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These: Macht uns der ganze Internet- und Smartphonekonsum musikalisch anspruchsloser?

  • Ersteller Ersteller ModernerPurist
  • Erstellt am Erstellt am
  • #31
Hast du keine Karte, würdest du dann nach den Sternen navigieren? Macht das noch wer?

Soll das ein Argument sein? Und wenn ja ... Für was?

Die Frage ist doch nicht, ob das jemand tut, sondern entscheidend ist die Frage,
ob bestimmte Bereiche unseres Gehirns nicht mehr genutzt werden.

Man könnte es auch insoweit ummünzen, dass wir uns derzeit evolutionär verändern,
also ungenutzte Gehirnbereiche sich zurückbilden und ob oder wann dann diese Veränderungen
genetisch weitergegeben werden.

Bisschen "Idiocracy"
 
  • #32
Kennt wer H.G. Wells
Die Zeitmaschine
 
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M.i.a.u.: Ohrenherz
  • #33
Die Frage ist doch nicht, ob das jemand tut, sondern entscheidend ist die Frage,
ob bestimmte Bereiche unseres Gehirns nicht mehr genutzt werden.
Ja, natürlich verändern neue Technik und die Weiterentwicklung der Gesellschaft auch die Art, wie wir denken und welche Probleme wir lösen. Deswegen mein Beispiel: Die Leute müssen heute keine Karten mehr aufklappen, genau wie die Leute davor nicht mehr nach den Sternen navigieren können mussten usw.

Das alles ist der Lauf der Dinge, die Weiterentwicklung. Wenn du keinen Spaß mehr an neuer Musik hast, ist das traurig. Ich finde immer noch genug Musik, die ich gern höre. Eine Sache muss man allerdings lernen: aus der gewaltigen Flut an Informationen, Entertainment und eben auch Musik zu filtern. Das ist die neue Fähigkeit, die man sich aneignen muss, wenn man nicht im Gestern kleben bleiben möchte. Wenn du das gelernt hast, wirst du auch wieder Freude an neuen Dingen finden.

Um auf die Kernfrage deines Thread hier zu antworten: Nein, mich macht mein Internet- und Smartphonekonsum nicht anspruchsloser als ich noch in den 80er war, eher das Gegenteil ist der Fall.
 
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M.i.a.u.: TopperHarley
  • #34
Vielleicht macht uns das Internet nicht musikalisch anspruchsloser, sondern lediglich anspruchsloser gegenüber uns selbst.
 
  • #35
Vielleicht macht uns das Internet nicht musikalisch anspruchsloser, sondern lediglich anspruchsloser gegenüber uns selbst.

Wahrscheinlich am ehesten zutreffend. Das Internet macht im Grunde ja nichts, sondern ist
das Ergebnis was wir daraus machen und zeigt auch recht deutlich, dass selbst kleine Veränderungen über einen großen Zeitraum auch große Auswirkungen ergeben.
 
  • #36
Genau, jeder entscheidet selbst, wie er die neuen Technolgien nutzt. Ich probiere neue Sachen sehr intensiv aus und ziehe dann meine Schlusse drauß, um erstens wirklich mitreden zu können und nicht nur eine Meinung zu haben und zweitens um für mich selbst entscheiden wo die neue Technologie für mich sinnvoll ist und wo nicht.
Wie bei der Ernährung sollte man auch entscheiden was für den Geist gut ist und was eher toxisch. Genau wie man so seinen Umgang auch dahingehend auswählt ob die einem gut tun oder nur Nörgler sind, bei denen die Welt ständig untergeht und das meiste schlecht ist und die Massen sind sowie doof. Da mache ich dann einen Bogen drum, sollen sie sich doch bis ins Grab über alles ärgern.
 
  • #37
Ich meine schon. Selbst Klassik, Metal, Blues oder Jazz oder auch Ambient, idm, praktisch egal was.
Man blicke nur auf die Liste der einflussreichsten Alben jedes Genres.
Alles hat sich reduziert - Der Musikgeschmack hat sich reduziert, dafür mit
mehr Feuerwerk.

