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Native Instruments GmbH is in preliminary insolvency

  • #332
CEO Nich Williams
"
Seid versichert, dass der Geschäftsbetrieb bei Native Instruments, Izotope, Plugin Alliance und Brainworx wie gewohnt weiterläuft. Unsere Hardware- und Softwareprodukte sind weiterhin erhältlich und können heruntergeladen und aktiviert werden. Unsere engagierten Teams stehen euch wie gewohnt zur Seite. Im Bereich Produktentwicklung und Technik arbeiten wir weiterhin an der Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Funktionen. Unser NKS-Partnerschaftsteam kümmert sich weiterhin um Kontakt-Player-Lizenzen und NKS-Partner-Anmeldungen.


Wir arbeiten fleißig und verantwortungsbewusst daran, Native Instruments eine gesunde und finanziell nachhaltige Zukunft zu sichern. Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, hat die Native Instruments GmbH in Deutschland einen Restrukturierungsprozess gestartet, ebenso wie drei unserer in Deutschland ansässigen, nicht operativen Holdinggesellschaften. Rechtlich gesehen haben wir für diese Unternehmen Anträge auf Eröffnung eines Vorinsolvenzverfahrens gestellt."


"Im Zusammenhang mit der Situation bei Native Instruments gibt es nun eine wichtige Einordnung von Seiten Plugin Alliance. Laut einer Stellungnahme, die über die Plugin Alliance Audiophiles Facebook-Seite veröffentlicht wurde, gehören die Plugin-Alliance-Gesellschaften aktuell nicht zu dem laufenden Insolvenzverfahren."



Ausserdem soweit ich das verstanden habe: NI besteht aus mehreren Standorten, also selbst wenn das deutsche schließt, bedeutet das noch lande nicht das ende von NI
So viel Software und Hardware welche die verkaufen, so ein Unternehmen schließt nicht einfach so. Klingt eher nach Umstrukturierung und irgend ein Kopf wird rollen + Haufen Entlassungen in DE
 
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  • #333
Wenn keine zeitlichen Falltüren im OS, der Lizenz oder der SW selbst eingebaut sind bzw. eine in die Jahre gekommene HW nicht schlapp macht, sollte es doch kein Problem darstellen.

Ich denke, dass das zu einfach gedacht ist. Es gibt keinen zweiten Wirtschaftszweig, der sich radikaler oder schneller weiterentwickelt, als den der Mikroelektronik und der Software dahinter. Alleine die Architektursprünge zwischen 8-Bit, 16-Bit, 32-Bit und 64-Bit in jeweils RISC und CISC sind in den letzten 40 Jahren geschehen. Genau so lange gibt's MIDI 1.0.

Letzteres wird buchstäblich diesen Monat unter Windows endlich auf Version 2.0 gehievt, was zwar alte Kompatibilitäten nicht zerbrechen soll, aber der Kurs bei der Musiksteuerung via PC ist klar Richtung "mehr Komfort", "mehr Leistung" und "mehr Features" gesetzt. Das muss man als DAW- oder Plugin-Entwickler an einem Punkt dann auch umsetzen. Die Infrastruktur bietet dann auf macOS, Linux und Windows eine neue einheitliche Technologie an und das wird alte Plugins auf alten Betriebssystemen dann außen vor lassen. Zugleich ist MIDI 2.0 derartig elementar, so dass man Audio-Plugins mit nem vernünftigen MIDI 2.0 Featureset nicht mal eben neu kompiliert und in die Deploymentpfade raus rotzt. Das ist schon deutlich anspruchsvoller, wenn die sogenannte MIDI Capability Inquiry umgesetzt werden soll und MIDI 2.0 Keyboards dann genau wissen, was das Plugin ist, kann und wie es anzuspielen ist.

Man kann kritisieren, wie sich Betriebssysteme weiter entwickeln. Aber nicht, dass sie einem permanenten Strukturwandel unterworfen sind. Letzteres war nämlich praktisch nie anders und alte Hard- und Software werden permanent obsolet, weil sie zu langsam, zu laut, zu groß, zu kompliziert und zu energieverschwendend sind. Problematisch wird es, wenn eine Firmenorganisation diesen ganzen Eigenschaften des Marktes in einer unangemessenen Weise begegnet.

