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[Holz] Arbeiten / Basteln mit Holz, DIY, Behandlungsmethoden usw.

  • #601
Supercooles Teil!
Das war erst der Auftakt meiner Lampen/Leuchtenserie, d.h. ich habe noch andere Quellen für Edelstahlreflektoren aufgetan...

Demnächst mehr davon (eine Standleuchte mit Fresnell-Linse, über die sich jeder Zahnarzt freuen würde...) ;-)
 
  • Gute Idee
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Michael Burman und Pete1
  • #602
Und wieder war es ein Schlendern durch den Bereich stark reduzierter Dinge, diesmal bei LIDL: zwei Metallkörbe, die mich zu einem Drechselprojekt anlässlich des im gleichen Monat sich ereignenden Muttertages inspirierten. Zugegeben, meine Frau ist nicht meine Mutter (was ja rein biologisch kaum Sinn ergeben würde...) aber sie hat sich dennoch ziemlich gefreut (glaube ich jedenfalls erkannt zu haben...).

Doch der Reihe nach!
Da die beiden Körbe mit je 30 Zentimetern Durchmesser nebeneinander gestellt doch einigen Platz einnehmen, kam mir eine horizontal übereinandergestapelte Positionierung in Form einer Obst-Etagere in den Sinn. Außerdem hatte ich noch einige abgelagerte Reststücke Bongossi-Holz und Reste vom Bau meiner Haustüre (aus alten Eichenbalken...) vorrätig und Gewindestäbe hat man ja sowieso in diversen Durchmessern immer im Haus. ;-)

Also zuerst das Bongossi-Material schnell auf der Tischkreissäge plus Schiebeschlitten per Augenmaß grob in eine oktogonale Form gebracht, damit das anschließende Drechseln ein wenig weniger hakelig und zügiger ablaufen konnte:

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Dieses Teil wurde letztlich zu dem zwiebelförmigen "Rotationsellipsoid" gedrechselt und sollte später das Topteil der Etagere bilden. Hier die fertig gedrechselten Teile, bis auf das erste Säulenteil (Bongossi, glänzend) noch ungeölt:

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Sämtliche Formen, Konturen und Dimensionen habe ich übrigens - entgegen meiner sonstigen Gepflogenheit, jedes Detail minutiös am PC millimetergenau vorzuplanen - ad hoc an der Drechselbank, quasi im Dialog mit dem Objekt entwickelt und umgesetzt. Wer genau hinguckt, sieht auch, dass sich ein Drechseleisen einmal im Werkstück verhakt und dabei eine ungewollte spiralförmige Spur im Holz hinterlassen hat. Ich hab's so gelassen und beim Zusammenstecken so positioniert, dass man den Fehler (oder sollte man sagen "happy accident"?) nicht sieht.

Die Säulenteile liegen auf dem späteren Sockelbrett, welches ich aus besagten Fachwerkbalken (daher die Löcher) durch Aufsägen per Bandsäge in Brettware und anschließendes Verleimen und Dickenhobeln gefertigt hatte. Die Zapfenlöcher waren noch zu kaschieren, also schnell ein paar Stopfen hergestellt:

1760195238989.jpeg

Eingeleimt in die Basisplatte konnte diese per Fräszirkel nun in Tellerform gebracht werden. Mittels Abrundfräser noch schnell die Kante verschönert, sah die Basisplatte dann so aus:

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Schnell mal alles zusammengesteckt (die Körbe waren noch nicht mit einer Zentralbohrung versehen):

1760195539574.jpeg

(Im Hintergrund sieht man übrigens mein Autoradioprojekt "Hotzenplotz™" , eine Jugendsünde aus den 80ern...)

Fertig aufgebaut und an Ort und Stelle im Wohnzimmer sieht das Ganze dann so aus. Die zwei gelben Delfine wollen übrigens Bananen sein und stehen stellvertretend für die spätere Komplettbestückung mit Obst. ;-)

1760195972752.jpeg

Meine Drechselmaschine?
Eine ganz kleine, einfache von GÜDE (geschonken gekrogen)

Meine Drechseleisen?
Ein Einsteigerset von Mannesmann
 

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M.i.a.u.: VEB Synthesewerk, Braunsen84, ganje und 4 andere
  • #603
Und wieder war es ein Schlendern durch den Bereich stark reduzierter Dinge, diesmal bei LIDL: zwei Metallkörbe, die mich zu einem Drechselprojekt anlässlich des im gleichen Monat sich ereignenden Muttertages inspirierten. Zugegeben, meine Frau ist nicht meine Mutter (was ja rein biologisch kaum Sinn ergeben würde...) aber sie hat sich dennoch ziemlich gefreut (glaube ich jedenfalls erkannt zu haben...).

Doch der Reihe nach!
Da die beiden Körbe mit je 30 Zentimetern Durchmesser nebeneinander gestellt doch einigen Platz einnehmen, kam mir eine horizontal übereinandergestapelte Positionierung in Form einer Obst-Etagere in den Sinn. Außerdem hatte ich noch einige abgelagerte Reststücke Bongossi-Holz und Reste vom Bau meiner Haustüre (aus alten Eichenbalken...) vorrätig und Gewindestäbe hat man ja sowieso in diversen Durchmessern immer im Haus. ;-)

Also zuerst das Bongossi-Material schnell auf der Tischkreissäge plus Schiebeschlitten per Augenmaß grob in eine oktogonale Form gebracht, damit das anschließende Drechseln ein wenig weniger hakelig und zügiger ablaufen konnte:

Anhang anzeigen 266388

Dieses Teil wurde letztlich zu dem zwiebelförmigen "Rotationsellipsoid" gedrechselt und sollte später das Topteil der Etagere bilden. Hier die fertig gedrechselten Teile, bis auf das erste Säulenteil (Bongossi, glänzend) noch ungeölt:

Anhang anzeigen 266390

Sämtliche Formen, Konturen und Dimensionen habe ich übrigens - entgegen meiner sonstigen Gepflogenheit, jedes Detail minutiös am PC millimetergenau vorzuplanen - ad hoc an der Drechselbank, quasi im Dialog mit dem Objekt entwickelt und umgesetzt. Wer genau hinguckt, sieht auch, dass sich ein Drechseleisen einmal im Werkstück verhakt hat und dabei eine ungewollte spiralförmige Spur im Holz hinterlassen hat. Ich hab's so gelassen und beim Zusammenstecken so positioniert, dass man den Fehler (oder sollte man sagen "happy accident"?) nicht sieht.

