Neu

[Holz] Arbeiten / Basteln mit Holz, DIY, Behandlungsmethoden usw.

  • #631
Absolut! Sehr ordentliche Arbeit und top Dokumentation. Wenn ich einen Hut hätte würde ich jetzt abnehmen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Miks
  • #632
…tolles Projekt - klasse Ausführung - superschönes Endergebnis! - Glückwunsch!…

mit dem Fund eines Eichenstamms am Straßenrand

…zu diesem Thema gäbe es klare ‚Meinungen‘ - um das Wort ‚Rechtsprechung‘ zu vermeiden…
 
  • #634
@Area88: WOW !!! Wenn man den Aufwand an Menschenarbeitszeit und Maschinenarbeitszeit / Werkzeugarbeitszeit in Geld umrechnet, welcher Preis des Tisches würde da wohl rauskommen ... :mrgreen:
 
  • Hmm
M.i.a.u.: Area88
  • #635
1778962617543.webp
@Area88
Was für ein Fräser! Teufelszeug für maschinellen Vorschub! Hoffe ich.
Oder gewagten Handvorschub?
 
  • #636
Anhang anzeigen 287490
@Area88
Was für ein Fräser! Teufelszeug für maschinellen Vorschub! Hoffe ich.
Oder gewagten Handvorschub?

Gut, dass Du den Fräser nochmal ansprichst!
Das Teil hat mir weniger wegen möglichen Kickbacks bei manuellem Vorschub Kopfschmerzen bereitet, denn dagegen habe ich ja als Präventivmaßnahme den Frässchlitten (=Coping-Sled) eingesetzt. Dabei wird das Werkstück mit vier Klemmen auf der Basisplatte (Siebdruckplatte mit rauher Oberseite und glatter Unterseite) spielfrei fixiert und die zu bearbeitende Hirnholzkante in definiertem Abstand am Fräskopf im Gegenlauf (!) vorbeigeführt.

Die 8mm dicke Plexiglasplatte fungiert nicht nur als Schutz gegen umherfliegende Späne, sondern erlaubt einen horzizontal kippelfreien manuellen Vorschub, weil sie am Fräszaun entlangleitet. Beide (!) Hände greifen dabei die kugelförmigen Griffe und erlauben somit ein sicheres Führen des Werkstücks. Man hat dabei nie das Gefühl von Instabilität oder gar drohendem Kickback.

Ausrisse an der Austrittsstelle der Fräserklingen werden verhindert durch die T-genutete MDF-Leiste, die quasi als Opferholz fungiert und nach jedem Fräserwechsel an der Kappsäge mit einer jungfräulichen Schnittkante versehen wird.

Für diejenigen, die es interessiert:
Die Kugelgriffe sind die Kopf-Enden gedrechstelter Eckpfosten eines Kiefernbettgestells, welches ich vor vielen Jahren mal beim Pilzesuchen im Wald gefunden hatte. Die geköpften Pfosten wurden in einem Unterschrank für den BTM-Tresor meiner Apotheke verbaut, während die gedrechstelten Köpfe letztlich als Führungsgriffe im Coping-Sled landeten.

Viel schlimmer als ein mögliches Kickback war für mich die korrekte Höheneinstellung des Fräsers:

Im Vorfeld hatte ich mir natürlich unzählige Videos selbsternannter "Experten" auf YT angesehen und danach festgestellt, dass irgendwie keiner dieser Zeitgenossen in der Lage war, die Problemstellung und deren Lösung nachvollziehbar darzustellen.

Ich konnte daher nicht umhin, mir meine eigenen Gedanken dazu zu machen und fertigte daher diverse Zeichnungen an:

Zielsetzung war ja, den Fräser von der Höhe her so einzustellen, dass die beiden miteinander zu verbindenden Hirnholzflächen mit ein und derselben Höheneinstellung zu fräsen sind und eine exakte "male->to->female"-Passung ohne Treppenbildung an der Stoßfläche lediglich durch Umdrehen eines der beiden zu verbindenden Werkstücke zu erreichen.

