Filter erzeugen Obertoene?! ;)

Clipping macht sich sehr viel extremer bemerkbar und erzeugt Obertoene ueber das gesamte Spektrum. Der von mir beschriebene Effekt ist deutlich subtiler...
 
So. Hier meine bisherigen Ergebnisse:

1. Der SY99 erzeugt saubere Sinuswellen. Auch wenn ich den Digitalfilter dazuschalte, bleiben sie sauber. Wenn ich dieses Signal in den Doepfer Wasp-Filter gebe, bleibt es auch sauber, so lange die Resonanz aus dem Spiel bleibt.
2. Der Semtex-Filter legt mir über das ganze Signal des SY99 einen leichten Noise-Teppich (-80 dB oder so), an den Sinus-Signalen ändert er prinzipiell nichts.
3. Der A6 erzeugt als "Sinus" Wellenformen, die eher einem Dreieck ähneln. (*) Das bringt hier also nix.


(*) Bevor wieder jemand fragt: JA, die Levels sind alle superniedrig gehalten. ;-)
 
Jörg schrieb:
2. Der Semtex-Filter legt mir über das ganze Signal des SY99 einen leichten Noise-Teppich (-80 dB oder so), an den Sinus-Signalen ändert er prinzipiell nichts.

Das wird wohl auch mit am Noise Durchgriff vom Noise Generator herrühren, also eventuell kommt das nicht nur vom Filter
 
Genau das wäre auch meine Vermutung. Insofern war meine obige Formulierung nicht so der Hit. ;-)
 
Jörg schrieb:
(*) Bevor wieder jemand fragt: JA, die Levels sind alle superniedrig gehalten. ;-)

Du sollst die Eingangs-Level ja variieren... ;-) Wuerde mich wundern wenn der Semtex nicht ab einen bestimmten Punkt in die Saettigung faehrt...
 
Summa schrieb:
Jörg schrieb:
(*) Bevor wieder jemand fragt: JA, die Levels sind alle superniedrig gehalten. ;-)

Du sollst die Eingangs-Level ja variieren... ;-) Wuerde mich wundern wenn der Semtex nicht ab einen bestimmten Punkt in die Saettigung faehrt...
Natürlich fängt der Semtex irgendwann an zu zerren, insbesondere wenn man den VCA Pegel hochfährt.
Beim A6 ist auch die Frage, was da wo zerrt, wenn man die Oszillatoren-Levels hochfährt.
Zunächst mal wichtig ist doch die Frage: was macht der Filter, wenn man ihm ein sauberes Signal gibt?

Fortsetzung folgt, ich schrieb auch "bisherige" Ergebnisse... ;-)
 
Beim Evolver hatte ich mich uebrigens geirrt, die zusaetzlichen Obertoene wurden wohl in dem Fall wohl durch's Aliasing der Digital Wellenformen erzeugt, kein Wunder dass die mir so gut gefallen ;-) Der Sinus des TX802 ist vergleichsweise sauber, was ich ziemlich erstaunt hat...
 
Jörg schrieb:
3. Der A6 erzeugt als "Sinus" Wellenformen, die eher einem Dreieck ähneln. (*) Das bringt hier also nix.

Doch das geht auch mit Dreieck, dabei fallen kleinere "Verzerrungen" wahrscheinlich unter den Tisch, weil sie durch die vorhandenen Harmonischen verdeckt werden, aber in extermeren Faellen koennen die Ergebnisse koennen trotzdem aussagekraeftig sein.

Hier ein Beispiel mit Dreieck, nicht mit maximaler Analyzer Aufloesung (das Wetter nagt an meiner Konzentration), was in diesem Fall nichts am Ergebnis veraendert haette...

Tri_C4_Filter_off.jpg


Dreieck C4 alleine, veraendert sich bei eingeschaltetem Filter nur minimal...


Tri_C8_Filter_off.jpg


Dreieck C8 alleine, veraendert sich bei eingeschaltetem Filter nur minimal...

Tri_C4+C8_Filter_off.jpg


Dreieck C4+C8 ohne Filter...


Tri_C4+C8_Filter_on.jpg


Dreieck C4+C8 Filter eingeschaltet, man sieht eine deutliche Veraenderung des Spektrums...
 
Kannst du da was näheres zu sagen?
Welcher Synth mit welchen Einstellungen?

Ich meine, wenn ich bei einem analogen Synth ordentlich Kelle gebe, dann ist es wohl klar, dass er zusätzliche Frequenzen (aka Verzerrungen) produzieren wird, dafür brauch ich keinen Forums-Thread. ;-)
Daher muss man schon recht genau sagen, was man tut.
 
