Neu

Gute, weitgehend philosophische "tiefe" SciFi Filme?

  • #601
Erst vor kurzem hochgeladen:
The Gate - Die Unterirdischen (1987)


Den hab ich in den 90ern dutzende Male geschaut. Dann geriet er in Vergessenheit. Vor 3 Jahren kam er dann auf Youtube und verschwand aber wieder recht bald. Nun ist er wieder da.

* Abend gerettet

(:

Hab ich als Kind oft aus der Videothek geholt. Nostalgie pur.
super gut, das du den rausgekramt hast. Trashig, ähnlich wie die house teile.

interessantes Phänomen: Ich bin absoluter Fan des originalen Blade Runner, aber Blade Runner 2049 habe ich jetzt drei mal versucht anzusehen, bin aber jedes Mal mittendrin eingenickt. Ich kann dem Film irgendwie so gar nichts abgewinnen: weder die Optik, noch die Story, der Hauptdarsteller oder der Soundtrack berühren mich. 🤷‍♂️
Ich verstehe ja, dass es schwer ist die Fortsetzung, am ersten Teil zu messen. Gerade wenn man der einen geprägt hat.
Aber 2049 ist m.e eine perfekt fortsetzung.
Ich wusste nicht, dass der film nicht gut ankam. Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Der erste teil war ja sehr dunkel vom ambiente, fast klaustrophobisch mit dem ende als kontrast und zwar spannend, aber das pacing war sehr langsam. Ich habe das Gefühl, dass viele sich erhofft haben, er solle näher am ersten Teil sein, an Stellen, wo es eigentlich keinen Sinn macht. Ich finde den ersten Teil auch großartig und das Ende ist extrem stark.

Aber insgesamt mag ich die Fortsetzung lieber. Was ist denn falsch an der Fortsetzung. Die Welt ist offener und größer. Die Stimmung noch genauso dicht. Die story wurde logisch weiterentwickelt.
Und für einen neuen film, ist das pacing, wie beim ersten teil auch immer wieder sehr langsam. Es zeiht sich teilweise, wie in der Szene, mit dem Elvis hologramm.
Es gibt aber so gute Motive in dem Film. Wie einer schon erwähnt hat, die digitale Freundin des Replikanten. Wenn er gegen Ende mekrt, das sie nie echt war und das nur ein Standardprogramm abgespult wurde, wenn das Werbehologramm ihn "scharfen Joe" nennt. "Wir sind alle auf der Suche, nach etwas Echtem"

Der Film gibt mir ein derart starkes Gefühl von Bedeutung, ich kanns gar nicht beschreiben. Ich finde ryan gossling absolut klasse in dem Film.
Es werden so viele tiefgreifende Themen angesprochen. Themen die schon immer aktuell waren. Oder Zukunftsvisionen, die teilweise heute schon aktuell sind und am Ende auf den menschlichen Kern heruntergebrochen werden können.

Ja, er zieht sich teilweise, aber die Stimmung ist so stark und dicht. Ich hätte ihn gern im Kino gesehen. Die Szene mit dem Elvis hologramm, dass immer wieder anspringt und dann vollkommen v erstummt ist eigentlich so gut. Der Wechsel zwischen Laut und Leise, Vergangenheit und Zukunft. Auch der Soundtrack ist zwar nichts neues und auch kein Meilenstein, aber untemalt doch perfekt den Film.

Diese ganzne ruhigen Szenen, wie am Anfang, wenn der Knoblauch kocht. Das wikt alles sehr stark auf mich und man kann die Spannung wirklich schneiden.
Und
Wenn er am schluss stirbt, eben für etwas echtes, weil sein Leben dadurch einmal Bedeutung hatte, bekomme ich Gänsehaut. Wo er doch den ganzen Film auf der Suche danach war. Liebe oder der auserwählte zu sein.... . Am Ende ist er nichts Besonderes gewesen und nichts in seinem Leben hatte Bedeutung. Bis auf seinen Tod, als Teil von etwas, mit anderen.

Die Replikanten haben Gefühle, werden aber klar auf spur gehalten. Mit den ganzen Tests. "Verlinkte Zellen, verlinkt". Von allen Seiten, egal wo er ist, wird er als Monströsität gesehen. Er ist ein Außenseiter, selbst bei Außenseitern. Keine Seele, nur Werkzeug. Trotzdem sucht er ja nach Liebe und Bedeutung,. Komplett menschlich, aber nicht als Mensch anerkannt.

