Corona Folgen: was "danach"? Einfluss auf Solo/Kreative + Hilfen - Sammlung!!

Nichts wird mehr sein, wie es vorher war, da können wir uns mental schon mal drauf einstellen.
Viele Locations werden in die Insolvenz rutschen und nie wieder öffnen. Daraus werden dann normale Gewerbeflächen, Lager, usw., das ist einfach so.
 
Ausgerechnet in Berlin sind die Leute leider aber auch so wenig sozial, dass sie sich schutzlos bewegen und vielleicht nochmal einen Lockdown lostreten. Das ist sehr sehr schade und wird den Clubs sehr schaden.
Die Aktion mit den Schlauchbooten mitten im Lockdown hat mir auch nicht gefallen. Durch solche Bilder bedient man nur Vorurteile und macht es den Clubbetreibern schwer, auf Steuergelder zu hoffen. Die meisten werden sich aber ohnehin keine großen Hoffnungen gemacht haben, da die Angst viel zu groß ist, das Geld irgendwann zurückzahlen zu müssen. Außerdem liegt es auch nicht in deren Natur, ausgerechnet beim Staat die Hand aufzuhalten, vor dem man ja eigentlich versucht zu flüchten. Trotzdem wärs halt schön, wenn am Ende noch etwas übrig bleibt, nicht nur in Berlin…
 
Naja, wenn es endlich wieder Konzerte geben sollte, wird das ein oder andere Ding eh geschlossen haben für immer. Miete ist Miete.
Sowas machst du nicht 2x im Leben - wenn ich um die 50 bin (sind viele die sowas machen), dann hast du danach ggf. eher andere Sachen die dich die letzten Jahre in irgendein Fahrwasser ziehen, was du auch machen kannst ohne Stress. Bin wirklich gespannt, was davon noch steht nach all dem..

Wenn wir Pech haben nur die 4 to the Floor Dinger, die es eh genug gab und gibt. Aber mal sehen..
 
Es wird immer so am Alten geklammert. Corona macht belegte Flächen frei und schafft Raum für Neues.
Es wird also immer weitergehen, und 2024 gibt es auch wieder Gigs mit Besuchern.
 

Ein themennahes Opfer... Sounddesigner mit TD3 im Hintergrund aus NRW.
 
Es wird immer so am Alten geklammert. Corona macht belegte Flächen frei und schafft Raum für Neues.
Es wird also immer weitergehen, und 2024 gibt es auch wieder Gigs mit Besuchern.
Ich bezweifle das.
Niemand kann heute schon sagen, wie es in einem oder zwei Jahren sein wird.
Vielleicht werden wir dauerhaft mit Corona leben müssen -ohne Livekonzerte ...
 
Nichts wird mehr sein, wie es vorher war, da können wir uns mental schon mal drauf einstellen.
Viele Locations werden in die Insolvenz rutschen und nie wieder öffnen. Daraus werden dann normale Gewerbeflächen, Lager, usw., das ist einfach so.

Zwei Argumente aus einer anderen Perspektive:

- Corona hat die Geschäftsmodelle nicht verändert. Wenn Corona vorbei ist, werden die Geschäfte wieder öffnen, die ein funktionierendes Geschäftmodell haben/hatten. Die früheren Firmen sind konkurs gegangen, das Eigenkapital ging verloren und Gläubiger haben ihre Guthaben verloren. Aber das ist ein Einmaleffekt. Wenn jemand weiss, zB wie er einen Club gewinnbringend führt, was hindert ihn daran, wieder zu beginnen, wenn die Zeit reif ist? Vielleicht wird er einen Geldgeber zum Starten brauchen, aber das ist ja nicht die Ausnahme, eher die Regel.

- Wenn Corona einen nachhaltigen Effekt hatte, dann die Beschleunigung der Digitalisierung. Wenn also etwas weniger wird, dann die Nachfrage nach Gewerbeflächen, weil sich der Handel stärker ins Internet und der Arbeitsplatz stärker ins Homeoffice verschoben hat.
 
Ich bezweifle das.
Niemand kann heute schon sagen, wie es in einem oder zwei Jahren sein wird.
Vielleicht werden wir dauerhaft mit Corona leben müssen -ohne Livekonzerte ...

Es spricht einiges dafür, dass wir Corona überwinden werden:

- Impfstoffe werden verfügbar sein.
- Viren mutieren (Covid-19 ist bereits mutiert, in Europa haben wir aktuell Covid-20, der uns beschäftigt, und auch von dem gibt's inzwischen mehrere Stämme). In der Vergangenheit haben sich Viren, die Pandemien ausgelöst haben, über die Zeit selbst "unschädlich/weniger schädlich" mutiert und sind letztlich verschwunden. Notabene ohne Durchseuchung!
- Wir sehen bereits jetzt, dass die getroffenen Massnahmen geeignet sind, den Reproduktionsfaktor um 1 herum zu drücken.

Man muss sich vor Augen führen: Das Virus ist bei uns im März richtig ausgebrochen. Wir sind keine 5 Monate später und haben das Ding plus/minus im Griff. Das sollte uns zuversichtlich stimmen.
 
Wenn jemand weiss, zB wie er einen Club gewinnbringend führt, was hindert ihn daran, wieder zu beginnen, wenn die Zeit reif ist?
Heute einen Club neu zu eröffnen, ist ein sehr großes Risiko, jedenfalls größer als vor der Krise.
Viele Clubs haben vorher schon um ihre Existenz kämpfen müssen das war nicht immer einfach.
Dazu kommt auch, das die meisten behördlichen Institutionen um jede Bude froh sind, die ihre Pforten endgültig schließt.
Eine neue Lokation scheitert doch oft schon an den ganzen Genehmigungen und Auflagen, die ja dann auch dem aktuellen Stand entsprechen müssen.
Das wird sich doch kaum noch Einer antun.
Und wo sollen die Künstler denn herkommen, die fahren doch Taxi oder brtane Burger bei MCdoof
- Wenn Corona einen nachhaltigen Effekt hatte, dann die Beschleunigung der Digitalisierung. Wenn also etwas weniger wird, dann die Nachfrage nach Gewerbeflächen, weil sich der Handel stärker ins Internet und der Arbeitsplatz stärker ins Homeoffice verschoben hat.
Was sind denn das dann für tolle Konzerte, so völlig ohne Publikum.
Nein Danke, da kann ich als Musiker gerne drauf verzichten.
 
