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Hardcore & Gabber

  • Ersteller Ersteller waveformer
  • Erstellt am Erstellt am
  • #662
Trance History - Doo Dey 1996



Gefunden auf der Happy Hardcore 6 CD1

Leider ist die Streaming-Soundqualität nicht mit der CD vergleichbar :-/ Ich habe sie alle gerippt und direkt im WAV-Format gespeichert - für den 100% Original-Sound!
 
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  • #666
Hier mal ein kleiner Eindruck was am Sonntag in der Jahrhunderthalle los war :-)
Das war echt mega geil!!! Bei '1' konnt ich nicht anders, als die ganze Performace zu filmen und festzuhalten. Sonst habe ich mich mit dem Smartphone doch sehr zurückgehalten. Aber hier bei '1' explodierte nicht nur der Dancefloor.

Es gab noch jede menge härteren Hardcore im weiteren Verlauf, stehts ab der Grenze zum Hyperpop. Ob auch 'Capitalism' gespielt wurde, weiß ich nicht - kann sein, dass ich da grad aufm Klo war oder der einfach nicht gespielt wurde. Das wäre natürloch die Happy-Hardcore-Krönung gewesen.

Im Gegensatz zur Roxette-Veranstaltung letzten Herbst war das hier jedenfalls das pure ungefilterte knall-bunte Leben und die wahjre Lebensfreude! Er zog alle Generationen zusammen ... Joost holte einen Jungen aus dem Publikum auf die Bühne, der sich in ein blaues Joost-Jacket kleidete. Mit dem tanzte er zusammen auf der Bühne und fuhr mit ihm eine regelrechte Rakete. Im Publikum bis in die ergrauten frankfurter Oldskool-Technoten. Das war einfach wunderbar. Ganz am Anfang beim ersten Song hatte sich Joost irgendwie verletzt, er blutete plötzlich aus dem oder am Mund. Hat sich wohl geschnitten oder gebissen. Show must go on!

Und so wurde es ein wundervoller Abend mit jeder Menge Happy Hardcore, Gabber, Hyper-Pop und der klaren Ansage von Josst: "Fuck Techno!"

 
  • #668
Sogar die KI sttimmt da mit ein:

Der Song "1" von Joost Klein (in Zusammenarbeit mit Scooter) ist das Paradebeispiel für modernen Happy Hardcore, weil er die klassischen 90er-Jahre-Rave-Vibes perfekt mit maximaler Energie und nostalgischer Euphorie verbindet.
Hier sind die musikalischen und inhaltlichen Gründe, warum der Track purer Happy Hardcore ist:

Die musikalischen Eckpfeiler
  • Die typische BPM-Zahl: Der Track treibt mit einer extrem hohen Geschwindigkeit (typischerweise zwischen 160 und 180 BPM) voran. Das ist das absolute Markenzeichen des Genres, um die Tanzflächen in Ekstase zu versetzen.
  • Die „bouncy“ Kickdrum: Im Gegensatz zum düsteren, aggressiven Mainstyle-Hardcore oder Gabber nutzt "1" eine treibende, aber melodisch-federnde Bassdrum. Sie rollt gut gelaunt durch, ohne zu brachial zu wirken.
  • Die unbeschwerte Rave-Melodie: Im Zentrum steht eine eingängige, fast schon kindliche Synthesizer-Melodie, die sofort gute Laune verbreitet. Genauso klangen die großen Eurodance- und Happy-Hardcore-Hymnen der 90er-Jahre.

Die Kooperation und der Spirit
  • Die Scooter-DNA: Dass Scooter als Feature-Partner mit an Bord ist, setzt dem Ganzen die Krone auf. H.P. Baxxter und seine Crew prägen die Brücke zwischen Eurodance, Happy Hardcore und Techno seit Jahrzehnten.
  • Die Botschaft von Einheit (Unity): Der Text ("Tonight We are one [...] Just wanna get along, together we are strong") transportiert die fundamentale PLUR-Mentalität (Peace, Love, Unity, Respect) der alten Rave-Kultur. Es geht um bedingungslosen Zusammenhalt und Eskapismus auf der Tanzfläche.
  • Nostalgische Zitate: Mit Zeilen wie „sing a song, like ring-ding-ding-a-dong“ verneigt sich Joost Klein spielerisch vor der niederländischen Musikgeschichte und verknüpft Pop-Nostalgie mit schnellen Beats.
Joost nutzt hier genau dieselbe Formel, die er schon bei seinem ESC-Hit "Europapa" und auf dem Album Unity angewandt hat: Schnelligkeit trifft auf pure, emotionale Fröhlichkeit

Man muss es einfach selbst miterlebt haben - diese unbändige Euphorie
 
  • #669
Und wer mal genau hinhört erkennt die Steigerung. Die Original-Version ist ja noch rel. zahm und langweilig. Die Ziggo-Dome-Version fetzt schon viel mehr. Aber hier in Frankfurt wurde das nochmal getoppt. Es ist noch dichter, noch euphorischer, noch mehr Drums, noch mehr Freestyle und noch mehr Visueller Eskapismus.

