ARP 2600 – Der unverwechselbare Sound

Soljanka

Soljanka

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… ist gesucht.

Als Nichtbesitzer eines ARP 2600 frage ich mich, was den Sound eines ARP 2600 ausmacht.
Aktuell gibt es ja etliche Möglichkeiten sich so ein Dingen anzuschaffen.
Über die Notwendigkeit eines neuen Spielzeuges im Kinderzimmer brauchen wir nicht reden, die ist selbstverständlich immer da. ?

Aber was macht ihn klanglich besonders? Was kann er, was andere nicht können?
Kann man das beschreiben und bestenfalls mit Beispielen belegen?
Warum braucht man aus musikalischer Hinsicht einen 2600?








 
Tom Noise

Tom Noise

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Aber was macht ihn klanglich besonders? Was kann er, was andere nicht können?
Klanglich besonders, da bin ich mir gar nicht sicher - aber: Dieselben Fragen hab ich mir oft bei diversen Synthesizern gestellt und irgendwann eingesehen, dass es darauf gar nicht immer ankommt.
Ich finde den 2600 so einzigartig (egal ob original oder clone) weil er ein verdammt flexibler Synth ist, der Zugriff auf viele nützliche Modulationsverknüpfungen direkt auf der Oberfläche bietet und die Synthese sehr anschaulich und übersichtlich begreifbar macht. Den sehr guten und klaren, musikalischen Sound des Filters mag ich dazu sehr. Oszillatoren und Filter arbeiten präzise mit einem sauberen Tracking über große Bereiche. Und es wird noch flexibler, wenn man anfängt Patchkabel zu nutzen und/oder ihn mit weiteren Modulen verknüpft. Es ist für mich also das Ding als Gesamtpaket, das ihn von vielen anderen monophonen Synths unterscheidet und mich immer wieder zu ihm greifen lässt.
Warum braucht man aus musikalischer Hinsicht einen 2600?
Wozu braucht man aus musikalischer Hinsicht überhaupt einen Synthesizer?
Aber mal Spaß beiseite: Ich weiß nicht ob man aus musikalischer Hinsicht unbedingt einen 2600 braucht, aber in meinem Workflow/Studio ist das Teil durch seine Vielseitigkeit, gepaart mit gutem Klang supernützlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Axel Jungkunst

Axel Jungkunst

Ostwestfale
Gut ausformuliert.
Für mich klingt der 2600 hervorragend, was andere Synthesizer aber auch können.
Es ist auch die Interaktion zwischen diesem Instrument und mir gewesen, dass es mich so viele Jahre begleitet hat.
Ich habe meinen ersten aus Dummheit verkauft, meinen zweiten dann aufgrund kostenintensiver Servicearbeiten, die
mich auf Dauer erwartet hätten.
Die FS-Variante war für mich mit zu hohen Kosten verbunden, aber mit der Mini-Version würde ich mir doch ein Nice-to-have-Gerät anschaffen, um wie früher einfach damit zu spielen und es klingen zu lassen.
Es ginge aber auch ohne.
Ab und an darf es mal ein bißchen Luxus sein.
Aber ich bleibe bei meinem Eindruck, dass die Korg-Variante einladender aussieht und im Klang etwas mehr (esoterische?) Würze hat.
DEN Klang gibt es m.E. nicht, der einen 2600 ausmacht, es sind vielleicht marginale Eigenschaften, die irgendwie fast jeder Synthesizer hat.
Die wurden aber auch schon zuhauf in den vergangenen Wochen in diversen Threads besprochen, unterschreiben würde ich nicht bei allen.
 
ppg360

ppg360

fummdich-fummdich-ratata
Der 2600 ist dem Mini Moog sehr ähnlich, kann aber viel mehr (semimodular) und gleichzeitig (Hüllkurven!) viel weniger.