Es spricht einiges dafür, dass wir Corona überwinden werden:

- Impfstoffe werden verfügbar sein.
Wer sagt das?
Aktuell gibt es noch gar nichts und wenn, ist die Frage, ob der Impfstoff auch bei anderen Viren noch funktioniert.
Ach ja, und dann sind da noch die Impfgegner ...
Man muss sich vor Augen führen: Das Virus ist bei uns im März richtig ausgebrochen. Wir sind keine 5 Monate später und haben das Ding plus/minus im Griff. Das sollte uns zuversichtlich stimmen.
"Wir" Menschen haben derzeit noch gar nichts im Griff.
In Deutschland vielleicht ein bisschen, aber was ist mit USA, Indien, Brasilien oder Russland?
Tönnies hat doch gut gezeigt, wie schnell sich das wieder ändern kann.
Viele halten sich an die Maskenpflicht und gehen sorgfältig damit um, aber man sieht ja gerade in den Partyhochburgen Malle und Kroatien, das es auch andere Leute gibt, die den Virus hier wieder verbreiten können.
Die Idioten haben aus Ischgl nichts gelernt.
 
Heute einen Club neu zu eröffnen, ist ein sehr großes Risiko, jedenfalls größer als vor der Krise.
Viele Clubs haben vorher schon um ihre Existenz kämpfen müssen das war nicht immer einfach.
Dazu kommt auch, das die meisten behördlichen Institutionen um jede Bude froh sind, die ihre Pforten endgültig schließt.
Eine neue Lokation scheitert doch oft schon an den ganzen Genehmigungen und Auflagen, die ja dann auch dem aktuellen Stand entsprechen müssen.
Das wird sich doch kaum noch Einer antun.

Das ist doch aber nicht wirklich neu. Und Kultur hat immer einen Weg gefunden.
Und diesmal habe ich ehrlich gesagt sogar einen leisen Anflug von Hoffnung, dass die eine oder andere Stadt hier sogar pro-aktiv etwas fördert. Gemeinden und Politiker sind ja nicht (alle) blöd: Die wissen auch, dass Kultur ein Bedürfnis ist und einen kulturellen Wert darstellt, den eine Gemeindes/Stadt attraktiv macht.


Und wo sollen die Künstler denn herkommen, die fahren doch Taxi oder brtane Burger bei MCdoof

Was sind denn das dann für tolle Konzerte, so völlig ohne Publikum.
Nein Danke, da kann ich als Musiker gerne drauf verzichten.


Die Künstler werden doch nicht verschwinden. Ich kenne kaum einen Musiker, der nicht "nebenher" einen Job hat, der ihm sein minimales Einkommen sichert. Gibt doch kaum einen, der wirklich alleine vom Musikmachen leben kann. Finde ich auch nicht toll, ist aber wohl eine Realität. Du weisst ja vermutlich besser als jeder hier, wie viel es braucht, um sich zu etablieren und wie wenige davon leben können. Das ist ein Lebenswerk, das passiert nicht einfach so.

Und das Publikum kommt wieder, die Menschen lieben Musik. Und die Menschen sind ja immer noch die Gleichen. Sobald es die Umstände wieder zulassen, wird es auch wieder Locations geben, wo man live spielen und live hören kann. Und wo man als Musiker nicht vor Stühlen sondern vor richtigen Menschen spielt :)
 
Wer sagt das?
Aktuell gibt es noch gar nichts und wenn, ist die Frage, ob der Impfstoff auch bei anderen Viren noch funktioniert.

Die überwiegende Mehrheit der Experten geht davon aus, dass ein Impfstoff gegen Ende Jahr verfügbar sein wird. Da scheint breiter Konsenz zu herrschen.
Erste Impfstoffe werden bereits an Menschen getestet.

"Wir" Menschen haben derzeit noch gar nichts im Griff.
In Deutschland vielleicht ein bisschen, aber was ist mit USA, Indien, Brasilien oder Russland?
Tönnies hat doch gut gezeigt, wie schnell sich das wieder ändern kann.
Viele halten sich an die Maskenpflicht und gehen sorgfältig damit um, aber man sieht ja gerade in den Partyhochburgen Malle und Kroatien, das es auch andere Leute gibt, die den Virus hier wieder verbreiten können.
Die Idioten haben aus Ischgl nichts gelernt.

Nicht nur in Deutschland, in ganz Westeuropa sieht die Situation aktuell stabil aus. Stabil heisst aber nicht bereits vollständig überstanden! Aber der Lockdown ist weg, die Menschen können sich wieder frei bewegen, die Einschränkungen sind aufs grosse Ganze gesehen dezent.

Tönnies hat zwei Dinge gezeigt: Es gibt auch in Deutschland Dummköpfe und Besserwisser, die "eingenordet" werden müssen UND auch solche Situation bekommen wir in den Griff.

Malle hat gerade eben den Ballerman dicht gemacht. Ich bin da aber bei dir und finde, wer sich nicht an die Regeln hält, den lassen wir einfach vor der Türe stehen. Wir müssen nicht solidarisch sein mit Menschen, die nicht mit uns solidarisch sind. Wer in Hotspots ausreist, geht beim Zurückkommen in Quarantäne - auf eigene Kosten.
 
Das ist doch aber nicht wirklich neu. Und Kultur hat immer einen Weg gefunden.
Und diesmal habe ich ehrlich gesagt sogar einen leisen Anflug von Hoffnung, dass die eine oder andere Stadt hier sogar pro-aktiv etwas fördert. Gemeinden und Politiker sind ja nicht (alle) blöd: Die wissen auch, dass Kultur ein Bedürfnis ist und einen kulturellen Wert darstellt, den eine Gemeindes/Stadt attraktiv macht.

Damit schmückt man sich gern, solange es nichts kostet. Habe da so meine Erlebnisse mit einigen Lokalpolitikern, die anlässlich der Verleihung eines Kulturpreises durch den Bundespräsidenten auf Redezeit bestehen, etwas von Werten in die Mikrophone säuseln und die Veranstaltung dann mit "So ein Scheißdreck interessiert doch keinen" verlassen.

"Kultur" ist zudem ein beliebter Streichposten. Und selbst wenn gefördert wird, geht das Geld eher ans Harfenkonzert als ans Hafenkonzert.

Btw. war ja schon vor Corona das Wort "Clubsterben" bekannt. Zumindest hier bei uns in der Pampa und gerade abseits des Mainstreams ist das seit zig Jahren ein Thema.

Und wenn ein Betreiber ggf. nach Jahren des Stillstands und der Fremdtätigkeit bei der Bank um Starthilfe ersucht, muss er sich womöglich anhören, dass er doch schon ziemlich lange raus und "Burger braten" doch auch ein schöner Job sei.

Manch anderer wird sich überlegen, ob er sich mit einem Club noch mal in so eine Situation bringen will. Corona wird ja nicht das letzte Virus gewesen sein.
 
Und Kultur hat immer einen Weg gefunden
Ja irgendwie schon, aber in welchem Umfang, in welcher Qualität ?
Mit bezahlter Kultur, von der man leben kann, sieht das anders aus.
Es wird eben ein Hobby von Idealisten werden. Und Job von einigen wenigen, die sich für den "Spiele" Teil nicht zu schade sind.
Das wird aber größtenteils über die DSDS Schiene abgedeckt werden.
Die meisten haben irgendwie noch überhaupt nicht verstanden, was für Änderungen eigentlich wirklich gerade anstehen.

