Aufbau eines 90er Studios für elektronische Musik (Techno, Trance, Dance, Hardcore)

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Magic994

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MIDI Interface: Es lohnt sich, ein großes mit Ploytec Chip zu kaufen. Dann stimmt das Timing auch über USB. Zwischen "hinreichend präzisem Timing" und "etwas besserem Timing" kann der entscheidende Unterschied zwischen knackigem Groove und eierndem Geholper liegen.

JV 1080 und Raven würde ich verkaufen (außer Du hast kein anderes Masterkeyboard). Hatte den Raven in den 90ern und 2000 verkauft. Nie vermisst. Völliger Fehlkauf. U-220 macht mehr Sound als JV-1080. Wenn 90er Roland Rompler dann JD990.

MIDI Interface: Ich schaue mal was es mit dem Ploytec Chip auf sich hat. Letztens ist schon einem Kumpel mit Elektron Digitakt aufgefallen, der sich in mein System eingebracht hat, dass die BPM Zahl, die der Digitakt aus der Clock berechnet bei eingestellten 160 irgendwo zwischen 155 und 165 hin und her hoppelt. Meistens zwar im Rahmen von ±2 BPM aber allein das tut schon weh. Da kann alles nur hin und her eiern. Aktuell sind schließlich 4 Interfaces im Einsatz, 3-4 Geräte pro Interface. 3x Roland als Hersteller und 1x Tascam.

JV-1080 werde ich nicht verkaufen. Ihn habe ich seit Minute 1 ins Herz geschlossen. Ist bei mir seit 2 Jahren im Einsatz, wunderschönes Gerät.
Der Raven, da bin ich auch noch ein wenig zwiegespalten. Coole Sounds, geiles Keyboard, Lo-Fi im guten und im schlechten Sinne. Aber irgendwie ist auch alles das selbe und klingt teils so dreckig, dass es schon fast unbrauchbar ist. Glücklicherweise habe ich den Raven Max, der liefert gleich nochmal eine ganze Schippe mehr an Sounds. Die "Max" Sounds sind auch eigentlich die Interessanten.
 
living sounds

living sounds

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MIDI Interface: Ich schaue mal was es mit dem Ploytec Chip auf sich hat. Letztens ist schon einem Kumpel mit Elektron Digitakt aufgefallen, der sich in mein System eingebracht hat, dass die BPM Zahl, die der Digitakt aus der Clock berechnet bei eingestellten 160 irgendwo zwischen 155 und 165 hin und her hoppelt. Meistens zwar im Rahmen von ±2 BPM aber allein das tut schon weh. Da kann alles nur hin und her eiern. Aktuell sind schließlich 4 Interfaces im Einsatz, 3-4 Geräte pro Interface. 3x Roland als Hersteller und 1x Tascam.

Viel geringere Timing-Schwankungen sind bereits Gift für den Groove.

Die andere 90er-mäßige Alternative heißt natürlich MPC. Hat den Vorteil, dass dann auch alle Sounds wirklich gleichzeitig erzeugt werden. Selbst wenn MIDI optimal funktioniert hat man bei 16 Stimmen schon genauso viele ms Verzug...
 
einseinsnull

einseinsnull

[nur noch musik]
naja, ganz so krass ist es nicht, jedenfalls solange nicht auch noch controllerdaten empfangen werden müssen. 16 note events leisten sich eher so 1 ms als 10 - und die MPC ist meines wissens nach intern auch kein analogsequencer und daher auch seriell. wenn auch sicher schneller und fehlerfreier als MIDI.

so schön externe, gesyncte hardwaresequencer sind - eine MPC würde man ja im normall als master einsetzen - es verkompliziert letztlich auch immer das setup. ich hab damals meine drumcomputer auch dann, wenn ich deren internen stepsequencer benutzt habe, immer vom atari aus per MTC angesteuert.

man muss das mal positiv sehen: als dave smith mit der idee eines 1MHz serial interface mit 16 kanälen ankam, war das die alternative zur bis dato nur monophonen analogen steuersignal welt. plötzlich war es möglich, mehrere noten gleichzeitig anzusteuern! wenn auch nicht ganz gleichzeitig. :)
 
NickLimegrove

NickLimegrove

postprofessionell
schön zu sehen in allen dreien (v.a. 1 und 3): die Kombination aus hoffnungslos obsoleten 80er-Klangerzeugern plus einigermaßen aktuellen Samplern.

