns fehlt es an gesellschaftlicher Abhängigkeit.

Wir haben nichts mehr davon gegenüber anderen Menschen, die wir nicht kennen, nett oder zuvorkommend zu sein.

So meine These, nicht das ich sie persönlich bestätigen würde.

Willl nicht sagen, es stünde in direkter Wechselwirkung mit Internet und Spotify, aber in indirektem Zusammenhang
kann man das schon festmachen, als allgemeine gesellschaftliche Entwicklung...
Ja klar. Es war natürlich aufregender wenn der Kumpel mit ein paar Mixtape vorbei kam. Aber heute freut man sich wenn speziell Alte Sachen auf Soundcloud wieder entdeckt und Saugen kann. Ihren Rum hatten die ja damit schon Mal. ;-)
Dieser Thread hier betrifft ja mehr Neue Musik. Internet hat halt seine vor und Nachteile.
 
Ich brauch nicht mal Spotify fürs Handy.. Dank minisd card hab ich an die 100gb für Musik auf dem Handy.. warum sollte ich da streamen wollen? Ich kann mir das verlustfreiste Format auswählen und hab dennoch nicht an der Speichergrenze gekratzt.

Es ist halt saubillig. 10 euro pro monat und du hast zugriff auf ne riesen auswahl und kannst dir alben in wenigen sekunden aufs handy ziehen und damit sonst wo hinlatschen.
Ich kratz auch nicht groß am speicher, weil ich nur drauf lass, was ich gerade höre. Ein klick, download entfernt
 
Wenn ich in der Zeit zurückblicke wird ganz schnell klar das es die Schuld der Konsumenten oder wenn man so will die der Entwickler des MP3 Codec ist. Damals noch gab es zum kopieren nur Kassetten, Minidisks und später dann mal CD-R's. Der Workflow war immer etwas umständlich und es konnte nur kopiert werden was auch als Master vorhanden war.

Mit aufkommen der MP3's und auch der Tauschbörsen konnte jeder über Nacht zig Alben ziehen. Das hatte speziell durch die Einbrüche im Massenmarkt einiges ruiniert. Um wenigstens noch etwas zu retten wurde von Seiten der Industrie dann auf Download Verkäufe umgestellt. Wie die Abo Modelle zustande kamen weiß ich leider nicht, womöglich war der Einbruch durch den Schwenk der Konsumenten auf Youtube bereits genug Druck. Kann mir nicht vorstellen das die Majors freiwillig diesen Schritt getan haben.

Im Stockmusic Markt gibt es mittlerweile auch Abo Modelle, ein Anbieter bietet z.b.: für 140 Euro im Jahr die Lizensierung auf das gesamte Portfolio. Das finde ich persönlich sehr schlimm den hier trägt die Musik einen ordentlichen Teil zum Endergebnis bei. Anererseits wird sich jetzt darüber aufgeregt das die meisten Stocktitel identisch sind.
 
Tapes waren damals exklusiv.

Jemand schrieb "Da fragt man sich wo der Hass herkommt"...

Die Antwort in direktem Zusammenhang: Uns fehlt es an gesellschaftlicher Abhängigkeit.

Wir haben nichts mehr davon gegenüber anderen Menschen, die wir nicht kennen, nett oder zuvorkommend zu sein.

So meine These, nicht das ich sie persönlich bestätigen würde.

Willl nicht sagen, es stünde in direkter Wechselwirkung mit Internet und Spotify, aber in indirektem Zusammenhang
kann man das schon festmachen, als allgemeine gesellschaftliche Entwicklung...

OT: Ja, das nervt mittlerweile extrem. Während manche finden das der rechte Hass unser großes Problem ist sehe ich von Youtube Kommentaren bis hin zu Amazon Reviews jede Menge unpolitischen Hass. Ich hab in letzter Zeit viele grandiose Videos gesehen die auf übelst beleidigende Weise kommentiert werden. Eine Vergewaltigung oder den Tod durch Krebs wünschen ist da fast schon Standard :sad:
 
Die Menge der Leute hat immer Radio und das gehört was alle anderen gehört haben. Irgendwann hat man dann seitens der Musikindustrie gemerkt, dass der Mechanismus auch funktioniert, wenn man den Leuten immer wieder den gleichen Mist mit immer neuen Interpreten vorsetzt. Idealerweise indem man schon die Auswahl zu einem Event macht und monetarisiert, wie bspw. DSDS oder X-Factor. Man muss also nicht mehr in irgendwelche Künstler langfristig investieren. Den einfachen Charts-Mist kriegt man auch mit dem neuesten gecasteten Sternchen der Stunde hin.

