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These: Macht uns der ganze Internet- und Smartphonekonsum musikalisch anspruchsloser?

  • Ersteller Ersteller ModernerPurist
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  • #91
Für die überwiegende Mehrzahl der jungen Leute spielen Diskotheken oder Clubs heute gar keine Rolle mehr. "Boy meets Girl" findet inzwischen komplett woanders statt.
Ich rede ja über die Entwicklung in den letzten 40 Jahren. Und das berühmte Zitat "Boy meets Girl" meint nicht unbedingt "Junge Leute".
 
  • #93
Ich rede ja über die Entwicklung in den letzten 40 Jahren. Und das berühmte Zitat "Boy meets Girl" meint nicht unbedingt "Junge Leute".
Bei Euch in der Großstadt wird man es vielleicht noch nicht so merken, aber bei uns auf dem Land haben inzwischen alle ehemals angesagten Diskotheken und Clubs dicht gemacht. Und wir hatten hier richtig große Clubs, zu denen zu Hochzeiten scharenweise die Leute aus Köln und Düsseldorf am Wochenende extra anreisten. Vorbei. Lohnt nicht mehr. Alles dicht. Also kann man hier gar nicht mehr in den Club gehen. Dafür gibt es einmal im Jahr das Electrisize-Festival. Das hat immerhin noch ein gewisses Publikum.
 
  • #94
Wie schade - gerade auf dem Land könnte man eher was machen, hat Parkplätze, kann laut sein… - auch günstiger - insgesamt. Oft sind solche Läden auch eher mainstreamig - oder nicht gebunden genug an Leute - manche sind schon sehr treu.
 
  • #95
Bei Euch in der Großstadt wird man es vielleicht noch nicht so merken, aber bei uns auf dem Land haben inzwischen alle ehemals angesagten Diskotheken und Clubs dicht gemacht. Und wir hatten hier richtig große Clubs, zu denen zu Hochzeiten scharenweise die Leute aus Köln und Düsseldorf am Wochenende extra anreisten. Vorbei. Lohnt nicht mehr. Alles dicht. Also kann man hier gar nicht mehr in den Club gehen. Dafür gibt es einmal im Jahr das Electrisize-Festival. Das hat immerhin noch ein gewisses Publikum.

Auch in der Großstadt deutlich. Dazu kommt noch, dass kleine Festivals oder damals die Paraden wegpolitisiert wurden, obwenn das fürs Gemeinwohl wichtiger ist als Anwohnerfrieden.
 
  • #96
Bei Euch in der Großstadt wird man es vielleicht noch nicht so merken, a
Da der Inhalt offensichtlich nicht angekommen ist, versuche ich es nochmal:

Wir haben heute(!) eine simpel funktionierende Musik als dominierende Stilrichtung, weil vor 40 oder 30 oder 20... Jahren die Musik für den damals(!!) wichtigsten "boy meets girl"-Ort (den Club) erfolgreicher (und zwar nicht nur finanziell erfolgreicher) wurde als andere Musik - und zwar allgemein und nicht nur im Club. Das hat nichts(!!!) damit zu tun, wo heute das "box meets girl"-Ding abläuft, und ob es heute noch diesen Ort gibt. Entscheidend ist was in der Vergangenheit die andere Musik verdrängt hat, und was zum heutigen Charakter von Musik geführt hat.
 
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M.i.a.u.: Rolo und sllk
  • #97
Auch in der Großstadt deutlich. Dazu kommt noch, dass kleine Festivals oder damals die Paraden wegpolitisiert wurden, obwenn das fürs Gemeinwohl wichtiger ist als Anwohnerfrieden.
Das finde ich nicht. Hier machen genauso viele Läden auf wie zu. Dann gibt’s auch noch halb legale Sachen in Lokalitäten die eigentlich keinen Clubbetrieb anbieten aber trotzdem gibt es ihn. Oder Läden die es schon Jahrzehntelang gibt, wo du aber noch nie etwas von gehört hast.

Fuckparade, Karneval der Kulturen, CSD, gibt es auch immer noch und die Loveparade heist nun Zug der liebe.
Also ich sehe das wirklich nicht.
 