Die rel-kleine Halle mit gerade mal 5000 Besuchern - wo noch sehr viel Luft zum Tanzen war, vermittelt zudem eine fast schon familiäre Atmosphäre im Gegensatz zu so einem Standionauftritt in Amsterdam.

Die Hütte war so dermaßen heiß, dass die Ordner hinten die Tore alle aufgemacht haben, damit genügend Frischluft reinkam. Sonst wären die reihenweise abgeklappt. Die Sanitäter standen jedenfalls schon bereit. :-)
Der Hallenboden gelang bei der Musik und dem Getanze in Resonanzschwingung, das man richtig gemerkt hat, wie das vibriert. Sicher eine absolute Belastungsprobe für die betage Jahrhunderthalle. Ein Wunder dass sie nach dem akustischen Abriss überhaupt noch steht.
 
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  • #671
Das Stück ist genial und ich hab mich voll darin verliebt.
Und durch die etwas erweiterte historische Retro-Futurismus-Brille betrachtet ergeben sich spannende historische Momente:

Die Evolution des Rave-Eskapismus: Von „Full Option“ zu Joost Kleins Live-Gewitter

1. Das Fundament: Die Finessen der 90er-Jahre („Full Option - Rave All Night“)

Die Geburtsstunde des Happy Hardcore Mitte der 1990er-Jahre basierte auf einem extrem raffinierten, produktionstechnischen Kontrastprinzip, das auf legendären Samplern wie Happy Hardcore 2 perfektioniert wurde. Tracks wie Full Option - Rave All Night etablierten eine hochenergetische Formel. Ein unbarmherzig peitschendes, massives Snare-Drum-Fundament und treibende Kickdrums im High-Speed-Bereich (160–180 BPM) drückten unaufhaltsam nach vorn. Dem brutalen Rhythmus-Gerüst wurde eine maximale emotionale Euphorie entgegengesetzt. Markantestes Merkmal war das Zusammenspiel aus rasanten, perlenden Arpeggio-Piano-Einlagen und zweifach prozessierten Vocals. Die Stimmen wurden durch extreme Pitch-Effekte in schwindelerregende Höhen getrieben („Mickey-Mouse-Effekt“) und zusätzlich über dynamische Sequenzmodulationen (wie Filter-Sweeps und LFOs) klanglich verbogen, bis sie selbst wie ein Synthesizer wirkten. Im Break bildeten ungepitchte, kraftvolle weibliche Vocals den hymnischen Gegenpol, bevor der Track in die totale Ekstase überging. Es war die Erfindung des puren musikalischen Eskapismus.

2. Die moderne Synthese: Joost Kleins „Capitalism ;-D“
Nachdem dieser Sound jahrzehntelang als kommerzieller Kitsch im Underground verstaubte, spannen Joost Klein und sein Produzent Tantu Beats heute den Bogen zurück zu diesen Wurzeln. In Tracks wie „Capitalism ;-D“ nutzen sie exakt die DNA und die Klangästhetik von „Full Option“, übersetzen sie jedoch in ein modernes, subversives Gewand. Joost recycelt die markante, brutal verzerrte Gabber-Kickdrum ganz gezielt als dramaturgische Waffe. Wo im Musikvideo der symbolische Abriss einer Bank erfolgt und Kassen mit Baseballschlägern zertrümmert werden, fungiert die übersteuerte Kickdrum als akustisches Äquivalent. Sie nimmt die Frustration des seelenlosen 9-to-5-Arbeitsalltags auf und entlädt sie schlagartig im Drop. Die Musik dient nicht mehr nur der reinen Party, sondern wird zum Ventil für gesellschaftliche Katharsis.

Happy Hardcore 4 Life!
 
