MIDI - Ab wann sollte ich einen Merger benutzen?

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von Tischhupe, 19. April 2009.

  1. Tischhupe

    Tischhupe Tach

    Hi Leute,
    ich besitze drei Synths (KORG DW8k, Yamah DX7, KORG Radias) und ein Masterkeyboard (Studiologic) und grübel darüber nach, wie ich die gut miteinander verbinde. Ich steuer den PC über eine EMU 1212m an. Bisher gehen die MIDI-Daten vom Masterkey in den PC und von dort in die Synths und über Thru weiter. Wäre es geschickter, in diesem Setup einen Midimerger zu benutzen? Man sagt ja, dass max drei Synths über Thru angesteuert werden sollten. Bringt ein Merger da Vorteile? Vor allem, falls eventuell noch andere Synths bzw Expander dazukommen?

    Danke im Voraus
    Markus
     
  2. Hallo Markus,

    ein Merger fügt Signale verschiedener MIDI Quellen zusammen:

    [​IMG]
    Quelle: philrees.co.uk

    z.b.
    [​IMG]

    Auf der anderen Seite gibt es z.b.

    [​IMG]

    Verteiler, die aus einer Quelle (Masterkeyboard) die Signale "vervielfärtigen"
    und an einer Anzahl OUTs zur Verfügung stellen.

    Generell ist die Verteilung innerhalb eines MIDI Verbunds nach Möglichkeit
    sternförmig zu realisieren, statt innerhalb einer "chain" über Thru durchzuverbinden.
    Angefangen habe ich übrigens mit genau diesen beiden, dem 3M und V10, daher die
    Beispiele. Allerdings blieb bei mir der Rechner außen vor, Sequenzer war die MC-505.

    Die Frage ist halt: was soll an wen übermittelt werden?

    Wenn Du Deine drei Synthies ausschließlich über das Studiologic Masterkeyboard spielst,
    mag das ja in deinem Setup ja noch alles so klappen, wie gedacht. Ist halt nur schade, dass
    die Aktionen, angenommen Du machst einen Filterverlauf auf dem Radias, nicht von Deinem
    Rechner erfasst werden können. Um "Aktionen" an den Synthies selbst als MIDI Daten aufzeichnen
    zu können, müsste der PC davon auch was mitbekommen. Da macht ein Merger dann Sinn.

    Die Frage: "wer mit wem wann wie" kann man letzten Endes am besten mit einer 8x8 Matrix lösen.
    PMM-88 oder Motu Timepiece oder andere (...) Da gibts viele Möglichkeiten zu Deinem Setup.

    Falls in absehbarer Zeit noch weitere Expander / Klangerzeuger hinzukommen, Du aber
    weiterhin mit Deinem Masterkeyboard einspielst, wäre eine V10 Unit erstmal völlig ausreichend.

    Von der MIDI Chain würd ich mich damit erstmal verabschieden und den
    "Master MIDI Out" Deines PC damit sternförmig an die Klangerzeuger verteilen.

    LG Guido
     
  3. Tischhupe

    Tischhupe Tach

    Kühl Guido,

    danke für deine Ausführungen. MIDI finde ich manchmal etwas verwirrend, da hat sich mir der Radias oder DX7 schneller erschlossen. Komisch, was? ;-)

    Jedenfalls ist es immer gut, Informationen von Erfahrenen MIDIisten :) zu bekommen.
    Kennst du vielleicht die Kisten von MIDI Solutions?
     
  4. solitud

    solitud Tach

    Idealerweise solltest du aus Timing-Gründen so wenig Mididaten wie möglich über eine Verbindung schicken. Ein Midi-Interface mit mehreren Ports wäre daher zu empfehlen ...
     
  5. Die Kisten von MIDI Solutions kenne ich leider nicht,
    kann ich daher logischerweise nix drüber sagen.

    Zu solituds Posting:

    Klar, das ist noch ein zusätzliches Phänomen / evtl. Problem.
    Ich glaube, es waren die Entwickler bei Latronic (die den Notron bauten), die z.B. ganz ausdrücklich
    davor warnten, dass ihre Maschine sehr viele MIDI Daten sendet. Wenn Du auf solch einer Leitung
    dann extrem viel "Traffic" hast, kann das bei der ja seriellen Übertragung von MIDI Daten schnell
    für Chaos sorgen. Timing auf der einen Seite, das Handeln dieses Datenflusses auf Empfängerseite
    aber auch.
    Riesen Vorteil dann, wenn man entweder beim MIDI sendenden Gerät definieren kann, was denn
    alles an Daten gesendet werden sollen - und/oder mittels einer Matrix filtern kann, welche Daten
    wie (und ob überhaupt) weitergegeben werden sollen. Stichwort "Filtern".
    The unkown hatte vor zwei Wochen ein ähnliches Problem und Synthies sendeten ständig "active sense",
    was aber angeschlossene Gerätschaften auf Empfängerseite "verwirrt" hatte.
    Soweit ich weiss, bestellte er sich daraufhin kleine "Filterkistchen" zum dazwischenstöpseln,
    die dann aus dem MIDI Datenstrom den ungewünschten Anteil rausnehmen.
    Klassische Falle im MIDI Verbund, die es auch gibt:
    Angenommen, Du hast mehrere "Drummies", die alle auf Kanal 10 rumfunken, weil Du das für
    Deinen Sequenzer so brauchst / möchtest. Jetzt kann es ohne entsprechendes Setting in zB
    einer Matrix dazu kommen, dass Du an Deinem externen Drummcomputer A Sounds editierst,
    Synth B und Dein Sequenzer auf CH10 ebenfalls "zuhören" und alle Editierungen brav mit
    übernehmen. Ergebnis: Drums auf A sind dann so, wie Du sie wolltest, die Settings von B, C (...)
    dann aber "zerschossen" (sofern Du sie nicht vorher gesichert hast).
    Wer wem wann "zuhört", sobald Dinge auf dem selben Kanal passieren (sollen), ist ne
    evtl. knifflige Sache, bei der dir ein MIDI Interface / eine Matrix sehr helfen kann.
    Bevor ich eine solche (PMM8:cool: hatte und nachdem ich mir ein paarmal nen Bock geschossen
    hatte, hab ich im Zweifel dann bei "unerwünschten Zuhörern" den MIDI IN abgezogen... :)
     
  6. Tischhupe

    Tischhupe Tach

    Danke, dass sind genau solche Informationen die ich suche. Am WE ziehe ich um und dann habe ich endlich einen kleinen aber ausreichenden Raum für meine Synths. Dann steht das nicht mehr im WoZi rum und stört. Natürlich will ich dann alles vernünftig verkabeln, sodass ich da nicht mehr so bald dran muss. Glücklicherweise habe ich vom Arbeitgeber eine Sonderzahlung bekommen und das Finanzamt sollte auch bald zahlen. Ein bisschen Geld wäre also für ordentliches "MIDI-Equipment" da.

    Edit: Die Philip Rees MIDI-Units sind alle nicht mehr in der Herstellung. Die MOTU-Sachen machen mir aber einen interessanten Eindruck.
     

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