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Der Schlüssel zum Glück ist Wahrhaftigkeit

  • #61
Wahrhaftig sein oder die Wahrheit zu erkennen hat was mit Selbstkenntnis und Selbsterkenntnis zu tun. Wahrheit kann man nur selbst erfahren. Aber dafür muss der Geist vollkommen frei sein. Er darf nicht gebunden sein an Denkmustern oder Glaubensvorstellungen, Ideale und Vorbilder.
 
  • #62
Das Bewusstsein geht nicht verloren. Alles andere geht verloren, da es ja keine Bedeutung hat.
woher weißt du das? So als grundsätzliche These klingt das recht anthropozentisch.

Meine Gegenthese wäre, dass sich der Mensch für viel zu wichtig hält - so rein im Vergleich zum Universum ...
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: kleinervogel
  • #63
Wie soll denn auch eine Aussage über Psychologie nicht anthropozentisch sein.

Die Unterscheidung zwischen dem Ergebnis gemachter Erfahrungen eines Menschen und dem Ergebnis gemachter Erfahrungen eines Atoms ist doch zwingend notwendig.

Zu Letzterem bitte bei Joachim Ernst Behrendt weiterlesen.

Wobei die Zuschreibung, dass Atome "Erfahrungen" machen würden schon wieder nur eine Analogie zu Menschen und Tieren ist da "Erfahrungen machen" streng genommen einen Neocortex voraussetzt.

Der Mensch benutzt ja für fast alles vorrangig Analogien zu Dingen aus seiner eigene Psychologie oder aus der menschlichen Gesellschaft. Aus #Gründen.
 
  • #64
Wie soll denn auch eine Aussage über Psychologie nicht anthropozentisch sein.
das kommt drauf an, wie man es interpretiert. Für mein Verständnis sind Aussagen, in denen Dinge wie Seele, Bewusstsein und Materie in einen Zusammenhang gebracht werden, entweder Ontologie oder Metaphysik. Psychologie befasst sich mit dem Verhalten und der Erlebniswelt des Menschen, und liegt idr. ein paar Abstraktionsebenen weiter unten.

Dass solche Thesen immer auch Rückschlüsse auf die Psyche des Urhebers geben können, ist natürlich trivial.
 
  • #65
Das ist schön, nützt mir aber wenig.
Warum nützt dir das nichts? Das weißt du nicht, weil du es nicht wissen kannst. Und da wir nun sowieso im Bereich des Glaubens und nicht des Wissens sind, hast du die Wahl
  • Christentum: Himmel oder Hölle. Nachdem du gerichtet wurdest natürlich. Aber so wurde auch an die Masochisten gedacht.
  • Islam: 72 paradiesische Gefährtinnen. Hossa. Leider auch mit Gerichtsbarkeit im Vorfeld.
  • Hinduismus: Reinkarnation, am Schluss dann aber wohl die Vereinigung mit allem was existiert, was ja auch nicht jedermanns Sache ist.
  • Buddhismus: Wiedergeburt, wenn du Pech hast aber als Parkwiese, wo dann alle auf dir herum trampeln. Aber dann hast du es auch nicht besser verdient. Da muss man dann ehrlich mit sich sein und sich nicht beschweren.
  • uvam.
Und warum soll ausgerechnet "dir" das nützen?

Ich persönlich bin ja eher der Natur-Spiritualist.

Ich kann aktuell für X Jahre bewusst existieren weil anderes dafür gestorben ist, damit ich geboren werden, aufwachsen und leben konnte. Und auch noch Leben zeugen konnte. Wobei das ja eigentlich eher eine Errungenschaft der Frauen ist. Eigentlich können ungerechterweise ja nur die Leben spenden. Dafür können wir uns eigentlich nicht genug bei den Frauen bedanken.

Und ich werde sterben müssen um weiteres Leben entstehen lassen zu können. Man könnte mich dann natürlich auch etwas despektierlich "Dünger" nennen. Aber das ist der natürliche Kreislauf. Wir leben also wirklich ewiglich weil im Universum anscheinend ja nichts vergeht.

Wenn ich das mal aus der Ego-Perpektive betrachte: Daraus ergibt sich für mich die Wahrhaftigkeit, dass ich sterben muss, damit Leben entstehen kann. Genauso wie ich ja nur leben kann, weil dafür gestorben werden musste. Ohne Tod also kein Leben.