Jörg schrieb:
Kannst du da was näheres zu sagen?
Welcher Synth mit welchen Einstellungen?

Ist einer der schon genannten und nicht der Selbe wie aus dem Eingangsposting. Sowas sagt erst mal noch nichts ueber die Qualitaet eines Synths aus, haarig wird's erst wenn dabei nicht nur Obertoene sondern auch Artefakte entstehen, wenn die Baesse dauernd nach Bodentreter klingen und wenn man mit so einem Synth Pads machen will und keine Ausweichmoeglichkeiten, wie 2 Filter, Layer, polyfonen Unisono Modes oder 'nen extrem gutklingenden Chorus hat...
Ist in dem Fall nur als Beispiel gedacht, damit auch weniger Erfahrene Teilnehmer sehen worauf sie zu achten haben...
Virus TI und micron hab' ich ganz bewusst erst mal aussen vor gehalten, um Vorurteile zu vermeiden. Vielleicht testet die ja jemand anders ;-)

Ich meine, wenn ich bei einem analogen Synth ordentlich Kelle gebe, dann ist es wohl klar, dass er zusätzliche Frequenzen (aka Verzerrungen) produzieren wird, dafür brauch ich keinen Forums-Thread. ;-)
Daher muss man schon recht genau sagen, was man tut.

Nicht bei jedem Analog Synth kann man den Filterinput frei einstellen, beim Matrix-6/1000 gibt's nur 'ne Balance zwischen den beiden Oszillatoren und der Evolver scheint mir so eingestellt zu sein, dass er kaum in die Saettigung faehrt...

Fuer eigene Analog-Filter Simualtion z.B. mit G2, Reaktor & Co waere's ebenfalls interessant zu sehen wie viele der Analogsynths die bei Maximal-Level nicht Saettigen sondern erst bei hoher Resonanz damit anfangen, weil's ein ausduennen des Filters verhindert.

Bei den Digitalen haette ich halte gerne 'ne Uebersicht welcher Synth wie reagiert und ob sich das wie erwartet auf die Eignung fuer bestimmte Sounds auswirkt. War fuer mich der Hauptgrund den Thread zu eroeffnen, der Titel war eher als Moogulator like Eyecatcher gedacht. Ich hab' halt nur 'ne begrenzte Anzahl von Synth zum testen zur Verfuegung und ich mag mir die Platte nicht mit Unmegen Softsynth-Demos zukleisternl... ;-)

Vielleicht finde ich am Ende auch noch ein paar Antworten auf andere Fragen...

Ich denk' der Thread ist aehnlich sinnvoll wie die div. Wellenform-Threads...
 
Mindestens. ;-)
Heute komm ich zu nix mehr, morgen vielleicht.
 
Korg Z1:

z1.gif


Die Oszilatoren lassen sich nur auf 32" und 4" stellen, deswegen sind die eine Oktave weniger auseinander als bei dir.
Der Sinus ist wirklich schon im Oszilator so obertonreich, das kriege ich nicht weg, ausser mit zugedrehtem Filter.
Sieht aus wie eine an Anlogtechnik angelehnte einfache Dreieck->Sinuskonvertierung, per "Spitze ein wenig abplatten".

Das (offene) Filter macht keinen Unterschied.
 
Das ist wohl Absicht, der VPM (~2OP-FM) Oszilator macht das nicht:

z1-vpm.gif


Filter ebenfalls wieder ohne Einfluß.
 
Haette ich ehrlich gesagt vom Z1 auch nicht anders erwartet, die bisher gehoerten Demos klingen allesamt sehr zahm...
Was passiert wenn du Feedback erhoest?
 
Waldorf Pulse:
Verhält sich wie erwartet, das Filter lässt sich ja deutlich hörbar kräftig übersteuern. Der hat nur ein - offensichtlich etwas asymetrisches - Dreieck, ist aber trotzdem gut zu sehen. Ausserdem kommt man nicht am Filter vorbei. (Filter ohne Reso und ganz offen.)

pulse1.gif

ziemlich Kleiner Pegel

pulse2.gif

Kleiner Pegel

pulse3.gif

mittlerer Pegel

Deutlich sichbare AM durch die Filternichtlinearität.

pulse4.gif

Hier mal als Wellenform, man sieht sehr schön, wie die niederfrequente Welle das höherfrequente Signal sozusagen an den Rändern plattdrückt.
(Das ist übrigens mit noch höherem Filterpegel, die Seitenbänder sind hier nur noch 6dB unter dem 8400Hz 'Träger'.)

P.S: im Zeitsignal sieht man schon die einzelnen Abtastpunkte, daher sieht das so krakelig aus. Das ist im Analogsignal hinterher natürlich nicht mehr da und liegt nur an der (falschen) Darstellung in der DAW.
 