Die Säulenteile liegen auf dem späteren Sockelbrett, welches ich aus besagten Fachwerkbalken (daher die Löcher) durch Aufsägen per Bandsäge in Brettware und anschließendes Verleimen und Dickenhobeln gefertigt hatte. Die Zapfenlöcher waren noch zu kaschieren, also schnell ein paar Stopfen hergestellt:

Anhang anzeigen 266391

Eingeleimt in die Basisplatte konnte diese per Fräszirkel nun in Tellerform gebracht werden. Mittels Abrundfräser noch schnell die Kante verschönert, sah die Basisplatte dann so aus:

Anhang anzeigen 266395

Schnell mal alles zusammengesteckt (die Körbe waren noch nicht mit einer Zentralbohrung versehen):

Anhang anzeigen 266393

(Im Hintergrund sieht man übrigens mein Autoradioprojekt "Hotzenplotz™" , eine Jugendsünde aus den 80ern...)

Fertig aufgebaut und an Ort und Stelle im Wohnzimmer sieht das Ganze dann so aus. Die zwei gelben Delfine sollen übrigens Bananen sein und stehen stellvertretend für die spätere Komplettbestückung mit Obst. ;-)

Anhang anzeigen 266394

Meine Drechselmaschine?
Eine ganz kleine, einfache von GÜDE (geschonken gekrogen)

Meine Drechseleisen?
Ein Einsteigerset von Mannesmann
Drechselarbeiten sind zwar oft nicht so meins. Aber die liebevolle Ausführung und die sprachlich ambitionierte Beschreibung sind doch sehr fetzig (wie die jungen Leute wohl sagen würden ;) )
 
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M.i.a.u.: Area88
  • #604
Die zwei gelben Delfine sollen übrigens Bananen sein und stehen stellvertretend für die spätere Komplettbestückung mit Obst. ;-)
Es bietet sich wohl mindestens eine so bunte Bestückung mit Obst an, wie viele verschiedene Holzsorten in der Obst-Etagere verbaut wurden. :P
 
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  • Hmm
M.i.a.u.: Area88
  • #605
wie viele verschiedene Holzsorten in der Obst-Etagere verbaut wurden.
Es sind derer nur zwei, nämlich Bongossi und Eiche. Man muss bei der Auswahl des Obstes natürlich auf dessen Lagerfähigkeit bei Raumtemperatur achten. Bananen, Mandarinen, Apfelsinen, Äpfel, Birnen und bedingt auch Weintrauben stellen i.d.R. kein Problem dar. Man darf die Befüllung natürlich nicht ausschließlich als "Deko" ansehen und wochenlang unangetastet herumstehen lassen. Die Etagere soll ja zum Konsum von Obst anregen, also nicht nur hübsch aussehen, sondern neben dem praktischen Lageraspekt auch zur Förderung einer gesunden Ernährung beitragen.

Die manchem vielleicht etwas merkwürdig anmutende Materialkombination kommt eben dadurch zustande, dass es im Prinzip ein upcycling-Projekt darstellt, bei dem ich wieder einmal der Prämisse der Resteverwertung gefolgt bin:

Die Bongossistücke sind Kopfenden von Zaunpfählen, die wir vor vielen Jahrzehnten auf unserem Grundstück verbaut hatten. Die Eichenteile stammen aus einem offenen Fachwerk, welches ursprünglich als Raumteiler diente, dann abgebaut und jahrelang in unserem Pferdestall gelagert wurde. Die Ammoniakdämpfe der Stallluft haben das Holz infolge der langen Lagerung komplett durchdrungen und partiell in sogenannte Räuchereiche verwandelt, es somit eigentlich aufgewertet. Den größten Teil der Fachwerkbalken habe ich nach Auftrennung und Hobeln in Brettware verwandelt und diese zum Bau meiner neuen Haustüre verwendet. Zwei der kurzen Querriegel des Fachwerks, welche sich nicht für den Türbau eigneten bildeten schließlich das Ausgangsmaterial für die Etagere.

Den Bau der Türe werde ich nach Sichtung und Selektion des umfangreichen Bildmaterials vielleicht hier dokumentieren, falls Interesse besteht...
 
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M.i.a.u.: Phil999
  • #606
Man hätte durch Beizen die Farben zwar etwas angleichen können, dann allerdings wohl eher mit der Tendenz zum Nachdunkeln.
 
  • #607
Man hätte durch Beizen die Farben zwar etwas angleichen können
Klar, da hätte ich eine Angleichung der Eiche- an die Bongossiteile durch Einpinseln mit Kaliumdichromatlösung (K2Cr2O7) erreichen können. Die Gerbstoffe der Eiche (Gallotannine) haben nämlich die Eigenschaft, mit mehrwertigen Metallkationen sogenannte Chelatkomplexe zu bilden, die in der Regel farbig sind, was durch Absorption von bestimmten Wellenlängen des Tageslichts (400-800nm) zustande kommt. Im Falle der Chromatbeize sind es die +6-wertigen Chromat-Kationen, die von den Gallotanninen quasi "in die Zange" genommen werden und mit deren konjugiertem π-Elektronensystem (mesomeriestabilisiert) in Resonanz treten. Dadurch entsteht ein Absorptionsmaximum im Grünbereich des sichtbaren Lichts, sodass die Komplementärfarbe (hier ein schmutziges "Rotbraun") reflektiert wird. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert übrigens die "Gallustinte-Reaktion", wobei hier Eisen-III-Ionen im Spiel sind und die Eiche auf diese Weise "ebonisiert" (geschwärzt) werden kann.

