VCO vs. DCO

A

acronym

Guest
Hallo,

ich würde ganz gern mal den Unterschied zwischen VCO und DCO von jemandem erklärt bekommen, der sich damit auskennt.
Mir gehts jetzt garnicht um den Klang (!!!) sondern vielmehr um das technische.
"Ein VCO gibt kontinuirlich eine Frequenz aus.." ... "Ein DCO muss geclockt werden" ...?!
Das ist so Halbwissen das ich hier und dort mal aufgeschnappt habe.
Würde abern gern tiefer eintauchen und die Thematik begreifen.

Danke
Miau :nihao:
 

MacroDX

Hat ein Bild mit Robotern wo aufm Mond rumlaufen
Mr. Roboto schrieb:
Also das Netz ist ja nun echt voll mit Infos dazu
Schon, aber man muss die Infos auch sinnvoll filtern können, sonst bleibt man wieder auf dem gefährlichen Halbwissen sitzen.

Wichtig ist schonmal festzuhalten: Beide Oszillatortypen erzeugen am Ausgang ein analoges Signal. Der Unterschied besteht in der Frequenzsteuerung. Das Video hier find ich dazu ganz brauchbar:
 

mnb

-
dazu gabs doch neulich dieses video

https://www.youtube.com/watch?v=mqY6cVJS9fo

(recht ausfuehrlich). bei mir bleibt da aber doch das bedenken, dass die genauigkeit so einer dco-tonhoehe leiden koennte, wenn
der takt zu niedrig ist. und/oder der saegezahn mehr ecken kriegt als noetig. (was sich mit ausreichend mhz aber erledigt
haben duerfte). oder nicht?
 
A

acronym

Guest
mnb schrieb:
dazu gabs doch neulich dieses video

https://www.youtube.com/watch?v=mqY6cVJS9fo

(recht ausfuehrlich). bei mir bleibt da aber doch das bedenken, dass die genauigkeit so einer dco-tonhoehe leiden koennte, wenn
der takt zu niedrig ist. und/oder der saegezahn mehr ecken kriegt als noetig. (was sich mit ausreichend mhz aber erledigt
haben duerfte). oder nicht?
uff, das war sehr aufschlussreich! ..ich glaube jetzt hab ich so einiges begriffen wie synthesizer funktionieren haha
 

haebbmaster

Lötknecht
Megahertz rulez!

Mit einem Arduino mit 16 MHz Taktfrequenz ist audiomäßig nicht viel Staat zu machen, obwohl es einige Leute gibt, die damit auch Audiofrequenzen erzeugen. Es gibt aber einiges an höhertaktigen arduino-kompatiblen Prozessoren, zB Teensy, mit denen sowas geht.
 

Mr. Roboto

positiv eingestellt
Was hat denn Arduino mit einem analogen OSC zu tun?

Und ansonsten schau' Dir doch mal einen Shruthi an, was da so alles geht. Der hat wirklich volldigitale OSCs.
 
S

starling

Guest
Aber ein DCO hat doch keine Treppchen normalerweise.

Du meinst vielleicht einen digitalen Osci?
Ein per DSP berechneter und per D/A ausgegebener hat auch keine Treppchen.
 

mnb

-
nee, ich meinte (oder befuerchte) zum einen, dass es artekfakte wie beim oszillatorsync gibt, oder im anderen fall die spitze vom saegezahn weggeclipt wird (war afair auch in dem video zu sehen,
wobei mir nicht ganz klar wurde ob der effekt bei den gezeigten syths auftritt, oder vermieden wird (habs leider nicht so aufmerksam gucken koennen wie ich gewuenscht haette, bisher)),
und zum anderen, dass die frequenz der clock die tonhoehe mehr quantisiert als einem lieb ist (weil nur ganzzahlige teiler der clock als tonhoehen erlaubt sind).
bei den "vintage dcos" sicher eher ein problem als heute, wo man einfach ein paar mhz mehr nehmen kann...
 

