Frühe BAP Synth-Soli

bohor

bohor

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Off-topic: Für den Kölner ist durchaus hörbar, dass Niedecken nicht aus Köln kommt, sondern aus Düren.
 
Tom Noise

Tom Noise

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Interessant. Ich verstehe beides nicht, egal ob Dürener oder Kölner Kölsch :D
 
virtualant

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Absolut. Das war eine der wenigen deutschen Bands, die damals auf internationalem Niveau gespielt haben. Das rockte einfach, war kein simpler Schlager, groovte gut und war schön transparent arrangiert.
Dazu haben sie auf Kölsch gesungen und trotzdem klang es nicht nach Karneval. Geniale Band.
zusammen mit Spliff und Fehlfarben in der Tat eine der Top Acts Anfang der 80er.
Wobei BAP wohl die sind, die am meisten noch mit den 70er Rock verwurzelt waren.
Also sie waren nicht so experimentierfreudig wie Spliff und nicht so punkig wie Fehlfarben.
 
virtualant

virtualant

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ich fand BAP in meiner Teenie Zeit besser als später als Jugendlicher. In meiner Teeniezeit war ich mehr noch auf 70er, dann so mit 18, grosser Wechsel, mehr auf Fehlfarben, Bauhaus, The Cure, Killing Joke etc.
Ändert nichts dran dass einige Stücke von BAP mir auch heute noch/wieder gut gefallen.
 
Tom Noise

Tom Noise

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zusammen mit Spliff und Fehlfarben in der Tat eine der Top Acts Anfang der 80er.
Wobei BAP wohl die sind, die am meisten noch mit den 70er Rock verwurzelt waren.
Also sie waren nicht so experimentierfreudig wie Spliff und nicht so punkig wie Fehlfarben.
Ja, da war alles noch ein bisschen Bunter in der Szene. Fehlfarben, auch so eine Hammerband.
 
lambik

lambik

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Off-topic: Für den Kölner ist durchaus hörbar, dass Niedecken nicht aus Köln kommt, sondern aus Düren.
Off-topic: Deswegen beschreibt er auch im ersten Kapitel seines Buches „Auskunft“ seine Kindheit in der Südstadt. Der SPD-Lauterbach kommt aus Düren, auch wenn er keinen Dialekt spricht.
 
G

Gisel1990

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BAP waren schon tolle Musiker. In meine persönliche All-Time-Playlist hat es zwar nur "Bunte Trümmer" von denen geschafft (immerhin), aber ich sehe durchaus die große musikalische und klangtechnische Qualität dieser Band !
 
qwave

qwave

KnopfVerDreher
BAP habe ich irgendwann in den Achtzigern mit meinem Bruder in einer nicht ganz so großen Halle in Wiesbaden gesehen. Da war ein Moog Prodigy noch mit auf der Bühne. Hatte damals schon selber so einen.

Eine Platte oder später eine CD habe ich nie besessen. Auch jetzt nichts von denen auf dem Rechner. Aber ab und zu mal im Radio zu hören ist immer wieder nett.
 
Jörg

Jörg

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Bei uns war Kölsch oder andere ripuarische Varianten Ende der Siebziger /Anfang der Achtziger keine Umgangssprache, sondern etwas, was nur noch stark im Karneval (Kölscher Fasteleer, Tataa Tataaa) und Büttenreden verhaftet war oder wo man im schlimmsten Fall als sozial minderbemittelt angesehen wurde, wenn man es noch sprach.
So war das in meinem jugendlichen Umfeld (aufgewachsen zwischen D-Dorf und Köln) auch. Die Sprache der Dorfdeppen.
Ungerecht, ich weiß. Aber ich kann mich da bis heute nicht von frei machen.

BAP kam noch erschwerend hinzu. Das klang schon Anfang/Mitte der 80er für mich total altmodisch. Ich stand auf Synth Pop und die sangen über die Kristallnacht. Meine Güte. Musik für Studienräte.

Nicht hauen, ist nur ne Anekdote von FRÜHER. :mrgreen:
 
virtualant

virtualant

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wow... leider nie live gesehen. Auch bei Spliff war einer dabei den ich besondern cool fand, also die waren alle cool, aber vor allem der Manni Manfred Praeker, den fand ich klasse auf Fotos.
Ich wollt auch so cool sein, diese Vorbilder (inkl. David Gilmour von Pink Floyd aus der 'Ummagumma' bis 'Wish you were here' Zeit), alle mit längeren bis langen Haaren, das wollte ich auch. Das habe ich dann so ab 17 (1984) auch umgesetzt, zum Entsetzen meiner Eltern. Mit 18 Mitte der 80er hatte ich ne 70er Matte, ich sah also eher wie so ein Neo-Hippie aus, war aber auch irgendwie punkig drauf.
lange her...
 