Ich entwickelte basierend auf den Expertenempfehlungen zunächst folgende 3 Fallunterscheidungen:

1779082191930.webp
1779083524016.webp
1779082216575.webp

Und kam schließlich zur einzig richtigen Lösung:
(...die im Übrigen von keinem einzigen der mir bekannten Hersteller von Fräsern genau so dokumentiert und kommuniziert wird.)

1779082243316.webp

Die exakte Justage mittels der spielbehafteten Höheneinstellungs-Kurbel an meiner Triton-Oberfräse gestaltete sich allerdings zum extremen Geduldsspiel, denn man kann nirgendwo am Fräskopf an geeigneter Stelle einen digitalen Höhenmesser ansetzen, sodass im Prinzip nur ein schrittweises Sich-Heranpirschen an das Ideal möglich ist.
 

Anhänge

  • 1779082204157.webp
    1779082204157.webp
    18,5 KB · Aufrufe: 4
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: freidimensional, JohnMac, Miks und 3 andere
  • #637
Wäre folgendes Verfahren im Prinzip auch erfolgreich: Nach der 1. Fräsung werden die Schnittzinken des Fräsers exakt auf die Trapeze des ersten Teil ausgerichtet?
 
  • #638
Wäre folgendes Verfahren im Prinzip auch erfolgreich: Nach der 1. Fräsung werden die Schnittzinken des Fräsers exakt auf die Trapeze des ersten Teil ausgerichtet?
Ja, dann wäre aber nur durch Zufall eine exakt symmetrische Verteilung von Zähnen und Zahnlücken auf den Kontaktflächen zu erzielen und im worst case an einer Seite das keilförmige Reststück eines Zinkens zu sehen, was im Gesamtbild - denn die Verbindung bleibt ja sichtbar - unschön aussieht. Selbst wenn man das toleriert, wäre die korrekte Justage vor der 2. Fräsung wieder nervig.

Ich muss allerdings einräumen, dass man bei der von Dir vorgeschlagenen Methode das Prinzip der Fehlerverdoppelung umgeht und das Justieren der Höhe von daher etwas weniger stressig sein könnte.
 
  • #639
Ja, dann wäre aber nur durch Zufall eine exakt symmetrische Verteilung von Zähnen und Zahnlücken auf den Kontaktflächen zu erzielen und im worst case an einer Seite das keilförmige Reststück eines Zinkens zu sehen, was im Gesamtbild - denn die Verbindung bleibt ja sichtbar - unschön aussieht. Selbst wenn man das toleriert, wäre die korrekte Justage vor der 2. Fräsung wieder nervig.
Mir ist noch eingefallen, dass, wenn du dir ein Schablonenbrett, (besser Metallplatte wegen Verzug) mit der exakten Dicke von dem halben Fräserzinkenabstand (Mitte-Mitte) einmalig anfertigst, könntest du für die zweite Fräsung die Fräserzinken genau in die Zahnlücken von Teil 1 mit der Schablone darunter justieren. Kann aber nicht beurteilen, ob das weniger nervig oder zu ungenau wäre.
 
  • Gute Idee
M.i.a.u.: Area88
  • #640
Mir ist noch eingefallen, dass, wenn du dir ein Schablonenbrett, (besser Metallplatte wegen Verzug) mit der exakten Dicke von dem halben Fräserzinkenabstand (Mitte-Mitte) einmalig anfertigst, könntest du für die zweite Fräsung die Fräserzinken genau in die Zahnlücken von Teil 1 mit der Schablone darunter justieren. Kann aber nicht beurteilen, ob das weniger nervig oder zu ungenau wäre.
Im Prinzip geht das, lohnt sich aber nur, wenn man derartige Verbindungen häufiger anfertigen muss. Es gibt für diesen Zweck von namhaften Herstellern wie Kreg derartige Schablonen, allerdings aus Nylon und nicht aus Metall. Für 45°-Verleimfräser wie diese hier...