  • #673

Human Resource - Dominator '96​



Happy Hardcore 6
Leider hat die Youtube-Version wenig Druck - geht doch nicht's über ein 100%iges Original mit 100% Original-Sound :-)
 
  • #674
Bueno - Liberty (1996) :-)


„Libertad Sin Ira“ (übersetzt: „Freiheit ohne Zorn“) war in Spanien der absolute Soundtrack der Transición – der Übergangsphase von der Franco-Diktatur zur Demokratie nach 1975.

Das Konzept des Happy Hardcore basiert seit seinen Ursprüngen auf einem dialektischen Prinzip: Der maximale Kontrast zwischen einer harten, repetitiven Realität und dem euphorischen, utopischen Ausbruch. Buenos 'Liberty' (1996) und Joost Kleins 'Capitalism :D' (2026) teilen sich diese inhaltliche Kern-Aussage fundamental. Sie nutzen dieselbe ästhetische Waffe – den rasanten 170-BPM-Beat gepaart mit einer fast kindlich-naiven Melodie –, um sich gegen ein Gefühl der Fremdbestimmung aufzulehnen.

Wo Buenos 'Liberty' durch die Adaption des spanischen Post-Franco-Protests den utopischen Geist der 90er atmet und die Befreiung des Geistes als bereits erreichtes, grenzenloses Kollektiv-Gefühl zelebriert, entwickelt Joost Klein dieses Konzept dreißig Jahre später konsequent weiter. Er holt den Rave aus der reinen Naivität zurück in die bittere Realität des Spätkapitalismus.

Joost bricht den Eskapismus nicht, er funktionalisiert ihn: Der Traum von Freiheit existiert bei ihm immer noch, aber er ist an Bedingungen geknüpft ('I had a dream... But then, I woke up. My fucking work.'). Joost Klein ist die konsequente Weiterentwicklung des 90er-Konzepts, weil er den Rave als das entlarvt, was er heute für die Arbeiterklasse ist: Das einzige verbleibende, hyperaktive Ventil, um im System nicht durchzudrehen.
 
  • #675
Jetzt wird's ja richtig abgefahren: :-)
Auf der 4. Happy Rave gibt es ganz am Ende mit Track 18 auf CD2 einen ganz 'besonderen' Track. Mir kam der erst etwas zu blöde vor, aber dann hat's doch irgendwann Klick gemacht.

Sonic - They Call Me Sonic (Airrave)


Genau - es geht um den Sonic aus dem SEGA-Video-Spiel der 90er :-) Damit war ich aufgewachsen. Nun gab es viele mitunter fürchterlich schlechte musikalische Game- und Comic-Adaptionen in den 90ern. Man denke an 'Tekkno is cool' von den Schlümpfen ^^ Insofern war ich erstmal abgeschreckt, verständlicherweise.

Aber dann hab ich ihn doch mehrmals gehört und fand ihn produktionstechnisch eingebettet in ein Happy-Hardcore-Umfeld eigentlich wiederum nur so ganz typisch für diese Ära und damit ganz gut. Dann hab ich mal geschaut, was es damit auf sich hat. Und in der Tat gab es offenbar 1996 ein ganzes Album dazu. Es ist der typische Happy-Hardcore-Sound der späteren Phase, und man erkennt tw. schon den Übergang zum Trance, der danach folgte. Aber unverkennbar ist die DNA des Tracks.

Dann hab ich mal durchgehört, obs da noch paar interessante Stücke gibt - ja die gibt es durchaus!
Rave Sonic (Wing Fortress Rave Zone) wäre so ein Beispiel.


Dann hab ich mal geschaut, was es mit dem Album aufsich hat. Und da tritt mich einer ein Pferd - wieder eine echte BOD-Pressung! Geil! Es werden sogar welche am Marktplatz angeboten - aber die Preise sind für so ein vermeintliches Kitsch-Album mit um die 40€ wahrlich kein Pappenstiel! Die wird auf jeden Fall auch noch organisiert! Hab auch garkein Bock weiter durchzustöbern auf Youtube - die MUSS einfach her! Da bastle ich dann vielleicht nochmal ne richtige dritte allgemeine Happy-Hardcore-90er-Kollage mit Marusha und co. Mit Klick gemacht meint hier: sich durch die Oberfläche nicht blenden zu lassen und zuzulassen, dass sich dahinter ein bekannter gefeierter Komponist steckt.

