OTO Bam (Reverb Processor)

Kann mir ein besitzer darüber auskunft geben,
wie die beschaffenheit der potis sind - sind diese am gehäuse verschraubt oder irgendwie "wobbly"
und ist das gerät schwer genug, das es sich nicht gleich verschiebt beim schrauben!?
Beim programmwechel und - laden enstehen da unschöne pausen, wie bei Eventide modFactor usw... - wegen "live" einsatz.

:nihao:
 
Kann nicht sagen ob die Potis verschraubt sind aber da wackelt nix. Top Qualität. Das Gerät hat Gewicht und verschiebt sich nicht...

Wenn man den Algo wechselt, gibt es Pausen. Die Presets benutze Ich leider nicht aber ich kann das mal testen die Tage.
 
Nick Name schrieb:
Beim programmwechel und - laden enstehen da unschöne pausen, wie bei Eventide modFactor usw... - wegen "live" einsatz.
Ich kenne kein Hallgerät, bei dem das nicht so wäre.
Auf jeden Fall wird beim Programmwechsel immer der Hall komplett unterbrochen, und erst beim nächsten Signal nach dem Programmwechsel wird wieder neuer Hall aufgebaut.

Das ist technisch notwendig, denn letztlich haben wir es bei Hall immer mit einer Art kontrollierter Kreuz-Rückkoppelungsschleifen zu tun. Durch den Algoritmenwechsel würde es ggf zu Rückkoppelungen eines Nodes auf sich selbst kommen, was so sofortigem Feedback-Fiep-Geräuschen mit maximalem Pegel führen würde. Das willst Du wegen Deinen Ohren nicht und der Vermieter Deiner PA will das wegen seinen Hochtönern nicht.
 
Unterbrechungsfrei würde mit zwei Geräten gehen bzw. evtl. mit zwei Einheiten in einem Gerät, wenn sie unabhängig voneinander per MIDI gesteuert werden können. Neuere "Workstations" wie Kronos oder Montage schalten auch ohne Unterbrechung um, indem ein Setup eben maximal die halbe Leistung des Geräts beansprucht. Natürlich sollten die externen Effekt-Einheiten dann über verschiedene Audioleitungen angesteuert werden. D.h. der Klangerzeuger sollte zumindest zwei Einzelausgänge haben.

Oder man lässt ausklingen, und blendet für Übergänge vielleicht etwas anderes ein. Es gab mal hier im Forum nicht vor langer Zeit einen Thread zum Thema Übergänge Live.
 
Beim BAM lassen sich die Front-Panel Parameter glatt verstellen, man hört also keine Glitches. Ausnahme ist der Size-Parameter, der die Tonhöhe des Hallsignals verändert. Umschalten des Types ist disruptiv und bei Änderungen von Gain und Filter kann es sein, dass man einen leichten Knackser hört, die Werte sind einfach nicht so hoch aufgelöst.

Man könnte also prinzipiell bei den anderen Parameter zwischen Presets faden. Passiert aber nicht.

Mir ist auch kein Reverb bekannt, dass nahtlose Übergänge hinbekommt. Es gibt jedoch ein Gerät, was genau das zum Prinzip erhebt, das Vortex von Lexicon. Dort kann zwischen 2 Engines A und B gemorpht werden, aber nicht jeder Algorithmus ist für jede Engine verfügbar.

Beim Strymon BigSky gibt es einen Spillover Modus:
Allows the wet delay signal of a currently selected preset to “spill” into the next selected preset. IMPORTANT: Because of the reverb buffer architecture, the current preset must be active for at least 5 seconds before spillover will be operational.

Wie das klanglich rüberkommt, kann ich mangels Gerät nicht sagen (Fluch Richtung MusiX.ch, wo man bestellen kann, die aber seit Wochen nicht liefern).

Grundsätzlich sind die verschiedenen Algorithmen unterschiedlich aufgebaut und es werden im DSP nicht nur Parameter verändert, sondern der Code muss neu geladen werden. Wenn man das macht, ohne die Daten im Speicher zu initialisieren, so gibt das sicher sehr spassige Effekte, die aber keiner hören will. Daher wird i.d.R. das Hallsignal ausgefadet, der Code geladen, der Speicher initialisiert und der Input dem Algorithmus wieder zugeführt. Je nach Gerät glatt oder mit Knall und Knacks, schnell oder langsam.
 