Technisch perfekter, sowohl spielerisch als auch tontechnisch. Aber musikalisch?
Nach Lehrbuch vielleicht. Wer will, kann sehr komplex anmuten. Da gibt es viele Tools
die hohen Anspruch vorgaukeln können, zum großen Teil in der DAW integriert.
Es macht schon einen Unterschied, ob einzelne Phrasen einen hohen Anspruch vorgaukeln
oder ob das Gesamtwerk so großartig ist, dass der regelmäßige Hörer auch nach
40 jahren Neues entdeckt.

Das trifft doch die Frage im Kern, dass "wir", ja ich meine schon "Wir" als Provokation,
also auch "Ihr", wir alle. Auf Anfrage welche Musik denn heute so großartig sei,
da kommt dann meist nichts, sondern, so wie hier auch, die Empörung, dass ich mir
anmaße über andere zu urteilen. Man stört sich am "Wir". Ja, wie kommt denn dieser Hannes dazu
einfach meine Weltsicht oder kognitiven Fähigkeiten zu hinterfragen?

Lassen usnere kognitiven Fähigkeiten nach? Ich denke schon.
Ich kenne Menschen, bei denen es krankheitsbedingt etwas offensichtlicher ist,
das hier hat ja keinen Einfluß auf die Lebensfähigkeit oder so, aber diese Menschen
tun alles dafür, nur um sich nicht ihrer degenerativen Entwicklung öffentlich stellen zu müssen.
Fast wie bei einem Junky, der seine Drogensucht verheimlicht.

Musikgeschmack ist kollektiv. Auch das Machen, die Inspiration, die Beweggründe und allem
was dazugehört ist kollektiv und eine sich selbst beeinflussende große Blase.

Zweifelsohne gibt es heute tolle Musik, die ich gerne höre - Aber "großartiger", weil im
großen Ganzen mehr erzählt, mehr zu entdecken, langfristig geniale Klangwelten entstünden?
Nein - Definitiv nicht. Sehr viel ist toll - für den Moment. Hört man das in 20-30 jahren mit gleicher Begeisterung?
Wahrscheinlich nicht.

Ich denke, dass "digitale Demenz" uns alle betrifft und das zunehmend. Die alten weniger, bei den jüngeren mehr.

Tut natürlich weh - Die Empörung ist bewusst provoziert ;-)
hmm, ich kann das leider nicht so nachvollziehen. Ich bin schon d'accord, dass es heute wesentlich mehr Songs in jedem Genre gibt, die sich aus Gründen der Monetarisierung eher Richtung Mainstream-Mitte bewegen und es deshalb einfach schwerer fällt, die Perlen rauszufiltern. Deswegen kann ich aber trotzdem nicht erkennen, dass ich oder wir alle einfach anspruchsloser werden.
 
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M.i.a.u.: electric guillaume
  • #38
Genau, jeder entscheidet selbst, wie er die neuen Technolgien nutzt. Ich probiere neue Sachen sehr intensiv aus und ziehe dann meine Schlusse drauß, um erstens wirklich mitreden zu können und nicht nur eine Meinung zu haben und zweitens um für mich selbst entscheiden wo die neue Technologie für mich sinnvoll ist und wo nicht.
Wie bei der Ernährung sollte man auch entscheiden was für den Geist gut ist und was eher toxisch. Genau wie man so seinen Umgang auch dahingehend auswählt ob die einem gut tun oder nur Nörgler sind, bei denen die Welt ständig untergeht und das meiste schlecht ist und die Massen sind sowie doof. Da mache ich dann einen Bogen drum, sollen sie sich doch bis ins Grab über alles ärgern.

Es geht nicht darum anderen die freie Entscheidung abzusprechen.

Jeder hat das Recht so dumm oder krank zu werden, wie nur möglich.

Das ist nicht die Frage.
 
  • #39
Wahrscheinlich am ehesten zutreffend. Das Internet macht im Grunde ja nichts, sondern ist
das Ergebnis was wir daraus machen und zeigt auch recht deutlich, dass selbst kleine Veränderungen über einen großen Zeitraum auch große Auswirkungen ergeben.

Vielleicht merken wir den schleichenden Verlust eigener Fähigkeiten ja gerade deshalb nicht, weil uns die Technik so geschickt dabei hilft, ihn für Fortschritt zu halten.

