Ich meine schon. Selbst Klassik, Metal, Blues oder Jazz oder auch Ambient, idm, praktisch egal was.
Man blicke nur auf die Liste der einflussreichsten Alben jedes Genres.
Alles hat sich reduziert - Der Musikgeschmack hat sich reduziert, dafür mit
mehr Feuerwerk.
Technisch perfekter, sowohl spielerisch als auch tontechnisch. Aber musikalisch?
Nach Lehrbuch vielleicht. Wer will, kann sehr komplex anmuten. Da gibt es viele Tools
die hohen Anspruch vorgaukeln können, zum großen Teil in der DAW integriert.
Es macht schon einen Unterschied, ob einzelne Phrasen einen hohen Anspruch vorgaukeln
oder ob das Gesamtwerk so großartig ist, dass der regelmäßige Hörer auch nach
40 jahren Neues entdeckt.
Das trifft doch die Frage im Kern, dass "wir", ja ich meine schon "Wir" als Provokation,
also auch "Ihr", wir alle. Auf Anfrage welche Musik denn heute so großartig sei,
da kommt dann meist nichts, sondern, so wie hier auch, die Empörung, dass ich mir
anmaße über andere zu urteilen. Man stört sich am "Wir". Ja, wie kommt denn dieser Hannes dazu
einfach meine Weltsicht oder kognitiven Fähigkeiten zu hinterfragen?
Lassen usnere kognitiven Fähigkeiten nach? Ich denke schon.
Ich kenne Menschen, bei denen es krankheitsbedingt etwas offensichtlicher ist,
das hier hat ja keinen Einfluß auf die Lebensfähigkeit oder so, aber diese Menschen
tun alles dafür, nur um sich nicht ihrer degenerativen Entwicklung öffentlich stellen zu müssen.
Fast wie bei einem Junky, der seine Drogensucht verheimlicht.
Musikgeschmack ist kollektiv. Auch das Machen, die Inspiration, die Beweggründe und allem
was dazugehört ist kollektiv und eine sich selbst beeinflussende große Blase.
Zweifelsohne gibt es heute tolle Musik, die ich gerne höre - Aber "großartiger", weil im
großen Ganzen mehr erzählt, mehr zu entdecken, langfristig geniale Klangwelten entstünden?
Nein - Definitiv nicht. Sehr viel ist toll - für den Moment. Hört man das in 20-30 jahren mit gleicher Begeisterung?
Wahrscheinlich nicht.
Ich denke, dass "digitale Demenz" uns alle betrifft und das zunehmend. Die alten weniger, bei den jüngeren mehr.
Tut natürlich weh - Die Empörung ist bewusst provoziert