Mr. Roboto

positiv eingestellt
Xpander-Kumpel schrieb:
...ich glaube es wurde einfach gemeint, das wenn die Taktfrequenz bei nem DCO zu niedrig ist, das dann Stufen entstehen.
Ich habe aber bisher noch keinen DCO Synth erlebt, der bei einem Osc-Sweep ein hörbar quantisiertes Signal ausgibt. Du etwa?
 

haebbmaster

Lötknecht
vielleicht nochmal was zu diesem Thema:
acronym schrieb:
"Ein VCO gibt kontinuirlich eine Frequenz aus.."
ein vollanaloger VCO ist tatsächlich in allen Bereichen kontinuierlich und hat auch keine Treppchen

dann gibt es verschiedene Spielarten:
- du kannst einen DCO machen, der MIDI-Noten in Tonhöhen umsetzt, dann ist das nicht kontinuierlich, sondern eben Tonleitertöne - egal, ob dann die eigentliche Tonerzeugung analog oder digital ist
- oder der DCO empfängt eine analoge Steuerspannung und rechnet intern damit, dann hängt die Tonhöhenauflösung von der Qualität und Auflösung des Analog-Digital-Konverters und der internen Rechengenauigkeit ab. Die Tonhöhe ist dann prinzipiell gestuft und nicht kontinuierlich, aber diese Stufen können natürlich so fein sein, dass man sie schlichtweg nicht hört

Treppchen in der Ausgangsspannung (also zB in der schrägen Linie beim Sägezahn) hat man bei digitaler Tonerzeugung in Abhängigkeit von den Megahertzen und der Auflösung des Digital-Analog-Konverters. Auch diese Treppchen wird man nicht hören, wenn sie fein genug sind.

Ein Vorteil der digitalen Kontrollstufe ist es, dass man Problemen bei der 1Volt/Oktave Konvertierung und der damit verbundenen Temperaturempfndlichkeit aus dem Weg geht.
 
Mr. Roboto schrieb:
Xpander-Kumpel schrieb:
...ich glaube es wurde einfach gemeint, das wenn die Taktfrequenz bei nem DCO zu niedrig ist, das dann Stufen entstehen.
Ich habe aber bisher noch keinen DCO Synth erlebt, der bei einem Osc-Sweep ein hörbar quantisiertes Signal ausgibt. Du etwa?
...ich glaube nur das das gemeint wurde.
Ich selber hab dazu keine Meinung, noch nicht mit beschäftigt.
 

Mr. Roboto

positiv eingestellt
Du hattest aber doch schon so ziemlich jeden DCO Synth. Wenn Du da mal am Modwheel gedreht hast, bist Du doch auch nicht die Treppe runtergefallen. :P
 

Feinstrom

|||||||||||||
Mr. Roboto schrieb:
Du hattest aber doch schon so ziemlich jeden DCO Synth. Wenn Du da mal am Modwheel gedreht hast, bist Du doch auch nicht die Treppe runtergefallen. :P
Ich begebe mich jetzt auf extrem dünnes Eis (die technischen Unterschiede zwischen VCOs und DCOs und VA-Oszillatoren sind mir geläufig, allerdings nur auf einer sehr rudimentären Ebene), aber wären solche Treppchen nicht eher das Ergebnis des eventuell hörbar stufig gerasterten Pitchbenders?

Schöne Grüße,
Bert
 

MacroDX

Hat ein Bild mit Robotern wo aufm Mond rumlaufen
Feinstrom schrieb:
... aber wären solche Treppchen nicht eher das Ergebnis des eventuell hörbar stufig gerasterten Pitchbenders?
Diese Vermutung ist im Prinzip richtig. Die Verwirrung hier rührt an sich aber glaub ich woanders her. Es wurde aufgezeigt, dass ein Masteroszillator für DCOs eine genügend hohe Frequenz aufweisen muss, um durch Teilung die Abweichung von der gewünschten Zielfrequenz so gering wie möglich zu halten oder gar zu keiner Abweichung zu führen. Ist dies aber gegeben, werden sich Frequenzänderungen auf der Masterclock, also z.B. direkt durch Pitchbend, nicht als hörbare Quantisierung auswirken. Und wie das ausführliche Video zeigt reden wir bei Masterclocks mal mindestens von 1MhZ.
 

rauschwerk

pure energy noise
Bei einem DCO handelt es sich (oft, nicht immer) um einen "Digital gesteuerten, analogen Oszillator" = "Digitally Controlled analog Oscillator"
Bei einem VCO dagegen: um einen "Spannungsgesteuerten, analogen Oszillator" = "Voltage Controlled analog Oscillator"

Ein DCO ist also nicht digital, sondern wird digital gesteuert, zwecks Stimmstabilität.
Der VCO wird analog = spannungsgesteuert, was zur Abweichungen (Spannungstoleranzen, u.a. auch durch Wärmeeinwirkung, u.ä.) führt, bzw. führen kann.