Internet und Smartphone haben grosses Suchtpotenzial und das kann auch unsere Aufmerksamkeit und Kreativität beeinflussen. Man sollte sich ehrlich eingestehen, wie abhängig man schon ist. Die gute Nachricht: Die Entzugserscheinungen halten sich in Grenzen, und wer ein, zwei Tage durchhält, merkt oft, dass es auch ohne ganz gut geht.
 
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M.i.a.u.: D-Joe und ModernerPurist
  • #40
hmm, ich kann das leider nicht so nachvollziehen. Ich bin schon d'accord, dass es heute wesentlich mehr Songs in jedem Genre gibt, die sich aus Gründen der Monetarisierung eher Richtung Mainstream-Mitte bewegen und es deshalb einfach schwerer fällt, die Perlen rauszufiltern. Deswegen kann ich aber trotzdem nicht erkennen, dass ich oder wir alle einfach anspruchsloser werden.

Ich höre oft sehr bewusst Musik. Manchmal auf Kopfhörern, mal im Studio oder auf der Hifi Anlage.
Wie viele anderen auch hier sind meine Möglichkeiten da deutlich überdurchschnittlich, bis teilw. highend.

Die Krux ist, dass "wir" hier, allein schon durch langjährigen Gehörtraining, das ich jedem utnerstellen möchte,
deutlich mehr dazu in der Lage sind Musik bewusst wahrzunehmen, als der Durchschnitt da draußen.

Aber bin auch sehr oft erschrocken darüber, wie schwach/reduziert die Wahrnehmung der meisten Menschen ist.

Auf uns bezogen kann es manchmal hilfreich sein verschiedene Epochen in einem Kontext zu hören.
Da können auch mal 60/70 Jahre Differenz oder mehrere hundert Jahre zwischen Aufnahme bzw Komposition liegen.

Dunkler Raum, gute Akustik, Bildschirme aus, einfach nur Musik hören.
Mal technisch analyisierend, mal einfach fallen lassen, mal leise, mal laut.

Dabei berücksichtigen, dass es zwei Wege gibt Musik wahrzunehmen.
Rein emotional oder rein sachlich. Auch sachlich lässt sich Musik fühlen und emotional bewerten.
Das ist Übungssache. Genauso wie Gehörtraining usw.
 
  • #41
Jeder hat das Recht so dumm oder krank zu werden, wie nur möglich.
Sowie jeder das Recht hat durch Internet, KI und Co viel klüger zu werden, da es ein unheimlicher Schatz für den Geist sein kann. Mir hat die KI schon sehr geholfen bei Konzepten die ich sonst nur schwer verstanden habe und ich danke auch vielen YouTube Tutorials. Gut, da muss man wisssen wann es genug ist, aber einige Sachen habe ich auch erst dadurch richtig verstanden.

Die ganzen Sachen können also auch ein unglaublicher Segen sein.

Man kann das natürlich auch alles zwanghaft negativ sehen.

Eins darfst du nie vergessen, es handelt sich nur um deine kleine Welt und Wahrnehmung!
 
  • #42
Vielleicht merken wir den schleichenden Verlust eigener Fähigkeiten ja gerade deshalb nicht, weil uns die Technik so geschickt dabei hilft, ihn für Fortschritt zu halten.

Internet und Smartphone haben grosses Suchtpotenzial und das kann auch unsere Aufmerksamkeit und Kreativität beeinflussen. Man sollte sich ehrlich eingestehen, wie abhängig man schon ist. Die gute Nachricht: Die Entzugserscheinungen halten sich in Grenzen, und wer ein, zwei Tage durchhält, merkt oft, dass es auch ohne ganz gut geht.

Absolut.

Mir konnte mal für´s 3/4 Jahr kein Internetanschluss bereitgestellt werden, Empfang war auch nicht möglich, oft nichtmal telefonieren.

Das letzte mal, dass ich so viel Musik machte, so viel gelesen habe, war in der Zeit bevor ich Internet hatte.

Aber heute? Die Abhängigkeit ist schon groß. Von Stausituationen, die nicht absehbar planbar sind, bis hin zu
Online Banking, E-Mail, selbst normale TV Programme nur noch übers Internet oder teilw. sind
Arzttermine nur noch online zu bekommen.

Das ist heute keine Frage mehr des Konsum-/Entertainmentverzichts, sondern betrifft grundsätzliche Dinge.