ID_nrebs schrieb:
Habe mein bigsky verkauft weil es auf der Summe nicht funktioniert. Bam tut das für mich.
ich selber traue so aussagen nicht mehr ganz 100%.
habe zuviele solcher aussagen zum "Space" gesehen.
.........wohl meistens bei Muffs, wo jetzt aber das Space wieder mehrheitlich gelobt ......und bevorzugt wird.

Musikstil, vorprägungen und erwartungen mögen ne wichtige Rolle spielen.
und auch inwieweit man es versteht so ein Reverb sehr subtil reinzumixen .
BAM ist z.bsp. um den punkt rum wos hörbar wird auch sehr kniffelig zum einstellen
 
Stehe meinem neuen BAM doch etwas zwiespältig gegenüber: Klang ist klasse, stufenloses Spielen am Size macht Spaß, aber…

…zum einen hält Freeze das Signal nicht unendlich lange, es stirbt halt nur langsamer.

…zum anderen gibt es bestimmte Kombinationen von Size und Reverb Time, in denen schlicht kein Signal verhallt wird.
Z.B. Type 1, Mix wet, Size auf 12 Uhr, Reverb Time auf max = das Eingangssignal wird nicht mehr verhallt. Size langsam weiter aufdrehen = Eingangssignal wird plötzlich verhallt.

Anfrage an OTO-Support läuft, kann das hier jemand nachvollziehen? Danke im voraus!
 
Antwort vom OTO-Support:
(1) Der langsame Freeze-Tod ist beabsichtigt, das eingefangene Signal wird immer weiter verhallt und stirbt damit auf lange Zeit.
(2) Die teilweise nicht funktionalen Kombinationen von Size & Reverb Time sollen in einem Firmware-Update via SysEx behoben werden.

Schön, so eine schnelle & positive Reaktion!
 
Denis hatte mir mal dies geschrieben:
On some BAM units, we have this strange bug.
It depends on the position of the SIZE (in its min position) and REV TIME (in its max position) pots.
Turning the SIZE pot up and/or the REV TIME pot down is making the reverb working correctly.
I’m investigating that bug at the moment, and should propose a new revision this fall (with other bugs fixes).


Man kann die Version der Firmware wie folgt ermitteln:
If you press the IN GAIN and FILTERS switches while switching on BAM, you should see the revision number on the screen for few seconds.
The latest revision should display LED 1 on the upper line and LED 2 on the lower line.
 
So - ich hab das teil jetzt da und mal mit den Grundeinstellungen gespielt.

Der erste Eindruck ist klasse - schönes dichtes reverb-signal, klasse Objekt mit einem Design, was retro erscheint und trotzdem auch nach "jetztzeit" aussieht - schön gestaltetes Manual.

Dass das Signal abbricht, habe ich auch bemerkt - etwas störend ist das zu schnelle reagieren des Mixers; es ist schnell zu viel; der Regelbereich liegt auch eher bei 8:00 und 12:00 Uhr - danach passiert nicht mehr viel.

Ein flüchtiges zappen durch die "Typen" hat jetzt kein "Aha/Oh" ausgelöst - ehrlich gesagt habe ich so spontan keine unterschiede gehört.

Ich hab das Gefühl. das das teil bei komplexen Signalen (Summe) anders geagiert, als jetzt mit einem einzelnen synth- Signal (Juno60)

Der Grundsound ist so angenehm, dass ich es behalten möchte… hat auch die schönsten rauschfahnen ever :))
 
Habe mir das Teil auch gerade gekauft und teste es gegen den Bigsky. Die Geräte sind sehr unterschiedlich - schwer zu sagen welches nun "besser" ist.

Der BigSky klingt immer schön und weich. Aber auch ein wenig leblos und verwaschen. Er ist extrem vielseitig. Erinnert mich insgesamt an einen guten VA Synthesizer.

Der BAM ist direkter, mehr "3D", aber auch eingeschränkter. Man muss mehr schrauben, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Wenn man den Sweet Spot gefunden hat, dann klingt er aber exzellent. Mein Favorit ist das "Chorus" Programm. Stimme zu, dass der MIX Regler nicht optimal ist (zu schnell zu viel Wet Anteil)

Frage mich auch ob der BAM das Dry Signal vor der AD-Wandlung absplittet und hinterer beimischt, oder das Dry-Signal auch die AD/DA Wandlung durchläuft. Weiss das jemand? Wie ist denn das sonst so bei den typischen 80er/90er Digital Reverbs gelöst?
 