Klanglich ist er im Vergleich zum Mini Moog gummiartiger, roher, brutaler, chemischer, gefährlicher mit einem ganz anderen Frequenzspektrum (gerade das resonierende Filter mit viel Feedback verhält sich ganz anders als das Moog-Filter, wenn man die Eckfrequenz ändert).

Klassischer Sound? Die Pauken in Oxygène 1 vom Herrn Gurkenglas, z. B., oder die Melodiestimme in Don't Go von Yazoo -- probier das mal mit einem Mini Moog.

Ab 04:25:


Und hier gleich am Anfang:


Das wirst Du mit einem Mini nicht hinbekommen.

Stephen
 
fanwander

fanwander

*****
Wie ich schon im Test des B2600 bei Amazona schrub: Meines Erachtens ist die Bedienoberfläche mit den Fadern ohne Rastpunkte ganz entscheidend. Mit der Bedienoberfläche macht man einfach ganz andere Sounds als mit nem Mini. Man rutscht eigentlich dauernd in Parameter Bereiche, zu denen man garnicht wollte, und stellt dann aber fest, dass es da auch geil klingt.
 
ppg360

ppg360

fummdich-fummdich-ratata
Sicherlich kein weltbewegendes Beispiel, aber gehe mal bei diesem Stück auf ca. 04:30.


Die Hauptsequenz, bei der sich das Filter langsam öffnet, ist nur ein 2600 mit zwei VCO. Du ahnst, wie giftig der klingen kann.

Ich kann mich nur nicht mehr an diese Trommelkiste erinnern... was das wohl war...? ?

Stephen
 
Otterl

Otterl

zwangserleuchtet
@Soljanka

Wegen des Sounds alleine lohnt sich die Anschaffung nicht wirklich, wenn man bereits
andere gute Synths in der Garage hat. ABER: wichtig ist der Umgang mit so einer Kiste.
Was ist bei ihr anders und führt somit zu anderen Ergebnissen. Einige Posts weiter oben
deuten das ja an.
Vielleicht ändert das Gerät Deinen Workflow, weil es anders „organisiert“ ist (?) und
die Haptik DICH sozusagen „umleitet“.
 
MacroDX

MacroDX

Hat ein Bild mit Robotern wo aufm Mond rumlaufen
Für mich klingt es wie Pauken

Verkehrt ist die Assoziation jedenfalls nicht. Da Oxygene für mich aber schon immer der Inbegriff von Spacemusik war, hab ich an Pauken nicht gedacht ^^.
Ist das jetzt eigentlich nur 2600? Scheint mir noch durch nen Phaser zu laufen...
 
ppg360

ppg360

fummdich-fummdich-ratata
[...] Ist das jetzt eigentlich nur 2600? Scheint mir noch durch nen Phaser zu laufen...

Ja, da ist noch ein Phaser auf der Summe. Ich vermute, es wird *kein* Small Stone sein, da der am Mischpult nicht wirklich übersteuerungsfest wäre, aber da ich nicht dabei war, weiß ich es nicht genau.

Stephen
 
SvenSyn

SvenSyn

Ich sag immer Muuug, sorry!
Klassischer Sound? Die Pauken in Oxygène 1 vom Herrn Gurkenglas, z. B., oder die Melodiestimme in Don't Go von Yazoo -- probier das mal mit einem Mini Moog.

Ab 04:25:

Herr Gurkenglas.. du nun wieder :D

Auch die später einsetzende Fanfare ist ein Sound, den man so nicht mit dem Minimoog hinbekommt.
 
ppg360

ppg360

fummdich-fummdich-ratata
Herr Gurkenglas.. du nun wieder :D

Auch die später einsetzende Fanfare ist ein Sound, den man so nicht mit dem Minimoog hinbekommt.

Ich kann nichts dafür, daß Jarre und jar (engl. für Glas mit Schraubverschluß, z. B. Marmelade oder pickles) phonetisch betrachtet minimal pairs sind. Steilvorlagen sind mir immer willkommen.