Meine Hoffnung ist aber schon auch, dass die Planer die Notwendigkeit einsehen, auch in einer wohlsortierten und kontrollierten Welt Nischen zu lassen, weil deren Fehlen zu Problemen mit den Menschen führt, die sie brauchen, und die wird es immer geben.
Man kann nur hoffen, dass man sich da für den menschlicheren Weg entscheidet und für solche Fälle nicht einfach Medikamente oder so vorsieht.

Da werden sich vielleicht wirklich für einige Leute auch neue Türen öffnen, unterm Strich wird es aber weniger Kultur und kulturelle Vielfalt geben,
das ist nunmal die Richtung gerade.
Die Einstellung gegenüber Künstlern ist ja offenbar auch immer die gleiche geblieben. Sind sich zu fein, auf den Bau zu gehen oder ins Büro, klar.
Erwartet man von Büromenschen oder Bauarbeitern auch, dass sie mal eben Künstler werden, wenn es auf dem Bau nicht läuft ?
Notfalls muss man sich neu orientieren, klar, aber solches Gerede ist einfach dumm.
 
Und Kultur hat immer einen Weg gefunden.
Ich habe die Befürchtung, das die jüngeren Leute immer träger werden und irgendwann nicht mehr rausgehen werden.
Die machen ihren dicken Fernseher an und streamen sich die Konzerte aus dem Internet direkt ins Wohnzimmer.
Man spart sich den Eintritt und das Bier ist auch billiger.
Warum noch qualitativ hochwertige Mixes anhören, mp3 auf dem Handy reicht den meisten doch jetzt schon aus.

Klar, das ist nicht echt, aber man frisst ja auch Joghurt mit Holzspänen und Erdbeergeschmack, statt mit echten Erdbeeren, weils billiger ist.

Corona zeigt ja auch die Tendenz im online-Handel, zum Shoppen geht man heute ins Netz und nicht mehr in die Boutique.

Die Leute werden immer fauler und fetter, viele Menschen der nächsten Generationen werden Konzerte nie real erlebt haben, daher fehlt ihnen das auch nicht.
*schwarzmalmodus aus*
 
Es gibt ja auch viele Parties/Läden, die sich gerade noch halten, durch Überalterung (gibt es das Wort?) des Publikums aber immer leerer werden. Ich denke, dass diese Konzepte in vielen Fällen Corona nicht überstehen. Da werden viele wahrscheinlich nachher auf den Prüfstand gestellt bezüglich Rentabilität. Da wird meiner Meinung nach einiges an Vielfalt wegfallen.

Ich kenne hier bei uns viele DJs der schwarzen Szene und bekomme auch recht viel von einigen Disco-Betreibern mit. Einige Parties wurden hier dann per Stream veranstaltet und es kam sehr viel an Spenden zusammen. Da wurde nicht nur für die DJs gespendet, sondern auch an den Betreiber der Location und z. B. an die Türsteher, die jetzt ja teilweise gar keine Einkünfte mehr haben. Also die Solidarität passt. Das wird aber auch zurückgehen, je länger die Corona-Einschränkungen dauern.

Die staatlichen Corona-Hilfen sind für manche gerade in dieser Branche wohl nicht zu gebrauchen (hab es von einem Betroffenen gehört, mich aber selbst nicht eingelesen). Ein Bekannter, der hier viel auflegt und Parties veranstaltet erzählte, dass er zwar Corona-Hilfen bekommen würde. Diese dürfe er aber nur für die laufenden Kosten des Betriebes, aber nicht für Lebenshaltung etc. verwenden. Laufende Kosten hat er nicht, ihm fehlt schlicht das Geld für Lebenshaltung.

Corona hat da meiner Meinung nach schon gezeigt, dass es Solidarität gibt. Staatlicherseits zeigt sich nur das, was weithin bekannt ist: keine Lobby => keine Hilfe.
 
"Der Bund stockt die Stipendien vor allem für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler in diesem und im kommenden Jahr massiv auf. Das geht aus einem Papier der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), hervor, das der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die prekäre Situation vieler Künstler und Kulturschaffender in der Corona-Krise.

Anstelle der zunächst geplanten 8,5 Millionen Euro sind für die Stipendien demnach jetzt 52 Millionen Euro im Etat der Kulturstaatsministerin für die Jahre 2020/2021 vorgesehen. "Die Erhöhung der Stipendien für die Jahre 2020 und 2021 um 43,5 Millionen Euro ist unsere Antwort auf die schwierige Situation der Solo-Selbstständigen in der Corona-Krise", sagte Grütters. "Die Stipendien gibt es für Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten. Sie sind in der Regel großzügiger als 1.000 Euro im Monat. Vor allem motivieren sie die Kreativen zur produktiven künstlerischen Tätigkeit", so Grütters weiter."

 
Der Bund stockt die Stipendien vor allem für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler in diesem und im kommenden Jahr massiv au
Danke für den Hinweis, der sicher gut gemeint ist, bitte verstehe das folgende daher nicht als persönlichen Angriff.
Ich denke es hat seinen Grund, dass da nirgends erwähnt wird, wer wie berechtigt ist dafür und wie man da rankommt. Solche Artikel sind Augenwischerei für die Öffentlichkeit. Es soll nach außen der Eindruck erzeugt werden, dass etwas getan wird.
Und dann noch prominent in der Tagesschau platziert, absolut ekelhaft wieder. Schon dass da von "weiteren" Hilfen gesprochen wird,
ist verlogen und dreist.
Man findet nirgendwo was, wer das auf welche Art und Weise beantragen kann.
Dieser Ansatz ist doch schon völlig daneben, da entscheiden dann irgendwelche Leute völlig willkürlich, was förderungswürdige Kunst und Kultur ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Der Bund stockt die Stipendien vor allem für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler in diesem und im kommenden Jahr massiv auf. Das geht aus einem Papier der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), hervor, das der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die prekäre Situation vieler Künstler und Kulturschaffender in der Corona-Krise.

Anstelle der zunächst geplanten 8,5 Millionen Euro sind für die Stipendien demnach jetzt 52 Millionen Euro im Etat der Kulturstaatsministerin für die Jahre 2020/2021 vorgesehen. "Die Erhöhung der Stipendien für die Jahre 2020 und 2021 um 43,5 Millionen Euro ist unsere Antwort auf die schwierige Situation der Solo-Selbstständigen in der Corona-Krise", sagte Grütters. "Die Stipendien gibt es für Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten. Sie sind in der Regel großzügiger als 1.000 Euro im Monat. Vor allem motivieren sie die Kreativen zur produktiven künstlerischen Tätigkeit", so Grütters weiter."