Das Thema umschleicht mich seit der Erfahrung kein Netz daheim zu haben. Eine Lösung habe ich für mich noch
nicht gefunden, ausser bewusster Verzicht, der scheinbar aber nicht ausreicht als Trigger andere Lösungen zu schaffen,
sondern wird bei Notwendigkeit gebrochen, dann aufgeweicht und man ist wieder drin :D
 
  • #43
Sowie jeder das Recht hat durch Internet, KI und Co viel klüger zu werden, da es ein unheimlicher Schatz für den Geist sein kann.

Mit besseren Grundvoraussetzungen profitiert man wohl erstmal.

Ob dieses Mehr an Wissen ausreicht, langfristige degenerative Erkrankungen im Alter vorzubeugen?

Ich bezweifle das.

Fraglich ist auch, ob man wirklich von einem Wissen profitiert, das man nicht selbst erarbeitet hat.
Es macht einen großen Unterschied, ob man sich mit viel Fleiß thematisch einarbeitet oder
ob man sich von KI helfen lässt. KI macht dich nicht besser - Ohne KI biste dann halt nix.
 
  • #44
Nein.

Es bedient nur eine tief im Menschen verwurzelte Bequemlichkeit, Faulheit und dabei die Haltung, möglichst wenig Verantwortung übernehmen zu müssen: Zurück in den Mutterleib, wo für alles gesorgt ist und niemand etwas zu tun braucht, schon gar nicht Entscheidungen aktiv treffen zu müssen.

Alles kommt vorverdaut durch die Nabelschnur.

Warum sollte das außerhalb des Mutterleibes anders sein?

images


Diese technischen Segnungen bedienen also nur etwas, was ohnehin bereits angelegt ist.

Stephen
 
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M.i.a.u.: ModernerPurist
  • #45
Fraglich ist auch, ob man wirklich von einem Wissen profitiert, das man nicht selbst erarbeitet hat.
Es macht einen großen Unterschied, ob man sich mit viel Fleiß thematisch einarbeitet oder
ob man sich von KI helfen lässt. KI macht dich nicht besser - Ohne KI biste dann halt nix.
Ähm, nein, die KI ist da eher wie ein Lehrer, dem du Rückfragen stellen kannst, der dir dann auch Aufgaben stellt und dich bittet, eine Sache zu erklären usw. Das ist eine auf deine Vorkenntnisse und dein Niveau zugeschnittene Nachhilfe, die dir kein Fachbuch bieten kann. Und glaub mir, ich habe mir schon viele Fachbücher in meinem Leben gekauft und damit gearbeitet.

Es kommt ganz groß darauf an wie man die Sachen nutzt!

Eine Art mit Überforderung durch den Wandel der Zeit umzugehen ist sie zu verteufeln.
 
  • #46
Besonders wird augenfällig, wie sehr sich die Gesellschaft in zwei Klassen spaltet. Was Marx als die besitzende Klasse beschrieb, waren bei H.G. Wells die Morlocks. Gut, die haben wohl irgendwas gearbeitet (in Buch und in der ursprünglichen Verfilmung wird das aber nicht oder nur indirekt gezeigt), um ihre Nutzmenschen, die Eloi zu halten. Aber es ist ja auch nicht so, dass die Tech-Bros auf der faulen Haut lägen. Jedenfalls wird hart gearbeitet, um den Produktionsfaktor "Intelligenz" zu modellieren und zu beherrschen. Dass wir, die wir diese Intelligenz prompten, dadurch das eigene Denken verlernen, ist ihr Kalkül.
 
  • #47
Die Welt ist nich so schwarz weiß und alles wird sich einpendeln mit der Zeit. Alles fängt mit einem Gedanken an, welcher das ist entscheidet jeder selbst.
 
  • #48
Platten und Kassetten werden wieder hergestellt.
Auch das Hifi hören mit guter Anlage zu Hause wird wieder mehr.

Ich würde mir auch gerne wieder nen Plattenspieler hinstellen, das waren noch Zeiten. Aber so nen Teil musst‘de erstmal irgendwohin platzieren „dürfen“ 😁 (gibt lauter Rückfragen. Wieso? Warum? Wir haben doch Spotify….) und dann muss man ja die Platten irgendwo lagern.