1779104671847.webp Quelle: ebay

...gibt es solche Schablonen ja ebenfalls. Bei diesen Fräsern ist die korrekte Höhen UND Frästiefeneinstellung noch aufwändiger, weil eins der zu verbindenden Teile flach und das andere Teil um 90° gedreht, also hochkant am Fräsanschlag vorbeigeführt werden muss. Um dabei eine ausreichende Passgenauigkeit zu erzielen ist man ohne Schablone auch einige Zeit beschäftigt. Ich hab' das erst einmal bei einer Werkzeugkiste für meine Frau - sie fährt gerne Traktor - durchgezogen und muss das nicht unbedingt nochmal haben... ;-)

Bei genauerem Hinsehen, sieht man die gefrästen Eckverbindungen der Kiste. Eine Gehrung sieht zwar schöner aus, aber eine genutete Eckverbindung hätte es auch getan. Im letzteren Fall sieht man dann eben an der Außenkante etwas Hirnholz.

1779105500044.webp
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: fairplay, wirkel und VEB Synthesewerk
  • #641
Auf den Unterseiten der Kiefernbretter habe ich großflächig Filz angeklebt. Daher war mir die Optik der Holzoberflächen da egal, weil sowieso überklebt wird. ;-)
Beim Regal #2 hatte das Brett erstens Astlöcher, was mir aber von vorne rein klar war und ich wusste, dass das oben durch die Alu-Platte und unten durch Filz und den Boden abgedeckt wird, und zweitens hatte ich keine Lust die Unterseiten weiter zu schleifen (zum richtig Hobeln habe ich sowieso nix), da ich wusste, dass ich sie sowieso ganzflächig mit Filz überklebe, also habe ich die Unebenheiten mit Holzpaste zugespachtelt.

Die Unterseiten zugespachtelt:
20260606_161947_1920x1080.webp

Die Oberseite mit Astloch:
20260609_192746_1920x1080.webp

Montiert an die Traversen:
20260616_185312_1920x1080.webp
20260616_184630_1920x1080.webp
20260616_184646_1920x1080.webp

Regal #2 im Ganzen:
20260616_190736_1080x1920.webp
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: noise_level_11 und Area88
  • #642
@Michael Burman
Womit (mit welchem Produkt genau) hast Du die Unterseiten gespachtelt? Solche Details interessieren mich immer sehr, weil ich auch gerne schadhaftes Holz so aufbereite, dass man es weiter verwenden kann. Im Moment bin ich ja - was solche Reparaturen angeht - auf der Sekundenkleber/Sägemehl/Speisenatron-Schiene, weil die käuflich zu erwerbenden Spachtelmassen (von Molto und Action) in der Tube immer schnell zäh werden und dann kaum noch verwendbar sind. Für anschließende deckende Lackierungen hab' ich mir daher mal feinsten Schleifstaub mit Klarlack (Acryl, wasserbasiert) zur einer Spachtelmasse angerührt. Die funktioniert für flächige Spachtelungen hervorragend (wenn man peinlich genau darauf achtet, keine Partikel mit einzuarbeiten, die dann wiederum Schleifspuren hinterlassen...).

Von der Färbung Deiner Spachtelung her würde ich auf eine Spachtelmasse auf PU-Basis tippen, falls es soetwas gibt...

A propos PU (Polyurethan):

Ich bin gerade dabei, alten Velours-Teppichboden mit Schaumrücken aus PU zu entfernen. Das Zeug ist nach über 40 Jahren Nutzung derart zerbröselt, dass sich an manchen Stellen regelrecht feinstes Pulver zwischen der textilen Velours-Schicht und dem Kleber angesammelt hat. Das werde ich mal sieben und dann bei weiteren Füllaktionen (Schlitze oder Astlöcher in Holz) zusammen mit Sekundenkleber und vielleicht etwas Speisenatron ausprobieren.

Übrigens:
Deine Brettchen sind aus Fichte oder Tanne. Kiefer hat eine deutlich mehr ins Honiggelbe tendierende Färbung (Lärche mehr rötlich mit deutlich hell abgesetztem Splintholz, Douglasie ist wiederum homogener honigfarben, härter und von höherer Dichte als die vorgenannten).
 