War mir aber alles zuviel Buhai™. Ich finde das Objekt auch so wie es st, schön. Man soll ruhig sehen, dass da verschiedene Hölzer verarbeitet wurden (außerdem gelten Chromsalze als krebserregend...).
 
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M.i.a.u.: Phil999
  • #608
Habe mir im Sommer '25 einen Creality-FALCON-A1 (Diodenlaser) zugelegt und mittlerweile so einiges mit dem Gerät angestellt. Eines meiner letzten Projekte sind Schlüsselanhänger zum Entsperren von Einkaufswagen. Auslöser war der Umstand, dass meine Frau plötzlich ein solches Teil an ihrem Schlüsselbund hatte und zwar als Neujahrsgeschenk von unserer SPARKASSE.
Das "Kind im Manne" in mir quängelte "au habe!" und so entwarf ich flugs ein entsprechendes Teil mit meinem Vektorgrafikprogramm:

EK-Wagen-Schlüsselanhänger-CHIP..webp
Schnell noch als SVG-Datei in meine Cloudplatte exportiert, runter in die Werkstatt, dort den A1 nebst Laptop angeschmissen, die Datei importiert und losgelasert.

Tadaa:
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Natürlich muss das ganze millimetergenau passen, daher hier die erforderlichen Maße:

- Durchmesser des Münzsimulationskopfs™: 23,0 bis 23,3, hier 23,15mm
- Dicke: 2,2 bis 2,3mm

Auch hat man das entsprechende Ausgangsmaterial nicht so herumliegen, also laserte ich als erstes einen "Prototyp" aus einem Reststück Hartfaserplatte - aus einem IKEA-Möbel stammend - mit einer Dicke von 2,7 Millimetern. Dann habe ich natürlich noch haufenweise Schubladenteiler (aus meiner Apothekenzeit) in 1,5 bis 3mm Stärke aus Birkensperrholz (oder Gabun?, maweisetnitt...). Um auf die geforderte Dicke zu kommen leimte ich ein Eichenfurnier auf ein entsprechendes Sperrholzbrettchen und fertigte damit die beiden vorderen Exemplare.

Ein Testlauf mit allen Dreien bei KAUFLAND, REWE und ALDI ergab, dass der 2,7er Prototyp (ganz hinten im Bild) bei den beiden erstgenannten Märkten so gerade noch passte, bei ALDI jedoch nicht.

Mal sehen, wie lange die Dinger halten. Genügend Sperrholz-Schubladenteiler sind ja vorrätig... ;-)

Falls Interesse an der SVG-Datei besteht, hänge ich diese gerne noch an den Post.

PS: Der Witz an der Sache ist, dass man den PERMACHIP™ immer dabei hat (Schlüsselbund) und nur zum Entsperren des Einkaufswagens benötigt, also unmittelbar danach wieder herausziehen kann. Das leidige Problem mit den verlorenen (vergessenen) Chips entfällt somit.
 
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M.i.a.u.: sospro, klangsulfat, Pete1 und 4 andere
  • #609
Habe mir im Sommer '25 einen Creality-FALCON-A1 (Diodenlaser) zugelegt und mittlerweile so einiges mit dem Gerät angestellt. Eines meiner letzten Projekte sind Schlüsselanhänger zum Entsperren von Einkaufswagen. Auslöser war der Umstand, dass meine Frau plötzlich ein solches Teil an ihrem Schlüsselbund hatte und zwar als Neujahrsgeschenk von unserer SPARKASSE.
Das "Kind im Manne" in mir quängelte "au habe!" und so entwarf ich flugs ein entsprechendes Teil mit meinem Vektorgrafikprogramm:

Anhang anzeigen 274923
Schnell noch als SVG-Datei in meine Cloudplatte exportiert, runter in die Werkstatt, dort den A1 nebst Laptop angeschmissen, die Datei importiert und losgelasert.

Tadaa:
Anhang anzeigen 274924

Natürlich muss das ganze millimetergenau passen, daher hier die erforderlichen Maße:

- Durchmesser des Münzsimulationskopfs™: 23,0 bis 23,3, hier 23,15mm
- Dicke: 2,2 bis 2,3mm

Natürlich hat man entsprechendes Ausgangsmaterial nicht so herumliegen, also laserte ich als erstes einen "Prototyp" aus einem Reststück Hartfaserplatte - aus einem IKEA-Möbel stammend - mit einer Dicke von 2,7 Millimetern. Dann habe ich natürlich noch haufenweise Schubladenteiler (aus meiner Apothekenzeit) in 1,5 bis 3mm Stärke aus Birkensperrholz (oder Gabun?, maweisetnitt...). Um auf die geforderte Dicke zu kommen leimte ich ein Eichenfurnier auf ein entsprechendes Sperrholzbrettchen und fertigte damit die beiden vorderen Exemplare.

Ein Testlauf mit allen Dreien bei KAUFLAND, REWE und ALDI ergab, dass der 2,7er Prototyp (ganz hinten im Bild) bei den beiden erstgenannten Märkten so gerade noch passte, bei ALDI jedoch nicht.

Mal sehen, wie lange die Dinger halten. Genügend Sperrholz-Schubladenteiler sind ja vorrätig... ;-)

Falls Interesse an der SVG-Datei besteht, hänge ich diese gerne noch an den Post.

