(SciFi) Filmusik ist viel zu akustisch

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von Moogulator, 24. Januar 2010.

  1. Moogulator

    Moogulator Admin

    Mich nervt es absolut, dass heute jeder SciFi Film ausschließlich mit Pauken, Geigen und Trompeten anstatt mit elektronischer Musik untermalt ist. Vermutlich weil es als "billig" gilt. Aber generell würde es den Film deutlich untersützen.

    Ich bin NICHT gegen Orchester oder akustische Musik, aber wenn sie nicht passt, lasst sie bitte auch weg und nehmt Dinge, die passen.
    Das ist besonders bei Hollywood ein Problem. Was hat denn bitte in StarTrek oder so so ein Heldenfanfarengeschmetter zu suchen? Da sieht man Raumschiffe und es spielt das übliche Drama-Begleitgedudel. Das hat wenig von Zukunft und dem Gefühl.

    Dreh nur mal den Ton weg von solchen Sachen und lege man ein paar Drones aus den früheren SciFi Filmen drunter. Diese sind sicher nicht so ausgefeilt, aber sie wirken wirklich mehr und besser. Man sehe sich nur die alten Dr.Who Sachen an. Wenigstens ein bisschen mehr Befremdlichkeit und Außeririsch-seins würde ich mir wünschen. Gern auch in Psychofilmen und so weiter. Es wäre eine echte Bereicherung als immer nur das Standardscore irgendeines Hans Zimmer, der ja ansich den Kram besitzt aber offenbar nicht einsetzt.

    Das ist kein Plädoyer gegen Ligeti in 2001 oder sowas, es ist nur eine Bitte AUCH MAL was zu machen, wo es denn passt. Das kann nur nicht sein, dass es so wenig passt wie es aktuell gehandhabt wird. Bisschen Elektro-FX ist mir zu wenig, das ist eben auch echte Arbeit gut zu komponieren - ohne Vangelis - Akustikkrams oder Hans Zimmer und so.

    Nur mal hören - Und das hier ist ansich primitiv. Man bedenke, was man heute machen könnte - Ich meine wenn man es wirklich ernst meint?


    Sinn und Sinnlichkeit? Ok, hab da nichts gegen ein paar Geigen. Oder 1492? Auch prima. Man kann viel damit tun, aber zu sehr vielen Filmgenres passt das eben nicht. Ich sag mal: In Torchwood hört man einen Sync-Sound, wenn sich der Slitheen seiner Haut entledigt. Manchmal sind solche einfachen Sounds wirkungsvoller. Natürlich gibt es im Weltraum keine Sounds. Deshalb kann man auch mal überlegen, ob Laserpistolen "ZAPPP" machen, aber bitte nicht nur für die Sounds sonder für den Soundtrack mehr über Elektronik nachdenken und zwar gut dazu passend.

    Ich weiss, dass die meisten hier keine Filmemacher sind, aber mich nervt das, da ich sehe was man machen kann und wie es wirken kann. Und wir wollen doch nicht, dass Forbidden Planet und Co die einzigen Filme bleiben, wo Hall noch schepperte und so. Viele Autofirmen (besonders französische) trauen sich in der Werbung schon mehr, allerdings mit mehr "Pop".
     
  2. Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Moogulator : Natürlich gibt es im Weltraum keine Sounds ...

    Doch es gibts welche , ich habe letztlich einen Wind heulen gehört von einer Planete im All.
    Das war erschreckend gut und düster !!!!
     
  3. Jörg

    Jörg |

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Ist mir auch schon aufgefallen. Teilweise wirklich extrem unpassend.
    Ok, manche frühe Synth-Filmmusiken waren extrem cheesy. Aber dieses Orchester-Bumm-Trara ist es auch. ;-)
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    demnächst in ihrem homeentertainment center..

    dvd einlegen,ton aus, untertitel an.. und die forumscompilation einlegen! :mrgreen:


    filmmusik? da war doch was... :mrgreen:
    http://film.kallekarl.org/
     
  5. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Das stimmt, aber heute wäre das ja nicht mehr "cheesy". Und nur wenige trauen sich das. Es fällt dann auf, WENN es mal jemand macht oder etwas mehr als vorher. Und wenn wir schon bei Dr.Who sind: Die Titelmelodie war noch nie schlechter als in der 10.Staffel. Lead mit "Cellosample" oder sowas. Das ist n Schiss gegen den sehr primitiven Wackelsound der ersten Folgen. Sie hätten halt mal Orbital fragen sollen, denn dessen Version ist richtig nett. Naja, als Filmmusik wäre das dann allerdings auch noch nichts (zu viel "Beats"). Aber lieber hätte ich einen superunrealistischen "Zapp" bei div. Lasern als irgendein schülstiges Gedudel aus Streichinstrumenten (ich mag Streichinstrumente, aber hier eben nicht).
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Ich gebe mic Recht: Mir ist es gestern bei Avatar wieder aufgefallen, wie zuvor bei einigen anderen ähnlich gearteten Filmen auch. Teilweise viel zu laute und zu bombastisch arrangierte Musik, die schon störend wirkt. Ein partielles Umdenken der Filmemacher wäre mal angebracht, vielleicht wieder zurück zu atmosphärisch dichter Musik wie z.B Popol Vuhs "Aguirre"-Soundtrack, an den ich gestern genau so oft denken musste wie an die Bilder von Roger Dean.
     