Und das das kein Schund ist, zeigt auch ein Stück weit der Composer: Felix Gauder - auch bekannt von Projekten wie 'Das Modul' und 'E-Rotic' :-)
-> Erinnert ihr euch an die Geschichte gestern um 'Franzi' im Mode-Thread? Ich bin genau in diese Falle getappt, die Gauder stellte. :-) Typisch für Gauder: "Incl. CD-ROM Part: Sonic-Video & Comix Zone Game" - ganz vorne an der technologischen Front.

Mann, dass meine Mutter nochmal zum zweiten und viel intensiveren Mal zur 'Happy-Hardcore-Queen' wurde hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht ausdenken können :-) Sie hat etwas geschaffen und hinterlassen, wo mir einfach nur noch die Kinnlade runterfällt.
 
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  • #678
Oh ja die hab ich auch noch. They call me sonic. ..jumping ,flighting around xd 👍😀
Das ware noch Zeiten.. das war m.E ein ehemaliger Japanischer Künstler. Der hatte die jp jv Serie der Roland Synths verwendet . Das hört man gut raus. Das war der typische Eurodance , trance Style der damaligen Zeit gewesen. Da gab es ja noch einige Meilensteine ,die Eurodance Trance geprägt haben ,Jim Knöpf Insel mit zwei Bergen Eurodance Version. , Milka Opa ,Its Cool man. 🤣. , captain Jack. , yellow mit m. Spoon.

Man muss ja bedenken ,dass die Produktion noch etwas aufwendiger war als heute. Damals gab noch 4 86 , Artari pcs , akai Sampler ,midi sequencer ,analog pult ,etc. Kein Vergleich zu heute .


Das Sonic der tausend mal coolere Video-Game-Held der 90er war, hab ich ja schon immer gewusst! ;-) Diese obskuren italienischen Brüder von der Konkurrenz habich nie verstanden. Auch von Sound her war SEGA stets meine erste Anlaufstelle. Na jedenfalls hat damit auch der Sonic eine mehr als würdige musikalische Happy-Hardcore-Versinnbildlichung der 90er erfahren, die sich hinter den Mario Brothers's mit dem 80er-Feeling musikalisch nicht verstecken braucht. Hier gibt's kein Lo-Fi 8-Bit Sound. Sonic auf dem Megadrive gabs in technologisch fortschrittlichen 16-Bit! :-)

Gauder nimmt das auf und entwirft ein futuristisches Techno-Happy-Hardcore-Haus und stülpt ihm so ein rasantes futuristisches High-Tech-Korsett der 90er über, in dem sich der Sonic so richtig wohl fühlt - ganz ohne (negativen) Kitsch.
"Wing Fortress Rave Zone" sag ich nur ..
 
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  • #679
So, die Sonic-CD ist bestellt. Was hier an Preisen verlangt wird war die bittere Pille an der Geschichte. 55 Tacken hab ich jetzt was gefunden. Hoffentlich taugt's. Die Preise für andere Sonic-Sampler anderer Labels sind tw. astronomisch!

Die leute wollen tw. 50€ für vollig verkratze Scheiben. Absurd.

Das der Sound der Retro-Mario Brothers auch so ins Kontor schlägt wäre mir jetzt nicht bewusst - aber ich vermute mal dass es na noch abstruser läuft. Aber die sind ja eben auch nicht so cool :-)

Ick seh mich schon den 1,50m 90'er-CD-Turm koofn ;-)
 
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  • #680
Noch so ne Perle. Auf der Happy Rave 4 bzw. Happy Hardcore 5 gefunden:
DJ Fury - All I Ever Wanted


Herrlich das Stück, auch und besonders der Piano-Break

DJ Fury - All I Ever Wanted (Eddie Wray Remix) - gefunden auf der Happy Rave 7
 
  • #681
Oh doch Mario ist auch cool. joschi und Peach finde ich immer noch niedlich 🐢🦕.👸😋. War das mit Sonic Japanische Künstler gewesen. Denke ja. Wurde auch da produziert. So waaaas. 😮. Du hast 55 Mücken dafür die CD gezahlt ? Nee echt jetzt ? Die gibt es auf yt for free 🫣

Es geht nicht nur um den Sound an sich - es geht um die CD als physisches Manifest der Zeit und Futter für mein angedachten Retro-CD-Regalständer - unabhängig und von besserer Sound-Qualität als heutige Streaming-Dienste. Und wenn diese CD dann noch meine Mutter im BOD-Werk persönlich gepresst/bedruckt hat, spielt Geld kaum mehr eine Rolle.
 