Theorie und Praxis, denn das Problem bei den entgangenen Gagen ist doch immer der Nachweis.
Die meisten Konzerte laufen bei mir via Mail, Telefon oder per Handschlag, abgerechnet wird dann am Ende cash gegen Quittung.
Mir fehlen einfach die Künstlerverträge, schlicht, weil es sie oftmals gar nicht gibt (hatte ich dieses Jahr nur vier mal).

Hilfen gibt es wieder nur für die Leute mit einem festen Engagement, wie Orchester oder Schauspieler, die ihren Verlust mit Künstlerverträgen klar darlegen könnem, eine Bilanz vom Vorjahr zählt ja nicht.
Einen "Firmenwagen" im klassischen Sinn hab ich nicht, denn ich rechne immer das Kilometergeld ab.
Das staatliche Geld bräuchte ich zum Leben, ganz banal für Miete und Essen und da hab ich nun mal keine exakten Nachweise.
In der KSK bin ich auch nicht, so bin ich auch wieder durchs Raster gefallen, mein Steuerberater kotzt schon -daher jetzt Arschlecken.
Für mich sind die ganzen Künstlerhilfen nur ein Alibi für die Politiker -mehr nicht.
Wir Deppen sind nicht systemrelevant, Kohle geht immer an die Großen Unternehmen mit ihren verarmten Aktionären.
Durch den Verkauf von meinen Instrumenten halte ich mich ganz gut über Wasser, aber das geht auch nicht ewig ....
Das nächste Album wird mit Kamm und Butterbrotpapier produziert.
 
Danke für den Hinweis, der sicher gut gemeint ist, bitte verstehe das folgende daher nicht als persönlichen Angriff.
Ich denke es hat seinen Grund, dass da nirgends erwähnt wird, wer wie berechtigt ist dafür und wie man da rankommt. Solche Artikel sind Augenwischerei für die Öffentlichkeit. Es soll nach außen der Eindruck erzeugt werden, dass etwas getan wird.
Und dann noch prominent in der Tagesschau platziert, absolut ekelhaft wieder. Schon dass da von "weiteren" Hilfen gesprochen wird,
ist verlogen und dreist.
Man findet nirgendwo was, wer das auf welche Art und Weise beantragen kann.
Dieser Ansatz ist doch schon völlig daneben, da entscheiden dann irgendwelche Leute völlig willkürlich, was förderungswürdige Kunst und Kultur ist.

Jo, alles easy - ich weiß ja nicht, wer hier aus welchen Lebensumständen mitliest, daher poste ich so ne Info "ergebnisoffen" und ohne Wertung.
Im Artikel werden die Stipendienfonds-/Verbände genannt - auf deren Webseiten könnte man schauen, ob es da eine Schnittmenge zu seinem Bereich gibt.
 
Theorie und Praxis, denn das Problem bei den entgangenen Gagen ist doch immer der Nachweis.
Die meisten Konzerte laufen bei mir via Mail, Telefon oder per Handschlag, abgerechnet wird dann am Ende cash gegen Quittung.
Mir fehlen einfach die Künstlerverträge, schlicht, weil es sie oftmals gar nicht gibt (hatte ich dieses Jahr nur vier mal).

Hilfen gibt es wieder nur für die Leute mit einem festen Engagement, wie Orchester oder Schauspieler, die ihren Verlust mit Künstlerverträgen klar darlegen könnem, eine Bilanz vom Vorjahr zählt ja nicht.
Einen "Firmenwagen" im klassischen Sinn hab ich nicht, denn ich rechne immer das Kilometergeld ab.
Das staatliche Geld bräuchte ich zum Leben, ganz banal für Miete und Essen und da hab ich nun mal keine exakten Nachweise.
In der KSK bin ich auch nicht, so bin ich auch wieder durchs Raster gefallen, mein Steuerberater kotzt schon -daher jetzt Arschlecken.
Für mich sind die ganzen Künstlerhilfen nur ein Alibi für die Politiker -mehr nicht.
Wir Deppen sind nicht systemrelevant, Kohle geht immer an die Großen Unternehmen mit ihren verarmten Aktionären.
Durch den Verkauf von meinen Instrumenten halte ich mich ganz gut über Wasser, aber das geht auch nicht ewig ....
Das nächste Album wird mit Kamm und Butterbrotpapier produziert.

Hey Bernie, habe bei einem der beteiligten Fonds geschaut, der nach Musik klang, was das im Detail bedeutet und eventuell könnte das für dich passen.
Stipendienprogramm Musikfonds e. V.

Berlin, 10.07.2020
Zeitlich befristetes Stipendienprogramm des Musikfonds e.V. 2020/21 im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderung alternativer, auch digitaler Angebote)

Ziele

Die aktuelle Situation in der Folge der globalen SARS-CoV-2–Pandemie stellt Musikschaffende auf eine harte Probe - sind sie doch in vielen der bisher gängigen Möglichkeiten, ihren Beruf auszu- üben, eingeschränkt oder gar verhindert. Gleichzeitig bieten die Umstände aber auch eine Chance, die Bedeutung der eigenen künstlerischen Arbeit zu reflektieren und neue Formen der Produktion, Aufführung und Vermittlung zu entwickeln. Kreatives Potenzial bieten in dieser Situation nicht zu- letzt auch Überlegungen zu alternativen, auch digitalen Formaten.

Der Musikfonds ist sich seiner Verantwortung für die freie, experimentelle Musikszene bewusst und legt ein zeitlich befristetes Stipendienprogramm auf. In Ergänzung zu den gültigen Förder- grundsätzen für neue künstlerische Vorhaben werden mit zusätzlichen Fördermitteln in Höhe von rund 8 Mio. € ausschließlich Stipendien gefördert. Diese Stipendien können für einen Zeitraum von sechs Monaten mit einem einmaligen Betrag von 6.000 EUR vergeben werden. Sie sollen pro- fessionellen, freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern der aktuellen Musikszene die Möglich- keit eröffnen, neue Arbeitsvorhaben umzusetzen. Dazu können beispielsweise Kompositionsvor- haben zählen, die Entwicklung von Konzepten und/oder alternativen bzw. digitalen Formaten oder auch die Weiterentwicklung der individuellen Klangsprache. Die Stipendien honorieren heraus- ragende künstlerische Leistungen, die zum Erhalt der musikalischen Vielfalt beitragen. Sie geben Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich trotz der temporären Schließung aller Konzertorte respektive der stark eingeschränkten Möglichkeiten künstlerisch weiterzuentwickeln und im Beruf tätig zu werden.