Wieso sollte man den Leuten dann einen Vorwurf machen, dass sie nicht mehr bereit sind Geld für Musik auszugeben? Der nächste ähnlich klingende Hit steht doch schon in den Startlöchern...
 
Wenn ich in der Zeit zurückblicke wird ganz schnell klar das es die Schuld der Konsumenten oder wenn man so will die der Entwickler des MP3 Codec ist.

Wie jetzt? Karl-Heinz Brandenburg und seine Kollegen?
Oder doch das gesamte Fraunhofer IIS? Oder vielleicht auch die Kollegen bei Thomson, die an der Entwicklung beteiligt waren?

Sind dann auch die Entwickler von MPEG-1 Layer 2 und Layer 1 Schuld? Vielleicht auch Manfred R. Schroeder, der bereits in den 70ern einen psychoakustischen Codec entworfen hat (neben anderen potentiell gefährlichen Dingen wie predictive coding, das für Digitaltelefonie immens wichtig ist)?

Also Brandenburg, Herre, Grill und co. begannen, den Codec zu entwickeln, der Jahre später dann MPEG-1 Audio Layer 3 (kurz mp3) werden sollte, war nicht klar, ob der jemals ein kommerzieller Erfolg werden würde. Möglicherweise waren sie sich der technischen Signifikanz ihrer Entwicklung bewusst. Aber auch diese Signifikanz muss man letztlich, wie oben dargestellt, eher als einen Schritt in einer Reihe technischer Innovationen sehen. Die wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen jedoch konnten sie unmöglich zu diesem Zeitpunkt absehen. Auch deshalb nicht, weil eine Echtzeit-Implementierung des Decoders erst viele Jahre nach der Standardisierung des Codecs verfügbar war. Da in den späten 80er Jahren Moores Gesetz ungebrochen war, war das zum Zeitpunkt der Entwicklung von mp3 auch klar, dass es einige Jahre dauern würde, bis wir Rechner haben würden, die mp3 in Echtzeit decodieren konnten, und etwas später dann auch mit Batteriebetrieb (was den Boom für mp3 ja überhaupt erst ausgelöst hat). Zwischen der Entwicklung von mp3 und dem ersten tragbaren mp3 Player liegen mindestens 5, eher so 10 Jahre.
 
Ich glaube nicht, das ich das überhaupt möchte, das meine Musik "so" gehört wird und belanglos wird.
Irgendwo beim S-Bahn fahren, beim Kacken oder während man sich einen Burger reinzieht.
Dafür hocke ich mich jedenfalls nicht monatelang hin, um an den feinsten Details zu herumzufeilen.

Du kannst dir das leisten, weil deine Musik beim S-Bahn fahren oder Burger mampfen wahrscheinlich nicht funktioniert, oder zumindest nicht primär dafür konzipiert ist. Das Genre Fahrstuhlmusik ist im Gegensatz dazu sprichwörtlich dafür gemacht, nebenher gehört zu werden und belanglos zu erscheinen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wir haben nichts mehr davon gegenüber anderen Menschen, die wir nicht kennen, nett oder zuvorkommend zu sein.

So meine These, nicht das ich sie persönlich bestätigen würde.

Das kann man aber leicht widerlegen: Wenn man fremden Menschen gegenüber nett oder zuvorkommend ist, hat man zwangsweise auch einen größeren Bekanntenkreis, als wenn man Fremden unfreundlich begegnet.

Reicht das noch nicht? Ein größerer Bekanntenkreis kommt immer auch mit einem höheren Ansehen und damit für Männer auch mit einer höheren sexuellen Attraktivität. Meine Spekulationen darüber, wie das bei Frauen funktioniert, sind leider nicht Gender-kompatibel ;-)
 
Hallo,

Ich selbst bin Hobbyfußballer (Jugendtrainer und Freizeitkicker) und Hobbymusiker, der finanzielle Aufwand für beide Hobbys ist überschaubar und ähnlich groß. Ich jammere aber nicht, dass ich vom Fußball nicht leben kann. Muss man denn für alles einem Markt schaffen? Muss alles ein Produkt sein? Muss jede Menschliche Handlung zur bezahlten Arbeit werden? Müssen wir immer eine geldwerten Vorteil haben, wenn wir morgens aufstehen und uns bei irgendwas anstrengen?