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  • #683
So, die Sonic-CD ist bestellt. Was hier an Preisen verlangt wird war die bittere Pille an der Geschichte. 55 Tacken hab ich jetzt was gefunden. Hoffentlich taugt's. Die Preise für andere Sonic-Sampler anderer Labels sind tw. astronomisch!

Die leute wollen tw. 50€ für vollig verkratze Scheiben. Absurd.

Das der Sound der Retro-Mario Brothers auch so ins Kontor schlägt wäre mir jetzt nicht bewusst - aber ich vermute mal dass es na noch abstruser läuft. Aber die sind ja eben auch nicht so cool :-)

Ick seh mich schon den 1,50m 90'er-CD-Turm koofn ;-)
Da ist sie ja schon .. :-)

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Mit SONIC-Computerspiel und Anleitug dazu :-)

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Und natürlich noch der Nachweis über die Pressung im BOD-Presswerk in Berlin
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Das Front-Cover hat farblich schon etwas nachgelassen, mein Eindruck.
 
  • #684
Die ganze Story mal zusammengefasst (mit Hilfe von KI):

Der blaue Igel aus Berlin: Wie ein Happy-Hardcore-Album Musik- und Familiengeschichte schrieb
Es ist das Jahr 1996. In den europäischen Clubs dröhnen die BPM-Zahlen in die Höhe, Eurodance und Happy Hardcore beherrschen die Charts, und ein kleiner blauer Videospiel-Igel namens Sonic feiert seinen Siegeszug im Multimedia-Zeitalter. Genau in dieser wilden Epoche kreuzten sich die Wege von globalen Konzernen, Stuttgarter Studio-Genies und einer Siebdruckerin im Berliner Wedding. Das Ergebnis? Ein heute sehr seltenes Musikalbum, das Sammlerherzen weltweit höherschlagen lässt.



Der Sound: Stuttgarter Rave-Kult im Igel-Kostüm
Musikalisch ist das Album „Sonic – The Hedgehog“ (Katalognummer: ARC-8800478) ein Paradebeispiel für den treibenden, fröhlich-skurrilen Sound der mittleren 90er-Jahre. Geprägt von der Hitsingle „They Call Me Sonic“, bietet die CD eine energiegeladene Mischung aus Happy Hardcore, Rave, Euro House und Hard Trance.
Verantwortlich für das musikalische Fundament zeichnet kein Geringerer als Felix Gauder. Unter dem Pseudonym „Oscar Oberheim“ goss das deutsche Produzenten-Mastermind – bekannt durch Megahits von Das Modul („Computerliebe“) und E-Rotic – die verspielte Videospiel-Ästhetik in ein radiotaugliches Rave-Gewand.



Das Objekt: Eine transatlantische Multimedia-Symbiose
Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht ist die CD ein faszinierendes Relikt der frühen Globalisierung. Es handelt sich um eine waschechte deutsch-niederländisch-japanische Co-Produktion:
  1. Die japanische IP: Der Gaming-Riese SEGA aus Tokio lieferte die strengen Lizenzen für seine Kultfigur.
  2. Die niederländische Connection: Das Label Arcade steuerte den Vertrieb und die Musikrechte bei (sichtbar am niederländischen STEMRA-Logo). Über deren Mutterkonzern DocData B.V. landete der Produktionsauftrag im konzerneigenen Netzwerk.
  3. Das Berliner Handwerk: Gepresst und bedruckt wurde die Silberscheibe in Deutschland – genauer gesagt im Berliner High-Tech-Presswerk BOD (Berlin Optical Disc) in der Gustav-Meyer-Allee (Gesundbrunnen). Und Felix Gauder in Stuttgart festigt diese Achse nochmal.
Auf der CD-ROM-Spur des Multimedia-Albums versteckt sich zudem ein echter Zeitgeist-Schatz: Neben dem Musikvideo läuft dort eine PC-Demo des legendären Sega-Prügelspiels Comix Zone, die damals nach einem 486er-Prozessor mit 33 MHz und sage und schreibe 4 MB RAM verlangte.



Vom Fließband in die Sammlervitrine
Das Besondere an diesem spezifischen Exemplar ist jedoch seine emotionale Herkunft. Während im Innenring der CD die Prägung „BOD ARC 8800478“ die Herkunft aus der Berliner Fabrik unumstößlich beweist, stammt der makellose, tiefblaue Siebdruck auf der Oberseite von einer ganz bestimmten Mitarbeiterin des Werks: Er wurde vor exakt drei Jahrzehnten von der Mutter des heutigen Besitzers (also mir / meiner Mutter 😎 ) persönlich an den Maschinen gefertigt.