Ich weiß nicht was an dem Film falsch sein soll? Oder was man erwartet hat. Für mich war er einer der besten Filme, die ich seit langem gesehehn hatte. Handwerklich hat mich das auch komplett angesprochen.

Wie es bei guten Filmen üblich istm wird nicht alles ausgesprochen oder gezeigt. Der Sinn ergibt sich im Kontext, Zwischen den Zeilen oder im Verborgenen.
Selbst, wenn man den nicht mag Das ist mal ein ganz anderes Kaliber als "the crow" oder der neue Tron.

Ist natürlich auch individuell. Der Film hat bei mir einfach gewirkt, eben auch rein emotional.


:
 
  • #602
Ich finde ryan gossling absolut klasse in dem Film.
ich fand ihn eher etwas nervig, und seine Miene eher hölzern bis sauertöpfisch - daher bin ich auch ein wenig skeptisch mit seiner Hauptrolle in "Project Hail Mary". 🤷‍♂️ Aber mal abwarten.
Das ist natürlich höchst subjektiv und eigentlich auch nicht fair - manchmal hat man ja so unerklärliche Aversionen gegen bestimmte Gesichter oder Gestiken. Es gibt Schauspieler, die ich mir immer wieder ansehen kann, Gosling gehört bisher nicht dazu.

Am ersten Teil fasziniert mich abgesehen vom Soundtrack vor allem die (nach wie vor gut gealterte) Optik und Ästhetik - eben handgemacht, mit Practical Effects - heutige Produktionen wirken mit der typischen GCI-Menge und starken Nachbearbeitung schnell künstlich oder beliebig.

Es werden so viele tiefgreifende Themen angesprochen.
mir wäre da nichts aufgefallen, dass nicht schon in ähnlicher Form in X SF- oder Cyberpunk-Stories durchgekaut worden wäre. Auch die Hologramm-Freundin empfand ich eher als albern denn als tolle Idee. Wenn man viele Staffeln Star Trek mit Holodecks und -Doc hinter sich hat (und dazu alle Futurama-Staffeln) holt das die Katze nicht mehr so wirklich hinter dem Kamin hervor. Dann lieber einen richtigen Androiden aus Metall und Plastik ...

1767958731436.webp

Aber wie gesagt: Ich will den Film nicht schlecht reden und glaube auch, dass er viele Liebhaber gefunden hat. Verstehe selbst nicht zu 100%, warum der bei mir nicht gezündet hat. 🤷‍♂️ Meiner Frau geht es anders herum: die ist beim originalen Blade Runner bis jetzt jedes Mal eingeschlafen. ;-)
 
  • #603
Der erste teil war ja sehr dunkel vom ambiente, fast klaustrophobisch mit dem ende als kontrast und zwar spannend, aber das pacing war sehr langsam. Ich habe das Gefühl, dass viele sich erhofft haben, er solle näher am ersten Teil sein, an Stellen, wo es eigentlich keinen Sinn macht. Ich finde den ersten Teil auch großartig und das Ende ist extrem stark.
Ridley Scott wollte sich mit "Blade Runner" an die alten "Film Noir" anlehnen, daher das sehr dunkle Setting, aber auch die Figur Rachel, die vom Aussehen her prima neben einen einsamen Detektiv aus den 1940er Jahren passen würde und mit der es dann diese Liebesgeschichte gibt, auf dessen Ergebnis (Kind) letztlich "BL 2049" aufbaut. In der Buchvorlage von Philip K. Dick ist Rachel ein ganz anderer Charakter, auch vom Aussehen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: elbonzoseco
  • #604
ich fand ihn eher etwas nervig, und seine Miene eher hölzern bis sauertöpfisch - daher bin ich auch ein wenig skeptisch mit seiner Hauptrolle in "Project Hail Mary". 🤷‍♂️ Aber mal abwarten.
Das ist natürlich höchst subjektiv und eigentlich auch nicht fair - manchmal hat man ja so unerklärliche Aversionen gegen bestimmte Gesichter oder Gestiken. Es gibt Schauspieler, die ich mir immer wieder ansehen kann, Gosling gehört bisher nicht dazu.