PS: Der Witz an der Sache ist, dass man den PERMACHIP™ immer dabei hat (Schlüsselbund) und nur zum Entsperren des Einkaufswagens benötigt, also unmittelbar danach wieder herausziehen kann. Das leidige Problem mit den verlorenen (vergessenen) Chips entfällt somit.

Sehr cool, bin gespannt ob die halten.
Schick aussehen tun sie ja schonmal.

Ich nutz die Dinger schon seit über 10 Jahren,
allerdings als 3D-Druck, weil leichter als die sonst gängigen aus Metall.
Finde diese vom Formfaktor praktischer, weil platzsparender am Schlüsselbund:

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M.i.a.u.: Area88 und onkelguenni
  • #610
Ich nutz die Dinger schon seit über 10 Jahren,
Ich finde die normalen immer auf dem Supermarkt-Parkplatz... habe immer 1-2 im Portemonnaie. Die mit Griff hat mir vor kurzem eine Dame gezeigt, kannte ich noch nicht.
Da frage ich: Wo ist meine Sparkasse da, wenn man sie mal braucht?
 
  • HaHa
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M.i.a.u.: Miks, Area88 und robworld
  • #613
Äh... lass das ;-) .



Und sind auch sonst sehr toxisch. Dat willze nich anne Lebensmittels haben. Lösliche Chromate sind echt nicht ohne.

(Und ja, ich bin vom Fach - nämlich Chemiker.)
'schweiß. ;-)

Chromatbeize war früher ja Gang und Gäbe, so für Gelsenkirchener Barock und Shippendale-Möbel, dakonze mit auf Mahagoni trimmen, woll. ;-)

Scherz beiseite, ich hab' selbst schon Chromatbeize auf Eiche verwendet, allerdings gefiel mir der Rotbraunton anschließend nicht. Bin dann nochmal mit 30%iger Wasserstoffperoxidlösung drüber, was dann zur Aufhellung und zum Farbumschlag Richtung Graugrün (Änderung der Oxidationsstufe der Cr-Ionen?) führte.
Oder ein IKEA-Trittleiterchen aus Buche: Erst Dichromatlösung drauf, trocknen (ge)lassen, dann mehrfach Klarlack drüber, fertisch. Geht ein wenig in Richtung gelaugter Eiche...

Ich mach mal Fotos von den Oberflächen diverser chromatbehandelter Holzprojekte und melde mich wieder...
 
  • #614
So. Fotos sind gemacht. Hier wie angekündigt meine Erfahrungen mit diversen Reaktionsbeizen:

1. IKEA-Bekväm Tritthocker aus Rotbuche. Behandelt mit Kaliumdichromat-Lsg. und klarlackiert:
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2. Bänkchen Marke Eigenbau zum Draufstellen von Dekozeugs (steht vor Fensterfachwerk), ebenfalls aus Rotbuche, behandelt wie der Tritthocker: (unter LED-Licht fotografiert, daher die abweichende Farbtemperatur...)
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3. Treppchen Marke Eigenbau aus Douglasie und Eiche, behandelt mit Kaliumdichromat-Lsg.; die Eiche wurde zunächst Rotbraun wie Mahagoni, was mir absolut nicht gefiel und der Alchimist in mir dann zu einer Aufhellung mit konzentrierter (30%-iger) Wasserstoffperoxidlösung riet. Nach Trocknung mit Klarlack endbehandelt:
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4. IKEA-Bekväm Servierwagen aus Birke-Massivholz, gebeizt mit Tannin und anschließend bestrichen mit Kaliumdichromat- und Eisen-III-Chlorid-Lsg., Endbehandlung nach dem Trocknen mit Hartwachsöl von LIDL. Es war spannend zu sehen, wie die beiden Metallkationen sich um ihre jeweilige Position in den entstehenden Chelatkomplexen quasi "zankten". Die Holzoberfläche zeigte währenddessen ein Verhalten, das an ein Chamäleon erinnerte:
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5. Bücherschrank Marke Eigenbau aus stabverleimter Rotbuche, behandelt mit Eisen-II-Gluconat-Lsg., anschließend mehrfach mit einer äthanolischen Schellack-Lösung mit einsuspendiertem, gelbem Bienenwachs (Rezeptur aus "Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis") poliert. Das Lustige - weil unerwartete - dabei war, dass mein ursprünglich angestrebtes Ziel - nämlich den Look von gelaugter Eiche nachzuahmen - zunächst erreicht schien, aber innerhalb weniger Monate eine extreme Nachdunklung stattfand und zwar vornehmlich dort, wo keine Gegenstände (hier Bücher, etc.) die Einwirkung von Tageslicht unterbanden. Es scheint also eine Änderung der Oxidationsstufe von Eisen-II zu Eisen-III stattgefunden zu haben:
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Wo ein entnommenes Buch anfänglich mit einem hellen Schatten auf dem Holz seinen Standort verriet, ist im Lauf der Jahre eine nahezu gleichmäßige Nachdunklung erfolgt, sodaß dieser Effekt verschwunden ist.

Mittlerweile habe ich mich an diese palisander-ähnliche Färbung gewöhnt... ;-)
 
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M.i.a.u.: Miks, robworld, VEB Synthesewerk und 2 andere
  • #615
Eines meiner Projekte, die ich nur Dank des Diodenlasers realisieren konnte, ist ein Akkukästchen für MIGNON- und MICRO-Zellen, die wahrscheinlich in jedem Haushalt zu finden sind.