Bei NI scheint man zuletzt deutlich seltsame Kursänderungen beschlossen zu haben, die jetzt ihre Konsequenz in der Insolvenz gefunden hat:

Viele Produzent:innen befürchten, dass durch die Insolvenz nun Grundlagen ihrer kreativen Arbeit in Gefahr geraten könnten. Als einer der ersten warnte der Komponist und Blogger Peter Kirn auf seinem CDM-Blog vor den Folgen: „User:Innen sind in der Produktionssoftware auf Vorhersehbarkeit und langfristige Beziehungen angewiesen.“

Vareschi betont die Bedeutung von NI-Software: „Ihre Designer verfügen über ausgezeichnete technische und gestalterische Fähigkeiten und bringen oft revolutionäre Produkte auf den Markt, aber NIs mangelndes Engagement bei der Weiterentwicklung bremst sie aus.“ Zwar beherrscht die Firma Pioneer mittlerweile den DJ-Markt, aber auch für DJs, gerade aus dem Bereich der elektronischen Musik, war Native Instruments lange Zeit enorm wichtig.

DJ Walter Marinelli, als Coach und Beta-Tester für das Unternehmen tätig, sagt aber auch: „NI war immer der Laden, der auf seine User gehört hat, und das hat irgendwann aufgehört.“ NI-Mitarbeiter:innen, die über Jahre enge Beziehungen zu Musikprofessionellen hielten, stehen jetzt vor einer ungewissen Zukunft.
[...]
Auf eine Phase von Goldgräberstimmung und Neueinstellungen folgten bald Entlassungen. Auch kommunikativ und strategisch änderte Native Instruments mehrfach die Stoßrichtung. Wie viele Anbieter der Branche setzte NI verstärkt auf Abo-Modelle und wurde von Nutzer:innen für ein teils als aggressiv empfundenes Marketing kritisiert.

Der Erwerb und die Integration mehrerer Sound-Plug-in-Firmen wie Izotope oder Plugin Alliance, das unter dem neuen Namen Soundwide zusammengefasst werden sollte, fiel ebenfalls in diese Zeit. Die Folgen waren nach Einschätzung von Branchenbeobachtern eine durch die Zukäufe gewachsene Schuldenlast sowie eine Verkaufslage, die mit dem expansiven Kurs nicht mehr Schritt halten konnte.

Peter Kirn sagt dazu: „In der gesamten Musikindustrie besteht große Sorge wegen und Unzufriedenheit über den Einstieg von Private-Equity-Unternehmen in die Bereiche Technologie und Kultur.“ Vareschi wird noch deutlicher: „Bei NI und Izotope arbeiten äußerst talentierte Menschen. Aber wenn Finanzleute die Leitung von Nichtfinanzunternehmen übernehmen, kommt es oft zu Katastrophen.“

Quelle: https://taz.de/Insolvenz-von-Native-Instruments/!6150836/
 
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M.i.a.u.: Mr. Roboto, JayBee und claudio
  • #334
Ich denke, dass das zu einfach gedacht ist
Sehe ich etwas anders.
Es werden Unsummen für 40-50 Jahre alte Synthesizer bezahlt.

Ohne das Konzept der „Wegwerf-Software“ kann die IT-Branche nicht überleben. Von daher ist eine mögliche Langlebigkeit gar nicht gewünscht.

Bsp:
Ich habe meine Diplomarbeit auf einer MS Word für Windows Version Mitte der 90er geschrieben, diese passte auf 3 Disketten.
Es fehlte an nichts. Man konnte intuitiv Grafiken und CAD-Zeichnungen einbinden. Alles war ohne Rubber-Menüs und Funktionen waren schnell erreichbar.
Heute ist das eine Katastrophe.
Eine „amtliche“ Optik war viel schneller erreichbar als mit einer aktuellen Version.

Wieviel Platz braucht heute ein Office? 1-1,5 GB?

Es ist alles mit Kalorien aufgebläht, die für ein Endergebnis überhaupt nicht relevant sind.

Klar, eine DAW und PlugIns benötigen Rechenleistung.
Aber warum „darf“ jetzt das ein oder andere 10-20 Jahre alte PlugIn nicht mehr mitspielen? Da ist doch mehr Verkaufspolitik als technische Hürden dahinter.
 