Am ersten Teil fasziniert mich abgesehen vom Soundtrack vor allem die (nach wie vor gut gealterte) Optik und Ästhetik - eben handgemacht, mit Practical Effects - heutige Produktionen wirken mit der typischen GCI-Menge und starken Nachbearbeitung schnell künstlich oder beliebig.


mir wäre da nichts aufgefallen, dass nicht schon in ähnlicher Form in X SF- oder Cyberpunk-Stories durchgekaut worden wäre. Auch die Hologramm-Freundin empfand ich eher als albern denn als tolle Idee. Wenn man viele Staffeln Star Trek mit Holodecks und -Doc hinter sich hat (und dazu alle Futurama-Staffeln) holt das die Katze nicht mehr so wirklich hinter dem Kamin hervor. Dann lieber einen richtigen Androiden aus Metall und Plastik ...

Anhang anzeigen 274559

Aber wie gesagt: Ich will den Film nicht schlecht reden und glaube auch, dass er viele Liebhaber gefunden hat. Verstehe selbst nicht zu 100%, warum der bei mir nicht gezündet hat. 🤷‍♂️ Meiner Frau geht es anders herum: die ist beim originalen Blade Runner bis jetzt jedes Mal eingeschlafen. ;-)
Gos(s)ling, ag ich eigentlich ganz gern. Weiß nicht warum der so polarisiert. stay fand ich auc noch gut. Die Rolle wird genau deswegen passend gespielt, so sehe ich das. Project hail mary muss ich mal schauen.

Das ist wie bei alien nummer 1. Ich schätze das auch sehr. Ich geb dir auch mit dem cgi recht. Aber der Film ist in jedem Fall ein positives Beispiel für cgi, generell für moderne Filme. Das war keine Klischeefortsetzung. Gewürdigt wurde das scheinbar nicht, dann brauch man sich nicht wundern, wenn Filme wie chantal im Märchenland produziert werden, wenn dies sogar noch erfolgreich an der Kinokasse sind. Und ein so aufweniger Film mit Tiefe und guter Story floppt.
Vieles ist eben auch vorgegeben, dadurch das es eine Fortsetzung ist, aber man hat das beste daraus gemacht finde ich. Oder wie hätte eine Fortsetzung besser funktioniert. Ich finde den Film jedenfalls nicht unnötig.

Was die Themen betrifft. Sicherlich ist es schwer heute noch überhaupt noch ein unberührtes Thema anzusprechen. Aber der Film enthält viele und verwebt diese sehr gut ineinander.


Ich glaube der 2. Teil ist philosophisch härter und tiefer als der Erste. Neben Sozialkritik und den dystopischen Motiven geht es doch darum, was dem Leben wirklich Bedeutung gibt.
Die Endszene des ersten Teils ist so stark, weil sie auch so tragisch ist.
Die Menschen sind innerlich tod, die replikanten wollen Leben. Ersterer leben in einem Gefängnis und letztere sehen die Welt als Spielplatz.
Am Ende begreift dr Replikant, dass seine kompromisslose Suche nach einem ewigen Leben, bei der er alles verloren hat, bedeutungslos war und das er schon Bedeutung gefunden hatte.
Egal was er ist, seine Erfahrungen waren einzigartig und er hat mehr erlebt und gesehen, als diejenigen, ide als wirklich lebendig gesehen werden. Trotz seinem Irrweg hat er sein Leben gelebt.
Deckard hingegen nicht.