Es sollten insgesamt 44 MIGNON-Zellen und 16 MICRO-Zellen untergebracht werden, was man eben so braucht zur Bestückung von Fernbedienungen, Wetterstationen, Thermometern und Dekogedöhns™ oder gar einem noch vorhandenen YAMAHA KX1. ;-)

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Als vorwiegendes Ausgangsmaterial diente 3mm Hartfaserplatte, die zuvor ihr Dasein als Rückwand in einem IKEA-Möbel gefristet hatte. Daraus sollte ein gitterförmiger Setzkasten zur Unterbringung aller Akku-Zellen nach folgendem Prinzip entstehen:

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Die Abdeckplatte für dieses Gitter war auch schnell entworfen:

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Bei der probeweisen Bestückung mit den unterschiedlich hohen Zellen fiel mir dann auf, dass es sinnvoll wäre, für einen Höhenausgleich zu sorgen, damit die Kopfenden (=Pluspole) der Zellen gleichviel aus der Deckplatte herausragen:

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Die prinzipielle Anordnung der zu lasernden Elemente sollte dann so aussehen:

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Sämtliche 3mm-Teile passten wunderbar auf den Arbeitsbereich meines Diodenlasers (Falcon A1):

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Die für den Höhenausgleich der beiden vorderen MICRO-Zellreihen erforderliche Platte aus 6mm Sperrholz sieht so aus:

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Nach dem Lasern der ca. 30 Einzelteile wurden diese unter Zuhilfenahme eines uralten Schlosserwinkels zur Einhaltung der Rechtwinkligkeit ineinandergefügt, mittels Klebeband an den vier Außenkanten fixiert und unter Ausnutzung der Kapillarwirkung durch Auftropfen von Cyanacrylatkleber auf die ober- und unterseitigen Stoßfugen verklebt:

1768900349340.webp (Klebeband schon abgezogen)

Nach Aushärtung wurden die später senkrecht verlaufenen Stoßfugen erneut mit Acrylatkleber benetzt. Um diesen Vorgang so effizient wie möglich zu gestalten positionierte ich das Werkstück um 45° gedreht, sodass der Klebstoff freiwillig in die Fugen wanderte:

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Diese Prozedur wurde mit zwischengeschalteten 90°-Drehungen solange wiederholt, bis sämtliche Fugen allseitig mit Klebstoff gefüllt waren:

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Sodann erfolgte die Hochzeit der gelochten Deckplatte mit dem Gitterkonstrukt, ebenfalls durch kapillarwirkungsgestütze Verklebung mit Sekundenkleber:

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Nach Abschleifen der Klebstoffreste sowie der minimalen fertigungstoleranzbedingten Überstände und mehrfaches Sprühlackieren sah der Akku-Lochkasten dann so aus:

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Als Einhausung benötigte diese Akkuhalterung natürlich noch ein standesgemäßes Kästchen, das aus einem Paulowniabrett und etwas Kleiderschrankrückwand (6mm Sperrholz) - alles aus der Restekiste - zu bauen war:

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Für die Mantelfläche wurde hierzu das Paulowniabrett auf der Kappsäge auf Gehrung in 4 Teile zerlegt und diese jeweils an beiden Längskanten auf der späteren Innenseite mit einem 6x6mm Falz versehen, sodass dort später Boden und Deckel aus 6mm Sperrholz eingeleimt werden konnten. Um Rechtwinkligkeit zu erzielen, kam auch hier wieder mein uralter Schlosserwinkel hilfreich zum Einsatz:

1768900502404.webp

Was man nicht sieht, ist die Paketklebebandmethode: d.h. alle 4 miteinander zu verbindenden Teile werden mit der späteren Aussenseite nach oben an einem möglichst schnurgeraden Objekt (z.B. Wasserwaage) ausgerichtet, spalt- und überlappungsfrei aneinandergeschoben und die Stoßstellen mittels Paketklebeband fixiert. Dieses Konstrukt dreht man dann vorsichtig entlang seiner Längsachse um 180°, sodass die nun nach oben weisenden Gehrungsschnittflächen beidseitig (da Hirnholz) mit Leim bestrichen werden können. Sodann klappt man das Ganze zu einem Rechteck zusammen und fixiert die verbliebene Stoßstelle zwischen dem ersten und dem letzten Brettchen wieder mit Klebeband. Anschließend positioniert man diesen Mantelflächenrohling in besagtem Schlosserwinkel und setzt noch einen Eckspanner drauf um die Gehrungen formschlüssig und winkelgerecht zusammenzupressen.

Erst jetzt fertigte ich Boden- und Deckelelemente aus dem erwähnten 6mm-Sperrholz. Eventuelle Fertigungstoleranzen im Bereich weniger Zehntelmillimeter können bei dieser Vorgehensweise noch ausgeglichen werden. Bei der Vereinigung von Boden, Deckel und Korpus konnten meine zahlreichen Zwingen wieder ihre Unentbehrlichkeit unter Beweis stellen:

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Nach dem Abbinden dieser Verleimung erfolgte die Auftrennung der bis dahin geschlossenen Schachtel auf dem Schiebeschlitten in Bodenelement und Deckel. Zur Anbringung eines Klavierbandes wurden dann noch entsprechende Fräsungen angebracht, sodass das Scharnier bei geschlossener Box nirgendwo störend herausragt:

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Um selbst das minimalste Verrutschen des Klavierbandes währen der Verschraubung zu unterbinden - welches sich im fertigen Objekt als hässliche Flankeninkongruenz™ geäußert hätte - wendete ich folgenden Trick an:

Im ersten Schritt verklebte ich die untere Lasche des Klavierbandes mit wenigen Punkten Sekundenkleber mit dem Bodenteil des Paulowniakästchens, dann erst erfolgte die Verschraubung dieser Lasche. Nun klappte ich die obere Lasche in die geschlossene Position, setzte das Deckelelement formschlüssig und präzise auf das Basisteil, fixierte dieses "Sandwich" mit Schnellspannzwingen und stellte das Ganze auf die spätere Vorderfläche, sodass die Scharnierseite nun waagerecht positioniert war. Wiederum unter Ausnutzung von Kapillarwirkung und Schwerkraft konnte ich nun gezielt Sekundenkleber in die Stoßfuge zwischen Deckel und oberer Scharnierlasche einträufeln. Dabei musste ich natürlich höllisch aufpassen, nicht die Scharnierachse zu benetzen. Nach wenigen Minuten Wartezeit war auch diese Verklebung ausgehärtet und der Deckel konnte nun - ohne Gefahr des Verrutschens - mit dem Klavierband verschraubt werden.