Dass es sich bei einem DCO grundsätzlich um einen digitalen Oszillator handelt, ist ein Mythos.
Nachschlagewerke hierzu wurden bereits w.o. benannt.

DCO -> https://de.wikipedia.org/wiki/Digitally ... Oscillator
"Viele DCO basieren auf dem Verfahren der Direct Digital Synthesis (DDS), in Synthesizern allerdings werden auch Oszillatoren mit analogem Integrator, der durch einen Zeitgeber zyklisch zurückgesetzt wird, als DCO bezeichnet. Die Frequenz der Schwingung wird beim digital gesteuerten Oszillator direkt über einen Zahlenwert eingestellt. Dadurch erhält man eine sehr genau eingestellte Frequenz, welche (im Rahmen der Spezifikationen des Bauteils bzw. der Komponenten der Schaltung) konstant bleibt. Diese Stimmstabilität wird erkauft mit einem nur in Stufen (diskret) einstellbaren Frequenzbereich."

VCO -> https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungs ... Oszillator
 
A

acronym

Guest
rauschwerk schrieb:
Bei einem DCO handelt es sich (oft, nicht immer) um einen "Digital gesteuerten, analogen Oszillator" = "Digitally Controlled analog Oscillator"
Bei einem VCO dagegen: um einen "Spannungsgesteuerten, analogen Oszillator" = "Voltage Controlled analog Oscillator"

Ein DCO ist also nicht digital, sondern wird digital gesteuert, zwecks Stimmstabilität.
Der VCO wird analog = spannungsgesteuert, was zur Abweichungen (Spannungstoleranzen, u.a. auch durch Wärmeeinwirkung, u.ä.) führt, bzw. führen kann.

Dass es sich bei einem DCO grundsätzlich um einen digitalen Oszillator handelt, ist ein Mythos.
Nachschlagewerke hierzu wurden bereits w.o. benannt.

DCO -> https://de.wikipedia.org/wiki/Digitally ... Oscillator
"Viele DCO basieren auf dem Verfahren der Direct Digital Synthesis (DDS), in Synthesizern allerdings werden auch Oszillatoren mit analogem Integrator, der durch einen Zeitgeber zyklisch zurückgesetzt wird, als DCO bezeichnet. Die Frequenz der Schwingung wird beim digital gesteuerten Oszillator direkt über einen Zahlenwert eingestellt. Dadurch erhält man eine sehr genau eingestellte Frequenz, welche (im Rahmen der Spezifikationen des Bauteils bzw. der Komponenten der Schaltung) konstant bleibt. Diese Stimmstabilität wird erkauft mit einem nur in Stufen (diskret) einstellbaren Frequenzbereich."

VCO -> https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungs ... Oszillator
Guter Beitrag, soweit war ich allerdings auch schon, als ich diesen Thread eröffnet habe.
Das DCO nicht gleichzusetzen mit einem digitalen Osci ist, war mir klar.
Mir ging es mehr darum zu erfahren, wie genau das funktioniert.
Dieses Video hier lässt dazu aber keine Fragen mehr offen und ich habe einiges über Synthesizer generell mehr verstanden.
Nur zu empfehlen!:
 

mnb

-
hab mir das ausfuehrliche video auch nochmal wach angeguckt, und es sieht so aus:
-sync-artefakte gibts natuerlich nicht, das einzige was da irgendwas synct ist die masterclock, und das auch nur wenn sie das soll (zb. der saegezahn zuende ist)
-clipping duerfte zum einen nur minimal sein, zum anderen ist das dann nur eine analoge verzerrung, kann man wohl vergessen.
-quantisierte tonhoehe ist ein problem wenn die masterclock digital ist und man nicht genug mhz hat.
bei analogem masteroszillator verbiegt das pitchbend einfach dessen frequenz.
betrifft dann aber eher nur sehr hohe noten. wer mit vintage-synths mikrotonale musik im hoeheren frequenzbereich (aua)
machen will, hat moeglicherweise ein problem. und midi-pitchbend kann seine aufloesung da nicht ganz ausspielen.

das wichtigste problem war mir aber voellig entgangen (und wurde hier in dem juno-text genannt):
wenn es nur eine masterclock gibt, dann stehen die phasen aller oszillatoren in einem festen verhaeltnis.
das will man nicht immer...
 


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