  7. changeling

    changeling Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Und das wird sich durch diesen Thread ändern? :fawk:

    Kommerzielle Synthesizer gibt's jetzt seit über 40 Jahren. Synthesizer-Klänge sind etabliert und werden nicht mehr per se mit neuartig und futuristisch in Verbindung gebracht.

    Mir sind bei nem SciFi-Film andere Sachen wichtiger als die benutzte Instrumentierung bei der Filmmusik.
     
  8. fogman

    fogman Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Er hier war dran schuld...:



    Das Theme hat mich als Kind total fasziniert.
    Das Outro noch mehr. Da kommen mir fast die Tränen.
    Ein schöner Mix aus Elektro und Klassik. Irgendwie krude produziert, nicht überkandidelt.

    Edit:
    Es gibt nur zwei Sinne beim Filme gucken: Die Augen und die Ohren. Beide sind absolut gleichberechtigt, aber der Sound
    wirkt eher aufs Unterbewusstsein. Das macht man sich sowohl im Film wie auch bei Computerspielen zu Nutze, um diffuse Stimmungen
    im Benutzer / Seher auszulösen.
     
  9. Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    schönes Beispiel zum Thema, der traditionelle und populäre Ansatz bei Babylon5 (Franke) gegen das SpinOff Crusade (Chen), der minimal und elektroniklastig ist
    und dafür im Fandom verhasst, wobei ich den Trailer auch zum Einschlafen finde, allerdings innerhalb der Serie fande ich die Sachen von Chen
    gut gesetzt.

    ansonsten natürlich die BSG-Sachen von Bear McCeary, der ja eine Ethno-Renaissance im Genre losgetreten hat, was mittlerweile sogar
    bei Stargate-Universe seine Spuren hinterlassen hat, mal ganz abgesehen von dem einen oder Vangelis-Synth, wenn der dicke Pott mal wieder
    das Bild blockiert ;-)

    als Kür im Zweifel aber auch mal auch die bösen dx7 verseuchten Achtiziger denken, wo mal dachte man wäre trendy und billig zugleich
    untern Strich blieb aber nur leider billig..... und das auch bei Doctor Who....
     
  10. serge

    serge ||

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Ich habe neulich den jüngsten Star-Trek-Film gesehen, in dem es sich weniger um Zukunft als vorrangig um das Ausleben von im nordamerikanischen Kulturraum als helden- und tugendhaft empfundenen Verhaltensweisen wie Mut, Verantwortung, Opferbereitschaft, Freundschaft und dergleichen mehr dreht. Insofern erschien mir das "Heldenfanfarengeschmetter" durchaus angemessen, wenn auch nicht neu oder überraschend dargeboten. Das erwarte ich aber auch nicht von Hollywood-Produktionen solchen Maßstabs. Man mag das zu Recht beklagen, allerdings hat sowohl die Geringschätzung der Filmmusik durch die Verantwortlichen als auch die Klischeehaftigkeit ihrer Form und ihres Inhalts eine lange Geschichte.

    Die ersten Stummfilme wurden live von Pianisten und kleinen Gruppen begleitet, die sich bald Musikstücksammlungen (den sog. "Kinotheken" von Zamecnik 1913 und Becce 1919) bedienten, darin fanden sich kurze Musikfragmente, deren Titel verallgemeinerten Filmszenen (z.B. "Verfolgung", "Liebesszene") zugeordnet waren. Diese Grundmuster haben in der einen oder anderen Form bis heute überlebt.

    Und selbst in der goldenen Zeit der Hollywood-Filmmusik der 30er bis 50er Jahre des letzten Jahrhunderts kam die Filmmusik zum einen immer zuletzt und zum anderen immer unter enormen Druck zustande. Berühmt ist hier das Zitat von Alfred Newman, dem Leiter der Musikabteilung bei 20th Century Fox in jener Zeit: "Sie wollen es nicht gut, sie wollen es Dienstag."

    Zudem sind Filme zuerst einmal Investionsobjekte, und Filmmusik ist ein Bereich, in dem sich nicht zuletzt aufgrund der technischen Entwicklung hervorragend sparen lässt, unabhängig übrigens von der geewählten Klangästhetik (akustisch-orchestral vs. elektronisch-abstrakt): Ob es jetzt der Ersatz einer kompletten Streichersektion bei der Filmmusik zu "Das Boot" (1981) von Klaus Doldinger war, bei der vier Streicher per Multi-Track-Recording zum orchestralen Klang aufgeblasen wurden, oder die zunehmende Verwendung großvolumiger Orchester-Sample-Libraries wie VSL – es ist allemal billiger als ein echtes Orchester mit Vor- und Nachproduktion.

    Sieht man den Film aber bereits als Investionsobjekt, erklärt dies auch das Kleben am musikalischen Klischee, schließlich möchte man das potentielle Publikum nicht mit ungewohnten Höreindrücken verschrecken, zudem bestimmte Musik-Bild-Verbindungen durch den jahrzehntelangen Gebrauch mittlerweile so zementiert sind, dass sie erwartet werden.

    Dies erklärt wiederum den ersten bewußten Einsatz elektronischer Klangerzeuger in Hollywood-Filmmusiken, nämlich des Theremins in Hitchcocks "Spellbound" (dt. "Ich kämpfe um Dich", 1945) von Miklós Rózsa: Dadurch sollte dem Publikum die Fremdartigkeit der psychotischen Träume (Szenenbilder: Salvador Dali) des Hauptdarstellers verdeutlicht werden. Nachfolgende SF-Filme griffen diesen neuen Klänge nur zu gerne zu vergleichbaren Zwecken auf: akustische Illustration des absolut Fremdartigen.

