Corona Folgen: was "danach"? Einfluss auf Solo/Kreative + Hilfen - Sammlung!!

Die Künstlersozialkasse wollte mich 2013, als ich auf Berufsmusiker in Vollzeit umgewechselt bin, nicht mehr haben, denen war ich mit 58 zu alt.
Ernsthaft?? Seit wann ist die gesetzliche Versicherungsspflicht altersabhängig?
 
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Ein Monat, Leute, ein Monat.. Manche tun so, als hätte der Staat Kultur für immer verboten, weil der Staat all das hasst und uns bestrafen will.

Ein Monat? Das "New Normal" ist aber nicht für nur einen Monat vorgesehen.

Es ist kein Verbot für immer. Nur werden künftig Veranstaltungen an Bedingungen geknüpft, die nicht jeder erfüllen will bzw. kann. Was wahrscheinlich zu einer gewissen weiteren Monopolisierung der Eventindustrie führt. Die Indieszene hatte sich unter anderem wegen dieser entwickelt und der wird gerade der Garaus gemacht. Wenn ein Gastronom mit Eventprogramm klug war, dann hat der spätestens bei der letzten Hiobsbotschaft seinen Miet- oder Pachtvertrag einvernehmlich ruhen lassen und schaut sich die Sache im nächsten Sommer nochmal an. Und entscheidet dann, ob es überhaupt für ihn weitergehen kann. Wer klug ist, wirft kein gutes Geld schlechtem hinterher.

Das Testkonzert Bendzko liefert Zwischenergebnisse, es sieht also nach Bedingungen schaffen für die Zukunft aus, war ja nicht die letzte Epidemie gerade. Das dürfte für die meisten nicht zu leisten sein, selbst simple Lebensart wie Straßenmusik ist da auf der Abschussliste. Lässt sich für die Broker eh kein Geld mit verdienen.
 
Privat ist immer viel teurer als gesetzlich, aber man wird lieber gesehen. KSK müsste aber theoretisch jeden nehmen der eben belegen kann, KSK tauglich zu sein, also Löwenanteil via Kunst/Schreiberei.
 
Till Brönner brachte es auf den Punkt. Wir müssen uns zusammenschließend wehren können.
Momentan sind wir zwar viele Stimmen, aber ein einziges Gesumme...aus diesem Gesumme müssen wir doch eine Stimme machen können.
Akut scheint uns die Politik zumindest "angehört", aber uns und unsere Branche nicht "verstanden" zu haben.

"Beihilfen während der Zeit eines Lockdowns"...unsere Branche ist doch aber darüber hinausgehend fortlaufend betroffen- und nicht nur akut.
Wir befinden uns seit Anbeginn der Kontaktbeschränkungen im Permanent-Lockdown.
Das Restaurant könnte vergleichsweise praktisch morgen wieder öffnen und die Gäste setzen sich sogleich an die Tische... in unserer Branche passiert das allerdings nicht mal eben so auf die Schnelle, von wegen Türen und Tore auf und Gäste kommen hineingeströmt.
Die Musikbranche benötigt alleine schon organisatorisch doch eine weit längere Anlaufzeit und bis dahin wahrscheinlich schon wieder der nächste "Down" ins Haus steht- für andere ist es "nur" ein "Shutdown", für unsere Branche ist es seit Monaten ein permanenter Zustand.

Warum hat uns die Politk also nicht verstanden ?
Es sind Sätze wie "da müssen wir mit den Verbänden sprechen" oder "der Soloselbstständige hat auch mal einen Monat ohne Einkommen" usw.
Das zeigt, wie wenig Ahnung die Politik eigentlich von der Branche- unserer Branche, tatsächlich hat !

Es gibt keinen "Verband", sofern man nicht der GEMA o.ä. angehörig ist.*
Unsere Branche ist doch ein stark saisonales Geschäft, ob es der Livemusiker bis hin zum Lizenzmusiker ist... wir haben saisonal bedingt Monate, bzw. Quartale(!) mit geringen bis gar kein Einkommen und in der Saison mit guten Einkommen deckeln und überbrücken wir doch bestenfalls die Flauten.
Die Wenigsten erwirtschaften doch tatsächlich echten Profit, sondern bilden auf das Jahr gerechnet lediglich Rücklagen zur Überbrückung um irgendwie über die Runden zu kommen.
Ich denke, dass auch die Wenigsten der Soloselbstständigen tatsächlich die jährlichen 3.900 € KSK aufbringen können.

Unterm Strich sehe ich durch dieses sehr zerbrechliche Glas imgrunde doch die sehr geringe Wertschätzung seitens der Politik gegenüber uns, den Kunst und Kulturschaffenden, die wir allesamt letztlich doch nicht gerade wenig Geld in die Staatskassen spülen, denn selbst wenn wir als Soloselbstständiger nicht so viel verdienen mögen, gibt es trotzdem immer jemanden, der durch, bzw. an uns, genug Geld verdient um von solchen Situationen erst gar nicht betroffen zu sein.