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M.i.a.u.: Feedback, Mr. Roboto, qwertz123 und 5 andere
  • #335
Aber warum „darf“ jetzt das ein oder andere 10-20 Jahre alte PlugIn nicht mehr mitspielen? Da ist doch mehr Verkaufspolitik als technische Hürden dahinter.

Spectre/Meltdown war der letzte große Bruch, der praktisch alles mit Intel-CPUs und die dahinter liegenden Betriebssysteme kaputt gerüttelt hat. Da kamen neue macs mit Apple Silicon und Windows hat die Unterstützung für alte anfällige CPUs abgesägt.

Es fehlte an nichts. Man konnte intuitiv Grafiken und CAD-Zeichnungen einbinden. Alles war ohne Rubber-Menüs und Funktionen waren schnell erreichbar.
Heute ist das eine Katastrophe.
Eine „amtliche“ Optik war viel schneller erreichbar als mit einer aktuellen Version.

Wieviel Platz braucht heute ein Office? 1-1,5 GB?

Ich will nicht auf die Möglichkeiten einer modernen und flexiblen Tabellenkalkulation mit wahlfreier Datenbankanbindung verzichten, die ich auf nem Monitor mit 3440*1440 Pixeln ansehen kann, sorry.
 
  • #336
@micromoog

meine Maturaarbeiten (auf Deutsch Abiarbeiten) habe ich auf Mama's Schreibmaschine geschrieben. Das war zu einer Zeit, als noch sehr wenige Computer in Privathaushalten anzutreffen waren und erst recht keine bezahlbaren Drucker. Da hatte man sich nur einen grausligen 9 Nadeldrucker leisten können, wenn überhaupt.

Im Studium habe ich meine Arbeiten auf LaTeX geschrieben, dann aufs Uni Layout angepasst, drucken lassen und abgegeben. Das war bei uns Standard, auch und vor allem weil man in LaTeX relativ einfach die Darstellung anpassen kann ohne den Inhalt zu gefährden. Word & Co. galten in den 90ern zu Recht als zu instabil, um hunderte Seiten von Arbeiten ohne Abstürze verwalten zu können.
 
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M.i.a.u.: 2bit
  • #337
Ich will nicht auf die Möglichkeiten einer modernen und flexiblen Tabellenkalkulation mit wahlfreier Datenbankanbindung verzichten, die ich auf nem Monitor mit 3440*1440 Pixeln ansehen kann, sorry
Excel ist zB eine Waffe, klar.
Es geht ja auch nicht darum, dass sich Rechenleistung und Auflösungen vergrößern, da ist höher, schneller, weiter wünschenswert.

Ich habe das Gefühl, „Der Synthesizer Musiker“ macht da seit einiger Zeit nicht mehr mit. Mittlerweile ist es hier en Vouge eine „one Knob, one Function“ zu haben.
Das Menüdiving Konzept diverser Workstations will keiner mehr wirklich haben.
Aktuelle Office Software wurde über die Jahre verschlimmbessert.
Früher reichten 1-2 Klicks um eine Simple Grafik zu formatieren, jetzt sind es mindestens 5+.

Der Erfolg von zB Tabletts und deren vereinfachten Apps, welche sich wieder mehr auf das wesentliche beschränken zeigt doch wohin die Wünsche gehen.
 
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M.i.a.u.: qwertz123 und Miks
  • #338
Word & Co. galten in den 90ern zu Recht als zu instabil, um hunderte Seiten von Arbeiten ohne Abstürze verwalten zu können

Ich hatte nur einen Discounter Pentium Rechner zur Verfügung.
Ich saß über Wochen 10-12 Stunden daran, durch die Grafiken war für damalige Verhältnisse das gesamte Dokument recht speicherintensiv.
Abstürze habe ich jetzt nicht vordergründig in Erinnerung, was nicht heißen soll, dass da keine waren.
 
  • #339
Word & Co. galten in den 90ern zu Recht als zu instabil, um hunderte Seiten von Arbeiten ohne Abstürze verwalten zu können.
Abstürze waren das Eine, das Andere die Umbrüche und iirc die Abhängigkeit vom angeschlossenen Drucker - man konnte sich kaum schneller ein mühsam erstelltes Dokument zerschießen als mit MS Word. In der c't gabs sogar mal einen eigenen Artikel "lange Texte mit Word". Ich war damals heilfroh über die auf dem Atari ST verfügbare Software.
 