    Schaut man sich wiederum "Avatar" an, mag man sich daran stören, dass die Außerirdischen statt mit "außerirdischer" – also elektronischer – Musik mit ethnischer Musik unterlegt werden. Andersrum wird aber ein Schuh draus: Es war dem Regisseur wohl nicht darum getan, diese als fremdartige, möglicherweise bedrohliche Wesen darzustellen, sondern sie uns als "edle Wilde" erleben zu lassen, vielleicht im Stile von Indianern.

    Ist trotz der potentiellen Abwesenheit von Filmemachern ein schönes Thema.
     
  11. dns370

    dns370 Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Filmmusik von folgenden SF-Titeln klingen klasse:

    Solaris (Ambient)
    Cube 2 - Hypercube: nur das Intro - (ästhetisch rhythmischer Ambient, was auch immer man darunter verstehen mag :) - zumindest hat es so geklungen)

    na ja ....
     
  12. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    serge spricht das an, was mir auch sehr wichtig ist: Es geht darum ,was ausgedrückt wird. Ich bevorzuge vielleicht das "Elektronische" generell, weil ich Befremdlichkeit mag und das "Strange" suche. Man unterlege mal ein paar Bilder von irgendwelchen UFO-Sachen und Aliens mit verschiedenen Musiken, um zu probieren, wie das wirkt. Sehr witzig bistimmt auch mit Klezmer, Comicsound und "Mickey Mousing" zu unterlegen. Aber auch mit "Pauken und Trompeten" (Ich mag übrigens auch die Trompete ansich gern).

    Es geht nur darum: MUSS man es denn heute JEDESMAL so undifferenziert einsetzen? Das hängt sicher von der Intention des Films ab, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles immer nur militärisch-brachial gemeint ist und so kommt es aber rüber. Selbst Krimis oder so. Es gibt ja auch so Sachen wie Trainspotting oder so, wo es 0 um Scifi geht. Hier würde so mancher Sound auch was tun. Das diese schrägen 60er-Avantgarde-Frickels auch mehr Psycho machen als ein DX7- "Daggedag dadumdagegedack" in McGuyver ist auch klar. Das sind halt die Unterschiede in der Qualität, der Machart und noch mehr. Denn die Varianten sind ja nun aufgrund der so unterschiedlichen Möglichkeiten von Felsenklotz bis Feinnanopincette alles drin.

    Das vermisse ich. Oder man lässt das zu und haut viele aktuelle coole Sachen rein, wie NIN oder so und dann ist es eben auch nur ein Vampirfilm oder sowas (Vampire sind irre überschätzt, harhar) ;-)
    Aber auch die könnte man aufwerten,wenn man die Musik und die Mittel sorgfältiger wählt oder kombiniert.

    Die 38473874ste Fanfare find ich aber heute sehr abgenutzt und GRADE wegen der Vergangenheit noch viel schlimmer aussehend. Das Dr.Who- Beispiel und Billig: Die Diskussion ist berechtigt. Aber eigentlich nicht wirklich weniger wirksam. Man wird das eine oder andere in Enterprise und Co albern finden, weil man es damals nicht besser konnte. Aber die Wirkung in dem schon erwähnten Forbidden Planet ist sicher durchaus vorhanden. Hier spielen viel mehr als nur Elektronik oder nicht eine Rolle. Ich bitte quasi fast noch mehr um eine sensible Wahl der Mittel. Hab nix gegen MIschformen, aber jedesmal nur Tribal und so, weil es grade im Zeitgeist passt finde ich nerviger als es cheesy sein könnte. Denn das ist es eigentlich nicht. Selbst so eine dumme LFO Drone in einer der nicht so teuren Sachen ist oft wirkungsvoller als 20 unisono streichende Geigen "du di del dung du diedel ..."
    Und sicher kann man sagen, dass die Elektronischen Dinge heute nicht unbedingt billiger klingen müssen.

    Da ich selbst mich mal an sowas versucht habe, weiss ich, dass da NICHTS billig klingen MUSS. Und manchmal wäre mir etwas mehr Abstraktion auch im Sound lieber. Und auch wenn es Synths 40 JAhre lang gibt, Orchesterinstrumente gibt es noch länger. Das Argument wäre also schonmal schnell entkräftet aus meiner Sicht.

    Klar, ich verspreche mir nichts, zumal das hier ein Elektro-Forum ist und sozusagen die Synthesizerlobby, die für Software, Hardware und so die Trommel schlägt. Aber ich finde selbst die billigeren Sachen oft gut, weil sie so selten geworden sind und ich hab genug gesehen: Da will man schon auch mal strange rüberkommen,..

    Akte X Titelmelodie? Das ist ja wirklich zum Lachen, das geht auch besser. Und wenn sie es auch nur in Serien tun würden, wäre mir schon geholfen. Ein bisschen mehr Zeit für die Audioleute, ein bisschen mehr Herzblut und Seele. Ich weiss, dass die armen Tonleute die sind, denen man am wenigsten Möglichkeiten gibt in der Filmbranche. Das ist leider wohl auch der Grund.