Bei einem Harold F., dessen 90er-Studiovideo wir neulich ausgiebig thematisiert haben, mag das natürlich anders ausgesehen haben. Kannst du ja mal suchen, den Thread.
 
Zuletzt bearbeitet:
[Artinus]

[Artinus]

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Großartiges Video!

Soweit ich sehen kann, Atari st mit notator + midi interface, ansonsten einige akai s1000 sampler und in dem andren rack irgendwelchen kram den man leider aufgrund der qualität des Videos nicht erkennen kann, aber der rote Waldorf Knopf von der microwave und der EMU sampler sind recht eindeutig. Im andren Rack is alles außer der Juno auch zu dunkel ums zu erkennen, leider. Vielleicht sieht da jemand ja mehr.
 
NickLimegrove

NickLimegrove

postprofessionell
Wenn ich das alles so sehe, wird mir erstmal klar, welche Marktdominanz Atari im Musiksektor damals anscheinend hatte. Man muss ja der totale Paria gewesen sein, wenn man keinen im Studio stehen hatte. Dagegen ist das gefühlte quasi-Monopol von Ableton heutzutage ja ein Witz
:agent:
 
Ich@Work

Ich@Work

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mir fehlt eine zusammenfassung was den sound der 90er aus macht und wer ihn überhaupt geprägt hat. klaus jahnkuhn?

Es gibt nicht DEN Sound und in den 90'ern gibt es ja mehrere Phasen und verschiedene Genres. Da müsste man schon konkreter werden.
Sampling ist sicher ein grosses Thema in den 90'ern, Rompler bestimmt auch.

Wenn ich das alles so sehe, wird mir erstmal klar, welche Marktdominanz Atari im Musiksektor damals anscheinend hatte. Man muss ja der totale Paria gewesen sein, wenn man keinen im Studio stehen hatte. Dagegen ist das gefühlte quasi-Monopol von Ableton heutzutage ja ein Witz
:agent:

Einen Macintosh konnten sich damals nicht viele leisten.





Hier noch eine alte Sendung zu Steinberg 24 auf SAT1 mit Musotalk Non Eric im schicken Anzug - lustig das zu sehen - Er wär sicher jemand der von damals erzählen könnte.


Und hier noch eine kleine Huldigung zum Atari




Hier noch einer meiner Helden der 90'er - CJ Bolland 1991

 
Xpander-Kumpel

Xpander-Kumpel

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Wenn ich das alles so sehe, wird mir erstmal klar, welche Marktdominanz Atari im Musiksektor damals anscheinend hatte. Man muss ja der totale Paria gewesen sein, wenn man keinen im Studio stehen hatte. Dagegen ist das gefühlte quasi-Monopol von Ableton heutzutage ja ein Witz
:agent:
Und der Witz war das Atari schon tot war, alle haben sich gebrauchte Ataris gekauft die Niemand mehr haben wollte. Und Cubase 3.1 war in 99% aller Fälle ein Crack der weitergereicht wurde. Steinberg hat dann irgendwann nen Günstigen Deal angeboten den Crack incl. 100 Mark oder so gegen ne richtige Version einzutauschen.
 