im zweiten Teil haben wir joe und nichts an ihm ist echt. Der Film ist auch philosopisch stark mit dem ersten Verbunden.
Er hat keine Vergangeheit, keine Herkunft, er wir behandelt wie ein Objekt und ist selbst unter den ausgestoßenen ausgestoßen. Selbst seine eigene Art sieht ihn als Verräter.
Das einzige was er hat sind Dinge. Das einzige was seinem Leben Bedeutung gibt, ist nicht echt.
Die Szene, wo das Werbehologramm ihn scharfer joe nennt ist so brutal, weil er merkt, dass es nie echt war. Konstruiert, um ihm etwas vorzuspielen.
Der Film sagt klar, nur was echt ist hat bedeutung, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
Dann denkt er, er wäre etwas besonderes und sucht hierin eine Bedeutung.
Aber wie sich herausstellt, er ist nichts Besonderes. Er ist nichts und eigentlich vollkommen bedeutungslos.
Im weiteren Verlauf verliert er alles was er je hatte, er opfert sich, entscheidet sich fürs Leben, weil er merkt das er als Teil von etwas Bedeutung und Sinn hat.
Er findet Sinn in seiner Entscheidung als Zahnrad im größeren Kontext. Hier findet er echte Wertschätzung und seine Existenz hat Einfluss und einen größeren Wert.
Er hat sich fürs Leben entschieden, gelebt und kann deshalb ohne Reue sterben. Er akzeptiert seinen Tod.
Deckard, innerlich Tod in der kompletten EInsamkeit.
Die Hauptfigur (das kind), um die sich alles im Film dreht, lebt völlig abgeschnitten von der Welt, in einem gefängnis und konstruiert dort Fantasie. Wie joe am Anfang hat sie sich mit ihrer zugewiesenen Rolle abgefunden.
Die, um die sich alles dreht, hat keine selbstbestimmte Bedeutung, keine slebstbestimmte Identität, aber auch wie joe am Anfang, Bedeutung im künstlichen gefunden. Sie kennt nicht mehr und mehr hat sie auch nicht.
Am ende wird sich für sie alles ändern und das auch nur weil sich joe dafür entscheiden hat.
Alle echten Menschen im Film sind innerlich weniger lebendig, als die Replikanten, dass haben beide Filme gemeinsam. Alle Menschen wirken mechanisch oder gefangen.
Verlieren sich im Glauben, in Kontrolle oder Sicherheit, in Angst, im Glauben. Jede Existenz, die sich an etwas klammert zerbricht.
Leben ohne Risiko gibt es nicht. Leben heißt opfern. Leben kostet.
Irgednwie so, aber in jedem Fall geht es um die eigene Sinnhaftigkeit, ohne Bezug zu meteriellen Dingen, Herkunft, Vergangeneheit, Einzigartigkeit., etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Scenturio
  • #605
macht doch das bitte ohne "Spoiler" - das ist doch On Topic, gerade in meinem Sinne, wo drüber reden wichtiger ist als "auflisten" - denn das ist, was ich lesen möchte - bin ja der Starter des Threads - ich sag an ;)
 
  • Gute Idee
M.i.a.u.: Rasenmähermann
  • #606
Ein absoluter bis heute unerreichter Szene-Insider-Burner:
SHEOS (hier streiten sich die Gelehrten bis heute, ob er 1996 oder 1997 entstand) ;-)
 
  • ^
M.i.a.u.: onkelguenni
  • #608
Am Ende begreift dr Replikant, dass seine kompromisslose Suche nach einem ewigen Leben, bei der er alles verloren hat, bedeutungslos war und das er schon Bedeutung gefunden hatte.
Egal was er ist, seine Erfahrungen waren einzigartig und er hat mehr erlebt und gesehen, als diejenigen, ide als wirklich lebendig gesehen werden. Trotz seinem Irrweg hat er sein Leben gelebt.
Deckard hingegen nicht.
verstehe ich alles - aber das kommt dennoch für mich nicht an die Schlussszene von Roy Batty heran (Tears in Rain). Dabei kommt es natürlich darauf an, wann und wie man das Werk zum ersten Mal rezipiert hat und welchen Nostalgiefaktor man vielleicht damit verbindet. Die Szene mit Rutger Hauer gibt mir auch heute noch Gänsehaut (schaffen nur sehr wenige Filme und Szenen), bei Blade Runner 2049 regt sich nichts. Das kann vielleicht auch daran liegen, dass ich zwischen Teil 1 und Teil 2 gefühlt drölfzillionen andere SF-Werke gelesen und gesehen habe, und diese Themen/Tropes für mich damit die Faszination des neuen verloren haben. Vielleicht stumpft man irgendwann ab?

Ich stimme dir aber in sofern zu, dass der Film natürlich immer noch besser ist als das durchschnittliche Hollywood-Trashkino inklusive aller Marvelfilme. ;-)

PS: Alien Romulus fand ich übrigens auch eher mau, obwohl die Optik nicht schlecht war. Teil 1 und 2 schaue ich aber immer noch gerne.
 
  • Daumen hoch
  • Zustimmung
M.i.a.u.: Casetti und Audiohead
  • #609
Bei BL 2049 wurden auch sehr viele Modelle gebaut, ähnlich wie bei BL. Es gibt dazu gute Dokumentationen.

Natürlich ist die Endszene bei BL herausragend, auch durch die von Rutger Hauer angepasste Abschlussrede. Aber das ist auch gleichzeitig das Problem: alles, was hervorragend ist, lässt sich schwer toppen. Ich finde es gut, wie sie das Ende von BL 2049 gemacht haben, denn jeder Monolog wie bei BL hätte den Vorwurf eingebracht, dass sie einfach nur kopiert hätten. Daher ist es sogar wichtig gewesen, dass das Ende anders ist als bei BL.
 