    Dabei kann ein Soundtrack einen Film, enorm aufwerten. Das vermisse ich. Die meissten OST sind echt brutal langweilig. Und zunehmend standardisiert im Sound. Sorry, da sind grade die großen Namen oft die, wo ich mich wundere, was da so besonders dran war. Kurzer Kameraschwenk durchs Hans-Zimmer und zurück. Trauer. Für mich viel verlorene Kunst und Sinnlichkeit. Und ja, das mein ich so und nicht nur so.

    Da kostet ein Film Millionen und der Soundtrack darf in 2 Wochen fertig sein und nichts kosten? Da wäre so mancher FX besser weggelassen worden. So vieles kann man auch durch "nichtzeigen" viel besser bringen. Oder einen Schatten oder sowas. Mir stimmt das Gesamtkusntwerk immer weniger und vielleicht ist es auch wieder diese so wichtige Geld und Erfolgsnummer, weiss nicht. Aber vielleicht ein bisschen.
    Kein Mut, weil die Erfolgsberater sagen, dass man das nicht macht ;-)
    Und jetzt schlagt mich.
     
  13. monozelle

    monozelle Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Achwas, schlagen. Du hast ja recht, zumindest was Hollywood-Mainstream-Bombast-Produktionen angeht. Aber da kann man oft genauso gut über den Film meckern (gesehen habe ich "Avatar" z.b. noch nicht) wie über die Musik. Insofern passt's ja.

    Ich war allerdings, was Komponisten angeht, schon etliche Male überrascht. Hans Zimmer war für mich eigentlich immer so ein Ekeldings, weil er in den 90ern immer diese Bruckheimer-Soundtracks geschrieben hat, alles machte nur "tuffdadaaa", "tratraaaa" und "rababamm". Aber bei "The Dark Knight" und vor allem "The Ring" hat er mich echt überrascht, wie feinfühlig er zu Werke geht. "The Dark Knight" ist übrigens zu großen Teilen mit dem "Zebra"-Softsynth realisiert worden. Hab ich mal in einem Interview (ich glaube bei Amazona) gehört.

    Naja, und da gibt's ja auch noch den guten Graeme Revell. Früher mal bei SPK. Macht auch interessante Sachen. Und natürlich Ex-NIN Charlie Clouser ("Saw", "Resident Evil"), der arbeitet hauptsächlich mit Plug-Ins, hat sich aber vor ein paar Monaten auch ein dickes Doepfer-System ins Studio gestellt. ;-)
    Ich finde, es muss aber nicht unbedingt Elektronik sein, die einen passenden und originellen Klang zum Film liefert. Ein Orchester IST ein Synthesizer. Ich bin z.b. ein riesiger Fan von Christopher Young ("Hellraiser"), der schreibt echt tolle Soundtracks und arbeitet viel mit merkwürdigen Texturen und Klängen.
    Oder, fast vergessen, natürlich - Thomas Dolby! Der Soundtrack zu "Gothic" ist erste Sahne...

    Es gibt schon gutes Zeug da draußen, aber bei der Hollywood-Hochfinanz wird man sowas selten finden...
     
  14. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Finde auch nicht so große Filme haben dieses Manko ebenso.
     
  15. XCenter

    XCenter Stimmungsmacher

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Nur der Vollständigkeit halber: gerade der hier mehrfach genannte "Avatar"-Score HAT elektronische Klangfarben im Orchesterscore eingewoben. Ist von daher vielleicht nicht das beste Beispiel, auch wenn es von Horner gelungenere Arbeiten gibt.
     
  16. serge

    serge ||

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Kennst Du die OSTs von "Rainman" und "Miss Daisy und ihr Chauffeur"? Auch sehr schöne, fast kammermusikalische Werke, wenn man den späteren Bombast des Herrn Zimmer kennt. Er neigte damals allerdings auch schon zum Selbstzitat, man vergleiche z.B. "Rainman" mit "Black Rain". Aber was soll der gute Mann machen, wenn man gut im Geschäft ist und sich die Arbeit häuft, zitiert man sich schon mal gerne selbst. Damals hat er meines Wissens auch noch allein gearbeitet.

    Vom "Hellraiser"-OST kenne ich nur ein Stück, diesen wunderschönen "Auferstehungswalzer", der mit seinem seltsam traurig-triumphalen-gruselig Thema auch wunderbar ohne Bilder funktioniert. Ist eine Eigenschaft, die man nur äußerst selten bei dieser Art funktionaler Musik findet.

    Obwohl ich Herrn Dolby wirklich sehr verehre, ist mir der OST zu "Gothic" größtenteils zu nervig, gleichwohl aber eine wunderbare Rundfahrt durch die Fairlight-Library. Manche Klänge finden sich dementsprechend auch auf seinem ein Jahr später erschienenen Album "Aliens ate my Buick" wieder. Allerdings ist "The Hangman" aus "Gothic" (11:45 bis 13:17 von Part 2 auf der CD, eigener Titel auf der LP-Ausgabe) ein ganz zauberhaftes Beispiel, wie man aus einem einzigen Sample ein ganzes Stück erzeugen kann.

    Selbst bei kleineren Produktionen und erst recht beim Fernsehen ist die Geringschätzung der Filmmusik (kaum bzw. kein Budget) notorisch, zudem wollen auch diese mit den "großen" Vorbildern konkurrieren. Und schon wird VSL benutzt und Zimmer etc. kopiert.

    Die Perlen muss man wirklich suchen.
     
