ModernerPurist
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These: Macht uns der ganze Internet- und Smartphonekonsum musikalisch anspruchsloser?
Ich hab da seit einiger Zeit eine Vermutung: Könnte es sein, dass Musik unter anderem deshalb immer einfacher wird, weil sich durch unseren Internet- und Smartphonekonsum auch unsere Aufmerksamkeit und unser Arbeitsgedächtnis verändern?
Ständig neue Reize, kurze Videos, mal eben hier schauen, dort scrollen, ständig irgendwas Neues. Ich könnte mir vorstellen, dass darunter irgendwann die Fähigkeit leidet, längere und komplexere Zusammenhänge im Kopf zu behalten.
Ich merke das inzwischen sogar an mir selbst. Früher konnte ich längere musikalische Passagen problemlos spielen und hatte auch eher eine Vorstellung davon, wie ein kompletter Track aussehen bzw. klingen sollte. Heute fällt mir beides deutlich schwerer. Ich denke viel mehr in einzelnen Abschnitten und verliere schneller den Blick fürs Ganze.
Das war - bei mir zumindest - früher anders. Ich hatte
von Beginn eines Tracks eine sehr präzise Vision und
die hat sich über mehrere Tage halten.
Ich dachte zunächst in Richtung "musikalische Identität".
Klar, möglich auch das, denke aber, dass diese Art von Phänomen vielschichtiger und deutlich weiter verbreitet
ist, als man sich eingestehen mag. Die meisten werden
wohl nicht in der Lage sein, sich so weit zu reflektieren,
aber man kann ja mal drüber sprechen.
Interessant ist, dass es tatsächlich Studien gibt, die eine zunehmende Vereinfachung von Popmelodien feststellen. Und andere Untersuchungen zeigen Zusammenhänge zwischen intensiver digitaler Mediennutzung und Problemen mit Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis.
Auch elektronische Musik betrifft es.
Natürlich beweist das noch keinen direkten Zusammenhang. Aber vielleicht wird Musik nicht nur deshalb einfacher, weil die Leute lieber einfache Musik hören, sondern auch, weil es uns zunehmend schwerer fällt, komplexere Musik überhaupt zu entwickeln und gedanklich zu erfassen.
Mich würde interessieren, ob ihr Ähnliches an euch beobachtet. Gerade diejenigen, die schon seit 20 oder 30 Jahren Musik machen. Fällt euch das Komponieren längerer, zusammenhängender Stücke heute schwerer als früher?
Je älter und weniger digital kognitiv verseucht, desto besser - Gut möglich, dass das Problem, sofern es eines ist, eher meine Generation oder jünger betrifft, also unter 45-50 Jahre.
Was meint ihr? Eure 2Cents, Senf oder sonstwas dazu? 😜
Ich hab da seit einiger Zeit eine Vermutung: Könnte es sein, dass Musik unter anderem deshalb immer einfacher wird, weil sich durch unseren Internet- und Smartphonekonsum auch unsere Aufmerksamkeit und unser Arbeitsgedächtnis verändern?
Ständig neue Reize, kurze Videos, mal eben hier schauen, dort scrollen, ständig irgendwas Neues. Ich könnte mir vorstellen, dass darunter irgendwann die Fähigkeit leidet, längere und komplexere Zusammenhänge im Kopf zu behalten.
Ich merke das inzwischen sogar an mir selbst. Früher konnte ich längere musikalische Passagen problemlos spielen und hatte auch eher eine Vorstellung davon, wie ein kompletter Track aussehen bzw. klingen sollte. Heute fällt mir beides deutlich schwerer. Ich denke viel mehr in einzelnen Abschnitten und verliere schneller den Blick fürs Ganze.
Das war - bei mir zumindest - früher anders. Ich hatte
von Beginn eines Tracks eine sehr präzise Vision und
die hat sich über mehrere Tage halten.
Ich dachte zunächst in Richtung "musikalische Identität".
Klar, möglich auch das, denke aber, dass diese Art von Phänomen vielschichtiger und deutlich weiter verbreitet
ist, als man sich eingestehen mag. Die meisten werden
wohl nicht in der Lage sein, sich so weit zu reflektieren,
aber man kann ja mal drüber sprechen.
Interessant ist, dass es tatsächlich Studien gibt, die eine zunehmende Vereinfachung von Popmelodien feststellen. Und andere Untersuchungen zeigen Zusammenhänge zwischen intensiver digitaler Mediennutzung und Problemen mit Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis.
Auch elektronische Musik betrifft es.
Natürlich beweist das noch keinen direkten Zusammenhang. Aber vielleicht wird Musik nicht nur deshalb einfacher, weil die Leute lieber einfache Musik hören, sondern auch, weil es uns zunehmend schwerer fällt, komplexere Musik überhaupt zu entwickeln und gedanklich zu erfassen.
Mich würde interessieren, ob ihr Ähnliches an euch beobachtet. Gerade diejenigen, die schon seit 20 oder 30 Jahren Musik machen. Fällt euch das Komponieren längerer, zusammenhängender Stücke heute schwerer als früher?
Je älter und weniger digital kognitiv verseucht, desto besser - Gut möglich, dass das Problem, sofern es eines ist, eher meine Generation oder jünger betrifft, also unter 45-50 Jahre.
Was meint ihr? Eure 2Cents, Senf oder sonstwas dazu? 😜