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Moogulator

Moogulator

Admin
So war das in meinem jugendlichen Umfeld (aufgewachsen zwischen D-Dorf und Köln) auch. Die Sprache der Dorfdeppen.
Ungerecht, ich weiß. Aber ich kann mich da bis heute nicht von frei machen.

BAP kam noch erschwerend hinzu. Das klang schon Anfang/Mitte der 80er für mich total altmodisch. Ich stand auf Synth Pop und die sangen über die Kristallnacht. Meine Güte. Musik für Studienräte.

Nicht hauen, ist nur ne Anekdote von FRÜHER. :mrgreen:
Ich glaube, wenn ich hier schriebe, wie ich das empfand, würde ich hier sicher gesteinigt. Inkl dem Wort "Solo". Aber niemand inkl mir selbst ist hier um Leuten etwas zu vermiesen -

*von denen hängt hier seit 1 Jahr in der Unterführung eine Werbung, obwohl Kultur seit geben dieser Zeit nicht mehr statt findet.
 
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micromoog

micromoog

Rhabarber Barbara
solche Anekdoten sind doch herrlich, das Leben geht bei allen weiter...aber so mal in Erinnerungen schwelgen ist doch schön.

War damals 14, mein Bruder 15, Taxi Papa+Mama haben uns hingefahren und sind in Freiburg ins Theater an dem Abend, auf der Rückfahrt haben wir sie dann wieder mit Spliff geqäult :)
 
serge

serge

*****
Musicland in der Nordmannpassage?
Nein, das war nicht in Hannover, sondern in Celle.

Ich wohnte damals in einem kleinen Dorf auf dem Land, die Fahrt im Schulbus dauerte eine Dreiviertelstunde, und musste daher die Zeit zwischen Schulschluß und dem wöchentlichen Klavierunterricht irgendwie sinnvoll totschlagen (was wohl ein Widerspruch ist). Also ab in den Plattenladen in der Borchers-Passage. Neben dem Üblichen wie JMJ, TD und KS stolperte ich da auch über so was wie ACI und den 1. Futurologischen Congress. Dazu mümmelte ich verstohlen einen Nougatring, den ich vorher schräg gegenüber beim "Café Möse" gekauft hatte. Hieß nicht wirklich so, aber der Besitzer war nun mal mit diesem Nachnamen geschlagen, und das blieb in der kleinen Stadt natürlich nicht lang verborgen.

Jarres "Concerts in China" kann ich heute noch nicht hören, ohne an den Geschmack von…aber lassen wir das.
 
Horn

Horn

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Mit Spliff kann ich dann doch schon was mehr anfangen ;-)
Die fand ich doof. Auf die trifft die Aussage von @Jörg "Musik für Studienräte" m. E. viel eher zu als auf BAP. Bemüht pfiffig und "experimentell" - aber na ja. @Moogulator hat was Wichtiges gesagt: Wozu jemandem irgend etwas mies machen oder verderben?

Was mir noch in den Sinn kommt, wenn ich mich so zurück erinnere, ist, dass ich BAP auch als Teil einer gewissen politischen Bewegung wahrgenommen habe - gegen die AKWs, gegen Wackersdorf, gegen das Spießertum im Allgemeinen ("Ne schöne Jrooß"), gegen Nazis - insofern ist "Kristallnaach" heute ja aktueller fast als damals, denn es ging darin ja nicht um die historische Pogromnacht, sondern um den alltäglichen, heutigen Rechtsradikalismus - beschämend, erschreckend, aber wahr.
 
virtualant

virtualant

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@serge : die Verbindung zwischen Schuhstraße und Neue Straße? War so ne Unterführung. Gibt es die Verbindung überhaupt noch? google maps zeigt mir jedenfalls nichts an.
ich kann mich auch sehr gut an diesen Plattenladen erinnern.
mann, ich vergess immer wieder nach ein paar Jahren wer hier alles sogar aus Celle kommt.
 