Ich glaub das ist ein recht klassisches Distortion Verhalten, die ungeraden Harmonischen werden angehoben der Filter verschiebt den Sound in Richtung Rechteck, da hilft an sich nur noch PWM oder ein niederfrequenter Sinus, um den Sound FM alike (0Hz Operator) wieder zum schweben zu bringen...
 
Summa schrieb:
Ich glaub das ist ein recht klassisches Distortion Verhalten, die ungeraden Harmonischen werden angehoben der Filter verschiebt den Sound in Richtung Rechteck.

Jepp. Beim einzelnen Dreieck werden die Obertöne dabei übrigens erstmal *weniger*, das ist alles gut zu hören, gut nachvollziehbar und sehr wenig geheimnisvoll.


Der Vorteil vom Rechteck ist nun mal das optimal RMS/Peak-Verhältnis, lauter gehts eben nicht mehr. Das mach dann fett Druck auf die Ohren *FRÄÄÄÄÄSSSSS*
 
Ein Oszillator des A6 mit Dreieckwelle und niedrigen Pre Filter Level:

a6trilow.jpg


Und das gleiche mit maximalem Pre Filter Level:

a6trihigh.jpg


Ob ich den 24dB Filter bei höchster Frequenz (immerhin 44 kHz!) eingschaltet lasse oder die Filter auf Bypass stelle macht keinen Unterschied.
 
Beim Matrix-6 bekommt man die Oszillatoren durch den Ballance Regler nie so richtig alleine, aus dem Grund hab' ich fuer die ersten Bilder jeweils 2 Oszillatoren auf die selbe Frequenz gesetzt, wodurch man im Spektrum eine minimale Schwebung erkennen kann. Bei den ueberlagerten Dreiecks-Wellen mit unterschiedlicher Frequenz sieht man wie die Lautsaerken der Opertoene um die Spitzen des Dreicks mit der hoeheren Frequenz ansteigen...

M6_C1.JPG

Matrix6-Spektrum C1

M6_C5.JPG

Matrix-6 Spektrum C5

M6_C1+C5.JPG

Matrix-6 Spektrum C1+C5
 
@Joerg

Das ist aber dann nur ein Dreieck? Denn man sieht nur ein Grundton...
 
Ja, richtig. Insofern habe ich mich nicht an deine Vorgaben gehalten.
Das Obertonspektrum ist aber so imho besser zu erkennen.
 
Bei einem einzigen Dreieck entstehen kaum weitere Obertoene, genau wie bei einem einzigen Sinus. Du kannst dir das wie bei einem FM-Synth vorstellen, wenn du einem obertonarmen Modulator (Sinus/Dreieck) in einen 0Hz fixed Frequency Operator schickst passiert (zumindest bei normalen Lautstaerken) noch nicht all zu viel, erst bei zwei und mehr Operatoren mit moeglichst unterschiedlichen Frequenzen, wird's interessant.
 
Das müsstest du schon etwas näher erläutern.
Wenn ein Filter dem Signal Obertöne hinzufügt, warum sollte das bei einem Signal, das zwei Grundtöne enthält, prinzipiell anders funktionieren als bei einem Signal, das nur einen Grundton, oder - wie im Falle des Dreiecks - einen Grundton plus einige wenige Obertöne enthält?
Das finde ich als Laie zunächst mal alles andere als einleuchtend.

Care to elaborate? ;-)
 
Ich weiss nicht so recht was ich dir darauf antworten soll, ich kann's mir bildlich vorstellen, berechnen laesst sich's auch und austesten kannst du's (wie beschrieben) mit der FM deines SY99...
Es muss kein zweiter Grundton sein, daran hab' ich erkannt dass das zweite Dreieck fehlt, im Prinzip kann's auch ein Saegezahn sein, nur sieht (und hoert) man da die dabei entstehenden Obertoene nicht mehr ganz so gut...
 
@Joerg

Wenn man beide Wellen ueberlagert, dann schwingt der "hochfrequente" Sinus um die Amplitude des "Niederfrequenten". Faehrt man den Filter in die Saettigung, wird beim Niederfrequenten einfach nur die Spitze gestaucht, was beim Hochfrequenten unter Umstaenden gleich 'ne ganze Halbwelle betrifft, was nicht passiert, wenn er nicht auf dem "niederfrequenten" Sinus "wandert"...
 
Nur zur Info:

Der ClassicFilter des G2 hat in der Tat eine absichtlich einprogrammierte subtile symmetrische Sättigung, welche die 3.Harmonische des Eingangssignals generiert.
 


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