Man könnte natürlich zum Vorbohren sogenannte "Scharnierbohrer" nehmen, die eine "automatische" Zentrierung des Bohrers bewirken sollen. Diese Methode hat sich bei mir aber nicht bewährt, weil diese Bohrer zu große Fertigungstoleranzen aufweisen, d.h. die Bohrungen sitzen nie exakt zentrisch, sondern der Bohrer wird von den unterschiedlich harten Bereichen im Holz (Xylem versus Phloem) gelenkt und geht quasi den Weg des geringsten Widerstandes. Ist das Scharnier aber bereits verklebt, werden die bei der Verschraubung auftretenden Scherkräfte aufgefangen und die Schrauben beugen sich (im wahrsten Sinne) dem Zwang der durch die Lochung vorgegebenen Positionierung.

Das fertige Werkstück wurde dann noch geschliffen, zweimal mit CLOU-Arbeitsplattenöl behandelt und konnte nun seiner endgültigen Bestimmung zugeführt werden:

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M.i.a.u.: sospro, Michael Burman, Braunsen84 und 6 andere
  • #617
Bisher hatte ich regelmäßig Probleme mit der Späneabsaugung an meinem METABO-Dickenhobel und zwar dergestalt, dass ab einer gewissen Nutzungszeit eine Verstopfung der Absaugeinheit auftrat. Das ging dann ab dem soundsovielten Brett so weit, das mir die Hobelspäne nur noch entgegenflogen und nichts mehr davon im Zyklonabscheider landete. Das plane Auflegen des nächsten Bretts war dann schon ein Kunststück und die Ergebnisse bezüglich konstanter Spanabnahme unterlagen einer gewissen Varianz, ganz abgesehen davon dass meine Garage anschließend komplett mit Bergen von Spänen zugesaut war.

Kurzum: Abhilfe war dringend vonnöten.

Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass meine bisherige Gerätekonstellation "Hobel-> 70mm-Schlauch ->Zyklonabscheider->ROWENTA-Sauger" suboptimal war, weil der erforderliche Volumenstrom nicht ausreichend sein sollte. Da meine Frau mir aber beim Hobeln der Eichenbretter für den Türbau geholfen und somit brühwarm miterlebt hatte, wie sich eine verstopfte Absaugung auswirkt, gelang es mir ohne großartiges Quängeln sie von der Notwendigkeit der Anschaffung einer Absauganlage mit adäquatem Volumenstrom zu überzeugen.

Ich entschied mich aus Kostengründen für ein preiswertes Modell des Herstellers BERNARDO, welches zudem noch ein Faltenfilter zur Abscheidung von Stäuben besitzt. Außerdem ist dieses Gerät endlich mit einem 100mm Schlauchanschluss versehen, der formal betrachtet besser auf den Absaugstutzen des METABO-Hobels passt:

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Nach Inbetriebnahme der nun angeblich "optimierten" Absaugung stellte sich aber heraus, dass immer noch nach längerer Nutzung oder stärkerer Spanabnahme eine Verstopfung der Absaugdüse eintrat. Schaut man sich letztere im Detail an wird klar, dass die geometrische Ausführung dieses Bauteils zwei grobe Designfehler beinhaltet:

1. Es erfolgt eine unnötige, diskontinuerliche Querschnittsverengung bei Verwendung des empfohlenen 100mm-Absaugschlauchs.
2. Die abzutransportierenden Späne werden beim Eintritt in die Absaugdüse in ihrer Flugbahn abrupt um ca. 90° abgelenkt, prallen dabei auf die Innenwand der Absaugung und verlieren zwangsweise kinetische Energie, die unnötigerweise vom Volumenstrom wieder aufgebracht werden müsste, um einen effizienten Abtransport zu gewährleisten. Hinzu kommt ein konstruktionsbedingter, kontinuierlicher Abfall des Volumenstroms und Unterdrucks von der Schlauchöffnung hin zur schmalsten Stelle der Absaugdüse, sodass sich dort im Zusammenspiel mit turbulenter - statt laminarer - Strömung die ersten Hobelspäne ablagern und sich dem Abtransport letztlich entziehen. Dieser initiale Verstopfungskern wächst dann im laufenden Betrieb innerhalb kürzester Zeit in Richtung der Schlauchöffnung, bis schließlich ein kompletter Verschluss erzeugt ist:

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Und ich dachte bisher immer: "Dem Inschenör ist nichts zu schwör..." ;-)

Pustekuchen! Schaut man sich bei anderen Herstellern baugleicher oder zumindest -ähnlicher Dickenhobel wie Scheppach, VEVOR, Makita, Güde usw. um, muss man enttäuscht feststellen, dass diese Designfehler meist ohne jede Intention sich von den Mitbewerbern abzuheben, kritiklos kopiert werden.

Der Blick in das YT-Video des französichen Kollegen der Hobbybastlerzunft "dbbois" war dann die Initialzündung für mich, ein für allemal Abhilfe zu schaffen:



Allerdings hatte ich bei dessen Entwurf noch zweierlei Dinge zu bekritteln™, die ich bei meinem Projekt besser machen wollte:

Zum einen gilt es ja Turbulenzen im Luftstrom zu minimieren, damit möglichst viel kinetische Energie vom Volumenstrom auf die Späne übertragen wird. Somit ist jede abrupte Querschnittsänderung in der Absaugdüse dieser Zielsetzung hinderlich, ergo macht es wenig Sinn einen Knick in die obere Fläche des Absaugtrichters einzubauen.