CO2

CO2

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Ja, und am besten hatte man auch immer einen Ersatzmonitor/Rechner/Maus irgendwo rumliegen, für alle Fälle....
Später sind wir durch die halbe BRD gedüst und haben Falcons und Zubehör gekauft, irgendwelche Beschleuniger-Karten und HD-„Recording-Systeme“usw....
 
subsoniq

subsoniq

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Hab jetzt von 90er Trance nicht so den Plan aber was ich in den 90ern so in den Studios gesehen hab in die richtung waren
Anfangs eher so junos/ Alpha juno/ microwave/ m1/ wavestation / k4 k1 / quasimidi- sachen/ emu-akai sampler / roland jv/ korg 01w / analoge 303-clone ...
Später kamen dann die nordleads, Viren, an1x und microwave2 dazu.
Ansonsten waren auch die ensoniq dp/ Sony dps/ lexicon FX oft zu sehen.
Aber kp ob sowas repräsentativ war
Ich hab selber 90er Zeugs da stehen weil ich den Sound genau so mag und man das mit Rechner so nicht hinbekommt.
Der hybridsound von Waldorf und korg plus kernige digitales plus die früheren va plus letzte Generation emu-sampler in etwa.
Dazu kommen ein paar modernere monophone plus NI komplete und Maschine und 2 soundcraft Mixer....
Das Ergebnis is 90er sound mit aktuellem workflow.
 
subsoniq

subsoniq

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Wenn ich das alles so sehe, wird mir erstmal klar, welche Marktdominanz Atari im Musiksektor damals anscheinend hatte. Man muss ja der totale Paria gewesen sein, wenn man keinen im Studio stehen hatte. Dagegen ist das gefühlte quasi-Monopol von Ableton heutzutage ja ein Witz
:agent:
Hehe kann mich noch an die dummen Gesichter erinnern als ich Mitte 90er zur Aufnahme ins Studio bin mitm pc unterm Arm und Generator 1.0 drauf.
Wie mitm cannibal corpse t-shirt in die ostermesse ...:selfhammer:
 
NickLimegrove

NickLimegrove

postprofessionell
:opa:
dafür hat's bei mir nie gereicht. Mit FastTracker II kamste in kein Aufnahmestudio.
(also...: nicht, dass ichs überhaupt je probiert hätte)

[OT] wie sich die Zeiten ändern: in manchen Gegenden würden sie dich 2019 mit dem Shirt sogar als Priesteranwärter nehmen [/OT]
 
[dunkel]

[dunkel]

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Geb ich dir recht. Die TR-8S ist da wirklich etwas schwierig. Man hört, dass es keine Originale 909 ist. Da klingt selbst die TR-09 mehr nach dem Original. War ein Fehlkauf, nachher ist man schlauer. Eventuell bessere ich hier demnächst nach.

Die TR8S hat die gleichen Sounds von der TR8/TR08 und TR09 bekommen,zumindest die Bassdrum/Snaredrum sind doppel vorhanden.
Ich würde die TR8s nicht verkaufen um dann TR08/09 zu kaufen.

Sonst würde noch ein Roland SH 01a oder juno 06a dazu passen...
 
GeoTeknique

GeoTeknique

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Eigentlich ein schönes Motto und wohl der grösste Unterschied zur heutigen aalglatten und durchgestylten Mainstreammusik diverstester Generes.

Eigentlich der beste Satz in den 5 Seiten bisher ;-)

Gut, einfache Antwort: Die billigen Geräte dieser Epoche sind auch heute noch billig, und Geld wächst bekanntlich nicht auf Bäumen. Ich werde mir aber die genannten Geräte notieren und mal anschauen und mich damit beschäftigen. Solchen Input suche ich, danke!
Naja, wie teuer waren denn die Alesis-Teile damals? Als Roland-Fan hab ich mir natürlich die ersten Effektgeräte aus diesem Hause geholt. Die lagen damals wenn ich richtig gelesen hab so bei 600-700 Br.Pfund. Also von einem ausgesprochenem Billiggerät würde ich da nicht unbedingt sprechen wollen. Vielleicht wäre das ja eine sinnvolle Ergäzung zu deinem Setup. Die 330 sind von 1993 und mein DEP5 von 1986. Der Sound der da rauskommt klingt sooo dermaßen 80er ;-) Mich interessieren bei Reverb und Delay vor allem solche interessanten Stereo-Geschichten, mit denen man richtig tolle experimentelle Soundgeschichten basteln kann, wofür ich mit einer DAW wohl ein halbes Jahr an Zeit investieren müsste. Mit den Geräten selbst in der Hand hat man einen ganz anderen meist direkteren, Zugang.

