Hardware für psychoakustische Effekte

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Anonymous, 17. November 2013.

  1. Anonymous

    Anonymous Guest

    kennt jemand außer den Eventides noch hardware für psychoakustische Effekte ?

    Ich fände das viel spannender als noch ein chorus, delay oder flanger Gerät.
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    interessant aber leider fast noch teurer als Eventide...
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    kennt / benutzt jemand roland rss 10 oder rss 303 ?
    sind die nur für hall oder kann man da auch verrücktes mit anstellen?
     
  4. Alle mit der sogenannten Psychoakustik arbeitenden Effekte sind Geräte die mit Phasen- oder Laufzeitdifferenzen zwischen linkem und rechtem Kanal arbeiten. Etwas genauer:

    Wenn der Hörer in der Mitte vor zwei Lautsprechern sitzt, dann braucht ein Signal, das nur aus dem rechten Lautsprecher kommt, ein bisschen mehr Zeit zum linken Ohr als zum rechten Ohr (fleißige Menschen können den Wert aus der Entfernung der beiden Ohren und der Schallgeschwindigkeit ausrechnen; schlaue Bücher sagen mir, dass sie maximal ein knappe Millisekunde beträgt). Aus dieser sogenannten "Laufzeitdifferenz" erkennt unser Gehör zum Großteil, dass sich die Signalquelle rechts befinden muss.

    Wenn man das Signal gleich laut auf beiden Lautsprechern kommen läßt, dann wird es eigenlich als mittig wahrgenommen. Verzögert man aber eine der beiden Seiten um die Laufzeitdifferenz, so scheint das Signal mehr auf der nicht verzögerten Seite zu liegen. Das ist zum Beispiel ein psychoakustischer Trick.

    Das gleiche gibt es noch mit der Phasenlage: wenn eine regelmäßige Schallwelle zB von rechts kommt, dann bekommt das rechte Ohr den Druckanstieg mit, während das linke Ohr (abhängig von der Wellenlänge) gleichzeitig der Druckabfall der vorigen Welle mitbekommt. Diesen Unterschied nennt man die Phasendifferenz. Auch damit kann man eine räumliche Verortung suggerieren. Diese kann dann auch dazu führen, dass man glaubt Signale außerhalb der Stereobasis zwischen den Lautsprechern zu hören.

    Mit einem sehr kurzen Delay oder einem statischen Phaser kann man also schon sehr viel experimentieren.

    Ab dem in Klammern gesetzten Satz "abhängig von der Wellenlänge" wird aber klar, dass das eigentlich ein sehr komplexes Thema ist. Und dabei habe ich mindestens drei Aspekte des räumlichen Hörens noch garnicht erwähnt.

    Für Interessierte kann ich zB im Handbuch der Tonstudiotechnik von Michael Dickreither das Kapitel 3 "Schallwahrnehmung" sehr empfehlen. Im Web gibt es sicher auch prima Beschreibungen, zB (ohne dort jetzt nachgesehen zu haben) bei http://www.sengpielaudio.com
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    Es wäre echt genial, wenn es so was als desktop Gerät gäbe. Oder eine haptisch sinvollere Version der "V Machine".
     
  6. Um noch da drauf zu antworten: Damit kann man vergleichsweise wenig "verrücktes" anstellen, da der Effekt stark von der Hörposition abhängt. Wenn man nicht ruhig in der Stereomitte oder zumindest an einer gesicherten Hörposition sitzt, dann ists vorbei mir der sog. Psychoakustik. Live ist das zB ziemlich unbrauchbar. Das Zeugs wird hautpsächlich für Kino-Ton verwendet, da der Hörer im Kino eben die Hörposition nicht ändert.

    Im Radio oder auf Platte hat das nichts zu suchen, da nicht monokompatibel.
     
  7. swissdoc

    swissdoc back on duty

    The TC 1210 Spatial Expander + Stereo Chorus Flanger is the ultimate psycho-acoustic effectbased on the Haas effect or the 'Principal of First Arrival'.
    http://www.tcelectronic.com/de/tc-1210/
     
  8. naja, die wussten halt um einen coolen Werbesprech. Jeder Stereo-Flanger/Chorus und letztlich jedes Gerät, das künstlich Audio-Verzögerungen erzeugt, wirkt "psychoakustisch". Psychoakustik ist ja letztlich: ich führe dem Gehör eine bestimmte akustische Rahmenbedingungen vor, die das Gehör aufgrund evolutiver Erfahrungen mit bestimmten Sachverhalten verbindet, obgleich der Sehsinn dem Hirn sagt, dass das Gehörte nicht der Realität entspricht. Das gilt also für Hallgeräte oder Filter genauso.

    Den wenigsten Geräten gestehe ich das Attribut "psychoakustisch" tatsächlich zu. Eines der wenigen Geräte im Studiohardware-Markt, das wirklich sehr viel in der Beziehung berücksichtigte, war eben das RSS-10. Da legt man einen darzustellenden Raum fest und definiert dann die Position von Monoklangquellen in diesem Raum; das RSS-10 errechnet dann Erstreflektionen, Laufzeiten und Phasenlage (ob es auch Frequenzbedämpfung gemacht hat, weiss ich grade nicht). Eine derartige Eingabe von Raumdaten erlaubten diverse Hallgeräte auch, aber beim RSS-10 konnte man die Schallquelle im Raum bewegen und die ganzen Reflektions und Phasendaten änderten sich entsprechend in Echtzeit.

    Das RSS-10 kam aber eigentlich schon fast zu spät. Da waren die ersten rein rechnerbasierten Systeme schon am Start. Heutzutage gibt es sowas als Plugin (aber fragt mich bitte jetzt nicht, wie die heißen, ich habe mich nie weiter dafür interessiert).
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    mir würden ja die plug ins erst mal reichen aber rechner, soundkarte, latenz, schlepp schlepp ... pfui;-)

    da wäre was wie eine v machine schon super, wenn es was wäre, wo das bedienen spaß macht...

    (monokompatibilität und livetauglichkeit erst mal egal ..;-)
     

Diese Seite empfehlen