Zum anderen hielt ich es für wenig sinnvoll, den Ausgabebereich des Hobels durch waagerechte Anordnung der Düse unnötig zu verengen, da das gehobelte Material dann eventuell an der Absaugtüte entlangschrammt und der möglicherweise herabhängende Schlauch ebenso die Materialausgabe behindert.

Bis zur finalen Entscheidungsfindung entwarf ich mehrere Konstruktionsprinzipien von denen eines axial betrachtet wie folgt aussehen sollte:

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Die Adaptation einer schmalen, rechteckigen hobelseitigen Auslassöffnung an eine kreisrunde, schlauchseitige Öffnung wird hier durch 36 Fahrradspeichen erzielt, die ganz simpel in entsprechende Bohrungen der ein- und ausgangsseitigen Adapterplatten gesteckt und verklebt werden. Die dieses Kunstrukt nach außen hin abdichtende Mantelfläche wäre durch Umwickeln des Speichenkorbs mit mehreren Lagen elastischer Mullbinde und anschließendes Tränken dieser textilen Schicht mit einem Zweikomponenten-Harz zu bewerkstelligen gewesen. Als Ergebnis hätte ich einen ohne durch Diskontinuität gestörten Übergang zwischen der rechteckigen und der kreisförmigen Querschnittsfläche verwirklicht. Eingedenk der Tatsache, dass ich das Endgewicht dieser Lösung nicht abschätzen konnte und diese Gewichtskraft infolge Hebelwirkung die geräteseitige Verschraubung mit ebenso kaum quantifizierbaren Scherkräften belastet hätte, verwarf ich diesen Plan.

Besitzer eines 3D-Druckers mit entsprechendem Bauraum werden bei dieser Problemstellung wahrscheinlich müde lächeln... ;-)

Als Kompromisslösung kristallisierte sich letztlich eine Abwandlung des französischen Vorbildes heraus, die in der Seitenansicht so aussehen sollte:

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Als Ausgangsmaterialien verwendete ich 19mm eschefurnierte Tischlerplatte, Sperrholzplatten unterschiedlicher Dicke, 8mm Plexiglas (ehemaliges Apotheken-Transparent), 6mm Riffeldübel, D3-Leim, etwas Spachtelmasse, modifizierten Silberlack, ein Stück PVC-Rohr und extrem überlagerten Silikonkautschuk.

Wegen der erzielbaren Präzision benutzte ich meinen Diodenlaser (Falcon A1), um die Endkonturen auf das jeweilige Rohmaterial zu übertragen, während der eigentliche Zuschnitt dann auf der Tischkreissäge (Scheppach HS105) mit Winkelanschlag bzw. Schiebeschlitten erfolgte. Die innenseitigen Nuten der Flankenteile zur späteren Aufnahme des Sperrholzbodens wurden ebenfalls auf der HS105 erstellt, während die Falze zur Aufnahme der Plexiglasabdeckung am Frästisch realisiert wurden.

Die 100mm-Adapterplatte wurde zunächst mit den Stirnseiten der Flanken der Absaugtüte stumpf verleimt, wobei das trapezförmige Sperrholz - in Stellvertretung des final vorgesehenen Plexiglasfensters - nur temporär in die entsprechenden Falze eingeschraubt war:

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Nach probeweisem Einschieben des Sperrholzbodens...

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...konnte dieser verleimt werden:

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Nach dem Aushärten bot sich als nächster Schritt die formschlüssige Entfernung der Überstände an der 100mm-Adapterplatte mittels Japansäge an:

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Es ist immer wieder erstaunlich, wie exakt man mit einer Japansäge arbeiten kann:

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Nun war der Zeitpunkt gekommen, die Verbindung zwischen Flanken und Adapterplatte durch Einleimen von Riffeldübeln zu stabilisieren:

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Das Konstrukt hatte nunmehr genügend Stabilität, sodass die oberseitige, nur verschraubte Platzhalterplatte entfernt werden konnte und das 8mm starke Plexiglas schonmal probesitzen durfte:

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Nach Sicherstellung der Passgenauigkeit konnte die maschinenseitige Adapterplatte angeleimt werden, wobei zur Erzeugung des nötigen Anpressdrucks wegen der verwinkelten Geometrie keine Zwingen, sondern Paketklebeband zur Anwendung kam:

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Nach Trocknung der Verleimung über Nacht konnte zum Test eine erste Montage an der Hobelmaschine vorgenommen werden. Alles passte wie Arsch auf Eimer: (...das sagt man in Fachkreisen so. ;-) )

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Nach dem Grundieren und Spachteln sägte ich mir aus einem alten PVC-Rohr mittels einer feingezahnten Japansäge zwei keilförmige Inlays...

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...und verschraubte diese an den entsprechenden Stellen um zu verhindern, dass sich in den beiden unteren Innenecken der Absaugdüse Hobelspäne während des Absaugens ansammeln was im Betrieb dann möglicherweise wieder zu einer Verstopfung der Ausgangsöffnung geführt hätte:

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Sodann wurde die Innenfläche der Absaugdüse schwarzmatt-lackiert und der 100mm Stutzen für den Absaugschlauch mittels Kartuschenklebstoff auf Acrylatbasis eingeklebt:

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Um mein Projekt noch ein wenig aufzuhübschen, laserte ich mir aus einem Reststück 6mm-Sperrholz noch eine ringförmige Manschette für den Absaugstutzen:

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Natürlich musste auch eine professionell anmutende Beschriftung her, also entwarf und laserte ich schnell ein passendes Schildchen, welches später auf die Plexiglasabdeckung geklebt werden konnte:

1769590498183.webp

Zur Einhaltung der durch den Metabohobel vorgegebenen Formensprache - die Absaugeinheit sollte ja nicht wie ein angebastelter Fremdkörper wirken - wurden nicht nur die Außenkanten mit entsprechenden Radien abgerundet, sondern es musste natürlich auch eine passende Lackierung der Außenflächen her. Angedacht war eine silberfarbene Hammerschlaglackierung.