Muss man denn überhaupt von der Musik leben können?

Viele Grüße
Martin
 
Ich verstehe manch der hier vertretenen Sichtweisen nicht. Hat irgendwer von uns ein Anrecht darauf, dass etwas, was man wahrscheinlich gerne tut, bezahlt wird? Hat jemand ein Anrecht darauf, dass seine Musik ganz tolle Wertschätzung erfährt? Kann sich jemand aussuchen, wann, wo und wie seine Tonträger gehört werden?

Johann Sebastian Bach hat den Thomanerchor geleitet und Latein unterrichtet. Wenn der sich beschwert hätte, dass er nicht genug Zeit zum Komponieren hat, hätte ich es verstanden. Franz Kafka hat in einer Versicherung gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und nur weil es mal eine kurze Phase gab, in der wenige privilegierte Popstars mit Nutten und Koks durchknattern könnten, denken wir, wir hätten alle ein Anrecht darauf, während wir mit Technik für ein paar Hundert Euro komplette Alben in Topqualität aufnehmen können? Welche Hybris.
 
Ich verstehe manch der hier vertretenen Sichtweisen nicht. Hat irgendwer von uns ein Anrecht darauf, dass etwas, was man wahrscheinlich gerne tut, bezahlt wird? Hat jemand ein Anrecht darauf, dass seine Musik ganz tolle Wertschätzung erfährt? Kann sich jemand aussuchen, wann, wo und wie seine Tonträger gehört werden?
Sicherlich hat man da kein Anrecht drauf, aber du bekommst für deine Arbeit ja auch Geld, oder nicht?
 
Sicherlich hat man da kein Anrecht drauf, aber du bekommst für deine Arbeit ja auch Geld, oder nicht?
Ja, bekomme ich, weil ich das Glück und vielleicht auch Geschick hätte, jemanden zu finden, dem meine Arbeit etwas wert ist. Andere haben mit Bille's Boutique, dem Hundesalon Akki oder ihrer ganz bestimmt absolut wertvollen Kunst nicht so viel Glück, weil ihr angebotenes Produkt oder die Dienstleistung keine Kunden findet. Hier im Thread wird ein wenig so getan, als wären es böse Mächte, die den Armen engagierten Musikern die berechtigte finanzielle Grundlage rauben. Als wäre es allen Künstlern vor Spotify gut gegangen. So ist es nicht. Man muss sich vielleicht auch der Möglichkeit stellen, dass man von seiner Kunst nicht leben kann, weil sie scheiße oder irrelevant ist. Und das ist eben noch ganz anderen Kalibern so gegangen und keine Schande. Muss man halt etwas anderes machen, um sein Geld zu verdienen.
 
Also knete machen steht bei mir zum Beispiel überhaupt nicht im Vordergrund.
Wäre zum Beispiel überhaupt erstmal froh wenn ich meine erste Platte in den Händen halten wurde. Allerdings über eine kleine Anerkennung und Lebenserleichterung für seine Leistungen freut sich sicher Jeder.
Die Büro Leute verdienen ja auch ihr Geld.;-)
 
Ach so, weil es vielleicht etwas scharf klang: Ich würde mich z. B. selbst zu den Leuten zählen, deren Kunst evtl. scheiße oder irrelevant ist. Und umgekehrt haben eben auch unbestreitbar großartige Künstler das Problem der angemessenen Bezahlung. Das gilt aber für alle Branchen. Der gut ausgebildete und bienenfleißige Handwerkermeister hat auch keine Garantie dafür, dass sein Laden funktioniert. Wenn der nach der Insolvenz so pauschale Kundenkritik äußert, würde ich das genau so kritisieren.
 
Es muss einfach immer wieder differenziert werden das hinter jedem Nickname eine andere Geschichte steckt. Manche haben mehr Lust auf Reglerdrehen und tun das ganze für sich und den Moment, andere mehr an der Technik interessiert und dann gibt es noch diejenigen die davon träumen durch Musik leben zu können und wiederum andere die dies mehr oder weniger tun. Ab einem gewissen Punkt der Professionalität lässt sich der Musik eben nicht mehr neben einem Fulltime Job nachgehen.
 