Was wird gefördert?
Die Stipendien sollen Künstlerinnen und Künstlern der aktuellen Musikszene ermöglichen, Ideen für Musik in der Zeit während und nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkun- gen zu entwickeln. Das können beispielsweise Recherchearbeiten sein, Konzepte für Musik sowohl im digitalen als auch im öffentlichen Raum, Kompositionsvorhaben ebenso wie Vorhaben zur Wei- terentwicklung der individuellen Klangsprache sowie zur Produktion von medialen Inhalten. Ge- fördert wird die künstlerische Arbeit an neuen Projektvorhaben. Grundsätzlich werden keine Aus- lands- oder Wissenschaftsstipendien gefördert.

Wer wird gefördert?
Antragsberechtigt sind alle überwiegend freischaffende Komponistinnen und Komponisten, Musi- kerinnen und Musiker, Klangkünstlerinnen und -künstler sowie Musikperformerinnen und -perfor- mer der aktuellen Musikszene, die ihren Hauptwohnsitz spätestens seit dem 11. März 2020 in Deutschland haben. Studierende sind von der Antragstellung ausgeschlossen.

Wer beschließt die Förderungen?
Der Musikfonds vergibt die Stipendien mithilfe einer unabhängigen Fachjury, die sich aus Exper- tinnen und Experten unterschiedlicher Genres zusammensetzt, im Rahmen der zur Verfügung ste- henden Haushaltsmittel. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.

Wie wird gefördert?
Die Stipendien werden für sechs Monate vergeben und nach Abschluss eines Stipendienvertrags ausgezahlt. Zum Abschluss des Stipendiums ist ein Arbeitsbericht einzureichen, der über den Schaffensprozess und die Erreichung der künstlerischen Ziele des Stipendiums Auskunft gibt. Im Prozess entstandenes Bild- und Tonmaterial ist dem Arbeitsbericht beizufügen. Zusätzlich wird zu Dokumentationszwecken ein kurzes Statement erwünscht, welches zur Veröffentlichung im Inter- net geeignet ist.

Für das Stipendienprogramm des Musikfonds gelten die Fördergrundsätze des Musikfonds e.V. vom 03.07.2020.

Anträge können vom 03.08. bis zum 16.08.2020 24.00 Uhr MESZ gestellt werden.
Unter folgendem Link können Informationen zum Stipendienprogramm abgerufen werden: https://www.musikfonds.de/foerderung

Sollten die zur Verfügung gestellten Mittel im Rahmen dieses Stipendienprogramms mit Antrags- schluss zum 16. August 2020 nicht ausgeschöpft werden, werden weitere Vergaberunden ausge- schrieben.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Darstellung des konzeptionellen Vorhabens, das im Rahmen des Stipendiums umgesetzt werden soll
  • Tabellarischer Lebenslauf, bestehend aus:
  • Angaben zur Person
  • Angaben zur Ausbildung und zum künstlerischen Werdegang (auch Preise, Auszeichnungen etc.)
  • Auflistung von besonders wichtigen Konzerten/Aufführungen/Produktionen in den Jahren 2018, 2019 und im ersten Quartal 2020
  • Diskographie/Filmographie: Auswahl der wichtigsten Veröffentlichungen
  • Nachweis über die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) oder in einem anderen Berufs- oder Fachverband (z. B. GEMA, GVL etc.). Sollte keine Mitgliedschaft vorliegen, so ist eine Begründung anzugeben.
  • Nachweis über den Hauptwohnsitz (Meldebescheinigung).
 
Ööööh, bin gerade zufällig über was gestolpert... kannte das noch nicht (ist vom 17.6.) - ich glaube, das Regierungsprogramm "Neustart Kultur" wurde hier im Thread noch nicht erwähnt, zumindest hat die Suche nix zu dem Suchbegriff gefunden.
Krass, ne Milliarde Euro steht dafür zur Verfügung...



17.06.20
Bundeskabinett beschließt mit NEUSTART KULTUR Milliardenhilfe für Kultur

Die Bundesregierung hat heute die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgelegten »Eckpunkte für ein Programm zur Milderung der Auswirkungen der Corona -Pandemie im Kulturbereich« beschlossen. Mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro, rund der Hälfte unseres jährlichen Etats, setzt die BKM laut eigener Aussage auf Aufbruch und Neuanfang.
Das Programm besteht im Wesentlichen aus fünf Teilen:
  1. Mit einem Investitionsbausteinsollen Kultureinrichtungen, die aus privaten Mitteln finanziert werden, fit gemacht werden für die Wiedereröffnung. Sie alle müssen Hygienekonzepte und Abstandsregeln umsetzen. Hierfür sind bis zu 250 Millionen Euro vorgesehen.
  2. Mit bis zu 480 Millionen Euro sollen die zahlreichen kleineren und mittleren Kulturstätten und -projekte unterstützt werden, die vor allem privatwirtschaftlich finanziert sind und oft vollständige Einnahmeausfälle hinnehmen mussten. So sollen sie auch wiederArbeitsmöglichkeiten bieten und neue Aufträgean freiberuflich Tätige und Soloselbständige vergeben können.
  3. Nicht wenige Einrichtungen und Künstler haben in der Krise erfolgreich neue Wege zu ihrem Publikum gefunden. Um diesen Schub für innovative Wege der Vermittlung, Vernetzung und Verständigung im Kulturbereich zu nutzen und zu verstärken, sollenalternative, auch digitale, Angebote mit bis zu 150 Millionen Euro gefördert werden.
  4. Regelmäßig durch den Bund geförderte Kultureinrichtungen und -projekte haben erhebliche Einnahmeausfälle und Mehrausgaben zu verzeichnen. Für deren Ausgleich sollen bis zu 100 Millionen Euro bereitgestellt werden.
  5. Hilfen in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro sind für private Hörfunkveranstaltervorgesehen, die durch den Einbruch von Werbeeinnahmen schwer getroffen sind. Das Bundeskabinett hat heute zugleich den Regierungsentwurf eines Zweiten Nachtrags zum Bundeshaushalt 2020 beschlossen, in dem die Mittel für NEUSTART KULTUR enthalten sind.
Die Verabschiedung des Nachtrags durch Bundestag und Bundesrat ist für Anfang Juli vorgesehen, der Start der Programme soll unmittelbar darauf erfolgen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte das Kabinett weitere Maßnahmen beschlossen, die auch der Kultur und Kreativwirtschaft zugutekommen. Der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung soll bis 30. September verlängert, und die Umsatzsteuersätze sollen für sechs Monate reduziert werden. Außerdem wurde die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer verschoben und die Verrechnungsmöglichkeit von Verlusten mit Gewinnen des Vorjahres erleichtert.
Link zur Meldung in Gänze: https://www.bundesregierung.de/breg...ir-setzen-auf-aufbruch-und-neuanfang--1761302
 
Ich habe die Befürchtung, das die jüngeren Leute immer träger werden und irgendwann nicht mehr rausgehen werden.
Die machen ihren dicken Fernseher an und streamen sich die Konzerte aus dem Internet direkt ins Wohnzimmer.
Man spart sich den Eintritt und das Bier ist auch billiger.
Warum noch qualitativ hochwertige Mixes anhören, mp3 auf dem Handy reicht den meisten doch jetzt schon aus.