In Ermangelung eines solchen Lacks und eingedenk der Tatsache, dass ich in meinem Sammelsurium an Anbrüchen diverser Anstrichmittel nur noch ein angebrochenes Döschen silberfarbenen Kunstharzlacks auf Lösemittelbasis vorrätig hatte, riet der mir innewohnende Alchimist zur Erzielung eines Hammerschlageffekts besagtem Silberlack wenige Tropfen Silikonöl - gelöst in Universalverdünnung - beizumengen.

Obwohl letzteres tadellos funktionierte - d.h. es entwickelte sich tatsächlich bei Anwendung der entsprechenden Stupftechnik beim Farbauftrag ein dezenter Hammerschlageffekt - hatte ich nicht bedacht, dass ein auch nur minimales Zuviel an Silikonöl zu einer gewissen Flutschizität™ der so erzeugten Oberfläche führen könnte. Das hatte dann auch prompt beim weiteren Hantieren mit dem zwischenzeitlich getrockneten Werkstück zur Folge, dass mir ebendieses ohne jede Ankündigung aus den Händen glitt und mein reflexartig einsetzendes Herumgefuchtel mit der Zielsetzung, das Teil noch vor dem Aufprall auf den Boden wieder einzufangen, lediglich zu einer weiteren Beschleunigung desselben inklusive Änderung der prognostizierten Flugbahn führte. Kurzum: Das Teil titschte erst auf die Bernardo-Absauganlage, prallte - einen dreifachen Rittberger rückwärts vollführend - dort ab und landete schließlich eher weniger elegant einige Meter vom Startort entfernt zu Füßen des Frästischs.

Die entstandenen Schäden hielten sich gottseidank in Grenzen und konnten mit ein wenig Cyanacrylatkleber und einer erneuten, finalen Lackierung behoben werden, sodass nach deren Trocknung die Einklebung der Plexiglasplatte angegangen werden konnte:

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Nach Anbringung des Typenschildchens...

1769590560844.webp

...stand der "Gebrauchsabnahme" nun endlich nichts mehr im Wege und es war äußerst befriedigend, als Resultat meiner Arbeit die Späne fliegen zu sehen, ohne dass sich ein Stopfen bildete:

Anhang anzeigen CHIPEX in action - IMG_0564 - Kopie.mov

Fazit:
Der Aufwand, eine eigene Absaugvorrichtung für den Dickenhobel zu entwickeln, hat sich absolut gelohnt.
Auch weiß ich jetzt, dass überlagerter Silikonkautschuk - selbst wenn er von der Konsistenz her noch brauchbar erscheint - nicht mehr polymerisiert und eher die Eigenschaften von Knetmasse beibehält... ;-)
 

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Bett gebaut 🤷🏻‍♂️IMG_20260213_123210_346.webp

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100% Eiche Vollholz, Liegefläche 160x200

Der Rahmen besteht aus kammergetrockneten Eichenbalken 9x15,
Die Füße aus einer aufgetrennten und dann stapelweise verleimten Arbeitsplatte, und das Kopfteil aus drei Schwartenbrettern...Arbeitsplatte und Schwartenbretter von Bauhaus, die Balken musste ich mir liefern lassen - kamergetrocknete Eichenbalken sind fast nicht zu bekommen.

Da ich eigentlich immer ein Bett aus Altholz haben wollte, wurden Rahmen und Füße so behandelt dass sie alt aussehen - Macken mit der Flex/Fächerscheibe rein gemacht, mit Messingbürstenaufsatz gebürstet, dann mit 120er und 180er und 240er Körnung geschliffen.
Kopfteil nur geschliffen als Kontrast.
Alles schwarz geölt, man sieht den Eichencharakter noch deutlich, aber es hat ne schöne Farbe...

Der Rahmen innen ist mit 8x80er Gewindeschrauben, im Rahmen mit einer Einschraubhülse/Gewindeflansch befestigt, das Mittelteil hat noch zwei Füße und liegt auf Winkeln am Kopf und Fußteil.

Kosten - insgesamt ca. 750€ (Holz, Schrauben, Leim, Farbe).

Bauzeit wegen Feierabend/Keller/nicht immer Bock ca. 6 Wochen...
 
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Welches Öl hast Du für die Oberflächenbehandlung genommen und wie hast Du die Überblattungen (Eckverbindungen) der Eichenbalken fixiert?

Das war ein Colour Hartwachsöl, Pepper Black, von Oil Natura

Die Überblattungen habe ich gar nicht fixiert 😄 die Balken sind von unten mit Holzdübeln in den Füßen befestigt, durch das hohe Gewicht (Bett wiegt knapp 150kg) hält sich das von selbst ..das bekommen meine Frau und ich mit unseren fast 50 Jahren nicht mehr losgerappelt 😜
 
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100% Eiche Vollholz, Liegefläche 160x200
Der Rahmen besteht aus kammergetrockneten Eichenbalken 9x15,
Erinnert optisch ein wenig an meinen (nicht selbst gebauten) Futon. Allerdings: wenn mein Futon Mini Maus ist, ist dieses Bett Kater Karlo. Oder die drei Panzerknacker zusammen.
Massiv, aber schön. Auch die Nachttische.
 
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Danke :-) die Nachttische sind einfach alte Kisten mit Ner Platte und bedruckten Fotofliesen drauf. Bei mir Nepal, Marsyangdi Tal, und bei der liebsten Sonnenuntergang auf Korfu.
Wir hatten Glück im Unglück - die ersten bedruckten Fotofliesen gingen beim Transport kaputt, so konnten wir farblich passendes Mosaik drum herum kleben ;-)

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