  17. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Ich muss dazu noch sagen, dass ich den nicht gesehen habe und ihn deshalb nicht kenne. Kann ich also nicht beurteilen. Aber man kann sich vorstellen, wie das wieder eingebetet sein wird. Mir fehlt die sehr als total elektronische Welt der Sounds ohne viel Bindung an bestehende Instrumente. Dazu können langfristig auch einige Synthklischees zählen, aber müssen nicht.

    Glaub, das das rel. wichtig ist. Wenn ein bisschen Bleep zwischen dem Orchesterbombast wäre oder dem Ethnozeug, dann wäre das für mich kein elektronischer Score, sondern eben nur ein bisschen. Und ohne bestimmte Namen zu nennen ist das sehr sehr oft der Fall. Und ich rechne TV und Serien gern mit ein. Hier ist dann sogar auch was elektronisch aber oft soll es so klingen wie irgendwas aus einem Orchestergraben. Peinlich bis unsensibel ist das nicht selten im Ergebnis.
     
  18. serge

    serge ||

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Stimmt, aber die Eingeborenen "Na'vi" werden überwiegend mit Ethnoflöten und dergleichen begleitet – zumindest ist das bei mir hängengeblieben.

    Jau…wie "Der Name der Rose" oder "Gorki Park": Bei diesem atonalen Orchesterabschlag zu Beginn von "Gorki Park" läuft es mir immer wieder kalt den Rücken runter.
     
  19. weinglas

    weinglas Tube-Noise-Maker

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Auch wenn ich den Einwand insgesamt verstehen kann, finde ich - hier wahrscheinlich gegen den Trend - die orchestrale Filmmusik zu Star Wars von John Williams immer noch genial (und sicher mit ein Grund für die Orchestermusik in SciFi-Soundtracks). Jetzt kann man natürlich einwenden, dass das ja eigentlich ein Western ist, der halt zufälligerweise im Weltraum spielt. Aber solche Analogien lassen sich für die meisten SciFi-Filme ja ohnehin ziehen (siehe Avatar). Ansonsten gibt es ja bald die passende Forumskompilation zum Thema ;-)
     
  20. monozelle

    monozelle Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    @Moogulator: Kannst Du denn ein Beispiel nennen, wo es Deiner Ansicht nach toll gelöst ist? Wendy Carlos' "Tron" vielleicht? Ich kann, ehrlich gesagt, mit Deinen Kritikpunkten nicht viel anfangen bzw. verstehe nicht so ganz, worauf Du eigentlich hinauswillst. "Future" drückt man nicht zwangsläufig durch synthetische Klangerzeuger aus... was ist denn an Synthesizern eigentlich so "futuristisch"?
    Und nebenbei: Elektronik wird heutzutage in Filmsoundtracks massivst eingesetzt (weil Orchester, Notation und Arrangement Geld und Zeit kosten) und nicht nur zur Imitation konventioneller Instrumente (was immer das heißen mag), sondern auch kreativ. Anprangern kann man mangelnde Kreativität immer. Wenn's nervt, nervt's halt. Ist Geschmackssache, "Star Wars" ist zusammen mit Herrn Williams z.b. für mich ein absolutes Top-Ding. Wurde halt auch oft versucht, das (und diesen Erfolg) nachzuahmen. Meinst Du das vielleicht? Aber das hat ja nix damit zu tun, ob's elektronisch ist oder nicht (siehe Threadtitel). Stört Dich bei manchen Score-Produktionen der Sound oder die Komposition oder beides?

    Noch ein Beispiel: Jerry Goldsmith - "Alien"! Selten eine so geile Atmosphäre erlebt. Immer wieder.
     
  21. Anonymous

    Anonymous Guest

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Ja, super, die ersten 13 Sekunden sind er Wahnsinn, neben der Computeranimation, die damals noch wirklich neu waren, war der Sound wirklich geil.

    Wird nur getoppt vom Blade Runner Soundtrack.

    Welche Version von "Solaris" meint ihr?

    Die hier?


    src: https://youtu.be/wlD-9uwHA40


    Eingeborene und Panflöten...ja nee is klar Hollywood. Klischeehafter gehts nicht mehr oder? Wofür hat der die Oscars bekommen der film? Ich finde der sieht aus wie ein Videospiel. Und die Story...*gähn*.

    Der Star Wars Soundtrack ist in der Tat genial. Aber das war auch 1976. Seit dem ist nicht viel passiert, eben außer Solaris und Blade Runner.

    Ansonsten...vollste Zustimmung. Filmmusik für Sci-Fi Filme ist zu Standard-Kost verkommen. Erinnert sich noch jemand an die schrillen Sounds eines "Forbidden Planet"? Ja selbst "Raumpatrouille Orion" war geiler als der Standard Tsching-Bum-Tärääää Sound heutiger Sci-Fi.

    Solaris in der Neuverfilmung war ne Ausnahme.
    Großartig auch "The Fifth Element":
    src: https://youtu.be/ZJB5Rqc1m0Y


    Aber selbst bei Videospielen findet man richtig gute Musik nur selten.
     
  22. monozelle

    monozelle Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Stimmt! Eric Serra - auf den hätte ich auch kommen können. Guter Mann. "La femme Nikita" war auch zu großen Teilen elektronisch.

