Fehlende Entwicklung im Techno, House + D'n'B

danielrast schrieb:
Was ist darann denn besser/anders? Es soll wieder rhythmische Musik geben wo nicht vordergründig ein Beat rumhämmert...


AHA, jetzt hast es mit einem Satz so erklärt das ich es auch verstehe. :supi:

Danke.

Das hat aber Techno, House und Konsorten nicht viel zu tun.

Wenn ihr die Drums in den Hintergrund, als rein unterstützendes Element stellt müsst ihr dem Rest der Musik automatisch ne gewisse "Klanggröße" geben. Desweiteren müsst ihr allen Elementen ne Musikalität geben die elektronisch erzeugte Klangelemente in den seltensten Fällen haben. Vieleicht ein möglicher Grund warum hier immer wieder Rhythmus im Vordergrund steht.

Versuch doch mal so ein Feeling in die Mucke zu bringen.
Um klein anzufangen kann man sich da ja eher mal auf das Niveau eines Klavierstückes bewegen.



Viel Spass :supi:
 
trigger schrieb:
aber egal. keine lust zu zicken. ich glaube irgendwie nicht daran das man sich noch ernsthaft über das thema unterhalten kann.
die nerven liegen wohl blank und man läuft gehfahr unterstellt zu bekommen man sei ein provokateur.

ne... jetzt fängts erst an interessant zu werden... bei gewissen diskussion muss halt vorher erstmal herzhaft von allen seiten amok gelaufen werden... damit das adrenalin weg ist, das ego aufgibt und der penis sich wieder in der hose versteckt. das ist vollkommen natürlich und menschlich. desweiteren sorgt es bei menschen von meinem schlag, für unterhaltung und kurzweil. :mrgreen: :supi:

in ner community passiert das alle paar wochen und monate mal, je nach dem wie groß sie ist auch häufiger. manchmal auch grundlos. das ist völlig normal. steht einfach drüber.

trigger schrieb:
naja, ob der rhythmus nun vordergründig oder eher im backround stattfindet, ist ja nun nichts revolutionäres. aber musik machen muss ja nich timmer revolutionäres hervorbringen. innovativ usw.

eigentlich hat in der elektronischen musik 99.9% dessen was keine drums im vordergrund oder wenigstens ausgewogen intergriert hat den schubladen titel ambient. wenns da irgentwie nicht reinpasst, sagt man halt experimental... problem des ganzen:

da ist meist kein rhythmus drin. aus dem grund find ich das jetzt doch wieder recht spannend.

hat aber wie gesagt nichts mit techno und konsorten zu tun.
 
Bez. vorne hinten, oder auch Positionierung und Präsentation:

Was sich klanglich vorne oder hinten abspielt, bestimmt man doch vor allem im Mix, zumindest geht/ging mir das so, denn ich kann ja schon nur über die Lautstärke jedes der beteiligten Signale/Klänge dem Hörer entsprechend präsentieren. Klar, dazu gehört noch entsprechendes EQ-ing und Rauminformationen, aber deshalb meine ich ja auch das man das eher im Mix macht und so den Fokus des Hörers auch entsprechend lenkt. Halte das also eher für eine Frage des wie präsentiere ich etwas und wann.
 
Also für mich hat es immer bereichernd gewirkt, wenn mir ein Stil öde wurde. Denn damit werden ja Kapazitäten frei, sich ganz anderer Musik zu widmen. So konnte ich mich im letzten Jahrzehnt ausgiebig Klassik und Jazz zuwenden und trotzdem mit elektronischer Clubmusik aller Couleur auf dem Laufenden bleiben. Und es findet sich ja stets mehr als genug spannende tanzbare elektronische Musik jenseits der DJ-Formatmusik, als dass man jemals gelangweilt rumsitzen müßte.
Also die Entwicklungen sind ja da, nur eben von diversen Individualisten und nicht von einer (Clubmusik-)Szene unter einem Banner bzw. Schlagwort repräsentiert.
 
danielrast schrieb:
Einfach gesagt, warum ne 8tel HiHat und nicht z.B. nen 8tel Pizzicato oder Flöten (ähnlicher) Klang benutzen? Man könnte diesen dann auch melodisch/harmonisch varierien. Warum Snaredrums/Claps auf der 2 und 4, könnte man dass nicht auch anders lösen? Die Snaredrums/Claps könnte man wieder woanders zur Auflockerung verwenden...