Heute, rund 30 Jahre später, hat sich das Album zu einem hochpreisigen Kultobjekt entwickelt. Da die Tracks auf modernen Streaming-Plattformen wie Spotify fehlen, müssen Retro-Fans, Eurodance-Nostalgiker und Sega-Sammler auf dem Gebrauchtmarkt tief in die Tasche greifen: Unter 50 Euro ist die CD kaum noch zu bekommen, Spitzenexemplare knacken auf Plattformen wie Discogs auch schon mal die 90-Euro-Marke.
Für den mich ist die CD damit weit mehr als nur ein teures Sammlerstück oder ein Relikt der Rave-Ära – sie ist ein unbezahlbares, perfekt erhaltenes Stück Familiengeschichte und dient mir damit auch der eigenen Identitätsfindung- und -Bindung.
 
  • #685
Die sieht ja noch sehr gut aus fûr 30 jahre.da hat der Vorbesitzer ein guten Umgang mit der Cd geleistet. )). Aber das Booklet mit Cartoon sieht schon sehr spannend aus . Ein echter eye catcher. Ja das hat ein Wiedererkennungs Wert. Hast du das Werbe Video gesehen ? Hatte ich ja gepostet. 👍 Xd
Nein, den Werbeclip hatte ich im Eifer des Gefechts übersehen. Kannte ich aber auch noch gar nicht aber ist gut :-)
Das ganze Album hab ich jetzt 2-3 mal durchgehört und in Sachen Happy Hardcore ist es ein nahezu 100%iger Volltreffer.

Die Bassdrums- und -Lines sind teilweise die identischen wie bei Joost Klein heute (-> 'Capitalism ;-D' z.B.) Der ganze Geist ist nahezu identisch wie vor 30 Jahren. Es ist wirklich faszinierend, wie sich die Kreise hier alle schließen. Sogar die Pitch-Mickey-Maus-Vocals gibt es ja wieder wie bei dem Track '1' hier weiter oben auf der Seite.
Mal sehen, wo die Reise noch so hingeht.

Morgen müsste dann noch die letzte Happy Rave (10) eintreffen. Heute kam die zweite erste Happy Hardcore - da scheint wohl eine Fehlpressung/Druckung den Weg aus dem Werk gefunden zu haben - es gab einen Unschärferand der verschiedenen Druchdurchläufe durch falsch kalibrierte Maschinen - zudem war die Farbe deutlich blasser. Das muss ein Vorsereindruck gewesen sein. Dafür war die Musikseite technisch besser erhalten und die CD-Box als auch das Cover in deutlich besserem Zustand.

Bei meinen Eltern (er)wartet mich dann der Abschluss der Reihe in Form der Happy Hardcore 'School Edition', die ich dahin hab liefern lassen, da ich ab morgen im Urlaub bin. Also bestellen muss ich damit jetzt aus den beiden Reihen nichts mehr. Was nun noch kommt ist on top und nach Gefühl und Tageslust gewählt - wie der Sonic halt auch :-)
 
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  • #686

Lovelife - Hold Me (DJ Tizer's Scratch To The Maximum) 1996​



Found @ Happy Hardcore 6

Nachdem ich nun fast die gesamten Happy-Reihen durchhab ist DIESER Track (Lovelife - Hold Me (DJ Tizer's Scratch To The Maximum)) def. unter den Top-5 gelandet.

Hier passt alles und wurde alles auf die Spitze getrieben. UK-/Schotttland-lastige Breaks-Beat Basis, eine drückende treibende Rave-Attitüde, jede Menge Stabs und natürlich vor allem Scratches, 2 Breaks, wunderschön melodiöse Piano-Einlagen garniert von Pitch-Vocals. Das ganze in einem rasantem Tempo. Die Vocals sind von der Struktur her sehr komplex und brechen mit der üblichen Happy-Hardcore-Attitüde deutlich, die sonst ja eher von eingängigen Vocals lebt. Ein Höhepunkt der zweite Vocal-Einsatz nach dem zweiten Break ab 3:42. Die Emotion die von der Stimme in Kombination mit dem Piano und den Snares ausgehen ist phänomenal - geradezu berauschend.