Ich finde das sehr tröstlich, ehrlich gesagt.

Na ja. Am Schluss steht aber aller Wahrscheinlichkeit nach dann wohl doch die Entropie. Also im Grunde das, was der Hinduismus vorhersagt. Aber hey, als Strahlung breitet man sich in alle Richtungen aus und ist irgendwann wirklich überall. Und auch alle anderen sind dann überall. Die haben sich ja auch in alle Richtungen ausgebreitet. Ist doch cool, wenn du dann mit @Moogulator in längst vergangenen Forenzeiten schwelgen kannst, oder?
 
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  • #66
Dass solche Thesen immer auch Rückschlüsse auf die Psyche des Urhebers geben können, ist natürlich trivial.

Ich würde eher sagen die Tatsache, dass jeder Mensch erst mal eine Psyche hat und in einem sozialem Netz lebt und denkt, die Ursache dafür ist, dass das Denken an sich unweigerlich anthropozentisch ist.

Natürlich gibt es Ausnahmen, es gibt sicher auch eine kleine Minderheit von Mathematikern, Philosophen und Geistlichen, die ein paar Stunden pro Woche auch mal auf einer höheren Ebene unterwegs sind.
Aber selbst die sind schnell wieder bei "wir" oder bei "man", sobald es um das Motiv ihrer Forschungsarbeit geht.
 
  • #68
ass das Denken an sich unweigerlich anthropozentisch ist.
wenn man es so sieht, nimmt man dem Begriff aber viel von seiner Unterscheidungskraft. ;-)

Was ich ausdrücken wollte: Die Idee, dass das (menschliche) Bewusstsein oder eine "Seele" den physischen Tod (oder sogar den des Universums) überdauert, stellt den Menschen und seine Wahrnehmung der Dinge überproportional in den Vordergrund. Dass Denken ansich anthropozentisch ist, bringt in diesem Kontext wenig Erkenntnisgewinn. ;-)
 
  • #71
wenn man es so sieht, nimmt man dem Begriff aber viel von seiner Unterscheidungskraft. ;-)

Vor allem aber will ich den Menschen die Illusion nehmen, dass es ein Denken über ihrem eigenen bewussten oder unbewusstem Denken gäbe.

Ich denke (sic!), dass wenn man (sic!) erst mal beim Konstruktivismus (also in den 1950iger Jahren) angekommen ist (und ihn als wahr (sic!) annimmt), dann kann man nicht mehr daovn ausgehen, dass es bessere und schlechtere Wahrheiten gibt und seine eigene (sic!) Wahrhaftigkeit über die von Religionsgläubigen stellen, die ihrer Version der Wahrheit genauso verbunden sind wie Agnostiker oder Naturwissenschaftler ihrer Version.

Was ich ausdrücken wollte: Die Idee, dass das (menschliche) Bewusstsein oder eine "Seele" den physischen Tod (oder sogar den des Universums) überdauert, stellt den Menschen und seine Wahrnehmung der Dinge überproportional in den Vordergrund. Dass Denken ansich anthropozentisch ist, bringt in diesem Kontext wenig Erkenntnisgewinn. ;-)

Ja aber Moment, wir sind doch auch nur Menschen, kein gesprochenes oer geschriebenes Wort kann doch den Regeln der Biologie entrinnen.

Sobald du davon ausgehst, dass eine Seele nach dem Tod noch weiter fortbesteht, sind das unweigerlich alles nur Annahmen. Gedanken. Und die gehen immer vom Menschen aus.
Was Elektronen fühlen und wissen, weißt du nicht. Vermutlich können die nicht mal deutsch.
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: j3122
  • #72
"Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist die Quelle aller wahren Kunst und Wissenschaft."

Albert Einstein
 
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M.i.a.u.: sllk
  • #78
Der Schlüssel zum Glück ist es Glücklich zu sein.

Glück ist nur eine Mindsetfrage, aber niemand braucht das Gefühl des Glücks um zufrieden zu sein.