Lustig, genau das gleiche hat Theo Parrish vor ein einigen Jahren in der Groove erzählt. Brüder im Geiste.
 
cxs schrieb:
danielrast schrieb:
Einfach gesagt, warum ne 8tel HiHat und nicht z.B. nen 8tel Pizzicato oder Flöten (ähnlicher) Klang benutzen? Man könnte diesen dann auch melodisch/harmonisch varierien. Warum Snaredrums/Claps auf der 2 und 4, könnte man dass nicht auch anders lösen? Die Snaredrums/Claps könnte man wieder woanders zur Auflockerung verwenden...

Lustig, genau das gleiche hat Theo Parrish vor ein einigen Jahren in der Groove erzählt. Brüder im Geiste.


Und?Hat er das mal gemacht?Nicht das ich wüsste oder doch?Am Ende heisst es dann doch wieder"it`s all about money"und man geht den sicheren Weg ;-)
 
Moogulator schrieb:
Huhu :nihao:
Psychotronic hat mich hergeführt... da ich mit dem Thema hier früher schon immer haderte ;-)
Weiter dazu:

Ein wesentlicher Hemmschuh der Entwicklung ist das Strukturierungsmittel Loop.
Es hat die gesamte elektronische Musik bisher derart dominiert und damit eben einseitig einen riesen Anteil der Musik auf die Charakteristik von Loopmusik eingeschnürt.
Der natürliche Weg gegen diese Ermüdung ist also aufzuhören, Patterns hintereinander zu kopieren bzw. ein einmal programmiertes Pattern mehrfach abzuspielen... sondern etwas für Musikmachen eigentlich ohnehin Näherliegendes zu machen:
Jede einzelne im Track vorkommende Note für sich verhandeln und manuell setzen. Nicht den Track durch ein anfänglich gefundenes Pattern in die Zukunft hinein durchrastern lassen. Dann merkt man erst, was für riesige Krücken Loops sind, wie sie den Weg eines Tracks Vorausplanieren und Möglichkeiten massiv dezimieren.

Meine Erfahrung, wenn man erst mal stundenlang in diesem Modus arbeitet:
Greift man dann doch mal auf Wiederholung von Motiven zurück, wirkt dies inmitten der ständigen Schöpfung plötzlich arm, bzw. einfach redundant. Die Wiederholung wird dann unpassend und zum Störfaktor.

Der letzte Track in meinem myspace-Player, "Schwindel", ist eine Studie in dieser Richtung auf rein melodischer Ebene.
Es ist ein beständiges Fortschreiten in einer bestimmten Stimmung und in bestimmten Tonarten (soweit die formgebende Einschränkung) - aber quasi ohne sich genau daran zu erinnern, was bereits gespielt wurde.
Es ging darum herauszufinden, wie weit man Zusammenhalt erreichen kann in Musik, die soweit es geht im augenblicklichen JETZT geschöpft wird, ohne Rückgriff auf in der Vergangenheit bereits Gespieltes, also ohne dass die Vergangenheit auch großen Einfluß auf die Zukunft hat.

Das Fazit mag sein, dass die Konstanten "Stimmung" und "Tonarten" noch nicht ausreichen, um ein darauf fussendes Musikstück als Einheit aufzufassen. Sie lassen noch zuviele Freiheiten.
Spannend ist es nun, die "zu großen" Freiheiten wieder sukzessive einzuschränken, auf den Loop zuzugehen, bis die Wahrnehmung eines Stücks als Einheit erreicht ist, aber ohne dabei wieder bei Loop-Strukturen anzukommen.
 