Also, was können wir tun ?
Abwarten und hoffen, dass sich irgendwann wieder alles normalisiert ?
Aber was ist denn eigentlich "Normal" ?

*Nachtrag/05.11.20/01:26 Uhr: Es gibt keinen Verband für Soloselbstständige im Musikgewerbe.
 
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Privat ist immer viel teurer als gesetzlich, aber man wird lieber gesehen. KSK müsste aber theoretisch jeden nehmen der eben belegen kann, KSK tauglich zu sein, also Löwenanteil via Kunst/Schreiberei.
Bei meiner erste telefonischen Anfrage bin ich ziemlich blöd abgewimmelt worden.
Die hat mir tatsächlich gesagt, das sie Niemanden mehr über 50 nehmen können und ich hab das tatsächlich geglaubt.
Als ich dann vor zwei Jahren erfahren habe, das die das nicht dürfen, habe ich nochmal angerufen und da war genau das gleiche Spiel.
Ich habe dann gesagt, das ich mich aufgrund meines Alters diskriminiert fühle und den Rechtsweg einschlagen werde, wurde die Dame plötzlich ganz zahm und meinte, das ich sie falsch verstanden hätte.
Eine Woche später war ich kurz bei meinem Doc und habe es genossen direkt durchgewunken zu werden, statt im vollen Wartezimmer abzuhängen.
Daher bin ich dann doch privat geblieben, die Leistingen sind auch viel besser und die zicken nicht rum.
 
Die Wenigsten erwirtschaften doch tatsächlich echten Profit, sondern bilden auf das Jahr gerechnet lediglich Rücklagen zur Überbrückung um irgendwie über die Runden zu kommen.
Ich denke, dass auch die Wenigsten der Soloselbstständigen tatsächlich die jährlichen 3.900 € KSK aufbringen können.
Da bin ich ja mit € 384 / Monat privat richtig billig dran.
 
Da bin ich ja mit € 384 / Monat privat richtig billig dran.
KSK sind im Monat- glaub ich, um die 325.
Ich weiß nur nicht, ob die PV mit 384 Taler tatsächlich realistisch ist... ich sehe einerseits was Schwiegermuttern als Ex-Beamte und PV alles in Vorleistung zu gehen hat (wesentlich mehr als 384 Taler) und oft auch keine großartige Vorzugsbehandlung hat, viel (Papier)Krieg mit der KV und selbst als Berliner Lehrkraft (nicht verbeamtet) ist die PV summa summarum auch nicht wirklich so verführerisch.
 
KSK sind im Monat- glaub ich, um die 325.
Ich weiß nur nicht, ob die PV mit 384 Taler tatsächlich realistisch ist...
Ich weiß ja was ich bezahle, habe aber eine relativ hohe SB und muss den ganzen Kleinscheiß immer direkt selbst bezahlen.
Man muss das halt organisieren, soweit möglich.
Brauche die KV eigentlich nur, wenn ich mal eine teuere OP hätte oder sonstwie einen längeren Aufenthalt in der Klinik.
 
Ich weiß ja was ich bezahle, habe aber eine relativ hohe SB und muss den ganzen Kleinscheiß immer direkt selbst bezahlen.
Man muss das halt organisieren, soweit möglich.
Brauche die KV eigentlich nur, wenn ich mal eine teuere OP hätte oder sonstwie einen längeren Aufenthalt in der Klinik.
Eben, die SB.
Autoimmunerkrankung/Immunglobulintherapie 120 e... Gegenwert=15.000 €.
Die PV sagt: "Natürlich" stimmen wir dem zu, denn müssen Sie je erst mal selbst berappen, aber ob sie das dann erstattet bekommen, steht auf einem anderen Papier.
GKV= Waren gesetzlich gebunden, Therapie und Kostenübernahme war kein Thema.
 
Bei meiner erste telefonischen Anfrage bin ich ziemlich blöd abgewimmelt worden. ....
....wurde die Dame plötzlich ganz zahm und meinte, das ich sie falsch verstanden hätte.

Das ist eigentlich ein Skandal. Es gibt nicht umsonst die gesetzliche Versicherungspflicht.
Wenn Du, aus welchen Gründen auch immer, aus der privaten Krankenversicherung aussteigen willst und nachweisen kannst, dass Deine Haupteinnahmequelle eine künstlerische Tätigkeit ist, sind sie verpflichtet Dich aufzunehmen.
Die Künstlersozialkasse macht vor allem dann Sinn, wenn auch gesetzliche Rente aufgebaut werden soll. Den 50% Anteil, den sonst ein Arbeitgeber übernehmen würde, zahlt dann die KSK in die Rentenversicherung.
Und natürlich ist es in der Regel kostengünstiger als die private KV, weil der KSK Beitrag auch den Rentenversicherungsanteil enthält.