Überhaupt sind glückliche Menschen gefährlich, da sehr anfällig für schlechte Entscheidung - Co-Faktor "Optimismus"

Stoizismus "Zufriedenheit ohne emotionales Glück"
Schopenhauer "Glück ist Abwesenheit von Leid"
Nietzsche "Skepsis gegenüber Glücksidealen"
 
  • #79
In welchem Kontext sollten wir diese Aussage verstanden wissen?

Im Kontext dieses wunderbaren Fadens hier. Blubblubblubberdiblub. Pst, willst du 8 tolle Kalender-Weisheiten kaufen, nur für kurze Zeit zum Sonderangebot für ne Mark Fünzig. Einen gibts gratis: Wer das Glück sucht, wird es nie finden.
 
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  • #82
Ist Glück nur ein Neidzustand?
Ist Neid nur ein Glückszustand? Kaufe ich Himalaya-Salz oder kauft es mich? Der Narzisst ist nicht unbedingt ein Nazi, aber trotzdem scheiße. Glaube denen, die Wahrheit suchen und zweifle an denen die sie gefunden haben. Alles, was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, solltest du auch sagen. Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist. Literatur ist die Instrumentierung von Binsenwahrheiten.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: D-Joe
  • #83
Im Kontext dieses wunderbaren Fadens hier. Blubblubblubberdiblub. Pst, willst du 8 tolle Kalender-Weisheiten kaufen, nur für kurze Zeit zum Sonderangebot für ne Mark Fünzig. Einen gibts gratis: Wer das Glück sucht, wird es nie finden.

Naja, es ist immer die Frage, was man vom Leben erwartet. Was das "Glücksgefühl" betrifft, ist es meist flüchtig - aber immer schön, wenn man es mal erleben kann. Dem Glück aktiv hinterherjagen würde ich allerdings nicht. Ich jedenfalls bin froh, dass ich meine Frau gefunden habe, das macht mich persönlich glücklich und es gibt auch ein paar Aphorismen, die nicht wie Kalendersprüche daherkommen. Kopf hoch, Brust raus - is Wochenende; Glück auf! 👍
 
  • #84
Ist Neid nur ein Glückszustand? Kaufe ich Himalaya-Salz oder kauft es mich? Der Narzisst ist nicht unbedingt ein Nazi, aber trotzdem scheiße. Glaube denen, die Wahrheit suchen und zweifle an denen die sie gefunden haben. Alles, was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, solltest du auch sagen. Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist. Literatur ist die Instrumentierung von Binsenwahrheiten.

Es ist allgemein psychologisch anerkannt, dass das Gefühl von Glück abhängig davon ist, ob es anderen schlechter geht - Glück ist stark beeinflusst von Vergleich, aber nicht nur davon. (soziale Vergleichstheorie)

Auch ein tolles Beispiel:
Wenn du 500€ mehr Lohn bekommst, dann freust du dich und bist glücklich.
Freust du dich immer noch, wenn gleichzeitig ALLE anderen 1000€ mehr Geld bekämen?

---

Ohne Narzissmus, kein Fortschritt. Ist nur die Frage in welcher Ausprägung - Krankhaft können viele Charaktereigenschaften sein und gesund, obwohl sie da sind.
 
  • #86
Ich erwarte nichts mehr vom Leben... Ehrlich hoffe ich auf ein baldiges Ende...
Was immer vergessen wird, ist die Gesundheit selbst... Man kann so wahrhaftig sein, wie man will; Das schützt nicht vor Krankheit, Verlust und vieles mehr...

Nächste Woche bin ich in der Charité zur Opration und könnte ein Auge für immer verlieren und trotz all der Wahrhaftigkeit in meinem Lebensentwurf, macht mich das nicht glücklich... In einer gewissen. Zeit werde ich möglicherweise meine Leber velieren und trotz all der Wahrhaftigkeit in meinen Leben, sehe ich darin keinen Glücksmoment...
Ich habe wichtige Freunde verloren und der einzige Ort, wo ich sie besuchen kann, ist der Friedhof... Man kann so ehrlich und echt und wahrhaftig leben. Das ist aber definitiv keine Garantie für Glück... Wie kommt man nur auf so eine "pseudophilosophische" Idee...

Diese rudimentäre Sichtweise ist "wahrhaftig" nichts für mich...