Ich war dieses Jahr in Irland und hach, diese Plattenläden. Wie war das früher toll in so nen Plattenladen mit elektronischer Musik reinzugehen und dann lief da die Musik meit diesem Ton der Nadel, dieses leichte Kratzen.
 
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M.i.a.u.: ModernerPurist
  • #49
Ich vermisse keine Medien mehr und freue mich über mehr Platz, aber ich bin seit dem C64 ein totaler Digital-Nerd. Was habe ich MP3 gefeiert, was liebe ich PDFs, was freut es mich meine Serien und Filme alle auf Platte zu haben und unabhängig von Internet überall in der Wohnung streamen zu können.

Aber gut, wenn man das alles vermisst, dann sollte man sich das wieder anschaffen. Für mich macht es keinen Unterschied ob ich was von CD höre oder aus meiner Mediensammlung von der Platte, weil für mich die Musik zählt und nicht das drumherrum, also Cover und Co, klar weckt das Erinnerungen aber ein JPG des Cover reicht mir das völlig.

Ich lebe genau in der Zukunft die ich mir immer erträumt habe was Musikhören und Machen angeht.
 
  • #50
Ich würde mir auch gerne wieder nen Plattenspieler hinstellen, das waren noch Zeiten. Aber so nen Teil musst‘de erstmal irgendwohin platzieren „dürfen“ 😁 (gibt lauter Rückfragen. Wieso? Warum? Wir haben doch Spotify….) und dann muss man ja die Platten irgendwo lagern.

Ich war dieses Jahr in Irland und hach, diese Plattenläden. Wie war das früher toll in so nen Plattenladen mit elektronischer Musik reinzugehen und dann lief da die Musik meit diesem Ton der Nadel, dieses leichte Kratzen.

Obwenn das eher ritualistisch/puristisch gesehen werden muss. Klanglich eher Nachteile.

Habe leider nur noch wenige Platten, da gesamte Plattensammlung beim Wasserschaden draufging.

Das höchste der Gefühle wäre Massive Attacks Mazzanine. die höre ich schon recht häufig.
 
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M.i.a.u.: gruenerwirdsnich
  • #51
Was habe ich MP3 gefeiert, was liebe ich PDFs,

Schon lustig. MP3 und der Umgang damit, habe ich von Anfang an gehasst und drucke mir, sofern es etwas
wichtiges zu lesen gibt, immer aus, um mir spontan Notizen zu machen, Text markieren zu können und um
bewusster zu lesen. Auch diese "Reader" finde cih eher anstrengend.

Und das obwohl in ständiger Nutzung. Aber die Nachteile überwiegen leider.

Selbiges beim Streaming - Obwohl ich da mittlerweile recht gut trenne zwischen beiläufigem Hören
oder bewusstes Hören einer Platte. Viele Alben erscheinen ja leider nciht mehr auf CD.
 
  • #52
Social Media ist die Seuche des Jahrhunderts. Alle stecken in der Dopamin Falle fest, die Aufmerksamkeitsspanne ist deutlich gesunken, weil es immer neue Inhalte braucht, um uns zu kicken. Songs werden einfacher, kürzer, Musik passt sich den Hörgewohnheiten an. Das ist die momentane Bestandsaufnahme. Mich selbst langweilt einfache Musik, meine Ohren und mein Hirn brauchen da einfach mehr Inhalte und Struktur, mich fasziniert bisher ungehörte Musik. Das ist für mich ein gutes Musikerlebnis. Leider geht die Verflachung komplett durch alle Bereiche, zB auch Kino. Wann habt ihr mal einen richtig guten neuen Film im Kino gesehen? Das ist doch alles so hervorsehbar und langweilig geworden.
 
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M.i.a.u.: Teiko
  • #53
Ok, wir drehen uns im Kreis, ich verabschiede mich aus dem Trauerkreis hier.
 
  • #54
Jedes präsentierte "Wissen" enthält meist/immer eine Wertung. Jede Wertung entspringt einer Agenda. Nur weiß man meist nicht, ob das präsentierte Wissen wahr ist, insofern man das so einfach festmachen kann. Konnte ich das Wissen nur aufgrund eigener Erfahrungen selbst erarbeiten, hat es die Möglichkeit auch echtes Wissen zu sein, was jedoch auch für präsentiertes Wissen gelten kann - zu allem Überfluss können mich die eigenen Erfahrungen jedoch auch täuschen, was wahrlich nicht selten passiert. Es ist ein Dilemma.