    EDIT: Übrigens... tschuldigung, wenn ich hier schon wieder mit einem Edit reingrätsche... der Soundtrack darf auch nicht mit der Tonspur des Films ins Gehege kommen. Wenn man akustisch nicht mehr unterscheiden kann, was ein in der Handlung entstandener Sound ist und was der musikalischen Untermalung dient, ist das für den Zuschauer extrem verwirrend. Da bietet es sich schon an, bei der Raumschlacht mit Geigen, Trompeten und Pauken zu arbeiten. ;-)
     
  23. XCenter

    XCenter Stimmungsmacher

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Sehr guter Punkt. Star Trek ist purer Bombast für´s Auge und der Score ist purer Bombast für´s Ohr. Da läuft es dann wieder zusammen. Für mich ist das völlig ok. Zu einer Space Opera gehört der passende Score. Uns Elektronikern ist da wenig Beeindruckendes gelungen in den Jahrzehnten. "Blade Runner" steht da meines Erachtens sehr einsam da.

    Zu meinen favorisierten Elektro-Scores zählen neben dem eben Erwähnten von Vangelis, "The Killing Fields" von Mike Oldfield , "Mothman Prophecies" von Tomandandy, "Solaris" von Cliff Martinez und der ein oder andere von Tangerine Dream ("Sorcerer", "The Thief"). Brad Fiedels "Terminator" ist auch sehr atmosphärisch. Ach, da gibt es schon einiges Gutes. Aber echte Big Scores? :roll:

    @Moogulator: deiner Vermutung, dass Elektroniksounds wieder mal klischeehaft mit Orchester gemixt wurden muss ich entgegen wirken. Gerade James Horner ist jemand, der es schon immer verstanden hat gute Elektroniksounds mit klassischem Score gekonnt und vor allem sinnvoll zu verbinden.

    @Monokit: soviel ich weiß hat die Oscarverleihung noch nicht stattgefunden dieses Jahr. "Avatar" hat zwei Golden Globes bekommen für "Bester Film" und "Beste Regie". Ob berechtigt oder nicht gehört hier eher nicht hin.
     
  24. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Mit meinem Ansinnen habe ich nicht gesagt, dass nicht alle Diven und Elemente im Film gleich Vocoderstimmen haben müssten.
    Ich bin nur erstaunt, wie wenig vollelektronisches es heute gibt. Wenn das Argument ist "das haben wir immer schon so gemacht" oder man jetzt Argumente dafür bringen solle, wieso man das denn will: Weil elektronische Musik gewisse Möglichkeiten bietet. Es hätte einen Reiz. Natürlich sollte er zum Film passen etc. Das ist ohne Frage. Wenn jemand wie Kubrick bewusst NIchtelektronik verwendet, so finde ich das auch nicht ungeilt. Nochmal: Ich habe kein Problem mit akustischen Elementen. Ich wundere mich nur, wie viele Filme dieses Potential hätten und wie viel man theoretisch machen könnte. Dabei stelle ich mir natürlich auch nicht unbedingt ein Popelektro-Ding vor, außer wenn es passt.

    Ich kenne ja eben keine bis wenige Beispiele. Und die sind eben alle sehr sehr alt, wo man das ausgenutzt hat. Ich stelle dabei sogar quasi den Anspruch einer auf den Film zugeschnittenen Komposition. Auch bei den Orchesterdingern sind sie das, aber wirken eben auch manchmal eben etwas klischeehaft. Das Film unterstützt wird find ich ok, aber das Musik nur Beiwerk ist und begleitend sein müsse, steht für mich nirgendwo festgelegt. Es ist einfach ein Wunsch. Kann man dumm finden oder ablehnen. Ich hab ihn halt.

    Ich hab das eher im Kopf, da ich es es cool finde wenn man sich da mal Mühe gäbe.
    Nein, bei einer Raumschlacht geht es auch ohne Geigen, es passt einfach nicht. Ich finde es vollkommen unangemessen. Besonders bei ästhetischen Raumschiffen und Filmen mit bestimmter Athmo.

    Und ja, ich habe nichts gegen gut gemachte andere Soundtracks. Ich befürchte, dass ich hier langfristig einfach nur als Verteidiger stünde. Das finde ich schade und bestätigt dann eigentlich nur, dass man sowas wohl selbst machen muss, wenn man es haben will. Wenn schon Leute, dier ansich als Elektronikaffin gelten…
    Ich finde es als eine künstlerisch-ästhetische Aufgabenstellung und mich stört das einfach, weil es so über und über so eingesetzt wird. Und wenn ihr euch die Sounds mal anhört: Da klingt ein Raumschiff wie ein gemorphter Rennwagen oder wie ein Raubtier oder sowas. Das Kraftvolle wird aus 90er Rennmotoren und Tigern gewonnen. Na, wie geil.

    Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Sounds pur sind oder etwas abgerückt. Elektronik braucht auch manchmal etwas Mut zu solchen Abstraktionen. Ich finde es gut, es kann vielleicht archaisch sein, aber nicht so sehr wie diese Geigensalven.

    Ich würde also schon zurückwerfen, dass es geht. Und dann bitte ohne die bekannten Donnervogelklischees. Das wäre schon ein Gewinn. Ich mag es, auf die Reset-Taste zu drücken und das nochmal neu aufzubauen, als hätte es noch nie Filmmusik gegeben. Das ist für mich kein neues Thema. Ich bin allerdings kein Filmnerd, ich kenne nicht jeden Film mit Namen, deswegen hätte ich arge Probleme Elemente so klar zu benennen und rauszusuchen. Aber es gibt sie. Manchmal sind die alten Elektroeffekte allerdings auch schon cooler in der Wirkung. Dabei muss man natürlich Rücksicht auf die gewünschte Wirkung der Szene haben. Vollkommen klar. Aber einen Film wie Solaris könnte ich mir sehr sehr gut mit neu gamachter guter Elektronik vorstellen. Mir ist klar, dass das sicher eine Herausforderung sein würde, wenn man hohe Ansprüche hat. Ich hab aber auch kein Problem mit "billig". Deshalb find ich auch diese alten Filme schon als Ansatz ganz ok. Ich habe auch bewusst diese Elemente in einigen Serien genannt. Es gibt ja auch die, die mehr davon einsetzen. Das ist dann bereits schon "besser". Wie gesagt: Die inlationäre Verwendung anderer Mittel finde ich nur weil sie so gemacht wird deshalb nicht akzeptabler,weil es "Tradition" ist.