Da sagste was. Diese ständige Wiederholung und so ist sicher auch ein Stilmittel, aber sie brachte auch andere Dinge wie Construction Sets, Leute die sich eine Industrial Sample-CD kaufen (oder später ne Clicks n Cuts, Glitch, DnB oder wasauchimmer-Sample-CD) oder sich Sounds kaufen, die so sind. Das ist also einfach geworden und die Instrumente dazu kann man sich für billig runterladen. Musik allgemein ist ohnehin anders heute im Wert. Man sieht, dass die einst mächtige MI faktisch heute als Papiertiger gelandet ist und Elektronik heute Alltag ist, daher können die einfachen Dinge zwar noch laufen, aber müssen ansich schon sehr viel mehr und musikalischer sein. Naja, sie sollten es ansich - bevor man das auf die Menschheit loslässt. Selbst, wenn das eh free ist oder so.

Der Aufwand ist eben doch da und auch heute merkt man, wenn etwas einfach nur so hingebastelt ist oder nicht. Aber man kann auch was hinbekommen, was schon nett klingt. Das alles bringt eben diese Probleme und auch ziemlich langweilige Sachen, besonders wenn man sich an irgendwelche Genres hält und die vielen Baupläne, wie man einen "Clubtrack baut" und all das. Wenig Mut, eher Reproduktion und "produzieren" und mastern ist ja wichtig. ;-)

Und Zeit nehmen für Musik, zuhören und so und die Aufmerksamkeitszeitfenster werden immer kleiner und kürzer. Dabei hätte man jetzt mehr. Bessere Qualität, bessere Musik und mehr Auswahl und man kann mehr wegpacken oder nicht beachten. Also die Terabyte-Festplatte und die tollen Gears stehen dem Willen, was in ein paar Minuten zusammenzufummeln. Wieso anstrengen? Der Loop klingt doch geil? Dazu noch fette Bassdrum (in den Kreisen wohl Basedrum) ;-)

Aber: Das alles hat ja auch sehr viele Chancen. Man kann viel mehr machen. Es gibt viele Wege, Kanäle und wir bestehen nicht mehr nur aus Ohren. Heute macht man eigentlich oft nicht nur Musiker. Man macht eine Performance, ein Video, eine zusammengehörige Sache. Sofern man eben nicht zu diesen "keine Zeit" Leuten gehört. Man kann so geil live spielen, richtig msuikalisch. Die Maschinen sind da und waren nie besser, kleiner und flexibler. Ob man damit unbedingt 909-Loops abspielen muss, mag dahingestellt sein.

4/4tel ist halt so ein bisschen Funktionstanzalgorithmik. Aber tanzen kann man zu vielem. Ich komme jedenfalls aus einer Szene, in der man faktisch alles tanzen konnte. Ist alles also eine Frage dessen, was du willst. Deshalb mache ich auch lieber meinen oberbergisch-rheinischen Zwangskubismus als irgendwelchen Techno und nichts klingt gleich. Kein Konzert muss gleich sein, theoretisch könnte man auch fast jedem User einen eigenen Mix machen. Oder ihm ein Stück des aktiven Musikmachens überlassen. Multimedial und so weiter.

Loops sind halt auch für die, denen es nicht schnell genug geht. Und Readymade. Wer's mag. Ich geh da meist gar nicht hin. Ich hab so viel, was ich mir ansehen kann. Und damit kann man auch sich die richtige Atmo suchen. Und auch Mitmusiker oder so.
 
Morgen schrieb:
Ein wesentlicher Hemmschuh der Entwicklung ist das Strukturierungsmittel Loop.