Die Begriffskombination "musikalisch anspruchslos" beinhaltet eine Wertung und zeigt das Dilemma der sprachlichen Konversation. Du hast eine für Dich konkrete Definition von "musikalisch anspruchslos" - und diese wird sich wahrscheinlich nicht mit der anderer Menschen decken. Dazu müsstest Du erstmal Deine Definition von "musikalisch anspruchslos" präsentieren und dann wirst Du den Rest der Zeit damit verbringen, diese hier tapfer zu verteidigen :mrgreen: während am Ende das Ursprungsthema ins Vergessen geraten ist, oder der Thread verschoben wird, weil er vielleicht zu politisch wird - d.h. es wird etwas geschrieben, was der König nicht dulden will 😉

Kleiner Abschweif, der aber etwas damit zu tun hat: Ich selbst habe meinen Namen hier bewusst gewählt. Wenn ich meine Musik veröffentliche und damit den Adressaten der Kritik bekanntgebe, werde ich Kritik erhalten - klar, und auch vielleicht Lob, oder gar nichts. Nur, was bringt es, wenn jemand meine Musik kritisiert und mein Motiv nicht wirtschaftlicher Erfolg ist?
Nichts.
Ich weiß, dass ich, als Mensch, Kritik gegenüber empfänglich bin. Mache ich mich ad hominem angreifbar, laufe ich Gefahr den Pfad meiner Intention zu verlassen. Das was ich versuche musikalisch auszudrücken, ist meine mehr oder weniger individuelle mentale/emotionale Gemengelage. Die ist wie sie ist und sie wird sich primär nur durch mich ändern - klar auch durch äußere Einflüsse, gefiltert durch mich. Jede Musik findet ihre Adressaten. Wie viele es sind, spielt am Ende keine Rolle. Es wird jedoch immer mindestens einer sein, man selbst. Es hat auf den ideellen Wert einer Musik keinen Einfluss, wieviele Menschen sie "gut" finden. Vielleicht zeigt es nur, ob Erwartungen bedient wurden.

Bei dem kommerziellen Wert der Musik sieht das jedoch komplett anders aus.
Hier wird oft ein funktionierendes Schema geritten. Es gibt eine konkrete Zielgruppe und die ganze Marketingpalette ist auch dabei. Viele Leute formulieren viele Worte, teilweise akademisch anmutende Worte ... alles Marketing. Aber eben auch viel Eigenmarketing der Industrie, die da noch so dranhängt. Die brauchen alle ihre, vielleicht, herbeigeredete Daseinsberechtigung. Irgendwann macht der Produzent vielleicht einen Umschwung, die Zielgruppe ist enttäuscht, da die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Jedoch das Marketing funktioniert immer noch. Es ist, psychologisch fundiert, "ansprechend" präsentiert. Der Produzent präsentiert sich menschlich* in den sozialen Medien (*menschlich wären wir eher scheu), nichts ist dem Zufall überlassen, gibt "ehrliche" Interviews und das nimmt die Zielgruppe mit.
Das ist keine Wertung.


Jetzt zu Deiner Frage, die Du, falls Du älter als 10 bist, doch nicht ernst gemeint haben kannst: Wird der berühmte Aufmerksamkeitsspannen-Sägezahn uns daran hindern tiefer in Musik einzutauchen? Hat man zwischen 2 Whatsapp-Nachrichten Zeit zum Musik hören? Ist Musik nur Untermalung für Youtube-Videos?
 
  • hilfreich
M.i.a.u.: K4c38v5kdz7rv-332
  • #55
Technisch perfekter, sowohl spielerisch als auch tontechnisch. Aber musikalisch?
Nach Lehrbuch vielleicht. Wer will, kann sehr komplex anmuten. Da gibt es viele Tools
die hohen Anspruch vorgaukeln können, zum großen Teil in der DAW integriert.

Siehst du, du willst gar keine Frage beantworten sondern Du weißt die Antwort schon und möchtest diese Antwort propagieren.

Erst benutzt du ein Smartphone um Musik zu konsumieren und ziehst daraus den Schluss, dass alle anderen das auch machen.