  • #611
verstehe ich alles - aber das kommt dennoch für mich nicht an die Schlussszene von Roy Batty heran (Tears in Rain). Dabei kommt es natürlich darauf an, wann und wie man das Werk zum ersten Mal rezipiert hat und welchen Nostalgiefaktor man vielleicht damit verbindet.
Auch das. Ich kenne das z.B. von Hörspielen. Die, die ich als Kind gehört habe, gefallen mir immer noch am besten. Wenn man dagegen jüngere Menschen hört, die mit späteren Folgen aufgewachsen sind, sieht das teilweise ganz anders aus.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Casetti und Scenturio
  • #612
Hattet ihr den schon?
Immortal von Enki Bilal. Die Comicreihe um Alexander Nikopol hat mir damals sehr gut gefallen.
Die Technik ist angestaubt, ich kann den aber immer noch gut anschauen.


habe den Film gerade geschaut. Und ja, die Technik von 2004 ist nicht auf der Höhe von heute, aber das Filmteam hat das auf mirakulöse Weise gut hinbekommen. Die Erzählung kommt rüber. Besonders hat mir das Motion Tracking gefallen. Enki Bilal hat seine Comics auf die Leinwand gebracht. Der Film ist nicht kompatibel im technischen Sinn, aber er funktioniert nach wie vor sehr gut.

Monsieur Bilal hat eben einen anderen Zugang, einen direkten Zugang zur geistigen Welt. Das ist eher selten in der heutigen Zeit, wo viele Seelen inkarnieren mit nur wenig Erinnerung. Oder mit viel Erinnerung, die sie aus gewissen Gründen verdrängen müssen. Darüber kann ich nicht viel mehr sagen. Mir fehlt einfach der Einblick in diese Sache. Bilals Referenzen zu Vogelwesen, also Menschen mit Vogelkopf, oder mit dem Kopf einer Katze, nimmt Bezug auf ein altes Wissen.

Die Erinnerung an das alte Wissen macht Sinn für jene, die sich erinnern können. Für die anderen, die gleichsam wertvoll sind und grossartige Beiträge liefern, sind diese Symbole enigmatisch.

Also, was hat es mit diesen Tierköpfen zu tun? Das ist ja ein Rätsel der Forschung. Was haben die Vorfahren von uns versucht zu überliefern?

Man kann es sich leicht machen und einfach eine übergeordnete Instanz dafür verantwortlich machen. Jedoch funktioniert das nicht. Wir haben keine Referenz, keinen Bezug. Das ist unser Schicksal. Wir sind wohl aufgeborgen in der intellektuellen Welt, haben nur wenig Zugang zur geistigen Welt.

Enki Bilal ist einer der wenigen, die noch etwas an Erinnerung haben. Und dies mit Kunst propagiert. Auch wenn der Film nicht gerade die ultimative Wahrheit darstellt, seine Werke und dieser Film sind wertvoll.

Es gibt noch viele, die die Erinnerung haben. Und wie gesagt, es gibt keine Wertung in der geistigen Welt. Wir alle gehen durch die Entwicklungsprozesse, und sind alle gleich wertvoll. Ein Stein hat nur wenig Bewusstsein. Ein Mensch hat sehr viel Bewusstsein.

---

In der Welt, in der wir momentan leben, in allen Welten, sind wir ständig begleitet. Solche Wesenheiten kann man als Engel bezeichnen. Das ist nicht Science Fiction. Das ist real. In diesem Film wird das recht gut dargestellt. Auch wo Nikopol sich weigert. Er ist eine Inkarnation mit eigenem Willen. Wobei die geistige Instanz nicht ganz wirklich dargestellt wird. Da hat Bilal ein wenig Nachtrag. Ich bin mir fast sicher, dass er das mittlerweile verstanden hat, und den Film anders machen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #613
ich habe gestern "The Trouble With Being Born" (2020) von Sandra Wollner (*1983) gesehen.
die handlung spielt in naher zukunft und wie in der komödie "Ich bin dein Mensch" (2021) von Maria Schrader (*1965) steht ein Android im mittelpunkt.
obwohl sie das gleiche thema behandeln, könnten die filme nicht unterschiedlicher sein.
Wollner hat einen sehr ruhigen, verstörenden, aber doch in erinnerung bleibenden film gedreht, während der mit drei Bundesfilmpreisen ausgezeichnete Schrader-film leicht aufgeregt, aber eher glatt gebügelt mich nicht überzeugen konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Neue Beiträge

News

Zurück
Oben