    James Horner: Also mir sagen diese Namen ja nicht viel, auf was genau spielst du an? Ich meine es sehr allgemein, nicht sehr speziell. Ich würde schon spezialisieren, aber das ginge nur, wenn man eine super gut gelungene Variante von "heute" hätte. Da fällt mir grade wenig ein. Es kommt eben kaum vor.
    Und organisch und so weiter können solche Sounds ja durchaus sein und mit Samples arbeiten oder Morphings und so. Aber muss alles immer so "in your Face" realistisch sein? Ich vermisse einfach das kunstvoll-interessante. Den Mut zu Andersheit™. Und wer oder wie, wenn nicht elektronisch?

    Als Gegenargument wäre ich erstmal taub auf dem Ohr, dass es ja gute Filme gäbe. Naklar. Es gab vor Electro auch tolle Musik. Aber ich durfte mir mit 5 auch Elektro wünschen *G*

    Ganz naiv. Ich vermisse es. Und ich denke, dass es machbar wäre.

    Und nochwas: Ich freue mich natürlich auf Nennung cooler Filme, wo das so ist oder sehr stark so ist. Bitte OHNE Orchesterzumpel. Das kenn ich schon. Auch in gut. Keine Frage, ich möchte NOCHMAL betonen, dass ich keine Arbeit missbillige, ich denke nur, dass es auch anders geht und das es einen Reiz haben könnte.

    Ich hoffe, ich beleidige niemanden: Unter einer guten elektronische Fassung stell ich mir schon mehr vor als das geplätscher von ein paar TD-Sequenzen. Also kein verlängerter EM-Arm. Auch das ist nicht abwertend zu verstehen. Das ist einfach nur zur Erklärung. Natürlich würde auch ich mir nicht vorstellen können, dass ein Film geiler wäre, wenn da so EM-Szenemucke drin ist. Imgrunde ist das allstyle. Es kann sicher Elemente von irgendwas enthalten. Muss halt passen und sich nicht an Pop/EM/Tanzgenres oder sowas halten. Inkl. Glitch, DnB und was auch immer. Es sei denn, es passt ein Element halt davon.
     
  25. monozelle

    monozelle Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Einspruch, Euer Ehren - Geschmackssache. ;-) Eindeutig.

    Außerdem ist es halt so:
    Raumschlacht = Teure Effekte = Hohe Produktionskosten = Produktionsfirmen, die ihr investiertes Geld wiedersehen wollen = Anruf bei James Horner, der fiedelt das Ding schon ins wirtschaftliche Plus. Der Soundtrack muss sich ja auch verkaufen. Ist halt so ein Frank-Ralph-Dieter-Siegel-Bohlen-Farian-Ding... da sind die Filmemacher nicht anders als die Musiklabels. Und es funktioniert ja. Bei manchen Filmen muss man sagen "leider", bei manchen kann man sagen "Zum Glück".

    Okay, noch mehr Beispiele:
    - "Sunshine" von Danny Boyle. Sci-Fi mit Raumschiffen. Score von Underworld & John Murphy. Film so lala, Soundtrack aber toll in meinen Ohren.
    - John-Carpenter-Filme. Oft elektronisch, sehr minimalistisch und für die Zeit stilistisch sicher ungewöhnlich. Trotzdem Kult geworden. Beste Beispiele - "The Fog", "Halloween", "The Thing" (okay, da war Ennio M. mit beteiligt)...
     
  26. Moogulator

    Moogulator Admin

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Diese P5-Dinger vom Carpenter fand ich nicht wirklich immer perfekt, sogar für einen Film -aber durchaus Kult. Aber andere check ich gern mal. Aber Underworld ist sowas auch mit Poptracks im Stile NIN und Co drin (ja, mag ich - Kein Ding). Aber ist halt eingebaut von Stücken, die einfach vorkommen. Das ist ein unterschied, ob du etwas auf einen Film aufkomponierst oder halt fertige Tracks nimmst, auch wenn es einige Sachen geben wird, wo ein Track ggf. echt saugut passt. Das kann ich mir zwar vorstellen, wird aber einfach anders ablaufen und billiger sein als das direkt zuzuschneidern.