Klar, das ist nicht echt, aber man frisst ja auch Joghurt mit Holzspänen und Erdbeergeschmack, statt mit echten Erdbeeren, weils billiger ist.

Corona zeigt ja auch die Tendenz im online-Handel, zum Shoppen geht man heute ins Netz und nicht mehr in die Boutique.

Die Leute werden immer fauler und fetter, viele Menschen der nächsten Generationen werden Konzerte nie real erlebt haben, daher fehlt ihnen das auch nicht.
*schwarzmalmodus aus*


Als Vertreter der jungen Generation (1994) polemisier ich jetzt einfach mal zurück. Grundsätzlich hast du natürlich erst mal recht in vielen Dingen. Aber du wirfst der Jugend gerade vor, Dinge anders zu machen bzw. machen zu wollen als die Generation davor. Ja und? Das ist doch die ganze Punchline an der Jugend.

Mal der Reihe nach:

Erst mal geht das Trägheitsargument am Stock. Ich sehe gerade post-Shutdown so viel Jugend draussen wie selten zuvor, und den Fixi-Trend beim Radfahren, die Crossfit-Boxen und Veganismus als Volkssport haben nicht die Rentner mit E-Bikes losgetreten, das war schon die neue Generation als Treibstoff einiger findiger Geschäftsnasen. Gleichzeitig wird der Altersdurchschnitt auf Massenkonzerten immer älter, wie hier auch schon einige angemerkt haben. Auf Wacken ist er mittlerweile Ü40, und die Stadionkonzerte bestehen aus denselben fünfzehn Rock-Rentnern, die sich seit Jahr und Tag mit einem Alibi-Album im Sack aufmachen, um wieder um die Häuser zu ziehen.

Und überhaupt, Stadionkonzerte, der Treibstoff der Eventtechnikindustrie, aber niemals der guten Musik. Inmitten von zehntausenden rumstehenden, der Sound klingt wie Klo, der Künstler maximal aufm Videoscreen irgendwie zu erkennen, und das ganze für 100€ im Vorverkauf und fürs fünffache aufm Schwarzmarkt. Und was bleibt davon? Der Künstler ist scheissegal, die Musik ist scheissegal, hauptsache laut und groovy mit vielen Leuten saufen, quatschen, Sau rauslassen und Selfies machen. Hurra.

Im Ernst. Dieser kollektiv-widerlichen Massenbespassung ziehe ich jede gute Livestreamsendung vor. Wenn der Mitschnitt besser klingt als das Konzert, man den Künstler besser sieht als das Konzert, weil gute Kameraführung (ein Königreich für auswählbare Blickwinkel!), das Bier besser ist als aufm Konzert, die Anbindung an den ÖV besser ist, weil Couch... man sieht worauf ich hinaus will.

Und ja, das ist kein Ersatz für Geselligkeit und gerade die mittelgrossen Konzerte um die 1000 rum werden richtig Probleme kriegen. Ich hätte es auch gerne anders - das Problem an Krisen ist, dass sie nicht nur den Mist exposen, sondern auch die guten Seiten in Schwierigkeiten bringen - aber es ist ein Opfer dass ich im Moment bereit bin zu bringen - nicht für Gesundheitsschutz in einer Hysteriepandemie, die statistisch selbst unter den neuen WHO-Richtlinien eigentlich keine ist, sondern viel mehr als dankbaren Tritt in die Eier existierender Missstände, die sich unter Money Machine go BRRRRR - Status Quo niemals freiwillig geändert hätten und deren Publikum auch niemals einen reflektiven Gedanken daran verschwendet hätte.

Was im Konzertbereich gerade im grossen passiert, sahen wir nämlich vor einiger Zeit mit dem Internet schon im kleinen. Als der Soundcloudrap durch die Decke ging, Medien und Video immer wichtiger wurden und der Industrie der Arsch auf Grundeis ging, wurden reihenweise aufstrebende, aus dem nichts kommende Künstler in hochdotierte Verträge gelockt, durch die dann Album um Album aus ihnen geprügelt und die Mechaniken der alten Industrie auf ein neues Mindset zu übertragen versucht wurde. Leute, die sich vorher mit Videokonzepten, durchdachten Singles oder EPs oder auch einer völlig anderen Präsentation, waren über Nacht gezwungen, Kack-Vollzeit-Alben rauszuhauen die hinten und vorne nicht funktioniert haben. Ganze Subgenres wurden erdolcht beim Versuch sie sich anzueignen. Die Mühle mahlt gnadenlos und kaum einer kommt daran vorbei - aber es gibt sie, und maybe haben sie jetzt wieder vermehrte Chancen.

Ich mag klingen wie eine kaputte LP, aber die DDR hatte gar nix und dennoch den Techno erfunden. Wenn die Kommerzhurenhandlung dicht macht, blüht auch wieder der Anarchismus auf. Dass es eine Industrie die auf der Bespassung von anderen fusst gerade in den Abgrund reisst, ist natürlich unschön - für die Industrie. Der Kunst als Mittel der Gemeinschaft kann es aber nur gut tun, von Valium wieder auf Speed zu wechseln, was den Impuls ihres Bedarfs angeht. Denn das war sie die letzten Jahre und Jahrzehnte. Valium. Ein Mittel zur Stillegung der Gesellschaft, ähnlich wie dem Deutschen einen Streifen Strand im spanischen Inselgebiet zur Verfügung gestellt wurde, um sich dort einmal im Jahr ungeschoren von seinem Umfeld das Gehirn taub zu trinken, um das Restjahr Maloche zu ertragen. Das gemeine Clubwesen hat mit subversivem Ausbruch und Freiheit absolut gar nichts mehr zu tun. Es kann von hier aus nur noch besser werden - auch mit den Opfern die gebracht werden müssen, denn ja, die medizinische Sedierung der Gesellschaft als Ruhigstellung, wie jemand oben schon angesprochen hat, halte ich für eine valide Gefahr, nicht ohne Absichten teilen sich Konzepte wie ID2020 als Vertretung digitaler Identität einerseits und medizinische Unternehmungen bezüglich Corona einige ThinkTanks und deren Ideenkonzepte und können hier sehr schnell sehr gefährlich für das westliche Freiheitsverständnis werden.

Dass der einzelne Künstler aktuell auf Granit beisst, ist ein Problem, dass ich gar nicht abstreite. Auch das hier staatlich zuwenig gemacht wird, um Existenzen zu sichern, egal für wie unnötig man diese fürs eigene Kunstverständnis hält, ist ebenfalls klar. Das sind Punkte die unbedingt angesprochen gehören.