Ach so, weil es vielleicht etwas scharf klang: Ich würde mich z. B. selbst zu den Leuten zählen, deren Kunst evtl. scheiße oder irrelevant ist. Und umgekehrt haben eben auch unbestreitbar großartige Künstler das Problem der angemessenen Bezahlung. Das gilt aber für alle Branchen. Der gut ausgebildete und bienenfleißige Handwerkermeister hat auch keine Garantie dafür, dass sein Laden funktioniert. Wenn der nach der Insolvenz so pauschale Kundenkritik äußert, würde ich das genau so kritisieren.


Nein, dieser hat einen Meistertitel der ihm eine gewisse Sicherheit gibt bzw. diesen ermächtigt diesen Beruf auszuführen. Auch die Entlohnung folgt einem Standard, hier wird auch das Schaffen direkt bezahlt und gegebenfalls vor Gericht erkämpft. Bei Musikschaffenden kommt das Geld erst mit den Verkäufen / Lizensierungen / Auftritten. In Kreativbereichen auch Grafik und Video ist der Markt zudem zu gesättigt und es herscht daher ein zu großer Preiskampf welcher durch viel zu viele Amateuere noch schlimmer geworden ist.
 
@Dark Walter :
Die Kunstgeschichte ist doch voll mit Menschen, die absolut höchste künstlerische Level erreicht haben, obwohl sie das nicht als Vollzeitjob gemacht haben. Bach und Kafka habe ich schon genannt und sollten als Gegenbeispiele eigentlich ausreichen. Es geht schon auch amateurmäßig, es ist halt viel schwieriger als mit einem gutdotierten Plattenvertrag, einem Stipendium der Kulturstiftung oder oder einer Stelle als Artist in Residence.

Auch ein Handwerkmeister muss erst einmal Kunden finden, die ihn angemessen bezahlen. Er fällt im Misserfolgsfall vielleicht nicht ins Bodenlose, weil er notfalls noch in der Klitsche eines Kollegen anheuern kann. Das gilt für Musiker aber auch. Ich kann Komposition studieren und mir einen Job als angestellter Lohnschreiberling besorgen. Klar, davon gibt es zu wenig für zu viele Bewerber. Das kommt aber doch nicht überraschend und ich nicht die Schuld der Kunden, Konsumenten oder von Spotify. Wer unbedingt in einem Bereich arbeiten möchte, den viele andere auch attraktiv finden, und den viele andere gerne umsonst machen, kann sich doch darüber nicht wundern. Man kann doch auch Wirtschaftsanwalt, Investmentbanker oder Beamter werden.

Und eine tolle Bezahlung für Künstler ist historisch betrachtet eher die Ausnahme. Darum kommt es mir etwas jämmerlich vor, wenn man sich beschwert, dass Spotify oder die Konsumenten nicht genug zahlen. Zu fordern, dass Menschen mit unterbezahlten Knochenjobs wie Krankenschwestern und Altenpfleger gefälligst mehr für das lieblos hingerotzte Album von Johnny Flat & The Bimbos oder das hehre Kunstwerk von Konzeptkünstler XY bezahlen soll, erscheint mir etwas wunderlich. Ich sehe dafür keine wirkliche Legitimation. Es hat eben keiner ein Anrecht darauf, für sein Geklimper angemessen bezahlt zu werden. Die Leute zahlen das, was es Ihnen wert ist. Wenn es den Leuten nicht mehr wert ist, können wir das beklagen, ändern oder akzeptieren. Ersteres erscheint mir nicht besonders hilfreich.
 
ich hab gestern 10€ (ein Spotify-Monat!!!!) gezahlt um nem Kumpel 9 Stunden lang beim Auflegen zuzuhören ( ok zwischendurch hat allerdings mal Sailor&I gespielt). Eigentlich stand ich (wie so Viele des nicht allzu großen Publikums) auf der Gästeliste. Das ich trozdem zahle versteht kaum jemand.. und genau das ist das Problem: Was für Umme geht wird mitgenommen egal ob mans nötig hat.
 
abgesehen von der Rechnung:
wenn ich 9h arbeite kostet das meinen Arbeitgeber ca. 350.- . Wär meine Arbeit das DJing müssten bei 100 Clubbesuchern
jeder 3,50 allein für meinen Lohn ausgeben. Ja liebes Publikum dann wär ich aber kreativer Künstler mit hohem Risko und kein Techniker im öffentlichen Dienst da könnte Ihr doch mal locker das dreifache hinblättern oder ?
 


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