  • #643
Ich verwende Holzpaste von Clou, die es im Baumarkt in verschiedenen Farben gibt. Auf meinen Fotos ist bereits Arbeitsplattenöl drauf, daher sieht es dunkler und mehr nach Plastik aus, als hätte man/ich Sägemehl mit Holzleim vermischt. In manchen Fällen hatte ich Holzleim hinzu gegeben, hier aber nicht. Etwas Sägemehl habe ich jetzt aber auch für alle Fälle aufgehoben. Kiefer war die Bezeichnung vom Baumarkt. Die Bretter dort sind manche heller und leichter, andere dunkler und schwerer. Aber auf allen steht wohl Kiefer drauf. Muss aber nicht stimmen. Buche war extrem verbogen, sonst hätte ich wohl Buche genommen, obwohl teurer. So viel Auswahl ist da nicht, aber Konstruktionsholz gibt's immer in der einen oder anderen Form.
 
  • hilfreich
M.i.a.u.: wirkel und Area88
  • #644
aber Konstruktionsholz gibt's immer in der einen oder anderen Form.
Für Dein Projekt wäre ein Blick in die Restekiste des Baumarkts vielleicht eine kostengünstige Alternative gewesen. Das eine oder andere Stück Multiplex- oder Siebdruckplatte hätte als Fußbrett (Brettfuß?) auch stabilitätsmäßig eine gute Figur abgegeben. (Fichte splittert gerne, wenn man von der Stirnholzkante her - z.B. mit einem Besen, Schrubber, Staubsauger, Fuß oder sonstigem - dagegenstößt).

Obwohl ich schon über ein kaum noch überschaubares Arsenal an Holzmaterialien verfüge, muss ich bei jedem Baumarktbesuch die Restekiste durchstöbern. Manchmal kann man da (wenn wiedereinmal ein Tuppes™ die Preisauszeichnung vorgenommen hat...) echte Schnäppchen machen. Anfänglich hielt mich meine Frau bei derartigen Aktionen für "bekloppt", mittlerweile (spätestens seit dem Bau des Beistelltischs für die Küche) hat sie es aber als unumgängliches Ritual akzeptiert.

Immerhin kann ein Fund aus der Restekiste auch Inspiration für ein neues Projekt sein. (Ist ähnlich wie beim Soundsampling... ;-) )
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: D-Joe
  • #647
"Finders keepers, losers weepers"?

…naja, ich erwähne in diesem Zusammenhang nur beiläufig, dass ich das große Glück und ‚Geistesgegenwart’ hatte _vorher_ beim Wasserwirtschaftsamt nachzufragen und mir eine Genehmigung geben zu lassen, ob ich ein paar Stück Treibholz (Einzlestücke im Kofferraum, nicht Anhänger voll) vom Ammersee mitnehmen darf - als die Polizei zufällig ein paar Tage später vorbeikam sahen die anderen Jungs am Strand ganz schön blöd aus der Wäsche…
 
  • ^
  • hilfreich
M.i.a.u.: D-Joe und j3122
  • #648
…naja, ich erwähne in diesem Zusammenhang nur beiläufig, dass ich das große Glück und ‚Geistesgegenwart’ hatte _vorher_ beim Wasserwirtschaftsamt nachzufragen und mir eine Genehmigung geben zu lassen, ob ich ein paar Stück Treibholz (Einzlestücke im Kofferraum, nicht Anhänger voll) vom Ammersee mitnehmen darf - als die Polizei zufällig ein paar Tage später vorbeikam sahen die anderen Jungs am Strand ganz schön blöd aus der Wäsche…
Was es alles gibt …
TreibholzabfischundmitnachHausenehm-Genehmigung
oder so ähnlich :)
 