Es hat die gesamte elektronische Musik bisher derart dominiert und damit eben einseitig einen riesen Anteil der Musik auf die Charakteristik von Loopmusik eingeschnürt.
Der natürliche Weg gegen diese Ermüdung ist also aufzuhören, Patterns hintereinander zu kopieren bzw. ein einmal programmiertes Pattern mehrfach abzuspielen... sondern etwas für Musikmachen eigentlich ohnehin Näherliegendes zu machen:
Jede einzelne im Track vorkommende Note für sich verhandeln und manuell setzen. Nicht den Track durch ein anfänglich gefundenes Pattern in die Zukunft hinein durchrastern lassen. Dann merkt man erst, was für riesige Krücken Loops sind, wie sie den Weg eines Tracks Vorausplanieren und Möglichkeiten massiv dezimieren.

Meine Erfahrung, wenn man erst mal stundenlang in diesem Modus arbeitet:
Greift man dann doch mal auf Wiederholung von Motiven zurück, wirkt dies inmitten der ständigen Schöpfung plötzlich arm, bzw. einfach redundant. Die Wiederholung wird dann unpassend und zum Störfaktor.

arrrrgh! *g* du erinnerst mich mal wieder daran das ich meinen neuen sampler endlich mal fertig implementieren sollte und auch daran das das brainstorming für ihn noch nicht abgeschlossen ist.

Morgen schrieb:
Spannend ist es nun, die "zu großen" Freiheiten wieder sukzessive einzuschränken, auf den Loop zuzugehen, bis die Wahrnehmung eines Stücks als Einheit erreicht ist, aber ohne dabei wieder bei Loop-Strukturen anzukommen.

genau hier wird es spannend, also brainstorme ich mal:

wie damals schonmal angesprochen, ist das als live musiker ein wenig anders. entweder man trennt sich vom sampler als instrument und lernt geige oder sowas und spielt nur noch solos, oder man wird erfinderisch.

als live musiker hinter eletronischen geräten ist man kein komponist, sondern ein dirigent der vorhandene stimmungen und unterbewusstes oder geübtes direkt in die machinen dirigieren muss. auf unterster ebene ist dort immer ein loop. über ihm kann live automation ihn selbst dann wieder abschaffen. also ein metaloop sozusagen.

das ist aber nicht der ansatz der mir vorschwebt:
mir ging es bei meinen bisherigen reaktor sampler implementationen in erster linie um metamanipulierbarkeit(ebene 2) da wo sonst automation ist, soll nicht mehr "meta loop recording und dann laufen lassen" hin. dort muss eine neue "dirigenten stock" - sprache hin, die ich durch meine midi controller dann sprechen kann.

nochmal von anfang:
1. ich möchte sequencen in einen sampler hängen(gerne auch lange loops) und diese dann über sequencing programmiert als basis stück komponieren(das mach ich zuhause, da darf ich komponist sein). auf der basis steht am anfang immer ein programm(komposition), welches ich erstelle...

2. sobald ich damit fertig bin, nehm ich meinen dirigenten stock in die hand(midi controller), drück an meinem fieldrecorder auf record und fange an zu spielen.

3. was ich spiele ist die manipulation des original programms. ich möchte diesen zustand verändern und über das stück hinweg entwickeln. ich spiele zustandsveränderungen, ich meta sequence sozusagen und diese meta sequence muss meine funktion(stimmung gefühl, storyline, environment) transportieren können. dadurch entsteht das eigentliche stück zum schluss.

genau da liegt die schwierigkeit, denn die versuchung ist groß, wenn die büchse der randora(randomizer) zu greifen nah ist... " *click* mach du mal randomizer, ich geh mal noch bier holen und dann aufs klo." :mrgreen:


was ich mich grad frage:

kommt man von der seite aufgezäumt zum selben ergebnis, wie von deiner seite aus, wo du die absolute freiheit der komposition sukzessive einschränkst, um deinerseits wieder funktion zu implementieren.

sorry für das programmierer-deutsch... bin fachidiot :mrgreen: :supi:
 
Psychotronic schrieb:
als live musiker hinter eletronischen geräten ist man kein komponist, sondern ein dirigent der vorhandene stimmungen und unterbewusstes oder geübtes direkt in die machinen dirigieren muss. auf unterster ebene ist dort immer ein loop. über ihm kann live automation ihn selbst dann wieder abschaffen. also ein metaloop sozusagen.