Die Fanfaren sind ebenfalls 2600, da klingt er ähnlich brassy wie bei manchen frühen Depeche Mode Aufnahmen.

Stephen
 
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fanwander

fanwander

*****
Und hier gleich am Anfang:

[yazoo - Don't Go]
Das wirst Du mit einem Mini nicht hinbekommen.
Ich dachte immer, dass das ein Pro-One gewesen wäre. Ich meine zumindest, dass Vince Clarke das mal in einem relativ alten Video gesagt hätte (eines von denen, wo er seine Synthsammlung in der Hütte in Amerika zeigt).

PS: Hab das Video gefunden, aber da sagt er nur, dass sie den Pro One für "fast alle Sounds auf dem ersten Album" benutzt hätten. In einem anderen Interview sagt er dann, dass die ganzen Drums auf Upstairs at Eric aus dem 2600 kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
M

mike3h

.....
Ich dachte immer, dass das ein Pro-One gewesen wäre. Ich meine zumindest, dass Vince Clarke das mal in einem relativ alten Video gesagt hätte (eines von denen, wo er seine Synthsammlung in der Hütte in Amerika zeigt).

PS: Hab das Video gefunden, aber da sagt er nur, dass sie den Pro One für "fast alle Sounds auf dem ersten Album" benutzt hätten. In einem anderen Interview sagt er dann, dass die ganzen Drums auf Upstairs at Eric aus dem 2600 kommen.

Das Synthriff aus Don't Go wurde mit dem ARP 2600 gemacht. Sagt Vince in Analouge Monolouges.

https://www.youtube.com/watch?v=TYTEe5ev1to


Minute 1.27
 
Zuletzt bearbeitet:
fanwander

fanwander

*****
"Quite good... (Basildon Evening Echo)"
Ich könnt' mich bei ihm andauernd wegschmeißen vor Lachen.

Und ja, danke für die Korrektur, da war doch was.
 
Soljanka

Soljanka

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Bei den ganzen perkussiven Sachen sehe ich da kein Arp-only-Potential.

Ist das Synth-riff von Dont Go ein typischer Arp-Sound?
Kann den nur der Arp 2600?
 
ppg360

ppg360

fummdich-fummdich-ratata

Ähnlich, aber nicht dasselbe - es resoniert nicht so schön wie beim ARP, wo m. E. der Federhall (der schon wieder) einen nicht unwesentlichen Anteil am Gesamtklang hat.

Das Sythriff aus Don't Go wurde mit dem ARP 2600 gemacht. Sagt Vince in Analouge Monolouges.

https://www.youtube.com/watch?v=TYTEe5ev1to


Minute 1.27

Danke, ich habe es auf die Schnelle nicht gefunden.

Brettharter Winz... äh, Vince-Humor. Klasse.

[...]

Ist das Synth-riff von Dont Go ein typischer Arp-Sound?
Kann den nur der Arp 2600?

Der Riff -- das Riff ist das, wo Schiffe sinken.

Ja, und ja -- anders geht es auch, aber das ist dann allenfalls ähnlich und eine Annäherung an den Klang. Der Odyssey ist auch ein ARP, klingt aber in kaum einem Bereich auch nur annähernd nach 2600 -- so, wie der 2600 in kaum einem Bereich auch nur annähernd nach Odyssey klingt.

Stephen
 
WENDY

WENDY

......
Der Odyssey ist auch ein ARP, klingt aber in kaum einem Bereich auch nur annähernd nach 2600 -- so, wie der 2600 in kaum einem Bereich auch nur annähernd nach Odyssey klingt.
2600 kann R2D2.
Odyssey kann DAF.

Was mich jetzt enorm interessiert ist, kann der BARP 2600, mit den Neuerungen, wie OSC Sync und den Envelope-Zeiten, auch DAF?

Asking for a friend.
 
 


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