Aber der coronabedingte Abgesang auf die Kunst zu halten und ihn der jungen Generation anzulasten, halte ich für absoluten Schwachsinn. Der Absatz von Midicontrollern und DAWs war nie höher, der Zugang zur Möglichkeit, Musik zu machen, nie niedriger (vor 20 Jahren brauchte man ein Studio, heute reicht das Smartphone). Und weil es theoretisch jeder kann entwickelt sich auch sowas wie Respekt für die Macher, und aus dem Konsument, der chartende Vierspurmusik über die Bluetooth-Box ballert wird plötzlich einer, der irgendwann mal kurz in Ableton rumgeklickt hat und aus den erbärmlichen Ergebnissen plötzlich realisiert, dass auch dieses Tun sowas wie Können erfordert (noch so ein Thema über das man Essays schreiben könnte, denn durch die zunehmende Wertlosigkeit von Klangqualität (dank mp3 und co) entwickelt sich ein Wertschätzen von Arrangement, Writing und Musikalität, weil man nicht mehr auf die Unterschiede von Synth ZYX, VCO XYZ und Filter XZY wichsen kann, sondern auf tatsächliche musikhandwerkliche Fähigkeiten des Menschen achtet, und sei es nur an der Maus).

Ja, der Typus "that's a chord, thats another, lets form a band" hat ein bisschen gelitten. Habe ich als Techniker eines Projektes, das Jugendbands ihre erste Bühne bieten wollte, aber lediglich von Endzwanzigern mit jahrelanger Bühnenerfahrung überlaufen wurde (weils keine Bühnen mehr gab? Oh, das Problem ist doch nicht Corona...), selbst am lebenden Beispiel erfahren. Aber das ist für mich kein Grund zur Resignation. Denn gleichzeitig explodierte im letzten Jahrzehnt die Anzahl an Hinterhofkonzerten mit Gitarre und MicroKorg, wo der Künstler noch mit am Tisch sitzt und der Hut rum geht, und die Wertschätzung des Auftretenden wichtiger ist als die gute Zeit für sich selbst.

Und ja, natürlich gibts weiterhin den Typus desjenigen, der einfach nur zu sehr schlechter Musik in sehr schlecht belüfteten Clubs auf sehr schlecht gereinigten Toiletten sehr schlechten Sex haben will. Die Jugend imitiert ja auch nur das, was sie von anderen sieht. Und wir tun gut daran, diese Nachfrage zu bedienen, auch wenn ich sie von meinen Beobachtungen her zum Schutz ihrer Subjekte manchmal viel lieber verbieten würde.

Aber wir tun eben auch gut daran, Veränderungen als Chance wahrzunehmen und die Inhalte einer Sache auch dann noch zu thematisieren, wenn sie mal wieder von politischen oder soziologischen Strömungen okkupiert wurden, um sich daran zu bereichern oder aufzuhängen.

Denn wenn ich als Spätmillenial - notabene ein Drittel so alt wie du, Bernie - eines feststellen konnte, dann dieses; unsere Generation der gescheiterten Erwartungen hat einen nervigen, aber ungemein effektiven Charakterzug; fehlende Resignation. Während sich Gen X. noch auf "die sollen es besser haben als wir" ausruhen konnte und mit "hauptsache mir gehts gut" gesellschaftliche Missstände achselzuckend unter den Teppich kehrt, haben (oder jetzt hatten) es die Millennials zwar oberflächlich besser, aber eben auch das Elend der Welt durch den Bildschirm vor die Nase gekotzt. Und das prägt. Und plötzlich ist die Notwendigkeit von Strom für all den technischen Scheiss zwar eine Tatsache, rechtfertigt aber noch nicht den Abriss des halben Potts für einen Energiekonzern, ist Vegan vielleicht keine gewollte Option, aber die Fleischindustrie halt trotzdem kein notwendiges Übel sondern ein problematischer Missstand, und ist ein unpassendes Nigger auch dann noch rassistisch wenns doch nur Spass war und die letzten fünfzig Jahre niemanden gejuckt hat.

Meine Generation - und die nach mir folgende Gen Z nochmal multipliziert - ist eine gespaltene Generation zwischen Überfluss und Selbstvorwurf, eine Gratwanderung zwischen Exzess und Wokeness. Dass das explodieren muss und wird, so denn die Boomer die Schalthebeln des Weltkreislaufs einmal nicht mehr selbst in der Hand halten können, liegt auf selbiger. Das bisher ist eher Intro, so die kleinen niedlichen Wellen vor dem Sturm. Aber der wird kommen und er wird sich um die ich-oder-wir-Frage drehen, wie sich ganz viele Fragen seit der Krise (egal welcher) um die ich-oder-wir-Frage drehen, die dummen wie auch die klugen, die hinterlistig falschen wie auch die naiv gläubigen. Aber es sind Fragen. Und sie werden gestellt werden müssen.

Und hier tritt auch wieder Kunst und Kultur ins Spiel, die es sich gerade im Westen immer und immer wieder viel zu bequem machen konnte in ihrer Hauptaufgabe, den Leuten mit Bierzelt, Club und Oper eine Auszeit von ihrem beschissenen Leben zu verschaffen, die Stimulierung über Aktivierung setzte und Flucht anstatt Konfrontation propagierte. Und daran ist auch nicht unbedingt alles verkehrt. Aber es ist in meiner bescheidenen Ansicht (und auch in derer von einigen die ich kenne) Verkauf unter Wert, Verkauf unter Möglichkeit, Verkauf unter Notwendigkeit. Und wenn uns die Kunst in der nächste Zeit auch wieder vermehrt auf die Strasse treibt als nur aufs Clubklo, dann nehme ich das dankbar an. Weil es überfällig ist.
 
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Da sind einige schöne und interessante Gedanken dabei. Andererseits sagen Studien, die Jugend sei spaßbefreit und hauptsächlich drauf orientiert, ein bürgerliches angepasstes Leben zu führen. Da wird es sich zeigen, welche Bedeutung und welchen Platz Musik und Kultur im Allgemeinen einnehmen wird.
Der Künstler ist scheissegal, die Musik ist scheissegal, hauptsache laut und groovy mit vielen Leuten saufen, quatschen, Sau rauslassen und Selfies machen. Hurra.
Da gebe ich dir einerseits recht, auch was die Funktion als Betäubungsmittel angeht.
Aber andererseits, ist Musik auch immer Mittel gewesen, einfach Spaß zu bereiten und kollektive Freude oder auch Ekstase.
Das muss ja eigentlich gar nicht Besäufnis und sein und oberflächlich usw...
Das fehlt mit ein bißchen, klar, Songwriter im kleinen Kreis sind auch was tolles, aber Party finde ich auch nicht per se schlecht.
Vielleicht werden die Menschen aber auch tatsächlich so, dass sie das weniger brauchen, mal sehen.
 