  • Daumen hoch
  • HaHa
M.i.a.u.: wirkel, humax5600, D-Joe und eine weitere Person
  • #649
Für Dein Projekt wäre ein Blick in die Restekiste des Baumarkts vielleicht eine kostengünstige Alternative gewesen.
Da schaue ich natürlich auch rein, aber ich hatte eine ziemlich genaue Vorstellung, was ich möchte, und da war nichts passendes für mich dabei. Vielleicht Einzelstücke, wo man Regalboden aussägen kann, aber wenn ich mehrere brauche, die gleich aussehen, wäre es auch nicht das richtige, und man kann im Baumarkt gleich zuschneiden lassen. Aber die beschichteten Spanplatten z.B. fransen sie beim Sägen hässlich aus. Da muss ich nachher die ausgefransten Kanten reparieren. Das nächste Mal schneide ich wohl lieber selber mit meiner Stichsäge.
Meine Anfänge waren Bretter vom Sperrmüll, die ich retten wollte. Meine ersten Bauten enthielten dann solche Bretter. Dann ging ich dazu über, auch simple Bretter neu im Baumarkt zu kaufen. :gay:
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Area88
  • #650
Regal #3 soll nun anders aufgebaut werden. Es ist nicht mehr zum Aufstellen auf dem Boden, die Traversen dafür sind nur noch 1,5 m hoch. Keine Alu-Zwischenplatten, daher die Bretter nun schmaler ...
20260929_170656_1920x1080.webp
20260929_171955_1920x1080.webp
20260929_172207_1920x1080.webp
:gay:
Es sollen oben und unten aber noch Spanplatten in Alu-Optik kommen, und zur Befestigung sind noch drei Löcher 5 mm pro Brett geplant, die gebohrt und gesenkt werden sollen. In die Spanplatten dann Löcher 8 mm, aber nur 10 mm tief, wo ich Einschraubmuttern M5 mit Außengewinde für Holz einschrauben möchte. Inkl. Außengewinde sind sie 10 mm breit.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: noise_level_11 und Area88
  • #651
Einschraubmuttern M5 mit Außengewinde für Holz einschrauben
Wenn Du das zum ersten Mal machst und Wert auf möglichst exakte 90°-Winkligkeit der Einschraubmuffen zur Holzoberfläche legst, empfehle ich Dir (obwohl ich Jonas an anderer Stelle heftigst kritisiert hatte) dieses Video:



Statt der Winkler'schen Vorrichtung kannst Du aber auch ganz simpel einen Bohrständer oder ein Bohr-Mobil™ nehmen und damit zunächst die Taschenbohrungen (schätze so 8-9mm, sollte man an einem Reststück ausprobieren) setzen. Dann nimmst Du ein wenige Zentimeter (5-8) langes Stück M5-Gewindestab mit 2 M5-Muttern, schraubst es in eine Muffe und ziehst die M5-Muttern zum Kontern fest an. Dann spannst Du dieses Konstrukt mit dem M5-Gewinde ins Bohrfutter (am Bohrständer, Bohrmobil o.ä.) und kannst anschließend durch Absenken der Muffe auf das vorgebohrte Loch - mit Handdrehung des Futters im Uhrzeigersinn - diese schön exakt winklig einschrauben. Sollte Deine Bohrmaschine aber eine zuverlässig (!) geregelte, entsprechend niedrige Drehzahl bei gleichzeitig kurzem Nachlauf erlauben, kannst Du die Muffe natürlich auch elektrisch eindrehen.

Meine Einschätzung zur Holzart muss ich übrigens revidieren: Auf den frischen Fotos, wo man auch die "liegenden" Jahresringe der Bretter sieht und die Abfolge von Früh- und Spätholz in der Fläche dadurch besser erkennbar wird, würde ich auch eher zu Kiefer tendieren.

Die Abrundungen der Kanten hast Du sehr schön hinbekommen. Ich nehme mal an, dass Du das ohne Oberfräse (wegen fehlender Brandspuren) nur mit Stichsäge und Schleifpapier gemacht hast. Händisch und mit Augenmaß da zu einem gleichmäßigen Ergebnis zu kommen ist schon sehr zeitaufwändig.

Dennoch würde ich an Deiner Stelle beizeiten über die Anschaffung einer kleinen Handfräse zur Kantenbearbeitung nachdenken. Du kannst damit nicht nur Abrundungen, Fasen und Nuten anbringen, sondern - an einer Aluschiene geführt - ungenau geschnittenes Holz (vom Baumarkt) auf exaktes Maß fräsen.