Conductor-Philosophy (engl.) ist in Amerika die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Grundeinstellung von Komponisten gegenüber elektronischen Speicher- und Steuereinheiten. Diese Grundhaltung wird von ihnen nicht wie das Verhältnis Spieler-Instrument, sondern eher als Beziehung Dirigent (engl. conductor) -Orchester verstanden: Denn Hybride Systeme, deren Konzeption mit dem Wort "C.-Ph." charakterisiert wird, können Funktionen der Speicherung ("Partitur"), deren spätere Beeinflussung ("Interpretation") und wiederum deren Speicherung ("Reproduktion") ausführen.
Max V. Mathews, der zusammen mit John R. Pierce in den Bell Telephone Laboratories praktikable "Computer Sound Synthesis Programs" (Computerprogramme zur Klangerzeugung) entwickelt hat, beschreibt seine der C.-Ph. zugrunde liegenden Vorstellungen der Arbeit mit Computern: "Der Dirigent spielt nicht persönlich jede Note einer Partitur, vielmehr beeinflusst (und kontrolliert er hoffentlich) die Art, in der die Instrumentalisten die Noten spielen. Der Computer-Ausführende sollte nicht versuchen, den gesamten Klang in Realzeit zu definieren. Vielmehr sollte der Computer eine Partitur enthalten, und der Ausführende sollte die Art beeinflussen, in welcher die Partitur gespielt wird. Seine Einflussnahme kann viel mannigfaltiger sein als jene des konventionellen Orchesterdirigenten, der in erster Linie Tempo, Lautheit und Stil kontrolliert. Er kann z.B. eine zusätzliche Stimme nach eigenem Ermessen einführen oder Bestandteile einer Stimme wie etwa deren Tonhöhen, während der Computer den Rhythmus liefert ...
Der Computer sollte mehr tun als nur dem Dirigenten folgen, er sollte sich auch aller Anweisungen des Dirigenten erinnern, so dass eine einmal erreichte gewünschte Aufführungsart repetiert werden kann. Darüber hinaus sollte er dem Dirigenten erlauben, jeden Teil seiner Interpretation oder der Partitur zu ändern".
Aus diesen Forderungen an den Computer lassen sich neue Zusammenhänge von Komposition, Interpretation, vor allem aber Improvisation entwickeln. Einige Institute in Amerika arbeiten äußerst aktiv auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet.

Aus "Das Lexikon der elektronischen Musik"
Herbert Eimert, Hans-Ulrich Humpert
Bosse Verlag Regensburg 1973
 
Morgen schrieb:
Ein wesentlicher Hemmschuh der Entwicklung ist das Strukturierungsmittel Loop.
Es hat die gesamte elektronische Musik bisher derart dominiert und damit eben einseitig einen riesen Anteil der Musik auf die Charakteristik von Loopmusik eingeschnürt.
Der natürliche Weg gegen diese Ermüdung ist also aufzuhören, Patterns hintereinander zu kopieren bzw. ein einmal programmiertes Pattern mehrfach abzuspielen... sondern etwas für Musikmachen eigentlich ohnehin Näherliegendes zu machen:
Jede einzelne im Track vorkommende Note für sich verhandeln und manuell setzen. Nicht den Track durch ein anfänglich gefundenes Pattern in die Zukunft hinein durchrastern lassen. Dann merkt man erst, was für riesige Krücken Loops sind, wie sie den Weg eines Tracks Vorausplanieren und Möglichkeiten massiv dezimieren.
Schön! Das war der eigentliche Sinn des Threads, dass jeder mal seine Ideen einwirft wie es weitergehen könnte. Es gibt ja zum Glück nicht nur einen Weg, sonst wäre es auch wieder langweilig. :)

Das Prinzip hat ein bisschen was von der schönbergschen Dodekaphonie, ist rhythmisch auch sehr frei...

