Du beschäftigst dich in deinem gesamten Beitrag überwiegend mit Annahmen über meine Person, meine Hörgewohnheiten und meine vermeintlichen Absichten. Interessanterweise wirfst du mir dabei genau das vor, was du selbst tust: Du ziehst Schlussfolgerungen auf Grundlage von Informationen, die du gar nicht hast.
Ich habe dein Ausgangsposting gelesen und mich auch nur damit beschäftigt.
Das Fehlen anderer Informationsquellen sollte kein Problem darstellen.
Meine These ist eine andere: Kann unser verändertes Mediennutzungsverhalten
Du hast es also nicht unterstellt - und jetzt unterstellst du es wieder.
Ich denke wir müssen echt mal klären wer dieses "wir" ist, bevor wir nachschauen, was die so machen.
langfristig unsere Aufmerksamkeit, unser Gedächtnis und damit möglicherweise auch unsere Fähigkeit beeinflussen, komplexe musikalische Strukturen wahrzunehmen und selbst zu entwickeln?
Ich picke mal das Letzte raus weil das noch am meisten mein Thema wäre.
Musikalische Strukturen zu entwickeln ist sehr einfach im Vergleich zu dem, was so manch anderer Wissenschaftler oder Ingenieur entwickeln muss.
Deine Aversion gegen "soziale Medien" teile ich. Wie aber mein Wechsel vom Plattenladenbesucher zum p2p-Leecher meine eigenes kompositorisches Schaffen negativ beeinfusst haben könnte, erschießt sich nicht.
Was das eigene Denken und Schaffen angeht, ist klar, dass Konsum erst mal das Gegenteil von Erschaffen ist. Wer also nur "gedankenlos" konsumiert, der wird meistens dann eher nicht Künstler, Wissenschaftler ober Unternehmsgründer, sondern halt Couch Potato.
Aber ob Plattenladen oder Internet? Ist das nicht egal? Ich persönlich habe mich durch das Internet sehr stark weiterentwickeln können. Aber ich "konsumiere" halt auch eher wenig.
Und was meine zuletzt komponierten Fugen, erfundenen Sequencer oder gelöteten Audioeffekte damit zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht. Seit wann muss man eine bestimmte Leistung erbracht haben, um eine Entwicklung untersuchen oder hinterfragen zu dürfen?
Um die Leistung geht es nicht, sondern um die damit verbundene Erfahrung.
Du selbst willst doch Evidenz darüber, ich sags mal flapsig, dass die Jugend verblödet weil sie nur am Daddeln ist.
Un da muss man einfach sagen, dass die Jugend später mal dümmer sein wird als ihre Eltern, das wäre nun in der Geschichte wirklich das erste Mal. Sie werden ohne Zweifel im Schnitt intelligenter sein wie ihre Vorfahren.
Es gibt ja nicht nur Leute die entweder Nazigrok abonnieren und zum Systemling werden auf der einen Seite - oder Rathäuser anzünden auf der anderen Seite. Es gibt auch immer noch die, die mit 13 Abitur machen und mit 16 ihre ersten Erfindungen vorstellen.
Ich bin manchmal echt platt, wenn ich 18-jährige heute reden höre, was die für ein Fachwissen haben, für ein Bewusstsein, oder wie eloquent sie sind.
Dein elitäres Musikbild ist ein "Problem" von bestimmten Musikern, die ich leider auch schon kennenlernen durfte.
Jetzt wird es interessant:
Musik mit Anspruch ist also "elitär" - und Musik ohne Anspruch könnte deiner Auffassung nach dann aber bereits ein Hinweis dafür sein, dass sich das Gehirn der Menschen zurückentwickelt.
Wann ist Musik denn nicht abzulehnen? Warum darf nicht auch ganz viel oder ganz wenig Anspruch damit verbunden sein? :)
Dafür müsste man sich allerdings zunächst mit der These beschäftigen, statt mit einer selbst konstruierten Vorstellung ihres Verfassers.
Ne, die hast du konstruiert. Du meinstest das bei der Dir selbst beobachtet zu haben, dass du weniger als früher in der Lage bist Musik rein im Kopf zu komponieren, weil sich dein Medienkonsum geändert habe.
Ich denke in Schritt 1 müsste man erst mal klären, ob dieser Zusammenhang so überhaupt wirkllich besteht, und nicht ob das bei allen anderen Menschen auch so ist.