...Oder mit Stichsäge vorgesägtes Holz (2-3mm "vom Strich" gesägt) mit einer traumhaft glatten, wie gehobelt aussehenden Kante versehen. Gerade, wenn man noch keine Tischkreissäge hat, ist das eine gangbare Methode zu sauberen Schnittkanten zu kommen.

PS:
Hier noch das erwähnte Bohrmobil (gibt es für unter 15€)

1790746530906.webp
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: freidimensional und Michael Burman
  • #652
Vielen Dank für die Tipps, @Area88!

Zunächst zum Thema „kleine Handfräse“. Ich habe eine Maktec by Makita MT372. Die habe ich zunächst gekauft, um die Halstasche im E-Bass-Body für einen Hals von anderem E-Bass anzupassen. Es gab noch weitere Einsätze. Ähnlicher Zweck bei E-Gitarre und ein paar weitere Einsätze.
Aber für Abrundungen der Kanten mit kleinem Radius bzw. an den Stirnseiten wäre es in meinem Fall zu viel des Guten. ;-) Mit der Stichsäge (auch Maktec by Makita! :-) MT431) habe ich nur die passenden Längen von der 1 m Leiste geschnitten. Mit feinem Sägeblatt kriege ich das natürlich viel sauberer hin als sie es im Baumarkt mit Spanplatten tun. ;-) Ich klemme dazu (in Ermangelung einer Tischkreissäge ;-)) eine Führungsschiene (ja, tatsächlich aus Alu, und sogar vom Sperrmüll :-)) im 90° Winkel zum Brett. Von der Schiene bis zum Sägeblatt sind es 3,5 cm in dem Fall der MT431.
Wie habe ich die Abrundungen der Kanten hinbekommen: Schleifpapier ist tatsächlich die Antwort. :-) Das geht bei mir ruck-zuck auch mit härteren Hölzern wie z.B. Buche. Für plane Oberflächen und lange Kanten klebe ich Schleifpapier als Band auf eine plane Marmorplatte und führe das Werkstück da entlang. Natürlich für Bretter, die nicht breiter als das Schleifband sind, denn ich klebe nur einen Streifen, nicht mehrere nebeneinander. ;-) Die Ecken kann man im Prinzip auch so beschleifen, aber die finalen Abrundungen der Ecken mache ich dann mit einem einfachen Schleifblock, weil ich da bessere/direktere Kontrolle bei der Führung mit kreisenden Bewegungen habe.

Zum Thema Einschraubmuffen: Ich habe mir tatsächlich bereits ein paar Videos angesehen, auch von Jonas, weil Youtube das ganz oben vorschlägt. ;-)
Einen Bohrständer oder Bohr-Mobil habe ich noch nicht. 15 € ist natürlich sehr günstig. Funktioniert Absenken und Anheben dabei allein mit den Federn? Also gegen die Federkraft absenken und durch die Federkraft wieder anheben?
Meine Bohrmaschine kann zwar langsame Umdrehungen, ich habe mir das Eindrehen der Muffen zunächst aber händisch so überlegt: Ich habe im Baumarkt eine Ringschraube M5 30 mm und zwei Muttern M5 gekauft. Meine Überlegung ist, die Ringschraube freihand senkrecht zu positionieren und mit einer Zange wie eine simple Kombizange die Ringschraube mit der Muffe und den zwei Kontermuttern einzuschrauben. Wäre der halbe Weg in 90° geschafft, könnte ich zum KI-Tipp übergehen, in das „Auge“ der Ringschraube einen Stab wie z.B. einen dicken Schraubenzieher etc. reinzustecken und weiter zu drehen.
 