Mixer:
tut meiner Ansicht beim BAM genau das, was ich erwarte. Dry:Wet ganz links 100:0 bis ganz rechts 0:100 und in der Mitte bei 12 Uhr dann 50:50. Beim BigSky ist das für mich eher merkwürdig, wo bei 3 Uhr erst 50:50 erreicht wird.

Typen:
die sind beim BAM schon unterschiedlich, vor allem Chorus und Nonliear sind deutlich anders. Bei Room ist der Hall schnell da und bei Hall dauert das etwas länger. Plate klingt deutlich höhenbetonter. Primitive ist dann schon sehr grainy und roh. Wie immer bei Reverbs, kommt es extrem auf das Input-Signal an. Deutlich werden die Unterschiede bei kurzen Filter-Zaps oder anderen Impulsen. Chorus sollte man ausprobieren, wenn der andere Chorus auf null steht. Am besten mit einem Single VCO Sound. Dann die Decay-Zeit langsam hochdrehen.

BigSky ist eine ganz andere Nummer. Die Hall-Algorithmen klingen für meien Ohren nicht so richtig schön, da ist immer so was spezielles dabei, nennen wir es mal den blauen Schimmer. Ist bei Gitarre etwas besser. Das Wet mischt sich nicht so richtig mit dem Dry. Dafür kann BigSky einfach mehr, wobei die Spring-Emulation rein gar nicht nach Federhall klingt. Ist aber egal, das hat man ja im Amp schon drinnen... Magneto kommt lange nicht an ein richtiges Tape-Delay ran und beim herumpitchen macht es Dinge, die es besser nicht tun sollte, zumindest im Vergleich zum real deal.

Space habe ich gerade noch bestellt, dann ist das Trio komplett.

Der BAM reicht das Dry analog durch. Wozu sollte er es wandeln? Das ist so gelöst, wie auch in den guten alten Zeiten, wobei man bemerken muss, dass ein Hall in der Liga eines Lexicon 224 sich einen Dreck um das Dry-Signal schert. Dafür hat man ja ein Mischpult. Von den alten High-End Kisten hier im Studio hat nur das Yamaha REV-1 einen Dry-Pfad drinnen. Das kommt dann erst mit den Mid-End bis Low-End Geräten.
 
So verallgemeinert kann man's nun nicht stehen lassen – beispielsweise bietet auch der Quantec Yardstick einen Dry-Pfad, und das Gerät ist nun sicherlich weder Mid- noch Low-End.
 
serge schrieb:
So verallgemeinert kann man's nun nicht stehen lassen – beispielsweise bietet auch der Quantec Yardstick einen Dry-Pfad, und das Gerät ist nun sicherlich weder Mid- noch Low-End.
Der erste Yardstick, genauer wohl Yardstick 2402 kam 1997 heraus, das ist nicht mehr Vintage. Aber es ist auch müssig, es gibt Geräte aus der Frühzeit, die haben nur Wet. Eine allumfassende Analyse kann ja machen, wer mag.

Es ging mir um Geräte aus dieser Liste: viewtopic.php?f=2&t=62765&p=1384831&hilit=lexicon+224#p1384831 wovon mein Studio die Jahre 1978 (224), 1982 (QRS) und 1983 (REV-1) abdeckt. Darauf beziehe ich mich.
 
BAM - dritter tag.
Also ich fühle mich sehr wohl in meinem schaumbad - BAM eröffnet räume die ich einfach nur geil finde, weil sie immer abstrakt bleiben, nie allzu realistisch und sich immer am material abarbeiten (im gegensatz zum BigSky, der mir viel zu illustrativ ist und mir sagt: Du must jetzt DAS! sehen
und fühlen)
Schwein gehabt - nächste gute entscheidung!
 
Nur so zum Teasern: Bei Amazona geht am Samstag mein OTO BAM Test online. Herr Dr. Georg Müller oder auch swissdoc schliesst sich der schreibenden Zunft an...
 
Wie kommt man eigentlich an die im Test erwähnten Firmware-Updates, und wo kann man sehen, was sich mit welchem Update geändert hat?
 
Die Info war im Artikel, Amazona veröffentlicht aber keine Firmaware-Auflistungen, daher reiche ich das hier nun nach. Bitteschön:

Aktuelle Version ist 1.3.