Dann hörst du dort nur Pop Scheiß und KI Gedudel und ziehst daraus den Schluss, dass es wohl nichts anderes mehr gibt.

Wenn du dann doch mal etwas Komplexeres findest, dann unterstellst du, dass dies aber nicht etwa von einem klugen Kopf komponiert wurde, sondern dass da jemand irgendwelche "Tools" dafür benutzt hat, die das quasi automatisch machen - nur damit deine bisherigen Annahmen dadurch bestätigt werden.
Wobei du allerdings noch nicht mal alle Jazz Kompositionen der Welt kennst, sondern nur nach der kommerziell erfolgreichsten Jazzplatte des Jahres googelst und dann alles andere daran messen willst.

Wieviele Fugen hast du letztes Jahr komponiert? Wieviele Sequencer erfunden? wieviele Audioeffekte gelötet oder programmiert?

Hast du auf der Streaming Plattform deiner Wahl mal gezielt nach Stücken im 11/8 Takt gesucht?

Du behauptest ich würde ein Smartphone benutzen. Das mach ich aber gar nicht. Und jetzt? Jetzt hälst du an dieser Idee einfach trotzdem weiter fest?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: elbonzoseco
  • #56
Siehst du, du willst gar keine Frage beantworten sondern Du weißt die Antwort schon und möchtest diese Antwort propagieren.

Erst benutzt du ein Smartphone um Musik zu konsumieren und ziehst daraus den Schluss, dass alle anderen das auch machen.

Dann hörst du dort nur Pop Scheiß und KI Gedudel und ziehst daraus den Schluss, dass es wohl nichts anderes mehr gibt.

Wenn du dann doch mal etwas Komplexeres findest, dann unterstellst du, dass dies aber nicht etwa von einem klugen Kopf komponiert wurde, sondern dass da jemand irgendwelche "Tools" dafür benutzt hat, die das quasi automatisch machen - nur damit deine bisherigen Annahmen dadurch bestätigt werden.
Wobei du allerdings noch nicht mal alle Jazz Kompositionen der Welt kennst, sondern nur nach der kommerziell erfolgreichsten Jazzplatte des Jahres googelst und dann alles andere daran messen willst.

Wieviele Fugen hast du letztes Jahr komponiert? Wieviele Sequencer erfunden? wieviele Audioeffekte gelötet oder programmiert?

Hast du auf der Streaming Plattform deiner Wahl mal gezielt nach Stücken im 11/8 Takt gesucht?

Du behauptest ich würde ein Smartphone benutzen. Das mach ich aber gar nicht. Und jetzt? Jetzt hälst du an dieser Idee einfach trotzdem weiter fest?

Du beschäftigst dich in deinem gesamten Beitrag überwiegend mit Annahmen über meine Person, meine Hörgewohnheiten und meine vermeintlichen Absichten. Interessanterweise wirfst du mir dabei genau das vor, was du selbst tust: Du ziehst Schlussfolgerungen auf Grundlage von Informationen, die du gar nicht hast.

Ich habe weder behauptet, dass alle Menschen Musik über Smartphones konsumieren, noch dass es keine komplexe Musik mehr gibt oder dass anspruchsvolle Kompositionen ausschließlich durch Tools entstehen.

Meine These ist eine andere: Kann unser verändertes Mediennutzungsverhalten langfristig unsere Aufmerksamkeit, unser Gedächtnis und damit möglicherweise auch unsere Fähigkeit beeinflussen, komplexe musikalische Strukturen wahrzunehmen und selbst zu entwickeln?

Das ist eine Frage nach möglichen kognitiven und gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Existenz komplexer Musik widerlegt sie ebenso wenig wie die Tatsache, dass du kein Smartphone benutzt.

Und was meine zuletzt komponierten Fugen, erfundenen Sequencer oder gelöteten Audioeffekte damit zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht. Seit wann muss man eine bestimmte Leistung erbracht haben, um eine Entwicklung untersuchen oder hinterfragen zu dürfen?

Dein elitäres Musikbild ist ein "Problem" von bestimmten Musikern, die ich leider auch schon kennenlernen durfte.
Die Art von Musiker, die sich derart vom eigtl. Wesen der Musik entfernten und abgehoben sind und eher Weinschlürfern gleichkommen.
Das ist sicherlich ein Punkt, aber Teil einer anderen Diskussion.