@ModernerPurist

Das ist aber schon billig Glück auf den Vergleich. zu reduzieren... Sry So funltioniert Glück wahrhaftig nicht...
Narzissmus hat mit Glück nichts zu tun. Gerade wenn man sich daran erfreut, selber so viel besser zu sein, als andere, ist das nicht Glück, sondern eine primitive Befriedigung des eigenen Egos... Der Begriff Glück geht da weit darüber hinaus...

Wenn jemand wie Du gerade so viel Belastung erlebt - Angst vor einer Operation, mögliche gesundheitliche Folgen und Trauer - kann das sehr schwer allein zu tragen sein. Es kann hilfreich sein, mit jemandem darüber zu sprechen. Mir ist klar, dass solche Diskussionen sich in Deiner Situation vielleicht nicht passend oder sogar wie Hohn anfühlen können. Gerade in solchen Zeiten brauchen wir Menschen an unserer Seite, die uns beistehen - manchmal auch einfach nur, um da zu sein und nichts zu sagen. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und drücke Dir die Daumen, dass Deine Operationen gut verlaufen und du Dich wieder erholen kannst. Was Deine Trauer betrifft; Für mich war es irgendwann ein kleiner Trost zu merken, dass mir nahestehende Menschen, die gestorben sind, auf eine andere Weise weiter Teil meines Lebens bleiben – in Erinnerungen und im Herzen.
 
  • wunderbar
M.i.a.u.: Kevinside und sllk
  • #87
Glück ist nur eine Mindsetfrage, aber niemand braucht das Gefühl des Glücks um zufrieden zu sein.

Überhaupt sind glückliche Menschen gefährlich, da sehr anfällig für schlechte Entscheidung - Co-Faktor "Optimismus"

Stoizismus "Zufriedenheit ohne emotionales Glück"
Schopenhauer "Glück ist Abwesenheit von Leid"
Nietzsche "Skepsis gegenüber Glücksidealen"
ja genau, glück ist gefährlich.
quelle: die zwei depressivsten, hängengebliebensten philosophen deutschlands.

:mrgreen:
 
  • #88
ja genau, glück ist gefährlich.
quelle: die zwei depressivsten, hängengebliebensten philosophen deutschlands.

:mrgreen:

Interessant, dass du Nietzsche für depressiv hältst ... der war wahrscheinlich einer der lebensbejahendsten Philosophen überhaupt.

Meine Aussage war übrigens nicht "Glück sei gefährlich", sondern dass Optimismus Entscheidungsfehler begünstigen kann. Das ist ein ziemlich gut dokumentierter psychologischer Effekt.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: kleinervogel
  • #89
Interessant, dass du Nietzsche für depressiv hältst ... der war wahrscheinlich einer der lebensbejahendsten Philosophen überhaupt.

Meine Aussage war übrigens nicht "Glück sei gefährlich", sondern dass Optimismus Entscheidungsfehler begünstigen kann. Das ist ein ziemlich gut dokumentierter psychologischer Effekt.

Optimismus, Glück, Worte die alles und nichts bedeuten können.
 
  • #90
Interessant, dass du Nietzsche für depressiv hältst ... der war wahrscheinlich einer der lebensbejahendsten Philosophen überhaupt.
ich halte ihn tatsächlich für einen verkappten romantiker irgendwo, aber was einer redet und was einer lebt sind in dem fall meiner meinung nach zwei unterschiedliche paar schuhe. ich nahm ihn vor allem in späteren werken als ziemlich zerrissen und drüber wahr. für mich ist es so, dass wenn mir jemand etwas von glück erzählen will, mir diese person vor allem erstmal selbst glücklich vorkommen muss, damit ich auf die worte was geben kann.

Ohne Narzissmus, kein Fortschritt. Ist nur die Frage in welcher Ausprägung - Krankhaft können viele Charaktereigenschaften sein und gesund, obwohl sie da sind.
was meinst du damit? ich bin immer ein verfechter eines gesunden egoismus, aber NARZISSMUS? es ist hier wohl sehr abhängig davon, was man als fortschritt betrachtet, aber mein erstes gefühl dazu ist, dass narzisstische strukturen in der psyche fortschritt tendenziell eher behindern, vor allem für das gemeinwohl.
 

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