Firmware 1.2:

Fehlerbereinigungen:
- TAP zu PREDELAY hat kürzere Pre-Delay Zeiten erzeugt als gewollt und die SIZE-Einstellung wurde verändert
- Probleme mit AUX Mode
- Einige der Algorithmen hatten die Tendenz Verzerrungen zu produzieren, besonders bei langen Hallzeiten
- Einige Geräte haben sich manchmal beim Start aufgehängt, was einen Neustart erforderte


Firmware 1.3:

Fehlerbereinigungen:
- Der Input Gain wurde reduziert und Skala des VU-Meters angepasst. Bisher kam es bei VU-Meter Ausschlag von 4 LEDs zu Verzerrungen, nun passiert dies bei 6 LEDs

Bekannte Fehler:
- TAP zu REVERB TIME funktioniert nicht
- CC 18 (TYPE) funktioniert nicht

Bei der aktuellen und späteren Produktionschargen wird die Pre-Emphasis/De-Emphasis-Frequenz verringert, BAM ist damit dann weniger empfindlich gegenüber Verzerrungen bei hochfrequenten Signalen. Man kann diese Änderungen auch bei den bereits ausgelieferten Geräten vornehmen, es müssen einfach 4 Kondensatoren getauscht werden.

Firmware Updates und Info zu der Modifikation der Emphasis gibt es beim Hersteller: support@otomachines.com
 
Vielen Dank für diesen ausgezeichneten Vergleichstest!
Die hervorragend ausgeführten Klangbeispiele erlauben m.E. einen sehr guten Einblick in das, was das Gerät kann. Und wie es sich anhört, würde es für mich auf jeden Fall reichen. Und dazu portabel für Proberaum und live. Super Sache von OTO!

Und toi-toi-toi auch für die Forschungen zu Akustik und nichtlinearen Systemen.

Alles Gute
 
Sekim schrieb:
Und toi-toi-toi auch für die Forschungen zu Akustik und nichtlinearen Systemen.
Danke, aber dieses Thema habe ich seit meiner Promotion hinter mir gelassen. Ich bin 1995 in die Telekommunikationsindustrie gewechselt und arbeite seiter bei dem einen oder anderen Betreiber...
Das habe ich dann doch gleich noch im Profil bei Amazona angepasst.
 
swissdoc schrieb:
Die Info war im Artikel, Amazona veröffentlicht aber keine Firmaware-Auflistungen, daher reiche ich das hier nun nach.
Danke, ich habe aber auch gar nicht erwartet, dass Amazona Firmwares auflistet, sehe das als Aufgabe des Herstellers.

Firmware Updates und Info zu der Modifikation der Emphasis gibt es beim Hersteller: support@otomachines.com
Ich finde es schade, dass Infos zur Ermittlung der Firmware-Version wie auch die Version History nicht auf der Website zur Verfügung stehen. Daher vielen Dank an Dich für Deine Auflistung!

Ich habe mein BAM damals zurückgegeben, da es diesen Bug gab:
serge schrieb:
…zum anderen gibt es bestimmte Kombinationen von Size und Reverb Time, in denen schlicht kein Signal verhallt wird.
Z.B. Type 1, Mix wet, Size auf 12 Uhr, Reverb Time auf max = das Eingangssignal wird nicht mehr verhallt. Size langsam weiter aufdrehen = Eingangssignal wird plötzlich verhallt.
Ist das mittlerweile behoben, bzw. magst Du so nett sein und versuchen, das bei Deinem BAM zu reproduzieren?
 
serge schrieb:
Danke, ich habe aber auch gar nicht erwartet, dass Amazona Firmwares auflistet, sehe das als Aufgabe des Herstellers.
Das ist wohl so, aber die Firma OTO Machines besteht aus zwei Personen, die offenbar mit der Herstellung der Geräte voll ausgelastet sind. Denis will die Firmware auf der Page auch anbieten, aber er kommt offenbar nicht dazu.

Daher hier einfach Links zur Firmware auf meinem Server:
http://www.swissdoc.de/reverb/BAM_1122.syx
http://www.swissdoc.de/reverb/BAM_v1.3.syx

serge schrieb:
Ist das mittlerweile behoben, bzw. magst Du so nett sein und versuchen, das bei Deinem BAM zu reproduzieren?
Das hatte ich am Anfang auch, ist aber nun behoben.
 


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