Morgen schrieb:
Der letzte Track in meinem myspace-Player, "Schwindel", ist eine Studie in dieser Richtung auf rein melodischer Ebene.
Hör ich mir gleich mal an...
 
psycho,
ich tue mich halt schwer damit, die Kontrolle tragender Elemente an Algorithmen abzugeben.
Für Atmo-Layer, Intermezzi und Effekte ist das ok, aber wenn es um das melodische, harmonische und rhythmische Zusammenwirken diskreter Noten geht, will ich mir die Schöpfung nicht abnehmen lassen.

Daher gäbs für mich "live" nur entweder als DJ oder eben wirklich weitgehend live, z.B. als Trio mit Keys, Bass, Beats...wie das Trio "Aufgang" (2 Pianos/Synths + Drums):
www.youtube.com/watch?v=hLBeu0fvDDM
www.youtube.com/watch?v=Qv_zsxoqLX0
 
mit dem YoutubeURL Tag kannst du deine Links in Player verwandeln


Und einen Unterschied DJ zu Live gibt es schon und auch den zwischen Funktionsmusik (tanzen für Tanzclubs im Sinne von jetzt und Rückblick auf die "Techno"-Bewegung) und Konzerten, wo aber auch getanzt werden kann.

Schau mal den Thread "konzertant vs. clubbig" an, da ist das auch irgendwo drin, hier vielleicht fast sogar klarer und genauer.
 
Morgen schrieb:
psycho,
ich tue mich halt schwer damit, die Kontrolle tragender Elemente an Algorithmen abzugeben.
Für Atmo-Layer, Intermezzi und Effekte ist das ok, aber wenn es um das melodische, harmonische und rhythmische Zusammenwirken diskreter Noten geht, will ich mir die Schöpfung nicht abnehmen lassen.

Daher gäbs für mich "live" nur entweder als DJ oder eben wirklich weitgehend live, z.B. als Trio mit Keys, Bass, Beats...wie das Trio "Aufgang" (2 Pianos/Synths + Drums):
http://www.youtube.com/watch?v=hLBeu0fvDDM
http://www.youtube.com/watch?v=Qv_zsxoqLX0

ich kann den wunsch nachvollziehen. deshalb packe ich bei jams ja auch meinen sampler weg und häng mir was simples direkt spielbares auf die controller. Gruppendynamik ist ein äußerst spannender Faktor. Aber leider nützt mir das aufgrund meiner beruflichen präferenzen wenig, die paar mal im Jahr wo ich zum jammen komme, sind zu wenig um damit was eigenständiges auf Bühne zu stellen, oder hier und da mal nen Track ins netz zu stellen... wobei es dort auch immer mal spannende momente gibt:


 
moogu,
in den Unterschieden DJ/Club-Act/Konzert-Act sind wir uns schon einig.
Mit "live" in Anführungsstrichen hatte ich lax ganz allgemein Auftreten gemeint, inkl. DJing.
Mir ging's nur darum, dass für mich nur entweder DJing oder weitgehende Live-Notenkontrolle in Frage kommt.

(Ich mag die Einbettung von Videos in Threads nicht so, möchte selbst entscheiden, ob ich eins öffne oder nicht.. daher poste ich auch nur Links.)

psycho,
am Zeitfaktor des "Jammens mit Notenkontrolle" würde es ja vielleicht gar nicht mal scheitern, das Implementieren Deines Live-Tools kostet ja auch Zeit ;-)
Aber klar natürlich, dass es auch neckisch sein kann, mit so einem halbautomatischen Tool autark was live machen zu können.
 