Edit: Bevor ich jetzt irgendwelche Fakten falsch verbreite - es gibt tatsächlich Ausnahmen nach dem Gesetz.
Wenn Du zB über 55 bist und die letzten 5 Jahre anders versichert warst, bist Du damit ausgenommen und hast die Arschkarte. Das habe ich bisher auch nicht gewusst.
Wen es interessiert, alles hier nachzulesen: https://www.kuenstlersozialkasse.de/kuenstler-und-publizisten/ausnahmen.html

@Bernie Interessant für Dich ist vielleicht auch der Abschnitt "Zuschuss zur privaten Krankenversicherung" - bin nicht sicher, was die genauen Voraussetzungen sind. Evtl. dort mal nachhaken.
 
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Das ist eigentlich ein Skandal. Es gibt nicht umsonst die gesetzliche Versicherungspflicht.
Wenn Du, aus welchen Gründen auch immer, aus der privaten Krankenversicherung aussteigen willst und nachweisen kannst, dass Deine Haupteinnahmequelle eine künstlerische Tätigkeit ist, sind sie verpflichtet Dich aufzunehmen.
Die Künstlersozialkasse macht vor allem dann Sinn, wenn auch gesetzliche Rente aufgebaut werden soll.
Den Nachweis das ich davon lebe ist ja das kleinste Problem, den musste ich jetzt auch für die Förderstpendien erbringen.
Da hab ich ja meine Bilanzen als Beleg.
Rentenversicherung entfällt, da ich seit letztem Herbst eine Minirente beziehe (€ 399,49) und das reicht zum Begleichen der Krankenasse.
Was ich sonst noch brauche muss ich eben mit Musikkrempel erabeiten, was bis Corona auch klappte.

Edit: Bevor ich jetzt irgendwelche Fakten falsch verbreite - es gibt tatsächlich Ausnahmen nach dem Gesetz.
Wenn Du zB über 55 bist und die letzten 5 Jahre anders versichert warst, bist Du damit ausgenommen und hast die Arschkarte. Das habe ich bisher auch nicht gewusst.
Ich bin mir nicht sicher, ist zu lange her, könnte aber sein, das ich schon 55 war.
Eigentlich möchte ich gar nicht weg, weil es so vieles einfach macht.
Vor ein paar Jahren wollte ich einen Termin beim Lungenfacharzt, da hätte ich 6 Monate drauf warten müssen.
Mein Hinweis auf Privatpatient ermöglichte mir den Termin 5 Tage später, da wurde ich nich "reingeschoben".
Auch beim Hausarzt ist das Wartezimmer immer proppenvoll, man wartet da meistens 2-3 Stunden.
Gerade erst zur Grippeimpfung haben die mich angerufen, ich bin direkt rein in die Praxis und war nach 10 Minuten wieder raus.
Irgendwie ist das schon sehr angenehm, wenn man feste Termine bekommt und nie warten muss.
 
Ich denke, dass auch die Wenigsten der Soloselbstständigen tatsächlich die jährlichen 3.900 € KSK aufbringen können.


KSK sind im Monat- glaub ich, um die 325.

Weil ich grad coronabedingt mal wieder tief in diesem leidigen Thema bin, hier mal aufgedröselt um Mißverständnissen vorzubeugen:

Wenn du schreibst 3.900 € KSK jährlich bzw. 325 monatlich, bedeutet das erstmal das du 3.900€ jährlich GESCHENKT bekommst.
Weil die KSK den Arbeitgeberanteil übernimmt. Und der Beitrag von 3.900 jährlich bedeutet auch dass ein erwartetes Einkommen
von 21.369 € angemeldet wurde.

Jeder muss selbst berechnen was er da anmeldet, danach richtet sich die Beitragshöhe:
50% der üblichen Sozialkosten (14,6% Krankenkasse, 18,6% Rentenversicherung, 3,3 Pflegeversicherung).
Da gibts dann natürlich noch die Unterscheidung Ost/West, Krankenkassen-Zusatzbeitrag, Kinder etc. aber das lasse ich der Einfachheit halber mal weg.
 
Ich bin schon lange in der KSK - es ist deutlich günstiger, und steigt aber mit Einkommen, weil solidarisch.
Das bedeutet du steigst sehr günstig ein, wenn du wenig hast, ist es günstig, wenn du mehr hast wird es schnell auch teurer. Aber das ist ok. Ist fair.