Ja, es ist sicherlich umständlich, aber es macht schon extrem Spaß Abends umgeben von der Geräte darin zu versinken, als alles auf 1-2 Bildschirmen am Computer nur zu machen und seine Instrumente und Effekte dort zu haben.
Genau das ist es, was den Charme dieser Zeit ausmacht - kein Internet(Stress) sondern Purismus

das einzige Beispiel das ich kenne ist der Half Life Soundtrack.
Der Half-Life Soundtrack ist megaklasse. ich spiele das Speil ja auch heute noch immer mal wieder. Also def. wird da der ein oder andere Rompler zum Einsatz gekommen sein. In der Nachfolgeversion Black Mesa hat sich der Soundstil kaum geändert. Psychodelisch-experimentell-und vor allem auch sehr tief. Soundtracktechnisch ist HalfLife für mich noch immer das Maß der Dinge. Und ein Stückweit will ich auch in diese Richtung gehen. Experimentell und nicht-linear. Aber das ist alles nicht so einfach wenn man den Kopf nicht frei hat.
Einen Rompler hat man sich eher verkniffen, wenn der Sampler die Funktion auch ausfüllen konnte.
Ken Ishii ist wohl einer der größten Rompler-Fans. Von daher kann ich nicht die These unterstützen, dass Rompler nicht für den Sound der 90er stehen.

Insgesamt ein richtig cooler Thread, der auch mir an ein oder anderer Stelle die Augen öffnet.
Ein Nachteil hat die ganze Geschichte um ein 90er Studio: es kostet! Selbst bei alten billigen Geräten - das läppert sich. Dann die ganze passive Infrastruktur alleine (Mischpult, Masterkeyboard, Sequencer, Audio-MIDI-Kabel, Interface) kostet ja schon ein halbes Vermögen. Dann noch die Klangerzeuger an sich und eine grundsätzliche Anfälligkeit für Rauschen und 50Hz Brummen. Ich hab vor ziemlich genau einem Jahr angefangen mit der 707 und hab jetzt bestimmt schon ein Setup von mehreren Tausend € hier rumstehen. Und da ist noch nichtmal ein Sampler dabei, und auch kein polyphoner Analoger - was einfach mit zur Grundausstattung gehört, meine ich.

Aber es hat eben genau diesen Charme, den DAWs niemals werden bieten können. Und das Forum zeigt ja eindrucksvoll, dass es immer wieder auch Neueinsteiger gibt, die mit DAWs nichts anfangen können. Meine 'moderne' Interpretation eines 90er Jahre MIDI-Orchesters wird mir von StudioOne Prime eigentlich vollumfänglich erfüllt - ohne einen € dafür ausgegeben zu haben. Kombiniert mit moderner USB-MIDI-Hardware sind dem Spass doch kaum Grenzen gesetzt.
 
keenK

keenK

....
ja, was hatte das alles mal gekostet Anfang der 90er Jahre... hier mal 2 Werbungen von 1990/1991 für SCSI und externe HD's für Sampler, sowie Sampling CDs und Disketten mit Sounds.
Und das konnte entsetzlich teuer werden... so kosteten Sounds auf Diskette zB für den Kawai K4 pro Diskette (!) 89,- DM. Eine CD-ROM für den AKAI S-1000 gute 860,- DM.
Eine externe 80 MB Festplatte 1.795,- DM. Ein gebrauchter ATARI 1040 STF Ende der 80er gerne mal 800,- DM.

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