Jörg

Jörg

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Was ein paar Jahre für einen Unterschied machen können.
Ich fand den Betroffenheits-Rock von BAP extrem spießig. Das waren Leute wie die älteren Geschwister, die BAP hörten. :lol:
Mir fällt auch gerade ein, das Thema hatten wir hier schon mal. :lol:

In der Retrospektive ist das alles lustig. Die eigene Jugend war doch keine schlechte Zeit. :mrgreen:
 
micromoog

micromoog

Rhabarber Barbara
Es war noch kalter Krieg, als Teenie ist man natürlich auf die Inhalte bei BAP angesprungen.

War jedoch absoluter Spliff-Fan, da damals schon sehr Synth-Affin. Auch gut bei Spliff, dass es dort nicht nur bzw. eigentlich gar nicht um die „böse Welt“ ging.
 
virtualant

virtualant

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das kann man BAP wohl ankreiden, dass sie so Betroffenheitsrock gemacht haben, irgendwo zwischen Ton Steine Scherben und dem nächsten Ökoladen bzw. der nächsten Oster-Friedensdemo hängengeblieben.
Da waren Spliff wesentlich innovativer und auch humorvoller, Spliff als "Musik für Studienräte" zu bezeichen halte ich für völlig falsch.
 
RetroSound

RetroSound

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Mochte BAP, Spliff und New Wave. Einfach alles.

Dafür mochte ich nicht Karat und Silly. Eigentlich alles was aus dem Osten kam. Das war so uncool.

Heute mag ich das auch noch. Es war gar nicht so uncool. 😆

Scheisse, ich mag alles. Was sagt das aus?
Genau. 🙌😁


Reinhold Heil schrieb mich vor Kurzem über Instagram an. Es ging um den OBXa. Wir haben ne Weile rumgeplaudert. Das war sehr interessant und lustig. Er bedauert heute den OB und den Jupi8 verkauft zu haben. Irgendwie so menschlich und sympathisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
micromoog

micromoog

Rhabarber Barbara
Cool, mit Curt Cress am Schlagzeug. Den hatte ich bei Spliff gar nicht auf dem Schirm, aber gerade mal bei Wikipedia nachgeschaut.

25 DM, das waren noch Preise.

Curt Cress war ja nur dabei weil sich Herwig im Schwerpunkt auf das Singen konzentrierte. Unvergesslich die Step-Tanz Einlage auf einem Flightcasedeckel der in drei Teilen mit Abnehmern für die Simmons Drums ausgestattet war, ebenso das obligatorische „Drum-Battle“ Herwig vs. Curt, garniert mit einem Fairlight-Samplefeuerwerk a la typisch „Reinhold“.

Schade, dass es hier öffentlich keine Videodokumente gibt.
 
virtualant

virtualant

eigener Benutzertitel
Die fand ich doof. Auf die trifft die Aussage von @Jörg "Musik für Studienräte" m. E. viel eher zu als auf BAP. Bemüht pfiffig und "experimentell" - aber na ja. @Moogulator hat was Wichtiges gesagt: Wozu jemandem irgend etwas mies machen oder verderben?

Was mir noch in den Sinn kommt, wenn ich mich so zurück erinnere, ist, dass ich BAP auch als Teil einer gewissen politischen Bewegung wahrgenommen habe - gegen die AKWs, gegen Wackersdorf, gegen das Spießertum im Allgemeinen ("Ne schöne Jrooß"), gegen Nazis - insofern ist "Kristallnaach" heute ja aktueller fast als damals, denn es ging darin ja nicht um die historische Pogromnacht, sondern um den alltäglichen, heutigen Rechtsradikalismus - beschämend, erschreckend, aber wahr.
wirklich interessantes Thema. Man könnte auch den Gedanken nachgehen inwieweit Spliff sogar noch viel weniger spiessig waren als BAP, indem sie eben nicht im gängigen Sinne politisch waren, eher so zwischen den Zeilen, immer mit einem Schalk im Nacken. Oder inwieweit BAP spiessiger waren als Spliff weil BAP sich so dermaßen positionieren mussten.
Ändert nichts an dem tollen Song "Kristallnaach" und daß BAP für viele Jugendliche in der ersten Hälfte der 80er eine grosse Bedeutung hatten.
 
