Nun, ich räume noch ein, dass ich eher meinen Jobs nachreise als arbeitslos zu sein. Das muss ich nun mal, gehört dazu. Und das sind immer andere Länder. Die Erfahrung zeigt, dass das recht anstrengend und kostspielig ist, denn nicht jeder Arbeitgeber ist moognasenfreundlich und unterstützt einen mit Banalitäten wie Umzugskosten oder einem Meschuggenheits-Bonus, den ich gewiss verdiene, keine Frage.
Die Erfahrungen, die man mit so einem Gitanes-de-Luxe-Leben gewinnt, sind jedoch Gold wert und fließen irgendwann auch in die Musik ein, oder in eine Standup-Show, was immer auch eher kommt. Aber ein großer Modulkasten kommt mir erst dann wieder ins Haus, wenn ich Premierminister bin und ein modernes Eigenheim in der Nähe von Tampere habe. (Wer will mich zum Premier? Interessierte Länder bitte PN an mich. Schurkenstaaten ausgeschlossen).
Zurück zum einfachen Synth. Als Student habe ich sogar mal mit Software gespielt, als die noch richtig Mist war. Da hatte ich für sowas Ätzendes Zeit. Jetzt nicht mehr, und außerdem ist der
Moog Prodigy ergonomisch besser als alles, was ich je unter den Fingern hatte. Stichwort Handauflegen. Da fand ich den Voyager einfach doof gegen, so schepp wie der ist.
Noch ebbes: Einfach ist alles, was man aus dem Effeff beherrscht. Manche werden in Windeseile am goßen Modular was zusammenpatchen, wo ein Neuling noch nachdenken muss. Nachdenken ist zwar gesund fürs Gehirn, aber wenn man sich im Job konzentrieren muss wie blöd, weil man es halt muss, dann darf doch der Synth gern einfach aufgebaut sein, so als Ausgleich. Das ist nur fair und gar nicht so dumm wie es sich anhört. Nicht jeder Mensch ist ein 24-Stunden-Denker.
Workstations: Als Ex-M1-Besitzer und Ex-W7-Freund und Ex-Fantom-Kumpan kann ich sagen: die sind alle anders. Ich mag Workstations. Wenn sie tun, was sie sollen und eine intuitive Benutzerführung haben. Der W7 war da noch am besten, klang aber doof. Der M1 flog schon bald bei mir raus, weil der ja nur ein Brett ist. Und der Xa war klanglich toll, hatte aber eine sehr seltsame Funktionsweise.
Kein Synth, aber trotzdem liebenswert: Alles rund um Yamaha QY. Diese liebe ich so sehr, dass ich mich beinahe Yamahanase genannt hätte. Echt! Der QY20 begrüßt dich freundlich mit "Welcome to QY World". Na, das ist doch mal ein Wort! Außerdem können die alle sehr gut Zirkusmusik. Und der QY700 ist unübertroffen. Nie habe ich einen Bug gesehen mit dem Ding. Und viele Features hatte der auch! Aber irgendwie dennoch musikalisch und einfach gut, wenn auch klanglich clownig.
Noch ein Wort zum DX100. Den habe ich seit über 20 Jahren und benutze ihn noch heute. Er ist ziemlich kompliziert und komisch zu programmieren. Aber wenn man Zeit hat, kann man ihn erlernen. Heute wäre das nichts mehr für mich. Aber was man früh lernt, bleibt normalerweise auch erhalten. Ausnahme: QX5. Das Ding ist Teufelswerk!