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M.i.a.u.: ganje und Rolo
  • #98
und was zum heutigen Charakter von Musik geführt hat.
wobei man sagen muß das damals in den 80er Jahren z.B. die ganzen Talla Produktionen noch sehr strukturiert und Eigenständig waren. Das war noch Musik.
Und es gibt ja auch im Housemusic Bereich anspruchsvolle und wenig anspruchsvolle Songs. Eigenständige Songs oder immer wieder derselbe Abklatsch.
Klar ging bei vielen der Anspruch wohl damals schon verloren. Aber Ansprüche sind auch verschieden. Der eine mag Eigenständige ,musikalisch ausgefeilte Produktionen, der andere mag monotonen Abklatsch.

Also ich denke man kann auf keinen Fall sagen daß der Anspruch an Musikalischem ,ausgefeilten und individuellem Stoff irgendwann mal gesunken ist. Zumindet nicht bei denen für die Musik eine Leidenschaft ist. Allen anderen ist es natürlich Wurscht.
Hauptsache es brettert gut rein. Und alle die nur auf Geld aus sind beim Musik produzieren kann es ja nur Recht sein einfach nur abzuklatschen und in
wenig Aber es ist auch irgendwie was mit Geschmack generell passiert. Damit daß es Sozial Media und Smartphones gibt hat das aber wohl nix zu tun.
Es gibt Synthesizertöne mit denen kann man mich jagen. Und gerade die sind heute sehr beliebt.
Ja ich weine daß der Synthesizersound, der kräftige, angenehm elektrische wie er in den 80er Jahren sogar in Werbung und Filmindutrie eingesetzt wurde heute nicht mehr angesagt ist sondern dieser Fundamentlose granularverseuchte rostschmirgelnd flatternde Grützesound. Man kann den Sound den ich liebe
sogar mit Plug ins machen aber niemand macht ihn mehr. Selbst die klassischen Grundmodulationen und Effekte. Wer nutzt sie noch?
Ich habe kürzlich auf Juno gestöbert in der Sparte "Electro neuheiten der letzten 8 Wochen" da gabs nur Schrott! Kein Album das mir nur
ansatzweise gefallen hätte. Vieles dürfte zudem wenn es nach mir ginge gar nicht in der Sparte Electro aufgeführt sein!
Wenn mal was gutes dabei ist dann sind das Nachpressungen von Alben aus den 80er ,90er Jahren.
 
  • #99
Da der Inhalt offensichtlich nicht angekommen ist, versuche ich es nochmal:

Wir haben heute(!) eine simpel funktionierende Musik als dominierende Stilrichtung, weil vor 40 oder 30 oder 20... Jahren die Musik für den damals(!!) wichtigsten "boy meets girl"-Ort (den Club) erfolgreicher (und zwar nicht nur finanziell erfolgreicher) wurde als andere Musik - und zwar allgemein und nicht nur im Club. Das hat nichts(!!!) damit zu tun, wo heute das "box meets girl"-Ding abläuft, und ob es heute noch diesen Ort gibt. Entscheidend ist was in der Vergangenheit die andere Musik verdrängt hat, und was zum heutigen Charakter von Musik geführt hat.
Ja, das ist Deine These, die hatte ich schon verstanden. Der hatte ich auch gar nicht widersprochen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob sie richtig ist. Ich habe nur ergänzt, dass die Club-Szene augenscheinlich in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat, die Musik dadurch aber noch nicht erkennbar reichhaltiger geworden ist ;-) ... (Letzteres hatte ich nicht ausdrücklich formuliert, aber das habe ich hiermit ja jetzt nachgeholt.)
 
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  • #101
Ich habe nur ergänzt, dass die Club-Szene augenscheinlich in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat, die Musik dadurch aber noch nicht erkennbar reichhaltiger geworden ist ;-) ...
Naja, die umgekehrte Entwicklung hat auch 30 oder 40 Jahre gebraucht, da wirst Du nach fünf Jahren Clubsterben noch keine Auswirkung auf den weltweiten Musikgeschmack finden...
 
  • #104
doch. darum geht es in solchen threads immer. dass man alle, die was anderes sagen und denken, dann nach "beweisen" fragt. das ist das immer gleiche muster. überall. seit es handys und internet gibt. :)

Wäre ja ein Anfang, wenn man seine Ansichten auch begründen würde.
 
  • #105
Ein Anfang wäre, wenn man seine Ansichten auch mal überdenken würde...
 
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M.i.a.u.: treponema
  • #111
Wäre ja ein Anfang, wenn man seine Ansichten auch begründen würde.