    Zum ersten Teil sag ich nur: Klares nein ;-) Aber das bleibt wohl ein großer fetter Keil zwischen uns, für immer ;-)
    Verkaufen und so: Jaja, damit sagst du ja, dass JEDE nur denkliche Form elektronischer Umsetzung nicht knallt und so weiter. Und mir ist der kommerzielle Erfolg weniger wichtig als der künstlerische. Sollen sie halt ein paar von diesen Titanic-FX weglassen. Ich würde sagen, dass es in vielen Fällen natürlich auch einfach nur schlechte Filme sind. Titanic ist ein gutes Beispiel für einen schlechten Film. Teuer, langweilig, scheiß Handlung und so weiter. Aber da erwarte ich jetzt auch keine elektronischen Tracks, sondern nur den üblichen Geigenschmier und Celine Dion. Das ist nunmal kein Film mit Ästhetik. Will er auch nicht sein. Da muss man schon sortieren. Ich sehe meine "Forderung" auch eben nicht aus faktischem Druck oder professionellen Gründen, sondern aus reinem Wunschdenken. Natürlich wird das auch nicht passieren. Schon weil die guten elektronischen Kompositionen auch nicht unaufwendig SIND und Zeit brauchen. Das haben die nicht. Ich würde einen Höllensrespekt ablassen, wenn jemand sich das traut und einfach alles an dem Film stimmt. Der muss nicht mal teuer sein. Ich finde, dass man gut inszeniert da auch viel machen kann. Tolle Bilder und tolle Musik ist vielleicht schon schwerer als tolle Handlung, aber ich lass das alles aus und fixier mich hier nur auf die Musik und die Ausdrucksform elektronischer Musik. Die wird nicht nur nicht genutzt, sondern man versucht es scheinbar nicht. Und das finde ich schade. Ich weiss, dass das schnell was von Kunstfilm-Avantgarde haben könnte und schon haben wir weniger Zuschauer. Aber zur Hölle mit der Unterschicht. ;-)
    Ich hab keine Zeit für schlechte Musik und schlechte Filme.
     
  27. gringo

    gringo Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Finde ich auch.
    Leider verkauft sich ein Film besser, da Streicher und Klavier immer noch
    die besten Emotionspauken sind. Das kann man dem geldigen Hollywood
    und kommerziellen Anstalten nicht vorwerfen.

    Mich nervt außerdem, dass die Filme in den letzen
    Jahrzehnten immer mehr Musikunterlegung haben, auch bei Szenen, wo
    sie gar nicht benötigt wird. Manche Filme mutieren dadurch eher zu
    durchgängigen Medieneinheiten, wo Film und Musik von Anfang bis
    Ende zu spielen scheinen und interessante Augenblicke durch
    kitschige Streicher zerstört werden.

    Indiefilme und Kurzfilme nutzen aber nicht selten unorthodoxe Instrumentierung.
     
  28. DerRidda

    DerRidda Tach

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Film ist einfach kein Innovationsmedium mehr, ganz explizit nicht Hollywood. Da kann man einfach von von einem Element, welches sowieso immer hinten Anstand nicht viel erwarten, da wird gemacht, was funktioniert.
    Es muss ja nicht einmal Sci-Fi sein. Quasi jeder Blockbuster hat dieses Streicher und Bläser Krankheit.

    Ich kenen da wenigstens noch ein anderes Medium in dem es noch gute Ausnahmen gibt. ;-)



    Hier mal in guter Symbiose




    Obwohl es da auch nur von Streichern so wimmelt.
    Aber genug der Propaganda.
     
  29. XCenter

    XCenter Stimmungsmacher

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    Sicherlich geht vieles auf der Leinwand auch mit Elektronikscore und sicherlich geht da einiges besser als traditionell. Finden tut man das aber immer wieder nur bei Spartenfilmen. Aktuelles? Vieles aus den letzten Jahren wurde ja schon genannt. Mark Isham macht sehr viel mit Elektronik. Letztens grossartig bei "L.A.Crash". "Beast Of War" ist da auch ein Meisterwerk von ihm, aber schon wieder älter.
    Warum nur Sparte? Weil Hollywood Big Business ist und Big Business ist Mainstream und da experimentiert man nicht. Das ist pfui.

    Auf die Verbindung Elektronik/Orchester, stimmig umgesetzt. hat Horner immer wieder ordentlich hinbekommen. Jerry Goldsmith hat da auch immer mal wieder mit jongliert. Aber beide mach(t)en schwergewichtig schon immer in Orchesterscore, keine Frage.

    Das Raumschlachten auch anders gehen hat die Neuauflage von Battlestar Galactica gezeigt: Taiko-Drums zum Lasergewitter. :supi:
    Aber streng genommen haben archaische Trommler im Weltraum auch nix verloren, nicht wahr?
     
  30. ARNTE

    ARNTE Ureinwohner

    Re: Filmusik ist viel zu akustisch

    ich bin ja auch so ein oller trekki und ziehe mir momentan die TNG vollständig rein. da war neulich bei den begleitintervies auch eins vom score macher (namen hab ich leider gerade wieder vergessen). der hat auch ein statement abgegeben, warum er tradionelle also orchestrale instrumentierung gewählt hat: und zwar meint er, dass die soundeffekte des films ja schon sehr elektronisch sind und eine elektronische musik sich mit diesen zu sehr überlagern würde. klingt imo einleuchtend. zumal es bei filmmusik primär um die unterstützung der emotionalen wirkung geht. da ist die art der instrumentierung eher sekundär.

    ein erschreckendes beispiel wo bei einer scifi serie versucht wurde auch scifi sound zu machen ist der piltofilm zu babylon 5. da hab ich die meiste zeit vor lachem auf dem boden gelegen. das ist so schräg, dass es fast schon wieder geil ist.

    BSG ist dagegen ein beispiel für einen wirklich außergewöhnlich guten soundtrack.

    die musik von cliff martinez zum neueren solaris natürlich auch. gehört zu meinen all time favorites. wobei der soundtrack ohne den film irgendwie nicht mehr so richtig wirkt.
     

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