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M.i.a.u.: Miks
  • #340
Also ich spreche von der Zeit Windows 95.
Da war das -gegenüber 3.11- für die Zeit alles sogar recht stabil.
 
  • #341
Vor Jahrzehnten habe ich mal selber programmiert, das Programm war anfänglich konzernintern, wurde dann aber auch nach extern verkauft. Die internen User saßen da praktisch im nächsten Flur oder sogar im Zimmer gegenüber. Und wenn einer was wollte, dauerte das 2 Stunden oder 2 Tage (sofern einfach umsetzbar), und die Funktion war drin. Und dann hieß es später: das ist ja alles so komplex!

So kommt das.

Wenn in MS Office so viele nutzlose Dinge wären, würde MS Office ja auch mal eben schnell durch Libre Office o.ä. ersetzt werden können. Privat sicher kein Problem, aber in komplexeren Umgebungen...

Nur weil ich mit 20% der Funktionen glücklich bin, heißt das nicht, dass das alle so sehen (und dann auch noch die gleichen 20% meinen).
 
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M.i.a.u.: JayBee
  • #342
Nur weil ich mit 20% der Funktionen glücklich bin, heißt das nicht, dass das alle so sehen (und dann auch noch die gleichen 20% meinen).

Klar, legitim.
Aber dann werden noch weniger komplexe Zusatzprogramme aufgelegt bzw. ins Paket gepackt, die dann abgespeckt die bereits vorhandenen Funktionen noch mal aufgreifen. Das Paket kann man dann zu einem höheren Preis verkaufen.
 
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M.i.a.u.: Miks
  • #345
@micromoog

meine Maturaarbeiten (auf Deutsch Abiarbeiten) habe ich auf Mama's Schreibmaschine geschrieben.
Ich habe einen Kugelschreiber benutzt. Schreibmaschinen hätte man bei uns für Klausuren sicherlich nicht mit in die Schule bringen dürfen, da viel zu laut...
 
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M.i.a.u.: betadecay
  • #347
Nein. Offenbar ist das Abitur in der Schweiz anders als in Deutschland.

Es gab Klausuren, aber keine Semester- oder Abschlussarbeiten.
 
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M.i.a.u.: claudio
  • #348
Vor Jahrzehnten habe ich mal selber programmiert, das Programm war anfänglich konzernintern, wurde dann aber auch nach extern verkauft. Die internen User saßen da praktisch im nächsten Flur oder sogar im Zimmer gegenüber. Und wenn einer was wollte, dauerte das 2 Stunden oder 2 Tage (sofern einfach umsetzbar)
2 Stunden bis 2 Tage bis der Change Request geschrieben ist, dann warten bis das Gremium positiv entscheidet, im Idealfall wird das Thema im nächsten Quartal realistisch sofern nicht der Stop durch kurzfristige Budgetkürzungen kommt.
 
  • #349
2 Stunden bis 2 Tage bis der Change Request geschrieben ist, dann warten bis das Gremium positiv entscheidet, im Idealfall wird das Thema im nächsten Quartal realistisch sofern nicht der Stop durch kurzfristige Budgetkürzungen kommt.
Damals ging das noch per Zuruf. Anfang der 90er.
 
  • #354
Das war doch bloß das Abi und kein Universitäts-Diplom...
wir mussten das in der Schweiz fürs Abi in den Schwerpunktfächern machen, zum Teil die Arbeiten auch noch zusätzlich mündlich vortragen. Fand ich unterm Strich nicht übel, man konnte sich ein Semester in ein Thema vertiefen, quasi als Vorbereitung für die Uni.
 
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M.i.a.u.: betadecay
  • #355
Hier gab es "nur" Klausuren in den beiden Leistungsfächern sowie schrifliche/mündliche Prüfungen in den beiden Nebenfächern.
 
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M.i.a.u.: claudio
  • #359
Wie schnell muss NI jetzt die Leute davon überzeugen sich die Taschen mit NI-Produkten vollzustopfen damit das alles gerettet werden kann?

Und wer hier aus dem Forum wäre bereit dies zu tun?
 

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