Der Anfang ist weiter oben zu finden, im Regel bei Post #1.

Dort wird folgende These aufgestellt, die interessanterweise mit einem Fragezeichen endet...

These: Macht uns der ganze Internet- und Smartphonekonsum musikalisch anspruchsloser?

...dann wird eine Behauptung aufgestellt...

Musik unter anderem deshalb immer einfacher wird

...die zu einer weiteren Frage führt:

Könnte es sein, dass Musik unter anderem deshalb immer einfacher wird, weil sich durch unseren Internet- und Smartphonekonsum auch unsere Aufmerksamkeit und unser Arbeitsgedächtnis verändern?

Die zweite ist zweifelfrei richtig: Die bloße Anwesenheit eines Handys beeinträchtigt bereits die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis, und das kann sich mit den Jahren auch manifestieren und zu einem Absinken des Arbeitsgedächtnisses führen, wenn kein Handy im Raum ist.

Die erste Feststellung hingegen halte ich für falsch.

Insofern ist es mir fast unmöglich zu bewerten ob es zwischen beidem einen Zusammenhang gibt, weil du schon die Rückfrage, wer denn "wir" eigentlich ist, selbst nicht beantworten kannst, geschweige denn, was "einfacher" bedeuten soll.


Ich habe mir mal 2 Zahlen rausgesucht: Taylor Swift (wer ist das eigentlich?) kommt auf 130 Milliarden Streams, Bach nur auf 5 Milliarden (das entspricht in etwa Platz 650 in den Charts).

Bei Youtube wären die beiden ungefähr gleichauf - bei Tonträgern läge Bach vorne. (Dort liegt er circa auf Platz 7)

Nehmen wir das mal als Indiz für deine These, dass Musikkonsum durch das Smartphone, was es ja erst seit 20 Jahren gibt, rein nominal, heute mehr als in den Siebzigern zu "Einfachheit" neigt.

In Bezug auf 1970 bis 2025 ist die Korrelation also nachweisbar.

Und jetzt beweist du mir mal, dass es auch die Kausalität ist.


Danach reden wir dann mal darüber, was die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten vor 500 bis 1 Million Jahren so an Musik gehört haben und wie einfach oder uneinfach die wohl so war.

Und dann reden wir mal über den Unterschied zwischen der bloßen Existenz von Kompositionen und dem, was von Hörern so rezipiert wird (bzw. von Bots angeklickt, damit es so aussieht als ob es jemand gehört hätte.)
 
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  • #112
Techno/House/Trance/u.ä. blühte zu einer Zeit, als das Internet noch in den Startlöchern war und es keine Smartphones gab.. Was war denn der Grund für die damalige Anspruchslosigkeit?

Vermutlich Drogen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #113
Streamingzahlen belegen Popularität, nicht musikalische Einfachheit.
Außerdem hinkt der Vergleich zwischen Taylor Swift und Bach, weil hier unterschiedliche Zeiträume und Verbreitungswege gegenübergestellt werden. Bachs Musik wurde über Jahrhunderte nicht nur aufgeführt, sondern auch anhand von Noten und Partituren von vielen Musikern einstudiert und nachgespielt. Diese Form der Rezeption lässt sich in Streamingzahlen nicht abbilden und unterscheidet sich von der heutigen Rezeption eines Popstars wie Taylor Swift.
 
  • #114
Außerdem hinkt der Vergleich zwischen Taylor Swift und Bach, weil hier unterschiedliche Zeiträume und Verbreitungswege gegenübergestellt werden.

Da hinkt garnichts, die von mir oben miteinander verglichenen Zahlen sind die von Spotify.

Dort ist Klassik im Vegleich zu Pop weit abgeschlagen und das unterscheidet "Handy" von allem, was vorher so an Medien gab.

Das würde - insoweit - erst mal für seine These sprechen, jedenfalls was die Korrelation angeht:
Mehr Handy, "einfachere" Musik.

Was mir fehlt ist ein Hinweis dafür, dass es auch einen kausalen Zusammenhang dafür gibt, der dann auch auch noch so herum bestehen soll, dass nur noch einfache Musik komponiert werden würde weil sich die Gehirne der Konsumenten aufgrund des Mediums verändern.
Das kann ja schon für die 99,99% aller Pop Titel, die praktisch garnicht angeklickt werden, gelten.