Genau DAS macht den Reiz dieses Genres aus. Völlig überzogen und kompromisslos - keinerlei Grenzen - und dabei immer absolut stil- und treff-sicher.
Hier kommt mein Hirn erst so richtig in Fahrt. :-)
 
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  • #687
Hier ist so ein wunderbares Beispiel:

Mich haben erst die Vocals etwas abgeschreckt - weil sie kaum gepitcht sind - klingen wie von einem Jungen im Stimmbruch. Also so wie ich selbst zu genau jener Zeit :-) Ist man über diesen Schatten gesprungen .. Bammm! Happy Hardcore der so richtig rasant nach vorne schiebt und dabei gleichzeitig 'lieblich' bleibt und sein verspieltes Wesen nie verliert, wie der kindlich-naiv-verspielte Calypso-Bell-Sound, der sich durch das ganze Stück zieht beweist. Die 909 peitscht den Track zudem in fast schon schwindelerregende altbekannte Jam&Spoon-Dimensionen. Und Joost führt das Konzept nahezu 1:1 weiter.

So cool klang einfach kein anderer Computerspieleheld. Und so cool klangen auch die Schlümpfe nichtmal ansatzweise.

Sonic - Sonic & Tails


Ein Festival/Veranstaltung wo speziell dieser Happy Hardcore Sound gespielt wird habe ich leider noch nicht entdeckt. Es gibt Retro-Veranstaltungen für Hardcore, Hard Trance, Gabber, 90s Dance-Music/Euro-Dance. Aber speziell auf Happy Hardcore der alten Schule ausgerichtet gibt es eigentlich fast nichts :-/

Wer besser informiert ist sofort raus damit! :-)
 
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  • #689

Lovelife - Hold Me (DJ Tizer's Scratch To The Maximum) 1996​



Found @ Happy Hardcore 6

So, jetzt mal ne tiefergehende Analyse des Stücks, das mich so fesselt.

Die Ästhetik der Reizüberflutung: Wie Lovelifes „Hold Me“ im DJ Tizer Remix den Happy Hardcore dekonstruierte
Thema:
Musikwissenschaftliche Analyse / Synth-Kultur-Archiv

Abstract
Der 1996 erschienene Track „Hold Me (DJ Tizer's Scratch To The Maximum Mix)“ der Formation Lovelife gilt in der Retrospektive als die signifikanteste Zuspitzung und gleichzeitige Implosion des Happy-Hardcore-Genres. Während der zeitgenössische Mainstream-Rave der mittleren 1990er-Jahre zunehmend pop-orientierte Strophe-Refrain-Strukturen adaptierte, trieb dieser spezifische Remix die Kernmerkmale des Genres – Hyperaktivität, emotionale Hysterie und rhythmische Fragmentierung – in eine strukturelle Sackgasse. Der folgende Artikel analysiert die kompositionellen Finessen, die diesen Track zu einem evolutionären Endpunkt der Rave-Kultur machten.


1. Die Verweigerung der Pop-Formel: Die Reduktion auf den Exzess
Mitte der 1990er-Jahre vollzog Happy Hardcore (getrieben durch Acts wie Blümchen oder Charly Lownoise & Mental Theo) den Schritt in den kommerziellen Äther. Dies gelang primär durch die Rückbesinnung auf das klassische Pop-Songwriting: Eine beruhigende Strophe baute die Energie ab, die sich im Refrain entlud.
Der DJ Tizer's Scratch To The Maximum Mix verweigert sich dieser evolutionären Anpassung radikal. Der Track verzichtet vollständig auf das Konzept einer narrativen Strophe. Stattdessen operiert das Arrangement in einer permanenten Dauerschleife der Ekstase. Durch das Eliminieren jeglicher Entspannungsphasen kollabiert die traditionelle Spannungskurve; sie wird durch eine vertikale Schichtung von Reizen ersetzt. Der Track besteht funktional nur noch aus dem maximal verdichteten Refrain-Thema, das den Hörer ohne Atempause konfrontiert.