Du unterstellst mir, ich würde die Antwort bereits kennen und nur propagieren wollen. Tatsächlich habe ich eine These aufgestellt, die man diskutieren, untersuchen und selbstverständlich auch widerlegen kann.

Dafür müsste man sich allerdings zunächst mit der These beschäftigen, statt mit einer selbst konstruierten Vorstellung ihres Verfassers.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #58
derzeit evolutionär verändern,
also ungenutzte Gehirnbereiche sich zurückbilden und ob oder wann dann diese Veränderungen
genetisch weitergegeben werden.
Nein, nicht mal ansatzweise. Nichts von dem was unser Hirn bestimmt ist den den letzten Jahrzehnten evolutionär entstanden. Diese Entwicklung wird eher in Jahrtausenden gezählt.
 
  • #59
Wieviele Fugen hast du letztes Jahr komponiert?
Und du? Ach ne, lass stecken ...

Die aufgrund meiner Annahmen wahrscheinlichste Antwort wäre: keine.
Sei so auch gar nicht schlimm, denn wir sind, du bist wie ich hier in einem Forum ohne Theorierubrik, die diesen Namen verdient, und mancher, der versucht "Nerdzone + MusikTheorie" (so heißt die Rubrik jetzt) entsprechend zu bespielen wurde schon als abgehoben und kreativitätsfern abgekanzelt. Das ist der Weg um von eigenen Bildungslücken abzulenken.

Ein fehlender theoretischer Unterbau ist der Grund, dass Musik an Anspruch verarmt. Aber was ist das, Anspruch? Wenn ich etwa Jazz höre, aber müde bin, wirkt das auf mich wie sinnfreies Gedudel. Manche Stücke nicht, wenn ich munter bin. Daraus erlaub ich mir Anspruch abzuleiten. Es würde mich interessieren, wie ihr das seht, insbesondere du, @einseinsnull.
 
  • #60
dass Musik an Anspruch

Ich würde das gerne etwas näher präzisieren, weil ich glaube, dass wir unterschiedliche Vorstellungen
davon haben, was musikalischer Anspruch überhaupt bedeutet.

Für den einen zeigt sich Anspruch in Komplexität, in Strukturen, die nur wenige verstehen oder technisch umsetzen können.

Für den anderen liegt er darin, wie etwas klingt, welche Emotionen es auslöst und welche Wirkung es hat.

Und dann gibt es noch einen dritten Ansatz, in dem ich mich selbst sehe: Anspruch zeigt sich in der Umsetzung einer künstlerischen Vision als Gesamtwerk.

Diese Vision kann komplex oder einfach sein. Entscheidend ist nicht zwingend, wie viele Ebenen, ungewöhnliche Taktarten
oder komplizierte Rhythmen ein Stück enthält, sondern wie bewusst und stimmig die einzelnen Elemente eines Tracks zu einem Ganzen
zusammengeführt werden.

Sich beispielsweise auf Taktarten wie 4/4 oder 11/8 zu beziehen, greift deshalb aus meiner Sicht zu kurz. Solche Strukturen sind zunächst einmal
musikalische Mittel. Sie zu verstehen, zu spielen und ein Gefühl für ihren Groove zu entwickeln, erfordert Übung und Erfahrung.
Das allein sagt jedoch noch wenig darüber aus, welchen künstlerischen Anspruch ein Werk als Ganzes verfolgt.

Eine komplexe rhythmische Struktur ist noch keine komplexe künstlerische Aussage. Und eine einfache Struktur ist nicht automatisch anspruchslos.

Für mich liegt die eigentliche Herausforderung darin, eine Vision konsequent umzusetzen: musikalische Elemente, Klangästhetik, Arrangement,
Dramaturgie und Storytelling so miteinander zu verbinden, dass sie gemeinsam etwas ausdrücken, das über die Summe ihrer Einzelteile hinausgeht.

Anspruch bemisst sich für mich deshalb nicht allein daran, wie schwierig etwas zu spielen oder zu verstehen ist, sondern daran, wie
überzeugend die künstlerische Idee im Gesamtwerk verwirklicht wird.


Da möchte ich grundsätzlich eine elitäre Denkweise von trennen.
 
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