Was mir zweitens fehlt ist die vermutlich notwendige Unterscheidung zwischen der "Einfachheit" bei der Gesamtanzahl beim Konsum (seine komischen Chart Untersuchungen) und der "Einfachheit" bei der Komposition insgesamt.

Da die Mehrheit der Kompositionen nie veröffentlich wurde und weder er noch wir alles kennen können, kann man da nur raten.

Diese Form der Rezeption lässt sich in Streamingzahlen nicht abbilden

Streamingzahlen lassen sich sehr wohl in Streamingzahlen abbilden. :)

Die 75 Millionen Konzertbesuche pro Jahr in Deutschland stehen heute 1000 Milliarden Spotify Klicks gegenüber und wären daher kaum noch relevant in Bezug auf den Gesamtkonsum.

Was wir nicht so genau wissen ist wieviele Musik im Wohnzimmer, im Auto und am Arbeitsplatze außerhalb von Streaming konsumiert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #118
These: Macht uns der ganze Internet- und Smartphonekonsum musikalisch anspruchsloser?


wer ist eigentlich "uns"? :fressen:

Also für mich bleibt mein gewohnter Anspruch an Musik bestehen. Für viele von den anderen kann es aber durchaus sein
daß sich was verschiebt. Mir ist das Schnuppe ehrlich gesagt. Was Musik betrifft bin ich ein richtiger Egoist. Ich wollte auch nie
mit jemand anderem Musik machen. Jammen vieleicht...wobei mich das auch nie so mitgerissen hat wie etwas EIGENES zu arrangieren
und aufzunehmen. Wenn mir jemand reinreden wollte würde eh nur die Fetzen fliegen. Das bedeuted nicht daß ich nicht gerne von anderen
etwas lerne. Aber am Ende will ich mit den Skills die ich habe auch ganz alleine mein Süppchen kochen. Auch kein Computor soll da jemals
mein Musikkumpel sein. Als Werkzeug gerne aber wie gesagt will ich gerne selber denken und selber aufbauen und selbst erasen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #119
Da hinkt garnichts, die von mir oben miteinander verglichenen Zahlen sind die von Spotify.

Dort ist Klassik im Vegleich zu Pop weit abgeschlagen und das unterscheidet "Handy" von allem, was vorher so an Medien gab.

Das würde - insoweit - erst mal für seine These sprechen, jedenfalls was die Korrelation angeht:
Mehr Handy, "einfachere" Musik.

Was mir fehlt ist ein Hinweis dafür, dass es auch einen kausalen Zusammenhang dafür gibt, der dann auch auch noch so herum bestehen soll, dass nur noch einfache Musik komponiert werden würde weil sich die Gehirne der Konsumenten aufgrund des Mediums verändern.
Das kann ja schon für die 99,99% aller Pop Titel, die praktisch garnicht angeklickt werden, gelten.

Was mir zweitens fehlt ist die vermutlich notwendige Unterscheidung zwischen der "Einfachheit" bei der Gesamtanzahl beim Konsum (seine komischen Chart Untersuchungen) und der "Einfachheit" bei der Komposition insgesamt.

Da die Mehrheit der Kompositionen nie veröffentlich wurde und weder er noch wir alles kennen können, kann man da nur raten.



Streamingzahlen lassen sich sehr wohl in Streamingzahlen abbilden. :)

Die 75 Millionen Konzertbesuche pro Jahr in Deutschland stehen heute 1000 Milliarden Spotify Klicks gegenüber und wären daher kaum noch relevant in Bezug auf den Gesamtkonsum.

Was wir nicht so genau wissen ist wieviele Musik im Wohnzimmer, im Auto und am Arbeitsplatze außerhalb von Streaming konsumiert wird.

Der Vergleich der Spotify-Zahlen zeigt zunächst nur, dass klassische Musik auf dieser Plattform deutlich weniger gestreamt wird als Popmusik. Daraus lässt sich jedoch weder auf die kompositorische Komplexität noch auf einen Wandel musikalischer Ansprüche schließen. Dafür müsste zunächst geklärt werden, was mit musikalischer Einfachheit gemeint ist und woran sie gemessen werden soll.
 
  • #120
Die Vergleichszeiträume müssen heute enger gefasst werden. Es gibt zuviel Masse an musik, die auf uns einprasselt.

Ich glaube schon, das sich das Konsumverhalten bei Musik geändert hat. Durch KI sowieso.
 
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