Psychotronic schrieb:
danielrast schrieb:
Was ist darann denn besser/anders? Es soll wieder rhythmische Musik geben wo nicht vordergründig ein Beat rumhämmert...


AHA, jetzt hast es mit einem Satz so erklärt das ich es auch verstehe. :supi:

Danke.

Das hat aber Techno, House und Konsorten nicht viel zu tun.
Wieso eigentlich nicht? Das gibt es im House/Techno doch auch das Einflüsse verarbeitet werden, wieso sollte man keine Musik machen können die vom Gefühl her Techno/House entspricht aber kein Techno/House ist? Man muss (sollte) Dinge ja nicht 1:1 übersetzen, nach dem Motto das hier soll der Ersatz für die Bassdrum darstellen... :)
 
Ja, das ist doch großartig!!!

: Mit einem Techno/House-Feeling was ganz anderes probieren!

peter
 
danielrast schrieb:
Schön! Das war der eigentliche Sinn des Threads, dass jeder mal seine Ideen einwirft wie es weitergehen könnte.

Die Heimorgelartistenmentalität von 1980 ist auch 2010 still alive, diesmal mit Loopware+Groovemaschine verkleidet.

carolsinpub.jpg


Insofern sind heute manche Leute konservativer, als ihnen das bewusst ist. Aber immerhin genauso übefaul, uninspiriert und lieblos bei der Sache. Samt einem gelegentlich völlig überzogenen Selbstbild.

Gegenmittel sind allesamt und jedem bekannt. Konsequent zu sein ist allerdings immer noch die schwierigste Übung. Eine bewährte Hilfe ist das Tieferlegen des selbstdefinierten Anspruchs. Hausmusik oder auch ganz alleine ist genausowenig ein Makel wie sich in die Fußgängerzone stellen und damit einem ziemlich ehrlichen Publikum direkt aussetzen. Wer nach einer Stunde Musikmachen glücklich ist, hat was Sinnvolles getan.

"Musik im besten Sinne bedarf weniger der Neuheit, ja vielmehr je älter sie ist, je gewohnter man sie ist, desto mehr wirkt sie." [Goethe]

Sich damit anzufreunden, dass die eigenen musikalischen Vorlieben sich nicht mit denen der übrigen knapp 7 oder 8 Milliarden Leute decken, ist immer ein guter Anfang.

musicsucks.jpg


Stildefinition ist btw eine hübsche Methode, sich abzugrenzen. Nö, bin doch im Leben kein Country, ich mach Western, stupid! Und wer der ewigen Dödelfrage: Was machsten eigentlich für Musik? partout nicht widerstehen kann, der erfindet schnell eine neue Gattung und erscheint dadurch auch sehr intellektuell oder wenigstens innovativ. Dass das nur Etikett ist und in der Flasche der gleiche Fusel ist wie vorher, das merkt ja auch nicht unbedingt jeder gleich.

D'n'B war u.U. ein Joke, den lediglich jemand nicht verstanden hat. Der Rest ist Eigendynamik :)

Und wenn einem auf die bewegenden Fragen der Musikwelt mal keine gescheite Antwort einfällt, dann geht immer shut up and play.

Frohe Ostern!
 
peter uertz schrieb:
Ja, das ist doch großartig!!!

: Mit einem Techno/House-Feeling was ganz anderes probieren!

peter

erklärt mir doch einer mal was techno/house feeling ist und wie man da andere musik drunter packen kann... verstehe ich nicht.
 
Funktion: Tanzen, aber so. dass es unmissverständlich ist. Daher werden weitgehend immer noch gern die 4/4 Bassdrums verwendet. Sonst "hat das ja keinen Takt" (so erklärte mir das mal hier und da jemand).
 


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