Effekt basteln

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Crash-id, 9. Februar 2006.

  1. Hallo mal wieder!

    Habe mir überlegt, um mal ein bisschen in elektronik Erfahrung zu sammeln, mir ein paar Effekte selber zu basteln. Kennt ihr Effekt/Filter-Schaltungen, die leicht zu bauen sind? Könnte mir vorstellen, dass ein Pass-filter zimlich primitiv aufgebaut ist. Bei einem Delay oder Flanger braucht man dann glaub ich schon komplexere Bauteile (Memory, Microcontroller, etc.).

    Nur um sicher zu gehen: Sehe ich das eigentlich richtig, dass Equalizer Passfilter für verschiedene Frequenzen sind und Cutoff auch eine Art Pass-Filter ist?
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

  3. Mal was grundsätzliches:

    PASS-Filter gibt es nicht.
    Wenn, dann muss da noch was vor, nämlich das, was da "pass-iert": Low-Pass (=Tiefpass), Highpass (=Hochpass), Bandpass.
    Damit sind die Frequenzen gemeint, die das Filter durchläßt, beim Lowpass also die tiefen Frequenzen, beim Highpass die hohen und ein Bandpass ist eine Kombination aus beiden, der läßt nur ein bestimmtes Frequenzband durch.
    "Cutoff" bezeichnet die Grenzfrequenz, also die Frequenz, bei der das Filter zu filtern beginnt.
    Dann gibt es noch die sog. "Steilheit" des Filters, das wird angegeben in dB/Oktave.
    Also ein Lowpass mit 24 dB/Okt und einem Cutoff von 1kHz beginnt also bei 1 kHz die darüberliegenden Frequenzen mit 24 dB pro Oktave (=Frequenzverdopplung) abzusenken.
    Dabei wird genau genommen der "Cutoff" als der Punkt bezeichnet, an dem der Level schon 3 dB abgesenkt ist.

    Da wäre noch der Q-Faktor, oder auch als Resonance bezeichnet.
    Dieses bedeutet eine Überhöhung der Cutoff-Frequenz, Synthesizer-technisch ausgedrückt, je höher der Q ist, desto schärfer klingt das Filter. Dreht man Q sehr weit auf, beginnt das Filter selber zu schwingen, es verhält sich wie ein Oszillator und produziert einen Sinus-Ton, mit der Frequenz des Cutoff.

    Als Equalizer bezeichnet man in der Regel eine Ansammlung von verschiedenen Filtern, z.B. einem Bass- und Höhen-Filter (in der Hifi-Anlage), oder er besteht z.B. aus mehreren Bändern, dann nennt man ihn grafischen Equalizer (wenn die Regler als Schieberegler ausgeführt sind, sieht man "grafisch" die Frequenzkurve"), wobei die Cutoff-Frequenz fix ist, die Anhebung (und Absenkung) sich einstellen läßt. Q-Faktor ist auch fix.
    Desweiteren gibt es parametrische Equalizer, das sind Bandpässe, bei denen sich sowohl die Cutoff-Frequenz, als auch die Anhebung (und Absenkung) dieser Frequenz einstellen läßt (semi-parametrisch) und wenn sich der Q-Faktor auch noch einstellen läßt, dann nennt man es "Vollparametrisch".
    Filterbänke (bei Modularsynths z.B.) sind auch eine Anzahl Bandpässe, plus einen Hochpass und ein Tiefpass.

    Notch-Filter ist ein inverser Bandpass, d.h. er bildet ein "Loch" im Frequenzbereich.
     
  4. auf http://www.tonepad.com gibts viele schaltungen

    da hab ich schon nen phaser und n delay gebaut...bei vielen sachen braucht man einfach nur OPVs, also kleine ICs - das ist eigentlich recht einfach zu machen...die bei tonepad haben auch alles nach schwierigkeitsstufen aufgeteile...da gibts wirklich auch ganz einfache sachen ideal zum einstieg...
     
  5. tulle

    tulle aktiviert

    Es gibt noch den Allpass... der dreht dir die Phase in einem bestimmten Bereich ohne die Amplitude zu verändern. Ist aber eher selten.
     
  6. Den Allpass hatte ich bewußt nicht erwähnt, weil er "musikalisch" halt weniger ein Filter ist, sondern, wie Du sagst, ein Phasendreher.

    In Verbindung mit LFO wird er (meist mehrere) dann zum Phasenschieber, oder musiktechnisch ausgedrückt, zum Phaser.
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

    Der Tube Screamer heisst so, weil er nen Röhrenamp "anblasen" soll ("zum schreien bringen").
     
  8. Naja, ich denke, die Intention von Ibanez war, das Zerr-verhalten eines Röhrenamps damit zu simulieren, von daher die Namensgebung.

    Im Vergleich zu den damaligen Transistor-Verzerrern (auch sehr typischer Sound, nicht unbedingt schlecht für Solo-Spiel), klingt er wirklich voller, wärmer und harmonischer.
    Mit dem Tube-Screamer gelingt auch bei Akkorden ein (leichter) Overdrive-Sound, bei den Transistor-Verzerrern kam da nur noch so 'ne Britzel-Säge raus.
     
  9. Dazu verzerrte er aber in sich schon zu viel, zum "anblasen" eignete sich ein reiner Preamp besser (damit die Röhren dann übersteuern).
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    Für cleanes anblasen nimmt man halt nen Booster. :P
     

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