  • #653
. Funktioniert Absenken und Anheben dabei allein mit den Federn? Also gegen die Federkraft absenken und durch die Federkraft wieder anheben?
Genau so ist es. Die Federkraft reicht allerdings nicht aus, die Bohrmaschine selbsttätig komplett aus dem Bohrloch anzuheben (hängt natürlich auch vom Gewicht der Bohrmaschine ab). Jedenfalls sollte man sich angewöhnen, die Maschine mit dem orangefarbenen Drehknopf (oben an der Euroaufnahme) zu arretieren, bevor man sie mit eingespanntem Bohrer absetzten möchte, sonst kann es passieren, dass die Bohrerspitze Schaden nimmt.
Wichtig ist auch, dass die Maschine einen Aufnahmehals nach Euro-Norm besitzt (Durchmesser 43mm), damit kannst Du jede Bohrmaschine ins Bohrmobil spannen. Wenn man das Teil einmal hat, möchte man es nicht mehr missen, denn jedwede rechtwinklige Bohrung gelingt damit besser als mit bloßem Augenmaß und Freihandführung. Beim Bohren von Dübellöchern an senkrechten Wänden hat man sogar den Vorteil, dass die Maschine durch Anpressen des Auflagerings weniger dazu neigt, beim Aufsetzen des Widia-Bohreres zu "wandern".

Die kleine Maktec MT372 ist doch schonmal ein brauchbares Gerät. Ich würde mir dazu beizeiten noch eine 8mm-Spannzange und eine Router-Base aus Druckguss (z.B. von VEVOR, KATSU usw.) besorgen:
1790831720627.webp
Damit kannst Du die Fräse auch mit größeren Fräsern sicherer führen und zudem noch Tauchfräsungen vornehmen. Vorher solltest Du noch überprüfen, ob die MT372 vom Durchmesser her kompatibel ist (65mm sollten passen). Auf diese Weise aufgemotzt, kann man mit der kleinen MT372 dann auch Abrundfräser mit größeren Radien benutzen.

In Deinem konkreten Anwendungsfall (Abrundung der Ecken von Nadelholzbrettern) könntest Du dann die Bretter im Sandwich aufeinandergelegt und mit Zwingen fixiert, sowie am Ende des Blocks gegen Ausrisse mit einem Opferholz versehen, quasi in einem Rutsch abrunden:

Bretter abrunden.webp


Danke auch für den Tipp mit der Marmorplatte! Den Trick muss ich mir merken... ;-)

PS: Das händische Einschrauben der Muffen mit gekonterter Ringschraube ist zwar grundsätzlich machbar, sollte aber - gerade bei Weichholz - vorher an Reststücken geübt werden. Voraussetzung für ein Gelingen ist aber auch hier, dass die Bohrung exakt winklig sitzt... (-> Bohrmobil)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Michael Burman
  • #654
Danke für die vielen Tipps, @Area88!

In Deinem konkreten Anwendungsfall (Abrundung der Ecken von Nadelholzbrettern) könntest Du dann die Bretter im Sandwich aufeinandergelegt und mit Zwingen fixiert, sowie am Ende des Blocks gegen Ausrisse mit einem Opferholz versehen, quasi in einem Rutsch abrunden:

Anhang anzeigen 299058
:supi: Das ist natürlich ein super Tipp, wenn man Serienfertigung macht :mrgreen: oder eine absolute Präzision anstrebt :cool:, denn händisch - Marmorplatte hin oder her :lol: - bekomme ich so perfekte Radien natürlich nicht hin wie mit einer Fräse.

Danke auch für den Tipp mit der Marmorplatte! Den Trick muss ich mir merken... ;-)
Hier ist übrigens meine Marmorplatte mit Schleifband drauf zu sehen, womit ich damals die Teile aus Buche quasi auch im Sandwich-Verfahren an den Stirnseiten geschliffen habe, um größere Fläche beim Führen für mehr Stabilität und Genauigkeit sowie gleiche Längen aller Teile beim Schleifen zu bekommen:

PS: Das händische Einschrauben der Muffen mit gekonterter Ringschraube ist zwar grundsätzlich machbar, sollte aber - gerade bei Weichholz - vorher an Reststücken geübt werden. Voraussetzung für ein Gelingen ist aber auch hier, dass die Bohrung exakt winklig sitzt... (-> Bohrmobil)
Das Material, wo die Muffen rein sollen, ist beschichtete Spanplatte. Da wäre, glaube ich, viel Spielraum beim Eindrehen der Muffen, was die "Weichheit" des Materials angeht. Evtl. wäre es sinnvoll die Bohrungen mit Holzleim zu bestreichen, damit der Span der Platte im Loch besser hält.
Nachher sollen drei Schrauben pro Brett natürlich in jeweils drei Muffen von der Geometrie her passen. Ein wenig Spielraum hätte ich zwar auch am Brett, aber wahrscheinlich in etwa 0,5 mm pro Loch. Klar wäre es besser gewesen, von Anfang an mit Bohrmobil präzise zu arbeiten. Ich werde jetzt bei Bohrungen und Montage wohl eher sukzessive vorgehen. Notfalls könnte ich die Öffnungen etwas versetzen und Ränder mit Holzpaste ausfüllen. Irgendwie sollte es dann schon klappen. :mrgreen:
Drei Bohrungen pro Brett für M5 inkl. Senkungen für Senkkopf M5 sind schon mal (freihand :twisted:) gemacht, bzw. die Kiefernbretter sind nun insgesamt fertig. 2x M8 + 3x M5 pro Brett.
20261005_165336_1080x1920.webp20261005_165725_1920x1080.webp
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Area88
  • #655
Irgendwie sollte es dann schon klappen. :mrgreen:
So war es dann auch, und das Regal ist nun fertig. :mrgreen: Ich werde in den nächsten Tagen wohl ein paar Fotos davon bei Tageslicht machen. ;-) Bislang habe ich das Tageslicht zum Bau genutzt. ;-)
Also Spanplatte war als Material so eine Angelegenheit ... Im Prinzip, wie vermutet ... Mit 8 mm knapp gebohrt, und selbst wenn ich am Rand des Lochs mit einem Senker die Beschichtung abnehme, drückt die Muffe beim Reindrehen den Span nach oben, sodass die Beschichtung auch nach oben gedrückt wird und aufplatzt. Aber nur am Loch, und das wird alles von den Brettern, die da angeschraubt werden, komplett überdeckt. Mache ich das Loch für die Muffe etwas weiter, hällt sie nicht mehr darin. Das habe ich so nur an einer Stelle gemacht, zum Schluss Holzmehl mit Kleber angemischt, ins Loch reingetan, noch mehr Flüssigkleber rein, Muffe rein und zusammen mit anmontiertem Brett festgeklemmt. :huebsch: Fürs Regal ist es eigentlich nicht so wichtig, zwei Schrauben halten auch, und unter Last gäbe es da wohl auch keinen Spalt, aber wenn der Kleber funktioniert und die Muffe halten wird, um so besser. Alle anderen Muffen sind einfach trocken reingedreht. Bei der zweiten Platte hatte ich schon etwas Übung, habe dort die Muffen etwas tiefer reingetrieben, vielleicht 1 - 1,5 mm tiefer. Bei zwei von sechs Löchern ist sogar die Beschichtung nicht aufgeplatzt. Wo es aufgeplatzt ist, wäre es besser gewesen die Stellen gegen Feuchtigkeit zu versiegeln. Ich habe aber einfach trocken zusammengeschraubt. Das Regal ist für den Wohnraum, nicht fürs Bad, nicht für den Keller. Notfalls könnte ich dort nochmal ran an die Stellen, aber momentan ist alles miteinander verschraubt und steht schon. Noch bei Tageslicht alles zusammenmontiert. ;-)
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Area88
  • #656
das Regal ist nun fertig
Gratuliere! Man(n) wächst an den Herausforderungen, denen man sich stellt und wenn dabei Fehler(chen) passieren die kaschierbar sind, ist das kein Beinbruch. Man lernt daraus für kommende Projekte. Die Abplatzungen der Beschichtung bei Spanplatte sind mit ein Grund, warum ich mit diesem Material höchst ungern arbeite...

Bin seit mehreren Wochen dabei, unser Esszimmer vom Teppichboden zu befreien und Echtholzparkett zu verlegen. Das Projekt wird voraussichtlich diese Woche vollendet. Falls allgemeines Interesse besteht, könnte ich eine kleine ( ;-) ) Dokumentation darüber verfassen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: niere und Michael Burman
×
Dir gefällt Sequencer.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!

Zurück
Oben