moogist

moogist

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Was mir noch in den Sinn kommt, wenn ich mich so zurück erinnere, ist, dass ich BAP auch als Teil einer gewissen politischen Bewegung wahrgenommen habe - gegen die AKWs, gegen Wackersdorf, gegen das Spießertum im Allgemeinen ("Ne schöne Jrooß"), gegen Nazis - insofern ist "Kristallnaach" heute ja aktueller fast als damals, denn es ging darin ja nicht um die historische Pogromnacht, sondern um den alltäglichen, heutigen Rechtsradikalismus - beschämend, erschreckend, aber wahr.
Genau, mir war das ein wenig zu viel offensiv zur Schau getragene "Political Correctness". Gleichzeitig gab/gibt Wolfgang den Kölner Südstadt-Dylan, der auf Kölsch sang. Dies zusammen mit der sehr an amerikanischen Vorbildern orientierte Musik fand ICH seinerzeit ganz schön konservativ...

ABER: 1. will ich keinem die Band mies machen, 2. habe ich den Rockpalast-Open Air Gig mit Stücken wie "Kristalnaach" und "Do kanns zaubere" in sehr angenehmer Erinnerung, und 3. glaube ich auch, dass Wolfgang ein interessanter Gesprächspartner ist.
 
moogist

moogist

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Irgendwo gibt es ein Mitteregger-Interview, in dem er sich ziemlich ausgiebig lustig über BAP gemacht hat. Na ja, bei aller Wertschätzung für sein musikalisches Schaffen: Leicht arrogant war/ist der wohl auch...
 
micromoog

micromoog

Rhabarber Barbara
Niedecken war und ist sicher authentisch, aber mit steigendem Erfolg wurde der politische Zahn stumpfer und man hat das Gefühl, dass er nun auch viel Zeit damit verbringen muss das mit BAP verdiente „Witschaftsimperium“ zu verwalten.
 
serge

serge

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@serge : die Verbindung zwischen Schuhstraße und Neue Straße?
Genau die.

War so ne Unterführung.
Nein, das war eine ebenerdige Verbindung zwischen den beiden Straße, in der es aber einen Treppe zum Untergeschoß des namengebenden "Hotel Borchers" gab.

Gibt es die Verbindung überhaupt noch? google maps zeigt mir jedenfalls nichts an.
Ja, neben dem Hotel gibt es wohl noch ein Restaurant.

ich kann mich auch sehr gut an diesen Plattenladen erinnern.
Das war ein Ableger von "Meyers Musikladen" – oder hieß das "Meyers Plattenladen"? Ich wohne da auch bald dreißig Jahre nicht mehr… –, der neben der "Nordsee" am "Markt" war.

mann, ich vergess immer wieder nach ein paar Jahren wer hier alles sogar aus Celle kommt.
Wer denn noch?
 
Horn

Horn

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wirklich interessantes Thema. Man könnte auch den Gedanken nachgehen inwieweit Spliff sogar noch viel weniger spiessig waren als BAP, indem sie eben nicht im gängigen Sinne politisch waren, eher so zwischen den Zeilen, immer mit einem Schalk im Nacken. Oder inwieweit BAP spiessiger waren als Spliff weil BAP sich so dermaßen positionieren mussten.
Ändert nichts an dem tollen Song "Kristallnaach" und daß BAP für viele Jugendliche in der ersten Hälfte der 80er eine grosse Bedeutung hatten.
Eben. Ich war jung. Mögliche subtile Hintergedanken bei Spliff habe ich damals sicherlich nicht erfasst. Die waren einfach nur irgendwie komisch. In den Jahren 1982 bis 1985 ca. (da war ich zwischen 10 und 13 Jahren alt) habe ich BAP jedenfalls so wahrgenommen, dass sie alles andere als spießig waren und auch nur die Leute sie gut fanden, die ebenfalls aus meiner begrenzten Sicht und Lebenserfahrung nicht spießig waren.

Während und nach der Pubertät waren sie irgendwie nicht mehr so cool - hatten musikalisch aber vielleicht auch ihre beste Zeit hinter sich.

Das meiste andere, was ich gut fand, war halt englischsprachig.

@moogist - Gab es damals überhaupt schon den Begriff "political correctness"? Das wurde doch erst später als Schlagwort gegen eine gewisse politisch linke Haltung erfunden, wie sie unter anderem BAP vertraten, oder nicht? Wie auch immer, ich finde die Texte eigentlich immer noch gut.

Und was man vielleicht nur als Rheinländer verstehen kann: Man nimmt sie emotionaler und "glaubwürdiger" wahr, als wenn sie auf Hochdeutsch gesungen wären.
 
 


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