2. Die Anatomie der zwei Breaks: Emotion kurz vor dem psychotischen Ausbruch
Mit einer Laufzeit von rund fünfeinhalb Minuten ist das Werk für das Genre ungewöhnlich lang und komplex strukturiert. Das dramaturgische Rückgrat bilden zwei monumentale, vocal-dominierte Breaks. Diese Phasen des Beats-Verzichts dienen jedoch nicht der Erholung, sondern der emotionalen Übersteuerung:
  • Der erste Break: Etabliert die hochgepitchte, weibliche Vocal-Linie garniert von einem lebhaften gespielten Piano-Arpeggio. Durch das extreme Pitch-Shifting verliert die Stimme ihre menschliche Erdung, gewinnt jedoch an künstlicher, fast schmerzhafter Emotionalität. Die Phrasierung wirkt gehetzt, die Intonierung steht kurz vor dem melodischen Ausbruch.
  • Der zweite Break (Die akustische Kernschmelze): Hier kulminiert das Prinzip der gegenseitigen Übersteigerung. Die Harmonien und Vocals werden so dicht geschichtet und emotional derart zugespitzt, dass die Rezeptionsfähigkeit des Hörers an ihre Grenzen stößt. Es ist die bewusste Inszenierung eines euphorischen Nervenzusammenbruchs – das Gehirn kapituliert vor der schieren Informations- und Emotionsdichte - es ist gegen dieses neuronale Dauerfeuer schlicht Macht-, Hilf- und Wehrlos.

3. Das rhythmische Paradoxon: Bouncy-Bassline im Dauerscratch-Modus
Zwischen und unter diesen emotionalen Eruptionen operiert ein hochkomplexes rhythmisches Fundament. Der Track nutzt die für den schottischen Bouncy Techno typische, treibende und elastische Bassline bei einer Geschwindigkeit von über 170 BPM.
Das namensgebende Element – „Scratch To The Maximum“ – wird hierbei vom bloßen DJ-Effekt zum primären Hookline-Instrument erhoben. Die Turntable-Scratches laufen im Dauermodus. Sie sind derart schnell, abgehackt und hyperaktiv in die Bassline hineinkonstruiert, dass sie den hypnotischen Fluss des Standard-Rave-Beats permanent torpedieren. Es entsteht ein faszinierendes Paradoxon: Ein extrem treibender Rhythmus, der sich im Sekundentakt durch seine eigenen rhythmischen Fragmente selbst im Weg steht.

4. Das DJ-Dilemma: Das evolutionäre Todesurteil im Club-Kontext
Die kompositionelle Komplexität, die „Hold Me“ zu einem Meisterwerk des maximalistischen Raves macht, bedeutete gleichzeitig seinen kommerziellen und praktischen Tod auf den Dancefloors. Das Genre lebte in der Praxis vom schnellen, fließenden Ineinandergreifen standardisierter 16-Bar-Strukturen, obwohl Ein- und Ausleitender Teil durchaus zur Einbettung einladen ist er strukturell schwer zu handhaben. Der Remix von DJ Tizer erwies sich jedoch als weitgehend inkompatibel mit regulären DJ-Sets:
  1. Dramaturgische Blockade: Die überlangen, beatlosen Breaks (teilweise über eine Minute) entziehen dem Dancefloor abrupt die kinetische Energie. Im Kontext eines treibenden Sets reißt dadurch der physische Tanzfluss ab.
  2. Strukturelle Unberechenbarkeit: Durch die dichte Reihung von Scratches, Breaks und Tempowechseln verweigert der Track die für DJs notwendigen mathematischen Übergangspunkte (Mix-In / Mix-Out).
Aus diesem Grund war dem Track das Überdauern der 90er-Jahre verwehrt. Er ließ sich in quasi kein fließendes Liveset integrieren. Seine einzige funktionale Rolle im Club war die des „Last Tunes“ – das finale, zerstörerische Prachtstück am Ende der Nacht, das die Clubber völlig erschöpft und reizüberflutet entließ.

Fazit
Lovelife – Hold Me (DJ Tizer's Scratch To The Maximum Mix) ist kein gewöhnlicher Dance-Track, sondern das sakrale Monument einer Epoche an ihrer Belastungsgrenze. Er trieb das Konzept des Happy Hardcore so radikal auf die Spitze, dass dahinter nur noch die strukturelle Leere folgen konnte. Der Track war sich selbst im Weg, um zeitlos zu werden – und genau dieses kompromisslose Scheitern an der eigenen Hyperkomplexität sichert ihm seinen Platz als ultimativen Endpunkt der Old-School-Rave-Geschichte. :-)


 
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  • #690
SY & Eruption - 12'' Of Love (1997)


Gefunden, wo natürlich? - Genau auf der Happy Rave 7 CD1 - also wieder ein 'Familien-Erbstück' :-)
Die Sound-Qualität bei Youtbe ist mal wieder unter aller Sau. Von der originalen CD abgespielt, werden die Drums erst so richtig lebendig.
 
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