Ein paar Prozent bei den Überreichen abzuknöpfen, wird nicht reichen. Wenn KI die Erwerbsarbeit zerlegt und gleichzeitig die Kosten für soziale Teilhabe steigen, werden wir langfristig jeden besteuern müssen, der noch irgendetwas erwirtschaftet. Nicht nur Vermögen, sondern Einkommen, Produktivitätsgewinne und letztlich jede Form wirtschaftlicher Wertschöpfung.
Das ist nur dann das logische Ergebnis der Überlegung, wenn man nur die Optionen "Vermögen besteuern" und "Leistung besteuern" zur Auswahl hat.
Stell man die Frage offen, könnte man druchaus auf die Idee kommen, dass es zwar nicht ausreicht oder nicht durchsetzbar ist, privates Vermögen zu besteuern, dass es aber völlig sinnlos ist, wo wie bislang hier üblich, ausgerechnet Leistung am höchsten zu besteuern.
Am sinnvollsten zu besteuern wäre etwas ganz anderes, nämlich der
Verbrauch - und zwar progressiv.
Es gibt gute Gründe dafür, Soloselbstständige oder auch Industriebetriebe in privater Hand (Kommanditgesellschaft) von jeglichen Unternehmens- und auch Einkommenssteuern freizustellen.
Hingegen gibt es überhaupt nichts, was dagegen spräche, bei Luxusautos ab 300,000 Euro oder Immobilien ab 20 Millionen Euro eine 300%ige Sondersteuer draufzuhauen.
Wenn sich dass dann die Hälfte der Überreichen nicht mehr leisten kann, dann müssen sich eben einschränken, und wenn sie dann zuviel Vermögen herumliegen haben, na, dann sollen sie es eben wieder in ihre Firma investieren um Leistung zu fördern oder es an Bedürftige verschenken.
Privates Vermögen ist immer
auch disponibles Investitionskapital.
Und ob es das konkret wird oder ob es für Hochseeyachten ausgegeben wird, das lässt sich prima steuern.
Ob das dann auslangen würde um ein BGE oder den totalen Kommunismus damit zu finanzieren ist erst mal egal, vor dem Hintergrund der ökologischen Frage ist es zunächst mal das Sinnvollste, was man überhaupt tun kann, denn die oberen 0.1% verbrauchen mehr Waren und Energie wie die ärmeren 50%.
Wo ganze Straßenzüge brennen und Geschäfte geplündert werden
Dass selbst soziale Proteste mit klaren und sinnvollen Forderungen (genug Lehrer in Paris, keine Rentenkürzungen in Porto, Mietmarktregulierung in Madrid, Ende der Korruption in Albanien) von einem Teil des Prekariats dazu benutz wird, eher enoch Gesellschaft zu zerstören um sich kurzfrist zu bereichern ist einfach nur Ausdruck und Ergebnis einer Gesellschaft, in der es letztlich immer nur darum geht, sich möglichst leistungslos zu bereichern.
Anders als im Paris diese Tage waren es in London vor 10 Jahren die Kinder von autochtonen weißen Akademikern und Besserverdienern, die zu Hunderten die Läden gestürmt sind und Handys gestrohlen haben.
Weil wir es ihnen genau so beigebracht haben, nimm Dir was du kriegen kannst.
[Hier beliebiges Brecht-Zitat über die Gründung von Banken einfügen.]