Unter folgendem Link können Informationen zum Stipendienprogramm abgerufen werden: https://www.musikfonds.de/foerderung

Wer will sich das denn antun???

Beispiel:
Der/Die Projektträger*in erwähnt den Musikfonds in allen nach Vertragsschluss erstellten Medien (z. B. Plakate, Flyer, Filmprodukte, Einladungen, Internet-Auftritte, Pressemitteilungen, etc.), die sich auf das Projekt beziehen, mit folgendem Förderhinweis:
Okay, überall das Logo aubzudrucken könnte ich mir vorstellen ...

Der/die Projektträger*in stellt dem Musikfonds für seine Öffentlichkeitsarbeit Text-, Ton- und Bildmaterial in angemessenem Umfang kostenfrei zur Verfügung, eingeschlossen sind die entsprechenden Nutzungs- und Verwertungsrechte an den Materialien, zeitlich und räumlich unbeschränkt (auch hinsichtlich zukünftiger Nutzungsarten) und insbesondere im Rahmen von Pressearbeit, auch ggfs. zur Weitergabe an Dritte. Weiterhin wird der Musikfonds in diesem Umfang von der rechtlichen Inanspruchnahme durch Dritte freigestellt.
Warum sollte ich meine Arbeiten kostenlos zur Verfügung stellen und Rechte abtreten?


Der/die Projektträger*in ist verpflichtet, alle für den Nachweis von Einnahmen und Ausgaben relevanten Verträge, Belege und sonstigen Unterlagen im Original aufzubewahren und für einen Zeitraum von zehn Jahren nach Vertragsende zu archivieren.

Aus Projektmitteln erworbene Gegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungswert 800,00 € (ohne USt) übersteigt, dürfen ohne vorherige Zustimmung des Musikfonds vor Ablauf von 10 Jahren weder veräußert noch in anderer Weise verwendet werden. Alle Gegenstände mit einem Anschaffungs- oder Herstellungswert von mehr als € 800,00 (netto) sind sachgerecht zu inventarisieren und die Inventarliste ist dem Verwendungsnachweis beizufügen.
Irgendwie ist mir das alles zu bürokratisch. Eine schnelle Hilfe stelle ich mir anders vor.
Über jeden Vogelschiss müßte ich hierfür Belege führen, immer mit dem Risiko, das nach 9 Jahren irgendwer alles nachprüft und ich die Gelder zurückzahlen muss. Dann wuppe ich meinen Kram finanziell lieber alleine und muss beim Staat nicht zu Kreuze kriechen.
Wie bei allen anderen Kunstfördermitteln auch, ist das bürokratisch wieder so durchorganisiert, das es Niemand in Anspruch nehmen möchte.
Abschreckung durch Papierkrieg ...
 
Da sind einige schöne und interessante Gedanken dabei. Andererseits sagen Studien, die Jugend sei spaßbefreit und hauptsächlich drauf orientiert, ein bürgerliches angepasstes Leben zu führen. Da wird es sich zeigen, welche Bedeutung und welchen Platz Musik und Kultur im Allgemeinen einnehmen wird.

Da gebe ich dir einerseits recht, auch was die Funktion als Betäubungsmittel angeht.
Aber andererseits, ist Musik auch immer Mittel gewesen, einfach Spaß zu bereiten und kollektive Freude oder auch Ekstase.
Das muss ja eigentlich gar nicht Besäufnis und sein und oberflächlich usw...
Das fehlt mit ein bißchen, klar, Songwriter im kleinen Kreis sind auch was tolles, aber Party finde ich auch nicht per se schlecht.
Vielleicht werden die Menschen aber auch tatsächlich so, dass sie das weniger brauchen, mal sehen.

Muss man gelassen sehen. Die Musik meiner Jugend war zum Teil mindestens genauso flach.
Jedoch unterschied sich der gesellschaftliche Kontext doch deutlich von dem der heutigen Jugend.

In den 90ern war es gelebtes Friede, Freude, Eierkuchen und Offenheit und Toleranz,
wo man wesentlich wohlwollender mit allem und auch Menschen an den politischen Rändern umging.
Das war alles nicht so sehr mit Hass durchzogen. Jeder hatte ne Meinung, aber man konnte sich mit
jemanden noch unterhalten, der eine völlig andere Meinung hatte.

Bei der heutigen Jugend habe ich ein sehr ungutes Gefühl. Für die gibt es kein Verhandlungsspielraum,
sondern nur ein sehr kleines Toleranzfenster, wie etwas sein muss, ansonsten können die ziemlich aggro werden.

Klar, kann man nicht auf alle beziehen, aber ich habe es so halt schon einige Male erlebt.

Ich sehe die sozialen Medien hier als größtes Problem, angefangen bei den kleinen, gefakten Bildchen, von denen sich viele Menschen
innerhalb ihrer Informationsblase manipulieren lassen.

Corona führt auch noch dazu, dass die Digitalisierung zunimmt - Es wird also nicht besser
und irgendwie fange ich auch an an dieser Pandemie zu zweifeln. Es könnte schließlich auch sein,
dass wir manipuliert werden.
 
Wer will sich das denn antun???
Naja es gab ja auch vor Corona einen Bereich der Kunst und Kultur, für den dieses Bewerben um Fördergelder aus irgendwelchen Fonds dazu gehörte, die sind damit gewissermaßen schon vertraut, auch mit der Bürokratie. Ich kenne das von Leuten, die Theaterprojekte mit solchen Geldern finanziert haben. Ein wirklich beträchtlicher Teil der ganzen Arbeit war dafür reserviert, auf diese Weise Gelder zu beschaffen, Nachweise zu führen usw., macht man formale Fehler, kann das bis in die Privatinsolvenz führen. Ich könnte mir das auch nicht antun.
Aber von denen bekommen jetzt eben ein paar mehr den Zuschlag/die Bewilligung, weil es aufgestockt wurde, denen sei es auch gegönnt.
Eine schnelle unbürokratische Hilfe für Coronamaßnahmengeschädigte ist es jedoch nicht, das wirkt da schon sehr vorgeschoben.

Es könnte schließlich auch sein,
dass wir manipuliert werden.
Das werden wir ja ständig sowieso in irgendeiner Weise.
Inwieweit nun im Rahmen dieser Pandemie, wer weiß ob wir das je so genau herausfinden, ich halte vieles für möglich.
Ich versuche aber immer, da mehrere Perspektiven zu bewahren
und mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren, zuviel Grübelei und Spekulation macht nur irre.
 
Die die sich manipuliert fühlen sind auch immer die ersten die die Manipulation bemerken. Scheint also nicht besonders wirksam zu sein die globale Manipulation. Das wäre ja das erste was man machen würde als Manipulator, dafür sorgen, dass es absolut niemand merkt ;-)
 


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