Das mit den 3.9k€ ist wichtig und bedeutet aber, dass das schon das ist, was mehr sein muss als das was du sonst mit anderem Zeug einnimmst - gerade aktuell mit Corona wenn du halt Regale einräumen gehst oder sowas, dann ist nur wichtig, dass der K-Anteil höher sein und bleiben muss. Es gilt das aktuelle Zahlenwerk, dh - wenn du mal angenommen wurdest, ist das erstmal ok, wenn du dich jetzt bewirbst, wirds schwer, weil du die ja nachweisen musst und solltest. Es kommt aktuell ja für alle weniger rein.

Daher - aufpassen.
Also für Corona gibt es da ggf. aktuell keine Gnadenparagraphen, die zB 2020 oder 2021 gelten, dann da wird das Einkommen sicher kleiner sein als je zuvor sonst.
Das nur als Hinweis, wer da in die KSK will, besser einen Zeitraum wählen ohne C.
Und da wirds dann schwer, weiss ich.

Kann das also nur bestätigen, was rblok sagt.
 
Also für Corona gibt es da ggf. aktuell keine Gnadenparagraphen, die zB 2020 oder 2021 gelten, dann da wird das Einkommen sicher kleiner sein als je zuvor sonst.

Tatsächlich versuch ich genau das grad rauszufinden. Weil bei mir grad die Kohle aus dem Regal-Einräumen-Job das Künstlerische übersteigt. Bin mir auch ziemlich sicher dass Moogulator recht hat bzgl. »Keine Ausnahmen wegen Corona«, will das aber trotdem klären. Mit Krankenkasse & KSK.
 
Ich bin schon lange in der KSK - es ist deutlich günstiger, und steigt aber mit Einkommen, weil solidarisch.
Das bedeutet du steigst sehr günstig ein, wenn du wenig hast, ist es günstig, wenn du mehr hast wird es schnell auch teurer. Aber das ist ok. Ist fair.

Das mit den 3.9k€ ist wichtig und bedeutet aber, dass das schon das ist, was mehr sein muss als das was du sonst mit anderem Zeug einnimmst - gerade aktuell mit Corona wenn du halt Regale einräumen gehst oder sowas, dann ist nur wichtig, dass der K-Anteil höher sein und bleiben muss. Es gilt das aktuelle Zahlenwerk, dh - wenn du mal angenommen wurdest, ist das erstmal ok, wenn du dich jetzt bewirbst, wirds schwer, weil du die ja nachweisen musst und solltest. Es kommt aktuell ja für alle weniger rein.

Daher - aufpassen.
Also für Corona gibt es da ggf. aktuell keine Gnadenparagraphen, die zB 2020 oder 2021 gelten, dann da wird das Einkommen sicher kleiner sein als je zuvor sonst.
Das nur als Hinweis, wer da in die KSK will, besser einen Zeitraum wählen ohne C.
Und da wirds dann schwer, weiss ich.

Kann das also nur bestätigen, was rblok sagt.
Danke für die Info und auch Dank an @rblok für die Aufklärungen.
Da ich seit jeher in der GKV bin (sicherlich nicht das Beste aber beschweren konnte ich mich eigentlich bisher auch nie, ToiToiToi), war KSK nie wirklich ein Thema für mich, zumal meine K-Gagen und Tantiemen unter meinem "Normalo" Einkommen lag.

Ich denke, so einige dürfte das Thema KSK sehr interessieren (insbesondere in Corona-Zeiten) und ich weiss ja nicht, ob es hierzu einen aktuellen KSK-Fred gibt, wo ihr eure Erkenntnisse den anderen mitteilen könnt ?
 
Habt ihr das gesehen?

25% vom Umsatz von 7 Monaten 2019. Klingt erstmal gut…
 
soweit ich verstanden habe, kann man den antrag im januar stellen.
im november soll ja noch die 75 prozent hilfe (vom vorjahr/bzw. anteilig jahresumsatz) kommen.
 
..das trügerische an der ksk ist eben die jährliche Selbsteinschätzung. Daraus berechnet sich dann die Beitragszahlung, und viele glauben das sie ganz schlau sind wenn sie ihr jährliches Einkommen sehr niedrig einschätzen, weil sie dann auch geringe Beitragszahlungen leisten müssen...das sich das spätestens nach ein paar Jahren rächt wird oft übersehen, da man eben so wenig in die Rente eingezahlt hat und nichts rausbekommt...ich kenne viele aus meinem umfeld die sich sagen: "die beiträge spar ich mir, die sind ja echt doof bei der ksk.."
 
muss jeder selbst wissen,
aber die ksk ist schon fair,
und ab und an wird ja auch mal geprüft...:mrgreen:
(bei mir vor 5 jahren)

klar ist die fair..ich bin jetzt über 10 jahre drin als selbständiger..habe nur sehr oft erlebt das eben die freiwillige selbstauskunft oft ausgenutzt wird um die beiträge zu drücken...
 


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